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Beiträge von Heino Walter
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Rezensionen verfasst von
Heino Walter
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Salter 9108 WH3R Körperanalysewaage, weiß
Salter 9108 WH3R Körperanalysewaage, weiß
Preis: EUR 45,68

5.0 von 5 Sternen Übersichtlich gestaltete Analysewaage, 13. April 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Mit der Salter 9108 WH3R Analysewaage kann Gewicht, Körperfettanteil, Körperwasser, Muskelmasse und BMI gemessen werden. Das duale Display kombiniert eine präzise Digitalanzeige mit einer graphischen Anzeige. Das LCD-Display hat eine Größe von 12,5cm. Die Körperanalysewaage schaltet sich bei Berührung der Waage automatisch ein. Drei x AAA Batterien sind im Lieferumfang enthalten. Maße der Waage: 32 x 33 x 5cm.

Um alle Funktionen nutzen zu können, muss man barfuss auf die Waage steigen. Vier Personen können mit ihren Eingangsdaten (Größe, Alter, Mann oder Frau, normal oder athletisch) voreingestellt werden. Hat man seine Identifikationsnummer ausgewählt, dann wartet man ab, bis diese nicht mehr in der Anzeige blinkt. Danach betritt man die Waage und es werden nacheinander die Werte für Gewicht, BMI, Körperfettanteil, Wasseranteil und Muskelmasse angezeigt. Zu der Einschätzung der Werte gibt es kleine Erläuterungen in der Gebrauchsanweisung.

Fazit: Die Waage ist funktionell und ergonomisch aufgebaut. D.h. sie ist auch leicht und übersichtlich zu bedienen. Sie ist relativ leicht und bietet gute Analyse, um z.B. bei einer Diät oder bei sportlicher Betätigung die Fortschritte überprüfen zu können. Bisher funktioniert die Waage bei Dauergebrauch einwandfrei.


Philips PR3093/00 Wireless TENS, kabelloses TENS-Gerät zur Schmerztherapie
Philips PR3093/00 Wireless TENS, kabelloses TENS-Gerät zur Schmerztherapie
Preis: EUR 163,15

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirkungsvolles Stromimpuls-basiertes Gerät zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen, 8. Februar 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Das Philips PR3093/00 Wireless TENS -Gerät zur Schmerztherapie wurde für Personen entwickelt, die leichte bis mittlere chronische Schmerzen des Bewegungsapparates, also von Muskeln und Gelenken, haben. Diese sollen durch den Einsatz von elektrischen Stimulierungen gemindert werden. Der Begriff TENS steht dabei für transkutane elektrische Nervenstimulation.

Die Funktionsweise ist diese: Mit Hilfe von 2 miteinander verbundenen TENS-Komponenten, die über die Steckdose aufgeladen werden, werden elektrischen Impulse übermittelt. Die TENS-Komponenten werden magnetisch über zwei klebende Elektroden an den betroffenen Körperteilen fixiert. Über eine Steuereinheit (Fernbedienung) kann dann eine Behandlungsart gewählt und übertragen werden. Es gibt 8 verschiedene Programme, die zu 3 verschiedenen Impulsarten zugeordnet werden können. Die Impulsarten untergliedern sich in:
1. Konventioneller TENS Impuls: Hierbei wird die Übertragung von Schmerzsignalen im Nervensystem unterbunden.
2. Burst TENS Impuls: Hierbei wird die Ausschüttung von körpereigenen Endorphinen angeregt, die zu einer Schmerzlinderung führen sollen.
3. Frequenz-modulierter TENS Impuls: Hier werden zur Stimulation die Impulse zwischen hoch und niedrig gewechselt.

Dadurch, dass die Übertragung der Impulse kabellos erfolgt, ist man mobil und kann die Elektroden und TENS-Komponenten - wenn es nötig ist - den ganzen Tag am Körper behalten. Die Behandlung kann über 8 Stunden durchgeführt werden, so lange sollen die Akkus der TENS-Komponenten am Stück halten. Habe ich aber nicht ausprobiert. Ein integrierter Aktivitätsmonitor misst zusätzlich die Körperaktivität und zeichnet sie auf.

Soweit zur Theorie. Als Anwender bekommt man ordentlich was zu lesen. Auf 60 Seiten wird (in Deutsch) die Funktionsweise des Gerätes erklärt. Die Erklärungen sind aber mit etwas Konzentration gut nachzuvollziehen. Bei mir haben auch alle beschriebenen Schritte funktioniert und so konnte ich das Gerät nach der relativ kurzen Ladezeit der TENS-Komponenten benutzen. Die Intensität der elektrischen Impulse kann man von kaum bis zu heftig spürbar stufig regeln. Dabei kann man jede Behandlungsmethode so einstellen, wie man sie individuell für sinnvoll ansieht.

