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Rezensionen verfasst von
M. Hutter
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Unarmed: Best of 25th Anniversary
Unarmed: Best of 25th Anniversary
Preis: EUR 8,97

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unarmed, 24. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Unarmed: Best of 25th Anniversary (Audio CD)
Ein kühnes Unterfangen, an das sich Helloween da herangewagt hat. Man merkt es ja bereits an den ersten Rezessionen hier, die Lager sind gespalten. Nun, dann werfen wir mal einen genaueren Blick drauf:

1) Dr. Stein
Die Ska-Version schockiert natürlich im ersten Moment. Die Gitarren sind im Hintergrung und Blasinstrumente dominieren das geschehen. Wenn man allerdings den ersten Schock überwunden hat, dann stellt man fest, dass der Song einfach klasse funktioniert. Er lädt zum Tanzen ein, klingt originell und begeistert nicht zuletzt wegen einem grandiosen Saxophon-Solo. (9/10)

2) Future World
Country-mäßige Gitarren eröffnen diesen Klassiker. Nicht das ich was gegen Country hätte, aber irgendwie passt das nicht ganz. Wenn wir uns ehrlich sind, war der Song ja immer schon eher Pop, aber die Akustikgitarre macht das Ganze dann doch eine Spur zu niedlich. Irgendwie fehlen hier die Ecken und Kanten. (6/10)

3) If I Could Fly
Ich dachte mit immer schon, dass dieser Song akustisch genial klingen würde. Und hier habe ich endlich den Beweis. Natürlich ist das nicht alles, die Keyboards geben dem Song noch eine relaxte Stimmung. Ein bisschen Lounge-Charakter schwingt da mit. Da ich, obwohl ich mich im Großen und Ganzen als Metaller sehe, auch gerne Lounge-Musik höre, denke ich, dass ich auch ein wenig beurteilen kann, wie brillant diese Version des Klassikers eigentlich ist. (9/10)

4) Where The Rain Grows
Eine rundum solide Nummer, welche sich vom Original eigentlich nur durch die Akustikgitarre und das gedrosselte Tempo unterscheidet. Meines Erachtens wurde das Tempo sogar ein wenig zuviel zurückgenommen. Schon klar, Akustikversionen muss fast immer etwas langsamer spielen, aber hier wurde es ein wenig übertrieben. Dadurch plätschert der Song unauffällig an einem vorbei. Wie gesagt, solide, aber nichts besonderes. (7/10)

5) The Keeper's Trilogy
Die Nummer hier kann man mit Fug und Recht als das Herzstück des Albums bezeichnen. Ein 17-minütiges Orchester-Medley aus "Halloween", "Keeper of the Seven Keys" und "King for a 1000 Years". Das Prager Orchester leistet hier geniale Arbeit (gut, das war zu erwarten, dass in einem renommierten Orchester keine 0815-Musiker sitzen). Einfach genialst, was Helloween uns hier beschert. (10/10)

6) Eagles Fly Free
Den Power Metal Klassiker in eine Ballade umzuschreiben, puh, das nenn ich gewagt. Funktioniert leider nicht, weil es dem Song die Power nimmt, aber nicht in der Lage ist, dem Ganzen die nötige Emotion für eine Ballade zu geben. Hier wurde wiedermal eine Chance vertan. Schade. (5/10)

7) Perfect Gentleman
Eine ganz lustige Popnummer. Äußerst interessant, vor allem Deris' sanfterer Gesang. Ich weiß, dass sich vor allem an diesem Song die Geister scheiden werden. Ich für meinen Teil find ihn ganz gut. (8/10)

8) Forever And One (Neverland)
Umgeschrieben, sodass es jetzt nur noch von Piano und Deris' Stimme getragen wird. Natürlich kitschig bis zum geht nicht mehr. Das war zwar das Original auch schon, aber hier wird noch eins drauf gesetzt in puncto Kitsch. Irgendwie aber auch schön. Deris ist nunmal ein guter Sänger, einer der wohl meist unterschätzten. Deshalb kann sein Gesang hier viel gutmachen, vor allem, weil er stark im Vordergrund steht. (7/10)

9) I Want Out
Der Kinderchor war unnötig. Der lässt das Ganze kindischer und poppiger erscheinen als es eigentlich ist. Leider die schwächste Nummer auf dem Album. (3/10)

10) Fallen to Pieces
Eine weitere Lounge-Nummer. Ebenfalls genial. Hier kann man sogar sagen: Besser als das Original! (10/10)

11) A Tale That Wasn't Right
Die legendäre Ballade fügt sich perfekt ins orchestrale Gewand. Deris kann einmal mehr seine Stimme zur vollen Geltung bringen. Was für eine gelungene Nummer. (9/10)

Fazit: "Unarmed" hat einige Aussetzer. Und es wird zweifelsohne die Fangemeinde spalten. Aber, wer offen für Neues ist, wird ein paar echte Highlights entdecken. 0815-Radio-Pop hat Helloween nämlich sicher nicht abgeliefert. Dafür sind die Songs allesamt zu originell.


The Raven Ride
The Raven Ride
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 27,85

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Raven Ride, 28. November 2009
Rezension bezieht sich auf: The Raven Ride (Audio CD)
Analysieren wir das Album mal Song für Song:

1) The Raven Ride:
Der Opener beginnt gleich in Black Sabbath- Manier. Das Riff weißt Ähnlichkeiten mit dem Klassiker "Neon Knights" auf, ist allerdings langsamer und düsterer. Tony Martin kann hier seine Stimme voll entfalten. Textlich gesehen ist der Song ein typisches Tony Martin-Werk. Düstere, ein bisschen fantasylastige, Lyrics, in denen scharf Gesellschaftskritik geübt wird. Konkret geht es um Heuchelei in Religion und Krieg. Ein gelungener Opener, auch wenn hier leider auserechnet Rolf Munkes, das eigentliche Mastermind hinter Empire, ein wenig schwächelt. Seine Soli sind zwar nicht schlecht, aber hauen einen auch nicht vom Hocker. (8/10)

2) Breathe:
"Breathe" knüpft an den Opener in jederlei Hinsicht an. Ein Sabbath-ähnliches Riff und handelt ebenfalls von Religion. Das Tempo wird noch ein wenig gedrosselt, dafür steigt die Düsternis an. Hier kann auch Munkes endlich ein geniales Solo ablassen. Der Ausnahmesänger Martin kann sowieso überzeugen. Eine Steigerung zu "The Raven Ride" in jeder Beziehung. (10/10)

3) Carbon Based Lifeform:
Mit leicht verfremdetem Schlagzeug beginnt dieser Song. Anstatt des Sabbath-Metal geht dieser Song eher in eine Hardrock Richtung. Anfangs klingt der Song gerade wegen dem Schlagzeug noch ein wenig seltsam, er steigert sich aber nach mehrerem Hören und wurde schließlich mein persönlicher Favorit. Thematisch greift Tony Martin auf das Thema Außenseitertum zurück. (10/10)

4) Satanic Curses:
Wieder im Metal angekommen schleppt sich der langsame Song vorwärts. Der stampfende Rhythmus und die düsteren Texte lassen gar an "Headless Cross"-Zeiten erinnern. Leider erreicht der Song nicht ganz das Niveau des seligen Albums. (7/10)

5) Al Sirat:
Dieser arabisch anmutende Song ist wieder einer der langsameren. Obwohl instrumental etwas zurückhaltend, bietet er den perfekten Nährboden für Martins unvergleichliche Stimme. Starker Track. (9/10)

