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Rezensionen verfasst von
Epikur Weber "Zetti" (Köln)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Ecobulb 4491502 Energiesparlampe 15 W E27 220-240 V warmweiß
Ecobulb 4491502 Energiesparlampe 15 W E27 220-240 V warmweiß
Preis: EUR 7,19

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verlässliche Sparlampe mit angenehmem Licht, 1. Dezember 2011
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Was soll man über eine solche Energiesparlampe tolles sagen? Eigentlich war ihr Erwerb eine ungeplante Verlegenheitsidee: Amazon als Bezugsquelle von Glühbirnen? Das ist so seltsam, das musste ich einfach machen!
Als sie ankam schraubte ich die Sparlampe sofort in eine Fassung. Und zwar als Ersatz für eine verwandte Energiespar-"Birne", mit der ich sehr unzufrieden war. Denn: Auch sie hatte zwar immerhin vergleichbare 11 Watt. Aber bis sie ihre arg bescheidene Leuchtkraft völlig entfaltet hatte, verging schon mal eine gefühlte halbe Ewigkeit. Anders diese Kandidatin von Ecobulb: Sie leuchtet hell auf; und das fast sofort, unmittelbar nachdem man den Lichtschalter betätigt. Muss man das lobend erwähnen? Sollte das nicht immer so sein? Eben! Und auch das verströmte Licht ist relativ warm und nicht so bleich-grell wie bei manch anderen Energiesparlampen. Insofern: Absolut empfehlenswert!
Den Langzeittest in Sachen Verbrauch und Lebensdauer kann ich natürlich nicht liefern. Aber gerade heute habe ich mir die "Schwester" des Produktes, die 15-Watt Variante, zuschicken lassen und verspüre bereits eine berechtigte Vorfreude.


Collapse Into Now
Collapse Into Now
Preis: EUR 17,99

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Beste Album seit... such's Dir aus!, 24. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Collapse Into Now (Audio CD)
Immer, wenn REM ein neues Album herausbringen, hole ich es mir sofort. Und jedes Mal lese ich, es handle sich dabei um "das beste REM-Album seit..." und da scheiden sich dann die Geister, es kann dann jeder was ausfüllen ' und tut es auch.
Inzwischen habe ich "Collapse" etwa 20 Mal angehört und hab wie immer so meine Favoriten. Das Album fängt stark an und der Endruck bleibt auch nach gewisser Zeit erhalten. Dann aber - sorry - plätschert es, und ist vorbei ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und das unterscheidet die Platte von vielen anderen REM-Alben. Die Platte ist irgendwo zwischen gewohnter Kost, bemühter Aufregung und alternativer Ausdruckslosigkeit angeseidelt. Und das ist bei REM eben nicht gerade neu. Vielleicht ist das ja der Grund, weswegen man sich immer an einem persönlichen 'Besten REM-Album' orientiert, das man sich wieder wünscht und alle zwei-drei Jahre dann zu hören glaubt.

Bei mir ist das so: Ich mag diese Band sehr und daran wird sich wohl nichts mehr ändern. Zu viele gute Alben gibt es, zu beständig ist das Beharren, zu rege die Bewegung der Rest-Drei, zu überzeugend ihre Gesamtarbeit. Mit Einordnungen und Bewertungen tue ich mich zunehmend schwer. Denn ich finde sowohl, dass "Automatic" ein Über-Maßstab ist, den die Band bislang nicht mehr erreicht hat. Obwohl das ein Pop-Werk ist und ich es lieber mag, wenn es klingt wie auf früheren Werken oder auf 'Monster'. Ich finde daher auch, dass etwa "Lifes Rich Peagant" ein sehr hoher Maßstab ist. Wenngleich auf andere, eben auf REM-typische Weise.

