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Rezensionen verfasst von
Abacus "Abacus Frankfurt" (Rhein-Main)

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Anleitung zum Seligsein
Anleitung zum Seligsein
von Michael Schmidt-Salomon
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Best of Religionskritik der letzten 20 Jahre, 17. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Anleitung zum Seligsein (Broschiert)
Das Buch (200 Seiten) ist dreigeteilt und aufgebaut aus einer Sammlung von Vorträgen/Aufsätzen von Michael Schmidt-Salomon der letzten 20 Jahre. Das erste Drittel (Lust am Lästern) enthält Aufsätze, in denen die Religionskritik im Vordergrund steht. Im zweiten Teil (Interventionen) geht es um die Beziehung von Politik und Religion sowie um religionskritische Initiativen. Der dritte Teil (Hintergründe) behandelt hauptsächlich die philosophische, soziale und naturwissenschaftliche Basis der Religionskritik. Die Texte werden aufgelockert durch Fotos und Illustrationen von Jacques Tilly.
Das Buch ist allgemeinverständlich, aufschlussreich und sehr unterhaltsam geschrieben - Humor und viele rhetorische Highlights der Religionskritik Michael Schmidt-Salomons sind enthalten. Uneingeschränkte Empfehlung von meiner Seite.

Kapitel:
Anleitung zum Seligsein
Die subversive Kraft des Humors
Big Mama is watching you!
Deutschland sucht den Superwahn
Die wundersame Welt des Karol Wojtyla
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Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?
Ursula von der Leyens gedankliche Entgleisungen
Religion und Gewalt
Der sogenannte "neue Atheismus"
Lehren aus dem Minarettverbot
"Wir haben abgeschworen!"
----------
Was ist Wahrheit?
Darwins brisantes Erbe
Offenheit statt Offenbarung
Sind Atheisten die besseren Menschen?
"Irgendwie sind wir doch alle Humanisten..."


Mein Gebetswürfel zur Guten Nacht: Verkaufseinheit
Mein Gebetswürfel zur Guten Nacht: Verkaufseinheit
von Ingrid Uebe
  Geschenkartikel

4 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Idee, aber letztlich ein halbherziger Ansatz, 4. Juni 2011
2000 Jahre Christentum haben anschaulich belegt, dass Beten nichts bringt.
In den letzten Jahren wurden sogar wissenschaftliche, klinische Studien durchgeführt, die zeigten, dass Kranke, für die andere Menschen beten, nicht schneller gesund werden und keine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben als Kranke, für die niemand betet.

Da werden sich die Erfinder des Gebetswürfels gedacht haben, warum nicht einfach auswürfeln, welches Gebet man aufsagt? Es bringt ohnehin nichts und man spart sich zumindest die Zeit für die Entscheidung, welche Nachricht man ins Nirwana gen Himmel schickt. Das ist allerdings ein halbherziger Ansatz, denn noch weniger Zeit verschwendet der, der ganz aufs Beten verzichtet.

Gute Nacht!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 4, 2011 3:45 PM MEST


Die große illustrierte Kinderbibel: Geschichten und Menschen des Alten und Neuen Testaments
Die große illustrierte Kinderbibel: Geschichten und Menschen des Alten und Neuen Testaments
von Claude B Costecalde
  Gebundene Ausgabe

4 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wird seinem Anspruch nicht gerecht, für Kinder verständlicher zu sein, 4. Juni 2011
Länge:: 4:00 Minuten

Viele Botschaften der Bibel bleiben leider auch in dieser illustrierten und kommentierten Ausgabe für Kinder (und Erwachsene) völlig unverständlich. Als Beispiel sei im Video die Geschichte von Abraham und Isaak aufgeführt (im Buch S. 46-47). Für die hübschen Illustrationen gibt es 2 Punkte.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2014 9:47 PM CET


Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind
Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind
von Michael Schmidt-Salomon
  Gebundene Ausgabe

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugende und allgemein verständliche Widerlegung populärer Irrtümer, 17. März 2011
Ein echter Augenöffner. Nur wenige Bücher sind aus meiner Sicht vergleichbar lesenswert. Schmidt-Salomon räumt allgemein verständlich, akribisch und sehr überzeugend mit 2 populären Irrtümern auf:

Irrtum 1: Der Mensch hat einen freien Willen.
Irrtum 2: Das Gute und das Böse existieren als absolute moralische Kategorien; der moralische Dualismus von Gut und Böse ist ein sinnvolles Orientierungskonzept.