6) What Would I Do:
Die obligatorische Ballade auf dem Album. Genauso klingt sie leider auch. Irgendwie nicht ehrlich. Irgendwie wie eine typische Hardrock/Metal-Ballade. Einfach zu klischeehaft. Nicht schlecht, aber schon tausendmal gehört. Einzig positiv hier ist überraschenderweise der relativ klischeefreie Text. Schade darum, er hätte eine bessere musikalische Untermalung verdient. (5/10)

7) Changing World:
Die wohl direktesten Lyrics auf dem Album. Es geht um die globale Erwärmung. Vielleicht ein bisschen einfallslos das Thema, aber insgesamt funktioniert der Song hervorragend. (8/10)

8) Maximum:
Gleich zu Beginn wird man hier überrascht. Tony Martin schreit sich in Hetfield-Manier seine Seele aus dem Leib. So hat man ihn noch nie singen gehört. Dazu gibt es Stakkato-Rhythmen von Mr. Munkes. Der Song ist endlich auch wieder ein richtiges Highlight, trotz vieler Wiederholungen. (9/10)

9) I Can't Trust Myself:
Ein eher poppiger Lovesong in Bon Jovi-Manier. Ganz nett, aber nicht herausstechend. Irgendwie passt der Sound hier nicht. Generell ist er ja super auf dem Album, aber für diese Art von Song ist er irgendwie zu metallisch.

10) The Devil Speaks, The Sinner Cries:
Nun, dieses Riff hätte von Tony Iommi persönlich stammen können. Das Album ging ja mit wenigen Abstrichen generell in eine Black Sabbath Richtung, aber nirgends so sehr wie hier. Das ist legitim, da Tony Martin ja lange Zeit Sänger bei Sabbath war. Der Song selbst hält was er verspricht. In den Strophen spricht Tony Martin mit zynischer, boshafter Stimme anstatt zu singen, im Refrain shoutet er sich jede Menge Schmerz aus dem Leibe. Das mag merkwürdig klingen und zugegeben, ist am Anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig, aber funktioniert auch ganz gut. Von der Atmosphäre her könnte man den Song am Besten mit "The Eternal Idol" vom gleichnamigen Album vergleichen. (10/10)

Fazit: "The Raven Ride" ist ein rundum gelunges Album. Klar, das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber es ist eine kleine Zeitreise in die "Headless Cross"- und "Tyr"-Ära von Black Sabbath. Wäre Iommi damals mit Tony Martin, Neil Murray, Geoff Nichols und Cozy Powell zusammen geblieben, dürfte der "Tyr"-Nachfolger wohl so ähnlich geklungen haben.


Host
Host
Preis: EUR 11,52

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Host, 22. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Host (Audio CD)
Mit dem 1999er Album "Host" schufen Paradise Lost eines ihrer umstrittensten Alben ihrer Bandgeschichte. War "One Second", trotz seiner eher poppigeren Ausrichtung, insgesamt noch ein Album, welches viele als innovativ und überaus gut ansahen, wurde die Fangemeinde mit "Host" in zwei Lager gespalten. Der überwiegende Teil konnte mit dieser elektronisch orientierten Ausrichtung nichts anfangen, andere lobten dies als das gewagteste und beste Album, was Paradise Lost je herausgebracht haben.

1) So Much Is Lost:
Schon in den ersten Sekunden wird klar, dass dieses Album eindeutig ein Synthie-Pop Werk sein soll. Die Gitarren sind stark verfremdet verzerrt, Nick Holmes sing nur mehr ausschließlich klar und sanft. Auch wird sofort klar, dass dieses Album auch gar nicht den Anspruch erheben will zu rocken, sondern eher eine melancholische Atmosphäre zu schaffen, in der der geneigte Hörer verloren gehen kann. Fast schon ein wenig spacig kommen die Strophen hier rüber und vermitteln ein gewisses Gefühl von Schwerelosigkeit. Logisch folgend ist der Refrain, in welchem die Gitarren zwar seltsam verzerrt wurden, aber immerhin noch klar erkennbar bleiben. "So Much Is Lost" ist meiner Meinung ein genialer Song und der ideale Start, da er die Stärken dieses Albums gut zum Vorschein bringt. (9/10)

2) Nothing Sacred:
Fast schon Dance-ähnliche Synthesizerklänge eröffnen diesen Song. Doch schon setzen melancholische Streicher aus dem Keyboard ein und machen klar: Alles liegt im Argen und es gibt keinen Grund zu tanzen. Die Gitarren sind hier ebenfalls noch sehr gut erkennbar und Nick Holmes verwendet einen interessanten Sprechgesang, der allerdings im Refrain abbricht und melodischer wird. Die Melancholie von "So Much Is Lost" wird so gekonnt gesteigert, sodass es fast scheint, hierbei handle es sich um dessen Fortsetzung. Auch "Nothing Sacred" weiß zu überzeugen. (9/10)

3) In All Honesty:
Hier werden die Gitarren erstmals so stark verfremdet, dass sie nicht mehr wie Gitarren klingen. Wem sowas nicht gefällt, wird mit dem Song wenig anfangen können. Wer offen für derlei Experimente ist, der wird ein wahres Highlight entdecken. Vor allem Nick Holmes weiß hier sowohl stimmlich wie auch textlich voll und ganz zu überzeugen. Ich finde dies ist eine der eingängisten, aber genialsten Melodien, die er je geschrieben hat. Im Mittelteil kann man sogar wieder kurz die Gitarren erkennbar hören. Greg liefert uns eine seiner Trademark-Melodien. Einer der stärksten Songs auf dem Album. (10/10)

4) Harbour:
Nach kurzem Intro von Keyboardstreichern beginnt ein eher langsamer, aber atmosphärisch gelungener Song. Die Gitarren sind teilweise wieder erkennbar, allerdings wird der Song ohnedies mehr vom Keyboard und Nick Holmes getragen. In puncto Melancholie hat Paradise Lost selten vergleichbares abgeliefert. Eine Frauenstimme begleitet Mr. Holmes durch den Refrain und gibt dieser Melancholie somit eine zusätzliche Dimension. Das einzige Problem hier ist das meiner Meinung nach überflüssige Piano-Zwischenspiel nach dem zweiten Refrain. Da wäre es klüger gewesen noch mal Gregs Gitarre ranzulassen. (9/10)

5) Ordinary Days:
Einer der treibenderen Songs des Albums. "Ordinary Days" beginnt mit gehetztem Piano-Intro, um dann mit elektronischen Piep-Lauten eine Melodie zu formen, die dermaßen flott in's Ohr geht, dass man diesen Song einfach wieder und wieder hören will. (9/10)

6) It's Too Late:
Dieser Song beginnt diesmal mit einem Intro aus echten Streichern. Ein Song der zunächst sehr ruhig beginnt und sich langsam steigert. So kommt die erste Strophe nur mit dem Streichinstrument und ein paar minimalistischer Keyboardklänge aus. Erst in der zweiten Strophe setzt das Schlagzeug hörbar ein, davor ist es nur ein leiser Klicklaut, der den Takt angibt. Auch Nick Holmes passt sich diesem Schema an. Während er die erste Strophe beinahe flüstert, wird er langsam und kontinuierlich immer lauter. Am Ende begleitet ihn auch diesmal eine Frauenstimme, diesmal nicht dezent im Hintergrund, sondern wirklich duetthaft. Diese Steigerung gepaart mit dem Zusammenspiel von Streichern, Keyboards und Piano geben dem Song eine epische aber auch furchtbar melancholische Atmosphäre. Das ist der vermutlich traurigste Song, den diese Band je gemacht hat. Gerade das ist auch seine Stärke und gerade deshalb ist er auch der beste Song auf dem Album. (10/10)

