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Rezensionen verfasst von
Stefan T. (Wien)

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Machinarium (inkl. Samorost 2) - [PC/Mac]
Machinarium (inkl. Samorost 2) - [PC/Mac]

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel zu kurzes Kleinod, 19. Dezember 2013
Kleinod? Ein merkwürdiger, im Bereich von Indie-Spielen viel zu häufig strapazierter Begriff. Dennoch habe ich keinen besseren für "Machinarium" gefunden. Dieses Spiel erinnert tatsächlich an eine Zeit, in der man bei Computerspielen noch so etwas wie Herz und Seele fühlen konnte. Nicht, dass das bei allen heutigen Spielen anders ist, aber vieles ist doch sehr steril und sehr "casual" geworden, wie man auf gut neudeutsch sagt.

Nicht so "Machinarium", das durch mehrere Aspekte besticht. Zunächst fallen Grafik und Sound auf. Erstere ist superb - die handgezeichneten, zeichentrickartigen Hintergründe sind großteils statisch, warten aber mit unglaublich vielen, liebevollen Details auf. Die verwendeten Farben und Formen rücken das Ganze stark in Richtung einer eher düsteren Dystopie. Damit ist das Spiel trotz des "knuffig" wirkenden Hauptdarstellers wohl eher etwas für eine ältere Zielgruppe. Dazu passt auch die meist sehr ruhige musikalische Untermalung, die nur als gelungen bezeichnet werden kann. Auf Sprachausgabe wird verzichtet, die Story wird anhand von Sprechblasen und Zeichnungen erklärt. Zur Spielsituation passende Soundeffekte verdichten die fast schon beklemmende Atmosphäre weiter.

Was das Genre betrifft, ist "Machinarium" am ehesten als klassisches Point & Click-Adventure zu bezeichnen, eingeschoben sind außerdem viele Denk- und Geschicklichkeitsspiele. Die Rätsel sind nicht immer ganz logisch, aber durch Probieren kann man die richtige Lösung meist recht schnell finden. Sollte es trotz aller Versuche nicht klappen, wurde in jeden Screen eine "zweistufige" Spielhilfe integriert: Während der erste Tipp "gratis" zur Verfügung steht, muss man für eine detailliertere Lösung ein kleines Geschicklichkeitsspiel absolvieren. Meiner Meinung nach ist das eine nette Idee. Die Story wird traditionell durch Lösen der verschiedenen Aufgaben vorangetrieben und in den genannten Sprechblasen erzählt. Die Geschichte, die sich dabei nach und nach entspinnt, ist eher zweckmäßig als tiefgängig - zum Schluss wird es sogar ein wenig wirr. Trotzdem ist die Idee, der heruntergekommenen Roboterstadt an sich schon sehr gut.

Als nächstes kommen wir zur Spielmechanik. Das System ist sehr einfach und kommt mit einer einzigen Maustaste aus. Wer einen Rechtsklick probiert, stellt fest, dass es sich bei "Machinarium" um ein Flash-Spiel handelt - in dem Fall erscheint nämlich das entsprechende Kontextmenü, was einigermaßen störend ist. Gesteuert wird der Roboter ausschließlich über die linke Maustaste, Verben oder ein Aktionsmenü gibt es nicht. Bei klickbaren Objekten führt die Spielfigur automatisch die richtige Aktion durch, maximal ein paar Kreisbewegungen oder ein bisschen Auf und Ab mit der Maus sind notwendig. Dass das Spiel trotz der simplen Steuerung eine Herausforderung sein kann, liegt eher daran, dass im Gegensatz zu modernen Titeln eine Hilfe wie z. B. die Hotspot-Anzeige, fehlt. Mich persönlich stört das nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass einige Spieler darin einen Mangel sehen. Gespeichert werden kann übrigens völlig frei - wirklich notwendig ist es aber zwischendurch kaum, es gibt nämlich keine Sackgassen und der Roboter kann im Endeffekt auch nicht sterben.

Soweit ist aus meiner Sicht also alles im grünen Bereich. Es gibt allerdings zwei Punkte, die die Höchstwertung verhindern. Einerseits ist die Länge des Spieles weit unter dem Durchschnitt. Nach wenigen Stunden hat man das Finale gesehen und bleibt einigermaßen konsterniert zurück - ich für meinen Teil hätte den Roboter jedenfalls gerne noch weiter durch diese faszinierende Welt gesteuert. Bei einer längeren Spielzeit wäre es vielleicht auch möglich gewesen, die Story ein wenig tiefgründiger zu gestalten bzw. weiterzuentwickeln - schade um diese Gelegenheit! Andererseits (und noch schlimmer) hat "Machinarium" praktisch keinen Wiederspielwert. Wer einmal durch ist, kennt die Lösung aller Rätsel - alternative Wege gibt es nicht, nicht einmal eine Erledigung der Aufgaben in anderer Reihenfolge ist möglich, wenn man von ganz kleinen Ausnahmen absieht. Damit kann man das Spiel vielleicht alle paar Jahre mal hervorkramen, in kürzeren Abständen wird sich wohl niemand mehr als einmal damit beschäftigen.

Diese zwei Kritikpunkte sind für mich ausreichend, einen Stern bei der Gesamtwertung abzuziehen. Hätte der Entwickler daran ein wenig gefeilt, wären die fünf Sterne ohne weiteres möglich gewesen. Aber auch so bleibt "Machinarium" ein exzellentes Spiel für alle Freunde der alten Adventure-Schule.

Veröffentlicht auf weltending.wordpress.com.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 26, 2014 2:39 PM MEST


Winnetou: Band 2
Winnetou: Band 2
Preis: EUR 0,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz so gut wie Band I, 18. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Winnetou: Band 2 (Kindle Edition)
Der zweite Band um den wohl bekanntesten Roman-Indianer aller Zeiten und seinen Blutsbruder Old Shatterhand ist für mein Dafürhalten nicht ganz so gelungen wie der bravouröse Vorgänger. Wurde im ersten Teil noch das Leben im Wilden Westen (bzw. das Leben, wie es sich Karl May sich vorstellte) beschrieben und vor allem die Entstehung einer berühmten Freundschaft thematisiert, ist "Winnetou II" in weiten Teilen eine Reise-Erzählung. Das muss man mögen - mir persönlich waren die ausufernden Beschreibungen von langen Ritten und Landschaften im Endeffekt nicht fesselnd genug, was sicherlich Geschmacksache ist. Dazwischen gibt es ohnehin immer wieder spannende Ereignisse und mit "Old Death" im ersten Teil des Werkes einen echten Sympathieträger, den man für Karl May-Verhältnisse schon fast als Anti-Helden bezeichnen kann.