Bei mir war die Behandlung wirksam. Verspannungen im Nacken wurden genauso gelindert wie Kniebeschwerden. Aus meiner Sicht stellt die Behandlung eine gute Alternative zu Schmerzgels oder Massagen dar. Der Erfolg ist natürlich individuell unterschiedlich, je nach Krankheit und Verlauf. Aber was auch noch wichtig ist: Ein mehr an Intensität, sprich Impulsstärke, ist nicht unbedingt ein mehr an Schmerzfreiheit. Auch für diese Behandlungsmethode braucht man ein wenig Geduld und man sollte die Anwendung nicht übertreiben, sowie die Anwendungs- und Warnhinweise in der Beschreibung beachten. Das ist ja schließlich kein Spielzeug.

Fazit: Für meine Zipperlein ist das Gerät perfekt. Die Anwendung ist – wenn man sich einmal durch die Beschreibung gearbeitet hat – gut nachvollziehbar. Man kann das Gerät mobil einsetzen und braucht kaum Nebenwirkungen zu befürchten, es sei denn, man reagiert empfindlich auf Stromimpulse. Nachteil: Man bekommt nur 4 stark haftende Elektroden mitgeliefert (an diesen befestigt man die TENS-Komponenten). Diese kann man ca. nur 30 bis 40 mal benutzen, dann muss man sie ersetzen, weil sie nicht mehr kleben. Der Nachkauf von 2 neuen Elektroden kosten ca. um die 20 Euro, das ist relativ teuer.


I Believe To My Soul
I Believe To My Soul
Preis: EUR 17,68

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reaktivierte Soul-Größen werden von Joe Henry zu Höchstform animiert, 2. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: I Believe To My Soul (Audio CD)
Der großartige Musiker und Produzent Joe Henry hat diese Compilation organisiert und für die Durchführung gesorgt. Dazu hat er anerkannte Größen des Soul und R&B ins Studio gerufen und die Damen und Herren so aus der Reserve gelockt, dass sie Höchstleistungen abgerufen haben.

Die alten Helden sind Mavis Staples (von den Staples Singers), Tastenmann Billy Preston, die Deep-Southern Soul Sängerinnen Ann Peebles und Irma Thomas sowie New Orleans-Legende Allen Toussaint.

Das Ergebnis ist Old-School-Soul der Güteklasse A. So gefühlvoll wie es nur geht, werden die Songs umgesetzt. Hier hört man wahre Könner, die wissen was sie tun. Grandios.


Calibre FUMI035T2 Ultra Go mini tragbarer Aluminium Akku (3500mAh) grau
Calibre FUMI035T2 Ultra Go mini tragbarer Aluminium Akku (3500mAh) grau
Preis: EUR 47,70

4.0 von 5 Sternen Schön gestalteter externer Akku, 25. Januar 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Der Calibre FUMI035T2 Ultra Go Aluminium Akku fällt sofort durch seine Formschönheit und edle Verarbeitung mit Aluminiumlegierung auf. Es gibt keine Kanten oder scharfen Stellen, an denen man sich verletzen könnte. Für sein Design soll er auch schon Preise (z.B. red dot Design Award 2013) eingeheimst haben.

Im Test hat der Akku pro Stunde 10% Ladung auf mein LG-Handy übertragen. Die Neuladung des Akkus betrug nach vollständiger Entleerung 7 Stunden über USB-Kabel am Computer. Die Ladungskapazität wird mit 3500 mAh angegeben. Ein Netzkabel zum Laden wird übrigens nicht mitgeliefert.

Fazit: Der Akku ist ein nützliches, schönes Utensil, das einen sehr wertigen, stabilen Eindruck macht und das bisher seinen Dienst ohne Probleme leistet. Im Preis-Leistungs-Vergleich gibt es sicher auch andere Alternativen, wobei die Verarbeitung hier voll und ganz überzeugt.


Das Insel-Alben-Buch: 100 Highlights der Pop-Musik-Kultur 1961-2002
Das Insel-Alben-Buch: 100 Highlights der Pop-Musik-Kultur 1961-2002
von Günter Ramsauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser geht`s nicht: Ein Buch mit Musik-Tipps für die einsame Insel!!!, 19. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
In dem Buch werden 100 persönliche Lieblingsmusiken des Autors, die zwischen 1961 und 2002 erschienen sind, beschrieben und dem geneigten Leser näher gebracht. Das Buch hat 127 Text-Seiten, aufgeteilt in 6 Kapitel. Soweit die Fakten, soweit das Konzept des Werkes.

Was sich jetzt unspektakulär liest, ist im Detail aber eine Liebeserklärung an die Musik. Eine persönliche Rückschau eines ausgewiesenen Experten und eine spannende Anregung für alle, die an anspruchsvoller Pop-Musik im weitesten Sinne interessiert sind. Sie werden charmant mitgenommen, sich mit den wohlüberlegt ausgewählten Tipps auseinander zu setzen. Natürlich ist die Auswahl subjektiv und natürlich ist sie nur gültig für den Zeitpunkt, an dem sie zusammengestellt wurde. Am nächsten Tag können sich die Perspektiven durch dazulernen oder eine andere Stimmung schon wieder verschieben. Aber das Buch macht nun genau das, was solch eine Auflistung tun sollten: Es regt zum nachhören, entdecken und auseinandersetzen an.

