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Rezensionen verfasst von
Wulf Alex
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Du bist mir so unendlich lieb: Briefwechsel Robert und Clara Schumann und Clara Schumann und Johannes Brahms
Du bist mir so unendlich lieb: Briefwechsel Robert und Clara Schumann und Clara Schumann und Johannes Brahms
von Michail Krausnick
  Broschiert
Preis: EUR 9,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein musikalisches Dreieck, 14. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Michail Krausnick, Jahrgang 1943, ist ein vielseitiger deutscher Autor mit einer Vorliebe für den Südwesten und für den Rundfunk beziehungsweise das Fernsehen. Unter anderem hat er Biografien von Goethe und Christiane Vulpius, Georg und Emma Herwegh, Matthias Erzberger, den Bankräuber Bernhard Kimmel und Jack London geschrieben. Näheres in der Wikipedia.

Das Buch geht auf zwei Rundfunksendungen zurück und bietet auf 90 Seiten eine kommentierte Auswahl aus den Briefen und Tagebüchern von Clara Wieck, Robert Schumann und Johannes Brahms, ergänzt durch einige Abbildungen. Das Verhältnis von Clara Wieck und Robert Schumann zueinander wurde anfangs durch ihren Vater Friedrich Wieck massiv behindert, sodass sie ihre Heirat schließlich per Gerichtsbeschluss erzwingen mussten. Zu der wachsenden Familie trat nach vierzehn Jahren der junge Johannes Brahms hinzu, den sie beide hoch schätzten. Nachdem Robert Schumann physisch wie psychisch schwer erkrankt war, kümmerte sich Brahms um Clara und die Kinder. Eigenartigerweise erlahmte die Bindung, als Robert Schumann gestorben war. Kurzum, drei bemerkenswerte Lebensläufe, neben den musikalischen Leistungen der Drei.

Krausnitz gelingt es, das Interesse des Lesers für die durch die Musik zusammengehaltene Dreiecksbeziehung zu wecken. Umfangreicher als drei Wikipedia-Artikel, aber nicht so umfangreich wie eine richtige Biografie etwa im Stil von Sigrid Damms Büchern über Goethe und Schiller, muss das Büchlein über viele Einzelheiten hinweg gehen und Deutungsversuche beiseite lassen. Während es in Biografien von Schriftstellern einfach ist, Proben ihrer Arbeit einzufügen, müsste der Biograf bei Komponisten Notenbeispiele in den Text einbauen und riskieren, dass die Hälfte seiner Leser nichts damit anzufangen weiß. Bei der Vita ausübender Musiker vollends stößt das Medium Buch an seine Grenzen. Auf den letzten Seiten finden sich eine Zeittafel, ein kurzes Nachwort, in dem Krausnitz auf die Quellenlage eingeht, sowie fünf Hinweise auf weiterführende Literatur.

Der Rezensent sieht das Taschenbuch als gelungenen Einstieg in umfangreichere Lebensbeschreibungen der Drei an, als amuse-esprit.


Die Wortlupe: Beobachtungen am Deutsch der Gegenwart
Die Wortlupe: Beobachtungen am Deutsch der Gegenwart
von Dieter E. Zimmer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wörter und der Umgang mit ihnen unter der Lupe, 29. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieter E. Zimmer, Jahrgang 1934, ist Journalist, Herausgeber und Übersetzer. Texte sind das Material, mit dem er arbeitet. Wenn er aus der Werkstatt plaudert, weiß er, wovon er spricht.

Das Buch enthält auf 200 Seiten 111 Glossen, kurze Essais, Anmerkungen zu Modewörtern oder -wendungen wie "abholen" oder "gewunken" - von denen es weit mehr gibt, als Zimmer aufführt - sowie zum Umgang mit der Sprache wie in den Glossen "Phrasen" oder "Übersetzen". Er beobachtet, analysiert, ohne jedesmal Ratschläge zu geben, wie man es besser machen kann. Er wendet sich ebenso sehr an den Leser moderner deutscher Texte wie an den Schreiber oder Sprecher. Die "Wortlupe" ist vom Inhalt und vom Umfang her keine Stilfibel wie jene von Ludwig Reiners, dafür aber vergnüglicher zu lesen.