Sicher ist die Behauptung, bei diesen Aussagen handele es sich um Irrtümer, für viele Menschen zunächst verblüffend und abwegig.
Um so erstaunlicher ist es, dass Schmidt-Salomon in seinem Buch eine sehr überzeugende Beweisführung gelingt. Im Rahmen seiner Argumentation kann er beispielsweise faszinierend mühelos erklären, wie es zu den Gräueltaten des 3. Reichs kommen konnte. Auch Personen wie Eichmann oder Hitler und deren Handlungen, die zuvor völlig unbegreiflich erschienen, werden plötzlich begreifbar. Selbstverständlich, ohne das wir deswegen ihre Handlungen billigen müssen. Schmidt-Salomon öffnet mit seiner Argumentation keineswegs der Beliebigkeit Tür und Tor. Der Autor verwahrt sich ausdrücklich gegen einen ethischen Relativismus und legt überzeugend dar, dass sich auch ohne naive und moralsaure Gut/Böse-Einteilung Handlungen ethisch sehr wohl bewerten lassen.

Wir erleben oft Handlungsfreiheit (d.h. die Möglichkeit, verschiedene Dinge tun zu können) und verwechseln sie mit Willensfreiheit. Haben wir wirklich den freien Willen beispielsweise in einem ganz bestimmten Moment unseres Lebens ein Schokoladeneis essen zu wollen oder aber im selben Moment kein Schokoladeneis essen zu wollen? Wohl eher Handlungsfreiheit, d.h. wir können tun was wir wollen(, vorausgesetzt ein Eisverkäufer ist in der Nähe und wir haben Geld einstecken), aber nicht wollen, was wir wollen. Auch ist die Annahme der Willensfreiheit in der Form, dass sich ein bestimmter Mensch mit einer bestimmten Vorgeschichte in einer ganz konkreten Situation auf zwei oder mehr Weisen verhalten könne weder mit dem Kausalprinzip noch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar.

Ich hätte mir eine ausführlichere Diskussion des Determinismus-Begriffs gewünscht, den der Autor seiner Argumentation zu Grunde legt, unter Einbeziehung des Lapaceschen Dämons und der verschiedenen Interpretationen der Quantenmechanik. Im Kapitel "Jenseits des Fatalismus", etwa in der Mitte des Buches argumentiert der Autor, dass wir trotz Determinismus mehr als nur Maschinen sind, da wir im Gegensatz zur unbelebten Natur überhaupt einen Willen besitzen und von Eigennutz geleitet sind. Spätestens hier hätte die Auseinandersetzung mit dem Determinismus gründlicher ausfallen müssen und auch das erst im Nachwort erwähnte (starke naturalistische) Emergenzprinzip hätte bereits an dieser Stelle eingeführt und ausführlich erklärt werden müssen.

Dennoch ist das Buch insgesamt äußerst gelungen und uneingeschränkt zu empfehlen!

Harsche Kritiker dieses Buches bevorzugen es scheinbar, an ihrer lieb gewonnenen moralsauren Gut/Böse-Unterteilung festzuhalten. Vielleicht halten sie auch die Vorstellung, der Mensch besäße keinen freien Willen, für unerträglich. Bezeichnend ist allerdings, dass diese Kritiker nach allen Schmährufen und Beschimpfungen erstaunlich wortkarg werden, wenn es um die Begründung ihrer Kritik geht.


Wer nichts weiß, muss alles glauben
Wer nichts weiß, muss alles glauben
von Science Busters
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaft + Aufklärung + gepflegter Wiener Schmäh = Beste Unterhaltung!, 16. März 2011
Die drei Autoren behandeln auf sehr unterhaltsame und allgemein verständliche Weise ganz unterschiedliche Themen aus wissenschaftlicher Perspektive. Ihr Werk hat 234 Seiten in 8 überschaubaren Kapiteln und enthält zahlreiche Skizzen und Fotos.