Die Idee, solche Listen zu erstellen, ist nicht neu, aber die Durchführung ist einzigartig. Günter Ramsauer schafft es nämlich, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Ohne schulmeisterlich zu sein, gibt er Einblicke in seinen Musikkosmos, formuliert anregend und sympathisch und weist sich als absoluter Kenner der Materie aus. Da er eine lange musikjournalistische Erfahrung hat, fällt es ihm leicht, seine Auswahl in einen Gesamtkontext zu bringen. Er wählt „übliche Verdächtige“, wie Bob Dylan, Neil Young, die Rolling Stones oder Van Morrison aus, weiß aber auch mit Außenseitern wie Mickey Newbury, Hederos & Hellberg oder Tift Merritt zu überraschen.

Selbst wenn man selbst manchmal ein anderes Werk eines Künstlers mit auf die einsame Insel genommen hätte, wird spätestens nach der Lektüre klar, warum auch die Auswahl des Autors Sinn macht. Das besondere dieser Auswahl und der Beschreibung ist: Bei aller spürbaren Leidenschaft bleibt die kritische Distanz nicht auf der Strecke. Denn wer z.B. trotz Bob Dylan-Verehrung dessen Mundharmonika-Spiel als manchmal nervenstrapazierend bezeichnet, der ist meiner Meinung nach wirklich ein Wissender und belegt damit, dass er ein außerordentlich kompetenter Kritiker mit viel Gespür für das richtige Detail hat. Hut ab!

Ich habe schon viele Musik-Bücher gelesen, aber dieses sticht durch eine unglaubliche Kompetenz, eine warmherzig-lockere Formulierung und den Sinn für das Besondere und Beständige hervor. Ich nehme es oft wieder zur Hand, um meine Meinung mit der des Autors zu vergleichen oder Tipps zu erhalten, wie ich meine Sammlung noch aufwerten kann.

Demnächst gibt es endlich ein neues Buch von Günter Ramsauer: Songs To Remember, Geschichten aus der Zwischenwelt im Delta der Fußnoten, Vol. 1. Da darf man sehr gespannt sein!


Fellowship
Fellowship
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Lizz Wright`s Gospel-Album, 19. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fellowship (Audio CD)
Formal wird sie dem Jazz zugeordnet. Diese Einordnung widerspricht aber ihrer Flexibilität. LIZZ WRIGHT, geboren am 22. Januar 1980 in Hahira im Bundesstaat Georgia, im Süden der USA, ist eine Grenzgängerin zwischen den Stilen Jazz, Gospel, Rhythm & Blues, Pop, Country, Folk, Gospel und Soul. Auch die Wahl ihrer Cover-Versionen zeigt, dass sie keine Berührungsängste kennt. Sie wagt sich dabei in Bereiche vor, die von anderen Kolleginnen weitgehend gemieden werden. LIZZ WRIGHT wurde die Wirkung, die Musik auf Körper und Seele haben kann, schon von klein auf bewusst. Ihr Vater war Prediger und sie sang schon als Kind in seinem Kirchenchor und erhielt Klavierunterricht. Musik muss berühren, es muss ein Funke überspringen, der Hörer und Künstler verbindet. Darauf legt sie bei der Auswahl von Fremdmaterial und beim Komponieren ihrer Songs großen Wert. LIZZ WRIGHT wirkt sehr überlegt bei ihrem Vorgehen und tief verbunden mit dem, was sie tut. Sie lässt sich ausreichend Zeit, neue Aufnahmen fertig zu stellen und unterlegt sich keinem Diktat, zu einem bestimmten Turnus neues Material präsentieren zu müssen. Dazu passt auch, dass sie ausgleichende Interessen neben der Musik wahrnimmt. Sie ist passionierte ausgebildete Köchin und verbringt viel Zeit damit, ihren Garten zu gestalten.

FELLOWSHIP ist im Kern ein Gospelalbum. Die Inbrunst und Strenge dieses Stils steckt hier in allen Interpretationen. Diese musikalische Reise führt Lizz sowohl an ihre afrikanischen Wurzeln wie auch an zeitgenössisches Material von JIMI HENDRIX und ERIC CLAPTON bzw. BLIND FAITH. Es ist auch ein Album geworden, das von eigenständigen Frauen mit offenen musikalischen Horizonten geprägt und unterstützt wird. Dazu gehören die unangepasste Neo-R&B-Künstlerin ME`SHELL NDEGEOCELLO, die angesagte Indie-Folk-Chanteuse JOAN „As Policewoman“ WASSER und die afrikanische Soul-Folk-Ikone ANGELIQUE KIDJO. Um Toleranz im Umgang mit Religion geht es im einleitenden Song FELLOWSHIP, geschrieben von BOB MARLEY und mit neuem Text von ME`SHELL NDEGEOCELLO versehen. Das Arrangement umfasst nur eine Bass-Trommel, etwas Keyboards und Bass, im Hintergrund eine belebende E-Gitarre und Background-Gesang. Die Ausführung ist luftig und zwingend zugleich. (I`ve GOT TO USE MY) IMAGINATION war 1973 ein flotter Philli-Sound-Soul-Hit für GLADYS KNIGHT AND THE PIPS. Hier wird daraus eine freudig hüpfende Southern-Soul-Fassung mit fauchender Orgel, pulsierendem Bass und aufgeregt klappernder Percussion. I REMEMBER, I BELIEVE sowie GOD SPECIALIZES transportieren die Stimmung eines andächtigen Gottesdienstes.