Abgesehen davon wirkt "Winnetou II" sowohl im Vergleich zum ersten Teil als auch in sich selbst einigermaßen inkonsistent. Man merkt dem Buch deutlich an, dass die Episoden teilweise zu unterschiedlichen Zeiten entwickelt wurden und von Karl May ursprünglich anders, nämlich nicht zusammenhängend, angelegt waren. Das fällt in zwei Bereichen ganz besonders auf:

Zum einen wirkt die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten Winnetou und Old Shatterhand, die im ersten Band so schön herausgearbeitet wird und die in wunderbaren Dialogen Niederschlag findet, kaum noch tiefgründig und authentisch. Die Blutsbrüder gehen miteinander in sehr neutralem Ton um - ein grundlegender Unterschied. Generell scheint Winnetou in diesem Roman sowieso eher zu einer Randfigur degradiert zu sein. Aber auch die "Zusammenarbeit" zwischen Old Death und Old Shatterhand ist zum Teil nicht authentisch - dass ein schlauer Westmann wie Old Death nicht bemerken soll, dass sein Mitstreiter nur so tut, als ob er ein "Greenhorn" wäre, ist für meinen Geschmack sehr weit hergeholt.

Der zweite Kritikpunkt ist erzählerisch-ethischer Natur. In "Winnetou I" liest man aus jedem Absatz das Bemühen des Autors, Wiedergutmachung am Unrecht, das den Indianern wiederfahren ist, zu leisten. Das liest sich an mancher Stelle fast wie ein anti-rassistisches Manifest. Davon ist in "Winnetou II" nicht viel zu bemerken. Vor allem die Geschichte um "Old Firehand" ist von Grausamkeiten auf beiden Seiten geprägt. Protagonisten wie der eigentlich so lustige Sam Hawkens sprechen von "roten Halunken", die sie nach der Reihe vom Pferd holen und sogar der milde Winnetou tötet und skalpiert, ohne mit der Wimper zu zucken. Nur der noble Old Shatterhand hält sich zurück - zumindest ein wenig, auch er ist im Endeffekt wesentlich brutaler als noch im ersten Band. Das alles mag vielleicht realistischer sein - es will aber so gar nicht zum Bild von gegenseitiger Achtung und Verständnis passen, das Karl May seinen Lesern in "Winnetou I" gezeichnet hat.

Letztlich ist "Winnetou II" aber trotz der genannten Kritikpunkte ein gutes Buch. Es macht einfach Freude, die altertümliche Sprache von Karl May zu lesen. Die Handlung der einzelnen Episoden ist - trotz einiger Längen - im Großen und Ganzen sehr spannend erzählt, wobei vor allem die Erzählung um den "Pedlar" positiv hervorsticht. Wenn sich Karl May insgesamt etwas mehr auf seine Helden und etwas weniger auf deren Reisen fokussiert hätte, wären auch für "Winnetou II" fünf Sterne möglich gewesen. So müssen vier reichen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 18, 2015 1:26 PM CET


Witching Hour
Witching Hour
Preis: EUR 12,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Willkommen zur "Hexenstunde", 17. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Witching Hour (Audio CD)
Zu einer recht rasanten Hexenstunde lädt das Düster-Duo Ulf Theodor Schwadorf und Allen B. Konstanz, a.k.a. The Vision Bleak im Herbst 2013. Moment, "rasant"? The Vision Bleak? Ja, tatsächlich, "Witching Hour" ist insgesamt ein verhältnismäßig flottes Werk geworden. Das merkt man gleich, wenn das ausgezeichnet auf die Platte einstimmende Intro verklungen ist. So vehement wie bei "A Witch Is Born" sind The Vision Bleak bisher nicht oft in ein Album eingestiegen. Das heißt aber nicht, dass die beiden Protagonisten ihre Trademarks vernachlässigen - vor allem am Klang der Gitarren und diversen Sound-Spielereien ist zu bemerken, wem man hier lauscht. Der Gesang wurde hingegen für dieses Stück leicht geändert - zwar tönt Allen B. Konstanz immer noch in seiner unvergleichlich düster-charismatischen Art, gibt seiner Stimme in diesem (und auch in anderen) Song etwas mehr Raum.

Im darauf folgenden "The Blocksberg Rite" singt er hingegen wieder "normal". Generell erinnert dieses Stück ein wenig an den Gassenhauer "Carpathia", wobei dessen Hitpotential nicht ganz erreicht wird. Aber auch hier kann festgehalten werden: Das Riffing ist so vehement und hart, dass es nur so eine Art hat. Fast schade, dass dadurch die feine Hintergrundmelodie stellenweise ein bisschen überdeckt wird. Mit "Cannibal Witch" folgt darauf ein im Midtempo angesiedeltes Lied, beginnend mit unheilvollem Sprechgesang. Das Riffing kann in diesem Stück nur als "hypnotisch" bezeichnet werden und zieht den Hörer förmlich in die unheimliche, alptraumhafte Welt der aus der slawischen Mythologie stammenden Baba Jaga. Ein "Hit" im eigentlichen Sinn ist dieser Song nicht, aber er kann dafür durch eine unvergleichlich düstere Atmosphäre punkten. Im Prinzip hat das schon fast doomige Black Metal-Dimensionen, auch wenn weder Musik noch Vocals derart extrem angelegt sind. Außer ganz zum Schluss, wo es nochmal "Vollgas" heißt und als zusätzliches Schmankerl eine Maultrommel (!) zum Einsatz kommt.

Ebenfalls sehr gut: "The Wood Hag", bereits vorher bekannt und für einen Vorab-Track sicher die beste Wahl. Das eingängigste Stück auf "Witching Hour" beginnt mit einem catchy Intro á lá "Wolfmoon" - damit kann man schon mal nichts verkehrt machen. A pro pos "Wolfmoon": Seit diesem Klassiker gab es von The Vision Bleak ja kein offizielles Video mehr zu sehen - das ändert sich mit "The Wood Hag", zu dem ein (ausgezeichnetes) Stop-Motion-Video mit "Hänsel & Gretel"-Anleihen produziert wurde. "The Wood Hag" ist genau eines jener ganz speziellen Stücke, mit denen man alle Zweifler von The Vision Bleak überzeugen kann. Sehr eingängig, dennoch düster und perfekt zum Erzeugen klassischer Horror-Stimmung geeignet. Hier zeigt sich, wie böse ein Märchen wirklich sein kann. Außerdem auf der Haben-Seite von "Witching Hour" zu verbuchen sind "Hexenmeister" (vermutlich eines der schnellsten Stücke, die das kongeniale Duo bisher fabriziert hat), "Pesta Aproaches" (bei dem schleppende und schnelle Parts sehr gut kombiniert wurden, man beachte auch den doomig-leiernden Gesang) und das nur auf der Limited Edition und bei mir auch im Download der Normalversion (!) enthaltene "The Call Of The Banshee" (das herrlich stoische Dahingeriffe und das schöne akustische Zwischenspiel trösten über den nicht so zwingenden Refrain hinweg).

Bleibt noch der Rausschmeißer. "The Valkyrie" klingt schon vom Titel her wie ein mehr oder weniger zwanghaft ins Hexen-Konzept gepresster Song. Musikalisch ist der Track meiner Meinung nach einfach langweilig, da gibt es nicht viel zu beschönigen. Auch nach zig Durchläufen bleibt bei mir (abgesehen vom schnellen Drumming) so gut wie nichts hängen - als Totalausfall würde ich das Stück nicht bezeichnen, aber ein guter Abschluss für eine Platte sieht anders aus.

