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Rezensionen verfasst von
Sebastian92

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Alice im Wunderland
Alice im Wunderland
DVD ~ Mia Wasikowska
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Film, Thema verfehlt, 16. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Alice im Wunderland (DVD)
Zu Beginn muss ich sagen, ich habe den Film gesehen und sowohl "Alice im Wunderland" als auch "ALice hinter den Spiegeln" gelesen. Einige vor mir bemängelten, dass der Film nichts oder kaum etwas mit der literarischen Grundlage zu tun hat. Ich spare mir eine Zusammenfassung, die gabs oft genug schon. Die Kriterien meiner Punktevergabe sind aber nicht nur der Film an sich, sondern in erster Linie der Bezug zu den Erzählungen, da diese, wie ich finde, noch nicht ausreichend erläutert wurde.
Was hat also der Film mit der namensgebenden Geschichte zu tun?
Zunächst muss gesagt werden, dass der Film nicht schlecht, im Gegenteil in meinen Augen sehr gut gelungen ist. Doch jetzt kommt das große ABER. Der Film "Alice im Wunderland" hat so gut wie nichts zu tun mit der Erzählung "Alice im Wunderland". Auch nicht mit "Alice hinter den Spiegeln". Was ist der Film also?
Müsste ich die Handlung einordnen, würde ich Folgendes sagen: Der Anfang des Filmes entspricht dem aus Alice so wie wir es kennen, auch die Figuren sind größtenteils daraus entnommen, der verrückte Hutmacher, die Herzkönigin, die Grinsekatze (ursprünglich übrigens Edamer-Katze) oder die rauchende Raupe. Dann wären da noch die Figuren aus "Alice hinter den Spiegeln", Zwiddeldum und Zwiddeldei. Und dann sind da die Figuren, die gar nicht in die Geschichte passen, das wäre dann der Jabberwocky. Das ist der Knackpunkt dabei. Der Jabberwocky wird nur kurz in einem Gedicht erwähnt, und das ist auch die einzige Parallele.
Anscheinend hat der Regisseur sich gedacht: Hey, nehmen wir einmal Alice im Wunderland, das ganze einige Jahre später allerdings, und da das langweilig ist, gönn ich mir künstlerische Freiheit, und erfinde einfach mal die halbe Handlung dazu.
Denn "Alice hinter den Spiegeln" handelt nicht vom Kampf gegen den Jabberwocky. Die Erzählung simuliert ein Schachspiel mit allerlei seltsamer Begebenheiten. Dieses fehlt jedoch leider völlig.

Mein Fazit:
Vier von fünf Sterne, obwohl der Film scheinbar nichts mit der Grundlage zu tun hat? JA, denn ich glaube man muss sich als Konsument von Filmen langsam von der Vorstellung lösen, dass Filme sich 1zu1 an die Grundlagen halten. Es gibt Parallelen, und die sind ausgezeichnet umgesetzt worden. Der Rest ist künstlerische Freiheit, die aber in sich sinnig ist. In meinen Augen geht nämlich die Hauptaussage der Erzählung nicht wirklich verloren. Ausserdem wurde der Non-sens sehr gut umgesetzt, für den Lewis Carrol berühmt ist.
Insgesamt ein stimmiger Film, vorrausgesetzt man geht nicht mit der Erwartung daran, eine getreue Verfilmung vorzufinden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 25, 2012 1:24 PM MEST


Weltengänger
Weltengänger
von Sergej Lukianenko
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch, 12. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Weltengänger (Taschenbuch)
Der Roman 'Weltengänger', geschrieben von Sergej Lukianenko aus dem Russischen übersetzt von Christiane Pöhlmann, herausgegeben im Wilhelm Heyne Verlag München ist in dem Genre Fantasy/Science-Fiction anzusiedeln und behandelt die Geschichte des jungen Kirill Maximov, der in einer kleinen Wohnung in Moskau lebt.

Eines Abends findet er seine Wohnungstür geöffnet und die Räume in einem neu renovierten Zustand vor. Eine ältere Frau behauptet, dort zu wohnen, und auch die Nachbarn deuten an, nie einen Beweis gesehen zu haben, dass Kirill dort lebt. Vorerst bei einem Freund unterkommend, merkt er, dass die Leute um ihn herum beginnen, ihn zu vergessen, Papiere zerfallen oder Daten werden gelöscht. Als dann noch die neue Bewohnerin seiner Wohnung bei einem Unfall stirbt, ist Kirill am Ende. In einer scheinbar ausweglosen Situation erhält er einen Anruf, der ihn zu einem Wasserspeicher befiehlt. Dieser ist nicht nur bewohnbar, sondern besitzt zudem fünf Türen, die in unterschiedliche Welten führen und sich nach und nach öffnen. Er erfährt, dass er als Zöllner diese Welten verbindet. Ausgestattet mit fast übermenschlichen Kräften beginnt er, die Welten zu erforschen und begegnet den 'Funktionalen', welche die fremden Welten bewohnen. Zusammen mit seinem Freund Kotja, der der einzige zu sein scheint, der sich erinnert, erforschen sie eine Welt nach der anderen und kommen schließlich hinter eine Verschwörung, die die Welten verändern soll.