7) Permanent Solution:
Der wohl "heavieste" Song auf dem Album. "Permanent Solution" hätte sicher auch gut auf "One Second", vielleicht sogar auf "Draconian Times" gepasst, wenn man die Verzerrung der Gitarren mehr Metal-orientiert gewählt hätte. Greg zeigt hier tatsächlich endlich, dass er seine charakteristischen Melodien nicht verlernt hat. Nick Holmes Gesang ist auch etwas "heavier", wenn auch noch immer eindeutig klar. Insgesamt ein brillanter Song. (9/10)

8) Behind The Grey:
Hier erkennt man endlich wieder mal die Gitarren als solche. Der Song schwelgt in flotterem Tempo in Melancholie und dem Wunsch auszubrechen. Und genau darum geht es textlich auch. Zugegeben, dem Text fehlt ein wenig die Raffinesse, die Mr. Holmes sonst für sich beansprucht, aber der Song macht einfach Spaß und man kann gar nicht aufhören ihn zu hören. (10/10)

9) Wreck:
Das ebenfalls spacige "Wreck" ist wohl der einzige gröbere Aussetzter auf dem Album. Obwohl, schlecht ist er nicht. Der Refrain ist rundum gelungen, die Melodie ist super, aber die Zeit bis zum Refrain zieht sich schon ein bisschen. (8/10)

10) Made The Same:
Dieser Up-Tempo-Song überzeugt durch hörbare, sogar gänzlich unverzerrte Gitarren. Die Keyboards und Synthesizer werden etwas in den Hintergrund gedrängt. Genau dadurch fällt der Song positiv ein wenig aus dem Rahmen. Untermalt wird das ganze von einem brummenden Bass, der in der Strophe zwar verzerrt wird, aber insgesamt dominieren hier doch die eher "normalen" Instrumente. Im Mittelteil darf ein Piano schließlich in den Vordergrund, während Nick eine seiner besten Melodien singt. (10/10)

11) Deep:
Hier herrschen wieder verfremdete Brummlaute. Gelegentlich ist die Gitarre zu hören, aber sie hält sich stark im Hintergrund. "Deep" wird von Schlagzeug und Bass dominiert. Im Refrain erklingt dann ein geisterhaftes Keyboard. Nick Holmes schmachtet hier in totaler Verzweiflung. Der Song sticht leider nicht sonderlich hervor, da er zwischen zwei Meisterwerken steckt, aber er ist definitiv besser als "Wreck". Vor allem der ruhige Mittelteil und eine stark verzerrte Stimme zu Beginn und am Ende, die irgendetwas sagt, machen den Song interessant und geben ihm eine fiese Düsternis. (9/10)

12) Year Of Summer:
Dieser Song ist das vollkommene Kontrastprogramm zu "Made The Same". Kaum ein Instrument tritt groß in den Vordergrund. Alle halten sich brav im Hintergrund und schaffen eine düstere Atmosphäre, während Nick Holmes über depressive und zynische Menschen singt (wahrscheinlich meint er sich selbst). Der Song lebt fast ausschließlich von der Atmosphäre, die er kreiert. Damit ist er zwar kein Unikum auf diesem Album, aber so konsequent wird das nur hier durchgezogen. Gerade dadurch weiß der Song schließlich auch zu begeistern. (10/10)

13) Host:
Der Titelsong lässt zu Beginn Schlimmes erahnen. Er beginnt fast gleich wie das etwas strauchelnde "Wreck". Doch davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Hierbei handelt es sich um einen der melancholischsten Songs des Albums. Während die Strophe noch vorwiegend wie "Year Of Summer" einzig auf Atmosphäre setzt, wird im Refrain eine geniale Gesangsmelodie ausgepackt, die einfach mitreißt. Die Gastsängerin darf hier ein weiteres Mal zur Unterstützung an's Mikro, obwohl hier wieder nur als Backgroundsängerin und nicht Duettpartnerin. Insgesamt überzeugt "Host" durch seine gekonnte Steigerung und seine brillante Melodie. (10/10)

Fazit: Dieses Album wird nicht jedem Paradise Lost Fan gefallen. Es ist einfach kein Album zum Headbangen. Es hat keinen einzigen wirklich rockenden Song (höchstens noch "Permanent Solution"). Es hat überhaupt nichts mit Metal zu tun. Aber, wer offen für etwas Neues ist, der sollte es sich unbedingt anhören. Ansonsten entgeht ein Meisterwerk. Übrigens, woher die Depeche Mode Vergleiche kommen, verstehe ich als Depeche Mode Fan nicht. Das Album mag zwar melancholischer Synthiepop sein, aber deswegen gleich zu behaupten es klinge wie Depeche Mode, ist nicht sonderlich klug. Das wäre als würde man sagen, die "Icon"-Phase von Paradise Lost klingt wie Iron Maiden, nur weil beides Metal ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 20, 2012 2:10 PM MEST


Believe in Nothing
Believe in Nothing
Preis: EUR 12,21

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Believe In Nothing, 22. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Believe in Nothing (Audio CD)
"Believe In Nothing" dürfte wohl noch umstrittener sein als "Host". Vor allem, da es weder das "Host"-Klientel, noch die Freunde alter Tage eindeutig bedient. Als einer der wenigen, die die stetige Weiterentwicklung dieser Band immer geschätzt haben, da ich ein zweites "Shades of God" oder "Draconian Times" als unnötig empfinde (ich hab ja das Original schon, wozu noch eine Kopie?), versuche hier nun, das Album mal Song für Song zu bewerten:

1) I Am Nothing:
Der Semi-Titelsong startet mit verzerrtem Schlagzeug, um dann in eine Art Heavy Pop-Rock umzusteigen. Ein Ohrwurm ist der Song zweifelsohne. Schlecht ist er auch nicht, nur irgendwie unoriginel. Die Atmosphäre ist zwar weiterhin unverkennbar die selbe, für die Paradise Lost berühmt wurden, aber irgendwie mangelt der Song an dem zündenden Etwas, dass einen guten Song zu einem erstklassigen Song macht. Wie gesagt, schlecht ist er nicht, aber irgendwas fehlt. Der Text reißt das ganze dafür wieder raus. Der stammt unverkennbar von Nick Holmes und handelt von Typen, die sich für was besonderes halten, aber eigentlich niemand sind. Das ganze natürlich mit einer gesunden Portion Ironie. (7,5/10)

2) Mouth:
Eine fast schon Hardrock-artige Gitarre eröffnet den Song. In der Strophe wird dann eine minimalistische atmosphärische Melodie von Greg präsentiert, die das Ganze in ein düster-melancholisches Gewand hüllt. Nick Holmes liefert hier passend eine seiner ohrwurmhaftigsten Melodien ab. Das ganze funktioniert super, "Mouth" sticht auf dem Album wahrlich positiv hervor. Vor allem die Steigerung der Dramatik geling wahnsinnig gut. (9/10)

3) Fader:
Dieser Song wird unter Oldschool-Fans wohl das Hassobjekt schlechthin sein. Der Song ist Pop-Rock pur. Allerdings geht die Melodie sofort ins Ohr und haftet dort fest und lässt einen nicht mehr los. Ungewöhnlich für Paradise Lost ist dieser Song schon, doch kann er sich locker mit "Mouth" messen. (9,5/10)

4) "Look At Me Now":
Zu Beginn ertönen die Elektro-Klänge von Host, nur um von einer heftigen Gitarre unterbrochen zu werden. Dies zieht sich wie in Faden durch das ganze Lied. Teilweise Elektropop vermischt mit (ziemlich eindeuig) Metal-Gitarren. Das klingt wahnsinnig sperrig, funktioniert aber sehr gut. Meiner Meinung wäre dies ein besserer Opener als "I Am Nothing" gewesen. (8,5/10)

