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Rezensionen verfasst von
Michael Robert Gauss
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Stadtbahn - Simulator Düsseldorf - [PC]
Stadtbahn - Simulator Düsseldorf - [PC]
Preis: EUR 14,47

3.0 von 5 Sternen Etwas zu wenig fürs Geld, 10. Februar 2014
Mir ist nicht so recht klar geworden, warum dieser eigenständige Simulator (kein Add-On!) allgemein überwiegend zerrissen wurde, denn er besitzt durchaus gewisse Vorzüge, klammert man vor allem einen Aspekt aus.

So bringe ich den Kern der Misere gleich auf den Punkt: Die befahrbare Strecke erscheint angesichts des bezahlten Preises schlichtweg zu kurz (man pendelt einfach immer zwischen Messe Nord und Düsseldorf Hbf). Außerdem: Die grafische Umsetzung der Weichen missfällt. Der Nachtbetrieb befriedigt keineswegs, denn in der Stadt herrscht dann gespenstische Verdunkelung - man sieht letztlich fast gar nichts! Wenn's regnet, dann leider auch im Untergrund... Unsäglich! Zudem stören hier und da aufdringliche Entgleisungswarnungen (obwohl man die Geschwindigkeit eigentlich noch gar nicht überschritten hat)... Ist man dann tatsächlich mal zu schnell unterwegs, kommen die Warnungen viel zu kurzfristig, um überhaupt noch darauf reagieren zu können. Und bei nur 1 km/h Überschreitung entgleist der Zug dann aber prompt... Dies ist absolut unrealistisch! Ferner überzeugt das Fahrgeräusch nicht wirklich. Eine Art "Sportlehrer" nervt im oberirdischen Betrieb unschön prägnant in Endlosschleife... Jene merkwürdige Untermalung hört sich an, als sei sie irgendwo im Schul-Turngarten aufgenommen worden. Unter der Erde herrscht diesbezüglich dann aber endlich Ruhe - und eine für U-Bahnhöfe typische Geräuschkulisse ertönt stattdessen.

Dennoch: Das Spiel bietet eben auch Schokoladenseiten, zum Beispiel eine recht realistische Auf- und Abrüstung des Zuges. Außerdem gefällt die Gestaltung des Umfelds ziemlich gut. Hier sagen Screenshots sicherlich mehr als tausend Worte, um den Machern dieser im Herbst 2013 erschienenen Simulation (Rondomedia) auch mal etwas Rückenwind zu geben! Im Gegensatz zu der m. E. bisher besten Straßenbahn-Simulation überhaupt, nämlich ProTrain 37 ("Straßenbahnnetz Berlin-Köpenick", ein Add-On für den alten Microsoft-Train-Simulator von 2003), gefallen in Düsseldorf die ein- und aussteigenden Fahrgäste! Wetter und Lichtstimmungen ändern sich am Rhein ebenso wie in Berlin - und dies sogar recht eindrucksvoll. Licht und Schatten liegen bei dieser Simulation eben nahe beieinander...

Fazit: Wer sich ein insgesamt ruhiges Stimmungs-Spiel mit Routine-Abläufen im eher bescheidenen Kurzstrecken-Pendelverkehr wünscht, ist mit Düsseldorf sicherlich ganz gut beraten. Fans von Action und Abwechslung befriedigt dieser Simulator allerdings weniger. Trotz der Fahrgäste und funktioneller Details wird der Unterhaltungswert von ProTrain 37 leider nicht erreicht, denn phantasievoll erdachte Aufgaben oder Begegnungen mit weiteren Stadtbahn-Zügen vermisst man vollständig, was auch der zusätzlich vorhandene Editor zur Selbst-Erstellung nicht so recht ausgleichen mag.