Ich stimme hingegen gar nicht in den Kanon ein, der die Platten von "Up" bis "Around The Sun" als schwache Ausrutscher abtut oder gar der Band eine "Schreibblockade" unterstellt (die wahlweise frühestens mit "Monster" oder spätestens mit 'Reveal' begonnen haben soll). Das ist albern. Mit welcher Berechtigung feiert man angesichts dieser kruden Behauptung dann 'Collapse Into Now' ab? So anders ist das absolut nicht, was hier passiert, dass es nicht auf den letzten fünf Alben hätte passieren können. Es ist weder frischer, noch gehaltvoller, noch experimenteller oder sonst was.

REM ist eben alles, gealterter College-Rock, Chart-Pop für's Öffentlich Rechtliche und die lebende Alternative zu sich selbst. Das macht die Band ja so interessant. Trotz oder gerade wegen ihrer vielen unterschiedlichen Alben, die doch immer nach sich selber klingen. Alle Scheiben der vergangenen Jahre haben ihre Momente, viele Songs drauf könnten auf jedem anderen Album sein. Vielleicht ist 'Collapse into Now ja einfach das beste Studio-Album seit 'Accelerate'?

(By the Way: Das einzige REM-Album, das mir bis heute absolut nichts sagen will und schwer nach Schreibblockade klingt ist das wiederum von einigen als Ultima Ratio gefeierte "Green". Ein unfassbarer Langeweiler! Alles davor und alles danach war besser.)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 3, 2011 9:09 PM MEST


Das Kirchenhasser-Brevier: Ein verlorener Sohn rechnet ab
Das Kirchenhasser-Brevier: Ein verlorener Sohn rechnet ab
von Ulli Schauen
  Taschenbuch

23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für "organisierte Christen", 21. Dezember 2010
Oft hört man mit bedauerndem Unterton, auf die Kirchen einzudreschen sei heute nur allzu leicht. Das mag sein. Man sollte sich vielleicht mal fragen, warum. Sicher auch weil man es heute relativ unbeschadet tun darf und es eben leider ständig neue Anlässe zum Draufhauen gibt. Und dies wben weil gerade Leute wie Ulli Schauen es ordendlich tun. Obwohl, er haut gar nicht drauf. Er ist ernüchtert von den Zuständen und schreibt es sich von der Seele.

Zum Inhalt etwas vorweg, was das Buch NICHT ist:
Die bislang einzige schlechte Bewertung (wenn auch mit einer recht affirmativen Rezension) einer meine Vorgänger suggeriert, bei Ulli Schauens Buch handele es sich um das Aufspringen auf einen derzeit nun mal modischen 'internationalen Kirchen-, Glaubens- und Religionskritikerzug'. Mitnichten! Schauen behandelt etwas vollkommen anderes als Hitchens und andere. Bei ihnen geht es um die Gefahren des Glaubens, wobei Dawkins' Thema die Widerlegbarkeit religiöser (v.a. monotheistischer) Aussagen über die Beschaffenheit der Welt ist. Wieder andere suchen Moral und Werte außerreligiös zu begründen. Das sind Geistes-/Gesellschaftswissenschaftliche oder naturwissenschaftliche Stoßrichtungen. Und dies auf globaler Ebene, vor angloamerikanischen Hintergrund und den jüngsten Erfahrungen mit 'Gotteskriegern' muslimischer aber auch christlicher Provenienz.
Ulli Schauen geht es um rein deutsche (Kirchen-)politik im umfassenden Sinne, um eine Kritik an den Kirchen und ihren Institutionen. Das Buch kaut also nichts wieder. Schon gar nichts aus den Federn der amerikanischen oder britischen "Chef"-Atheisten. Selbst die jüngsten deutschsprachigen Bücher zum Themenkomplex beleuchten meist andere Aspekte. Schauen kritisiert an keiner einzigen Stelle irgendeinen Glauben und lässt sich auch nie darüber aus, ob Glauben heutzutage überflüssig, unzeitgemäß oder vereinbar mit den exakten Wissenschaften ist. Lediglich deckt er so manche christliche Heuchelei auf, die mit der organisierten Religion in Deutschland zu tun hat (wo die Großkirchen eine historisch und politisch einzigartige Sonderstellung und Protektion unter den heutigen Demokratien genießen). Ob der christliche Gott existiert oder Religion an sich nützlich oder gefährlich sein kann ist ÜBERHAUPT NICHT das Thema.