5) "Illumination":
Sehr melancholisch der Song. Leider bietet er zu wenig Abwechslung und plätschert eintönig vor sich hin. Lediglich Nick Holmes kann im Refrain wirklich herausstechen. (6/10)

6) "Something Real":
Nach dem Absturz kommt nun wieder ein gelungener Song. "Something Real" mag zwar ebenfalls sehr poppig geworden sein, aber überzeugt gerade durch seine Einfachheit. Der Refrain ist ohnedies der Hammer schlechthin. Greg darf auch erstmals in größerem Umfang seine Gitarrenarbeit präsentieren, allerdings ohne dabei groß auf Komplexität zu setzen. (9/10)

7) "Divided":
Eine wahnsinnig traurige Ballade über die Unfähigkeit der Menschen vernünftig zu kommunizieren. Die Keyboards sind hier das tragende Element. Gitarrenmäßig hält sich die Band allerdings hier sehr zurück. Insgesamt der wohl "Host"-ähnlichste Song auf "Believe In Nothing".(8/10)

8) "Sell It To The World":
Ein eher vorantreibender Song, den man am ehesten als eine Mischung aus "Look At Me Now" und "Mouth" beschreiben könnte. Allerdings fehlt hier die Gesangsmelodie, die einen mitreißt. (7,5/10)

9) "Never Again":
Die zweite und letzte Ballade auf dem Album. Im Gegensatz zu "Divided" setzt sie aber auf konstante Steigerung, anstatt auf unbeschreibliche Melancholie, die unüberwindbar scheint. Das gelingt nur teilweise, da der vor allem gegen Ende irgendwie der Zusammenhang abhanden gekommen ist. Außerdem fehlt jeder Ohrwurmcharakter, sodass der Song fast unbemerkt vorbeiläuft. Positiv muss aber hervorgehoben werden, dass der Song im Mittelteil über einen sehr gelungen orchestralen Keyboardpart verfügt, der doch zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich zieht. (7/10)

10) "Control":
Trotz Gregs markanter Gitarre, die hier wieder mehr in den Vordergrund darf, kann der Song nicht wirklich überzeugen. Irgendwie fehlt der Gesang, der in diesem Musikstil die vordergründige Rolle spielen soll. Ein wahrer Mittelmaß-Song. (4/10)

11) "No Reason":
Der wohl härteste Song auf dem Album und als solcher funktioniert er wunderbar. Es stimmt hier alles, die (verhältnismäßig) heavy Gitarren, der Gesang, einfach alles. Passend dazu treten die Keyboards in den Hintergrund. Gelungen. (9/10)

12 "World Pretending":
Ein sehr langsamer, schleppender Song, der, wäre er etwas härter ausgefallen, fast schon als doomig bezeichnet werden könnte. Er überzeugt durch Nick Holmes, der hier wohl eine seiner besten Gesangsleistungen seiner ganzen Karriere abliefert. Die Gitarren bauen Spannung auf, und auch Greg darf ein paar seiner markanten Melodien aus dem Ärmel zaubern. Der perfekte Abschluss. (9/10)

Fazit: Das Album hat seine Höhen und Tiefen. Es zeigt eine Band, die gerade nicht genau weiß, in welche Richtung sie gehen soll. Back to the roots? "One Second"-, "Host"-Ära? Oder was ganz neues? Von all dem findet man etwas, auf dem Album. Wer sich dieses Album kauft, muss sich klar sein, dass dies nicht die Paradise Lost sind, die "Gothic" aufgenommen haben. Auch nicht die, die "Draconian Times", "One Second" oder "Host" aufgenommen haben. Und auch nicht die, die später "Symbol of Life" aufnehmen würden. Diese Band ist eine, die auf der Suche nach ständiger Weiterentwicklung sind, und dabei kurz in's Straucheln gekommen sind.
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Faith Divides Us (Deluxe 2cd)-Death Unites Us
Faith Divides Us (Deluxe 2cd)-Death Unites Us
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 9,54

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faith Divides Us - Death Unites Us, 19. November 2009
Da hätten wir's also, das neue Paradise Lost Album. Man sollte es Song für Song betrachten:

1) As Horizons End:
Beginnend mit kirchenähnlichen Chören wird gleich klar gemacht, dass hier die reinste Düsterenis herrscht. Nur wenige Sekunden darauf setzen die Gitarren explosionsartig ein. Eins wird schnell klar, hier geht es in eine doomigere Richtung. Nick Holmes setzt seine Draconian Times/Icon-Stimme in tiefer Lage ein, um seine gewohnt kryptischen, düsteren Texte zu shouten, bis er im Refrain in den Klargesang übergeht. Ein sehr gelungener Start, vielleicht nicht direkt schnell und mitreißend und schon gar nicht zum headbangen einladend, aber er macht gleich klar, in welche Kerbe dieses Album schlägt. In reinste Düsternis, wo es keinen Grund zum Lachen gibt. Einziges Manko: Greg Mackintosh packt lediglich zu Beginn seine legendären und charakteristischen Gitarrenmelodien aus. Egal, das macht er mit einem intelligenten Solo wieder weg. (9/10)

2) I Remain:
Allen Beteuerungen der Band, dass das Album eher Gesamtwerk sei, als eine Ansammlung von einzelner, für sich stehender Hits, hier ist dennoch einer. Und das trotz relativ hoher Komplexität. Ein für Paradise Lost-Verhältnisse eher flotter Song, in dem vor allem Nick Holmes glänzt. Er zeigt hier wirklich die volle Bandbreite seines stimmlichen Könnes: von tiefen Icon-Shouts, über seine Hetfield-ähnliche Stimme, bis hin zu sanften Klargesang. Der Refrain ist wohl einer der größten Ohrwürmer, die diese Band je geschrieben hat, und zwar einer von der positiven Sorte ("Tear me down and break me, I remain"). Geht sofort ins Ohr. Im Mittelteil nimmt der Song etwas Tempo ab und wird eher balladesk und in sich gekehrt, nur um dann mit erneut explosionsartig Tempo aufzunehmen und Greg Spielraum für ein brillantes Solo zu liefern. Ein Hit durch und durch und das allerbeste: er tanzt nicht aus der Reihe und passt nach wie vor in das Gesamtwerkkonzept des Albums. (10/10)

3) First Light:
Etwas sperriger, aber insgesamt super gemacht. Erstmals kommen auch Keyboards in größerem Ausmaß vor, allerdings befinden sich die Gitarren nach wie vor eindeutig im Vordergrund. In den Strophen schwankt Holmes zwischen seinem Klargesang und Shouts. Der Refrain geht zwar nicht so gut ins Ohr, da er weniger mitreißend wie atmosphärisch ist, aber nachdem man sich reingehört hat, funktioniert der Song ganz gut. (8,5/10)

4) Frailty:
Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie hab ich mir immer gedacht, dass Paradise Lost eines Tages einen Song mit diesem Titel machen würde. Hierbei handelt es sich um einen der sperrigsten Songs auf dem ganzen Album. Und er funktioniert dennoch (bzw. gerade deshalb) perfekt. Mit seinem balladesken Anfang, macht er Stimmung für das Gewitter das folgt. Als der Song an Fahrt aufnimmt, entwickelt er sich zu einem der schnellsten Songs, den diese Band je gemacht hat. Und das nur, um kurz darauf wieder ins mid-tempo überzugehen. Der Song ist etwas ungewöhnlich aufgebaut, da er auf einen Refrain im herkömmlichen Sinne verzichtet, aber gerade das macht ihn so spannend. Gegen Ende hin zeigt Greg Mackintosh auch endlich ein paar seiner genialen Melodien. So haben wir Paradise Lost bisher noch nie gehört. Einfach herrlich. (10/10)

