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Rezensionen verfasst von
El Barto

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Der Todeswirbel
Der Todeswirbel
von Agatha Christie
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Das liebe Erbe, 28. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Todeswirbel (Taschenbuch)
Gordon Cloade ist tot. Das ist unpraktisch, vor allem für seine Verwandschaft die alle finanziell von ihm abhängig waren. Unpraktisch weil seine neue junge Ehefrau, die er ein paar Wochen vorher geheiratet hat jetzt alles erbt. Die nistet sich jetzt mitsamt ihrem gierigen Bruder in der Villa des toten Exmannes ein, und die Neider sind nicht wenige. Als dann aber ein Fremder auftaucht und vorgibt, etwas über einen angeblich toten ersten Ehemann der jungen Witwe zu wissen, überschlagen sich die Ereignisse.
Das passiert etwa ab der Mitte des Romans, und da tritt dann auch Hercule Poirot auf den Plan. Es ist an ihm die Lösung zu finden. "Der Todeswirbel" ist ein Roman um Intrigen, Täuschungen und Geldgier. Spannend und mit den bekannten Wendungen um Täterschaft, Personen und Motiven ist es nicht einfach die Lösung zu finden. Guter Krimi.


Ein Mord wird angekündigt. (5608 937). Mit Miss Marple.
Ein Mord wird angekündigt. (5608 937). Mit Miss Marple.
von Agatha Christie
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Little Paddocks, 28. Juli 2015
Dort soll wie angekündigt der Mord stattfinden, pünktlich um 18.30 Uhr am Freitag Abend, 29. Oktober. Damit alle Bescheid wissen wird dies per Zeitungsanzeige bekannt gegeben. Zur angegeben Zeit findet sich dann auch die neugierige Nachbarschaft zusammen, und prompt liegt wie versprochen ein Toter in der Tür nachdem vorher wirksam alle Sicherungen rausgeflogen sind und alle im Dunkeln standen. Klassisch also: Licht aus, Schuss, Licht an, Mord geschehen.
Dumm nur das der Tote nicht zu den Gästen gehört. Jetzt beginnt die altbekannte Hatz durch alle Personen mit ihren Motiven. Da geht es um Erbschaften, Kinder und Geschwister und kranke Schwestern und Ehefrauen. Miss Marple tritt erst relativ spät auf den Plan um das Ganze dann zu entwirren, vorher tappt die Polizei im Dunklen.
Ein Mord wird angekündigt ist ein klassischer Miss-Marple-Krimi, nicht der Beste aber auch nicht der Schlechteste. Mit den gewohnten Verwicklungen und einem Täter mit dem man nicht unbedingt rechnen musste ist dieser Krimi ein klassisches Vergnügen.


Bertrams Hotel
Bertrams Hotel
von Agatha Christie
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Christie's Mittelmaß, 28. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Bertrams Hotel (Taschenbuch)
Miss Marple macht Urlaub in einem Hotel in dem die Zeit stehen geblieben ist, in Bertram's Hotel. Da gibt es noch richtige Muffins mit Butter und solche englischen Köstlichkeiten wie Kümmelkuchen. Und wie das Leben so spielt und wenn Miss Marple irgendwie in der Nähe ist gibt es auch einen Mord. Vorher verschwindet allerdings auch ein schusseliger Priester. Wie das alles zusammenhängt - kein Problem für unsere beliebte Alt-Detektivin.
Miss Marple spielt hier allerdings nur eine kleine Rolle, das Zünglein an der Waage sozusagen. Insgesamt bleibt sie etwas blass, genauso wie die Geschichte selbst. Es gibt keine allzu großen Winkelzüge, die Lösung und damit auch das Gehabe um Bertram's Hotel sind auch für einen Hobbydetektiv und geübten Krimileser mit etwas Überlegung lösbar. Es gibt besseres von Agatha Christie und ihrer Heldin Jane Marple.


