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Rezensionen verfasst von
Mirka von Lilienthal (Gießen)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Guten Tag, liebe Welt: Vierfarbiges Bilderbuch
Guten Tag, liebe Welt: Vierfarbiges Bilderbuch
von Catharina Valckx
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

4.0 von 5 Sternen Bis ans Ende der Welt, 15. Februar 2015
Nina und Mo ziehen am frühen Morgen los, um der Welt Hallo zu sagen. Unterwegs erleben sie eine ganze Menge. Los geht die Geschichte, indem Heldin Nina sich ihre Jacke anzieht und ihre auf dem Sofa lesende Ende dazu auffordert, mit ihr den gemeinsamen Freunden guten Tag sagen zu gehen. Schon geht es los. Unterwegs sagen sie allerlei Freunden und Freundinnen Hallo: Einem alten Baum, der Tiefe unter der Brücke, einer fetten Fliege (irgendwie finde ich das Wort fett etwas ungünstig gewählt) und irgendwann erreichen sie sogar das Meer, den vielleicht schönsten Sehnsuchtsort der Welt. Schließlich kehren sie nach Hause zurück - wo sie sich vom Dach aus von diesem ereignisreichen Tag verabschieden.

Die Bilder gefallen mir: Relativ einfach gezeichnet, die Seiten sind nicht zu voll, die Farben irgendwie erdig und beruhigend. Die Altersempfehlung von circa 2 bis 4 Jahren würde ich unterstützen, auch wenn ich bei einem etwas älteren Kind überlegen würde, danach Anreize zum Weiterdenken zu setzen. Vielleicht, indem man es fragt, ob es auch etwas malen möchte, dem es gerne Hallo sagen möchte.


Lisette und ihre Kinder
Lisette und ihre Kinder
DVD ~ .
Preis: EUR 19,34

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das freie Spiel hüten wir wie einen Schatz.", 8. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Lisette und ihre Kinder (DVD)
“Ich habe noch ein ganzes Jahr. Es ist noch nicht vorbei.” Schon dieser Satz spiegelt unglaublich gut wider, mit was für einer Frau und mit was für einer Erzieherin wir es bei Lisette zu tun haben. Ich hatte die Gelegenheit, Lisette heute im Rahmen eines Vortrags kennen zu lernen, den die Dozentin meiner Praktikumsnachbereitung organisiert hatte. Extra aus Stuttgart angereist war sie, optisch ein wenig älter geworden als im Film, der inzwischen auch schon fast 8 Jahre alt ist. Gleich geblieben aber: Das Strahlen, das sie an sich hat, diese Ruhe, die sie ausstrahlt. Eine Frau, die sichtlich mit sich im Reinen ist und wenig bereut. Sie spricht davon, dass wir uns auf die Kinder einlassen sollen, dass wir den Kindergarten nicht verschulen sollen und: dass das freie Spiel etwas ist, das wir hüten müssen wie einen Schatz. (Ja! Ja! Ja!)

Im Film werden vor allem viele Konfliktsituationen zwischen Kindern gezeigt, die Lisette begleitet, ohne sie für die Kinder (und somit: von oben) zu lösen. Sie zeigt Grenzen auf, ohne zu überrollen, etwas, das gerade mir als Berufseinsteigerin in Konfliktsituationen nicht immer leicht fällt. Ich habe schon viele Lösungsstrategien ausprobiert und immer wieder gemerkt, dass ich, aus Angst, irgendetwas könnte eskalieren, viel zu früh eingegriffen habe. Ich will zukünftig den Mut haben, Kinder auch mal raufen zu lassen. Kinder dabei zu begleiten, ihre Wut produktiv herauszuschreien, aber irgendwann auch wieder herunterzukommen und einander die Hände reichen zu können. Ich will doch noch einmal mein Glück in einer klassischen Kindergartengruppe versuchen, auch wenn mein Fokus wirklich eher auf dem Krippenbereich liegt und Konflikte dort ganz anders gelagert sind (meins ist meins und bleibt meins, auch wenn es gar nicht meins ist und überhaupt – wuääääh!), als zum Beispiel im Vorschulbereich (XY darf nicht mitspielen, weil er immer *setze irgendeine Tätigkeit oder Eigenschaft ein, die Kinder ziemlich daneben finden*, XY ist traurig, es wird geschrien, getobt, geschubst, irgendwer heult und wird von einer Geburtstagsparty ausgeladen, während irgendwer anders alle Beteiligten hämisch auslacht und dann “Fang mich doch, du Eierloch” rufend wegläuft…). Auch Lisettes Umgang mit den Eltern habe ich als sehr wertschätzend und produktiv empfunden. Gerade in kleinen Elternvereinen gibt es so viele Reibungspunkte mit Eltern und da sachlich, ruhig, kompetent und auf die Kinder konzentriert zu bleiben, stelle ich mir ehrlich gesagt gar nicht so einfach vor. Gerade wenn bei Elternabenden auch mal das ganze Konzept und somit auch die eigene und von Herzen kommende Arbeit in Frage gestellt wird. Das Besondere an Lisettes Kindergruppe ist nämlich: Sie war jahrelang mit im Schnitt 12 Kindern allein. Zwar “nur” von 8 Uhr bis 12 Uhr 30, da es sich um sehr klassische Kindergarten-Öffnungszeiten handelte, aber trotzdem: Alleine! Mit 12 Kindern! Wow! Ich habe in den letzten anderthalb Jahren häufiger mit einem Betreuungsschlüssel von 1:10 gearbeitet und war danach fix und fertig. Gehen Sie mal zu zweit mit 20 Kindern turnen! Schmeißen Sie mal zu zweit eine Geburtstagstafel für den gerade 5 gewordenen Kilian-Jakob, der vieles kann, aber nicht zivilisiert Kuchen an die anderen Kinder verteilen! Bewahren Sie sich mal Ihren Geduldsfaden, wenn einem gerade trocken gewordenen Kind ein großes Geschäft in der Hose gelandet ist, während Ihre Kollegin gerade den Frühstückswagen in der Küche ausräumt und Sie somit mit 20 Kindern alleine sind – was Sie dazu zwingt, dem armen Kind mit halb offener Waschraumtür, damit Sie die anderen Kinder weiterhin im Blick haben, beim Umziehen und beseitigen der Scham zu helfen, während Sie a) zu dem Kind immer wieder “Ist nicht schlimm, das passiert jedem mal, ist mir als ich so alt war wie auch mal passiert!” und b) gelegentlich Zurechtweisungen quer in den Gruppenraum reinrufen, dieses und jenes doch bitte auch zu unterlassen, während Sie nur halb im Raum sind (zum Beispiel komische Unternehmungen mit Scheren und Haaren!). An solchen Tagen ist die Devise: Sauber, satt, sicher, kommen Sie mir bloß nicht mit Bildungsplänen! Und ob selbst das immer gewährleistet ist, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier geschrieben…

