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Rezensionen verfasst von
Wortwerkstatt (Würzburg)

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Der Teufel und der Kirchenmann: Roman
Der Teufel und der Kirchenmann: Roman
von James Robertson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,21

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit dem Teufel im Bunde?, 30. Juli 2008
Gideon Mack, schottischer Pastor, ist spurlos verschwunden. Einige Monate später tauchen seine Memoiren auf dem Schreibtisch eines Verlegers in Edinburgh auf.
Das Manuskript sorgt sofort für viel Wirbel und großes Aufsehen, denn darin wird geschildert, wie Gideon Mack dem Teufel höchstpersönlich begegnete:
Als er eines Tages in eine Schlucht stürzte und von einem Mann gerettet wurde, soll es sich dabei um Satan selbst gehandelt haben.
Der Legende nach soll einst eine Adlige vor langer Zeit ein ähnliches Schicksal ereilt haben. Die Empörung in der Kirche ist groß und Gideon, nun Abtrünniger und Häretiker, wird seines Amtes enthoben. Er ist fortan ein innerlich zerrissener Mann, der entweder verrückt, oder in völliger geistiger Gesundheit gefangen ist.

James Robertson gelingt mit Der Teufel und der Kirchenmann" ein sehr vielschichtiges und spannendes Leseerlebnis. Gekonnt vermischt er hier Elemente aus Mythen und Sagen, Folklore und Historie und geht dabei den Fragen zu Religion und Glauben nach. Sofort zieht das Buch den Leser in den Bann und verweist ihn auf sich selbst und stellt dabei die Fragen zu Wirklichkeit, Gewissheit, Glauben und den menschlichen Werten. Robertsons Sprache ist klar, direkt, ungekünstelt und mit einem trockenen, selbstironischen Humor versehen. Der Roman ist ernst, humorvoll, absurd und realistisch und dieses Amalgam beherrschen nun mal britische Autoren ganz besonders. Der Teufel und der Kirchenmann" ist ein einfühlsames und doch subversives Buch, welches ständig zum Nachdenken anregt und hohe literarische Qualitäten besitzt. Denn hier geht es nicht um Göttlichkeit sondern um die Frage nach Menschlichkeit, die ja im Namen so mancher Religion auf der Strecke bleibt. Daher ist das Buch ein tiefgründiges und faszinierendes psychologisches Rätsel.


Englischer Harem
Englischer Harem
von Anthony McCarten
  Gebundene Ausgabe

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anfängliche Begeisterung weicht einer gewissen Sättigung, 21. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Englischer Harem (Gebundene Ausgabe)
Anthony McCarten: Englischer Harem

Tracy gehört zu den Leuten, die aufgrund mangelnder Bildung und Herkunft von Aushilfsjobs nicht richtig leben können. So dümpelt ihr Leben vor sich hin und in ihren Tagträumen flüchtet sie sich in eine bessere Welt. Als sie wegen ihres verträumten Wesens den Job im Supermarkt verliert, macht sie sich auf in die Stadt, um einen neuen Job zu finden. Dort sieht Tracy eine Anzeige im Schaufenster eines persischen Lokals. Der Besitzer Saanman Sahar, anfangs gar nicht begeistert von Tracys gestylter Erscheinung, lässt sich dazu überreden sie zunächst aushilfsweise einzustellen. Bald jedoch stellt sich Tracy für ihn als absoluter Glücksfall heraus, denn sie ist ehrgeizig, schnell von Begriff, jung und auch noch attraktiv. Mehr und mehr beginnt sich Tracy für den exotischen Sahar zu interessieren. Doch als sie erfährt dass Sahar bereits mit zwei Frauen verheiratet ist, ist es bereits zu spät, denn Tracy hat sich verliebt. Als sie eines Tages mit der Nachricht nach Hause kommt, die dritte Ehefrau von Sahar werden zu wollen, sind ihre Eltern schockiert. Da es ihr absolut ernst ist, stellt sie nun diesen Mann ihren Eltern vor und bringt dabei so manchen Stein des Anstoßes ins Rollen. Denn diese Vielweiberei ruft nun auch die englischen Behörden auf den Plan und die Turbulenzen nehmen ihren Lauf.

