4.0 von 5 Sternen
tolles Preis- Leistungs- Verhältnis trotz kleinerer Schwächen, 27. März 2013
Ich habe dieses Mini-HiFi-Anlägchen für den Einsatz am Arbeitsplatz in der Produktionshalle gekauft. Trotz lauter Umgebung hört man dort das Gerät sehr gut, auch aus ein paar Metern Entfernung. Für den Einsatz an ruhigeren Orten ist das Radio also kaum an seine Grenzen zu bringen. Die Abmessungen sind dabei optimal zur Befestigung am Werkzeugwagen.
Pro:
- handliche Abmessungen
- und trotzdem laut genug auch für laute Umgebungen
- guter Klang
Contra:
- kein USB für Stromversorgung
- Kabel für Stromversorgung kurz (1m)
- schwache mp3-Player Funktion
Strom bekommt der MusicMan über einen kleinen Rundstecker, der am anderen Ende einen normalen USB-A Anschluss hat. Warum allerdings statt dem schwer zu bekommenden Rundstecker nicht einfach ein MicroUSB- Steckplatz für die Nahrungsaufnahme vorgesehen ist bleibt ein Rätsel, die hätte nämlich wohl jeder irgendwo zu Hause rumliegen (Handyladegerät). So ist man eben auf dieses mitgelieferte Kabel angewiesen, das mit seinem einen Meter Länge zumindest für mich etwas zu kurz geraten ist.
Zudem steht der Stromstecker schlappe 3,5cm hinten am Gerät heraus. Die handlichen Maße des Radios kann man also bei Wandaufstellung auf 8,5cm Tiefe erweitern. Auch deshalb wäre ein MicroUSB-Anschluss hier sinnvoller gewesen.
Vielleicht entspricht meine ja nicht der vorgesehenen Nutzung, da ich das Radio fest auf dem Werkzeugwagen stehen habe und es dort meistens Strom von der Steckdose bekommt. Im mobilen Einsatz spielt die Sache Stromversorgung ja keine soo große Rolle mehr, zumal der Akku schon einige Betriebsstunden packt.
Ich habe mir dazu gleich noch ein USB-Netzteil gekauft um nicht immer auf den Akku angewiesen zu sein.
Das ein Meter lange Klinkenkabel tut seinen Dienst auch als Antenne ganz gut. Die Sendersuche gestaltet sich denkbar einfach, den Tuning Button drücken und reinhören, was kommt. Mangels Display muss man sich allerdings auch wirklich auf sein Gehör verlassen, anders lässt sich der eingestellte Sender nicht erkennen. Wenn man nicht dauernd umschalten will sollte das ja kein Problem sein, zumal der zuletzt gehörte Sender dank dem Akku gespeichert bleibt. Trotzdem wäre eventuell ein Display oder aber ein paar Senderspeicher ganz nett gewesen, wenn auch absolut nicht erforderlich. Zu dem Preis darf man darüber ja eh nicht meckern ;).
Über den LineIn lässt sich der MP3-Player bzw das Handy anschließen. Der oben liegende USB-Steckplatz bietet dabei sogar eine Spannungsversorgung fürs Gerät, könnte sehr praktisch sein. Da ich die Belastbarkeit des Steckplatzes aber nicht kenne werde ich das Handy nicht dort einstecken, da ein zu niedriger Ladestrom dem Akku im Handy nicht gut tut. Die als rein obligatorisch zu bezeichnende Anleitung des MusicMan gibt dazu leider nichts her. Für wen der Handyakku allerdings nicht so wichtig ist für den ist das sicher ganz praktisch.
Bezüglich der Ausgangsleistung des USB-Ports habe ich mal den Hersteller angeschrieben, wenn ich Info dazu kriege teile ich dies gerne an dieser Stelle mit.
Anders als bei Radio und LineIn hört man bei der Wiedergabe vom USB-Stick (MicroSD habe ich mangels einer solchen Karte nicht probiert) ein leises Hintergrundrauschen heraus. Das fällt allerdings nur auf, wenn man wirklich genau hinhört, solange Musik läuft zumindest.
Ein wirklicher Negativpunkt ist allerdings der eingebaute mp3-Player.
Er reicht wohl durchaus um völlig anspruchslos mp3s abzuspielen. Allerdings beschränkt sich das auch wirklich auf mp3, bereits bei wma ist Sense.
Außerdem wird die Reihenfolge eines Albums nicht eingehalten, der Player beginnt irgendwo mitten im Album, spielt dann die meisten Titel in der richtigen Reihenfolge ab, macht dabei aber ein paar Ausnahmen, die irgendwo zwischenrein gestreut werden. Das passiert trotz Dateinamen mit Titelnummer am Anfang und korrekten Id3Tags.
Die Musik muss leider zur richtigen Wiedergabe im Dateinamen unbedingt mit zweistelliger Nummerierung beginnen, damit der MusicMan die Reihenfolge einhält. Schade, dass der Player nicht einfach die Id3Tags ausliest wo die Tracknummern hinterlegt sind.
Mit richtiger Zufallswiedergabe wäre ich ja sehr zufrieden, mangels Display würde sich die Auswahl eines bestimmten Albums eh schwierig gestalten. Genau diese Zufallswiedergabe fehlt aber leider.
Zur richtigen Benennung der Musikdateien kann ich immerhin das Tool mp3Tag empfehlen, das die Dateien Automatisch nach dem geforderten Muster benennen kann. So muss man das wenigstens nicht von Hand erledigen.
Insgesamt bekommt man hier also ein gut verarbeitetes Radio mit praktischem LineIn und sinnlosem mp3Player.
Sein Geld ist das Gerät aber durchaus wert, auch wenn ich mir die Playerfunktion anders vorgestellt hätte.
Nachtrag:
Meine E-Mailanfrage wurde sehr schnell innerhalb eines Tages beantwortet.
Der USB-Port liefert demnach nur einige mA und ist damit nicht als Ladegerät für Handy o.ä. geeignet.
Dass der Player mitten im Album mit dem Abspielen beginnt statt am Anfang ist laut der Antwortmail normal und leider nicht zu ändern. Wer sich da was genau dabei gedacht hat bleibt aber im Dunkeln, Sinn machts meiner Meinung nach keinen.