Mich hat nicht nur der Film an sich sehr berührt, sondern gerade auch das Gespräch, das im Anschluss daran mit Lisette selbst möglich war. Natürlich: Sie hat das Rad nicht neu erfunden, Wertschätzung und Achtsamkeit ist zunehmend ein Paradigma, das in der Erzieher*innen-Ausbildung und im Frühpädagogik-Studium an Bedeutung gewinnt, aber (und dieses Aber ist so, so groß): in der Praxis sieht es oft anders aus. Ich habe erlebt, das Kinder grob angefasst wurden, obwohl ich an der Uni Emmi Pikler kennen und schätzen lernte. Ich habe erlebt, dass geschrien und manipuliert wurde, dass gezwungen und gedrängelt wurde, obwohl schon Maria Montessori wusste, dass es am Sinnvollsten ist, Kindern dabei zu helfen, es selbst zu tun. (Ja, auch bei Pikler und Montessori gibt es Aspekte, die veraltet sind, aber dem Kern ihrer Pädagogik stimme ich gerne zu und ziehe aus ihren Lehren viel für meine praktische Arbeit – und das gerade, obwohl ich oft schwer Zugang zu Theorie finde und mich mehr von meinen Instinkten leiten lasse, als von erziehungswissenschaftlichen Schriften.) Ich habe auch Desinteresse erlebt, nicht nur in Problemeinrichtungen, auch in Einrichtungen, die vielleicht auf den ersten Blick wie Wohlfühloasen wirkten. In unserer Praktikumsnachbereitung haben wir über pädagogische Handlungsweisen diskutiert und sind recht schnell übereingekommen, dass es einen Typ Pädagog*in gibt, der so in keinem Lehrbuch auftaucht: Die Erzieherin (oder auch: der Erzieher, aber von der Sorte habe ich bisher erst 3 kennen gelernt, obwohl ich, vieler befristeter Verträge und Praktika geschuldet, in den letzten anderthalb Jahren gut 100 Kolleg*innen kennen lernen und mit ihnen arbeiten durfte) als kuhäugiger Kaffeetrinkerin. Wir waren uns auch einig darin, dass da selten Boshaftigkeit hinter steckt, sondern viel eher Resignation. Schlechte Betreuungsschlüssel, marode Einrichtungen, ein Arbeitsklima unter dem Gefrierpunkt, Eltern unterschiedlicher Couleur mit tausend verschiedenen Forderungen, Wünschen und Sorgen, denen man schlecht allen gerecht werden kann, körperliche Wehwehchen, schlechte Bezahlung, immer noch 12 Jahre und 7 Monate bis zur Berentung… Ich habe Kolleginnen erlebt, die unbeirrt immer noch so arbeiteten, wie meine eigenen Erzieherinnen vor fast 20 Jahren. Mit vorgezeichneten Figuren auf Tonkarton, die die Kinder artig ausschneiden sollten und die man dann begeisterten Muttis schenken sollte oder strategisch so in der Kita verteilte, dass auch alle sehen, dass dort voll krass kreativ geschaffen wird! Kleine Künstler*innen und so! Die Bildungselite von morgen! Auch wir kennen die Bildungspläne für Kitas vom jeweiligen Land! Jaha! Dass das stumpfe Ausschneiden von irgendwelchen perfekten Vorlage-Kopien nicht im Interesse irgendeines Bildungsplanes sein kann, das fällt dabei oft hintenrüber. ich habe Kolleginnen erlebt, die zu so wenig Selbstreflexion in der Lage waren, dass ich manchmal gerne mit ihnen umgegangen wäre, wie sie mit den Kindern. (Und damit meine ich nicht, dass ich sie zum vorstrukturierten, angeleiteten Basteln genötigt hätte. Ich meine damit ganz andere Dinge.) Ich wünsche mir, dass wir Pädagog*innen mehr Mut entwickeln, die Kinder machen zu lassen, ihnen nicht nur Konfliktlösungskompetenz zuzutrauen und sie beim Entwickeln dieser sensibel zu begleiten, sonder auch, dass wir, wie eingangs schon erwähnt, den Wert des freien Spiels (wieder-)entdecken. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, Grundschullehrerin zu werden: Weil ich nicht nach Lehrplan arbeiten möchte, nicht einen Stundenplan befolgen möchte, nicht Zensuren verteilen möchte. Ich will Teil des Bildungssystems sein, ja, aber nicht Teil der Schule. Ich will, und auch darauf ist Lisette in unserem Gespräch sehr schön eingegangen, nicht Teil davon sein, während der vierten Klasse zu entscheiden, welche Schulform die richtige für das entsprechende Kind ist. Ich will keinen Stempel mit “Hauptschule” irgendwo draufklatschen, genauso wenig, wie ich Kinder damit unter Druck setzen möchte, dass sie unbedingt das Gymnasium besuchen müssen und dort erfolgreich sein müssen. Auch ich bin keine Freundin des dreigliedrigen Schulsystems.