Somit ist das Buch auch ein Roman über das Fremdsein, die Faszination für fremde Kulturen, aber auch die Angst vor dem Unbekannten.
Englischer Harem" ist pointenreich, witzig, spannend und voller Überraschungen. Dabei hält der Autor gerne dem Leser den berühmten Spiegel vor Augen und man erkennt, dass man selbst bisher in Schubladen gedacht hat. Messerscharf und klug entlarvt McCarten die gängigen Klischees und durchschaut dabei den äußeren Schein, von dem wir uns ja nur allzu gerne blenden lassen. Leider werden tragische Momente, wie der Tod eines Menschen auch gerne witzig beschrieben und das bringt einen gewissen Zynismus mit sich, der dem Buch nicht gut steht!


Licht im August
Licht im August
von William Faulkner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mississippi Burning, 17. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Licht im August (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman erschien bereits 1935 in Deutschland und liegt nun in einer sehr gelungenen und modernisierten deutschen Neuübersetzung vor.
William Faulkners Licht im August" geriet wie der Autor selbst leider fast in Vergessenheit - ein willkommener Anlass also es mal wieder mit einem Klassiker" zu versuchen, zumal es wahrscheinlich Faulkners bedeutendstes und auch lesbarstes Buch ist.

Die Geschichte spielt im Süden Amerikas, in der weiten Landschaft des Mississippi. Lena Grove, eine junge schwangere Frau auf einer fremden Landstraße, sucht ihren Geliebten. Joe Christmas, ein farbiger Wanderarbeiter, der keinen anderen Ausweg aus der Spirale von Gewalt und Unterdrückung findet, als selbst zum Mörder zu werden; und der Geistliche Hightower, der Amt und Familie verloren hat und seine Bigotterie nur schwer ablegen kann. Sie alle treffen sich in der Stadt Jefferson zu einem dramatischen, blutigen Showdown, bei dem keiner wirklich frei von Schuld ist.

William Faulkner nimmt sich in dem Buch des Themas Rassismus an und zeigt, was der Hass in den Herzen der Menschen alles anrichten kann. Seine Romanfiguren tragen stets tragische Züge und es wird eine von Fanatismus und Rassismus erstarrte Gesellschaft portraitiert. Faulkner steht wie kein zweiter amerikanischer Schriftsteller für den Übergang zur literarischen Moderne. Auch hier kombiniert er die Vielfalt des realistisch-naturalistischen Sittenbildes mit symbolischen Darstellungen und experimentellen Erzählstrategien.
Seine Romane sind absolut wirklichkeitsbezogen und beschäftigen sich eingehend mit Traditionen und Lebensbedingungen seiner Heimatregion, dem Norden des Staates Mississippi. Doch das eindringlichste an diesem Buch sind die Innenansichten der Figuren, die Stürze" ins Innere der Menschen, die man als Leser miterlebt. Dadurch entsteht eine dichte, emotional-leidenschaftliche Atmosphäre, die das ganze Buch durchdringt und seinesgleichen sucht. Auch wenn man als heutiger Leser so manche detaillierte Beschreibung der Charaktere als etwas langatmig empfindet und gelegentlich die Faulknersche Schwerfälligkeit Einzug hält, wird man am Ende des Buches absolut belohnt. Licht im August" ist ein großartiges Buch der Weltliteratur, wüst und unbehauen, ein Epos von alttestamentarischer Wucht, dass einige Zeit braucht bis es seine Wirkung entfaltet. Eine genussvolle Lektüre, die einen nicht mehr so schnell loslässt und lange nachwirkt ist es allemal. Ein Buch für kritische und anspruchsvolle Leser.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2013 2:20 PM CET


Atem: Roman
Atem: Roman
von Tim Winton
  Broschiert

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios, 17. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Atem: Roman (Broschiert)
eigentlich ein Roman übers Surfen und doch weitaus mehr. Tim Winton beschreibt das Leben ungeschminkt und ungeschönt. Die Geschichte einer Freundschaft, die im Laufe der Zeit in die Brüche geht. Tim Winton schreibt mit Herz und Verstand!!!


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