Fazit: Vier Sterne. Alles in allem ist "Witching Hour" einmal mehr ein gelungenes Album von The Vision Bleak, auch wenn das Duo es noch besser kann. Wie beschrieben bieten die Songs selbst aber kaum Grund zur Kritik. Die Art des Songwritings setzt allerdings längere Beschäftigung mit dem Werk voraus - einerseits gibt es recht viele Details zu entdecken, andererseits ist der ganz große Hit nicht vorhanden, wenn man "The Wood Hag" mal ausklammert. Allerdings ist die reguläre Version mit nur acht Stücken, von denen keines Überlänge hat, leider ziemlich kurz ausgefallen. Von einer "Witchin HOUR" kann eigentlich nicht die Rede sein, eher von einer "Witching dreiviertel Hour". Was mich persönlich außerdem ein bisschen stört: The Vision Bleak haben mit Allen B. Konstanz einen unglaublich charismatischen, einzigartigen und perfekt zu ihren Horrorgeschichten passenden Sänger. Den hätte man produktionstechnisch ruhig etwas mehr in den Vordergrund stellen können, er geht meiner Meinung nach neben den heftigen Gitarren zwar nicht unter, könnte aber ein wenig lauter sein.


Hildegard Orgonakkumulator von Jentschura - Energetisierung von Lebensmittel
Hildegard Orgonakkumulator von Jentschura - Energetisierung von Lebensmittel

25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vorsicht - nicht für Black Metal-Fans geeignet!, 30. September 2013
"Orgonakkumulator" von Jentschura - wer würde bei dieser Bezeichnung nicht an den neuesten Release einer unheiligen Black Metal-Band denken. So ging es auch mir, als mir dieses Produkt von Amazon vorgeschlagen wurde. Der für eine vermeintliche Underground-Produktion doch recht stolze Preis konnte mich von einem Kauf nicht abschrecken, versprach das Foto doch eine Platte in einer opulent gestalteten Box. Zwar hätten mir die einigermaßen hellen Farben zu denken geben können (Black Metal sollte immer in Ebenholz verpackt sein), aber die Hoffnung, hier eine unentdeckte Perle der dunklen Musik gefunden zu haben, lies mich alle Zweifel außer Acht lassen.

Man kann sich vorstellen, wie groß meine Enttäuschung war, als ich merkte, dass ich es nicht mit energetischer Musik, sondern mit einem Gerät zur Energetisierung von Lebensmitteln zu tun hatte. Aber was soll's - man muss das Beste daraus machen, wenn man schon zu faul ist, die Amazon-Beschreibung sinnerfassend zu lesen. Wobei diese Beschreibung auch als Review in einem Underground-Fanzine durchgehen könnte. Egal, jedenfalls ernährt man sich als Black Metal-Fan ja meist - eh klar - von Blut. Jungfrauenblut oder ranziges Schweineblut, um genau zu sein. Warum also nicht den Lebenssaft mit Hilfe des Orgonakkumulators energetisieren? Nun, der langen Rede kurzer Sinn - das Ding funktioniert, wie ich bei einem Test an einem Kumpel feststellen musste (immerhin war ich nicht so verrückt, einen Selbstversuch zu wagen). Leider funktioniert es sogar viel zu gut. Von der ursprünglichen Begeisterung für die extreme Tonkunst ist nichts mehr geblieben. Nach mehreren Anwendungen bemerkte ich bei ihm zunächst eine Abwendung von Darkthrone und Mayhem in Richtung Dimmu Borgir und Cradle of Filth (Zitat: "Wer kann sich diesen unproduzierten Müll anhören? Da gibt es doch viel Eingängigeres..."). Nach weiteren Versuchen mit energetisierter Nahrung wurde mein ehemaliger Freund immer fröhlicher, landete zunächst bei Unheilig (O-Ton: "Der Graf ist aber eigentlich schon ein ziemlich böser Mann..."), danach bei den Pop-Musik-Charts ("Was so viele Leute hören muss einfach gut sein") und schließlich bei Helene Fischer (ohne Worte...). Versteht sich von selbst, dass wir spätestens ab diesem Zeitpunkt keine Freunde mehr waren.

Leider konnte mir dieses Wunder-Gerät nicht weiterhelfen, ich selbst wollte mich nämlich keiner Behandlung mit energetsiertem Blut unterziehen. Ein Versuch, die Black Metal-CDs in meinem Schrank so zu energetisieren, dass die darauf enthaltene Musik im Radio gespielt und damit für alle tauglich wird, scheiterte und führte nur dazu, dass ich mir mittlerweile meine eigenen Platten nicht mehr anhören kann.

Fazit: Dank dieses Apparates habe ich meinen Kumpel und meine Musik verloren. Vor diesen außergewöhnlichen Nebenwirkungen wurde nirgendwo gewarnt - daher nur 1 Stern. Diese Rezension ist nun meine letzte Hoffnung. Was habe ich falsch gemacht? Kann mir irgendjemand helfen?
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2014 5:38 PM MEST


Valkyrja
Valkyrja
Preis: EUR 21,19

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch Týr? Fast!, 29. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Valkyrja (Audio CD)
Der Ausbruch aus dem Wikinger-Schema ist offenbar ad acta gelegt, wie man allein schon am Cover des 2013er Týr-Longplayers "Valkyrja" erkennen kann. Thematisch ist die Platte ein für die Truppe von den Färöer Inseln typisches Konzeptalbum geworden – entweder man mag diese teilweise doch recht klischeehaften Geschichten oder eben nicht. Ich persönlich finde die Story um den Krieger, der in die Schlacht zieht, um sich seinen Platz unter den Göttern zu sichern zwar nicht weltbewegend, aber definitiv glaubwürdiger umgesetzt als jedes aktuellere Manowar-Epos. Auch den Großteil der Party-Pagan-Fraktion spielen die Insulaner in punkto Authentizität locker an die Wand.

Wichtiger als solche Äußerlichkeiten ist aber so oder so die Musik. Und hier gibt es im Vergleich zu den letzten Alben nur kleinere Änderungen zu beobachten. Einen Unterschied macht natürlich der Neue an der Schießbude aus. Stamm-Drummer Kári Streymoy musste verletzungsbedingt endgültig die Segel streichen, somit bekommt man auf "Valkyrja" neben der bewährten Besetzung Heri Joensen (g/v), Gunnar H. Thomsen (b) und Terji Skibenæs (g) den Session-Schlagzeuger George Kollias (u.a. Nile) zu hören. Also einen der schnellsten Drummer überhaupt - ausgerechnet bei Týr? Tja, es funktioniert, denn Kollias bremst sich großteils ein, was aber immer noch für recht schnelle Songs (im Verhältnis zu älterem Týr-Material) sorgt. In Bezug auf die Song kann festgehalten werden: Nicht jeder Song auf dieser Platte zündet sofort. Das war bei Týr in jüngerer Zeit anders, ist aber keineswegs ein Negativpunkt. Bei mir hat die Platte mindestens fünf oder sechs Durchläufe gebraucht, bevor sie sich mir wirklich erschlossen hat. Das ist wohl den innerhalb der Songs wieder vermehrt eingesetzten Spielereien zu verdanken, die "Valkyrja" ein kleines Stück progressiver machen als die beiden unmittelbaren Vorgänger. Von der Komplexität eines "Land" ist das 2013er Album aber immer noch meilenweit entfernt.