Sicher, es steht für so manch kritisch eingestellten Menschen nicht viel Neues darin. Und auch Kirchenleute sagen zu alledem meist "Ja, alles richtig, ABER..." Was wiederum bedenklich ist. Denn wenn dieses Wissen schon ein so alter Hut ist, warum ändert sich dann so gut wie nichts!?
Insofern finde ich den Beitrag Ulli Schauens aus Sicht eines "verlorenen Sohnes" und erfahrenen Journalisten gerade in Bezug auf die Verstrickungen der Kirchen in Politik, Soziales und Medien sehr erhellend und eine wertvolle Ergänzung zum derzeitigen Diskurs ' wenn man ihn denn 'Kirchen-Bashing' nennen will.

Zugegeben: Der Buchtitel ist wirklich unterirdisch.


Ecobulb 4491501 Energiesparlampe 12 W E27 220-240 V warmweiß
Ecobulb 4491501 Energiesparlampe 12 W E27 220-240 V warmweiß
Preis: EUR 6,89

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es wird Licht - schnell!, 9. Dezember 2010
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Was soll man über eine solche Energiesparlampe tolles sagen? Eigentlich war ihr Erwerb eine ungeplante Verlegenheitsidee: Amazon als Bezugsquelle von Glühbirnen? Das ist so seltsam, das musste ich einfach machen!
Als sie ankam schraubte ich die Sparlampe sofort in eine Fassung. Und zwar als Ersatz für eine verwandte Energiespar-"Birne", mit der ich sehr unzufrieden war. Denn: Auch sie hatte zwar immerhin vergleichbare 11 Watt. Aber bis sie ihre arg bescheidene Leuchtkraft völlig entfaltet hatte, verging schon mal eine gefühlte halbe Ewigkeit. Anders diese Kandidatin von Ecobulb: Sie leuchtet hell auf; und das fast sofort, unmittelbar nachdem man den Lichtschalter betätigt. Muss man das lobend erwähnen? Sollte das nicht immer so sein? Eben! Und auch das verströmte Licht ist relativ warm und nicht so bleich-grell wie bei manch anderen Energiesparlampen. Insofern: Absolut empfehlenswert!
Den Langzeittest in Sachen Verbrauch und Lebensdauer kann ich natürlich nicht liefern. Aber gerade heute habe ich mir die "Schwester" des Produktes, die 15-Watt Variante, zuschicken lassen und verspüre bereits eine berechtigte Vorfreude.


Der gefälschte Glaube: Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe
Der gefälschte Glaube: Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe
von Karlheinz Deschner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Des Klerus neue Kleider, 1. April 2009
'Der gefälschte Glaube' gehört, wenn ich das richtig einschätze, zu Deschners großen drei Werken ' zumindest was die Sachliteratur angeht. Sein kirchenkritisches 1962er "Abermals krähte der Hahn" gehört dazu, und natürlich die vielen Bände der "Kriminalgeschichte des Christentums".