Der Rezensent, ein Ingenieur, ist an wenigen Stellen, vorwiegend wenn es um moderne Kommunikationstechnik geht, nicht ganz mit Zimmer einverstanden. Im Abschnitt "Kürzel" werden unterschiedliche Dinge zusammengeworfen. "afaik" ist Slang aus den Netnews, "FAQ" ist eine genau definierte Form technischer Dokumente, "fyi" oder besser "FYI" eine ebenso genau definierte Form der RFCs, die das Internet beschreiben. Ob die lästige Erscheinung des "Phishing" eine Glosse wert ist? Auf der anderen Seite hätte der Rezensent gern eine Glosse über das Wörtchen "also" gelesen, dessen häufiger Ge- und Missbrauch schon Mark Twain aufgefallen ist. Aber das sind Kleinigkeiten, die sich in einem Gespräch bei einem Viertele Wein bereinigen ließen. Die "Wortlupe" ist keine technische Enzyklopädie. Die meisten Glossen sind dem Rezensenten aus der Seele gesprochen. Er gesteht, an einigen Stellen ein schlechtes Gewissen bekommen zu haben.

Der Verlag hat das Büchlein rundum schön gestaltet, bis auf das fehlende Lesebändchen. Jan Tschichold hätte seine Freude daran.


Cornelia Goethe ;
Cornelia Goethe ;
von Sigrid Damm
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Große Dichter - unbekannte Schwestern (Goethe), 19. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Cornelia Goethe ; (Gebundene Ausgabe)
Werke von Goethe oder Schiller hat wohl jeder schon einmal gelesen, auf der Schule oder aus freien Stücken. Viele der Werke kann man auch heute noch mit Genuss lesen; bei manchen überblättert man gelegentlich ein paar Seiten. Aber auch die Lebensläufe der beiden Dichterfürsten sind interessant zu verfolgen. Die Lebensumstände sind uns noch nicht ganz fremd geworden - die beiden schrieben zwar noch mit Gänsekiel und Tinte, nicht auf dem Computer, aber Briefe schreiben und verschicken sowie auf dem Pferd oder mit der Kutsche durch Europa reisen konnte man damals - und was die zwischenmenschlichen Beziehungen anbetrifft, so hat sich seit ihrer Zeit wenig geändert. Auf Grund ihrer Berühmtheit sind viele Briefe, Notizen und Nachrichten erhalten, sodass wir heute ihre Leben gut kennen.

Beide Dichter hatten je eine Schwester, der sie besonders verbunden waren und viel zu verdanken hatten. Bei Schiller war das seine zwei Jahre ältere Schwester Christophine - von ihr an anderer Stelle - bei Goethe seine 15 Monate jüngere Schwester Cornelia. Goethes Eltern waren wohlhabend und zählten zum Frankfurter Patriziat, sie ließen ihren Kindern eine gute Erziehung angedeihen, wobei sie in den Kinderjahren zwischen Cornelia und ihrem Bruder nicht unterschieden, sehr modern. In späteren Jahren kam es dann doch zu Unterschieden: Goethe durfte studieren (Jura), seine Schwester nicht, aber zu der Zeit war den Frauen ein Studium allgemein versperrt.

Im Gegensatz zu Cornelia konnte Sigrid Damm Germanistik und Geschichte in Jena studieren und hernach promovieren. Ihre Bücher über die Leben von Schiller und Goethe stehen an vorderster Stelle und überzeugen trotz einer allgemein verständlichen Sprache durch wissenschaftliche Sorgfalt. Sigrid Damm unterscheidet zwischen nachgewiesenen Tatsachen und Gedankenspielen, denen sie sich gern hingibt, wenn Fakten fehlen.

