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Tark "Tras" (Schweiz)

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Die Upanischaden: Eingeleitet und übersetzt von Eknath Easwaran
Die Upanischaden: Eingeleitet und übersetzt von Eknath Easwaran
von Eknath Easwaran
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spirituell, vielschichtig, tiefgründig, 5. September 2014
Sri Eknath Easwaran wurde 1910 in Kerala in Südindien geboren. Nach einem Studium der Englischen Literatur wurde er Professor in Nagpur/Zentralindien. 1959 kam er als Universitätslehrer nach Kalifornien. Dort wurde er bald als Buchautor, Übersetzer, als spiritueller Lehrer und vor allem als Meditationslehrer bekannt. 1961 gründete er das Blue Mountain Center of Meditation. Während er als Lehrer kleine Gruppen und den unmittelbaren Kontakt mit seinen Zuhörern bevorzugte, erreichten seine mehr als zwei Dutzend Buchveröffentlichungen weltweit ein riesiges Publikum. Er starb 1999.

Ihre ältesten Texte werden auf ca. 4000 Jahre geschätzt. Die Upanischaden sind an die Veden angehängt. Sie gehören zu den Veden, sind aber ganz eigenständig und in sich geschlossen. Während sich der grösste Teil der Veden mit den Hymnen und philosophischen Ritualauslegungen ins Äußere der Wahrnehmungswelt richtet, blicken die Upanischaden nach innen.

Nach Massgabe von Shankara, einem überragenden, indischen Mystiker des achten Jahrhunderts, gelten zehn als die Hauptupanischaden. Diese sind es, die
im Buch dargeboten werden.
Zusätzlich wurde noch eine weitere von gleicher Bedeutsamkeit und Schönheit, die Shvetashvatara Upanischad, dazugenommen. Auch fügte der Autor vier der so genannten Yoga-Upanischaden hinzu, um spätere Traditionen zu repräsentieren.

Upanischad bedeutet “sich nahe hinsetzen.“ In einer geheimen, spirituellen Unterweisung zu Füssen eines erleuchteten Lehrers sitzen. Die Upanischaden zeichnen solche Sitzungen auf. Jede einzelne ist eine ekstatische Momentaufnahme transzendenter Wirklichkeit. Trotz ihres philosophischen Wertes, sind die Upanischaden keine Philosophie. Sie sind Darshana, etwas Geschautes.

Aldous Huxley schrieb: „Alle Wissenschaft besteht in der Reduzierung von Mannigfaltigkeiten auf Einheiten. Nichts ist für das indische Denken kennzeichnender. Während das restliche, vedische Indien die natürliche Welt studierte, wie andere wissenschaftlich frühreife Zivilisationen, nahm die Waldzivilisation der Upanischaden eine in der Wissenschaftsgeschichte beispiellose Wendung. Sie konzentrierte sich auf das Medium des Erkennens, Wissens, den Geist.
Die Weisen begannen eine einzigartig intensive Beschäftigung mit Bewusstseinszuständen. Sie fanden heraus, dass sie Schichten des Geistes separieren und seine Funktionsweisen so objektiv beobachten konnten, wie ein Botaniker eine Blüte beobachtet. Die Erforschung des Bewusstseins nannten sie Brahma-Vidya, was sowohl "die höchste Wissenschaft" als auch "die Wissenschaft vom Höchsten“ bedeutet.

Die Weisen lernten, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, auf sie selbst, durch eine Disziplin, welche die Upanischaden Nididhyasana nennen: Meditation. Indem sie zu den tiefsten Tiefen des Bewusstseins vordrangen, erlangten sie Samadhi, Erwachen, in vollständiger Vertiefung. Ein Zustand des Freiseins von aller Konditionierung und den Begrenzungen durch Raum und Zeit. Wenn jede Spur von Individualität entfernt ist, entsteht reines Gewahrsein. Wenn das Selbst eins wird mit Brahman, der Weltseele, so löscht man das Gefühl der Trennung aus und geht auf in Brahman.