Der Titel des Buches sagt es schon treffend: es geht darum, wie die Kirche Glaubensinhalte festlegte, verfälschte und den Schäfchen bis heute zu glauben aufzwingt. Was hier inhaltlich geboten wird, ist schnell gesagt. Deschner zerpflückt das Christentum, dessen zentrale Lehren und den überkommenen Hierarchie-Apparat in seiner sich manifestierenden Weise seit Jesu Ableben. Es schwingt dabei die Grundthese des Theologen Gerd Lüdemann mit, wonach Jesus das Reich Gottes ankündigte, aber die Kirche gekommen ist. Die Apostel und Frühchristen waren Apokalyptiker, die das baldige Ende der Welt erwarteten. Als nichts passierte, ging es darum mithilfe der verfälschten Lehre Jesu Macht zu sichern. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bereits früh haftete Deschner der Makel an, dass er unwissenschaftlich vorgehe, nur sammle und ungenau zitiere. Vor allem verdichtet sich dieser Vorwurf auf zwei Tatsachen: 1. Deschner übertrieb 1962 (unbelegt) die Zahl der Hexenverbrennungs-Opfer auf neun Millionen (was der Tatsache dieser Verbrechen an sich wohl keinen Abbruch tut). 2. Deschner bevorzugt die Äußerungen christlicher Theologen um die christliche Theologie selbst anzugreifen ' der berühmte Stich ins Wespennest muss die Folge sein.

Die Quellenlage für jede der unzähligen Zitate und Verweise zu überprüfen kann der interessierte Laie nicht leisten. Doch zweifeln kann man an der Redlichkeit der Vorwürfe ihm gegenüber. Stammen sie in der Regel von Vertretern der angegriffenen (vorwiegend katholischen) Kirche, die nicht erbaut sein kann darüber, dass jemand ihr Lügengebilde anknabbert. Die kritische Theologie der eigenen Reihen ist weiterhin unangenehm für die Kirche. Denn entweder man nimmt ernst und löst damit großen innerkirchlichen Schaden aus. Oder man ignoriert den Autor.

Letztes scheint leider landläufig der Fall zu sein. Denn es ist mitunter sehr erstaunlich, wie wenig sich trotz der teils erhellenden Offenlegungen von Deschner und Co. In den letzten Jahrzehnten geändert hat. Wenn nur ein Prozent von Deschners Thesen stimmen (und es dürfte sich um einen weit höheren Prozentsatz handeln), dann ist das ganze offizielle Christentum eine absurde, verlogene und unhaltbare Angelegenheit.

Anhand zahlreicher Quellen vornehmlich der historisch-kritischen Theologie legt der Autor dar, wo, wann durch wen und anhand welcher Umstände Willkür, Fälschung und blanke Lügen zu den grundlegenden Glaubensinhalten der Kirche geführt haben. Auch was der geneigte Geschichts- und Kulturwissenschaftler mitunter längst weiß ' nämlich dass so gut wie nichts aus der christlichen Lehre mit Jesus neu in die Welt kam, sondern in den ersten Jahrhunderten v.u.Z. aus älteren Mythen, Kulten und Überlieferungen zusammen geschustert wurde ' wird einmal mehr deutlich. Ob es um dabei die Sakramente Taufe und Buße, um das Abendmahl oder um die Erfindung der Sünde geht, schnell wird deutlich, was heute sicher nichts Neues mehr (und als Erkenntnis eben gerade Leuten wie Deschner zu verdanken) ist:

Der Klerus mag Kleider tragen. Doch er hat keine an.

Es gibt jedoch ein Argument, dass alle Kirchenkritik zerstört: Gott hat es so gewollt.


Died Laughing
Died Laughing
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 37,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fein, 23. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Died Laughing (Audio CD)
Ein feines Album. Soviel gleich zu Anfang. Fein, weil es Reife hat und Tiefe. Genauso wie Seele und etwas Poesie. Caputo, von der härteren Gangart seiner Band Life of Agony herkommend, schlägt hier ruhigere Töne an. Zumindest überwiegend. Schon die Singleauskoppelung Selfish deutete dies an, heißt aber nicht, daß es nicht stellenweise, bei aller Melancholie ordentlich losrockt, wie z.B. beim Opener Honeycomb. So einfach kann heute gute Rockmusik sein, ohne sich völlig neu zu erfinden. Caputo singt (sehr erfrischend und ziemlich gekonnt!) Liebeserklärungen an Menschen, an New York, an Kurt Cobain (interessanter Weise ein recht jazziger Song). Selbstbewußtes nach vorne schauen trifft auf eine gereifte Gedankenwelt. Tja, fragt mich nicht nach einer passenderen Kategorie, sonst müsste man so was wie Melodic Rock oder harter Pop mit Indie-Touch sagen, doch was heisst das schon. Es ist einfach ein feines Album - auf die Gefahr hin mich zu wiederholen.