Ihre Biografie der Cornelia Schlosser, geborene Goethe, geht auf Originaltexte - Tagebücher, Briefe, Bemerkungen des Bruders in "Dichtung und Wahrheit" etc. - zurück, ist aber im Wesentlichen frei geschrieben und liest sich flüssig. Der Leser bekommt ein anschauliches Bild vom Leben der Schwester Goethes, die von Vater und Bruder nicht nur in bester Absicht erzogen, sondern auch massiv gegängelt wurde und ihre Anlagen nur sehr eingeschränkt entfalten konnte. Sie heiratete schließlich einen elf Jahre älteren badischen Beamten, einen Bekannten ihrer Familie, der bald darauf von Karlsruhe nach Emmendingen bei Freiburg versetzt wurde, eine Versorgungsehe. Unter materiellem Mangel hatte sie nicht zu leiden, aber Emmendingen war nicht die Residenz, eher ein Verbannungsort für eine gebildete Frankfurterin. Sie starb im Alter von 26 Jahren kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes, in den Jahren ein immer noch häufiges Frauenschicksal. Das Leben war damals auch nicht einfach, selbst wenn das Geld reichte, und die Liebe brachte mehr Leiden als Freuden. Über Goethe erfahren wir selbstverständlich auch etwas, und nicht nur Positives, aber das Buch gilt der Schwester. Neue Tatsachen sind von Sigrid Damm nicht zu erwarten, aber erstmals schreibt eine Frau, eine Wissenschaftlerin - keine Feministin - über Goethes als Erwachsene unglückliche Schwester, der im Gegensatz zu Schillers Schwester Christophine versagt blieb, sich wenigstens im Alter zu verwirklichen.

Der Verlag hat das Buch - die gebundene Ausgabe - gut ausgestattet. Das kräftige Papier ist leicht gelblich getönt, die Schrift auch von nicht mehr ganz jungen Augen leicht zu lesen. Dem Text ist das Portrait Cornelias vorangestellt, das auch den Schutzumschlag ziert. Ein Buch, das man gern liest oder verschenkt.

Wer sich für Cornelia Goethe interessiert, sollte auch die dreizehn Briefe Goethes an seine Schwester lesen, herausgegeben von Andre Banuls. Die Briefe in umgekehrter Richtung sind leider nicht erhalten.


Schillers erste Heldin: Das Leben der Christophine Reinwald, geborene Schiller
Schillers erste Heldin: Das Leben der Christophine Reinwald, geborene Schiller
von Dieter Hildebrandt
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Dichter - unbekannte Schwestern (Schiller), 11. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Werke von Goethe oder Schiller hat wohl jeder schon einmal gelesen, auf der Schule oder aus freien Stücken. Viele der Werke kann man auch heute noch mit Genuss lesen; bei manchen überblättert man gelegentlich ein paar Seiten. Aber auch die Lebensläufe der beiden Dichterfürsten sind interessant zu verfolgen. Die Lebensumstände sind uns noch nicht ganz fremd geworden - die beiden schrieben zwar noch mit Gänsekiel und Tinte, nicht auf dem Computer, aber Briefe schreiben und verschicken sowie auf dem Pferd oder mit der Kutsche durch Europa reisen konnte man damals - und was die zwischenmenschlichen Beziehungen anbetrifft, so hat sich seit ihrer Zeit wenig geändert. Auf Grund ihrer Berühmtheit sind viele Briefe, Notizen und Nachrichten erhalten, sodass wir heute ihre Leben gut kennen.

Beide Dichter hatten je eine Schwester, der sie besonders verbunden waren und viel zu verdanken hatten. Bei Goethe war das seine 15 Monate jüngere Schwester Cornelia - von ihr ein andermal - bei Schiller seine zwei Jahre ältere Schwester Christophine, gerufen Fene. In Schillers Elternhaus ging es bescheidener zu als bei Goethes, zudem kränkelte die Mutter, sodass Christophine früh Pflichten im Haushalt übernehmen musste und wenig Zeit für die Bildung blieb. Sie ruht in einem schlichten Grab auf dem Parkfriedhof in Meiningen.