The Hobbit: An Unexpected Journey
The Hobbit: An Unexpected Journey
Preis: EUR 6,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger opernhaftes Gesamtgefüge, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: The Hobbit: An Unexpected Journey (Audio CD)
Eine gewisse kompositorische Zerrissenheit fiel mir beim Soundtrack des ersten Hobbit-Films auf... Es fehlt ein wenig der harmonische Fluss des Gesamtgefüges. Allein dieser machte ja den unvergleichlichen Zauber jenes meisterhaft komplexen Soundtracks der Herr-der-Ringe-Trilogie aus, welcher zudem mittels einer gewaltigen Anzahl echter Ohrwürmer unter den Leitmotiven bestach. Die meisten (neuen) Melodien des Hobbit-Soundtracks gehen jedoch leider weit weniger glatt ins Ohr. War der Sound der Ring-Trilogie sehr opernhaft angehaucht - und spannte den Bogen fast bis hin zu Wagner-Stilelementen, kommen die Hobbit-Klänge doch eher als typische Filmmusik daher: Die Ring-Töne verlangten quasi erst nach den entsprechend starken Bildern, während jene des Hobbits lediglich die in Unzahl vorhandenen cineastischen Übersteigerungen der trickreichen 3D-Produktion zu untermalen scheinen. Diese Musik ist also weniger eigenständig - und fällt dadurch allerdings auch im Film kaum auf. Doch ganz ohne Bilder fehlt dann eindeutig etwas - und man legt die erste Hobbit-Soundtrack-CD letztlich doch relativ schnell wieder zur Seite... Eigentlich wirklich schade, denn man hatte sich von Howard Shore eigentlich mehr versprochen... Der Fluch gehobener Erwartungshaltung!


Flip MinoHD Pocket-Camcorder (2-fach digital Zoom, 3,8 cm (1,5 Zoll) Display, 4 GB Flash Memory) schwarz
Flip MinoHD Pocket-Camcorder (2-fach digital Zoom, 3,8 cm (1,5 Zoll) Display, 4 GB Flash Memory) schwarz

3.0 von 5 Sternen Großes Manko: Wenn der Akku schwächelt, ein Wegwerfprodukt, 25. Mai 2013
Sehr gute Bild- und Tonqualität bei einfacher Bedienung zeichnen diese kleine Kamera aus. (Lediglich einen Bildstabilisator vermisst man manchmal - und die ausschließlich digitale Zoom-Funktion benutzt man besser nicht...) Trotzdem: Mehrere Jahre betreibe ich sie nun schon mit viel Freude! Aber jetzt lässt allmählich die Kapazität des fest eingebauten Akkus leider nach, was ja durchaus normal erscheint. Um den ebenfalls fest integrierten Speicher (1 Stunde Aufnahmezeit) voll zu bekommen, muss man inzwischen bereits zweimal Strom nachtanken... Dies nervt doch ziemlich. Noch mehr stört allerdings, dass sich die Kamera nicht als solche benutzen lässt, während sie mit dem PC verbunden ist: "Im am Rechner angeschlossenen Zustand sind keine Filmaufnahmen möglich", heißt es in der im Web verfügbaren Beschreibung lapidar! Dies ist praktisch eine klare Absage, die Kamera bei nachlassendem Einbau-Akku doch noch wenigstens am Kabel weiter nutzen zu können - beispielsweise als Webcam inklusive Einbau-Mikrofons. Eine softwaretechnisch versäumte Chance! Und eine Info, die hier unbedingt nicht fehlen darf!

FAZIT: Es ist jammerschade, eine derart klasse funktionierende Kamera nur aufgrund einer verbrauchten Batterie zur Wegwerfware zu degradieren...


Die kleine Lady
Die kleine Lady
DVD ~ Christiane Hörbiger
Preis: EUR 10,99

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Adaptions-Chance vertan, 5. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die kleine Lady (DVD)
Das Konzept des Geschlechtertauschs liest sich zunächst zwar recht erfrischend, dessen Umsetzung jedoch krankt - und zwar auf voller Spielfilmlänge! Jene wundersame Wandlung der anfangs mit bitterböser Eiseskälte aufwartenden Gräfin vollzieht sich unlogisch abrupt; es fehlt dem Handlungsstrang das vom genialen Original her gewohnte wie geschätzte Auf und Ab der Gefühle... Menschliche Wärme reflektiert der in Österreich spielende Film daher nur sehr gekünstelt - und setzt vielmehr auf dramatisch überzogene Spannungsmomente. Die kleine Hauptdarstellerin kann (respektive darf) bedauerlicherweise nie wirklich ein dieser schwierigen Kinderrolle gerecht werdendes Charisma entwickeln, obwohl man ihr derartiges Schauspieltalent sogar zutrauen möchte. Summa summarum zeugt all dies einzig und allein von absoluter Unfähigkeit der Regie. Christiane Hörbiger begeistert schauspielerisch durchaus, die Größe ihres Könnens verpufft allerdings ebenfalls im ungelenken Gesamtgefüge dieses (immerhin mit schönen Bildern punktenden) Verschnitts.