Daisies of the Galaxy
Daisies of the Galaxy
Preis: EUR 7,97

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beerdigung vorbei!, 23. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Daisies of the Galaxy (Audio CD)
Mr. E findet zum Song zurück.
Seit dem `96er Debüt ist Eels - Macher E durch die Hölle gegangen. Dokumentiert wurde das durch das zweite Album Electro - Shock Blues. Für alle, die dieses Album musikalisch ebenfalls zur Hölle wurde, weil sie auf den positiveren bandorientierten Sound des Erstlings abfuhren, gibt's jetzt wieder Hoffnung. Alles das stimmt wohl, was man bisher darüber lesen konnte: das Album repräsentiert E's Erinnerungen an seine dahingegangenen Nahestehenden, verbunden mit neuer Hoffnung und der Orientierung ans Diesseits und ist von bestechender schlichten Schönheit. Es ist vielleicht am ehesten von den ersten drei Eels Platten ein Solo Werk. Aber E ist ohnehin gleich Eels. Oder?


Psycho
Psycho
Preis: EUR 14,99

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie immer und ein bisschen anders, 23. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Psycho (Audio CD)
Ich gestehe gleich zu Beginn, daß ich eingefleischter Fan dieser Combo bin. Zwar nicht seit ihren ersten Tagen, aber dennoch seit ihrer ersten Deutschstunde Damals (1991) hinterm Mond. Das war ja was Neues auf deutschsprachigem Songboden. Seit ihrem letzten Longplayer Die schönen Rosen sind nun drei Jahre vergangen und einiges hat sich seit jenen Tagen auch bei EOC verändert. So hat man beispielsweise diesmal in den Can Studios Weilerswist aufgenommen, das Artwork ist lichter, auf den obligatorischen Instumental-Track am Ende ist diesmal verzichtet worden... Soviel zu dem, was offenkundig anders ist. Ansonsten bietet der Berliner Vierer in gewohnter Koproduktion mit David Young Gewohntes für Freunde und Feinde der Band: da sind die impressionistischen und melancholischen Texte eines Sven Regener, die er in gewohnt rauher und lakonischer Manier als Antiheld inmitten des greifbaren Unbegreiflichen vorbringt. Das fragile Gitarrenspiel von Jakob Friedrichs, und die Schlagzeug-Arbeit von Richard Pappik, diesmal leicht gebrochen durch Spielereien mit dem Sound und elektronischen Beats, ganz selten und am Rande.
Hervorzuheben sind auf jeden Fall die Eröffnungsnummer Ich war nicht dabei", das mit räumlich hämmerndem Beat und verzerrten Vocals aufwartet und an Velvet Underground gemahnt; und das im 5/4 Takt stolpernde Jetzt mußt du springen".
Insgesamt ist Psycho ein rundes Werk, das die Fans beglückt und Freunden von Blumfeld vielleicht noch ein Fenster öffnet. (47:22 -ohne die beiden Bonus Tracks)


Joe's Corsage
Joe's Corsage
Wird angeboten von multimedia4sale
Preis: EUR 27,85

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Corsage - nicht Garage!, 12. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Joe's Corsage (Audio CD)
Ein hübsches, kleines Präsent aus Zappas Keller ist das. Das erste Stück aus einer Reihe von mittlerweile dreien. Joe ist - im Gegensatz zum Titelhelden des 1979er Tripple-Albums - eine real existierende Person, nämlich Joe Travers, unter anderem Drummer im Hauptberuf und nebenberuflich "Vaultmeister" der Zappa-Restfamilie in L.A. Und aus eben diesem Keller, The Vault, holt Joe in Zusammenarbeit mit Zappa Sohn Dweezil und dessen Mama Gail hin und wieder ein paar Schätzchen für die Fans des viel zu früh Verblichenen hervor.