Die Lektüre der Upanischaden ist so tiefgründig und inspirierend, dass ihre Wirkung auf den Leser für immer nachhallen kann. Die Upanischaden zu lesen ist kein Projekt, das man einfach abschliesst. Es ist eher ein Lebensprojekt. Ihr Fundus ist so reich und breit, spricht alle bedeutenden spirituellen Themen der Menschheit an.
Wer mehr über die spirituelle Identität und Kultur Indiens erfahren möchte, verstehen will, welchen Rang indische Weise inne haben, woraus sich der Buddhismus entwickelt hat, was die Upanischaden für Gandhi bedeuteten, sollte dieses Buch lesen. Die Upanischaden sind ein sehr bedeutendes Schriftwerk. Ein riesengrosser Schatz der Menschheit. Das vielleicht allergrösste Geschenk aus ihr an die Menschheit ist die Meditation.

Fazit: Ich habe sie gerade ausgelesen. Doch das Gefühl ist da, dass dies erst der Anfang ist. Die Upanischaden sind so vielschichtig, tiefgründig, inspirierend, dass sie wohl für ein ganzes Leben reichen. Sie erinnern mich an einen Spruch, der sogar aus ihnen stammt: "Entnimmt man der Fülle die Fülle, ist da immer noch Fülle." Sie sind Poesie und mystische Wahrheit in einmaliger, verdichteter Schönheit.


Jedes Kind ist hoch begabt: Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen
Jedes Kind ist hoch begabt: Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen
von Gerald Hüther
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für ein radikales Umdenken in Erziehung und Schule, 28. April 2014
„Sind Sie der, der sie sein wollten? Oder der, der sie sein sollten? Sind auch in Ihnen Begabungen vorhanden, die brach liegen? Wovon träumten Sie als Kind? Was begeisterte Sie? Wissen Sie, was Ihre Kinder wirklich gut können und was nicht?“

Mit diesen Sätzen beginnt das Buch, das der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther zusammen mit dem Stern Reporter Uli Hauser geschrieben hat. Sie wollen mit dem Buch die Erwachsenen aufrütteln. Sie darauf aufmerksam machen, dass die Zukunft von ihren Kindern abhängen wird und dass jeder etwas tun kann. Mit seinem Verhalten. Es möchte dazu auffordern, alte Denkmuster von Erziehung und Schule in Frage zu stellen.

Jedes Kind komme mit einer Vielzahl von Potentialen auf die Welt. Mit einem Gehirn, das viele neuronale Vernetzungen gemacht hat, die anhand der aus dem eigenen Körper im Gehirn ankommenden Signalmuster und der dafür optimierten Reaktions- und Antwortmuster stabilisiert worden sind und genau zum Körper des jeweiligen Kindes passen. Schon im Mutterleib mache das Kind eigene Erfahrungen, die es in seinem Gehirn verankert. So komme jedes Kind mit einem einzigartigen Gehirn auf die Welt, dem vielfältige Möglichkeiten und Begabungen offen stehen.

Nutzungs –oder erfahrungsbedingte Neuroplastizität nennen es die Neurowissenschaftler. Einfach gesagt: Das Gehirn wird so, wie man es benutzt und wofür man es benutzt. Mit den Erfahrungen, die ein Kind durchlebt, macht sein Gehirn besondere Nervenzellverknüpfungen. In manchen Bereichen komplexere, in anderen einfachere. Je nachdem, für was das Kind sein Gehirn benutzt, stabilisieren sich Nervenzellvernetzungen. Solche, die nicht gebraucht werden, verkümmern.

Kinder sollten früh reich an Erfahrungen werden. Einen möglichst grossen Erfahrungsschatz sammeln. Menschen begegnen, die viel erlebt haben. Dazu müsste jemand da sein, der dem Kind wichtig ist. Mit dem es sich emotional eng verbunden fühlt. So kann sich aus Vertrautem Vertrauen entwickeln, und die Zuversicht, dass alles gut wird, aus der Erfahrung der Beziehung zu anderen Menschen, dass alles gut gegangen ist. Damit Leben und Lernen gelingen können.