Geht es um Dieter Hildebrandt, heißt es aufpassen: Es gibt zwei davon, beide schreiben. Der andere ist der aus Schlesien stammende Kabarettist, der hier gemeinte stammt aus Berlin. Seine Biografie der Christophine Reinwald, geborene Schiller, geht viel auf Originaltexte, vor allem Briefe, zurück, enthält aber auch reichlich erklärenden und verbindenden Text, dazu Anmerkungen (Quellen), Literaturhinweise und eine Zeittafel. Der Leser bekommt ein anschauliches Bild vom Leben der Schwester Schillers, die mit einem zwanzig Jahre älteren Bibliothekar aus Meiningen verheiratet war, eine Versorgungsehe. Ihr Bruder warnte sie vergebens vor dem zwar belesenen, aber auch beschränkten Mann; sie hatte unter den gegebenen Umständen kaum eine andere Wahl. Ihre Begabungen und Fähigkeiten konnte sie erst als Witwe entfalten. Das Leben war damals auch nicht einfach, die Liebe brachte mehr Leiden als Freuden, und Geld war knapp. Über Schiller erfahren wir selbstverständlich auch etwas, aber das Buch gilt der Schwester.

Es gibt ein zweites Buch über Schillers Schwester, verfasst von Annette Seemann. Deren Biografie zitiert mehr aus den Briefen und enthält dafür weniger verbindenden Text. Lesen kann (sollte) man beide Biografien, wenn man sich für Schillers Schwester interessiert. Der Rezensent schlägt vor, mit Hildebrandts Buch zu beginnen, das es nicht nur als Taschenbuch, sondern auch als gebundene Ausgabe gibt. Beide sind gut gemacht, in letzterer ist die Schrift etwas größer.


Standardtänze
Standardtänze
Preis: EUR 6,81

5.0 von 5 Sternen Hervorragend zum Üben und Genießen, 18. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Standardtänze (Audio CD)
Die 1986 gegründete Karl Schmidt Big Band spielt schwungvoll und professionell anspruchsvolle Tanzmusik, vorwiegend im klassischen Stil. Die Band steht in einer Reihe mit Tanzorchestern wie Hugo Strasser oder Max Greger. Wenn es um Musik zum Tanzen geht, haben ausgesprochene Tanzorchester die Nase vorn, von einzelnen Ausnahmen abgesehen.

Die CD enthält 2 langsame Foxtrotts, 2 Quicksteps, 1 Slowfox, 3 langsame Walzer, 3 Wiener Walzer und 3 Tangos und deckt damit einen großen Teil der Standardtänze ab. Die Big Band von Karl Schmidt spielt einen deutlichen, gleichmäßigen, strikten Rhythmus, nach dem sich gut tanzen lässt, auch wenn man längere Zeit pausiert hat und nicht so elegant daherkommt wie die Paare auf dem Cover. Der schon etwas in die Jahre gekommene Rezensent legt die CD gern am Anfang eines Übungsabends oder eines Diner dansant auf, um sich warm zu tanzen. Dass in der Auflistung der Stücke auf der Rückseite der Hülle Tempoangaben fehlen, ist ein kleines Manko.


The Diaries of Adam and Eve - Die Tagebücher von Adam und Eva
The Diaries of Adam and Eve - Die Tagebücher von Adam und Eva
von Mark Twain
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für die Liebe, 16. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mark Twain - mit bürgerlichem Namen Samuel Langhorne Clemens - stammte aus fast ärmlich zu nennenden Verhältnissen und war ein US-amerikanischer Schriftsetzer, Journalist, Lotse auf dem Mississippi, Goldgräber, Reisender und Schriftsteller mit einem Hang zur Satire. Seine bekanntesten Werke sind die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn, die sich in ihrer unbearbeiteten Fassung eher an erwachsene als an jugendliche Leser wenden. Seinen Aufenthalt in Europa beschreibt er in dem Buch "A Tramp Abroad" (Ein Bummel durch Europa), in dem Heidelberg, Berlin und Wien einen breiten Raum einnehmen. Das Buch ist einem deutschen Leser unbedingt zu empfehlen. Twain lässt sich auch über die schreckliche deutsche Sprache darin aus.

