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Beiträge von Stefan K
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Rezensionen verfasst von
Stefan K (Sammamish, WA)

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Seite: 1
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Wassermusik. Roman
Wassermusik. Roman
von T. Coraghessan Boyle
  Taschenbuch

33 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stückwerk - konstruiert und bemüht, 7. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik. Roman (Taschenbuch)
Wassermusik ist ein interessanter Titel und hat ein spannendes Thema, aber es wird nicht klar, wie Titel und Thema zusammen gehören - außer, wenn man die Assoziation von einem Fluss (dem Niger) über das Konstrukt "Wasser" zu Händels Wassermusik mit geht (aber auch das passt nicht genau, denn Händel ist ja schon 12 Jahre tot, als Mungo Park geboren wird). Und genau dieses bemühte Assoziieren fällt immer wieder auf.
Das ganze Buch wirkt wie ein Versuch: ein Versuch, die Geschichten der zwei so unterschiedlichen Protagonisten parallel zu entwickeln; ein Versuch, die Biographien aufgrund durchaus kreativer Konstrukte zusammen zuführen (Stichwort: Duellpistole - der Leser weiss, was gemeint ist); ein Versuch sogar bis ins Detail den einen Protagonisten als den genauen Gegenentwurf des anderen aufzubauen und darzustellen.
Gerade dieses Bemühen jedoch irritiert durch den ständigen Abgleich der zwei Hauptpersonen und wird verstärkt durch häufiges Wechseln der Erzählsituationen, wie man es von Fortsetzungsromanen bzw. -serien kennt: häufige "Cliffhanger", die den Leser bei der Stange halten sollen - was recht gut funktioniert, aber einen schalen Nachgeschmack (Effekthascherei) hinterlässt: eine gut geschriebene Geschichte hat soetwas nicht nötig.
Während der erste Teil fesselnd und spannend geschrieben ist und im wesentlichen Mungo Park entwickelt, dient der zweite Teil der Darstellung des Londons von Charles Dickens (und das ist dort besser nachzulesen) und der Weiterentwicklung von Ned Rise. Der dritte Teil versucht dann, diese beiden Biographien sowie alle weiteren "losen Enden" (der Dolmetscher, der Araber, ...) zusammen zuführen. Das ist manchmal spannend zu lesen, manchmal einfach nur mühselig, weil sich der Autor bei der Weiterentwicklung der Charaktere keine Mühe mehr gegeben hat, und es scheint, dass er nur noch schnell das Buch zu einem Ende bringen will.
In der Summe durchaus interessant zu lesen, wenn man sich von der bemühten Konstruktion, der obszönen und vulgären Beschreibungen (bei denen man sich ebenfalls immer fragt, inwieweit sie das Gelesene bereichern sollen oder nur des Effektes wegen eingestreut wurden) und der einseitigen Darstellung der Mauren/Araber frei machen kann.
Beschreibungen wie z.B. bei "Leo Africanus" oder "Die Entdeckung der Langsamkeit" haben vergleichbare Themen, aber erzählen diese atmosphärisch dichter und logischer, verzichten dabei auf billige Effekte und wirken nicht derart konstruiert.


Menschheit und Mutter Erde
Menschheit und Mutter Erde
von Arnold Toynbee
  Taschenbuch

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Guter Inhalt - schlechte Bearbeitung, 19. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Menschheit und Mutter Erde (Taschenbuch)
Das Werk ist eine gute Zusammenfassung der Geschichte der Menschheit der ca. letzten 6000 Jahre und Toynbee versteht es, den Leser auf interessante Weise auf die Reise durch die Geschichte mitzunehmen. Dabei ist er nicht auf eine eurozentrische Sichtweise beschränkt, sondern öffnet den Horizont auch für bedeutende Zivilisationsleistungen anderer Kulturen. Besonders bemerkenswert ist die Weitsicht, die er an den Tag legt, indem er immer wieder den Bezug zur Zukunft der Menschheit und der Erde herstellt - beeindruckend und z.T. beängstigend aktuell unter dem Blickwinkel, dass er dies schon vor ca. 25 Jahren geschrieben hat.
Bedauerlich ist dann allerdings die nachlässige Redaktion, da - zumindest in der Taschenbuchausgabe - auf etwa 10 Seiten ein Tippfehler kommt: bei 600 Seiten insgesamt störend oft. Leider sind diese Fehler mitunter sogar Sinn entstellend, sodass der Lesegenuss immer wieder gestört wird, weil man sich vergewissern will, dass man richtig verstanden hat und dann feststellen muss, dass offensichtlich Fehler bei der Abschrift, Übersetzung o.ä. vorgekommen sind.
Fazit: Guter Inhalt und unbedingt lesenswert (4-5 Sterne), aber nachlässig bearbeitet (2 Sterne).


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