Oft frage ich mich: Werde ich in 40 Jahren noch in diesem Beruf arbeiten (können). In V-I-E-R-Z-I-G Jahren. Im Moment versuche ich, ein Jahr nach dem anderen zu leben, keine großen Zukunftspläne zu schmieden, da es sowieso immer anders kommt. (Wir erinnern uns: Eigentlich würde ich im Frühling meine Bachelorarbeit schreiben, eigentlich wäre ich demnächst Politologin.) Was ich aber weiß: Ich bin mit dem Team, in dem ich aktuell arbeiten kann, vom Glück geküsst. Ich arbeite in einer jungen, idealistischen und dynamischen Einrichtung, in der der Betreuungsschlüssel überdurchschnittlich gut ist, wenn nicht gerade eine Grippewelle die Hälfte der Belegschaft dahinrafft. Ich habe die Chance, viele tolle Weiterbildungen zu machen – Weiterbildungen, die früher oder später vielleicht auch zumindest ein Stück von mir wieder aus der Kita raustragen könnten. Ich kann mir gut vorstellen, mit einigen Jahren Arbeitserfahrung Fortbildungen für Erzieher*innen anzubieten. Und ich würde gerne Elternkurse anleiten, da ich oft nichts mehr vermisse, als deren Mut, ihre Kinder zu erziehen. Nebenbei ein wenig über Pädagogisches zu schreiben wäre auch sehr schön. Ich hoffe, mir gerade dadurch mein Brennen für den Beruf, meine Draufsicht und meine Liebe zu den Kindern bewahren zu können. Es ist wichtig, auch mal etwas anderes zu sehen, als tagtäglich die gleiche Einrichtung, in die man nach und nach immer mehr seiner Befindlichkeiten und Unzufriedenheiten hineinträgt.

Was mich abschließend noch sehr gefreut hat: Die Dokumentation wurde von Regisseurin Sigrid Klausmann und Produzent Walter Sittler umgesetzt, die gemeinsam drei Kinder haben, die Lisettes Kindergartengruppe besuchten. Walter Sittler ist eines meiner Kindheitsidole. Ich kann gar nicht an beiden Händen abzählen, wie oft meine Mutter und ich schon alle Staffeln von “Nikola” gesehen haben! Und spätestens, als er von Erich Kästners “Als ich ein kleiner Junge war” schwärmte, hatte er ein Stein bei mir im Brett. Dass jemand so Reflektiertes und Besonnenes als Produzent gewirkt hat, merkt man der Dokumentation an, die auch und gerade von den kleinen Momenten lebt: Zum Beispiel, als Lisette nach einem langen Sommer zum letzten Mal die bullerbüroten Fensterklappen “ihrer” Kita schließt und, wie sie denkt, in den endgültigen Feierabend radelt. So ganz mit der Rente, hat sie uns verraten, hat das dann nämlich doch nicht geklappt. Wegen personeller Engpässe arbeitet sie nun schon seit einigen Jahren wieder in ihrer alten Einrichtung – erstmals in einem Team mit zwei Kolleginnen. Sie sagt, sie genießt es weiterhin sehr, mit den Kindern zu arbeiten und sie zu begleiten. Dadurch, dass sie aktuell drei Tage arbeitet, habe sie obendrein die Freiheiten, die sie sich fürs Alter gewünscht habe: Sie könne einmal im Monat mit ihrem Mann nach Holland fahren, in ihre Heimat. Die Einrichtung sei inzwischen zwar anders, als zu den Zeiten, in denen sie dort alleine und Vollzeit gearbeitet hat, aber das sei auch gut so, ein Wandel, der vermutlich nötig gewesen wäre. Die Ideale und das Konzept, das auf diesen basiert, die sein aber nach wie vor unverändert und kämen den Kindern zugute.

Was ich mir wünsche: Wie Lisette niemals abzustumpfen. Die Welt durch die Augen der Kinder sehen zu können, auch wenn meine Augen immer schlechter werden. Den Blick gen Himmel zu richten, auch wenn mich viele Gewichte (Bildungspläne, Eltern, Kinder, die man – auch und gerade wegen deren Eltern – im Kopf mit nach Hause nimmt, schlechte Rahmenbedingungen…) auf unangenehme Art und Weise erden. Kindern Rücksicht und Nachsicht, Geduld und Mut, Tatkräftigkeit und Kreativität mit auf den Weg zu geben. Auch mit 65 und mutmaßlich maroden Gelenken noch zur Begrüßung mit einem aufgeregten Kind im Flur auf und ab hüpfen, als wäre das die erste Woche als Erzieherin und nicht eine der letzten. Und wenn ich das alles irgendwann nicht mehr kann, dann wünsche ich mir den Mut, Platz zu machen für Menschen, die es können, bevor auch ich kaum noch über den Rand meiner Kaffeetasse in der Lage zu schauen bin.