Die "Tagebücher von Adam und Eva" - beide haben jeweils ein eigenes Tagebuch geführt - beschreiben die ersten Jahrzehnte der ersten Menschen, vom Paradies an bis nach dem Sündenfall. Anfangs haben sie keinerlei Erfahrung, alles ist neu für sie. Sie kommen miteinander nicht so richtig zurecht. Eva redet Adam zu viel, er unternimmt Fluchtversuche, sie hält ihn für unfreundlich und nicht besonders helle. Nach und nach gewöhnen sie sich aneinander, ja werden sich sogar unentbehrlich. Das Büchlein schließt mit dem Spruch auf dem Grab Evas: "Wo sie war, war das Paradies." Das ist schön gesagt. Die Frühgeschichte der Menschheit wird mit einem feinen Humor erzählt, der die klassischen Vorurteile und Missverständnisse im Leben von Frau und Mann liebenswürdig karikiert. Die Unbefangenheit von Adam und Eva erinnert an den antiken Liebesroman "Daphnis und Chloe" von Longus, der Humor an "La Creation du Monde" von Jean Effel.

Die zweisprachige Ausgabe ermöglicht dem Leser, zwischen Original und Übersetzung hin und her zu wechseln. Auch wer im Englischen nicht geübt ist, kann so ohne Mühen das Original genießen. Wer beide Sprachen beherrscht, wird vergleichen und möglicherweise dabei lernen.

Der Verlag hat das Büchlein gut ausgestattet: ein leicht gelblich getöntes, kräftiges Papier, eine gut lesbare Schrift, ein deutlicher Zeilenabstand und ein schlichter Einband. Außer zum Selberlesen auch gut zum Verschenken geeignet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2013 11:06 PM CET


Let's Dance : Waltzes - Walzer
Let's Dance : Waltzes - Walzer
Preis: EUR 7,76

5.0 von 5 Sternen Angenehm tanzbar, 15. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Let's Dance : Waltzes - Walzer (Audio CD)
Die Reihe "Let's Dance - The Best Ballroom Dance Collection" umfasst CDs mit Walzer, Foxtrott, Quickstep, Jive, Tango, Rumba, Chachacha, Mambo, Samba, Salsa und eine CD mit einer Auswahl aus den genannten sortenreinen Scheiben, gespielt von unterschiedlichen Orchestern. Die Stücke lassen sich fast alle angenehm tanzen, was sich nicht von jeder Tanzplatte sagen lässt. Zu jedem Stück wird neben dem Titel das Orchester und die Spieldauer angegeben, bei der Auswahl auch der Tanzrhythmus. Leider fehlen Hinweise auf das Tempo, die für Anfänger oder ältere Herrschaften hilfreich wären.

Die Walzer-CD enthält 13 schnelle (Wiener) Walzer und 5 langsame (englische) Walzer. Dem Rezensenten wäre altersbedingt das umgekehrte Verhältnis lieber, aber mit einigen weiteren CDs lässt sich der Mangel ausgleichen. Neben bekannten Melodien wie der "Blauen Donau" oder "Que Sera" finden sich auch weniger bekannte. Die Mischung verschiedener Orchester hat ihren Reiz. Die Verwendung sortenreiner CD hat beim Üben Vorteile; für ein Diner dansant müsste man sich eine Auswahl aus den CDs zusammenstellen, evntl. mit Computerhilfe.

Zusammen mit einigen CDs bekannter Tanzorchester wie Alfred Hause, Max Greger, Karl Schmidt oder Hugo Strasser und ein paar Highlights aus Mittel- und Südamerika liefert die Reihe eine gute Grundlage für ein privates Tanzvergnügen.


