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Zeilenblicke

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Nova & Quinton. True Love: Nova & Quinton 1 - Roman (Nova und Quinton, Band 1)
Nova & Quinton. True Love: Nova & Quinton 1 - Roman (Nova und Quinton, Band 1)
von Jessica Sorensen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konnte mich nicht so sehr mitreißen wie erhofft, 19. November 2014
Viel habe ich über die Bücher von Jessica Sorensen schon gehört und da nun mit der Geschichte von Nova und Quinton eine neue Reihe von ihr auf den Markt gekommen ist, wollte ich mich an dieser unbedingt probieren. Ich muss zugeben, dass ich Büchern dieses Genres anfangs etwas skeptisch gegenüber war, aber die vielen positiven Stimmen haben mich doch neugierig gemacht.
Nova und Quinton sind zwei Jugendliche, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, die sich aber trotzdem schnell vom jeweils anderen angezogen fühlen. Was sie verbindet ist die Tatsache, dass sowohl Nova als auch Quinton eine dunkle Zeit in ihrem jungen Leben durchmachen mussten. Beide haben mit den vergangenen Ereignissen, auch wenn diese schon etwas länger zurückliegen, noch schwer zu kämpfen und jeder hat seinen eigenen Weg, mit dem Schmerz umzugehen,

Nova und Quinton haben geliebte Menschen verloren - wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise - und versuchen, mit dem Verlust zurecht zu kommen. Quinton wird von Schuldgefühlen geplagt und der ehemals smarte, netten junge Mann mit einer vielversprechenden Zukunft sucht Zuflucht in Drogen und versucht so, dem Alltag zu entfliehen.
Nova hingegen hat mit Drogen eigentlich nicht viel am Hut, zieht sich seit dem tragischen Tod ihres Freundes Landon aber vollkommen zurück und lässt kaum jemanden an sich heran. Als sie dann über einen gemeinsam Freund Quinton kennenlernt, glaubt sie zunächst ihren Augen kaum. Quinton erinnert sie auf unglaubliche Weise an Landon und sie fühlt sich schnell zu ihm hingezogen. Doch sie ist hin und hergerissen zwischen dem Wunsch, Quinton näher kennen zu lernen und der Tatsache, dass sie noch nicht über Landon hinweg ist und sich auf niemand neues einlassen kann und möchte.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir schnell gelungen, was einerseits am am unkomplizierten Schreibstil lag, andererseits daran, dass es auch inhaltlich sehr schnell zur Sache geht. Allerdings hatte ich zunächst mit den Charakteren kleinere Probleme. Beide haben Schlimmes in ihren jungen Jahren durchmachen müssen, doch muss ich zugeben, dass ich zunächst mit der "Selbstquälerei" beider nicht gut zurecht gekommen bin. Nach einer Weile war mir das ständige Hin und Her zwischen "Er/Sie fasziniert mich" und "Nein, ich darf aber nicht" doch ein wenig zu viel. Irgendwann habe ich aber versucht, dies zu übergehen und mich einfach von der Geschichte forttragen zu lassen. Mehr oder weniger ist mir das auch gelungen, sodass ich das Buch doch genießen konnte.
Die Geschichte strotzt allerdings nur so vor Melancholie. Wer nach einer heiteren, aufbauenden Lektüre sucht, ist hier definitiv falsch. Anfangs hatte ich noch gehofft, dass sich Nova und Quinton vielleicht gegenseitig aus ihrem Tief helfen können, aber schnell hat sich gezeigt, dass dies nicht so einfach ist - dafür sind beide Charaktere einfach zu kaputt. Gefühlsmäßig konnte mich die Autorin trotzdem nicht komplett abholen. Sicher ist es tragisch, was beide durchmachen mussten und das hat mich auch auf gewisse Art und Weise berührt, aber richtig mitgenommen haben mich die Geschehnisse leider nicht.
Das Ende wiederum hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hier bin ich doch sehr neugierig geworden, was aus Nova und Quinton wird und ob sie doch noch den Absprung schaffen. Weiterlesen werde ich daher bestimmt.

Insgesamt konnte mich Nova & Quinton. True Love jedoch nicht so sehr mitreißen wie zunächst erhofft. Die Geschichte ist tragisch und sehr traurig; aber die Art und Weise, wie beide damit umgehen ist keinesfalls gesund und war mir manchmal doch zu viel des Guten. So fiel es mir schwer, mich vollends in die Charaktere hineinzuversetzen, sodass mich die Geschehnisse nicht wirklich berührt haben. Für mich daher leider eher ein mittelmäßiger Auftakt einer Reihe, die ich aber aufgrund des vielversprechenden Endes trotzdem weiter verfolgen werde.


In deinem Licht und Schatten: Roman
In deinem Licht und Schatten: Roman
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hochemotional und spannend, 28. Oktober 2014
Was mich an In deinem Licht und Schatten als erstes angesprochen hat, war der Titel: Schon allein dieser sagt so viel aus, dass ich unbedingt wissen musste, was es mit diesem Buch auf sich hat. Worum genau geht es in der Geschichte um Rebecca und Hephzibah?
Wie das Cover, neben dem Buchtitel, vermuten lässt, ist es keine heitere Geschichte. Dies wird bereits zu Beginn des Buches mehr als deutlich.