Das Bilderbuch-Buch: Sprache, Kreativität und Emotionen in der Kita fördern
Das Bilderbuch-Buch: Sprache, Kreativität und Emotionen in der Kita fördern
von Timm Albers
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entführen wir unsere Kinder in die Welt der Bücher..., 7. Februar 2015
Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, dann waren da überall Bücher. Immer. Meine Mutter hat mir Stunde um Stunde Geschichten vorgelesen, die auch heute noch die Welt für mich bedeuten. Mir ist wenig so wichtig, wie diese Begeisterung den Kindern, mit denen ich pädagogisch arbeite, zu vermitteln.

Dieses wundervolle Buch ist mir vor einiger Zeit in den Briefkasten geflattert. "Das Bilderbuch-Buch - Sprache, Kreativität und Emotionen in der Kita fördern" von Timm Albers, Professor für inklusive Pädagogik an der Universität Paderborn, ist das perfekte Werk, wenn man Bilderbücher reflektiert im Kita-Alltag zur Anwendung bringen möchte. Auf 136 Seiten beschäftigt er sich mit allem Rund um die fabelhafte Welt der Bilderbücher: Mit ihrer Bedeutung, dem Begriff Literacy, Bilderbüchern im Alltersverlauf, Sprache, Zweitspracherwerb, Kognition, sozialer und emotionaler Entwicklung, Werten, Interaktion mit Bilderbücher, der Einbindung von Eltern und vor allem immer wieder mit zahlreichen Praxistipps, die einen zu einer geschulteren Vorleserin machen.

- Kurzer Einschub: Literacy (selten auch ins Deutsche übersetzt als Literalität) umschreibt als Oberbegriff eine Vielzahl an Kompetenzen: Die Freude am Lesen, die Auseinandersetzung mit Texten und Geschichten, den Umgang mit Büchern, sprachliche und narrative Fähigkeiten, Deutung von Symbolen und Bildern sowie den Umgang mit neuen Medien Notebooks, Tablets, Internet oder dem Fernsehen. -

Die Buchtipps sind vielfältig und verschieden sortiert: Zum einen nach Altersgruppen, aber auch nach Themen, die an den Entwicklungsaufgaben von Kindern orientiert sind. Einige Bücher kenne und schätze ich aus der Praxis: Etwa 'Pippi findet einen Spunk', das unglaublich schön Kindern (und Erwachsenen!) vermittelt, wie Worten Bedeutungen zugeschrieben werden. Auch "Der Grüffelo" darf nicht fehlen, eines der schönsten Mutmach-Bücher überhaupt. 'Die kleine Raupe Nimmersatt' und 'Der Regenbogenfisch' dürfen natürlich auch nicht fehlen. Gefallen hat mir außerdem, dass nicht nur Bücher aus dem Beltz-Verlag vorgestellt werden, sondern über den Tellerrand geschaut wird und auch einige Bücher aus anderen Verlagen Berücksichtigung finden, obschon eine Vielzahl der Beispiele natürlich bei Beltz erschienen sind. Ich persönlich finde das nicht weiter schlimm, da ich das Verlagsprogramm wirklich sehr schön und vielfältig finde und es steht einem schließlich frei, nach der Lektüre das Buches auf die Suche nach vielen weiteren Buchbeispielen zu gehen, die dann gut und gerne auch in anderen Verlagen erschienen sein können.

"Das Bilderbuch-Buch" hat mir viel neues Rüstzeug für die Praxis mit auf den Weg gegeben und ich freue mich darauf, gerade auch im Krippenbereich, den Außenstehende immer noch nicht so richtig als Bildungsbereich, in dem Bücher bereits eine immens wichtige Rolle spielen, wahrnehmen, mein theoretisches Wissen praktisch zu überprüfen.


Das Leben der Rebecca Jones: Roman
Das Leben der Rebecca Jones: Roman
von Angharad Price
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für Zwischendurch, 25. Januar 2015
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
In meinen Augen ist "Das Leben der Rebecca Jones" ein gutes Buch für Zwischendurch, zum Beispiel für "zwischen den Jahren". Schon das ehr kühl gehaltene Cover deutet in meinen Augen darauf hin, dass diese Geschichte von der Stimmung her eher in den Winter passt.

Die Hauptprotagonistin, die - wie man dem Titel unschwer entnehmen kann - Rebecca Jones heißt, wird in einem winzigen walisischen Tal geboren, um 1900 herum. Dort lebt sie auf einer abgeschiedenen Farm, zusammen mit ihrer Familie - eine Familie, die der Natur sehr verbunden ist, die aber auch großen Wert auf Tradition legt und in der sich sehr viel um die Behinderung der drei Söhne dreht. Während diese drei Söhne das für diese Zeit doch recht seltene Privileg genießen, eine Blindenschule außerhalb Wales besuchen zu können, bleibt Rebecca zurück.

