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Gerald Roehrbein "Oracle HA und Performance Experte" (Kiel)
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Oracle 11g. Neue Features für Administratoren und Entwickler
Oracle 11g. Neue Features für Administratoren und Entwickler
von Andrea Held
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Neue Features?, 20. August 2010
Das Buch verfehlt das Thema. Neue Features werden nur ungenügend beschrieben. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Für und Wider der Features fehlt ebenso wie der rote Faden.

In Abastz 1.3.7 schreibt Frau Held zum Thema "Advanced Compression", dass derzeit die Datenmengen vieler Systeme zu explodieren scheinen und daher advanced compression eine Lösung sein könnte. Die Hauptursache dafür liegt in der Verwendung von ASSM, falscher Konfiguration von LOB Segmenten und fehlerhafte Nutzung von UNICODE Zeichensätzen der Datenbank. Ein brauchbares Beispiel für den Einsatz des Features wäre sehr gut.

In Kapitel 3.4.4 Beispiel eines manuelle Upgrades findet sich auf Seite 53 im oberen Teil eine Ausgabe des Scriptes "utlu111s.sql" zum Test des Erfolges des manuellen Upgrades mit der Überschrift: "Eine Asugabe wie die folgende ist problematisch:". Leider erklärt Frau Held nicht was am 2.2.2008 um 11:16:14 Uhr dazu geführt hat, dass das manuelle Upgrade Beispiel nicht funktioniert hat und wie man das Problem beheben kann? Grundsätzlich ist aus der Sicht eines Trainers zu sagen, dass es mehr als unbefriedigend ist auf ein Problem zu stoßen, das nicht gelöst wird und dann einfach fortzusetzen als wäre da nichts. Upgrade icomplete, Chapter incomplete, Book incomplete.

Kapitel 3.11 "Rolling Upgrades" erstreckt sich über eine ganze Seite. Ein interessantes Thema mit dem man ganze Bücher füllen könnte.

In Abschnitt 4.6 Erstellen einer Diskgroup (ASM) beschreibt Frau Held auf Seite 75 mehrere SQL Statements zur Erstellung der verschiedenen Redundanzen, wie auch schon unter 10.x verfügbar aber sie beschreibt nicht wie die Spiegelung eigentlich physisch aufgebaut ist. Ab Kapitel 4.11.5 ASM Fast Mirror Resync könnte es nun interessant werden aber leider verwendet sie für die Beispiele immer wieder andere Disk Groups so dass die Beispiele logisch nicht nachvollziehbar sind. Auf Seite 91 wird eine Liste von disk groups gezeigt die in der Form davor nicht angelegt wurde.

In Kapitel 5.2 will Frau Held die neuen Hintergrundprozesse zeigen. Dazu erzeugt sie eine Liste aus V$BGPROCESSES aber die Liste enthält nur wenige der im weiteren Verlauf auf Seite 104 bis 106 beschriebenen Prozesse.

In Kapitel 5.2 beschäftigt sich Frau Held mit dem Thema Automtic Memory Management. Auf Seite 119 schreibt Sie dazu, dass die Prüfung der Cache Hit Ratios zum Sizing der einzelnen Pool-Bereiche durch die Verwendung von "MEMORY_MAX_TARGET/MEMORY_TARGET" unnötig geworden sei. Interessant finde ich die Graphik auf der vorhergehenden Seite 118, die zeigt, dass eine derartig konfigurierte Datenbank massive Performance Probleme haben dürfte und unnötig leistungsfähiges IO (teure Hardware) benötigt, um Performance zu liefern, da in dem Bereich zwischen 15:00 und 16:00 viele Daten aus dem "Buffer Cache" verdrängt wurden (was seit Oracle 10.x für viele Systeme typisch ist und unter anderem zu Buffer Examination Waits führt), da seine Größe sich verringert hatte, die dann offenbar ab 16:00 Uhr wieder in den Cache geladen werden mußten.