Rebecca und Hephzibah sind zwar Zwillinge, gleichen sich aber weder äußerlich noch innerlich besonders. Hephzi ist jedermanns Liebling, mit ihrer Schönheit zieht sie alle in ihren Bann. Sie dürstet danach, ein ganz normaler Teenager zu sein und missachtet dafür auch die ein oder andere Grenze.
Rebecca hingegen verschreckt die Meisten zunächst, denn von Geburt an muss sie aufgrund eines Gendefektes mit einer starken Deformierung ihres Gesichts leben. Viel musste sie daher in ihrem Leben schon einstecken und so verwundert es nicht, dass sie völlig verschüchtert ist und sich meist nur im Hintergrund hält.
Was beide Mädchen jedoch gemeinsam haben, ist die Angst vor dem Vater. Denn zu Hause, im Pfarrhaus, herrscht der nach außen hin so charismatische Vater - der Priester des kleinen Wohnortes - mit strenger Hand, Demütigungen und Schläge sind an der Tagesordnung. In deinem Licht und Schatten nimmt somit ein sehr ernstes und schwieriges Thema auf, das mich nicht nur einmal hat schlucken lassen.
Direkt zu Beginn weiß man als Leser, dass Hephzibah die Tyrannei des Vaters nicht überlebt hat - was genau vorgefallen ist, erfährt man jedoch nicht. Stattdessen wird die Geschichte aus den Blickwinkeln beider Schwestern geschildert, sodass man zugleich über die vergangenen, aber auch die gegenwärtigen Geschehnisse aufgeklärt wird.
Bewusst werden hierbei zunächst die wesentlichen Details ausgespart und man als Leser ziemlich im Dunkeln gelassen. So wurde ich sehr schnell in die Geschichte hineingezogen, obwohl manche meiner Vermutungen, was mit den Mädchen zu Hause geschieht, ein beklemmendes Gefühl zurückgelassen haben.

Ein weiterer Grund, weshalb mich die Geschichte sehr schnell eingenommen hat, war der ergreifende Schreibstil. Besonders Rebeccas Sichtweise hat mich mitgenommen, da sie es nicht schafft, aus ihrer Haut zu kommen, aber schnell deutlich wird, wie sehr sie sich wünscht, ein normales Leben zu führen. Stattdessen muss sie mit ansehen, wie Hephzibah mit ihrem Verhalten unweigerlich den Ärger des Vaters auf sich ziehen wird, und schließlich ist nur noch sie, Rebecca, übrig, die die gebündelte Wut und Abscheu zu Hause abbekommt. Erstaunlich fand ich an Rebecca ebenfalls, dass sowohl ein gewisser Neid auf ihre Schwester zu spüren ist, sie deswegen teilweise sogar tief verbittert wirkt, gleichzeitig aber auch von Anfang an deutlich wird, wie sehr sie ihre Schwester Hephzibah liebt. Rebecca war für mich daher von Beginn an ein erstaunlicher, herausragender Charakter - ein Eindruck, der sich mir im Lauf der Geschichte nur weiter bestätigt hat.

In deinem Licht und Schatten ist mit Sicherheit keine leichte Kost. Schon zu Beginn herrscht eine bedrückende Atmosphäre, die sich auch so schnell nicht aufzulösen scheint. Die Geschichte scheint schier unfassbar, zieht einen aber gerade deswegen unweigerlich in ihren Bann. Die Frage, was mit Hepzibah geschehen ist, hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Aber besonders Rebeccas Sichtweise, ihre Erlebnisse und Schilderungen, haben mich mitgenommen und kaum in Ruhe gelassen. Insgesamt eine hochemotionale Geschichte, die ich nur jedem empfehlen kann.


Everflame - Feuerprobe: Band 1
Everflame - Feuerprobe: Band 1
von Josephine Angelini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hat einige Längen, aber gegen Ende sehr spannend, 27. September 2014
Die Hexen-Thematik hat mich bei Josephine Angelinis neuem Werk sofort aufhorchen lassen. Bücher, in denen es um Hexen und Magie geht, lese ich besonders gerne, daher war Everflame. Feuerprobe ein absolutes Muss für mich. Aber leider hat die Geschichte meinen Vorstellungen nicht ganz entsprochen und konnte mich erst gegen Schluss wirklich mitreißen.

Dass Lily Proctor ein ganz normales Leben in Salem führt, kann man nicht wirklich behaupten. Ihr ganzes Leben lang leidet sie schon an schweren Allergien, die ihr den Alltag erschweren. Doch plötzlich findet sie sich im Salem einer Parallelwelt wieder, das sich völlig von ihrer Heimat unterscheidet. Zwar trifft sie hier viele bekannte Gesichter, aber regiert wird das Land von einer mächtigen Hexe - die genau so aussieht wie Lily. Zunächst ist die Verwirrung daher groß, denn viele halten Lily für Lillian, die gefürchtete, skrupellose Hexe. Auf sich alleine gestellt muss Lily sich zunächst in der neuen Welt zurecht finden, doch recht bald trifft sie nicht nur auf eine Version ihres besten Freundes Tristan, sondern auch auf Rowan. Dieser verhält sich ihr gegenüber jedoch sehr abweisend, denn er hat schlimme Erfahrungen mit der Hexe gemacht und traut Lily daher nicht über den Weg. Aber schließlich ist es Rowan, auf den Lily sich verlassen muss und der zudem auch noch ihr Herz erobert. Trotzdem wünscht sich Lily nichts sehnlicher, als wieder nach Hause zu kommen, muss aber schnell feststellen, dass dies nicht so einfach ist wie erhofft.

Die Idee der Geschichte fand ich klasse: Magie, Parallelwelten, Intrigen und vieles mehr. Kurz nachdem Lily jedoch in der völlig anderen Version von Salem gelandet ist, hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem Buch. Die Welt, die Josephine Angelini sich hier überlegt hat, ist zwar sehr beeindruckend, aber auch sehr komplex: Wunschssteine, Helfer, Schamanen, Hexen etc. Die Zusammenhänge und Hierarchien zu verstehen fiel mir daher recht schwer, was das Lesevergnügen leider ziemlich gehemmt hat. Zudem hatte ich große Schwierigkeiten mit Rowan, mit ihm bin ich nicht wirklich warm geworden. Da er aber ein sehr wichtiger Charakter ist - und das nicht nur aufgrund der sich anbahnenden Liebesgeschichte - war das nicht wirklich von Vorteil. Die Lust, das Buch in die Hand zu nehmen, hat sich daher nach relativ kurzer Zeit leider schnell verflüchtigt. Ab einem bestimmten Punkt war die Handlung zwar spannend, aber es hat für mich auch eine Weile gedauert, bis ich diesen Punkt erreicht hatte.