Ein GOSPEL-MEDLEY und SWEEPING THROUGH THE CITY sorgen zusätzlich für verzückte Südstaaten-Kirchen-Atmosphäre. Am Ende des Albums steht dann noch ein inniges AMAZING GRACE, das den Gospel-Reigen feierlich abschließt. Mit ALL THE SEEDS und OYA schlägt Lizz mit der Unterstützung durch ANGELIQUE KIDJO den Bogen nach Afrika. Afro-Folk-Gospel-Soul könnte man diese Verbindung überschreiben. Die erwähnten Cover-Versionen werden nahtlos und unauffällig ins Gesamtkonzept eingebunden. PRESENCE OF THE LORD von BLIND FAITH ist nur am Text wiederzuerkennen und wird zur balladesken Soul-Pop-Nummer. Die Hendrix-Vorlage IN FROM THE STORM wird vollkommen von allem Drängenden, Nervösen und Aggressiven befreit. Sie bekommt aufmunternde Hand-Claps und eine treibende Akustik-Gitarren-Untermalung verpasst. Ausgerechnet FEEL THE LIGHT von JOAN AS POLICEWOMAN gerät zum schwächsten Song auf dem Album. Die Melodie ist recht einfallslos und der Gesang merkwürdig blass. FELLOWSHIP zeigt, dass LIZZ WRIGHT zum Glück nicht ausrechenbar ist. Zwar ist sie zu einem Star der Jazz-Szene aufgestiegen, aber aufgrund ihrer intakten familiären Beziehungen behält sie bisher die Bodenhaftung. Es wäre schön, mal wieder neues Material von ihr zu hören. Aber soll sie sich ruhig Zeit lassen, denn sie hat ja auch einen Ruf und einen Qualitätsstandard zu verteidigen. Sie macht eben keine Kompromisse und lässt sich nicht in eine vorgefertigte Perspektive drängen. Dass lässt auch für die Zukunft auf spannende und unberechenbare musikalische Ausrichtungen hoffen.


The Orchard (Ltd. ed. )
The Orchard (Ltd. ed. )
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 10,82

5.0 von 5 Sternen Ein Album wie aus einem Guss, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Orchard (Ltd. ed. ) (Audio CD)
Formal wird sie dem Jazz zugeordnet. Diese Einordnung widerspricht aber ihrer Flexibilität. LIZZ WRIGHT, geboren am 22. Januar 1980 in Hahira im Bundesstaat Georgia, im Süden der USA, ist eine Grenzgängerin zwischen den Stilen Jazz, Gospel, Rhythm & Blues, Pop, Country, Folk, Gospel und Soul. Auch die Wahl ihrer Cover-Versionen zeigt, dass sie keine Berührungsängste kennt. Sie wagt sich dabei in Bereiche vor, die von anderen Kolleginnen weitgehend gemieden werden. LIZZ WRIGHT wurde die Wirkung, die Musik auf Körper und Seele haben kann, schon von klein auf bewusst. Ihr Vater war Prediger und sie sang schon als Kind in seinem Kirchenchor und erhielt Klavierunterricht. Musik muss berühren, es muss ein Funke überspringen, der Hörer und Künstler verbindet. Darauf legt sie bei der Auswahl von Fremdmaterial und beim Komponieren ihrer Songs großen Wert. LIZZ WRIGHT wirkt sehr überlegt bei ihrem Vorgehen und tief verbunden mit dem, was sie tut. Sie lässt sich ausreichend Zeit, neue Aufnahmen fertig zu stellen und unterlegt sich keinem Diktat, zu einem bestimmten Turnus neues Material präsentieren zu müssen. Dazu passt auch, dass sie ausgleichende Interessen neben der Musik wahrnimmt. Sie ist passionierte ausgebildete Köchin und verbringt viel Zeit damit, ihren Garten zu gestalten.