Kapitel 1 - Universum
Kapitel 2 - Materie
Kapitel 3 - Leben
Kapitel 4 - Gehirn
Kapitel 5 - Glaube
Kapitel 6 - Liebe
Kapitel 7 - Hoffnung
Kapitel 8 - Tod

Das Buch ist im Grenzbereich zwischen populärwissenschaftlichem Werk und Comedy angesiedelt, wobei es den Autoren mühelos gelingt, interessante wissenschaftliche Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen auf äußert humorvolle und unterhaltsame Weise zu vermitteln.
Aufgelockert sind die Kapitel mit verschiedenen Anekdoten, Witzen, Beschreibungen von Experimenten, die man zu Hause durchführen kann und gelegentlich sogar Kochrezepten, bei deren Lektüre mir das Wasser im Mund zusammen lief - alles mit Bezug zum jeweiligen Thema.
Aus meiner Sicht hat das Buch sowohl für seine Informationsqualität, als auch hinsichtlich seines Unterhaltungswertes volle 5 Sterne verdient.

Menschen allerdings, die hinsichtlich ihrer religiösen Gefühle an einem "emotionalen Glasknochensyndrom", soll heißen an einer Überempfindlichkeit leiden, haben vielleicht Probleme mit einzelnen Sätzen im Buch. Gelegentlich erlauben sich die bösen Autoren doch tatsächlich auf unnachahmlich charmante Weise auf gewisse Widersprüche zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und bestimmten religiösen Annahmen hinzuweisen.


Violettbuch Kirchenfinanzen: Wie der Staat die Kirchen finanziert
Violettbuch Kirchenfinanzen: Wie der Staat die Kirchen finanziert
von Carsten Frerk
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo Kirche draufsteht ist in Wirklichkeit oft der Steuerzahler drin, 29. Dezember 2010
Länge:: 6:02 Minuten

Es ist völlig unfassbar, welche Geldsummen der deutsche Staat, d.h. letztendlich alle Steuerzahler den Kirchen zusätzlich zur Kirchensteuer zur Verfügung stellen. Eine Kurzübersicht gibt es im Video, für weitere Informationen sollten Sie sich unbedingt das Buch kaufen!


Der geheime Schlüssel zum Universum: Die große illustrierte Ausgabe
Der geheime Schlüssel zum Universum: Die große illustrierte Ausgabe
von Lucy Hawking
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das Kinder zum Lernen verführt, 3. Dezember 2010
Die Autoren erzählen eine spannende Geschichte, die Kinder unglaublich fesselt und bei der sich auch Erwachsene noch für den Fort- und Ausgang der Handlung interessieren. Eingebettet in die Geschichte, d.h. im Rahmen der Handlung wird in kindgerechten Portionen viel Physik und Kosmologie erklärt. Um nicht zu oberflächlich zu bleiben, sind an vielen Stellen des Buches farbig unterlegte Textboxen mit weiterführenden, aber immer noch kindgerechten Informationen eingefügt (z.B. weiterführende Informationen zu einzelnen Planeten oder zum Aufbau von Atomen etc.). An diesen Stellen kann der Leser entscheiden, ob er die wissenschaftlichen Informationen gleich vertiefen oder doch lieber der spannenden Handlung folgen möchte.
Natürlich darf in einem solchen Buch auch nicht das poetische Gleichnis fehlen, dass wir alle Kinder von Sonnen sind: Fast alle chemischen Elemente außer Wasserstoff sind erst nach dem Urknall durch Kernfusion in Sonnen gebildet worden und folglich sind auch fast alle Elemente in unseren Körpern in fremden und vor sehr langer Zeit explodierten Sonnen entstanden. Auch Zukunftsgedanken und ethische Betrachtungen werden kindgerecht thematisiert (z.B. warum sollten wir unsere Erde schützen/bewahren und könnten/sollten wir uns eine neue Erde suchen?). Zu Beginn der Geschichte stehen sich Umweltschützer und Naturwissenschaftler skeptisch und distanziert gegenüber, finden jedoch in Lauf der Handlung zueinander.
Besonders spektakulär sind die zahlreichen astronomischen Aufnahmen in der großen illustrierten Ausgabe. Etwa alle 10 Seiten findet sich eine wunderschöne und qualitativ hochwertige astronomische Aufnahme, passend zur Handlung und mit aufschlussreichen Erläuterungen.
Meine 10jährige Tochter, die mit Kosmologie nicht viel am Hut hat, wollte zunächst überhaupt nichts von diesem Buch wissen. Nachdem sie mit dem Lesen angefangen hatte, konnte sie nicht mehr aufhören und war richtig unglücklich, als sie das Buch schließlich ausgelesen hatte.