Wenn ein Kind aufwächst, möchte es geliebt werden und mit anderen Menschen in Beziehung sein. Dafür bringt es schon durch die Erfahrungen im Mutterleib die erforderlichen Talente mit. Vertrauen, Geborgenheit, Verbundenheit. Es braucht Eltern, die ihm auf Augenhöhe begegnen. Mit Wertschätzung. Kinder möchten erkannt werden, als das, was sie sind. So geliebt werden, wie sie sind. Sie sind nicht etwas, das in ein Wunschpaket gepresst oder das für ein Vorstellungsbild passend gemacht werden kann. Jedes Kind sollte die Erfahrung machen können, einzigartig zu sein, so geliebt zu werden, wie es ist und dass es im wahren Leben auf es ankommt.
Um zu lernen, brauchen Kinder Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Sie sind in der Lage, all das von den Mitgliedern einer Gemeinschaft zu erlernen, was sich diese, als sie selbst noch Heranwachsende waren, an Fähigkeiten und Fertigkeiten, an Wissen und Können, an inneren Einstellungen, Werten und Vorstellungen angeeignet und im Lauf ihres bisherigen Lebens ergänzt und erweitert haben. Viele Lehrer meinen nicht diese Fähigkeiten, wenn sie von einer besonderen Begabung sprechen. Sie halten ein Kind für hochbegabt, wenn es ihm auf einem Gebiet ermöglicht, aussergewöhnliche Leistungen zu erreichen, welche in unserer gegenwärtigen Welt besonders hohe Anerkennung finden.

Als unabdingbar für das Lernen sieht Gerald Hüther die Begeisterung. Die Erwachsenen sollten ihren Kindern wieder begegnen, sich ihnen zuwenden. Mit ihnen in Beziehung treten, um herauszufinden, was sie bewegt, sie wirklich begeistert. Kinder lernen am besten, wenn es mit den emotionalen Zentren im Gehirn verknüpft ist. Dinge wie gemeinsames Singen, gemeinsam erlebte Märchenstunden, gemeinsames Spielen, gemeinsames Tanzen, Musizieren, Malen oder Basteln. Im gemeinsamen Tun erleben die Kinder etwas, das sie im Unterricht nicht erleben. Verbunden zu sein und in dieser Verbundenheit gleichzeitig zu wachsen.

Anders könne es für die Kinder von heute nur dann werden, wenn sich die Erwachsenen selbst verändern würden. Wenn sie die festgefügten Vorstellungen davon, worauf es im Leben ankommt, in Frage stellen würden. Die alten, ausgetretenen Bahnen der lieb gewonnenen Gewohnheiten zu verlassen. Wenn alle Kinder die Erfahrung machen könnten, dass sie so wie sie sind angenommen werden und dazugehören dürfen, dass ihnen etwas zugetraut wird, und sie zeigen können, was sie alles schon können, dann würden sie ihre Liebesfähigkeit, ihre Begeisterungsfähigkeit und das Gefühl tiefer Verbundenheit mit den Menschen, bei denen sie aufwachsen, nicht verlieren.

Fazit: Gerald Hüther und Uli Hauser haben ein Buch mit vielen guten Ideen geschrieben, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. Wir brauchen solche, die eingefahrene Denkmuster und Gewohnheiten alter Systeme in Frage stellen und zu einem Umdenken herausfordern. In der heutigen Zeit umso mehr. Deshalb ein wichtiges Buch.


Meisterwerke kurz und bündig. Die vier edlen Wahrheiten des Buddha.
Meisterwerke kurz und bündig. Die vier edlen Wahrheiten des Buddha.
von Frank Zechner
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Die Essenz des Buddhismus, 18. Februar 2014
Der Autor Frank Zechner, geboren 1964 in Frankfurt am Main, studierte Psychologie und arbeitet heute als Diplompsychologe und Supervisor im Gesundheitsbereich. Er ist Religionslehrer für die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft und lehrt Meditation in deren Theravada-Schule in Wien. Seine Meditationspraxis erstreckt sich auf die drei grossen buddhistischen Traditionen: Zen-Buddhismus, Theravada-Buddhismus und tibetischer Buddhismus.