Jetzt aber in medias res: Wenn "Valkyrja" ohne Intro oder ähnlichen Schnickschnack mit dem starken Opener "Blood Of Heroes" beginnt, hat man bis zum Gesangseinsatz das Gefühl, bei Amon Amarth gelandet zu sein. So harsches Riffing hat man von Týr bisher selten gehört. Wobei man bei diesem Song auch konstatieren könnte, dass sich die Insulaner beim Eröffnungsriff etwas zu sehr von "Twilight Of The Thunder God" haben "inspirieren" lassen. Aber sei's drum, dieser klassische Metal-Ansatz steht Týr hervorragend und macht gleich zu Beginn deutlich, dass man sich nicht auf den Lorbeeren der superben Vorgänger ("The Lay Of Thrym" bzw. "By The Light Of The Northern Star") ausruhen möchte. Mit seinem einfachen Refrain ("Set us free – Destiny", naja…) ist "Blood Of Heroes" übrigens der eingängigste Titel auf "Valkyrja", gefolgt von dem ebenfalls vorab bekannten "Another Fallen Brother", dessen Refrain man als Blaupause für einen typischen Týr-Song nehmen könnte. Ebenfalls üblich sind bei den Männern von den "Schafsinseln" in der offenbar wahrhaft zungenbrecherischen Landessprache vorgetragene Hymnen. Diesmal am Start: "Grindavísan" und "Fánar Burtur Brandaljó". Wer bisher nichts mit Songs anfangen konnte, deren Texte er nicht versteht, wird seine Meinung natürlich auch hier nicht ändern. Alle anderen hören in "Grindavísan" am Anfang, am Schluss und im Refrain schönen mehrstimmigen, fast schon sakral anmutenden Gesang und in der Strophe einen ungewohnt aggressiven Heri Joensen. Das ist definitiv hörenswert, auch weil man gerade bei diesem Song regelrecht spürt, wie sich Drummer George Kollias zurückhalten muss. "Fánar Burtur Brandaljó" kann mich hingegen nicht wirklich überzeugen und bleibt trotz lässigem Stakkato-Riffing nicht hängen. Wer verständliche Texte braucht, um glücklich zu sein, muss diese zwei Tracks überspringen.

Ansonsten gibt es auf "Valkyrija" noch drei gutklassige Songs zu hören: "Mare Of My Night" ist ein flotter Track, der trotz seines eher düsteren Themas für gute Laune sorgt. Wobei man den Text eigentlich auch eher augenzwinkernd verstehen kann. Ähnlich angelegt ist auch das unmittelbar darauf folgende "Hel Hath No Fury", dessen Refrain man sogar noch schwerer los wird. Und schließlich kann auch noch der (fast) ganz hinten platzierte Titeltrack überzeugen. Dieses Stück wurde eher episch angelegt, auch wenn die Spielzeit von 7:31 Minuten nicht so lang ist, wie man das von Týr schon gehört hat. Aber allein das "Vaaaalkyrjaaa-aaaa-aaah" im Refrain ist so pathetisch, dass man es nur lieben kann. Insgesamt ein getragenes, sehr ausgewogen arrangiertes Stück.

Interessant sind auch die zwei "Lady"-Tracks. "Lady Of The Slain" ist wohl einer der schnellsten Týr-Tracks überhaupt. Riffing und Drumming erinnern hier stark an (ganz alte) Metallica und passen nicht ganz zum in normaler Geschwindigkeit vorgetragenen Gesang – trotzdem ein cooler Track, wenn auch vollkommen ungewohnt für Týr. Beim anderen "Lady"-Stück kommt die Dame nicht im Titel vor, sondern singt mit Heri Joensen im Duett. Für die Ballade "The Lay Of Our Love" wurde mit Liv Kristine (Leave's Eyes) erstmals eine Gastsängerin engagiert – das ist zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig, fügt sich letztlich aber überraschend gut ins Gesamtkonzept ein. Joensen und Kristine singen hier tatsächlich miteinander und nicht gegeneinander, was dieses Stück vielen, ähnlichen Songs überlegen macht. Passt!

Ausfälle gibt es auf "Valkyrija" in meinen Ohren nicht wirklich. Allerdings haben sich mit "Nation", das hervorragend beginnt, dann aber zusehends verflacht und dem kurzen "Into The Sky" dennoch zwei Füller eingeschlichen – ganz in Ordnung, braucht aber eigentlich kein Mensch.

Achja, zwei Cover-Versionen sind auch diesmal wieder mit an Bord. "Where Eagles Dare" (Iron Maiden) wirkt in dieser Version fast wie ein extra für Týr geschriebener Song. Bei der Gitarrenarbeit merkt man sehr deutlich, dass die Eisernen Jungfrauen generell ein nicht zu unterschätzender Einfluss für die Nordmänner waren und sind. Rundum gelungen, würde ich sagen. Bei "Cemetery Gates" (Pantera) habe ich hingegen ein Problem mit der Stimme von Heri Joensen. Dessen glasklares, immer ein wenig zum "Johlen" neigendes Organ eignet sich für Songs von Týr und – wie beschrieben – offensichtlich auch Iron Maiden. Aber bei einem Pantera-Stück kann der blonde Frauenschwarm einen Phil Anselmo nicht ersetzen. Musikalisch geht das Stück in Ordnung, essentiell ist es jedoch keineswegs.

Fazit: Týr können mit "Valkyrija" ihr hohes Niveau annähernd halten, schaffen es aber dennoch nicht ganz, an die Qualität ihrer beiden vorhergehenden Scheiben anzuknüpfen. Vornehmlich liegt das am Fehlen eines wirklichen Hits, der das 2013er Album nochmal aufgewertet hätte. So reicht es diesmal "nur" für vier Sterne.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2014 3:19 PM CET


Winnetou: Band 1
Winnetou: Band 1
Preis: EUR 0,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Anfang einer berühmten Männer-Freundschaft, 27. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Winnetou: Band 1 (Kindle Edition)
Ich bin mir sicher, dass ich alle Filme um den Häuptling der Apachen mehrfach gesehen habe. Trotzdem hat es sich für mich nie ergeben, auch die Bücher zu lesen - und es wäre wohl auch nicht mehr passiert, wenn es nicht alle Karl May-Ausgaben mittlerweile gratis als eBook geben würde. Und so kommt es, dass ich einige der wohl wichtigsten deutschsprachigen Jugendromane erst jetzt - als Erwachsener - lese.