Die ersten paar Seiten von Everflame haben mich sehr neugierig gemacht, doch nach kurzer Zeit hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Geschichte. Erst gegen Ende nahm die Handlung wieder ordentlich an Fahrt auf, was den für mich etwas unspannenden Mittelteil wieder wett gemacht hat. Die Protagonistin Lily hat mir hingegen während der kompletten Geschichte gut gefallen, was besonders daran lag, dass sie im Laufe der Handlung eine gehörige Entwicklung durchmacht. Insgesamt konnte mich Everflame aber leider nicht vollkommen abholen. Da der Schluss des Buches aber viel Stoff für den Folgeband verspricht, werde ich diesen definitiv im Auge behalten.


Perfekt ist jetzt
Perfekt ist jetzt
von Tim Tharp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Ein spektakuläres Buch!, 27. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Perfekt ist jetzt (Gebundene Ausgabe)
So ganz weiß ich ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Rezension anfangen soll. Denn Perfekt ist jetzt hat mich auf ganzer Ebene berührt und begeistert und es fällt mir schwer, meine Gedanken zu diesem tollen Buch zu ordnen. Daher zuerst etwas zum Inhalt: Sutter Keelys Lebensmotto ist es, das Seltsame willkommen zu heißen und im Jetzt zu leben. Dazu gehört für ihn, keine großen Pläne für die Zukunft zu machen, das Leben auf sich zukommen zu lassen und am liebsten schon morgens mit dem Trinken anzufangen. Das Leben ist eine Party und die Schule gehört definitiv nicht zu seinen Prioritäten. Dann lernt Sutter Aimee kennen, die eine völlig andere Lebenseinstellung hat als er, die ihn mit ihrer ruhigen Art aber sofort fasziniert. Dank Aimee bekommt Sutter die Chance, sein eigenes Leben umzukrempeln - oder aber das Glück von Aimee zu zerstören.

Sutter und Aimee, zwei Jugendliche, die wirklich gar nichts gemeinsam haben, die sich aber trotzdem von Anfang an blendend verstehen. Sutter ist der typische Draufgänger an seiner Schule, er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ist für seine verrückten Aktionen bekannt und hat auch in Sachen Mädchen einige Erfahrungen. Kurzum, ein super Typ und alle wollen mit ihm befreundet sein. Aber Sutter verhält sich in manchen Situationen auch ziemlich fragwürdig, vor allem was seinen Alkoholkonsum angeht, und katapultiert sich immer wieder in haarsträubende Situationen. Aber trotzdem wird auf den ersten paar Seiten direkt deutlich, dass er ein riesengroßes Herz hat, weshalb ich ihn von Anfang an unfassbar gerne mochte. Auch beim weiteren Lesen zwischen den Zeilen bemerkt man, dass sein cooles Gehabe größtenteils nur Fassade ist und ihm das Leben nach der Highschool eigentlich tierische Angst einjagt.
Sutters Motive, was die Freundschaft zu Aimee angeht, konnte ich zunächst nur schwer deuten. Aimee ist das komplette Gegenteil von Sutter und gehört eher zu den unbeliebteren Schülern. Aus Mode macht sie sich nicht viel, anstatt ihre Nase in Mode-Zeitschriften zu stecken liest sie lieber Science Fiction-Romane und träumt von einem Leben auf einer Pferde-Ranch. Durch Zufall lernen sie und Sutter sich näher kennen und Aimee scheint in Sutter den Beschützerinstinkt zu wecken. Zumindest behauptet er, dass er keinerlei romantische Absichten hat und ihr lediglich helfen und ihre "Seele retten" beziehungsweise ihr zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen möchte.

Zwischen den beiden entspinnt sich im Laufe der Geschichte eine erstaunliche, wunderbare Freundschaft, von der sowohl Sutter als auch Aimee profitieren, die aber gleichzeitig für beide Jugendliche bedeutende Konsequenzen haben kann. Die Begegnung mit Aimee wird allerdings ein wenig hinausgezögert, sodass man als Leser auch einen genauen Einblick in Sutters Leben vor Aimee bekommt. Das hat mir einerseits sehr gut gefallen, da ich das Gefühl hatte, Sutter so zuerst ein bisschen näher kennenzulernen bis es dann zur eigentlichen Geschichte kommt. Andererseits habe ich aber auch die ganze Zeit darauf gewartet, wann Aimee endlich ihren ersten Auftritt hat und ich wurde mit der Zeit ein wenig ungeduldig.
Sutter ist er ein lebensfroher, weltoffener junger Kerl und er erzählt einem die Geschehnisse in Perfekt ist jetzt aus seiner Sicht. Er bedient sich einer sehr lockeren Sprache, sodass man das Gefühl hat, man sitzt tatsächlich gerade neben Sutter und lauscht seinen Erzählungen. Dabei hat er mich des Öfteren zum Lachen gebracht, aber seine Gedanken haben mich regelmäßig auch sehr berührt. Für mich ist Sutter Keely ein herausragender Protagonist mit vielen Facetten und Tiefgang, der dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht.

Perfekt ist jetzt ist eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden, die mich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen gebracht hat. Sutter hat mich mit seiner lustigen, aber zum Teil auch nachdenklichen Art beeindruckt. Aber gleichzeitig gab es auch Situationen, in denen ich ihn am liebsten ordentlich geschüttelt hätte, da seine Absichten nicht ganz deutlich waren. Der lockere Erzählstil gepaart mit dem ernsten Kern ergibt eine ergreifende Geschichte, die man einfach gelesen haben muss. Wie Sutter vielleicht sagen würde: Einfach spektakulär!