In meinen Augen hatte das Buch hin und wieder Längen, dadurch, dass Rebeccas Leben wenig Höhepunkte hatte - was in einem kleinen walisischen Dorf vermutlich auch nicht anders zu erwarten ist. Die Sprache fand ich allerdings sehr schön und atmosphärisch, sie passte gut zur Geschichte und ich hatte auch das Gefühl, in eine andere Zeit abgeholt zu werden und die Welt durch Rebeccas Augen zu sehen.

Was ich irgendwie schön finde: Im Nachwort der Autorin erfährt man, dass die Familie der Rebecca Jones in Wirklichkeit ihre eigene Familie ist. Auch Rebecca Jones hat es gegeben - obschon sie bereit mit 11 Jahren an Diphtherie gestoben ist. Angharad Price hat hier lediglich Überlegungen angestellt, wie Rebeccas junges Leben hätte weiter verlaufen können. Überlegungen, die ich gelungen fand, obschon "Das Leben der Rebecca Jones" für mich kein neues Lieblingsbuch geworden ist. Es ist vielmehr ein solides Werk, das ich gerne gelesen habe, aber eher nicht noch einmal aus dem Regel nehmen werde.


Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe
Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe
von Christine Mändle
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt für den Einstieg, 22. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bereite mich mit diesem Buch auf mein erstes Praktikum auf einer Geburtsstation und logischerweise auch im Kreissaal vor, das ich im Rahmen einer Weiterbildung zur Familienbegleitung, die mich zum Geben von Elternkursen und Ähnlichem befähigt, mache - und auch ein klein wenig, weil ich, trotz politisch schwieriger Lage, immer mal wieder damit liebäugele, doch noch eine Ausbildung zur Hebamme zu machen.

Ich habe mich für "Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe" entschieden, da in meinen Augen auf den ersten Blick das Preis-Leistungsverhältnis absolut stimmt. Ein sehr kompaktes Werk, dafür aber nicht so teuer wie andere Fachbücher, die gut und gerne schonmal 100 Euro kosten können.

In meinen Augen - als bisher nur interessierte Lain - ist das Buch sehr sinnvoll gegliedert. Einleitend wird der Beruf der Hebamme vorgestellt: Welche Aufgaben und Tätigkeitsbereiche gibt es? Wie ist der Beruf organisiert? Welche ethischen Aspekte gibt es? Wie sieht die Lage in Österreich und der Schweiz, also bei unseren direkten Nachbarn, aus? Als nächstes folgen eine Einführung in die Hygiene und die Grundlagen der Anatomie und Physiologie.

Weitere wichtige Oberthemen: Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Das Neugeborene, Stillen & Ernährung sowie "Spezielle Themen", unter die etwa Trauer- und Sterbebegleitung, Familienbegleitung, Dokumentation, die Organisation einer möglichen Freiberuflichkeit oder auch der Stand der Forschung fällt.

Knapp 900 pralle Seiten Fachwissen erwarten einen in diesem Hebammenbuch, das nichtsdestotrotz wirklich gut zum Einstieg geeignet ist, auch wenn man vom Umfang natürlich erstmal ein wenig erschlagen ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch erfolgreich in Ausbildung oder Studium eingesetzt wird, da es in meinen Augen sehr übersichtlich ist und einen, auch zwecks möglicher Prüfungsvorbereitung, gut an die Hand nimmt (z.B. durch hervorgehobene Kästen, was besonders wichtig ist).


Fuck you Leben!: Roman
Fuck you Leben!: Roman
von N. Pratt
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 15, schwanger ratlos, 22. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Fuck you Leben!: Roman (Broschiert)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Hannah, 15, macht gerade ihren Abschluss. Und: Sie ist schwanger. Der Vater des Kindes? Die Schule zerreißt sich das Maul darüber, stellt die These auf, Hannah würde das selbst gar nicht so genau wissen - doch sie tut es. Aber: Schweigt. Beharrlich.
Dann taucht Aaron in Hannahs Leben auf. Aaron, der Neue, der Hannah zur Seite springt und behauptet, er wäre der Vater des Babys. Doch damit sind die Probleme noch längst nicht vorbei.

Das Buch ist aus zwei Perspektiven erzählt: aus Hannahs und aus Aaron. Es wird immer hin und her gewechselt, was aber schon allein durch unterschiedliche Schriftarten gut kenntlich gemacht ist. So tauchen wir ein in die Gedankenwelt beider Protagonisten und erfahren eine ganze Menge, was für die Geschichte von Bedeutung ist.

Hannah ist eine Partymaus, gemeinsam mit ihrer besten Freundin feiert sie die Feste, wie sie fallen. Aber: Sie verhütet immer. Wirklich IMMER. Bis auf einmal. Und genau deswegen weiß sie, wer der Vater ihres Babys ist. Aaron hat mitten im Schuljahr die Schule gewechselt - etwas, das man in der Regel nicht grundlos tut. Auch Aaron bringt ein Päckchen mit, das er zu tragen hat.

Insgesamt habe ich den Roman wirklich gerne gelesen, auch wenn ich mir zuweilen ein bisschen mehr Tiefe, besonders hinsichtlich der Dimensionalität der Charaktere und ihrer Handlungen, gewünscht hätte. Insgesamt konnte mich N. Pratt aber mit der Geschichte überzeugen.