Fazit: Jammerschade! Kein Vergleich zur längst legendären Fauntleroy-Verfilmung mit Sir Alec Guinness und Ricky Schroder aus dem Jahre 1980. Das Drehbuch zur (im übertragenen Sinne) geradezu mickerig kleinen ZDF-Lady wird Frances Hodgson Burnett jedenfalls keineswegs gerecht - und die mitunter sogar reizvolle Chance jener Geschlechter-Adaption wurde hilflos vertan.

(Bemerkung am Rande: Die von einigen Rezensenten vermisste herzergreifende Weihnachtsfeier zum Finale stellt übrigens ausschließlich einen gelungenen Kunstgriff jener britischen Verfilmung von 1980 dar. Die Romanvorlage endet nämlich keineswegs weihnachtlich, stattdessen im sommerlichen Schlossgarten - mit der Geburtstagsfeier des kleinen Lords.)


Atrix Professionelle Repair-Creme, 3er Pack (3 x 100 ml)
Atrix Professionelle Repair-Creme, 3er Pack (3 x 100 ml)

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine bessere Repair-Creme gibt es nicht!, 18. Februar 2012
Wer mit Farben und Lacken arbeitet, wird auch immer wieder mit Lösungsmitteln und aggressiven Reinigern konfrontiert. Nicht immer lässt sich der unbeabsichtigte Hautkontakt völlig vermeiden. Gerade im Winter neigen derart geschundene Hände dann zu Trockenheit und die Fingerkuppen reißen (für gewöhnlich stets vom Nagelbett her) an den Ecken der Fingernägel sehr schmerzhaft ein.

Ich selbst habe schon etliche Repair-Cremes ausprobiert, blieb dann letztlich bei jener von Atrix hängen. Wie keines ihrer Konkurrenzprodukte sorgt sie für schnellste Linderung und ein überaus angenehmes (nicht zu fettiges, gleichwohl nicht zu feuchtes) Hautgefühl, weicht selbst verhornte Verhärtungen rasch auf. Die Balance zwischen Glycerin- und Fettanteil stimmt bei ihr nämlich optimal, ihr Panthenol-Gehalt unterstützt wirkungsvoll den Heilungsprozess in den Bereichen besagter schmerzhafter Einrisse.

Seit ungefähr einem Jahr verschwand die Atrix-Repair-Creme dann zu meinem Schrecken aus den Sortimenten unserer örtlichen Warenhäuser und Drogerien; warum, konnte trotz mehrfacher Nachfrage nicht geklärt werden. Man teilte mir lapidar mit, das Produkt sei wahrscheinlich vom Markt genommen - oder es gäbe den Hersteller vielleicht nicht mehr... So starteten erneute Versuche mit Konkurrenzprodukten, die wiederum allesamt sehr enttäuschend verliefen. Umso erfreuter war ich, die tot gesagte Atrix-Repair-Creme nun noch über Amazon beziehen zu können - und wahlweise sogar im Dreierpack!

Fazit: Hoffentlich stellt man diese phantastische Repair-Creme noch viele Jahre mit unveränderter Rezeptur her!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 6, 2013 4:48 PM CET


Atrix Professionelle Repair-Creme, 100ml
Atrix Professionelle Repair-Creme, 100ml
Wird angeboten von saymo GmbH
Preis: EUR 3,80

5.0 von 5 Sternen Eine bessere Repair-Creme gibt es nicht!, 18. Februar 2012
Wer mit Farben und Lacken arbeitet, wird auch immer wieder mit Lösungsmitteln und aggressiven Reinigern konfrontiert. Nicht immer lässt sich der unbeabsichtigte Hautkontakt völlig vermeiden. Gerade im Winter neigen derart geschundene Hände dann zu Trockenheit und die Fingerkuppen reißen (für gewöhnlich stets vom Nagelbett her) an den Ecken der Fingernägel sehr schmerzhaft ein.