Die Anatomiestunde
Die Anatomiestunde
von Philip Roth
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Zuckerman fängt an zu nerven, 3. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Anatomiestunde (Taschenbuch)
Teil drei der Zuckerman Trilogie: Nathan leidet mittlerweile unter unerklärlichen Nackenschmerzen die ihn in den Medikamenten- und Alkoholmissbrauch treiben. Seit Jahren hat er nichts Brauchbares mehr geschrieben, lebt er von den Einnahmen aus "Carnovsky", seinem erfolgreichen Skandalroman. Er verteibt sich die Zeit mit verschiedenen Damen auf seiner Spielmatte und in seinem Hass auf Milton Appel, einem Literaturkritiker.
Der dritte Teil der Zuckerman-Trilogie ist ein Laudatio aus Selbstmitleid, ein ein teilweise vulgäres Gezänk um Zuckermans Seelen- und körperliches Heil. Und so entschließt er sich Arzt zu werden, ausgerechnet. Und das nur weil er darin glaubt eine sinnvolle Beschäftigung zu finden die seinem Leben mehr Sinn gibt als Bücher zu schreiben. Soll man das ernst nehmen?
Zuckerman tut in seinem Credo vor allem eins: er fängt an einem auf den Nerv zu gehen mit seinem Egoismus, selbst seine kritische Beziehung zum Judentum zieht nicht mehr. Und seine Beziehung zu Frauen erscheint mir in zunehmenden Maße konstruiert.
Roth schreibt wie immer brilliant, allerdings mit dem Hang zu langen Monologen. Allerdings ist dieser dritte Teil zwar nicht der lahmste, dafür aber der Teil welcher am wenigsten inhaltlich überzeugen kann.


Zuckermans Befreiung: Roman
Zuckermans Befreiung: Roman
von Philip Roth
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Portnoys Beschwerden oder Carnovsky - Roth als Zuckerman, 23. Juni 2015
Das die Romane um Nathan Zuckerman autobiographisch sind mag eigentlich niemanden mehr überraschen. So ist es auch nicht verwunderlich das Nathan Zuckermans erster Erfolg, der ihm Ruhm und Reichtum bringt, praktisch identisch ist mit Roth's Portnoys Beschwerden. Und das ohne das eine Zeile aus Carnovsky in "Zuckermans Befreiung" zitiert wird.
Nathan erlebt die Licht- und Schattenseiten eines erfolgreichen Romanautors kennen. Die einen bewundern ihn ob seines Talents, die Dinge unverblümt zur Sprache zu bringen. Andere wiederum schmähen ihn wegen der Verunglimpfung seiner Familie und des Judentums an sich. Dazu kommen fanatische Fans die ihm das Leben schwermachen.
Nathan selbst macht das alles relativ wenig aus, so entsteht das Bild eines Egomanen, eines relativ gefühlskalten Einzelgängers. Ob das das Bild ist das Roth von sich zeichnen wollte? Nathan Zuckerman ist ein wenig empathischer Charakter, er ist mir persönlich unsympathisch.
Insgesamt ist Zuckermans Befreiung eine leicht vor sich hin plätschernde Studie, Zuckerman selbst macht sich frei von seinen familiären Zwängen. Erzählerisch und stylistisch wie gewohnt auf hohem Level der Unterhaltungslektüre angesiedelt schafft es Zuckerman's Befreiung aber nicht ganz in den Himmel, dazu ist der Roman etwas zu langatmig.


Die Pfeiler der Macht: Roman
Die Pfeiler der Macht: Roman
von Ken Follett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Geschichte aus dem zu Ende gehenden viktorianischem Zeitalter, 19. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Pfeiler der Macht: Roman (Taschenbuch)
Hugh ist das schwarze Schaf der Familie, und das nur weil sein Vater sein Kapital aus dem familieneigenen Bankgeschäft abgezogen, eine eigene Firma gegründet hat. Leider ist Hugh's Vater gescheitert, zahlungsunfähig nimmt er sich das Leben. Mit 13 ist Hugh auf einmal arm, aber gerade deswegen mit hehren Zielen gesegnet. Er arbeitet verbissen an seinem eigenen Reichtum und an seinem privaten Glück, er will Chef des Bankhauses Pilaster werden. Seine engstirnige und dumme Familie, insbesondere Tante Augusta und Vetter Erdward, stehen ihm entgegen. Und der zwielichte Sohn eines Plantagenbosses aus einer südamerikanischen Bananenrepublik macht ihm zusätzlich das Leben schwer.