5) Faith Divides Us, Death Unites Us:
Die erste Single ist ein ganz netter Song. Unter anderem Umständen würde er sogar ein echter Hit wären, aber leider kann er sich mit seinen Vorgängern nicht ganz messen. Obwohl, textlich durchaus spannend, da er trotz des relativ direkten Titels viel Spielraum für Interpretationen lässt. Ein gelungener Song, nur nicht ganz auf dem Niveau der ersten vier. (8,5/10)

6) The Rise Of Denial:
Der wohl direkteste Songtext auf dem Album. Und passend dazu das eingängigste und geradlinigste Lied auf dem Album. Irgendwie erinnert mich Gregs Melodie ein bisschen an das mittlerweile Kultstatus genießende "Sweetness", obwohl wesentlich schneller. Generell ist dies wohl die Icon/Draconian Times-ähnlichste Nummer. Ähnlich gut geht der Song auch ins Ohr. (9,5/10)

7) Living With Scars:
Wow, der Song ist vielleicht sperrig. Vor allem die ersten Minuten. Doch sollte man sich davon nicht schrecken lassen. Zu Beginn während den ersten zwei Strophen lässt Greg Mackintosh sogar wieder ein paar der uralten Death Metal Einflüsse in den Song fließen, währen Nick mit gewohnt tiefer Icon-Stimme seine auch nicht ganz ohrwurmgleiche Melodie rüberbringt. Doch spätestens nach der zweite Strophe offenbart der Song seine wahre Stärke. Nick Holmes steigt für den restlichen Song in einen eher melodischen Hetfield-Gesang um, währen Greg gitarrenmäßig wohl das Beste, was er in Jahren (vielleicht auch während seiner ganzen Karriere?) rausgebracht hat, aus dem Ärmel zaubert. Die Aggression des Anfangs weicht einer Melancholie, der man sich einfach nicht entziehen kann. Wer sich hier beim ersten Hören abschrecken lässt, dem entgeht ein wahres Meisterwerk. (10/10)

8) Last Regret:
Der wohl melancholischste Song auf dem Album erweißt sich zu Beginn ebenfalls etwas sperrig, und dass, obwohl er eigentlich sehr simpel gehalten ist. Derartig minimalistisch haben wir Paradise Lost ebenfalls noch nie gehört. Doch genau darin liegt auch die Stärke des Songs. Trotz eher simpler Gitarrenarbeit (ein Akkord pro Takt und das bei sehr langsamen Tempo) und einer sehr sehr simplen Melodie von Nick Holmes gelingt es dem Song ein tragisch-episches Gefühl zu erschaffen. Holmes verwendet hier fast ausschließlich seine klare Stimme, welche (gewollt) sehr zerbrechlich und verletzt klingt. Im Mittelteil nimmt schließlich auch dieser Song kurz an Fahrt auf, damit Greg das Ganze mit herrlichen Melodien abrunden kann. (9,5/10)

9) Universal Dream:
Die Stärke von Paradise Lost lag unter anderem immer schon in genialen Melodien. Leider können sie diese hier nicht ganz einbauen. Der Song erinnert stark an "Pity The Sadness", aber erreicht nicht einmal annähernd dessen Glanz. Kein schlechter Song, durchaus nicht, aber leider die Schwachstelle dieses Albums. (7/10)

10) In Truth:
Der wohl experimentellste Song des Albums. Teilweise erinnert er an One Second/Host-Zeiten, sprich er punktet nicht durch Komplexität oder schnellen Rhytmen, sondern duch seine Atmosphäre. Strenggenommen klingt der Song so wie das Host Album klingen würde, wenn man es damals mit richtigen Gitarren aufgenommen hätte (im Speziellen "Permanent Solution"), ist allerdings düsterer als dieses. Ich weiß, dieser Song wird die Meinungen der Fans spalten, jedoch mir gefällt's. (8,5/10)

11) Cardinal Zero:
Der Song könnte meiner Meinung nach "Universal Dream Part II" heißen, ist allerding besser als dieser. Speziell, weil gegen Ende wieder geniale Melodien augepackt werden. Doch insgesamt auch kein wahres Highlight. (7,5/10)

12) Faith Divides Us, Death Unites Us (Orchestral):
Aufgenommen mit dem Prager Orchester. Keine schlechte Nummer, aber erreicht leider nicht ganz das Original. (8/10)

13) Last Regret (Orchestral):
Die zweite Orchester-Version eines Songs von diesem Album. Das genau umgekehrte wie bei "Faith Divides Us...". Es toppt das Original noch. Kaum zu glauben, aber wahr. Der Song war ja schon im Original episch, aber hier wird alles gesteigert, was das Original zu bieten hat. Die Melancholie, die Düsternis, die Dramatik, der Bombast. Ein sehr gelungenes Projekt, das mit dem Orchester. (10/10)


The Devil You Know
The Devil You Know
Preis: EUR 20,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heaven and Hell = Black Sabbath anno 2009, 9. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: The Devil You Know (Audio CD)
Song für Song:

1) "Atom And Evil":
Überraschenderweise beginnt dieser Song sehr langsam und schleppend. Etwas unglücklich für den Start. Aber abgesehen davon ist dieser Song einfach nur genial. Tolle Vocals, Iommi spielt einfach klasse, der Bass schafft das passende Fundament. Nur Vinny Appice enttäuscht etwas. Bei ihm handelt es sich um einen genialen Drummer, aber hier zeigt er kaum was von seinem Können. Trotzdem, atmosphärisch ist dieser Song super, düster und bedrückend. Dios Lyrics passen sich den Gegebenheiten an und behandeln ebenfalls dunklere Themen.
8/10

2) "Fear":
Hier wird richtig gut gerockt. Eine klassische Sabbath-Nummer mit düsteren, aber mitreißenden Lyrics von Dio, die einen zum Nachdenken anregen. Wäre das nur der Opener gewesen...
9/10

3) "Bible Black":
Bei der ersten Single handelt es sich um einen starken Rocker, der einen von Anfang an mitnimmt. Der atmosphärische Balladenteil zu Beginn steigert sich gekonnt in eines der wohl eingängisten, aber gerade deshalb besten, Riffs, die Iommi in seiner ganzen Karriere je geliefert hat. Wie das gesamte Album bedient sich auch "Bible Black" einer eher düsteren Atmosphäre. Hier zeigen die alten Herren endlich mal, was sie wirklich sind: Götter des Metal.
10/10

4) "Double The Pain":
Endlich ein Song, der mit einem Bass-Intro von Geezer beginnt. Das Gitarrenriff stimmt sofort darauf ein. Irgendwie wirkt es auf mich hypnotisch. Trotzdem ein typischer Sabbath-Song. Meister Dio singt wie von Gottes Gnaden und Iommi läuft gerade im Solo zu Höchstform auf. Einfach himmlisch.
10/10

5) "Rock'n'Roll Angel":
Dieser Song fällt etwas aus der Reihe. Er ist nicht so düster und heavy wie die anderen und hat fast was kommerzielles an sich. Man würde ihn auch problemlos im Radio spielen können. Macht nichts, geben wir ihm mal eine Chance. Also, er langweilt zu Beginn etwas, aber er zeigt seine wahre Stärke nach einigen Durchläufen. Vermutlich liegt es auch nur daran, dass er eben irgendwie nicht auf das Album passt, stimmungmäßig. Nach der zweiten Strophe folgt ein balladesker Teil, der seinesgleichen sucht. Irgendwie spanisch wirkt das Ganze auf mich, aber gerade das macht den Song so abwechslungsreich. Schade, dass er, wie bereits gesagt, irgendwie fehl am Platze wirkt auf diesem düsteren Album.
7/10