Darwins gefährliches Erbe
Darwins gefährliches Erbe
von Daniel C. Dennett
  Gebundene Ausgabe

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Kränen, Himmelshaken und der weitreichenden Bedeutung der Evolutionstheorie, 3. Dezember 2010
Dennett beschreibt im Vorwort zwei Erfahrungen, die auch ich in ähnlicher Form gemacht habe. Einerseits die Faszination, die von der Evolutionstheorie ausgeht und andererseits die Beobachtung, dass man im Lauf der Jahre erstaunlich vielen, ganz unterschiedlichen Menschen begegnet, die ihr Unbehagen gegenüber Darwins Theorie nicht verhehlen können, von nörgelnder Skepsis bis hin zu unverblümter Ablehnung. Man trifft diese Haltung nicht nur bei Laien und vielen religiösen Denkern. Scheinbar wäre es auch einigen weltlichen Philosophen, Psychologen, Physikern und sogar Biologen lieber, Darwin hätte Unrecht.
Nach einer gründlichen allgemeinen Einführung in die Evolutionstheorie gelingt es Dennett in schlüssiger und recht allgemein verständlicher Form aufzuzeigen,
-warum Darwins Theorie so kraftvoll ist,
-dass sie nicht nur in der Biologie, sondern auch auf ganz anderen Gebieten zu bahnbrechend neuen Einsichten geführt hat und wohl auch noch führen wird und
-warum Darwins Theorie die meisten unserer geliebten Vorstellungen vom Leben nur scheinbar bedroht und ihnen eine neue Grundlage zu geben verspricht.

Das Buch ist hoch interessant für alle Menschen, die sich für Evolution und Philosophie interessieren. Es sei auch allen Menschen empfohlen, die bereit sind, sich kritisch mit der Evolutionstheorie und ihrer eigenen Einstellung zu dieser Theorie auseinander zusetzen.
Leider ist es gegenwärtig vergriffen und im Antiquariat nur zu bizarr anmutenden Preisen zu erhalten. Die gute Nachricht: Es kann in jeder größeren Stadtbibliothek ausgeliehen werden.

Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für mich die Amazon-Produktbeschreibung. Sie enthält eine Buch-Rezension aus der Neuen Züricher Zeitung, die von einem promovierten Theologen (Stephan Wehowsky) geschrieben wurde und einen einzigen, aus meiner Sicht völlig ungerechtfertigten Verriss des Buches darstellt.

Kapitelübersicht:

Teil I: In der Mitte anfangen
1. Tell Me Why
2. Eine Idee wird geboren
3. Die Universalsäure
4. Der Baum des Lebens
5. Das Mögliche und das Tatsächliche
6. Fäden des Wirklichen im Gestaltungsraum

Teil II: Darwinistischen Denken in der Biologie
7. Darwins Pumpe kommt in Gang
8. Biologie ist Technik
9. Die Suche nach Qualität
10. Bravo, Brontosaurus
11. Die Kontroversen werden eingedämmt

Teil III: Geist, Sinn, Mathematik und Moral
12. Die Kräne der Kultur
13. Unser Geist wird Darwins Beute
14. Die Evolution von Bedeutungen
15. Des Kaisers neuer Geist und andere Fabeln
16. Über die Entstehung der Moral
17. Eine umgestaltete Moral
18. Eine Idee mit Zukunft

Anhang:
Bibliographie
Register der wichtigsten Begriffe
Personenregister
Abbildungsnachweis