Im Herzen die Gier (Furien-Trilogie 3)
Im Herzen die Gier (Furien-Trilogie 3)
Preis: EUR 13,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Abschluss, 26. August 2014
Endlich ist der letzte Teil der Ascension-Trilogie erschienen und wir erfahren, wie es mit den Furien ausgeht. Sehr lange mussten wir zum Glück nicht auf den Abschluss warten, aber ich habe Im Herzen die Gier dennoch richtig entgegen gefiebert. Den zweite Band, Im Herzen der Zorn, fand ich richtig klasse und mir hat gefallen, wie die Geschichte um Emily und die Furien weiter gesponnen wurde. Und nach solch einem Ende hat mich der weitere Verlauf natürlich brennend interessiert!

Nach der Katastrophe auf dem Abschlussball, hat Emily umso stärker den Willen, den Furien das Handwerk zu legen. Aber die Zeit drängt, denn Emily wird den drei Mädchen zusehends ähnlicher und sie treiben ihr böses Spiel immer weiter. So bemerkt auch Emilys Freund und Nachbar JD, dass etwas in Ascension nicht mit rechten Dingen zugeht und er gerät selber in Kontakt mit den Furien. Eine schicksalhafte Begegnung, die nicht nur für ihn bedeutende Konsequenzen hat.
Im Herzen die Gier wird wie auch die beiden Vorgänger im Wechsel aus der Perspektive zweier Charakter geschildert, sodass man als Leser einen Einblick in zwei Handlungsstränge bekommt. Neben Emily wird dieses Mal die Sichtweise JDs erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. JD mochte ich schon im ersten Teil sehr gerne, aber im zweiten Band hat man von ihm leider nicht besonders viel mitbekommen. Jetzt endlich lernt man auch ihn besser kennen, aber mit einem eher bitteren Beigeschmack. Denn plötzlich tauchen die Furien auch bei ihm auf und aus den ersten beiden Bänden der Trilogie weiß man, dass dies kein gutes Zeichen ist.
Nebenbei sucht Emily weiterhin verzweifelt nach einem Weg, Ali, Meg und Ty aus Ascension zu vertreiben. Helfend zur Seite steht ihr dabei Crow, der neuerdings von dunklen Visionen heimgesucht wird.

Die Ereignisse in Ascension spitzen sich also immer weiter zu, immer mehr Bewohner scheinen den Zorn der Furien auf sich zu ziehen beziehungsweise in Zusammenhang mit ihrer Anwesenheit zu stehen. In den vorherigen Büchern erwähnte Nebencharaktere treten in Im Herzen die Gier auf, sodass alle drei Bücher ein Ganzes ergeben, sich aufeinander beziehen und die Geschichte konstant weiter entwickelt wird. Es gibt mehrere überraschende Entdeckungen, die das Buch unfassbar spannend machen und nach und nach einen größeren Zusammenhang erkennen lassen. Auch der dritte Teil ist gespickt von unheimlichen Situationen, wenn ich ihn insgesamt auch nicht als ganz so gruselig wie die beiden Vorgänger beschreiben würde. Die Handlung konnte mich aber trotzdem richtig fesseln, sodass ich das Buch in kürzester Zeit gelesen habe.
Die Geschichte endet, wie abzusehen war, in einem furiosen Finale, das für meinen Geschmack aber auch fast ein bisschen zu kurz ausfiel. Dem Aufbau des Finales wird recht viel Zeit gewidmet, aber das Ende an sich kam mir dagegen etwas zu schnell vor und nimmt leider nur wenige Seiten in Anspruch.

Trotzdem war Im Herzen die Gier ein würdiger Abschluss und alle Fragen werden schließlich beantwortet. Wer die ersten beiden Bände mochte, wird auch diesen unglaublich spannend finden und nur so durch das Buch rasen. Insgesamt eine klasse Trilogie, die Gänsehaut garantiert!


Stigmata: Nichts bleibt verborgen
Stigmata: Nichts bleibt verborgen
von Beatrix Gurian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sorgt für Gänsehaut, 1. August 2014
Der plötzliche und rätselhafte Tod ihrer Mutter hat Emma völlig aus der Bahn geworfen. Und als sie kurz darauf ein mysteriöses Päckchen mit einem Brief erhält, ist sie fassungslos. Denn in dem Brief wird sie dazu aufgefordert, sich bei einem Jugendcamp anzumelden mit dem Hinweis, dass sie dort die Mörder ihrer Mutter finden wird. Gleichzeitig wird Emma durch die Nachricht von einem neuen Lebensmut gepackt und sie macht es sich zur Aufgabe herauszufinden, warum und von wem ihre Mutter umgebracht wurde. Für Emma beginnt in diesem Jugendcamp ein grausames Abenteuer, das mir beim Lesen eine Gänsehaut beschert hat. "Stigmata. Nichts bleibt verborgen" ist ein spannender Thriller für Jugendliche mit vielen Überraschungen und Grusel-Faktor.

Schon mit den ersten Seiten konnte mich "Stigmata" gefangen nehmen. Der Prolog macht sofort neugierig und auch Emmas Erlebnisse auf den ersten paar Seiten sind vielversprechend. Schnell wird deutlich, dass Emmas Vorhaben, die Mörder ihrer Mutter zu finden, nicht leicht werden wird und ihr scheinbar jemand etwas Böses will.
In verschiedenen Rückblenden erfährt man Emmas Beweggründe für die Teilnahme am Jugendcamp und was alles nach dem Tod ihrer Mutter passiert ist. Aufgrund dieser nicht chronologischen Darstellung der Geschehnisse ergeben sich immer wieder kleinere Überraschungen, mit denen man nicht gerechnet hätte und es bleibt von Anfang an spannend.
Doch nicht nur die Geschehnisse wenige Wochen vor Emmas Erlebnissen im Jugendcamp werden in Rückblenden erzählt. Es wird noch weiter in die Vergangenheit geblickt und wiederholt von einem Mädchen in einem katholischen Kinderheim mehrere Jahrzehnte zuvor berichtet, das dort nahezu täglich schikaniert wurde. Inwiefern diese Handlungsstränge zusammenhängen, werde ich natürlich nicht verraten, um nicht zu viel des Inhalts preiszugeben.