Aus meiner Sicht handelt es sich bei dem Buch um ein eher lieblos zusammen geschriebenes Werk, das viele falsche Ideen publiziert und Kunden, die auf diesem "know how" bauen viel Ärger und Kosten bereiten wird. Optimal wäre weniger Meinung und dafür einfach mehr Fakten sprechen zu lassen und sich auf die Zielsetzung, nämlich der Beschreibung neuer Features zu beschränken.

Das Buch sollte daher mit entsprechend kritischer Sorgfalt gelesen werden und man sollte sich nicht darüber wundern, dass viele interessante Themen nur angerissen werden. Wer sich für Rolling Upgrades von 11g Clustern interessiert dürfte wenig finden.

Für Entwickler dürfte der letzte Teil des Buches relativ interessant sein wobei auch hier zu viele Thesen vertreten werden, die man so nicht im Raum stehen lassen kann. Als Oracle DBA der reinen Datenbanklehre verpflichtet sehe ich es mit großem Argwohn, dass die Datenbank immer mehr Features aufnimmt, die nach der reinen Lehre in einer Datenbank wenig zu suchen haben. Eine Datenbank sollte in aller erster Linie der Persistenz dienen und nicht dazu, dass Daten schnellstmöglich reproduziert werden können. Caching der Daten ist Sache der Applikationsentwickler. Falsche Programmiertechniken wie Polling oder schlechte Datenmodellierung und fehlende Indizes durch Features wie "result caches" oder "client caches" zu unterstützen löst nicht die Probleme, die daraus resultieren, dass Anwendungsentwickler die ARRAYSIZE beim Fetchen nicht richtig setzen, um die Netzwerkbandbreite effizient zu nutzen denn, Caching setzt immer vorraus, dass die Daten erstmal in diesen eingelesen wurden und auch das sollte optimal ablaufen. SQL Statements dahingehend zu tunen, dass diese bei wiederholten Aufrufen schnell arbeiten ist ebenso ein Problem wie Iterationen, die in einer Endlosschleife im hundertstel Sekunden Takt die selben Queries ausführen noch weiter beschleunigen zu wollen.

Frau Held repräsentiert eigentlich den typischen DBA, Entwickler und Anwender, die Zielgruppe von Hard- und Software Käufern, der relativ uninteressiert an Technik ist und sich mit komplexen Sachverhalten nicht auseinandersetzen, dafür aber schnellstmöglich und mit geringstem Aufwand Ergebnisse, Reports erzielen will. Euklid sagte mal: "Es gibt keinen Königsweg zu Mathematik" und aus meiner Sicht kann man mit Caches versuchen Performance vorzugauckeln und so vorzutäuschen als hätte man den Königsweg zu Datenmodellierung und Applikationsdesign gefunden aber der Betrug wird immer dann offenbar wenn die Daten dann doch mal wieder physisch von Platte gelesen werden mußten, denn auch hier gibt es keinen Königsweg.

Zur kritischen Auseinandersetzung mit derartigen Features gehört auch, dass man eben anmerkt, dass dem DBA hier ein probates Mittel gegeben wurde, um Workarounds für Designfehler zu bauen aber eben nicht, um derartige Features bereits in der Entwicklung einzuplanen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 7, 2010 11:59 AM MEST


Oracle 10g Hochverfügbarkeit. Die ausfallsichere Datenbank mit RAC, Data Guard und Flashback (Edition Oracle)
Oracle 10g Hochverfügbarkeit. Die ausfallsichere Datenbank mit RAC, Data Guard und Flashback (Edition Oracle)
von Andrea Held
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fake, 26. Februar 2010
Das Buch ist über weite Strecken eine Übersetzung der englischen Dokumentation von 10g. Dies gilt auch für sämtliche Beispiele. Die Übersetzungen sind als solche nicht gekennzeichnet. Den Kauf kann man sich sparen.


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