Sergej Lukianenko, geboren 1968 in Karatau, Kasachstan, ist einer der wichtigsten und bekanntesten Autoren des gegenwärtigen Russlands. Er studierte Medizin und arbeitete als Psychiater, was sich auch in seinen Romanen wiederspiegelt. In Deutschland wurde er bekannt durch seine 'Wächter'-Trilogie, von denen der erste Band, 'Wächter der Nacht', 2005 unter dem Titel 'Wächter der Nacht- Nochnoi Dozor' verfilmt wurde und als einer der bedeutendsten russischen Verfilmungen der Neuzeit gilt.

Seine Romane spielen oftmals nicht in rein fiktiven Werken, sondern im Russland der heutigen Zeit. So spielt auch 'Weltengänger' zu einem großen Teil in Moskau, wenn auch, wie für das Genre üblich fiktive Welten erschaffen werden. Hier sieht man auch Lukianenkos Stärke. Nicht nur die reale Welt wird sehr bildreich und glaubwürdig wiedergegeben, sondern auch die fiktiven Welten, Orte und Städte. Dem Leser fällt es dadurch in der Regel sehr leicht, sich die im Roman beschriebenen Orte vorzustellen und sich in die Beschaffenheit des Schauplatzes hineinzuversetzen. Dabei unterstützt der Autor den Leser noch zusätzlich durch runde, lebensecht wirkende Hauptcharaktere und zumeist recht reduzierte, jedoch nicht unsympathische Nebencharaktere. Allerdings gibt es manchmal derer zu viele, so dass der Leser auch schon einmal den Überblick verliert, vor allem bei unregelmäßig auftretenden Charakteren. Die Hauptprotagonisten allerdings sind mitunter das gelungenste an den Romanen. Der Leser kann in der Regel die Handlungsweisen nachvollziehen und sich gut mit ihnen identifizieren, wobei die gewählte Form des Ich-Erzählers dabei sehr hilfreich ist, auch wenn diese oftmals einen sehr komplexen Hintergrund haben.

An solchen Stellen kommt dann auch der eigentliche Beruf des Psychologen durch. Die komplizierten Handlungsstrukturen und Gedankengänge des Protagonisten werden zwar manchmal erläutert, im Normalfall ist es jedoch dem Leser überlassen, die entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen, um den späteren Kontext verstehen zu können. Nicht immer gelingt dies beim ersten Mal, sodass der Leser beizeiten im Roman zurückblättern muss, um eine Stelle ein weiteres Mal zu lesen, um diese dann besser verstehen zu können. Dadurch kann der Lesefluss zwar stark unterbrochen werden, allerdings treten solche Unterbrechungen nur recht selten auf und stören die Gesamthandlung nur gering.

Als Entschädigung wird dem Leser zu Beginn eines jeden Kapitels eine kleine psychologische oder philosophische Einleitung geboten, die erst einmal nichts mit der Handlung zu tun hat, aber einen Vorgeschmack bietet, was den Leser im Folgenden erwartet. So lässt der Verfasser sich zum Beispiel darüber aus, was an einem Tag schief oder gut gehen kann, wie man die beste Ente zubereitet oder sich besäuft. Gewürzt wird dies mit meist russischen Sprichwörtern, kleinen Exkursen in die Vergangenheit des Protagonisten und in dessen Erinnerungen. Dadurch entsteht eine Geschichte um die Person, man weiß, wie sie denkt, was sie mag und was nicht. Diese kleinen Einwürfe zu Beginn der Kapitel sind das Charakteristische an allen Romanen von Lukianenko, und finden sich auch im 'Weltengänger' wieder.

Allerdings gibt es auch einige wenige Kritikpunkte an diesem Roman zu benennen. So liest sich die Sprache des Romans zwischendurch ein wenig holperig, die Sätze erscheinen manchmal ein wenig unfertig oder abgehackt, wodurch der Lesefluss an manchen Stellen massiv gestört wird. Dieses Manko kann allerdings auch an der Übersetzung liegen, da es im Original auf Russisch vorliegt und ins Deutsche übertragen wurde. So geht die Wirkung einiger Wortwitze und Redewendungen verloren. Allerdings ist dies nicht so schwerwiegend wie in zum Beispiel Übersetzungen aus dem Englischen und kann daher getrost ignoriert werden.