Zusammen mit drei anderen Jugendlichen und drei Betreuern nimmt Emma, wie in der anonymen Nachricht dazu aufgefordert, an dem Elite-Camp für Jugendliche in einem alten Schloss teil, das sich mit seinen finsteren Gängen und zahlreichen Zimmern hervorragend dazu eignet, jemandem einen großen Schrecken einzujagen. Schon in der ersten Nacht bemerkt Emma, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Wimmernde Stimmen in den Kellergängen, abgeschlossene Türen und immer wieder findet sie mysteriöse Fotos, die in einem Zusammenhang mit ihrer Mutter stehen. Emma ist sich sicher, dass der oder die Mörder zusammen mit ihr auf diesem Schloss weilen und sie will nicht eher ruhen, bis sie herausgefunden hat, wer ihre Mutter umgebracht hat.
Ein wenig problematisch fand ich jedoch, dass bis auf die Protagonistin die übrigen Jugendlichen zu Beginn sehr blass ausgearbeitet sind. Was mir hier gefehlt hat waren Dialoge zwischen Emma und den übrigen Charakteren. Von Sophia, neben Emma das einzige Mädchen, bekommt man anfangs als Leser noch am meisten mit, da sich die beiden ein Zimmer teilen. Aber die beiden männlichen Teilnehmer Tom und Philipp und den Betreuer Sebastian habe ich am Anfang immer wieder verwechselt, für mich gab es kaum Anhaltspunkte, um sie auseinander zu halten. Gegen Mitte der Handlung war dies aber zum Glück nicht mehr der Fall und man lernt auch die anderen Jugendlichen etwas besser kennen.
Alle diese Teilnehmer und auch die Betreuer des Camps kommen als Übeltäter in Frage, sodass ich beim Lesen konstant gerätselt habe, wer der Mörder ist. Bei jedem einzelnen ergeben sich immer wieder Ungereimtheiten, die Emma und auch mich als Leser stutzig gemacht haben. So bleibt es spannend und abwechslungsreich.
Unterstützt wird die nervenaufreibende Handlung dadurch, dass die Fotos, die Emma im Schloss verteilt findet, mit abgedruckt sind. Diese sind teilweise wirklich unheimlich und lassen die Geschehnisse lebendig werden. Dazu noch die dramaturgisch geschickt eingesetzten Rückblenden und Briefe, und es ist eine Geschichte entstanden, bei der es mir teilweise eiskalt den Rücken runterlief und die mich richtig gefesselt hat.

Ein altes Jagdschloss mit einer grausigen Vergangenheit, rätselhafte Fotos, unheimliche Entdeckungen - das alles macht "Stigmata" zu einem unglaublich spannenden, atmosphärischen Abenteuer. Jemand in diesem Camp hat es auf Emma abgesehen und sie gerät wiederholt in Furcht einflößende Situationen. Durch die Rückblenden in die Geschehnisse viele Jahre zuvor kann man sich im Gegensatz zur Protagonistin einige kleinere Zusammenhänge denken, aber trotzdem bleibt die Geschichte durchgehend voller Rätsel und Spannung. Gänsehaut garantiert und daher definitiv eine Empfehlung!


Der Giftschmecker
Der Giftschmecker
von Fletcher Moss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Ein rasantes Abenteuer voller Abwechslung!, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Giftschmecker (Gebundene Ausgabe)
Das Erste, was mich bei "Der Giftschmecker" neugierig gemacht hat, war der ungewöhnliche Titel. Als ich mir daraufhin den Klappentext durchgelesen habe war mir klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Denn der Inhalt verspricht ein spannendes Abenteuer und das war genau das, worauf ich Lust hatte. Schon auf den ersten Seiten stellte ich fest, dass mich dieses Buch sicherlich nicht enttäuschen wird und Dalton Flys Erlebnisse haben mich sofort mitgerissen.

Dalton bestreitet sein Leben als sogenannter Giftschmecker. Viele Jahre lang wurde sein Körper darauf trainiert, Gift einigermaßen zu verarbeiten, sodass er heute mit seinen 14 Jahren das Essen der Reichen aus dem obersten Ring von Highlions vorkosten und auf eventuelle giftige Substanzen untersuchen kann. Bei seinem letzten Auftrag ist jedoch etwas gehörig schief gegangen. Er erwacht kurz nach der Verkostung ohne Erinnerung und sein Freund und Kollege Bennie liegt tot neben ihm. Noch hat Dalton nicht begriffen, was genau vorgefallen ist, als das Abenteuer seines Lebens beginnt. Plötzlich wird er verfolgt und muss um sein Leben rennen.
Mit dieser spektakulären Flucht beginnt die Geschichte, sodass "Der Giftschmecker" einen rasanten Start hinlegt und sich zu Beginn nicht mit Kleinigkeiten oder einer großartigen Einführung in die Handlung aufhält. So wird man von Anfang an von den Ereignissen gefesselt und das Tempo nimmt auch im weiteren Verlauf der Geschichte nicht ab. Im Gegenteil, ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, in dem der Protagonist in so einer hohen Frequenz von einer Schwierigkeit in die nächste schliddert und kaum zum Durchatmen kommt - beim "Giftschmecker" ist dies aber genau der Fall. Warum und von wem Dalton plötzlich gejagt wird, weiß er nicht und auch als Leser kann man zunächst keine Vermutungen anstellen. Schließlich ist er nur ein junger Vorkoster, der nichts Böses angestellt und nur seine Arbeit erledigt hat. Hat vielleicht der mysteriöse "Totengräber" etwas damit zu tun?
Nach und nach kommt Licht ins Dunkel und die ersten Vermutungen machten sich in mir breit und auch Dalton erkennt langsam den größeren Zusammenhang. Leichter wird es dadurch für ihn aber nicht, denn er muss sich ausgerechnet mit den mächtigsten Männern von Highlions anlegen und gerät dadurch selbst in diesen herrschenden Machtkampf.

