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Beiträge von Gerhard
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Rezensionen verfasst von
Gerhard

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Dein Staat gehört Dir! (TELEPOLIS): Ein Abschiedsbrief an das Wutbürgertum
Dein Staat gehört Dir! (TELEPOLIS): Ein Abschiedsbrief an das Wutbürgertum
von Alexander Dill
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine machmal ironische, aber gelungene Analyse der politischen Situation. Man muss ja nicht mit jeder Einzelheit einverstanden s, 26. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es sind Gedanken, außerhalb der üblichen Geleise.
Mich hat die Ausklammerung der Ausgabenmentalität gestört. Tilgung der Staatsschulden und Verzicht auf Renten als Lösung ist denkbar. Der Finanzminister ist aber in den letzten Jahren mit unerwarteten Steuereinnahmen überhäuft worden. Was hat er gemacht: Im In- und Ausland zusätzlich Geld verteilt. Leider nicht einmal durch einmalige Geschenke, sondern mit Dauerlasten.
Also Vorschlag Nr. 1 und 2 kann man schlicht vergessen. Nicht wegen der Bürger, die das vermutlich sogar akzeptieren würden, sondern wegen denen, welche die Gießkanne in der Hand haben.
Es wäre schön, wenn die Anstösse irgendwann auf fruchtbaren Boden fallen.


Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus
Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus
von Wolfgang Streeck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, das Zusammenhänge aufzeigt, 24. Juli 2013
Anhand seiner wissenschaftlichen Herkunft aus der Schule Adorno beurteilt er die Entwicklung in der EU, im Euro und in der Wirtschaft allgemein. Er sieht die Demokratie in Gefahr durch die Verlagerung von Kompetenzen und sog. „Marktmacht“ und warnt vor immer stärkeren Eingriffen in Renten, Sozialprogramme. Belegt durch die tägliche Entwicklung. Viele Tabellen liefern Hintergrund.
Zentralbanken werden zu gigantischen Badbanks mit angeschlossener Notenpresse. Er stellt die Frage, wie lange die Bürger dies hinnehmen.
Seine Lösung liegt in höheren Steuern, mehr Einfluss der Bürger und des Staates und vor allem Rückgabe des Rechtes auf Änderung der Währungsparität nach den Erfordernissen des Staates bis zum Schuldenschnitt zu Gunsten des Staatsvolkes und zu Lasten des Machtvolkes.

Er zeigt die Zusammenhänge zwischen den Amtsträgern bei den Staatsbanken, Goldman, der EZB und bei den Staatsregierungen und EU-Ämtern klar auf. Die EU verlangte niemals von Griechenland die Besteuerung der Reichen mit Wegzugsteuer oder der internationalen Einkünfte und Vermögen. Er fordert die Bürger auf, sich gegen einen undemokratischen europäischen Einheitsstaat zu wehren.

Meine Kritik:

Es wird nicht einbezogen:
• Die Frage, was braucht der Staat, wird nicht gestellt.(Moloch Staat) Die Ausgabenseite greift er nicht auf. Weder in der EU-Organisation, den Nordstaaten aber auch nicht in Griechenland oder der Bürokratie im Allgemeinen. Der Autor geht davon aus, dass die Ausgaben im Wesentlichen die sozial schwachen Bürger betreffen und nur hier „gespart“ werden soll. Was in der Bürokratie verschwindet oder von Unfähigen und Egomanen verschwendet wird, ist keine Thema (Stadtschloss, Flughafen BER, Hamburg, Hessen, München oder Stuttgart). Vgl. auch die Thesen von Cyrill Northcote Parkinson.

• Das Problem des Schuldenstaates an sich. Es erfolgen Ausgaben zu Lasten einer noch wehrlosen künftigen Generation. Damit wird der Widerstand der Bürger umgangen, welche die tatsächlich – für eine Deckung - notwendigen Steuern nicht hinnehmen würden und wohl zum Widerstand und Boykott schreiten würden.
Die Schlussfolgerung, dass Bürger mit geringem sozialen Status nicht zur Wahl gehen, weil sie keine Änderung erwarten ist nicht belegt. Es kann auch sein, dass uninteressierte Bürger aufgrund von Bildung und Engagement einen beruflichen Erfolg nicht erreichen konnten.

Das Buch stellt viele interessante Zusammenhänge dar und regt zum Nachdenken an. Mich hat gestört, dass das staatliche Handeln an sich nie in Frage gestellt wird. Der ganze Bereich von Macht, Klientelwirtschaft, Gier und auch einfach Selbstverwaltung und Versorgung ist kein Thema für den Autor.
Er hat einen unerschütterlichen Glauben an die mechanistische Steuerung der Gesellschaft durch den Staat. Der Kompetenzverfall der Staatsorgane ist außen vor.

Ein wichtiges Buch in der Zeit der „Rettungen“. Die Analysen sind gut und verständlich, die Schlüsse teile ich nur teilweise.


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