Ich selbst habe schon etliche Repair-Cremes ausprobiert, blieb dann letztlich bei jener von Atrix hängen. Wie keines ihrer Konkurrenzprodukte sorgt sie für schnellste Linderung und ein überaus angenehmes (nicht zu fettiges, gleichwohl nicht zu feuchtes) Hautgefühl, weicht selbst verhornte Verhärtungen rasch auf. Die Balance zwischen Glycerin- und Fettanteil stimmt bei ihr nämlich optimal, ihr Panthenol-Gehalt unterstützt wirkungsvoll den Heilungsprozess in den Bereichen besagter schmerzhafter Einrisse.

Seit ungefähr einem Jahr verschwand die Atrix-Repair-Creme dann zu meinem Schrecken aus den Sortimenten unserer örtlichen Warenhäuser und Drogerien; warum, konnte trotz mehrfacher Nachfrage nicht geklärt werden. Man teilte mir lapidar mit, das Produkt sei wahrscheinlich vom Markt genommen - oder es gäbe den Hersteller vielleicht nicht mehr... So starteten erneute Versuche mit Konkurrenzprodukten, die wiederum allesamt sehr enttäuschend verliefen. Umso erfreuter war ich, die tot gesagte Atrix-Repair-Creme nun noch über Amazon beziehen zu können - und wahlweise sogar im Dreierpack!

Fazit: Hoffentlich stellt man diese phantastische Repair-Creme noch viele Jahre mit unveränderter Rezeptur her!!


Richard Wagner: Rienzi, der letzte der Tribunen (Oper) (Gesamtaufnahme) (4 CD)
Richard Wagner: Rienzi, der letzte der Tribunen (Oper) (Gesamtaufnahme) (4 CD)
Preis: EUR 13,13

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich gute Hausmannskost, 15. September 2011
Mit der legendären (allgemein mit Recht als mustergültig bezeichneten) Hollreiser-Aufnahme oder jener gleichsam feinfühligen, wenn auch verkürzten Adaption des Wolfgang Sawallisch ist die vorliegende historische Rienzi-Einspielung aus dem Jahre 1950 unter dem Dirigat Winfried Zilligs natürlich schon fairnesshalber weniger zu vergleichen. Es fehlt ihr schlichtweg etwas an jener interpretatorischen Sensibilität, welche den heute gewohnten Standard des Umgangs mit Wagner-Werken kennzeichnet, was bereits die schmissig kreischenden Streicher des Vorspiels erahnen lassen. Dennoch kann auch die Zillig'sche Interpretation süchtig machen, stellt man sich persönlich darauf ein: Zeittypisch für die Ära der Entstehung dieses Mitschnitts erscheint jener einerseits zumeist knallige, andererseits teils anmutig schleppende ("Schütz, heil'ge Jungfrau, Romas Söhne") Umsetzungsstil, der oftmals eben, um jene anfänglich getroffene Aussage weiter zu konkretisieren, einer heutzutage üblichen Tiefe des klangfarblich abgestuften Differenzierens entbehrt. Doch gerade im Hinblick auf Rienzi führen eben, mit einem Augenzwinkern bemerkt, im wahrsten Wortessinne sehr viele Wege nach Rom - so besitzt auch Zilligs gefundener durchaus seine Reize.

Vor allem beim Waffentanz oder anderen ans militärisch Überladene gemahnenden Stellen schafft gerade jener gewaltige (gar an die berauschende Wirkungsweise der demagogischen Mittel einer damals noch jungen Vergangenheit erinnernde) Stil sehr deutlich eine bombastische Atmosphäre, welche - aus gesunder Distanz genossen - die Aufnahme allein schon allemal hörenswert macht, zumal die Tonqualität insgesamt sehr in Ordnung geht! Die Stimmen gefallen klanglich und punkten mit guter Textverständlichkeit (Studioaufnahme), lediglich Erna Schlüters etwas kratziger Adriano wirkt, als sei dessen Stimmbruch nicht mehr allzu weit... Dies passt jedoch durchaus zur ohnehin pubertären Rolle. Wer bisher René Kollos strahlenden Rienzi im Ohr hatte, muss sich an Günther Treptows dunkleren, gaumigen Klang erst einmal gewöhnen, ehe sich die sehr berechtigte Begeisterung ob dieser großartig kernigen Sangesleistung dann umso heftiger einstellt! Zudem glänzt auch Trude Eipperles Irene als kraftvolles Hörerlebnis ganz nach traditionellem Wagner-Liebhaber-Geschmack!