Helfend zur Seite steht ihm dabei sein Freund Sal Sleepwell und im Laufe der Geschichte schließen sich noch weitere Jugendliche den beiden jungen Giftschmeckern an. Diese Truppe hat bei mir immer wieder für Erheiterung gesorgt und die temporeiche Handlung mit einer Prise Humor versehen. Besonders Luke, die eigentlich ein Mädchen ist, sich aber von der Gesellschaft nicht unterdrücken lassen möchte und eine Vorliebe für Kaminschächte hat, hat mich sofort begeistert. Aber auch Dalton mochte ich von Anfang an gern. Obwohl er nicht weiß, warum er verfolgt wird und um sein Leben bangen muss, behält er immer einen kühlen Kopf und beweist wiederholt seinen Mut. Er hat eine ganz besondere Geschichte und sich von Anfang an durchbeißen müssen, da verwundert es nicht, dass er es wirklich faustdick hinter den Ohren hat. Doch ohne seine Freunde wäre auch Dalton aufgeschmissen und die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, im Team zu arbeiten und füreinander da zu sein. Von Dalton und seinen Freunden kann man also auch noch etwas lernen.
Besonders gut gefallen hat mir neben der ungewöhnlichen Geschichte das Setting. "Der Giftschmecker" spielt in der fiktiven Stadt Highlions, einer Schmugglerstadt, in der Verhältnisse wie im 19. Jahrhundert herrschen. Durch die Kutschen und den Gebrauch von Schießpulver wird der Geschichte eine besondere, historisch anmutende Atmosphäre verliehen, in die ich sehr gerne abgetaucht bin.

Mich konnte "Der Giftschmecker" von Beginn an fesseln, denn die Geschichte steckt voller Action, Abenteuer und Abwechslung. Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ich mir die Lösung des Ganzen zwar denken, aber auch danach hat mir die Geschichte immer noch viel Vergnügen bereitet. Das Buch sticht besonders durch den Protagonisten Dalton Fly hervor, für den ich sofort eine große Sympathie empfunden habe. Dieser gerät in zahlreiche brenzlige Situationen, sodass mit ihm garantiert keine Langeweile aufkommt, denn Dalton - und dadurch auch dem Leser - wird kaum Zeit zum Luftholen gegönnt. Wer also Lust auf eine actiongeladene Abenteuergeschichte hat, der sollte sich defintiv "Der Giftschmecker" genau anschauen.


Hier könnte das Ende der Welt sein
Hier könnte das Ende der Welt sein
von John Corey Whaley
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare und außergewöhnliche Geschichte, 18. Juli 2014
Was haben der als ausgestorben geglaubte Lazarusspecht, ein vermisster 15-Jähriger und ein jugendlicher Missionar gemeinsam? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, aber in "Hier könnte das Ende der Welt sein" kreuzen sich die Wege der Drei und daraus ergibt sich eine außergewöhnliche Geschichte, die mich sehr berührt hat.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht Cullen. Cullen ist 17 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Lily, einem kleinen Nest in Arkansas. Lily könnte, wie der Titel des Buches schon sagt, das Ende der Welt sein, denn es ist absolut nichts los. Bis eines Tages ein Mann dort auftaucht und behauptet, dass er ausgerechnet in Lily den Lazarusspecht, der als ausgestorben gilt, gesehen hat. Endlich ist etwas los in dem kleinen Örtchen und die Bewohner begrüßen die aufkommende Specht-Hysterie. Lazarus-Burger werden verkauft, Lazarusspecht-Haarschnitte angeboten und Gebäude in Anspielung auf den seltenen Vogel umbenannt. Gar nicht begeistert und eher genervt davon sind Cullen und sein Bruder Gabriel, die Aufregung um den Vogel können sie überhaupt nicht nachvollziehen. Doch kurze Zeit später verschwindet Gabriel spurlos und Cullen und seine Familie sind am Boden zerstört. Was ist Gabriel zugestoßen?
Parallel zu der Geschichte von Cullen und Gabriel wird die von Benton Sage erzählt. Benton hat gerade für seine Kirche seine erste Mission in Äthiopien angetreten und ist von den Eindrücken und Lebensumständen der Menschen dort überwältigt. Schnell stellt er jedoch fest, dass diese Mission nicht seinen Vorstellungen entspricht und er stellt in Frage, ob er den Menschen in Äthiopien wirklich Christus nahe bringt.

Die Handlungsstränge von Benton und Cullen stehen zunächst in keinerlei Zusammenhang und man fragt sich von Anfang an, wieso ausgerechnet die Geschichten dieser beiden Jugendlichen in einem Buch erzählt werden. Aber gerade das hat mir sehr gut gefallen. Im Wechsel wird von Cullens Verzweiflung über das Verschwinden seines Bruders und von Bentons scheinbar gescheiterter Mission erzählt, wobei doch etwas mehr Aufmerksamkeit den Geschehnissen in Lily geschenkt wird. Beide Handlungen haben einen ernsten Kern und konnten mich berühren. Besonders Cullens Geschichte hat mich mitgenommen, da seine Verzweiflung über das Verschwinden seines Bruder durchgängig zu spüren war. Zwischendurch immer mal wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber durch einen geschickten Wechsel der Erzählperspektive in diesen Passagen bleibt die Frage offen, ob diese tatsächlich passieren oder sich nur in Cullens Kopf abspielen - ein Aspekt, der einen durchgängig rätseln lässt und der mir wahnsinnig gut gefallen hat.
Ebenso begeistert hat mich die Art und Weise, wie beide Handlungsstränge zusammengeführt werden. Das Buch hielt hier eine wahre Überraschung für mich bereit und die Lösung fand ich absolut genial.