6) "The Turn Of The Screw":
Der wohl sperrigste Song des Albums, er schwankt zwischen Heavy Metal und Hardrock hin und her. Egal, es rockt einfach nur, auch, wenn nicht das Niveau von "Bible Black" oder "Fear" gehalten werden kann.
8/10

7) "Eating The Cannibals":
Der erste wirklich schnelle Song auf dem Album. Er ähnelt ein wenig "Mob Rules", aber ohne wie eine blasse Kopie zu wirken. Von der Stimmung her ist er sowieso um Längen dunkler. Iommi darf hier mal so richtig zeigen, was er drauf hat, wenn er mehrere brillante seiner unverkennbaren Soli präsentiert. Dios Lyrics sind hier ebenfalls spannend und sein Gesang erreicht fast das Niveau von "Falling Off The Edge Of The World". Super Nummer.
10/10

8) "Follow The Tears":
Der wohl Sabbath-untypischtste Song auf dem ganzen Album. Er beginnt sehr langsam und unheimlich mit einem sehr heavy Gitarren-Intro von Iommi, nur durch eine Orgel begleitet, ehe er sich zum schwersten, aber auch melancholischsten Song des Albums steigert. Dio singt irgendwie anders hier, diese Art von Melodie ist man von ihm nicht so gewohnt, aber es passt perfekt zum Song. "Follow The Tears" ist wohl das Herzstück des Albums, er steht für alles, was "The Devil You Know" ausmacht, zumindest, was die Atmosphäre betrifft. Denn ansonsten ist dieser Song für diese Band eher experimentell geraten. Trotzdem oder gerade deshalb genial, der Beste auf dem ganzen Album mit dem Potenzial zu einem modernen Klassiker aufzusteigen.
10/10

9) "Neverwhere":
Der zweite wirklich schnellere Song. Textlich und stimmlich einfach super. Nur ausgerechnet Iommi versagt hier. Das Riff klingt irgendwie als hätte man es schon gehört. Es klingt wie eine Mischung aus "Mob Rules" und "TV Crimes", nur ohne deren Klasse zu erreichen. Der Mittelteil, wo das Tempo gedrosselt wird, verspricht zwar Besserung, aber dieser dauert zu kurz. Hier konnte Vinny Appice auch nichts mehr retten, der klingt genauso wie bei "Eating The Cannibals". Nur Dio kriegt hier die Kurve. Ein Jammer, dass dieser Song ausgerechnet auf diesem Album sein muss.
4/10

10) "Breaking Into Heaven":
Das Riff zu Beginn schockiert. Es klingt ebenfalls so, als hätte man es schon tausendfach gehört. Folgt etwa eine weitere Enttäuschung? Hier kann Entwarnung gegeben werden. Das Riff zu Beginn kommt einem tatsächlich erschreckend bekannt vor, aber hier passt es, vor allem da es später kaum mehr vorkommt. "Breaking..." entwickelt sich tatsächlich zu einem weiteren Meisterwerk. Der Song steigert sich zu einem epischen, melancholischen Stück über gefallene Engel. Einfach nur cool. Dieser Song macht fast "The Sign Of The Southern Cross" Konkurrenz.
10/10


Killing the Dragon
Killing the Dragon
Wird angeboten von renditeplus
Preis: EUR 21,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein solides Spätwerk! Durchaus hörbar!, 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Killing the Dragon (Audio CD)
Ich möchte wirklich nicht in der Haut von Ronnie James Dio stecken. Versucht man mal etwas zu experimentieren und neue, modernere Wege zu beschreiten, bekommt man von den Fans Schelte, weil man anscheinend nicht mehr ist wie früher. Geht man dann "back to the roots" kriegt man Schelte, weil man nur mehr eine Kopie seiner selbst ist. Ja, was soll denn der gute Mann jetzt machen???
Also zur CD:

1) "Killing The Dragon":
Ein ganz passabler Heavy Metal Song, kein Überkracher, aber durchaus hörbar. Live ist der Song sowieso genial, aber in der Studioversion kommt dieses Feeling nicht so ganz rüber. Dennoch, das Riff bleibt hängen, das Solo ist völlig in Ordnung und Dios Gesang ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Alles in allem ein solider Song.
7/10

2) "Along Comes A Spider":
Dieser Song schlägt eher in die Hardrock-Ecke. Dabei handelt es sich um einen sehr traditionell ausgerichteten Song, der auch ganz gut auf "Lock Up The Wolves" oder "Dream Evil" gepasst hätte. "Along..." ist hier einer der stärksten Songs, überzeugt mich von Anfang an.
9/10

3) "Scream":
Jetzt wird's erstmal etwas langsamer und düsterer. Ähnlich wie Black Sabbath. Nur leider ist Doug Aldrich - obwohl zweifelsohne ein sehr begabter Gitarrist - nicht Tony Iommi. Seine Gitarre kann irgendwie nicht den dürsteren Tiefgang erreichen, den man von solchen Stücken gewohnt ist. Dios Stimme rettet hier einiges. Auch Jimmy Bains Bass kriegt die Kurve. Zwar ist auch Bain kein Geezer Butler, aber im Gegensatz zu Aldrich scheint er wenigstens zu verstehen, worum es bei dieser Art von Songs geht. Nun, Vinny Appice am Schlagzeug fehlt zwar, aber Simon Wright macht seinen Job ganz passabel. Schade, eigentlich ein toller Song, nur ohne Iommi fehlt hier etwas.
7/10

4) "Better in the Dark":
Ebenfalls ein Hardrock Song. Eigentlich ganz gut, aber er ähnelt irgendwie doch zu sehr "Along...", nur schneller und mit plumberem Text (zumindest verhältnismäßig für Dio-Texte). Allerdings durchaus solide.
8/10

5) "Rock and Roll":
Ein sehr rhytmischer und minimalistiescher Song, zumindest instrumental. Dio nutzt diese Gelegenheit, um seine epische Stimme zu präsentieren. Gesangsmäßig der mit Abstand beste Song auf dem Album. Die Instrumente halten sich wie bereits gesagt zu Gunsten von Dio zurück. Das muss kein Nachteil sein. Super Song. Einen Punkt Abzug gibt es aber, da der Text nicht mehr der einfallsreichste ist.
9/10

6) "Push":
Bei "Push" handelt es sich um einen ebenfalls sehr traditionellen Dio Song. Dennoch, Doug Aldrich kann hier im Solo endlich mal wirklich überzeugen. Insgesamt ebenfalls einer der stärkeren Songs auf dem Album.
9/10

7) "Guilty":
Nun, dieser Song scheitert genau an dem, woran schon "Scream" gescheitert ist. Man versucht eine Black Sabbath-Atmosphäre aufzubauen, dafür ist der Gitarrist aber nicht geeignet. Wozu schreibt man dann solche Songs? Auf anderen Songs von "Killing..." kann Doug Aldrich nämlich beweisen, dass er durchaus klasse ist. Genau wie bei "Scream" ist auch dieser Song durchaus in Ordnung, nur man hat ebenfalls das Gefühl, dass irgendwas fehlt.
7/10

8) "Throw Away Children":
Dieser Song hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Der Text ist in Ordnung, obwohl er eher in die "Angry Machines" Richtung geht. Der Refrain ist ebenfalls noch gut, aber ansonsten? Ich weiß nicht. Er wirkt etwas unvollständig, so als ob man irgendein integrales Element aus dem Song herausgenommen hat. Dabei hat er durchaus Potenzial.
6/10