Fazit: Eine summa summarum sehr hörenswerte Aufnahme aus alter Zeit mit akzeptablen Schwächen in überraschend guter Tonqualität, die einen interessanten Vergleich mit moderneren Rienzi-Interpretationen ermöglicht - und diesen generell auch nicht zu scheuen braucht. Ein dickes Booklet mit Libretto fehlt leider, doch auf ein wenig kurzweilige Begleit-Lektüre muss der Hörer dennoch nicht ganz verzichten. Man kann die Aufnahme - als Zweit-Rienzi zu besagtem Vergleiche oder als brachiales Hörerlebnis für Wagner-Erfahrene - wärmstens empfehlen. Wer den Rienzi bisher allerdings noch gar nicht kennt oder eher moderne Interpretationen geläufigerer Wagner-Werke im Ohr hat, sollte wohl besser (zunächst) auf Hollreiser oder Sawallisch zurückgreifen.


Wagner: Parsifal (Gesamtaufnahme)
Wagner: Parsifal (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 130,16

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feierliche Kontraste und grandiose Kundry, 24. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Parsifal (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Barenboims Dirigat atmet eindeutig Knappertsbusch-Geist, entwickelt diesen aber sogar noch in feurigere Richtung weiter. Kontraste mit einer geradezu spirituellen Spannweite verleihen seiner spürbar mitleidsvoll-wissenden Umsetzung von Wagners brillantem Weltabschiedswerk eine geheimnisvolle, feierliche Ausdruckstiefe. Genauso soll's sein! Was die orchestrale Interpretation angeht, müssten im künstlerischen Sinne eigentlich fünf Sterne verliehen werden: Atmosphäre und Feuer an den richtigen Stellen, keine künstlich sezierenden, Selbstverwirklichungsversuche des Dirigenten widerspiegelnden und daher unnötigen Neuinterpretationen respektive Überbetonungen bisher unentdeckter Ausdruck-Details... Durchweg erfreulich auch das angenehm gedehnte, doch niemals langweilig schleppende Zeitmaß: Zum Raum wird hier die Zeit - in der Tat!

Die Sangesleistungen halten weitgehend mit, absolut bravourös glänzt aber nur Waltraud Meiers sensible Hochleistungs-Kundry, die - vor allem im zweiten Aufzug - sicherlich ihresgleichen sucht. Siegfried Jerusalems Parsifal bietet immerhin überdurchschnittliche Qualität, José van Dams Amfortas und Matthias Hölles Gurnemanz gleichwohl beste Hausmannskost. Weniger gefiel die Wahl des Günter von Kannen als Klingsor - seine glockenklare Stimme wirkt in dieser Rolle einfach zu hell und jugendlich (ihr fehlt schlichtweg das boshafte Donnern eines Hermann Uhdes oder Gustav Neidlingers). Doch sind Klingsors Passagen ohnehin nur von kurzer Dauer... Deswegen wurde hierfür der fünfte Stern also nicht vollständig abgezogen, allenfalls ein Bruchteil.

Das eigentliche Problem dieser Einspielung liegt nämlich in jenen live so beeindruckenden Kontrasten und der daraus resultierenden digitalen Abmischung der Aufnahme begründet: Die extrem lauten Momente gelten hierbei freilich als Maß aller Dinge, was für die langen leisen Passagen zur Folge hat, dass sie kaum noch hörbar sind - zumindest bei üblicher Verstärker-Einstellung. Um normale Zimmerlautstärke der leisen Abschnitte zu erreichen, muss man einen Verstärker mit der Lautstärke-Regelungsskala von 1 bis 10 bei dieser Einspielung durchaus auf 8 stellen; bei anderen Parsifal-Aufnahmen genügt in der Regel 5 oder 6. Da die Sänger zu allem Übel auch noch sehr fern klingen, sind ihre Stimmen im Zuge einer leiseren Einstellung kaum noch hörbar respektive verständlich. Dass ältere Verstärker bei derartiger Beanspruchung mit heftigem Rauschen auf die Hörer-Nerven fallen, dürfte einigermaßen nachvollziehbar sein. Der Discman-Test bestätigt letztlich glasklar, dass die Aufnahme insgesamt eigentlich viel zu leise geraten ist: Bei voll (!) aufgedrehter Lautstärke sind die auf Normal-Niveau angesiedelten Passagen gerade noch hörbar...