Replay Herren Slim Jeans Anbass, Gr. W32/L32 (Herstellergröße: 32), Blau (Blue Denim 9)
Replay Herren Slim Jeans Anbass, Gr. W32/L32 (Herstellergröße: 32), Blau (Blue Denim 9)
Preis: EUR 159,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut perfekt, 22. Januar 2015
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Vorweg: So eine hochwertige Hose habe ich noch nie besessen, vielleicht bin ich schon alleine deswegen extrem begeistert von der Qualität und der Haptik des Kleidungsstücks. Ebenfalls sollte ich noch erwähnen, dass die Hose von mir - einer relativ großen Frau (176cm) - getestet wurde. Sie saß nahezu perfekt, war nur oben herum etwas weit (vermutlich, weil sie nicht ganz auf der Hüfte saß, drei, vier Zentimeter Körpergröße könnten also mutmaßlich nicht schaden), aber da konnte ein Gürtel Abhilfe schaffen.

Ich habe die Hose jetzt zwei Mal gewaschen und bin nach wie vor begeistert. Sie kommt so aus der Maschine, wie sie reingesteckt wurde und färbt auch nicht auf andere Textilien etc. ab. Nächster und wichtigster Punkt meiner Begeisterung ist aber eindeutig der Tragekomfort. Die Hose ist unglaublich elastisch und macht jedes Herumkrabbeln auf der Arbeit - ich bin Erzieherin - möglich!

Inwiefern der doch recht hohe Preis gerechtfertigt ist, kann vermutlich nur die Zeit zeigen: Nämlich dadurch, ob die Hose wirklich extrem langlebig ist. Sollte sie in naher Zukunft erste Verschleißerscheinungen zeigen, ergänze ich die Rezension selbstverständlich.


Fifty Shades of Grey  - Geheimes Verlangen: Band 1 - Roman
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen: Band 1 - Roman
von E L James
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gute Bücher über Sex müssen wir wohl selbst schreiben, 11. Januar 2015
Dass Sexszenen in Büchern in der Regel schlecht geschrieben sind – zu verkitscht, zu zensiert, zu sehr „Er kam und sie kam mit ihm“ – steht außer Frage. Dass sich aber ein Buch, nein, sogar eine ganze Bücherreihe, voller schlechter Sexszenen zum Bestseller des Kalenderjahres mausert, das ist dann doch neu.

Besagte Trilogie, „Shades of Grey“, erzählt die Geschichte der 21-jährigen Jungfrau Anastasia Steele, die irgendwie noch nicht so ganz da angekommen zu sein scheint, wo der Rest der Welt mittlerweile mit den Tücken des Lebens und Liebens kämpft: Im 21. Jahrhundert. Ana besitzt keinen Computer, ja, nicht einmal einen E-Mail-Account oder ein Handy. Natürlich: Sowas gibt es und ist irgendwie fast schon ein wenig cool und Boheme („Nee, weißt du, das tue ich mir nicht an, diesen ganzen Kommunikationsstress!“). Ihre Beine hat sie auch noch nie rasiert – nichts, was verwerflich wäre, aber doch irgendwie ein bisschen zu sehr dem Bild der unberührten, keuschen Jungfrau entsprechen will, das oftmals in Popkultur reproduziert wird.
Besagte Anastasia, kurz Ana genannt, vertritt bei einem Interviewtermin ihre beste Freundin Kate, die aufstrebende Journalistin, die den Gegenpart aus der Klischeekiste der Romancharaktereigenschaften aufs Auge gedrückt bekommen hat, aber am Ende dann auch irgendwie an der Endstation Monogamiekitsch aussteigen muss. Anas Interviewpartner ist der kühle, unglaublich gutaussehende und zudem auch noch steinreiche Geschäftsmann Christian Grey, der Ana völlig verunsichert und sie dazu bringt, von einem Fettnäpfchen ins nächste zu stolpern. Grey wittert in Ana Sklavinnenpotenzial und stellt ihr so lange nach, bis sie bereit ist, einen Vertrag mit ihm einzugehen. Einen Vertrag, in dem sie als „Sub“ und Christan als „Dom“ bezeichnet wird und irgendwie ist ihr das dann alles doch ein bisschen zu viel, was sie aber nicht davon abhält, sich von Christian entjungfern zu lassen. Ausnahmsweise, zu diesem besonderen Anlass, lässt Peitschenhieb-Christian sich dann sogar mal auf Blümchensex ein. Glückwunsch übrigens: Nicht jede hat beim ersten Mal gleich einen bahnbrechenden Orgasmus, wie er Ana vergönnt ist.

Das größte Problem aber ist, dass Anastasia kaum Spaß an BDSM zu haben scheint. Nein, Anastasia macht irgendwie so mit, weil sie hofft, so Christian, die Liebe ihres Lebens, etwas, das sie schon nach wenigen Tagen genauso benennen kann und will, zu ändern und nicht zuletzt auch zu „retten“. Vor sich selbst, seiner Vergangenheit und vor allem vor den bösen, bösen Sado-Maso-Spielchen. Dass BDSM-Sex, genauso wie Blümchensex, nur eine von vielen sexuellen Spielarten und nicht, so wie Ana das zu empfinden scheint, eine Krankheit, ein Problem, etwas, das es wegzutherapieren gilt, im Idealfall mit ihrer unerschöpflichen Liebe, das kommt ihr gar nicht in den Sinn. Anastasia hat es sich zur Aufgabe gemacht, den beziehungsgestörten, verschlossenen Christian zu „knacken“ und in das zu zwingen, was für sie das Ideal zu sein scheint: Eine monogame, geordnete Beziehung, im Optimalfall bitte mit Trauschein und Eigenheim. Ana sieht ihren Sexpartner als Projekt und vielleicht ist das das Problem vieler Beziehungen, seien sie wie auch immer geartet: Dass der andere bis zur Unkenntlichkeit an die eigenen Idealvorstellungen angepasst werden soll. Ana will Christian von den Lasten seiner Kindheit und von den Erinnerungen an die Beziehung zu einer viel älteren Frau, deren Sklave er eine Weile als Teenager war, befreien und vergisst dabei, dass wir alle Konstrukt unserer Vergangenheit sind. Nur weil ein neuer Lebensabschnitt beginnt, tragen wir keine weißen Westen und fangen noch einmal ganz von vorne an. Oder, um ein vielleicht passenderes Bild zu bemühen: Ist das Jungfernhäutchen erstmal weg, dann ist es weg.