Die Geschichte um Winnetou, den "Häuptling aller Apachen" und seinen deutschen Blutsbruder "Old Shatterhand", der ohne Probleme als idealisiertes Wunschbild von Karl May selbst identifiziert werden kann, hat bereits Millionen Menschen in ihren Bann gezogen - und so ist es auch mir ergangen. "Winnetou I" ist vor allem eines: ein sehr schnell und flüssig zu lesendes, ausgesprochen spannendes Stück Trivialliteratur. Karl May schüttelt sich hier eine der berühmtesten Geschichten über Freundschaft und den Kampf von Gut gegen Böse allem Anschein nach locker aus dem Ärmel. Die Handlung ist durchgehend spannend - erwähnt werden muss aber auch, dass einige Ortsbeschreibungen verwirrend und einigermaßen langatmig sind. Dieser kleine Schönheitsfehler kann meines Erachtens jedoch vernachlässigt werden. Was natürlich auch kaum überlesen werden kann: Karl May ist eindeutig ein Kind seiner Zeit und bleibt als solches nicht frei von Werturteilen, die man aus heutiger Sicht durchaus als "rassistisch" bezeichnen kann. Für mein Gefühl versucht der Autor aber dennoch, solche Ressentiments abzubauen, indem er seine Helden mehrfach die Gleichheit aller Menschen betonen lässt und sich sehr stark gegen das sich abzeichnende und teilweise bereits vollzogene Unrecht an den amerikanischen Ureinwohnern stellt. Einzig seinen Hang, das Christentum haushoch über alle anderen Religionen zu stellen, empfinde ich wirklich als störend. Dass die Gebräuche und Sitten, die May in diesem Werk beschreibt, teilweise weit von der damaligen Wirklichkeit entfernt sind, ist ebenfalls kein Geheimnis. Wer historische Genauigkeit erwartet, sollte um Karl May jedenfalls einen großen Bogen machen.

Was die Charaktere betrifft, unterscheiden sich Klassiker wie "Winnetou I" grundlegend von neuerer Literatur. Ein Held wie Old Shatterhand hätte in kaum einem modernen Roman Platz - er weist keinerlei Schwächen auf, weder physisch noch psychisch. Er ist damit jedem anderen Charakter, sogar dem Häuptling der Apachen, der ebenfalls so gut wie keine Schwächen kennt, überlegen. Noch naiver wirkt die Darstellung, wenn man sie mit den Nebenfiguren vergleicht. Old Shatterhand ist zwar ein "Greenhorn", meistert aber alle Herausforderungen besser, als jeder erfahrene Westmann. Damit muss man als moderner Leser erst einmal klarkommen... Generell ist in diesem Werk eine strikte Trennung zwischen Gut und Böse gegeben - die "guten" Figuren sind, wenn man von den kleinen Schrullen eines Sam Hawkens absieht, vollkommen makellos. Ihre Gegner sind hingegen kaum charakterisiert, außer ihrer Boshaftigkeit kann man eigentlich keine näheren Beschreibungen erkennen. Damit kann eine Identifikation durch den Leser nur mit den Helden gelingen. Das alles sollte jedenfalls beachtet werden, wenn man zum ersten Mal "Winnetou", aber auch andere Werke von Karl May liest. Ich persönlich fand diese Kategorisierung der Personen nicht als störend - im Gegenteil, eine solche Beschreibung kann sogar als wohltuende Abwechslung zu den heutigen Anti-Helden gesehen werden.

Abschließend noch ein Wort zum Stil: Die eBook-Version wirkt auf mich in Bezug auf die Sprache sehr authentisch. Offenbar handelt es sich dabei nicht um eine modernisierte Fassung. Das ist vermutlich nicht jedermanns Sache, ich persönlich lese diese leicht altertümlich wirkenden Phrasen ausgesprochen gerne. Einen so schönen Stil liest man heute eher selten, wenn ich mich nicht irre.

Fazit: "Winnetou I" ist ein großartiges Buch. Ein "Pageturner" im wahrsten Sinne des Wortes - und das rund 100 Jahre, bevor dieser Begriff überhaupt geprägt wurde. Wenn man über die wenigen Längen in den Ortsbeschreibungen und die zweifellos vorhandenen Ungenauigkeiten in der Schilderung der Indianer-Kultur hinwegsehen kann, bleibt nur die Höchstwertung. Bereut oder gar als Zeitverschwendung angesehen habe ich die Lektüre zu keiner Sekunde.


A Vampyre Story [Download]
A Vampyre Story [Download]
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, mittelmäßige Umsetzung, 24. September 2013
Lange im Kasten verstaubt, jetzt endlich gespielt. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: "A Vampyre Story" hat sehr gute Ansätze und einige tolle Momente, kann insgesamt aber nicht ganz überzeugen und vergeudet letztlich einen Teil seines wahren Potentials.

Fangen wir mit dem Positiven an: Die Atmosphäre des Spieles stimmt - ohne Wenn und Aber. Der grafische Stil ist durchgehend gelungen und stellt das düster-komische Geschehen in Draxsylvanien perfekt dar. Auch die Musik, die sich mit jeder Location ändert, kann überzeugen und wurde sehr passend gewählt. Die Dialoge, die vor Anspielungen auf Musik, Filme und andere Spiele strotzen, sind meiner Ansicht nach - mit wenigen Ausnahmen - ausgesprochen witzig. Sogar die Synchronsprecher bzw. die Übersetzung sind ausnahmsweise einmal gut ausgewählt worden. Und last but not least haben es die Programmierer tatsächlich geschafft, die gute, alte Point & Click-Atmosphäre in die Gegenwart zu übertragen. Sogar Zugeständnisse an die Moderne, Beispielsweise der Hotkey für klickbare Objekte und die Möglichkeit, die Spielfigur beschleunigt durch die Kulissen zu bewegen, wurden gut eingebunden. Auch dass es neben der eigentlichen Spielfigur "Mona" noch einen Begleiter (die Fledermaus "Froderick") gibt, ist eine gute Idee - manche Aufgaben lassen sich nur mit Teamwork lösen.

Optisch, akustisch und atmosphärisch ist "A Vampyre Story" also sehr gut gelungen. Es gibt allerdings einige Probleme, die das Spielvergnügen erheblich mindern. Größtes Ärgernis: Die Rätsel sind teilweise derart unlogisch und an den Haaren herbeigezogen, dass man sich fragt, wie man ohne Komplettlösung vorankommen soll. Vom Schwierigkeitsgrad her, hat wohl "Maniac Mansion" Pate gestanden... Zweiter Punkt ist die Bedienung. Die klassischen Verben ("Gehe zu..." usw.) gibt es natürlich nicht mehr. Das Interface besteht aus vier möglichen Aktionen ("Schauen" - "Sprechen" - "Nehmen" - "Fliegen"), zusätzlich gibt es ein Inventar, in dem Gegenstände automatisch abgelegt werden. Zumindest, wenn die Spielfigur gerade "Lust" dazu hat - wenn nicht, "merkt" sie sich, wo ein wichtiger Gegenstand liegt und holt ihn im Bedarfsfall. Klingt kompliziert? Naja, zumindest ein wenig. Insgesamt sind Interface und Bedienung jedenfalls wenig intuitiv und eher schwerfällig. Vor allem die "Merkfunktion" im Inventar ist ein Ärgernis und sorgt für lästige Unterbrechungen im Spielfluss: Jedes Mal, wenn ein "gemerkter" Gegenstand verwendet wird, "teleportiert" sich die Spielfigur dorthin, wo er liegt und wieder zurück. Das dauert seine Zeit und ist meiner Ansicht nach vollkommen überflüssig. Ein möglicher Sinn dieser Vorgehensweise könnte sein, dass die Programmierer die Spielzeit ein wenig strecken mussten - das ist nämlich ein weiterer Kritikpunkt. "A Vampyre Story" ist im Endeffekt sehr kurz, eigentlich zu kurz für ein Vollpreis-Spiel. Mittlerweile ist das Produkt ja sehr günstig zu haben, deshalb kann man den Punkt heute eigentlich vernachlässigen - zum Erscheinungszeitpunkt wäre das ein klarer Grund für eine Abwertung gegeben.