Die Pfeiler der Macht ist ein sehr unterhaltsamer weil mit Intrigen und Wendungen gespickter Roman um eine fiktive Bankendynastie namens Pilaster. Unentwegt spinnt Follet seine Fäden um Liebe, Hass, Neid, Standesdünkel, Mord und Intrigen. Die über 600 Seiten sind sehr unterhaltsam weil kurzweilig, spannend sind sie allemal. Und verfilmt wird "Die Pfeiler der Macht" jetzt auch noch, zwar "nur" für das ZDF, aber immerhin.


Garou: Ein Schaf-Thriller
Garou: Ein Schaf-Thriller
von Leonie Swann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Wollensstärke, 8. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Garou: Ein Schaf-Thriller (Taschenbuch)
Der loup Garou geht um und holt sich neue Opfer. Und das ausgerechnet in der Nähe der neuen Weide in Frankreich, wohin es die Herde um Miss Maple es samt ihrer neuen Schäferin verschlagen hat. Da braucht es schon ein gerüttelt Maß an Wollensstärke um den Fall auf Schafsart zu lösen, erst recht wenn nebenan stinkende, verrückte Ziegen wohnen bzw. weiden.

Wollensstärke ist aber auch nötig um der Handlung bis zum Ende zu folgen, Garou wirkt im Vergleich zum Vorgänger Glennkill doch seltsam flach. Die Schafslogik kennt man ja jetzt, die Witze wirken zwar komisch, sind aber beim zweiten Mal dann doch abgenutzt. Abwechslung bringen höchstens noch die Ziegen mit rein.
Die Schlußfolgerungen der Schafsherde sind, wie nicht anders zu erwarten, haarsträubend falsch. Und trotzdem kommen sie irgendwie zu einem Ergebnis, genauso wie die Autorin. Denn die Story wird praktisch gar nicht entwickelt, es gibt kaum Anhaltspunkte an denen man sich orientieren könnte. Am Schluß wird dann eine Lösung präsentiert die nicht wirklich vorhersehbar ist und welche man mit einem Schulterzucken hinnehmen kann. Insgesamt ist Garou kein besonders spannender (Schaf-)Thriller, die Schafslogik verliert irgendwann ihren Reiz und letzten Endes auch ihre Komik. Bei mir reicht es für drei Sterne, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.


Die Behandlung: Der 2. Fall für Jack Caffery - (Die Inspektor-Caffery-Thriller, Band 2)
Die Behandlung: Der 2. Fall für Jack Caffery - (Die Inspektor-Caffery-Thriller, Band 2)
von Mo Hayder
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Starker Tobak, 28. Mai 2015
Was hat sichim Hause Peach zugetragen? Und was hat die Vergangenheit des mit dem Fall Peach betrauten Ermittlers Caffery damit zu tun? Das sind die beiden zentralen Fragen die es zu beantworten gilt.
Die Behandlung ist ein solide konstruierter Thriller, handwerklich gut gemacht. Spannend, fesselnd und nicht zu einfach was die Lösung angeht. Und ein Happy End? Darüber soll sich jeder ein eigenes Urteil bilden.
Mo Hayder serviert hier allerdings eine fast unverdauliche Kost. Pädophilie ist das zentrale Thema, die hilflosen Kinder werden dem Leser mit einer Brutalität präsentiert die für einen Unterhaltungsroman grenzwertig ist. Es gibt keinen Ritter in glänzender Rüstung, nichts was den Kindern helfen kann, kein Kind kommt ungeschoren davon. Das ist leider realitätsnah, daran lässt Mo Hayder keinen Zweifel aufkommen. Das allerdings die Handlungen, die die Opfer über sich ergehen lassen müssen, derart auf Spitze der Perversionen getrieben werden hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Auf sowas Krankes muss man erstmal kommen.
Jack Caffery zerbricht auch fast daran, allerdings wirkt sein Handeln doch etwas aufgesetzt. Insgesamt reicht es nur zu vier Sternen, "Die Behandlung" ist aber für alle, denen solch starker Tobak nichts ausmacht, eine durchweg spannende, mitreißende Lektüre.