THE ORCHARD ist das 3. Album von LIZZ WRIGHT. Diesen Obstgarten gibt es wirklich. Er gehörte Lizz`s Großeltern und er ist aus heutiger Sicht für sie so etwas wie das Sinnbild für Familie. Die Energie und die Kraft, die sie aus ihrem Familienverbund erhält, trägt einen wesentlichen Beitrag zu der Kreativität und Stärke dieses Werkes bei und verleiht ihm einen beständigen Charakter. Nur noch 5 der 13 Songs sind Fremdkompositionen. An allen anderen ist Lizz als Autorin beteiligt. Einen größeren Raum nimmt die Zusammenarbeit mit der Rhythm & Blues Sängerin TOSHI REAGON ein. Neben Background-Gesang übernimmt sie auch Aufgaben beim Komponieren und Produzieren. Prominent besetzt ist die Liste der sonstigen Gastmusiker: JOHN CONVERTINO, JOEY BURNS und MARTIN WENK von CALEXICO findet man hier genauso, wie den originellen R&B-Musiker MARC ANTHONY THOMPSON. Er hat unter dem Namen CHOCOLATE GENIUS ein paar sehr wunderlich-interessante Alben rausgebracht und ist hier als Gastsänger zu hören. BOB DYLAN`s Gitarrist LARRY CAMPBELL zaubert an den Saiten und der New Yorker Avantgarde-Gitarrero OREN BLOEDOW trägt dazu bei, dass man ungewöhnliche Sounds zu hören bekommt. Am Keyboard hat sich noch GLEN PATCHA von den Independent-Country-Rockern OLLABELLE dazugesellt. Eine genreübergreifende Verbindung, die für reichlich Prickeln und Genuss sorgt. Schon der Opener COMING HOME steckt den Rahmen des zu erwartenden Musik-Genusses ab. Ein federnder Rhythmus unterstützt die wiegende Melodie, die als Basis eine zischelnde Orgel und als Verzierung eine punktuell eingesetzte effektvolle Gitarre hat. Über allem thront Lizz`s erhabener Gesang. Das ist Songwriter-Kunst der höchsten Güte. Das nachfolgende MY HEART besticht durch einen beschwingten Rhythmus, zu dem der zurückgenommene, kontrollierte Gesang das reizvolle Gegengewicht bietet. IKE & TINA TURNER`s I IDOLIZE YOU wird zu einem speziell aufgemotzten, charaktervollen Boogie-Bar-Blues. HEY MANN beginnt als A-Cappella-Gospel, mutiert dann aber zur Soul-Ballade, die durch Steel-Guitar-Begleitung aufgewertet wird. Hier zeigt sich wieder die Offenheit von LIZZ WRIGHT gegenüber Instrumentierungen und Stilen. Sie stellt die Begleitung der Songs so zusammen, wie sie es benötigen, nicht wie es üblicherweise erwartet wird.

Zusammen mit Country-Folk-Songwriter JOHN LEVENTHAL hat Miss Wright ANOTHER ANGEL geschrieben. Die Ballade überzeugt ohne Effekthascherei aufgrund ihrer Substanz und des überzeugend vermittelten warm-intensiven Gefühls. Genauso brillant-unauffällig und betörend sind auch WHEN I FALL und SPEAK YOUR HEART, die ebenso im Downtempo-Bereich angesiedelt sind. Temperamentvoller geht es bei LEAVE ME STANDING ALONE zu. Kennt noch jemand die Sängerin CARMEL? Sie hatte 1983 mit BAD DAY einen Hit und spielte dabei ihre raumgreifende Stimme voll aus. An diesen Song erinnert mich LEAVE ME STANDING ALONE. THIS IS suggeriert primär Bossa-Nova-Feeling. Das Lied ist aber wieder ein Musterbeispiel dafür, wie man Ideen und Fundstücke unterschiedlichster Richtungen zu einem neuen Ganzen zusammensetzen kann. Dezente Streicher und Akustik-Gitarren-Akkorde sorgen für Stil-Verwirrung. Geschmackvolle Synthesizer-Verzierungen und tropfende E-Piano-Beigaben runden dieses ideenreiche Songgebilde ab. SONG FOR MIA besticht durch besonders unter die Haut gehenden, milden, beschwörenden Gesang und eine himmlisch schöne Melodie. Am Ende des Albums stehen 3 Cover-Versionen der besonderen Art. THANK YOU von LED ZEPPELIN ist zu einer spirituellen Darbietung geworden. Der Bonus-Track STRANGE war im Original ein rührseliger Country-Song, der 1961 von PATSY CLINE gesungen wurde. Unter den Fittichen von LIZZ WRIGHT wird daraus eine intime, fast schwerelose Fassung. Die Limited Edition von THE ORCHARD hat dann noch als weitere Überraschung IT MAKES NO DIFFERENCE zu bieten. Hatte man bisher gedacht, dass das Original von THE BAND an Würde und Feierlichkeit nicht mehr zu übertreffen ist, so hört man hier eine ebenbürtige Variante. Damit endet ein Album, das wie aus einem Guss ist und sowohl Anhänger von NORAH JONES wie auch an Country-Folk-Songwritern interessierte Hörer begeistern kann. Jazz-Bezüge sucht man hier vergebens.


Dreaming Wide Awake
Dreaming Wide Awake
Preis: EUR 6,90

5.0 von 5 Sternen Dreaming Wide Awake zeigt Lizz Wright als reife Persönlichkeit, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Dreaming Wide Awake (Audio CD)
Formal wird sie dem Jazz zugeordnet. Diese Einordnung widerspricht aber ihrer Flexibilität. LIZZ WRIGHT, geboren am 22. Januar 1980 in Hahira im Bundesstaat Georgia, im Süden der USA, ist eine Grenzgängerin zwischen den Stilen Jazz, Gospel, Rhythm & Blues, Pop, Country, Folk, Gospel und Soul. Auch die Wahl ihrer Cover-Versionen zeigt, dass sie keine Berührungsängste kennt. Sie wagt sich dabei in Bereiche vor, die von anderen Kolleginnen weitgehend gemieden werden. LIZZ WRIGHT wurde die Wirkung, die Musik auf Körper und Seele haben kann, schon von klein auf bewusst. Ihr Vater war Prediger und sie sang schon als Kind in seinem Kirchenchor und erhielt Klavierunterricht. Musik muss berühren, es muss ein Funke überspringen, der Hörer und Künstler verbindet. Darauf legt sie bei der Auswahl von Fremdmaterial und beim Komponieren ihrer Songs großen Wert. LIZZ WRIGHT wirkt sehr überlegt bei ihrem Vorgehen und tief verbunden mit dem, was sie tut. Sie lässt sich ausreichend Zeit, neue Aufnahmen fertig zu stellen und unterlegt sich keinem Diktat, zu einem bestimmten Turnus neues Material präsentieren zu müssen. Dazu passt auch, dass sie ausgleichende Interessen neben der Musik wahrnimmt. Sie ist passionierte ausgebildete Köchin und verbringt viel Zeit damit, ihren Garten zu gestalten.