9) "Before The Fall":
Dieser Song ist der einzig wirkliche Langweiler des Albums. Einfach nur schlecht, von Anfang bis zum Ende.
2/10

10) "Cold Feet":
Wer hätte gedacht, dass nach so einem miesen Song, nochmal was kommen würde? Der Abschluss des Albums ist mit "Cold Feet" wieder gelungen. Ein toller, aufbauender Hardrock Song, wie ihn nur Dio schreiben kann. Super.
9/10


A Twist in the Myth - 2 CD
A Twist in the Myth - 2 CD
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich sind's 4.5 Sterne..., 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: A Twist in the Myth - 2 CD (Audio CD)
Song für Song:

1) "This Will Never End"
Starker Opener, man merkt gleich, dass Blind Guardian den Bombast des letzten Albums etwas zurückgeschraubt hat. Außerdem fallen hier auch die Seventies-Einflüsse auf, die die Band auf diesem Album in ihren Sound integriert hat. Wie generell auf dem ganzen Album singt Hansi Kürsch wesentlich cleaner als noch auf den Vorgängern. Macht nix, hier passt's die meiste Zeit. Die Gitarren geben auch ordentlich was her. Andre liefert ein Solo der Extraklasse. Kurz, mein Lieblingsopener nach "Into The Storm" (kurze Anmerkung: der Song "Imaginations..." ist zwar ein Hammer, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt der ideale Albumstart).
10/10

2) "Otherland":
Ein sehr traditioneller Blind Guardian-Song. Er braucht etwas mehr Zeit als der Opener um sich zu entfalten, aber Guardian-Fans sind sowas ohnehin gewohnt. Die Chöre im Refrain gehören wohl zu den Feinsten, die diese Band je aufgenommen hat. Da kann nur "Nightfall", "Mirror Mirror" und "And Then There Was Silence" mithalten. Leider langweilt das Gitarrensolo etwas. Insgesamt erinnert der Song ein wenig and das "Nightfall in Middle-Earth" Album.
9/10

3) "Turn The Page":
Ebenfalls ein eher traditionell geratener Song. Diesmal mit einer positiveren Attitüde als die zwei ersteren. Nach dem soliden Gitarrensolo kommt auch noch eine schöne "Nananana"-Mitsing-Passage. Live dürfte dieser Song genial wirken. Auf der Scheibe ist er ebenfalls passabel.
8/10

4) "Fly":
Die erste Single und gleichzeitig der experimentellste und sperrigste Song des Albums. Hier kommen endlich wieder die Seventies-Einflüsse erneut zum Vorschein. Der Refrain lädt zum Mitsingen ein, die Gitarren rocken mit einem fast schon Hardrock-artigen Riff. Hansi liefert wieder fantasievolle Lyrics. Einfach herrlich.
10/10

5) "Carry The Blessed Home":
Nun, diese Ballade ist die Schwachstelle des Albums. Nicht, dass sie wirklich schlecht ist, aber im Vergleich zu dem, was davor und danach kommt, da kann "Carry..." einfach nicht mithalten. Schade, Guardians Balladen waren ansonsten immer meisterhaft und zählten zu dem Besten was es im Metal in dieser Disziplin gab, man denke an den "Bard's Song" oder "Harvest of Sorrow".
6/10

6) "Another Stranger Me":
Wieder ein Siebziger-Jahre-Song. Diesmal etwas straighter als "Fly". Dennoch progressiv. Gefällt ebenfalls, obwohl es mit auch nicht zum Besten auf dem Album gehört.
8/10

7) "Straight Through The Mirror":
Erneut besinnt sich Guardian auf ihre früheren Tage. "Straight..." ist ein erstklassiger Power Metal Song, der Helloween alle Ehre gemacht hätte. Hansi singt hier mal in den höheren Tonlagen, die Gitarren liefern einprägsame Melodien.
8/10

8) "Lionheart":
Wieder ein wesentlich sperrigerer Song, der viel Zeit in Anspruch nehmen wird, bis er gefällt. Die entgegenlaufenden Melodien sind schuld. Mir würde kein Guardian-Song spontan einfallen, den man mit "Lionheart" vergleichen könnte. Er klingt durchaus nach Guardian, aber irgendwie wirkt er dennoch untypisch. Macht nichts, wer Angst vor Neuem hat legt sich keine Guardian-CD zu. Nach mehrmaligem Hören wird der Song zu einem Highlight, obwohl ich weder die Melodie noch die Gitarre, noch ein anderes Instrument hervorheben kann. Der Song besticht mehr durch seine melancholische, etwas verstörrende Atmosphäre.
10/10

9) "Skalds And Shadows":
Eine weitere Ballade, die aber besser funktioniert als "Carry...". Sehr traditionell geraten, im Stile von "The Bard's Song" oder "Past And Future Secret". Die Chöre im Refrain tragen viel zur Stimmung bei. Dennoch, irgendwie fehlt etwas. Man kann nicht den Finger direkt darauf zeigen, aber es fehlt einfach das gewisse Etwas, um ein weiterer Klassiker zu werden.
7/10

10) "The Edge":
Hier kann sich der Neuzugang am Schlagzeug endlich mal so richtig austoben. Er beweist, dass er durchaus ein würdiger Nachfolger von Thomen Stauch ist. Nun, "The Edge" ist ebenfalls sehr sperrig und progressiv. Ich bezweifle stark, dass der Song live funktionieren wird. Trotz allem ist er durchaus ein genialer Song. Andre muss ich hier ein weiteres Mal hervorheben. Seine Gitarrenmelodien glänzen besonders heraus.
9/10

11) "The New Order":
Hier zeigt Guardian noch einmal alles wofür sie stehen. Balladesker Anfang, schneller Mittelteil, genialer Gesang, brillante, polyphone Gitarren. Trotzdem klingt "The New Order" frisch und ist keineswegs ein Remake eines alten Klassikers. Dafür ist er zu modern geraten. Einfach herrlich dieser Song.
10/10

12) "Dead Sound Of Misery":
Zum Abschluss gibt's als Bonustrack noch einen Remix von "Fly" mit anderem Text. Man erkennt die Passagen aus "Fly" sofort wieder, nur wirkt hier alles düsterer und trostloser. Es erreicht zwar nicht das Orginal, aber als Bonustrack ist "Dead Sound Of Misery" eine durchaus nette Sache, vor allem, da es bei Gott keine schlechte Version ist. Eben anders.
9/10


Dance of Death
Dance of Death
Wird angeboten von mrtopseller
Preis: EUR 11,88

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut mit Abstrichen, 2. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Dance of Death (Audio CD)
Song für Song:

1) "Wildest Dreams"
Ein sehr enttäuschender Start. Sehr durchschnittlich der Song und als Opener eine herbe Entäuschung. Tendiert eher in die Hardrock-Richtung ala "From Here To Eternity", ohne dessen Coolness zu erreichen. Lediglich Dickinson langweilt hier nicht ganz, der Refrain ist wohl der eingängiste den Maiden je geschrieben hat.
5/10

2) "Rainmaker"
Nun, es geht bergauf. "Rainmaker" ist gleich um Längen besser. Die Gitarren klingen interessant, der Bass perfekt, die Drums meisterhaft. Dickinsons Gesang ebenfalls üper alle Zweifel erhaben. Der einzige Malus an diesem Song ist der Text. Der ist zwar an und für sich gelungen, aber es gibt einfach zu viele Wiederholungen.
8/10

3) "No More Lies"
Das Niveau fällt wieder, aber nur minimal. Die genialen Gitarristen können hier vor allen punkten. Diese Melodien sind einfach brillant. Schade, dass der Song insgesamt den Gitarren nicht gerecht wird. Dickinson singt hier irgendwie langweilig.
7/10