Als letzten Punkt möchte ich die Story ansprechen. Großen Tiefgang habe ich mir an dieser Stelle ohnehin nicht erwartet - aber was "A Vampyre Story" letztlich bietet ist nicht mehr, als ein Ansatz für eine gute Geschichte. Das Spiel besteht eigentlich nur aus einer einzigen Aufgabe - aus dem Schloss und letztlich aus dem Land zu entkommen. Das alles funktioniert sehr linear - alternative Lösungswege oder Möglichkeiten, Aufgaben in einer anderen Reihenfolge zu lösen, gibt es nicht. Diese Geradlinigkeit und die eindimensionale Hintergrundgeschichte lassen den Wiederspielwert gegen Null tendieren. Auch das ist schade - einige Verstrickungen in der Story hätten dem Spiel sicher gut getan.

Letztlich ist "A Vampyre Story" ein netter Zeitvertreib für frustresistente Abenteuer, die sich gerne an unlogischen Rätseln die Zähne ausbeißen. Nicht mehr und nicht weniger. Da retten auch die witzigen Einfälle, die nahezu am laufenden Band zu bemerken sind, nicht viel. Schade, es hätte mehr draus werden können/müssen. So reicht es nur für magere drei Sterne.


A Vampyre Story
A Vampyre Story

3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, mittelmäßige Umsetzung, 24. September 2013
Rezension bezieht sich auf: A Vampyre Story (Computerspiel)
Lange im Kasten verstaubt, jetzt endlich gespielt. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: "A Vampyre Story" hat sehr gute Ansätze und einige tolle Momente, kann insgesamt aber nicht ganz überzeugen und vergeudet letztlich einen Teil seines wahren Potentials.

Fangen wir mit dem Positiven an: Die Atmosphäre des Spieles stimmt - ohne Wenn und Aber. Der grafische Stil ist durchgehend gelungen und stellt das düster-komische Geschehen in Draxsylvanien perfekt dar. Auch die Musik, die sich mit jeder Location ändert, kann überzeugen und wurde sehr passend gewählt. Die Dialoge, die vor Anspielungen auf Musik, Filme und andere Spiele strotzen, sind meiner Ansicht nach - mit wenigen Ausnahmen - ausgesprochen witzig. Sogar die Synchronsprecher bzw. die Übersetzung sind ausnahmsweise einmal gut ausgewählt worden. Und last but not least haben es die Programmierer tatsächlich geschafft, die gute, alte Point & Click-Atmosphäre in die Gegenwart zu übertragen. Sogar Zugeständnisse an die Moderne, Beispielsweise der Hotkey für klickbare Objekte und die Möglichkeit, die Spielfigur beschleunigt durch die Kulissen zu bewegen, wurden gut eingebunden. Auch dass es neben der eigentlichen Spielfigur "Mona" noch einen Begleiter (die Fledermaus "Froderick") gibt, ist eine gute Idee - manche Aufgaben lassen sich nur mit Teamwork lösen.

Optisch, akustisch und atmosphärisch ist "A Vampyre Story" also sehr gut gelungen. Es gibt allerdings einige Probleme, die das Spielvergnügen erheblich mindern. Größtes Ärgernis: Die Rätsel sind teilweise derart unlogisch und an den Haaren herbeigezogen, dass man sich fragt, wie man ohne Komplettlösung vorankommen soll. Vom Schwierigkeitsgrad her, hat wohl "Maniac Mansion" Pate gestanden... Zweiter Punkt ist die Bedienung. Die klassischen Verben ("Gehe zu..." usw.) gibt es natürlich nicht mehr. Das Interface besteht aus vier möglichen Aktionen ("Schauen" - "Sprechen" - "Nehmen" - "Fliegen"), zusätzlich gibt es ein Inventar, in dem Gegenstände automatisch abgelegt werden. Zumindest, wenn die Spielfigur gerade "Lust" dazu hat - wenn nicht, "merkt" sie sich, wo ein wichtiger Gegenstand liegt und holt ihn im Bedarfsfall. Klingt kompliziert? Naja, zumindest ein wenig. Insgesamt sind Interface und Bedienung jedenfalls wenig intuitiv und eher schwerfällig. Vor allem die "Merkfunktion" im Inventar ist ein Ärgernis und sorgt für lästige Unterbrechungen im Spielfluss: Jedes Mal, wenn ein "gemerkter" Gegenstand verwendet wird, "teleportiert" sich die Spielfigur dorthin, wo er liegt und wieder zurück. Das dauert seine Zeit und ist meiner Ansicht nach vollkommen überflüssig. Ein möglicher Sinn dieser Vorgehensweise könnte sein, dass die Programmierer die Spielzeit ein wenig strecken mussten - das ist nämlich ein weiterer Kritikpunkt. "A Vampyre Story" ist im Endeffekt sehr kurz, eigentlich zu kurz für ein Vollpreis-Spiel. Mittlerweile ist das Produkt ja sehr günstig zu haben, deshalb kann man den Punkt heute eigentlich vernachlässigen - zum Erscheinungszeitpunkt wäre das ein klarer Grund für eine Abwertung gegeben.

Als letzten Punkt möchte ich die Story ansprechen. Großen Tiefgang habe ich mir an dieser Stelle ohnehin nicht erwartet - aber was "A Vampyre Story" letztlich bietet ist nicht mehr, als ein Ansatz für eine gute Geschichte. Das Spiel besteht eigentlich nur aus einer einzigen Aufgabe - aus dem Schloss und letztlich aus dem Land zu entkommen. Das alles funktioniert sehr linear - alternative Lösungswege oder Möglichkeiten, Aufgaben in einer anderen Reihenfolge zu lösen, gibt es nicht. Diese Geradlinigkeit und die eindimensionale Hintergrundgeschichte lassen den Wiederspielwert gegen Null tendieren. Auch das ist schade - einige Verstrickungen in der Story hätten dem Spiel sicher gut getan.

Letztlich ist "A Vampyre Story" ein netter Zeitvertreib für frustresistente Abenteuer, die sich gerne an unlogischen Rätseln die Zähne ausbeißen. Nicht mehr und nicht weniger. Da retten auch die witzigen Einfälle, die nahezu am laufenden Band zu bemerken sind, nicht viel. Schade, es hätte mehr draus werden können/müssen. So reicht es nur für magere drei Sterne, beim Spielspaß muss aufgrund der schwerfälligen Bedienung sogar noch einer abgezogen werden.