DREAMING WIDE AWAKE aus 2005 zeigt die Künstlerin als reife Persönlichkeit, die in ihrer Mitte angekommen ist. Sie hat sich von Stilgrenzen, externen Erwartungen und eingrenzenden Vorgaben freigeschwommen. Die Begleitmusiker werden songdienlich eingesetzt und die Arrangements spiegeln eine stilübergreifende Auffassung der Umsetzung von Eigen- und Fremdmaterial wider. Den Mittel- und Anziehungspunkt bildet allerdings Lizz`s cremig-sanfte seelenvolle Alt-Stimme, die betört und nicht einlullt. Sie strömt warm, voluminös und natürlich fließend aus ihr hervor. Sie geht gesanglich nicht an ihre Grenzen, egal wie ausdrucksvoll und leidenschaftlich sie agiert. Man hat bei ihr immer den Eindruck, dass da noch Reserven sind.

Den Standard A TASTE OF HONEY, den auch die BEATLES mal aufgenommen haben, trägt sie als Folk mit Blues-Wurzeln und Pop-Kern in Balladenform vor. Die Aussage von STOP steht quasi stellvertretend für ihr neues Selbstverständnis und ihr gestärktes Selbstvertrauen. „Erzähl mir nicht, dass ich aufhören soll. Befehl dem Regen nicht nachzulassen, sag dem Wind nicht, dass er nicht mehr wehen soll. Erzähl mir lieber, dass deine Liebe ehrlich ist…[….]“, verkündet sie hier. Der Song ist im Original von JOE HENRY. Er hat ihn 2001 auf seinem Werk SCAR als dunkles Nachtschwärmer-Jazz-Kunstlied interpretiert. Das hört sich so ähnlich an, wie TOM WAITS seine Ideen auf SWORDFISHTROMBONES umgesetzt hat. Lizz nimmt dem Lied das schräge und bedrohliche Element und lässt vor allem die gedankenverlorene Nachdenklichkeit über.

HIT THE GROUND, WHEN I CLOSE MY EYES, I`m CONFESSIN`, WAKE UP LITTLE SPARROW, CHASING STRANGE, DREAMING WIDE AWAKE und WITHOUT YOU sind allesamt zurückgenommene, stille Zeugnisse der inneren Ausgeglichenheit, über die LIZZ WRIGHT eine tiefe Verbundenheit mit der Musik herstellt. Die Songs haben die Erhabenheit von Gebeten. Sie zeigen eine demütige Zuneigung bei den eigenen Arbeiten und sind eine dankbare Verbeugung vor den Fremdkompositionen. Die Version von NEIL YOUNG`s OLD MAN ist hier und bei den Live-Shows ein herausragendes Erlebnis. Zunächst anmutig, der Folktradition verbunden und aufs Wesentliche reduziert, wird der Song im Verlauf allein auf Grund der Kraft der Stimme zu einer Gänsehaut erzeugenden Hymne aufgebaut.

Nicht minder bezaubernd bekommt der Klassiker GET TOGETHER eine Frischzellenkur. Ehemals von der Westcoast-Legende DINO VALENTI ins Leben gerufen, wurde dieser quasi-Protest-Song schon oft und häufig und auch überzeugend nachgespielt. So z.B. von den Westcoast-Bands THE YOUNGBLOODS um JESSE COLIN YOUNG und von JEFFERSON AIRPLANE. Aber er wurde auch von so unterschiedlichen Leuten wie THE STAPLE SINGERS, THE CARPENTERS, ANDY WILLIAMS und LOUIS ARMSTRONG aufgenommen. Jedoch sticht diese Einverleibung hervor. Hier wird eine Leichtigkeit und Schlichtheit übertragen, dass man kaum atmen mag, um nicht das Grazile und Verinnerlichte zu stören. Das ist Musik wie eine leichte Sommerbrise, wie eine zärtliche Umarmung, ein gehauchter Kuss oder wie die Wirkung einer ermutigenden Botschaft. Hoffnung und Geduld strahlt TROUBLE aus. Das Lied swingt leicht und bekommt durch das stützende E-Piano und die schimmernde Hammond-B3-Orgel-Begleitung Erdung. Als Bonus-Track wurde NARROW DAYLIGHT spendiert. Eine Ballade, die sich nahtlos in den melancholischen Gesamtcharakter des Albums einfügt. Für DREAMING WIDE AWAKE werden nur noch wenige Jazz-Anteile verwendet. Singer-Songwriter-Gospel trifft die Ausrichtung einigermaßen. Die Musik wirkt insgesamt sehr homogen, intim und gelassen.