"Hier könnte das Ende der Welt sein" konnte mich von Anfang an in seinen Bann ziehen. Die nur 200 Seiten stecken voller Tiefe, Gefühl und Überraschung und es fiel mir schwer, mich von ihnen zu lösen. Besonders Cullen habe ich mich nahe gefühlt, da seine Trauer und Hoffnung sehr gut zum Ausdruck kommen und man sich so von Anfang an in ihn hineinversetzen kann. Eine besondere Dynamik wird dem Buch durch den Wechsel der zwei Handlungsstränge verliehen, die auf den ersten Blick wirklich nichts gemeinsam haben. John Corey Whaley hat schließlich diese zwei völlig unterschiedlichen Geschichten auf eine unglaubliche und fantastische Weise miteinander verbunden und mich so wirklich verblüfft. Zusätzlich konnte mich die Geschichte durch den außergewöhnlichen Erzählstil begeistern, durch den für mich immer wieder neue Fragen aufgeworfen wurden.
Für mich ist "Hier könnte das Ende der Welt sein" ein wahres Highlight, das ich jedem, der außergewöhnliche Geschichten liebt, ans Herz legen möchte.


Mein Sommer am See: Roman
Mein Sommer am See: Roman
von Emylia Hall
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sommerliches Buch, das mich sehr berührt hat, 27. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Mein Sommer am See: Roman (Taschenbuch)
"Mein Sommer am See" wurde als das Sommerbuch des Jahres angepriesen und da bin ich sofort hellhörig geworden. Ein bisschen Sommer bei mir zu Hause konnte ich gut gebrauchen, zusätzlich hat mich der Klappentext sofort angesprochen. Ich habe mir davon eine schöne, sommerliche und geheimnisvolle Geschichte versprochen, aber womit ich zunächst nicht gerechnet habe, ist, dass das Buch für mich zu einem richtigen Highlight wird.

Zusammen mit der Protagonistin Beth begibt man sich als Leser auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Sie bekommt direkt zu Beginn der Geschichte ein Album mit Fotos zugeschickt, das voller Bilder aus Beths Jugend steckt, in der sie jedes Jahr im Sommer einige Wochen bei ihrer Mutter in Ungarn verbracht hat. Man meint, dass sich Beth über dieses unerwartete Geschenk freuen sollte, aber genau das Gegenteil ist der Fall. So wird direkt deutlich, dass in der Zwischenzeit zwischen Beth und ihrer Mutter irgendetwas vorgefallen sein muss, weshalb sie keinen Kontakt mehr haben. Als Leser erfährt man natürlich noch nicht, was passiert ist, sondern begleitet Beth dabei, wie sie schließlich doch das Album durchblättert und ihren Erinnerungen an die Zeit in Ungarn nachhängt - angefangen bei ihrem ersten Sommer dort, der ausschlaggebend für alle weiteren Vorkommnisse war.
Jahr für Jahr erlebt man aus Beths, oder eher gesagt aus Erszis Sicht - denn ihr eigentlicher Name ist Erszebet, was sie jedoch später in Elizabeth hat ändern lassen -, wie sie ihre Sommer in Ungarn bei ihrer Mutter Marika und deren Freund Zoltan verbracht hat. Vorher wird man als Leser jedoch noch darüber aufgeklärt, warum Marika nicht bei Beth in England lebt und schon da fingen bei mir die ersten Tränen an zu kullern.
Beth erzählt ihre Erinnerungen so einfühlsam, dass ich gar nicht anders konnte, als mich vollkommen in ihre damalige Situation hineinzuversetzen. Beth ist während großer Teile der Geschichte noch ein Kind und ihre Verwirrung, ihr Unverständnis und ihr Schmerz über die ganze Situation wirkt völlig authentisch und hat mich direkt mitgenommen. Während der ganzen Geschichte kamen mir immer wieder die Tränen und ich wollte Beth so gerne in den Arm nehmen. Für sie ist es unfassbar schwierig, ihre Mutter jedes Jahr nur für ein paar Wochen im Sommer zu sehen und kleine Eifersüchteleien konnte ich als Leser sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig aber sticht ihre Freude und Aufregung eindeutig hervor, wenn sie endlich wieder in Ungarn in der "Villa Serena" ankommt und ihre schönen Erlebnisse dort überwiegen. Sie liebt ihre Zeit in Ungarn, die Freiheit und Unbeschwertheit, und fiebert jedes Jahr auf diese paar Wochen im Sommer hin.

Die Autorin hat mich somit mit ihren Schilderungen von Anfang an mitgenommen, sodass ich mich selbst so gefühlt habe, als wäre ich statt Beth in Ungarn. Aufgrund der ausführlichen, aber nicht ausschweifenden Beschreibungen habe ich alles bildlich vor mir gesehen und die Sonne praktisch auf der Haut gespürt. Sogar bei den Beschreibungen der landestypischen Gerichte lief mir das Wasser im Mund zusammen - sehr vorausschauend und praktisch ist da, dass einige der Rezepte hinten im Buch abgedruckt sind.
Ich konnte von Beths Erlebnissen während ihrer Zeit in Ungarn nicht genug kriegen, wollte wissen, was aus ihr und dem Nachbarsjungen Tamás wird und vor allem: Was ist zwischen Beth und Marika vorgefallen, dass der Kontakt der beiden abgebrochen ist? Natürlich wird dies erst gegen Ende der Handlung geklärt, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Das Ende hielt eine für mich völlig unerwartete Wendung bereit, ich war absolut verblüfft und tief betroffen. Nach Beenden der Geschichte musste ich mich erst einmal eine Weile sammeln, da mich die komplette Geschichte wirklich sehr mitgenommen hat.