Der große Entwurf: Eine neue Erklärung des Universums
Der große Entwurf: Eine neue Erklärung des Universums
von Stephen Hawking
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

11 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ende einer Illusion, 13. Oktober 2010
Ich hatte mich spontan zum Kauf entschlossen, nachdem ich zuletzt vor über 10 Jahren ein populärwissenschaftliche Buch von Stephen Hawking gelesen hatte. Nach Erhalt des Buches fällt zunächst die sehr hochwertige Verarbeitung auf. Auch unter gebundenen Büchern gibt es Qualitätsunterschiede und dieses Buch liegt hinsichtlich Einband, Layout und Farbfotos/-abbildungen im Spitzenfeld, nur ein einzelner Setzfehler in hinteren Teil des Buches trübt das sehr positive Gesamtbild ein wenig. Co-Autor des Buches ist Leonard Mlodinow, bekannter Physiker am Caltech in Pasadena. Er ist vermutlich für den erfrischenden Humor verantwortlich, der dieses Buch zu einem Lesevergnügen macht und - wenn ich mich richtig erinnere - in den älteren Büchern von Hawking nicht in dieser Ausprägung zu finden war. Eher ungewöhnlich für ein populärwissenschaftliches Buch ist, dass es weltanschaulich sehr deutlich Stellung bezieht. Dies ist möglicherweise auch der nicht offen ausgesprochene Grund für viele negative Amazon-Rezensionen des Buches. (Prüfen Sie einmal, ob Ihnen die Argumentationen in den negativen Amazon-Rezensionen stichhaltig erscheinen!) Das Buch ist weltanschaulich starker Tobak. Gottesgläubigen Menschen werden in diesem Buch die letzten 2 Gründe genommen, ihren Glauben rational zu rechtfertigen:

Noch vor wenigen hundert Jahren glaubte die überwältigende Mehrheit aller Menschen fest an Gott, denn es gab keine andere plausible Erklärung für die Existenz der Menschheit, allen Lebens und des Universums. Die frühen modernen Wissenschaftler wie z.B. Newton standen mehrheitlich dicht an der Seite der Theologen und waren selbst streng gläubige Menschen, die Gottes Allmacht nur genauer beschrieben und herausstellten als andere. Dann kam Charles Darwin und erklärte die Entwicklung aller Lebensvielfalt einschließlich des Menschen durch einen geistlosen und einfachen aber eleganten Algorithmus (Evolutionstheorie -> Variation und Selektion). Davon hat sich das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Religion bis zum heutigen Tage nicht erholt. Wie gestört das Verhältnis noch heute ist, lässt sich daran erkennen, dass manche Wissenschaftler und Theologen immer noch die Ansicht äußern, dass ihr Fachgebiet keinerlei Aussagen über das jeweils andere zulasse und beide Bereiche als völlig unabhängig voneinander zu betrachten seien (non-overlapping areas). Das ist zwar nicht stichhaltig zu begründen, aber bequem, denn so können beide Parteien ungestört ihre widersprüchlichen Lehren verbreiten.
Nach Darwin beriefen sich religiöse Menschen zunächst darauf, dass zumindest die Entstehung des Lebens noch Gott zuzuschreiben sei, doch im 20 Jahrhundert wurden dann auch plausible Theorien zur natürlichen Entstehung der ersten einfachen Lebensformen entwickelt (Theorien zur sogenannten prä-biotischen Phase der Evolution). Ein weiteres Argument für Gott war die scheinbare Einzigartigkeit der Erde, denn bis vor Kurzem konnten Wissenschaftler nicht belegen, dass andere Sonnen im Universum Planeten besitzen. Seit kurzem ist dies möglich und die Untersuchung unserer Nachbarsonnen zeigte bereits, dass sie alle Planetensysteme besitzen. Meines Wissens waren danach nur noch zwei rationale Argumente für einen Gottesglauben übrig geblieben: Die Existenz bzw. ungeklärte Herkunft des Universums und das sogenannte starke anthropische Prinzip. Das starke anthropische Prinzip besagt verkürzt und vereinfacht formuliert, dass die Naturkonstanten, die unser Universum bestimmen, mehr oder weniger genau die Werte haben müssen, die sie haben, um Leben in einem Universum zu ermöglichen. Daraus leiten manche Menschen die Existenz eines Schöpfers ab, der die Naturkonstanten eben so gewählt habe. Eigentlich ohnehin eine fragwürdige Schlussfolgerung, wenn man an frühere, ähnliche "Unwahrscheinlichkeitsargumente" denkt, die sich bereits als Irrtümer herausstellten. Allerdings rechnete ich nicht damit, dass beide Argumente in absehbarer Zeit wissenschaftlich fundiert entkräftet werden.
Doch jetzt erklären Hawking und Mlodinow in ihrem Buch, dass die heutige Wissenschaft die Annahme, aus dem starken anthropischen Prinzip könne ein Schöpfungsakt abgeleitet werden, durch die Multiversum-Theorie ad absurdum führt: Unser Universum ist nur eines in einer unfassbaren Vielzahl von Universen mit ganz unterschiedlichen physikalischen Rahmenbedingungen. Auch die Entstehung unseres Universums bzw. des Multiversums ist nicht mehr rätselhaft, sondern wissenschaftlich erklärbar: All diese Universen entstanden spontan aus dem Nichts. Der Antrieb dazu war die Schwerkraft. Dahinter einen Plan zu vermuten ist überflüssig.