Die "Corsage" bedient sich der ganz frühen Mothers-Zeit, also hauptsächlich der Jahre 1964/65. Bevor "Freak Out!" heraus kam und Frankie Z. seinen Status als "krasse Obermutter der Musikwelt" begründen sollte. Entsprechend hören wir die Sechzicher in relativ westamerikanischer Reinkultur. Die Mothers (noch ohne Invention) klingen nach Rock'n'Roll, nach Blues, nach Pop. Ein Hauch Surf Sound hier, eine Portion Blues dort und ein nicht vermeidbares Quentchen Pop-Satire bereits auch schon.

Ich will den Satz vermeiden: Für Fans ein Muss - und schon hab ich ihn wieder gesagt. Doch unter Umständen gefällt das hier auch "echten" Müttern.

Doch der gediegene Kulturhistoriker, der Neues suchende Popper oder auch der Oldie-Nostalgiker ist sicherlich besser bedient, wenn er stattdessen zu der absolut fantastischen Neuaufmachung "MOFO" (= The Making Of Freak Out!) greift!

Nachtrag: Im Gegensatz zu den Nachfolgern "Joe's Domage" und "Joe's X-MASsage" ist die Corsage ein wahres Prachtstück - in jeder Hinsicht.


Imaginary Diseases
Imaginary Diseases

63 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fehlendes Puzzlestück, 4. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Imaginary Diseases (Audio CD)
Imaginary Diseases, das sind ein paar Live-Cuts von Zappas sehr kurzlebiger 10-Mann Live-Band vom Herbst 1972. Sie gehört in die Phase von The Grand Wazoo und Waka/Jawaka, die aus dem gleichen Jahr stammen. Diese Band war Fans bislang nur über Bootlegs unter dem Namen "The Petite Wazoo" bekannt. Immer wieder hatte man Zappa zu dessen Lebzeiten äußern hören, dass man mit Aufnahmen dieser Tour rechnen könne. Nie aber kam es zu einer VÖ. Bis jetzt, wo sich Sohn Dweezl und "Vaultmeister" Joe Travers immer mal wieder an die alten Bänder setzten.

ID ist ein reines, von Zappa selbst vorproduziertes Live-Album voller Instrumentals. Man kann es Jazzrock nennen. Doch da werden bei jedem sicherlich andere Assoziationen aufkommen, als das, was man hier hört.

Die Musik ist teilweise sehr Orchestral (Rollo), orientiert sich am Blues (Been To Kansas City in A Minor), rockt in elegischen Gitarrensoli über dampfendem Backbeat (Montreal) und ist streckenweise gewohnt abenteuerlich arrangiert, wie vor allem im längsten Track der CD, "Farther Oblivion" (nicht zu verwechseln mit dem nicht minder kruden "Father O'Blivion").

Auch wenn selbst härteste Begleiter wie ich den Altmeister noch nie so gehört haben, man erkennt Zappa sofort. Im Gitarrenspiel, im Arrangement, im Gesamten.

Nach zwei Monaten Existenz war das hier verewigte Ensemlbe bereits wieder Geschichte. Die Mothers wurden wieder kleiner, es kamen Leute wie George Duke, Ruth Underwood und Jean-Luc Ponty. Und Uncle Frankie widmete sich anderen Dingen als der Auswertung dieser kleinen Tournee. Insofern ist ID ein fehlendes Puzzle-Stück in der "Conceptional Continuity" und ein echtes Geschenk der Zappa-Family an uns lengjährige und auch neue Fans.


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