Fazit: Man benötigt unabdingbar einen sehr, sehr guten und leistungsstarken Verstärker, um diesen mit kleinen Abstrichen herrlichen Neuzeit-Parsifal wirklich rundum genießen zu können. Schade, dass das Tonstudio keine bessere Lösung fand.


Dorian Gray
Dorian Gray
von Oscar Wilde
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schändliche Übersetzung, blamables Lektorat, 26. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Dorian Gray (Gebundene Ausgabe)
Wer eine perfekte Adaption jener genussvoll blumigen Sprache des Oscar Wilde ins Deutsche sucht, ist mit dieser Übersetzung leider extrem schlecht beraten. Merkwürdig, dass manche Passagen recht ordentlich bearbeitet scheinen, andere hingegen völlig missrieten. So ist davon auszugehen, dass hier gleich mehrere Personen involviert waren, also viele Köche den Brei verdarben... Von Druckfehlern mag man allerdings angesicht dieser - will sagen, verhunzten - Passagen kaum mehr reden, denn jener betreffende Dolmetscher war offensichtlich schlichtweg der deutschen Sprache nicht mächtig. Ob hier überhaupt Korrektur gelesen wurde, scheint mir sehr fragwürdig. Blamabel! Oscar Wildes großartiges Werk erfährt letztlich also nahezu eine Entweihung.
Fazit: Unbedingt Finger weg von dieser Ausgabe, wer Qualität schätzt respektive sucht!


Deutsche Bundesbahn: Ein Rückblick auf die Jahre 1969 - 1993.
Deutsche Bundesbahn: Ein Rückblick auf die Jahre 1969 - 1993.
von Andreas Knipping
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sparsam mit Farbdruck umgegangen, 23. Oktober 2010
Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen: Summa summarum bin ich von diesem herrlichen, ausdrucksstarken Werk gefühlter Eisenbahn-Geschichte respektive -Geschichtchen überwiegend begeistert. Dennoch gibt es eben nur drei Sternchen - doch selbstverständlich nicht ohne Begründung:

Die Gestaltung der Titelseite ließe (vor allem in Verbindung mit der behandelten Zeitspanne 1969-1993) eigentlich qualitativ hochwertige Farbfotografien vermuten. Nicht, dass die künstlerische Ausdruckskraft schwarzweißer Aufnahmen unterschätzt würde, doch gemäß des Tenors dieses Werks hätte man sich schlichtweg mehr Farbe gewünscht. Nun könnte man entschuldigend eine etwaige Vorliebe der Bildautoren für Schwarzweißfilm anführen, doch hält auch dieses Argument leider nicht lange Stand. Zufällig ist mir manches der in diesem Buch eben "nur" schwarzweiß gezeigten Bilder aus anderen Quellen bekannt - in Farbe! - So verkümmert die zunächst vermutete Begründung mit einem etwaigen künstlerischen Willen der Autoren im Laufe des Durchblätterns irgendwann hinter jener etwas ernüchternden Erkenntnis, dass hier offensichtlich eben einfach nur dort Farbdruck angewandt wurde, wo unvermeidbar - nämlich im Rahmen der Kapitel zu den Lackierungsvarianten.

Ohne jene Kenntnis einiger Bilder im Original wäre diese bedauerliche Sparsamkeit sicherlich niemandem aufgefallen - auch mir nicht. Doch gerade im Rahmen eines Online-Verkaufs sollte dennoch keineswegs verschwiegen werden, dass der Löwenanteil jener im Buch gezeigten Fotos eben nun einmal Schwarzweißbilder sind - wenn auch in wirklich guter Qualität! Trotzdem wirken derart gräulich selbst die 80er-Jahre bereits so richtig nostalgisch... Jene gefühlte Distanz zur vergangenen Ära der guten alten Beamtenbahn vergrößert sich durch diesen Umstand eben spürbar, leider.


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