Wenn dies so ist, sind wir an einem wahrhaft bemerkenswerten Punkt unserer Geschichte angelangt. Die moderne Wissenschaft kann nun alles durch natürliche Vorgänge erklären, was bisher dem Wirken eines Schöpfers zugeschrieben wurde. Aus der sogenannten Wohnraumnot Gottes, die mit Beginn der Aufklärung vor einigen hundert Jahren einsetzte und sich immer weiter verschärfte, ist seine vollständige Obdachlosigkeit geworden. Natürlich ist die Gotteshypothese damit nicht widerlegt, aber durch das völlige Fehlen jeglicher Indizien eben auch nicht sehr wahrscheinlich.
Was religiösen Menschen als Rechtfertigung ihres Glaubens bleibt, ist das dem frühen christlichen Schriftsteller Tertullian zugeschriebene Zitat (2. Jahrhundert n.u.Z.) : "Credo quia absurdum est" - Ich glaube, weil es absurd ist.
Kommentar Kommentare (100) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2013 8:21 PM CET


Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
von Stephen R. Covey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Standardwerk zum Thema Selbstmanagement und Lebensführung, 13. Oktober 2010
Der Ratgeber-Markt zum Themenkomplex Selbstmanagement und Lebensführung ist überbordend und unübersichtlich. Es wimmelt geradezu von fragwürdigen oder unbrauchbaren bis hin zu abgrundtief schlechten Produkten. Dieses Buch ragt nicht nur aus der Masse heraus, sondern steht an oder nahe der Spitze. Wenn Sie nur ein Buch zu diesem Thema lesen möchten, lesen Sie dieses; je früher, desto besser. Es ist sowohl privat als auch beruflich von Nutzen. So ist es sicher kein Zufall, dass der Inhalt dieses Buches Bestandteil vieler Starter-Seminare für Nachwuchs-Führungskräfte geworden ist. Auch ich hatte erstmals auf einem solchen Seminar von diesem Buch gehört.
Zunächst war ich äußerst skeptisch als ich erfuhr, dass der Autor praktizierender Mormone ist (siehe z.B. Wikipedia; genau genommen Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage !?). Dem Buch merkt man das jedoch (Gott sei Dank! :-)) nicht an. Jedenfalls kann ich mir nur schwer vorstellen, dass sich jemand durch dieses Buch in irgendeiner Weise ideologisch unangenehm vereinnahmt fühlen könnte.

Weitere Bücher zum Thema Selbstmanagement und Lebensführung, die mir lesenswert erscheinen:

Benjamin Franklin: Autobiographie

Die Bücher von Reinhard Sprenger, z.B.: Das Prinzip Selbstverantwortung

Fredmund Malik (mit stärkerem Bezug zu Management): Führen, Leisten, Leben


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