Wer war dieser Mann, der vor 2500 Jahren als Buddha in die Religionsgeschichte einging? Und worin besteht die Essenz seiner Lehre, die sich über ganz Asien ausbreitete? Kein Buch kann das beantworten. Und doch gibt dieses schmale Büchlein einen hervorragenden Einblick in die Person des Siddhartha Gotama, die Lehre der vier edlen Wahrheiten, die Geschichte des Buddhismus und seine wichtigsten Begriffe.

Siddhartha Gotama war der Sohn eines amtierenden Regierungsoberhauptes in der Adelsrepublik der Sakya. Eines Tages, als ihn der Luxus langweilte, wurde er neugierig auf die Welt hinter den Palastmauern. Es geschah, dass er mit seinem Diener den Palast verliess und auf drei Ausfahrten einem alten Menschen, einem Kranken und einem Toten begegnete. Diese Begegnungen gaben ihm einiges zu denken. Nach seiner vierten Ausfahrt, bei der er einen Bettelmönch sah, der sich um sein geistiges Erwachen bemühte, entschloss er sich, den Luxus hinter sich zu lassen und nach einem Weg aus dem allgemeinen Leid zu suchen. Nach vielen Jahren strenger Askese und des beinahen Todes erkannte er, dass dies nicht der Weg zur inneren Freiheit sein konnte. Wieder zu Kräften gekommen erreichte er in einer Vollmondnacht im Mai die tiefste Einsicht in die Natur der Dinge und wurde damit zum erwachten Buddha.

Nach seinem Erleuchtungserlebnis traf der Buddha mit seinen fünf ehemaligen Gefährten wieder zusammen und begann, seine Entdeckungen der vier edlen Wahrheiten darzulegen. Er teilte dabei alle Phänomene in fünf Kategorien des Anhaftens ein. Diese sind die körperlichen Gegenstände, Bewusstsein, Wahrnehmungen, Empfindungen und Geistesformationen. Durch das Verlangen und Anklammern an die Objekte dieser fünf Kategorien entsteht Leid, das er dukkha nannte. Dukkha steht in seiner tieferen Bedeutung auch für das Unvollkommensein, das Unerfülltsein und die Unfähigkeit, zu befriedigen. Das Zusammenspiel dieser Phänomene erzeuge die Illusion eines Ichs und eines unabhängigen Wesenskerns, der Seele und die Identifikation mit den Phänomenen.

Der Buddha beschrieb die unmittelbare Ursache für das dukkha. Es ist das Verlangen nach immer mehr. Dies nannte er tanha. Mit seinen drei Aspekten: Dem Verlangen nach Sinneslust, dem Verlangen nach Dasein und dem Verlangen nach Nicht-Sein. Aus dem Gefühl, dass das, was ich habe oder bin, noch nicht genug ist, entspringe sowohl das Verlangen, Dinge haben zu wollen, als auch der Wunsch, Situationen und Menschen zu manipulieren. Dazu gehört auch, etwas Besonderes sein zu wollen oder zu glauben, es sein zu müssen. Die Lösung besteht nicht darin, dem Verlangen nach mehr zu folgen, sondern dieses Verlangen wahrzunehmen, ohne sich darin zu verlieren. Sonst wandert man ohne Ende von erfüllten zu frustrierten und weiter zu lustvollen und weiter zu schmerzhaften Geisteszuständen. Der Buddha nannte dieses endlose Umherwandern samsara. Ein Grossteil des buddhistischen Geistestrainings besteht in nichts anderem als dem Registrieren, Akzeptieren und wieder Loslassen der eigenen Leid verursachenden Muster und darin, die Zusammenhänge zwischen ihrem Auftauchen und ihrem Vergehen herauszufinden. Von Augenblick zu Augenblick.