Alles in allem ist 'Weltengänger' ein erstklassiger Fantasy/Science-Fiction Roman, der abseits des Bekannten hervorragende und kurzweilige Unterhaltung bietet. Das Werk richtet sich dabei eher an Jugendliche ab ca. 16 Jahren und Erwachsene. Die oft komplexe Handlung könnte jüngere Leser unter Umständen überfordern, für Leser, die sich auch gerne einmal für anspruchsvollere und zum Nachdenken anregende Literatur begeistern können und zudem Fan der genannten Genres Fantasy und Science-Fiction sind, empfiehlt es sich, einmal in den 'Weltengänger' reinzuschnuppern.

Als nette Zugabe wartet bei Gefallen dann noch der Fortsetzungsroman 'Weltenträumer', der fast nahtlos an 'Weltengänger' anknüpft.


Die Hand Gottes
Die Hand Gottes
von Thore D. Hansen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,57

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz mein Fall, 10. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Hand Gottes (Gebundene Ausgabe)
Mit "Die Hand Gottes" ist D. Hansen ein ganz akzeptabler Erstlingsroman gelungen, auch wenn ich mich meinen Vorrednern nicht ganz anschließen kann.
Inhaltlich lässt sich der Thriller leicht zusammenfassen: Eine Gruppe verschiedener Menschen, darunter ein amerikanischer Anwalt, ein Wunderheiler und ein Druidenpriester, die alle das Interesse für die Kelten und die Abneigung gegenüber der Katholischen Kirche teilen, machen sich auf die Suche nach dem Erbe der Kelten. Dabei werden sie von der Kirche durch halb Europa gejagt, die der Gruppe die Funde abnehmen will, dies auch größtenteils schafft, letztenendes aber in einem gewaltigen Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.
Dabei kommt die Haltung des Autors sehr schnell und sehr deutlich zu Tage. Systematisch werden die Verbrechen der Kirche aufgezeigt, verurteilt und schließlich bestraft, wodurch eine sehr starke Grenze zwischen Gut und Böse entsteht. Positiv anzumerken sei hier, dass der Autor zwar der Kirche, nicht aber der Religion im Allgemeinen negativ entgegensteht.
Auf den Spuren der Kelten führt uns D. Hansen durch halb Europa, immer wieder in Rückblicken die Geschichte eben dieser verlorenen Kultur erzählend. Diese Szenen wirken gut recherchiert, auch wenn ich das nicht überprüft habe.
Allerdings kommt dadurch oft Langeweile auf, einige Szenen ziehen sich über mehrere Seiten durch einen mehr oder weniger abwechslungsreichen Monolog, in dem der Sachkundige dem interessierten Leser alles bis ins kleinste Detail erläutert, dabei aber nicht unterbrochen werden will, sodass in diesen Szenen selten interessante Gespräche entstehen.
Daneben gibt es allerdings auch Actiongeladene Geschehnisse, die für Spannung sorgen und den Leser fesseln, jedoch werden diese zu oft durch oben genannte Szenen abgebremst, sodass die Spannung wie auf einer Achterbahn hoch und runter fährt, eine durchgehende Spannung findet man leider nicht.
Zu den Charakteren lässt sich sagen, dass manchmal weniger mehr ausmacht. Ich persönlich wäre mit einem oder zwei Charakteren weniger glücklicher gewesen. Die Biografien wirkten zu oft zu konstruiert, ein Nachfahre der Druiden, der anhand eines Jahrhunderte alten Stammbaums aussergewöhnliche Fähigkeiten hat und zu beweisen versucht, dass er ein Urahn der mächtigsten Kelten ist. Dies wird in meinen Augen auch als Ausrede benutzt, warum die Personen genau das Wissen haben, welches sie haben: Sie haben es einfach.
Dass das nicht unbedingt immer logisch ist, ist für mich nicht schlimm, doch wird dieses Prinzip zu sehr ausgenutzt, ganz nach dem Prinzip "Irgendwann wirst du es wissen!", "Und woher werde ich das Wissen haben?", "Du weißt es doch bereits!"
Bliebe noch der Schreibstil des Autors. Hierbei halte ich zu guten, dass es ein Erstling ist. Die Sprache und Formulierungen sind teilweise ein wenig holperig, die Sätze sehr schlicht gehalten. Teilweise war es recht mühsam, der Handlung über eine längere Zeit zu folgen, vielleicht wäre eine kleine Überarbeitung in Bezug auf den Stil von Vorteil gewesen.

Fazit: Drei von füng Sternen hat der Thriller meiner Meinung nach verdient. Abzüge gibt es für lange Spannungsdurststrecken, ein wenig unausgereifte Charaktere und auch für den sprachlichen Aspekt, der zwar nicht sehr gravierend ist, auf den genannten Durststrecken aber manchmal echt nerven kann. Würde sich die Spannung durch den ganzen Roman ziehen, würde es mehr Sterne geben.
Insgesamt allerdings lesenswert für Verschwörungstheoretiker und solche, die es werden wollen.


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