Satyricon
Satyricon
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 12,65

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders, ganz anders als erwartet, 6. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Satyricon (Audio CD)
Bereits bei den ersten Klängen des Intros von Satyricons selbstbetitelter 2013er Platte, "Voice Of Shadows", spürt man förmlich, wie selbsternannte Szene-Polizisten beginnen, ihre Messer zu wetzen. Denn was hier nach den ersten Drumkicks zu hören ist, klingt alles andere als norwegisch bzw. "trve". Eine bedächtige, dennoch mächtige Gitarrenmelodie, die eher an den Orient denken lässt. Man glaubt kaum, dass man hier wirklich eine Platte von Satyricon aufgelegt hat. Ist aber so, wie spätestens beim ersten Gesangseinsatz von "Trog Og Kraft" zu hören ist. Hier strapaziert eindeutig Meister Satyr seine Stimmbänder, darüber kann auch die Melodie nicht hinweg täuschen, die das Intro geschickt wieder aufnimmt. Dadurch wird eine dichte, sehr düstere Atmosphäre geschaffen, die man so von Satyricon schon länger nicht mehr gehört hat. Noch dazu ist das Stück ausgesprochen abwechslungsreich, gegen Ende gibt es sogar ein kurzes akustisches Zwischenspiel zu hören. Insgesamt ein ausgesprochen starker Einstieg in dieses Album, der jeden Hörer, der kein neues "Nemesis Divina" erwartet, regelrecht gefangen nimmt. Ein Gefühl, das – zumindest bei mir – über die gesamte Spielzeit aufrecht bleibt. Wobei nicht verhehlt werden soll, dass man gelegentlich überrascht aufhorcht, doch dazu weiter unten.

Diese …ähem… "gute" Gefühl bleibt auch beim für die neuere Satyricon-Ausrichtung typischen "Our World, It Rumbles Tonight". Ein schneller Track im Stile von "Now, Diabolical" – speziell das MG-Riffing muss man gehört haben, aber auch die Leadgitarre weiß zu überzeugen. Dazu gibt es den üblichen Knurr-Keif-Gesang von Satyr, an dem ich persönlich nichts auszusetzen finde. In eine ähnliche Kerbe haut auch das eine Spur düsterere "Nocturnal Flare", das vor allem im Gitarrenbereich mit vielen Details aufwartet, die man beim ersten Hören schwer erfasst, die letztlich aber verantwortlich für die außergewöhnlich unheilvolle, drückende Atmosphäre sind. Einziger Wermutstropfen: Dieser Song hätte ruhig eine Minute kürzer sein können… So richtig Gas geben Satyricon bei "Walker Upon The Wind" – durchaus überraschend, mit so einem wütenden Ausbruch inklusive Doublebass-Gewitter und flirrenden Gitarren hätte man bei den Veteranen kaum noch gerechnet. Gefällt! Ihrer eigenen Vergangenheit besinnen sich Satyricon auf diesem Album speziell auch im dafür perfekt betitelten "Ageless Northern Spirit". Ein handelsüblicher Black Metal-Song, der sich anfühlt, als wäre er speziell für die kalte Heimat der Band geschrieben worden. Gar nicht übel, auch wenn man ähnliches von dieser Band schon besser gehört hat.

Die genannten Songs sind großteils gut und können – zumindest zum Teil – durchaus im Satyricon-Kontext eingeordnet werden. Anders sieht es mit dem Rest des Materials aus. "Nekrohaven" ist das kürzeste Stück auf "Satyricon". Ein eher brachialer Track, manche könnten sich am teilweise elektronisch verzerrten Gesang von Satyr stören. Sind vermutlich die gleichen, die sich auf der anderen Seite mehr Abwechslung wünschen… Interessanter als das Gekrächze ist aber ohnehin die Musik, die hier einen sehr starken Black n' Roll-Einschlag aufweist. Orientiert sich stark in Richtung Kvelertak, was auf einer Satyricon-Scheibe natürlich gewöhnungsbedürftig klingt. Ich persönlich sehe es als rumplige Hommage und finde den Song gut.

Im Gegensatz dazu ist "The Infinity Of Time And Space" mit 7:48 Minuten der längste Song auf "Satyricon" und eine noch größere Überraschung. Wenn hier plötzlich Sprechgesang auf dem Programm steht und das Ganze nach dem auch anno 2013 immer noch sehr beliebten "Okkult-Rock" klingt, ist man zunächst ausgesprochen verdutzt. Interessant ist allerdings, dass Satyricon mit diesem staubtrockenen Stück einige der Bands dieses Genres hinter sich lassen. "The Infinity Of Time And Space" ist tatsächlich ein Song, wie geschaffen für große Lautstärke und das Hören auf Vinyl. Majestätisch und gleichzeitig lässig rockend – man glaubt kaum, dass hier Satyr und Frost am Werk sind, wenn der Gesang und die eingestreuten Black Metal-Parts nicht wären, würde ich spontan an Acts wie Graveyard denken. "Natt" ist schließlich der passende, düster-unheimliche Ausklang von "Satyricon". Geisterhaftes Geflüster und eine hypnotische Melodie lassen ein intensives Album ausklingen und hinterlassen in diesem Fall ein Gefühl, wie bei einem Filmabspann. Und das passt ja eigentlich auch ganz gut zu der Achterbahnfahrt, die "Satyricon" als Album im Endeffekt ist.

Bleibt noch "Phoenix" zu erwähnen – der Song, an dem sich die Geister am meisten scheiden werden. Nein, das ist kein Black Metal – auch wenn das Stück durchaus so beginnt. Hmm… eine gewisse Ähnlichkeit zu "The Infinity Of Time And Space" ist hier auszumachen, wird durch den Gastgesang von Sivert Høyem (Madrugada) allerdings auf die Spitze getrieben. Das hat schon fast etwas von – keine Ahnung. Ghost? Muse? The Doors? Ich kann es nicht genau einordnen. Es ist jedenfalls ein Stück, wie es auf einer Satyricon-Scheibe noch nie vorgekommen ist. Und: Es ist ein verdammter Hit, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Der einzige wirkliche Hit auf dieser insgesamt sehr düsteren und wenig eingängigen Scheibe. Was man damit anfangen soll, muss jeder für sich entscheiden. Mir persönlich gefällt es ausgezeichnet – wäre aber wohl am Ende der Scheibe besser aufgehoben gewesen. Aber solche Konventionen und Überlegungen, wie man es allen recht machen kann, waren ja noch nie etwas für Satyricon, die sich schon vor langer Zeit davon befreit haben, es der "trve"-Fraktion (deren Gesichter ich beim Hören von "Phoenix" übrigens für mein Leben gern sehen würde…) recht machen zu wollen.

Fazit: Mit dieser Scheibe haben Satyricon mit Sicherheit nicht die beste Platte ihrer bisherigen Karriere geschaffen. Aber eine derartige Steigerung gegenüber dem noch auf dem mittelprächtigen "The Age Of Nero" zelebrierten, mittlerweile ausgereizten Stil hätte ich nicht erwartet. "Satyricon" ist meiner Ansicht nach eines der düstersten und gleichzeitig abwechslungsreichsten und mutigsten Alben der Norweger. Unerwartet? Ja! Unerwartet gut? Ebenfalls: Ja! "Phoenix" hin, Black Metal her. Mir gefällt es sogar so gut, dass ich die Höchstwertung springen lasse.