Buddha erlangte durch das restlose Aufgeben des Verlangens nach mehr, die Befreiung davon, das Nichthaften daran, einen Zustand, den er Nirvana nannte. In diesem Zustand klärte sich der Geist von allen Verwirrungen und von sinnlichem Verlangen, und er sah die Dinge, wie sie wirklich sind. Er war befreit und verstand nun den Zusammenhang zwischen Handeln und den daraus resultierenden Folgen. Nichts von ihrem eigenen Potential des Erwachens wissend, leben die Wesen in einer Welt der Selbstbezogenheit, der Vorlieben, des Habenwollens, der Gleichgültigkeit und der Ablehnung. Nichts ahnend, dass durch jede neue Erwartung und jedes neue Festhalten der Berg der inneren Frustrationen immer höher wird, irren die meisten Wesen durch einen endlosen Kreislauf von unerfülltem Verlangen. Dessen Spielregeln fasste der Buddha im Gesetz von Ursache und Wirkung zusammen. Dieses Gesetz ist als karma bekannt geworden. Die Absicht bezeichnete er als das Handeln. Denn mit der Absicht, bewirkt man die Tat mit dem Körper, der Sprache und in Gedanken. Handlungen mit einer heilsamen Motivation bewirken positive Folgen, solche mit einer unheilsamen Intention erzielen negative Resultate. Es geht darum, die Zusammenhänge zu verstehen und Leid verursachende Gewohnheitsmuster zu ändern. Um für den Ausstieg aus dem samsara gerüstet zu sein und die Arbeit mit dem eigenen Geist zu unterstützen, empfahl der Buddha die Pflege von sieben Geistesqualitäten. Die sieben Faktoren des Erwachens: Das Gewahrsein, Untersuchen, Energie, Freude, Gelassenheit, Sammlung und Gleichmut. Die regelmässige Praxis dieser sieben Faktoren des Erwachens führt zu immer tieferem Verstehen des eigenen Geistes, bis man die vollkommene Verbundenheit mit allem, was ist, erfährt. Die Illusion, eine vom Rest der Welt getrennte und unabhängige Person zu sein, löst sich auf.

Buddha beschrieb wie ein Arzt nicht nur das Leid und die Folgen des Leids, er zeigte auch Wege auf, die aus dem Leid herausführen. Dies findet über die buddhistische Achtsamkeitsmeditation statt, die das Herzstück in der buddhistischen Praxis bildet. Buddha erforschte eine Vielzahl von unterschiedlichen Meditationsmethoden, um der Unterschiedlichkeit der Menschen gerecht zu werden. Man sucht sich einen Ort, an dem man ungestört praktizieren kann. Setzt sich gerade in einer angenehmen Haltung hin. Dann beginnt man tief ein und aus zu atmen. Konzentriert sich dabei auf den Atem, nimmt sein Ein –und Ausströmen wahr. Verweilt in diesem Zustand. Nach einiger Zeit kommt der Geist zur Ruhe. Es tauchen noch immer Gedanken, Gefühle, Körperwahrnehmungen auf, die man akzeptiert und bringt seine Aufmerksamkeit wieder zum Atem zurück. Zur Veranschaulichung gibt es eine schöne Metapher:

„Die körperlichen Formen gleichen dem Schaum auf dem Meer,
die Empfindungen den Blasen auf dem Wasser,
die Wahrnehmungen einer Fata Morgana,
die Geistesformationen dem hohlen Bananenbaum,
und das Bewusstsein ist wie die Darbietung eines Magiers.“

Man lässt alles, das auftaucht, so geschehen und passieren, wie es ist, ohne sich in etwas hineinzusteigern, oder etwas zu verdrängen/ zu unterdrücken. Wenn man es beobachtet, erkennt man, dass es einfach Phänomene sind, die auftauchen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Mit der Zeit lernt man den eigenen Geist immer besser kennen und versteht automatische und gewohnheitsmässige Reaktionsmuster des eigenen Geistes und mit zunehmender Meditationspraxis gelangt man zu immer mehr Ruhe, Einsicht und Gleichmut.