Zu allem Übel kommt auch noch hinzu, dass „Shades of Grey“ genau aus der Ecke kommt, von der man sich eigentlich erstmal ausgelaugtes Schweigen gewünscht hatte: Aus der „Twilight“-Ecke. Der „literarische“ Hintergrund der „Shades of Grey“-Autorin E. L. James, die mit bürgerlichem Namen Erica Leonard heißt und dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert, lässt sich nämlich auf das Schreiben von Fan Fictions zusammenstreichen. Richtig, Leonard, Mutter zweier Söhne, begann 2009 mit der Arbeit an „Shades of Grey“ – damals hießen die beiden Hauptprotagonisten aber noch Edward Cullen und Bella Swan, der Titel des Werkt lautete bedeutungsschwanger „The Master of the Universe“.

Irgendwie ist „Shades of Grey“ vor allem eines: Schonmal da gewesen. Vielleicht nicht genau so, aber zumindest so ähnlich. In der Literatur. Im Porno. Vielleicht sogar im eigenen Schlafzimmer. Been there, done that. Und da kommt „Shades of Grey“ an seine Grenzen und wir, als Leser, an den entscheidenden Punkt: An „Shades of Grey“ ist nichts neu und aufregend, verboten und kontrovers. Und: Das will die Buchtrilogie auch gar nicht sein.
Warum geben wir uns dann mit dem zufrieden, was uns aufgetischt wird? Besseren Wissens? Wir lesen Bücher, deren Stil Schülerzeitungsniveau hat, die repetitive Wiederholung des Wortes „innere Göttin“ stresst irgendwie schon auf Seite 30 und dass es bei den Sexszenen so richtig zur Sache ginge, kann man auch nicht gerade behaupten.
Woher kommt dann bloß die Sehnsucht nach Büchern wie „Shades of Grey“? Wir sind jung und ungebunden, wir sprechen offen über Sex und haben ihn auch so: Wie wir ihn wollen. Manchmal ist er schlecht, bleibt hinter den Erwartungen zurück, machmal besser, als wir uns erträumt haben. Und dann sowas. Dann kommt da eine fast 50-jährige Hausfrau daher, schreibt drei schlechte Bücher über Sex und wird vom TIME Magazine unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt im Jahr 2012 gewählt. Die Filmrechte sind bereits verkauft, in den nächsten Monaten sollen die Dreharbeiten losgehen und noch rätselt man darüber, wer die Hauptrollen spielen wird.

Natürlich können wir uns irgendwie darüber freuen, dass das Thema Sex, das „Wie gefällt es dir? Wie willst du es? Darf es mal ein bisschen härter sein?“, nun auch im etwas prüden Bürgertumsschlafzimmer Einzug gehalten hat. Aber: So hatten wir uns das dann irgendwie auch wieder nicht vorgestellt. Von „Mommy-Porn“ ist die Rede und genau das ist „Shades of Grey“: Es spricht eher die untervögelte Mittvierzigerin an, als eine Gesamtgesellschaft, die dringend eine neue, entfesselte (haha) Debatte über Sexualität, Sex, Pornographie und Fetisch führen muss. Das Thema Sexualität muss aus den Schlafzimmern und aus den Künstlerateliers heraus, kein Zweifel. Aber ob Charaktere wie Christian Grey und Anastasia Steele die richtigen sind, uns etwas über Sex beizubringen, darf bezweifelt werden.

„Shades of Grey“ reproduziert Geschlechterrollen, Vorurteile und Heterosexualität. Die lesbische Mitarbeiterin von Christian wirkt irgendwie halbherzig aus dem Hut gezaubert, um der Leserschaft zu beweisen: Hey, davon habe ich auch schonmal was gehört, ich bin tolerant und weltoffen!
Wir sind heterosexuell, bisexuell und homosexuell. Wir leben in monogamen oder polyamoren Beziehungen, von einem One Night Stand zum anderen oder haben einfach mal für eine Weile gar keinen Sex. Und trotzdem verkaufte sich „Shades of Grey“ allein in den USA bis Juli 2012 mehr als 20 Millionen Mal. An diesen Verkaufszahlen sind nicht alleine besagte Mittvierzigerinnen Schuld. Verweilt man in Buchhandlungen eine Weile neben dem „Shades of Grey“-Tisch, ja, den gibt es immer noch, obwohl der Wirbel um das Buch mittlerweile eigentlich schon ein wenig abgeflaut ist, und beobachtet das Klientel, das dort Halt macht, das Buch in die Hand nimmt, den Buchrücken liest, darin blättert und es vielleicht sogar zur Kasse trägt, dann stellt man fest: Irgendwo in uns allen steckt wohl eine frustrierte Mittvierzigerin.