Hail to the King (Deluxe Version)
Hail to the King (Deluxe Version)
Wird angeboten von Global_Deals
Preis: EUR 26,26

27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kleiner als die Summe seiner Teile, 6. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Hail to the King (Deluxe Version) (Audio CD)
Avenged Sevenfold haben auch auf ihrem 2013er Album "Hail To The King" alles im Gepäck, um ein absolutes Top-Album abzuliefern: Einen der besten und wandlungsfähigsten Sänger, super Gitarristen, die sowohl im Lead- als auch im Riff-Bereich überzeugen können, eine tolle Rhythmussektion inklusive neuem Drummer und - nicht zuletzt - eine starke, transparente und ausgewogene Produktion. Auch die musikalischen Zutaten setzen sich wieder aus nahezu allen Teilen der bunten Metal- und Rockwelt zusammen, was eine stilistische Einordnung schwierig macht, aber auch ein ganz großes Alleinstellungsmerkmal ist. Noch dazu wirkt "Hail To The King" als Ganzes homogener und in sich geschlossener als Teile der Vorgänger-Alben, bei denen man oft nicht recht wusste, wohin die Band eigentlich will.

Gerade der letzte Punkt führt jedoch auch gleich zum großen "ABER", das nach so einer Einleitung fast schon zwangsläufig folgen muss... Also: Das Album wirkt zwar sehr homogen, dadurch leider ABER auch recht gleichförmig. Früher regierte im Hause A7X wesentlich mehr Abwechslung, auf "Hail To The King" herrscht großteils Midtempo vor. Richtige Ausbrüche gibt es (zu) selten. Im Prinzip wäre das kein großes Problem, wenn denn das Songwriting überzeugend wäre. Und genau hier liegt der Hund begraben: Die Stücke wirken unspektakulär, krallen sich selten im Gehörgang fest und scheinen teilweise regelrecht unmotiviert vorgetragen. So rauscht "Hail To The King" am Hörer vorbei, ohne den Eindruck zu hinterlassen, den man von Avenged Sevenfold bisher eigentlich gewohnt war. Das Gefühl, etwas Frisches, Neuartiges und Packendes zu hören, stellt sich auf Album Nummer sechs einfach nicht mehr ein. "Hail To The King" ist damit insbesondere seinen drei direkten Vorgängern deutlich unterlegen.

Das heißt natürlich nicht, dass A7X schlechte Musik veröffentlicht haben. Fakt ist aus meiner Sicht jedoch, dass Stücke wie das als Opener denkbar schlecht platzierte "Shepherd Of Fire" einfach nicht hängen bleiben. Auch nach x-Durchgängen weiß man im Nachhinein nicht so recht, wie dieser Song eigentlich klingt - es fehlt einfach ein zwingender Refrain, der der groovenden Midtempo-Chose etwas mehr Schwung verliehen hätte. Wie man sowas als Eröffnung eines Albums verwenden kann ist mir persönlich schleierhaft. Ähnliches gilt meiner Ansicht nach auch für die Guns n' Roses-Verbeugung "Doing Time". Gut gesungen und gespielt, aber vom Songwriting her den Highlights der Gunners weit unterlegen und für Avenged Sevenfold auch nicht zwingend genug. Neben diesen beiden Ausfällen kann mich das von anderen Rezensenten gelobte "Planets" nicht ganz überzeugen. Meiner Ansicht nach regiert bei diesem Song, der von Story und Effekten her an die alt-erwührdigen Bal-Sagoth erinnert, nicht die Dramaturgie, sondern bestenfalls Durchschnitt, was auch am eher eintönigen Gesang liegt.

Diesen schwachen bzw. durchschnittlichen Stücken stehen aber auch ein paar sehr gute Songs gegenüber. Der Titeltrack hat beispielsweise einen Refrain mit Ohrwurm-Charakter und bereits für die Live-Performance zurecht gelegte "Hail! Hail!"-Shouts. Genauso muss man ein gutes Lied anlegen, wenn man vorwiegend im Midtempo bleiben möchte. Man höre nur das Riffing während des Solos - wer da nicht mitnickt ist wohl nicht mehr zu retten. Sogar noch ein Stückchen besser: "This Means War". Ob das nur daran liegt, dass man sich hier ganz schön dreist vom Metallica-Gassenhauer "Sad But True" hat ...ähem... "inspirieren" lassen? Wie dem auch sei, der Song geht bestens rein und bleibt auch hängen - bis hin zum Kirk Hammett-Gedächtnissolo ein wirklich guter Track. A pro pos "Inspiration": Beim besten Song der Platte, "Coming Home", hört man von der ersten Sekunde an, dass hier Iron Maiden Pate standen. Und zwar nicht der gleichnamige Song vom schwachen "The Final Frontier"-Album, sondern eher die "Seventh Son Of A Seventh Son"-Phase der Eisernen Jungfrauen. Diesen mysteriösen Touch haben Avenged Sevenfold tatsächlich super hinbekommen - Daumen hoch! Mehr noch, man fragt sich sogar, wie Iron Maiden mit einer solchen Produktion wohl klingen könnten... Schließlich gilt es noch, "Heretic" positiv zu erwähnen - den neben Teilen von "Planets" schnellsten Song auf diesem Album, der am ehesten dem entsprechen dürfte, was sich ältere Fans von der Band erwarten. Ein gutes, abwechslungsreiches Stück, das alle Zutaten, die A7X ausmachen in sich vereint.

Und was gibt es sonst noch? Mit "Crimson Day" die übliche Power-Ballade, die ich in diesem Fall eher als durchschnittlich einordnen würde. Davor mit "Requiem" einen Song, bei dem man anfangs denkt, in einer Mischung aus Powerwolf, Metallica und Pantera gelandet zu sein - ein tonnenschwerer Groover, bei dem mir persönlich aber ein wirklicher Höhepunkt fehlt, wodurch das Stück künstlich in die Länge gezogen wirkt. Und schließlich gibt es mit "Acid Rain" ganz zum Schluss eine weitere Ballade, die recht stark ist und "Crimson Day" locker hinter sich lässt. Im Endeffekt ein guter Abschluss für das Album, auch wenn man einen gewissen Pop-Faktor nicht völlig ignorieren kann.

So weit so gut - bleibt die Frage, wie man das Gehörte einordnen soll. Mir persönlich fehlt auf "Hail To The King" trotz einiger sehr starker Songs einfach der letzte Kick. Über die ganze Platte hinweg bringen die Stücke aus meiner Sicht einfach nicht genug Schwung mit, um als Gesamtwerk überzeugen zu können. Ob das mit dem tragischen Tod von Drummer James Owen "The Rev" Sullivan Ende 2009 zusammenhängt, kann und will ich nicht beurteilen. Ich kann nur beurteilen ob mir "Hail To The King" gefällt oder nicht - und hier muss ich sagen: Mehr als die Durchschnittswertung ist leider nicht drin - doppelt schade, wenn man die eingangs von mir erwähnten "Einzelteile" und die handvoll guter Songs bedenkt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 5, 2014 10:30 PM CET


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