MARCO POLO Länderkarte Alpen 1:800.000
MARCO POLO Länderkarte Alpen 1:800.000
von Marco Polo
  Landkarte
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Alpen im Überblick, 15. Februar 2013
Gelegentlich braucht man eine Landkarte, welche die ganzen Alpen abdeckt, sei es um sich einen Überblick über ein größeres Gebiet zu verschaffen, oder sei es, weil man erste Informationen über eine Gegend benötigt, von der man noch keine genaueren Karten besitzt. Die vorliegende Karte leistet diesen Dienst. Im Norden wird sie von einer Linie Nancy-Karlsruhe-Regensburg-Budweis begrenzt, im Süden von einer Linie Marseille-Livorno-Ancona-Sibenik, am westlichen Rand liegen Dijon, Lyon und Marseille, am östlichen Wien und Zagreb. Dazu kommen Pläne der Zentren von Wien, Salzburg, Innsbruck, Zürich, Bern, Genf, Mailand, Genf und Venedig, für die ältere Augen allerdings eine Lupe benötigen. Zwei kleine Übersichtskarten und ein Ortsindex ergänzen die Hauptkarte. Sieben pfeilförmige Aufkleber zum Markieren wichtiger Orte sind auch noch dabei, falls man keinen Markerstift zur Hand hat. Zu loben ist die Angabe des Erscheinungsjahrs (2010) am rechten unteren Rand. Das ist leider nicht selbstverständlich.

Der Kompromiss zwischen Detailreichtum und Lesbarkeit erscheint dem Rezensenten im Wesentlichen gelungen, ebenso die Farbgebung. Dass einige der Alpenvereinshütten eingezeichnet sind - teilweise mit Namen - ist von geringem Nutzen. Für solche Ziele braucht man dann doch Karten in größerem Maßstab. Man kann sich auch fragen, ob nicht statt der Innenstadtpläne Umgebungspläne großer, von einem dichten Autobahnnetz überzogener Städte hilfreicher wären. Aber eigentlich gehören solche Einzelheiten nicht zu einer Karte der gesamten Alpen, die in einem Urlaub in den Bergen nicht die einzige Karte sein kann und will.

Der Rezensent hat im Laufe der Jahrzehnte mehrere derartige Karten verbraucht. Die vorliegende zeigt deutlich, welche Fortschritte die Kartografie gemacht hat.


Männer mit Stil: Ikonen der Herrenmode
Männer mit Stil: Ikonen der Herrenmode
von Josh Sims
  Broschiert
Preis: EUR 34,90

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gentlemen unserer Tage, 28. November 2012
Das Buch erklärt nicht, wie sich ein Mann, ein Herr, in allen Situationen passend und stilgerecht kleidet. Die Kenntnisse werden vorausgesetzt. Es geht vielmehr um die Frage, wie es kommt, dass ein Zivilist einen Trenchcoat trägt, eine Landratte einen Blazer oder einen Caban, ein Nichtraucher einen Smoking oder ein Städter ein Holzfällerhemd. Das Buch erzählt die Geschichte und die Geschichten zahlreicher Stücke der modernen Männergarderobe und stellt die Männer vor, die dahinter stehen, Ikonen der Männerbekleidung wie Humphrey Bogart und James Dean.

Josh Sims ist ein freischaffender Modejournalist, der in London lebt. Er ist nicht der Herr auf dem Außentitel. Ein weiteres Buch ähnlicher Art aus seiner Feder ist "Cult Streetwear", bisher nur auf Englisch erschienen. Bei der deutschen Übersetzung von "Icons of Men's Style" hat der Stilexperte der Neuen Zürcher Zeitung, Jeroen van Rooijen, beratend mitgewirkt, dessen Meinungen der Rezensent nicht immer teilt, aber immer sorgfältig liest.