Auch in feministischen Kreisen trat die Trilogie eine Welle an Reaktionen los. Es wurde die These aufgestellt, dass Frauen sich in einer (nach außen hin) gleichberechtigten Position tief im Kern doch nach Unterwerfung und Kontrollabgabe sehnen und das, obwohl sie das Refugium Küche verlassen haben, jetzt eben im Schlafzimmer zum Ausdruck bringen. Ausgerechnet Alice Schwarzer war es, die darauf aufmerksam machte, dass man auch Feministin sein kann, wenn man auf BDSM-Sex steht.

Die guten Bücher über Sex, tja, vielleicht muss unsere Generation die dann einfach selbst schreiben. Dass man im Erotik-Genre Geld machen kann, das wissen wir ja jetzt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2015 12:49 PM MEST


iGO MFI zertifiziertes Reiseladegerät mit Netzteil (2.4A) und festem Lightning-Kabel (1,2m) inklusive EU/US/UK Steckdosenadapter für Apple iPhone 5/5S/5C/6/6 Plus, iPad 4/Air/Air 2/mini/mini Retina/mini 3, iPod Touch 5G & nano 7G - schwarz
iGO MFI zertifiziertes Reiseladegerät mit Netzteil (2.4A) und festem Lightning-Kabel (1,2m) inklusive EU/US/UK Steckdosenadapter für Apple iPhone 5/5S/5C/6/6 Plus, iPad 4/Air/Air 2/mini/mini Retina/mini 3, iPod Touch 5G & nano 7G - schwarz
Preis: EUR 25,37

5.0 von 5 Sternen Absolut überzeugend und funktional, 29. Dezember 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die nächste Reise kann kommen, dank des iGO Reiseladegeräts mit Netzteil. Es erfüllt alle Erwartungen, die ich an es hatte: Es ist sehr leicht und kann platzsparend noch im kleinsten Gepäck untergebracht werden. Obwohl es so klein ist, wirkt es sehr stabil, was vermutlich auch der guten Verarbeitung geschuldet ist, die man bei dem etwas höheren Preis eigentlich auch erwarten darf. Auch der Stecker wackeln nicht, alles eine sehr sichere Angelegenheit.

An das mitgelieferte Kabel, das in meinen Augen lang genug ist, können verschiedene Aufsätze angeschlossen werden, sodass in drei Zonen geladen werden: Dort, wo der Eurostecker genutzt wird, in UK und in der USA. Der USA-Stecker wird einfach ausgeklappt, die anderen beiden aufgesteckt. Auch die Aufsätze sitzen fest, nichts wackelt. Die Ladedauer ist ebenfalls okay.

Wer lieber etwas mehr investieren möchte, als es bei No-Name-Produkten der Fall wäre, ist mit iGO definitiv an der richtigen Adresse und wird auf Reisen einen soliden Begleiter haben.


Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir: Thriller
Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir: Thriller
von Karine Giebel
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöner Stil, aber wenig neuer Inhalt, 29. Dezember 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
So ganz warm geworden bin ich mit der Geschichte nicht - was vermutlich vor allem daran lag, dass ich mit Hauptprotagonistin Chloè herzlich wenig anfangen konnte. Chloè ist zickig, arrogant, schwierig. Eigenschaften, die sie andere deutlich spüren lässt. Vielleicht ist es aber gewollt, dass man etwas Abstand zu ihr nimmt, um sich völlig von der Handlung tragen zu lassen?

Kurz ein paar Worte zu besagter Handlung: Chloé ist frisch geschieden und ihren unsäglichen Ehemann endlich los, was bei diesem allerdings noch nicht ganz angekommen zu sein scheint. Sie umgibt sich mit dem charmanten und charismatischen Bertrand und treibt ihre Karriere in der Werbeagentur, in der sie arbeitet, voran. Man könnte meinen: Alles läuft gerade ziemlich famos für sie. Doch da ist der Schatten. Ein Schatten, der sie verfolgt, in Situationen, die so oder so schon Angst schüren, wie etwa nachts. Auch privater Schutzraum wie Chloès Wohnung ist dem Schatten irgendwann nicht mehr heilig. Doch: Wer ist ER, dieser Schatten? Wer verfolgt sie? Oder bildet sie sich das alles nur ein?

Verdächtige gibt es eigentlich mehr als genug. Sogar Bertrand kommt in Frage, ist er doch immer verschwunden, wenn Chloè diese grauenvollen Episoden erlebt.

Den Schreibstil habe ich als relativ angenehm empfunden, sehr französisch insgesamt. Kurze, prägnante Sätze, die für Tempo sorgen, was in Verfolgungssituationen besonders stimmig war. So richtig reingezogen wurde ich dann aber doch nicht, was, wie eingangs schon erwähnt, vermutlich auch sehr stark daran lag, dass ich mit Chloè nicht warm geworden bin. Auch ihre Welt war mir zu steril, zu funktional, zu sehr von Macht und Prestige geprägt. Wie schon in anderen Rezensionen erwähnt, ist der Stil zwar sehr schön, die Geschichte entbehrt aber jeder neuen Idee oder zumindest überraschender Wandlung der Ereignisse.

"Die Flügel, mein Engel, zerreiß ich dir" ist in meinen Augen kein schlechtes Buch. Der Stil ist angenehm, es lässt sich gut und flüssig lesen und man bekommt einige schöne Lesestunden beschert. Ich würde es allerdings kein zweites Mal lesen, Lieblingsbuchpotenzial hat es - zumindest in meinen Augen - nicht.


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