"Mein Sommer am See" war eine riesengroße Überraschung für mich, denn mit einer so tiefgreifenden Geschichte hatte ich nicht gerechnet. Für mich steckte das Buch voller Freude und Schmerz zugleich. Ich habe es sehr genossen, mich von Beth in ihre Vergangenheit mitnehmen zu lassen und ihre Erinnerungen daran sind zum Großteil auch wirklich sehr positiv. Aufgrund der ausführlichen und realistischen Darlegung der Gefühlswelt von Beth hatte ich beim Lesen aber auch immer wieder einen Kloß im Hals, denn dass sie ihre Mutter Marika sehr liebt und ständig vermisst, ist von Anfang an klar. Zusätzlich habe ich mich beim Lesen immer wieder mit der Frage beschäftigt, warum diese wunderschöne Beziehung zwischen Beth und Marika zu Ende gegangen ist, was mich dazu angetrieben hat, immer weiter zu lesen.
Emylia Hall ist eine fantastische Erzählerin, die den Leser gekonnt gefangen und auf eine unglaubliche Reise nach Ungarn nimmt. Ich freue mich darauf, mehr von ihr zu lesen!


Klammroth: Roman
Klammroth: Roman
von Isa Grimm
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein starker Anfang, danach nahm für mich die Spannung aber stetig ab, 11. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Klammroth: Roman (Taschenbuch)
Bei Klammroth wusste ich nicht besonders viel über den Inhalt, aber trotzdem hat mich das Buch unfassbar gereizt. Ein Tunnel, eine Katastrophe, die dort passiert ist und eine Protagonistin namens Anais - das war alles, was ich wusste. Da ich also keine Vorstellung hatte, worum es hier im Detail geht, habe ich mich voller Vorfreude ans Lesen gemacht und wollte mich einfach von der Geschichte überraschen lassen. Und der Prolog hat mich auch nicht enttäuscht, sondern meine Neugier nur geweckt. Hier zeigt sich schon, dass der Tunnel ganz klar im Vordergrund steht und scheinbar ein Eigenleben hat. Er wirkt von Anfang an ungemein bedrohlich und geheimnisvoll, was sich auch im weiteren Verlauf der Handlung nicht verliert.

Auch der Rest der Geschichte hat mir zu Beginn Rätsel aufgegeben. Anais kommt nach vielen Jahren das erste Mal zurück in ihre Heimat Klammroth, die sie immer versucht hat zu vergessen. Aber nun ist ihr Elternhaus abgebrannt und in den Flammen kam auch ihre Stiefmutter um. Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist unklar. Und die Tatsache, dass Anais' Stiefmutter ausgerechnet zu dem Zeitpunkt im Haus war, ist noch rätselhafter. Schließlich ist das Haus seit langer Zeit unbewohnt und steht leer.
Anais macht sich nun mit ihrer Tochter auf nach Klammroth, um diese Angelegenheit zu klären. Dabei ist von Anfang an zu spüren, wie unwohl sich die Protagonistin in ihrer Heimat fühlt. Der Ort, der einst vor lauter Touristen brummte, scheint nun wie ausgestorben. Grund dafür ist ein Unfall, der sich auf der Zufahrtsstraße in den Ort in einem großen Tunnel ereignet hat und bei dem viele Jugendliche aus Klammroth entweder umgekommen, oder die seitdem von schweren Verbrennungen gezeichnet sind. Auch Anais war Opfer dieses Unfalls, aber im Vergleich zu den anderen Verunglückten ist sie noch glimpflich davon gekommen. Viele Bewohner des Ortes meiden sie deswegen - was mir völlig unverständlich war - und dies ist auch der Grund, weshalb sich Anais äußerst ungern in Klammroth aufhält.
Die Geschichte kreist immer wieder um den Tunnel und er ist scheinbar neben Anais ein weiterer "Protagonist" der Handlung. Er hat fast eine magische Anziehungskraft auf Anais und dies ist einer der ersten Plätze, den sie in Klammroth aufsucht. Während dieser Szene ahnt man sofort, dass dieser Tunnel kein gewöhnlicher Ort ist und es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber was genau hier wütet konnte ich nicht erahnen.

Die Handlung gibt somit von Anfang an viele Rätsel auf und auch ich hatte auch nach vielen Seiten immer noch keine Idee, worauf das alles hinaus laufen sollte. In der Erwartung, dass nach und nach einige Fragen geklärt werden oder es eine logische Lösung gibt, habe ich weiter gelesen. Irgendwann war dann aber für mich der Punkt erreicht, an dem ich das Buch nicht mehr wirklich genießen konnte. Der bedrohliche Tunnel, Geister, die scheinbar am Werk sind, und mysteriöse Charaktere - alles das macht die Geschichte prinzipiell sehr spannend. Aber der wirkliche Nervenkitzel hat mir trotzdem gefehlt. Für mich war irgendwann die gesamte Handlung etwas zu abgefahren. Die Geschichte nimmt eine plötzliche Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe und die mir leider völlig absurd erschien.

Klammroth wartet mit einer sehr außergewöhnlichen Handlung und einer düsteren, bedrohlichen Atmosphäre auf. Anfangs hat mich die Thematik sehr gereizt und Anais habe ich als starke Protagonistin empfunden. Nach einer Weile nahm für mich die Spannung jedoch ab, da mir die Geschichte etwas zu ungewöhnlich wurde. Das Ende wiederum fand ich gut gemacht, denn es bleibt dem Leser überlassen, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Insgesamt konnte mich Klammroth aber leider nicht vollkommen überzeugen.


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