Nach einer Einführung geht es um Oberbekleidung (Jacken und Mäntel), Hosen, Schuhe, Unterwäsche, Anzüge, Hemden und Pullover sowie um Accessoires wie Armbanduhren, Sonnenbrillen und Feuerzeuge. Ein Sach- und Namensregister beschließt den Text. Die Auswahl der Kleidungsstücke bevorzugt etwas den britischen Stil und britische oder nordamerikanische Marken. Einen Lodenmantel aus Bayern oder Tirol, einen Hut von Borsalino, einen Elbsegler aus Hamburg oder einen Anorak von Fjällräven sucht man vergebens. Aber das Buch beansprucht auch nicht, eine Enzyklopädie der Herrenbekleidung zu sein. Das große Format - fast DIN A4 - lässt die zahlreichen Abbildungen in Schwarzweiß und Farbe gut zur Wirkung gelangen. Nimmt der Leser das Buch als einen ernsthaften und zugleich unterhaltsamen Beitrag zu dem weiten Thema der Herrenbekleidung unserer Jahre, wird er nicht enttäuscht. Wissenslücken füllt die Wikipedia.

Das Buch ist ordentlich gemacht, aber kein Kleinod der Schwarzen Kunst. Es erinnert an einen umfangreichen Produktkatalog einer Nobelmarke. Das Papier ist fast hochweiß und mit 120 g/qm kräftig, der Einband ein flexibler, matter Karton. Die Schrift der Bildunterschriften wendet sich an junge Augen. Der Preis entspricht fünf Flaschen eines trinkbaren Rotweins und erscheint gerade noch angemessen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 28, 2013 1:32 PM MEST


Wind und Wasser
Wind und Wasser
von Kim Wonil
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,40

4.0 von 5 Sternen Ein Vagabund und ein Geomant, 14. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wind und Wasser (Gebundene Ausgabe)
Der koreanische Schriftsteller Kim Wonil - Kim ist sein Familienname, in Korea häufig anzutreffen - wurde im Jahr 1942 geboren; der koreanische Bruderkrieg von 1950 bis 1953 zerriss seine elterliche Familie. Dennoch schaffte er es, in Seoul Literatur zu studieren. Auf Deutsch ist außer dem vorliegenden Band bisher nur "Das Haus am tiefen Hof" erschienen, im Jahr 2000 bei Iudicium, auf Englisch ein weiteres Werk ("Evening Glow"), insgesamt wenig aus dem Schaffen des Schriftstellers.

Zum Verständnis des Romans ist wichtig zu wissen, dass die Koreaner früher ihre Toten irgendwo in der Landschaft bestattet haben, nicht auf Friedhöfen. Einen geeigneten Ort zu suchen, war Aufgabe eines Geomanten, eines Menschen, der etwas von Harmonie und guten Kräften verstand, von Wind und Wasser, ähnlich einem Wanderer, der sein Zelt in der Wildnis aufschlägt und dabei eine Reihe von Einflüssen bedenkt, nur dass ein Geomant einen Ruheplatz für die Ewigkeit sucht, nicht für eine Nacht. Die Wikipedia liefert unter dem Lemma "Geomantie" weitere Auskünfte.

Der Protagonist Yi Intae lebt zur Zeit der japanischen Unterdrückung Koreas und danach. Als junger Mann geht er in die Mandschurei, um sich koreanischen Widerständlern anzuschließen. Er gerät in japanische Gefangenschaft, wird gefoltert, verrät seine Kameraden, wird von den Bewohnern eines niedergebrannten koreanischen Dorfes fast tot geprügelt und verstümmelt. Er schlägt sich als Bettler und Vagabund durch, hat Erfolg bei den Frauen und landet schließlich bei einer verwitweten Kneipenwirtin auf einem Dorf. Dort freundet er sich mit einem Geomanten namens Choe an, dem er im Verlauf der Jahre bis zu seinem Tod stückweise seine schmachvolle Vergangenheit offenbart. Er leidet an einer Erkrankung, die den Symptomen nach von der Prostata ihren Ausgang genommen und im Lauf der Jahre Nieren und Leber geschädigt hat; am Ende stirbt er daran. Choe ist charakterlich ein Gegenstück zu Yi Intae und ein Spiegel, in dem sich dieser nach und nach erkennt. Alle Personen sind in irgendeiner Weise von der Teilung Koreas betroffen. Choe sagt auf einer der ersten Seiten: "Unser Land ist geteilt. Ich frage mich bloß, wofür haben wir gekämpft? Wir haben nach der Musik von Amerikanern und Russen getanzt, und die einfachen Leute blieben auf der Strecke." Das ist - neben den individuellen Lebensläufen - das allgemeine Schicksal aller.