4) "Montsegur"
Wer zynische Texte über Religion mag, wird diesen lieben. Ansonsten bewegt sich der Song auf gleichem Niveau wie "No More Lies".
7/10

5) "Dance Of Death"
Der Titelsong! Nun, ein Epos wie wir es von Maiden kennen. Coole Melodien, die ein wenig an "Blood Brothers" erinnern und viele Tempi-Wechsel. Textlich aber eher schwach. Vom Gesang her kann Dickinson aber durchaus überzeugen. Hier finden sich endlich auch die ersten Göttersoli, für die Maiden mitunter so bekannt sind.
9/10

6) "Gates Of Tomorrow"
Das Stück beginnt mit sehr seltsamen Gitarren, die aber, wenn man sich mal daran gewöhnt hat, durchaus zu überzeugen wissen. Auch der Gesang in der Strophe ist ganz cool. Doch der Refrain nervt einfach nur. Die Gitarrensoli sind dann auch nicht das gelbe vom Ei.
7/10

7) "New Frontier"
Nicko McBrains erster Songwritingversuch kann sich durchaus hören lassen. "New Frontier" glänzt nicht unbeding als strahlendes Meisterwerk, ist aber auch alles anderer als Durchschnitt.
8/10

8) "Paschendale"
Das zweite Epos auf "Dance Of Death". Und was soll man sagen? Es ist einfach meisterhaft. Alles passt einfach, Dickinson singt wie ein Gott, die Gitarristen zeigen in Soli, Riffs und Melodien ihr ganzes Können, Harris beweist ebenfalls, dass er längst nicht verlernt hat, geniale Basslinien aus den Ärmeln zu zaubern und Nickos Schlagzeug verleit dem Ganzen die nötige Dynamik. Alles passt einfach, die dramatischen Stellen, die melancholischen Stellen, die aggressiven Stellen. Es passt einfach. Textlich ist es eines von Maidens zahlreichen historischen Kriegs- bzw. Antikriegssongs und als solcher fast sogar besser als "The Trooper" (obwohl man die zwei musikalisch kaum vergleichen kann).
10/10

9) "Face In The Sand"
Thematisch ähnlich wie "Paschendale", nur allgemeiner und nicht auf ein historisches Ereignis fixiert. Insgesamt ein super Song. Kann es sein, dass Nicko hier zum ersten Mal mit Double Bass spielt? Er hat etwas majestätisches an sich, auch wenn "Face In The Sand" nicht gleich zündet.
8/10

10) "Age Of Innocence"
Oh, ein weiterer Schwachpunkt. Und noch schlimmer als "Wildest Dreams". Einfach nur schlecht, mehr kann man da nicht sagen.
2/10

11) "Journeyman"
Eine Maiden-Ballade? Noch dazu nur akkustisch? Und dann auch noch mit massenhaft Keyboards und Synthesizern? Klingt auch für mich wie ein Alptraum. Umso überraschender das Ergebnis. "Journeyman" überzeugt auf ganzer Linie. Hier hat Maiden tatsächlich nach einem so schwachen Song noch ein Meisterwerk aus dem Hut gezaubert. Klar, man muss dem Song Zeit geben, aber dann entfaltet er seine wahre Pracht. Kein Kitsch, keine Klischees, einfach nur eine meisterhafte Ballade, von der sich so ziemlich jede Metal-Band, die denken, auf jedem Album muss mindestens eine Ballade sein, ein Stückchen abschneiden.
10/10


Fused
Fused
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 29,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Quasi ein neues Sabbath-Album!!!, 26. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Fused (Audio CD)
Gehen wir das Ganze mal Track für Track an:

1) "Dopamine"
Genialer Opener, klasse Riff (was hat man anderes erwartet). Hughes Gesang wirkt irgendwie anders als in seinen früheren Werken, passt hier aber gut zum Album. Das Solo ist ein klassisches Iommi-Solo. Perfekter Start.
9/10

2) "Wasted Again"
Ebenfalls super. Das Niveau von "Dopamine" wird gehalten. Am Ende bekommen wir sogar ein paar Screams von Mr. Hughes. Für Iommi ein ungewohnt melodischer Song. Klasse!
9/10

3) "Saviour of the Real"
Im Vergleich mit den beiden ersten Song schwächelt "Saviour" etwas, ist allerdings durchaus solide. Wirkt wie gesagt etwas blass nach den zwei grenzgenialen Songs.
6/10

4) "Resolution Song"
Hier wird endlich Doom vom feinsten abgeliefert. Düster, zähflüssig, unheimlich. Alles, was man an Black Sabbath schon mag. Die Lyrics und auch Hughes Gesangsmelodien fügen sich bestens ein.
8/10

5) "Grace"
"Grace" schlägt ebenfalls in die Doom-Richtung, trotz eines eher schnellen Mittelteils. Die Lyrics sind melancholisch und mehrmaliges Hören kann deppressiv machen.
10/10

6) "Deep Inside A Shell"
Oh, der erste (und Gott sei Dank einzige) Langweiler. Der Text fasziniert zwar und ist für das Album ungewohnt direkt, aber die Gitarren von Iommi können hier nicht ganz überzeugen. Wieso macht der Mann auch eine Ballade? Mit wenigen Ausnahmen waren Balladen schließlich noch nie die große Stärke des Riff-Masters. Das Solo und der Text können etwas drüber wegtrosten, aber insgesamt handelt es sich hier um die Schwachstelle des Albums.
5/10

7) "What You're Living For"
Der schnellste Song auf dem Album. Der Text ist etwas seltsam, wegen der vielen Worte, die auf "-ic" enden (esoteric, schizophrenic, manic,...), gefällt aber gerade dadurch. Das Solo ist das zweitstärkste auf dem Album. Hughes glänzt vor allem im Refrain, wenn das Tempo etwas gedrosselt wird und der Song in eine eher melancholischere Richtung geht. Auch hier schreit sich am Ende des Songs Hughes die Seele aus dem Leib. Das Riff klingt irgendwie vertraut, allerdings kann man nicht behaupten, es schon mal gehört zu haben. Insgesamt einer der stärksten Songs hier.
9/10

8) "Face Your Fear"
Dieser Song braucht etwas Zeit, gefällt aber nach mehrmaligem Hören sehr gut. Die Lyrics sind etwas klischeehaft, doch Hughes Gesang bringt selbst sowas noch super rüber.
8/10

9) "The Spell"
Das Riff hier ist fast schon ein Iommi-Klischee-Riff. Düster, böse und könnte aus einem Horrorfilm sein. Hughes singt ein weiteres Mal genial, vor allem die geniale Hookline in der Bridge vor dem Refrain. Nach der zweiten Strophe klingt Hughes fast ein wenig wie Ozzy, nur eben technisch versierter. Ebenfalls ein starker Song.
8/10

10) "I Go Insane"
Hier schafft Iommi, woran er bei "Deep Inside A Shell" gescheitert ist. Er schreibt eine gute Ballade. Doch darauf den Song zu beschränken, wäre ein großer Fehler. Nach der zweiten Strophe steigert er sich in einen gewaltigen Up-Tempo-Song. Der Song baut sich auf, erzeugt eine gewisse Anspannung, die sich dann in einem melancholischen Solo perfekt entläd. Hughes singt zunächst melancholisch, danach tendiert er eher in eine ohnmächtige Wut. Klasse, keine der 9 Minuten dieses Songs wird langweilig. "I Go Insane" bringt das Scheitern einer Liebe musikalisch perfekt: Anfangs traurig, später wütend, schließlich hilflos. Zugegeben, nicht sehr aufbauend, aber einfach genial. Der mit Abstand stärkste Song des Albums!!!
10/10


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