Salt
Salt
Preis: EUR 6,90

4.0 von 5 Sternen Die Entdeckung einer sensationellen Stimme, 19. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Salt (Audio CD)
Formal wird sie dem Jazz zugeordnet. Diese Einordnung widerspricht aber ihrer Flexibilität. LIZZ WRIGHT, geboren am 22. Januar 1980 in Hahira im Bundesstaat Georgia, im Süden der USA, ist eine Grenzgängerin zwischen den Stilen Jazz, Gospel, Rhythm & Blues, Pop, Country, Folk, Gospel und Soul. Auch die Wahl ihrer Cover-Versionen zeigt, dass sie keine Berührungsängste kennt. Sie wagt sich dabei in Bereiche vor, die von anderen Kolleginnen weitgehend gemieden werden. LIZZ WRIGHT wurde die Wirkung, die Musik auf Körper und Seele haben kann, schon von klein auf bewusst. Ihr Vater war Prediger und sie sang schon als Kind in seinem Kirchenchor und erhielt Klavierunterricht. Musik muss berühren, es muss ein Funke überspringen, der Hörer und Künstler verbindet. Darauf legt sie bei der Auswahl von Fremdmaterial und beim Komponieren ihrer Songs großen Wert. LIZZ WRIGHT wirkt sehr überlegt bei ihrem Vorgehen und tief verbunden mit dem, was sie tut. Sie lässt sich ausreichend Zeit, neue Aufnahmen fertig zu stellen und unterlegt sich keinem Diktat, zu einem bestimmten Turnus neues Material präsentieren zu müssen. Dazu passt auch, dass sie ausgleichende Interessen neben der Musik wahrnimmt. Sie ist passionierte ausgebildete Köchin und verbringt viel Zeit damit, ihren Garten zu gestalten.

Heute lebt sie in Asheville in North Carolina auf dem Lande. Hier kann sie die Vorteile, die ein beschauliches, eher abgeschiedenes Dasein in relativ unberührter Natur bietet, nutzen und so Kraft für ihre Arbeit schöpfen. Ihre Familienchronik lässt sich bis zur Zeit der Sklaverei zurückverfolgen. Seitdem haben ihre Verwandten von der Landwirtschaft gelebt. Sie gehört der ersten Generation an, die nicht mehr von der Scholle existieren muss, sondern ein freies, künstlerisch geprägtes Leben führen kann. Und das tut sie sehr bewusst und genussvoll. Gesang hat sie in Atlanta, New York und Vancouver studiert. Zusätzlich trainiert sie ihre Stimme mit Atemübungen und Yoga und bildet sich durch das Lernen von Percussion-Instrumenten musikalisch weiter. Gesanglich ist sie sowohl von ARETHA FRANKLIN, wie auch von DONNY HATHAWAY, NINA SIMONE und ABBEY LINCOLN beeinflusst. Ihren künstlerischen Weg bestimmt sie aber nahezu autark. Mit Musikern wie GREGORY PORTER, JACKSON BROWNE oder CALEXICO arbeitet sie zusammen, weil sie von ihnen inspiriert wurde, nicht weil es das Management oder die Plattenfirma vorschreiben. Ihre Karriere startete sie in dem Vocal-Jazz-Quartett IN THE SPIRIT im Jahre 2000. Nach der Teilnahme an einem BILLIE HOLIDAY-Tribute im Jahre 2002 erhielt sie einen Plattenvertrag beim renommierten Jazz-Label VERVE und veröffentlichte 2003 ihr Debut-Album SALT.

Es ist im Vergleich zu späteren Veröffentlichungen nur ein Schaulaufen für die Talente, die noch in LIZZ WRIGT schlummerten. Man hört eine Demonstration für die Öffentlichkeit, die eine neue sensationelle Stimme entdecken sollte. Das volle und wahre Können offenbart sich aber nur fragmentarisch. Lizz lässt sich besonders bei den Jazz-Standards von den dominanten, sich selbst darstellenden Begleitmusikern in den Hintergrund drängen. Erst beim letzten Song SILENCE darf sie zeigen, wie überzeugend sie sein kann, wenn sie das Ruder vollständig in der Hand hat und die Schlagzahl und Vorgehensweise bestimmt. Gut gelungen ist grundsätzlich auch AFRO BLUE, das sie sich von ihrem Idol, der Sängerin ABBEY LINCOLN, ausgeliehen hat. Bei dieser Ballade verschmilzt sie Folk-Leichtigkeit und Jazz-Raffinesse. Leider torpedieren die instrumentellen Eigensinnigkeiten, wie längere Piano-Solo-Ausflüge, den Integrationsgedanken wieder. Bei FIRE funktioniert die Verbindung von Pop und Jazz besser, weil eine echte Symbiose der Stile stattfindet.