Die Schule der Diktatoren: Eine Komödie in neun Bildern
Die Schule der Diktatoren: Eine Komödie in neun Bildern
von Erich Kästner
  Sondereinband
Preis: EUR 7,90

5.0 von 5 Sternen Boshaft komisch, 26. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Viele (oder die meisten) kennen Erich Kästner als Autor von Kinderbüchern wie Das fliegende Klassenzimmer oder Das doppelte Lottchen, er kann aber auch anders. Wer "Die Schule der Dikatatoren" gelesen hat kann sich denken aus welchen Gründen Kästner Probleme mit der Führung des 3. Reiches hatte.
In einem totalitären Staat herrschen einige wenige über viele, ohne dabei in den Vordergrund, sprich an die Öffentlichkeit, treten zu wollen. Da das gemeine Volk aber jemanden haben muss auf den es sich konzentrieren kann (im positiven wie im negativen Sinne) setzen sie ihm einen Präsidenten vor. Letzterer hat gar nichts zu melden, ist lediglich eine Marionette. Austauschbar eben, und so geschieht es auch. Nach und nach wird ein Präsident durch einen Doppelgänger ersetzt, immer dann wenn er entweder per Attentat oder durch Mord aus dem Amt scheidet. Für einen flüssigen Nachwuchs an Präsidenten sorgt die Schule der Diktatoren. Bis sich unter den potentiellen Nachfolgern ein Rebell auftut, und schon ist der Putsch da. Allerdings nicht mit dem gewohnten Ergebnis, es wird nur eine Diktatur durch eine andere ersetzt.
Erschreckend aktuell, auch heute noch. So lässt sich dich genau das Szenario, welches Kästner hier vielleicht ein wenig überzeichnet, doch an vielen Staaten nachvollziehen. Ein Kammerstück in neun Bildern, mehr braucht es dafür nicht.


Die wilde Geschichte vom Wassertrinker
Die wilde Geschichte vom Wassertrinker
von John Irving
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

4.0 von 5 Sternen Aus dem Leben eines Trottels, 13. Mai 2015
oder auch "Der Griff in die S******", wie Ralph Packer den Film über Fred/Bogus/Trumper/Thump-Thump auch nennt. Letzteres scheint bis kurz vor Schluss auch der richtige Titel für das Dasein von Bogus, wie er meistens genannt wird, zu sein. Zu unstet ist sein Leben, er selbst ist ein Mensch ohne Grundsätze, ohne Linie, ohne Plan, ohne Tiefe und erst recht ohne Sinn. Bogus lebt in den Tag hinein, kann sich nicht entscheiden (egal für was). Seine Dissertation über Akthelt und Gunnel (eine altniedernordische Ballade, deren Inhaltg deutliche Parallelen mit dem Leben von Bogus aufweist) ist ein akademischer Witz, ohne jeden Nutzen für seine Zukunft, ein reiner Titel, mehr nicht. Das merkt er auch selbst, Bogus ist nämlich nicht dumm, er ist lediglich ein Döspaddel, ein Trottel erster Güte.
Erst die Frauen, mit denen Bogus sich umgibt, scheinen in ihm eine Art von Verantwortungsbewusstsein zu schüren. Ganz langsam beginnt er zu begreifen das er so nicht weitermachen kann, ob er so weitermacht wie bisher oder ob er in der Lage ist sein Leben zu ändern bleibt allerdings offen.
Die wilde Geschichte vom Wassertrinker ist an einigen Stellen durchaus komisch, mit Bogus selbst kann ich mich allerdings nicht richtig anfreunden. Sein Verhalten ist mir ein Rätsel, so dusselig kann man eigentlich nicht sein. Irving wechselt zwischenzeitlich mehrfach und unvermittelt Zeiten und Perspektiven was das Lesen manchmal etwas schwierig macht. Insgesamt ist die wilde Geschichte vom Wassertrinker eine unterhaltsame, manchmal arg kontruierte Geschichte um einen unglaubwürdigen Blödmann der mehr recht als schlecht durchs Leben stolpert.


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