Worin liegt der Reiz des Romans? Teils im Fremdartigen - viele Einzelheiten gehören zur koreanischen Kultur - teils im Gemeinsamen, in beiden Fällen in einer realistischen Darstellung des Alltags in der Provinz. Aber Vorsicht: Hinter der sichtbaren Fassade können sich tiefgründige Gedanken verbergen, die sich dem Leser erst erschließen, wenn er sich mit fernöstlichen Gedankengängen vertraut gemacht hat. Sogar Yi Intae ist kein einfach gestrickter Nichtsnutz und Frauenheld, sondern reflektiert sein Leben und wälzt das Jenseits betreffende Gedanken. Aber man kann den Roman zum ersten Mal auch ohne viel Nachdenkens lesen. Eine Teilung des Volkes kennen wir gleichermaßen - nicht ganz so schmerzhaft und langanhaltend wie in Korea - einen Bruderkrieg in jüngerer Zeit glücklicherweise nicht. Manche Begebenheiten erinnern die Älteren unter uns an die Mangeljahre nach dem Zweiten Weltkrieg - Krieg ist Krieg, ob in Korea oder Europa. Die Diktaturen in beiden Koreas und der wirtschaftliche Boom in Südkorea spielen noch keine Rolle, ebenso wenig die Emanzipation der Frauen. Seoul ist weit weg. Der Roman - die Übersetzung - liest sich flüssig. Einen beträchtlichen Teil des Textes nehmen Dialoge ein, auch dort, wo es um philosophische oder theologische Fragen geht.

Der Anhang beginnt mit einem Personenverzeichnis, auf das ein Nachwort der Übersetzerin Heidi Kang folgt. Das Personenverzeichnis ist eine wertvolle Hilfe für den deutschen Leser, dem die koreanischen Namen - obgleich einfach - schwer in den Kopf gehen. Leider hat der Schreiber zu früh seine Feder niedergelegt. Wenn die jüngere Tochter Sukkyong der Kneipenwirtin aufgelistet wird, hätte auch die ältere Tochter Chankyong samt ihrem Mann Kim genannt werden sollen, ebenso neben dem Missionar Min der Mönch Pobun. Es versteht sich, dass unter den dramatis personae nicht alle vorkommenden Personen vorgestellt werden können, die Grenze könnte man bei den namentlich auftretenden Akteuren ziehen. Das hätte die leere Seite vor dem Nachwort gefüllt, mehr hätte es nicht bedurft. Ferner wünscht sich der Rezensent Hinweise auf die Aussprache der Namen. Bei Kim dürfte es nicht viele Möglichkeiten geben, bei Intae oder Myonggu sieht die Sache anders aus. Als dritte Kleinigkeit würde der Rezensent die Angaben der Seitennummer begrüßen, auf der die jeweilige Person erstmals vorkommt. Ob ein Verzeichnis der Ortsnamen zweckmäßig wäre, wie in dem Roman "Die Leute von Wonmidong" der Autorin Yang Guija? Wenn es um das ferne Korea geht, ist jede Handreichung willkommen und ein Nachwort wie hier eine notwendige Hilfe, die der Leser dankbar annimmt.

Der Pendragon-Verlag hat das Buch ebenso sorgfältig ausgestattet wie die anderen Bände seiner Edition moderner koreanischer Autoren. Der Rezensent freute sich bereits, als er das Buch in die Hand nahm, vor dem Lesen.


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