Loud & Lonesome
Loud & Lonesome
Preis: EUR 14,27

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gewaltiges Gitarrenbrett, 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Loud & Lonesome (Audio CD)
Das ist schon ein gewaltiges Gitarrenbrett, dass uns ERIC „ROSCOE“ AMBEL mit LOUD AND LONESOME um die Ohren haut. Der in Batavia, im Staate Illinois geborene Gitarrist und Produzent hatte seine musikalische Erweckung, als er 1978 ein Package-Konzert der RAMONES und DICTATORS besuchte. Anschließend gründete er mit 3 Freunden die Punk-Band THE DIRTY DOGS, die sich später in THE ACCELERATORS umbenannten. Zu dieser Zeit entdeckte ihn JOAN JETT. Die RUNAWAYS waren grade Geschichte geworden und sie war dabei, eine neue Band zusammenzustellen. Das wurden die BLACKHEARTS und ERIC AMBEL wurde ihr Gitarrist. Diese Verbindung hielt bis 1981. Anschließend formierte Eric die DEL LORDS. Die Band kombinierte ab 1984 auf 5 Veröffentlichungen Garagen-Rock mit Country, Blues und Folk und ist damit zu den Pionieren des Americana-Sounds zu zählen.

Ab 1988 ging AMBEL Solo-Pfade und produzierte sein Debut ROSCOE`S GANG. Hier zeigte er aufs Neue sein gutes Gespür für feine Melodien. Diese verband er mit knackigen Gitarren- und Rhythmus-Spuren zu einem unterhaltsamen Roots-Cocktail. Er garnierte das Album zusätzlich mit geschmackvollen Cover-Versionen (z.B. NEIL YOUNG`s VAMPIRE BLUES oder IF YOU GOTTA GO, GO NOW von DYLAN) zu einem stimmigen Ganzen.

Er ließ sich danach 7 Jahre Zeit, bis seine nächste Großtat fertig war: LOUD & LONESOME. Ein Rock-Album, das sich auf die berauschende Wirkung von Gitarre, Bass und Schlagzeug konzentriert. Ohne störende Beigaben. Pur, geradeaus und lebhaft-ungestüm. Eric zelebriert mit seinen Mitstreitern ANDY YORK (Bass, Backing Vocal, Percussion, Harmonika, Hammond Orgel) und Drummer KEITH LEVRAULT einen von ihm selbst produzierten, trockenen, pumpenden Sound. Er hatte sich seit seinem Debut sowohl instrumental, wie auch als Produzent enorm weiterentwickelt, was man z.B. auch deutlich auf NILS LOFGEN`s CD CROOKED LINE von 1992 hören kann. Hier hat Mr. Ambel seinen spezifischen Sound gefunden und dem alten NEIL YOUNG und BRUCE SPRINGSTEEN-Sideman ein wahrlich begeisterndes Album auf den Leib geschneidert. Mit Kabinettstückchen an den Gitarren und mit Begleit-Gesang unterstützte er hier aufs Feinste und lernte bei dieser Gelegenheit auch den Multi-Instrumentalisten ANDY YORK kennen.

ERIC AMBEL`s Entwicklung zeigt sich auch daran, dass er auf LOUD & LONESOME bei 10 von 11 Songs an der Komposition beteiligt ist. Geholfen haben ihm dabei die gleichgesinnten Songwriter und Musiker KEVIN SALEM, DAN BAIRD, GREG TROOPER, TERRY ANDERSON und DAN ZANES.

Ein Markenzeichen von ERIC AMBEL sind zerrende, dröhnende, singende Gitarrenläufe geworden. Ganz in der Tradition eines NEIL YOUNG, wenn er mit CRAZY HORSE markigen Garagen-Rock spielt. Und obwohl Eric sich keinen zweiten Gitarristen zur Verstärkung geholt hat, füllt er die Räume durch sein wirkungsvolles Spiel gut aus. ANDY YORK spielt seinen Bass wie ein zweites Lead-Instrument, so dass sich Ambel ganz auf den im Fokus liegenden Gitarren-Sound konzentrieren kann. Da KEITH LEVRAULT ein dynamischer, effektvoller Schlagzeuger ist, kommt ein kompakter Klang zustande. Die Songs haben laute und leise Passagen, das Tempo wird variiert und vor allem sind die Melodien einprägsam und erlesen.

DOWNTOWN AT MIDNIGHT, AUTUMN ROSE und das Traditional RED APPLE JUICE sind ruhiger und eher akustisch ausgerichtet, gehören also in die Kategorie „Lonesome“. Richtig rabiat mit einleitendem Feedback wird es bei ONE MORE MOMENT GONE. Trotzdem rockt der Song wie Teufel. Eric`s Gitarren-Gewitter werden vom Rhythmus-Gespann zusammengehalten und so weit gebändigt, dass der druckvolle Song-Charakter nicht verloren geht.

In der Regel sind die Songs im unteren Tempo-Bereich angesiedelt und bekommen genügend Zeit, um sich genüsslich entfalten zu können. LOUD & LONESOME ist also genau der richtige Stoff für Leute, die lange Gitarren-Exkursionen mögen, die nicht improvisiert, sondern strukturiert und songdienlich ausgeführt werden.


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