Im Anhang des Buchs sind noch zu finden: Eine Zeittafel. Ein Glossar wichtiger buddhistischer Pali-Begriffe, Adressen des Buddhismus in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Bücher zum Weiterlesen und ein Wortregister.

Fazit: Ausserordentlich empfehlenswertes Buch.


Buddha steht kopf. Die Lehren des Meisters Seung Sahn (Book on Demand)
Buddha steht kopf. Die Lehren des Meisters Seung Sahn (Book on Demand)
von Seung Sahn
  Unbekannter Einband

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geist vor dem Denken, 1. Februar 2014
Lee Dok-In erhielt am 25. Januar 1949 die Dharma-Übertragung durch Zen-Meister Ko Bong.
Dies ist eines seiner Bücher, welche die Essenz seines Lehrens darstellen.

Dieses sehr interessante Buch ist eine Sammlung von herausfordernden, witzigen, den Kopf ins Erstaunen und Überdenken versetzenden Aufzeichnungen von Dialogen, Geschichten, traditionellen Zen-Gesprächen, Dharma-Vorträgen und Briefen des Zen-Meisters. Es durchschneidet auf direkte Art und Weise das gewohnte Denken und das althergebrachte Erfassen der Realität durch Worte. Manchmal fragte ich mich, ob ich hier wirklich für voll genommen werde. Mit seinen scheinbaren Paradoxien versetzt es den Geist des Lesers in anfängliche Verwirrung, fordert ihn heraus, bekannte Denkmuster zu durchbrechen.

Nur Weiss nicht. Der Weiss nicht-Geist. Zu verstehen, dass die Realität nicht durch Worte erfasst werden kann. Nicht durch das Denken, nur durch Weiss-Nicht. Nur durch das unmittelbare Erfahren der Realität durch die Sinne. Sehen, Hören, Berühren. In seinen Unterhaltungen mit seinen Schülern benutzt Seung Sahn den berühmten Ausschrei „KATZ!!“, um sie in ihren Gedanken zu unterbrechen und sie ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Oder er benutzt seinen Stock und schlägt dafür kräftig auf den Boden. Es ist der Geist, der vor dem Denken liegt, den er dadurch wieder zurückbringt. Das Hören des Klanges. Nur Klang. Bevor das Denken einsetzt. Der Weiss-Nicht Geist und der Geist, der vor dem Denken liegt, faszinierend und wichtig.

Fazit: Ich habe das Buch langsam gelesen. Vielleicht 1-2 Geschichten pro Tag. Vielen Dank dafür.


Im Herzen des Tals: Roman
Im Herzen des Tals: Roman
von Nigel Hinton
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend, zu Herzen gehend, mit kluger Einfachheit geschrieben, 7. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Im Herzen des Tals: Roman (Taschenbuch)
Nigel Hinton wurde 1941 in London geboren. Als er die Schule verliess, arbeitete er zwei Jahre lang in der Werbung. Schliesslich entschied er sich, Englisch an der Universität zu studieren und kündigte seinen Job. Während er studierte, arbeitete er als Strassenkehrer und Schwimmbad-Aufseher. Später lehrte er Englisch und in dieser Zeit schrieb er sein erstes Buch ’Collision Course’. Er konzentrierte sich immer mehr auf das Schreiben und gab seinen Beruf als Teilzeitlehrer bald auf. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, war er als Schauspieler tätig.

Nigel Hinton’s Bücher werden gerne in Schulen gelesen. Besonders Lehrer schätzen seine Erzählungen, weil sie ein grosses Spektrum an Schülerthemen -und Fähigkeiten abdecken und sie sogar von Jugendlichen gerne gelesen werden, die sonst nicht viel mit dem Lesen anfangen können. Hinton’s Geschichten haben eine Reihe von Preisen erhalten. ’The Finders’ gewann den ’Federation of Children’s Book Groups Award’ und ’Collision Course’ den ’Dutch Silver Pen Award’. Sein bekanntestes Werk ’Buddy’ war einer der grossen Bestseller in den letzten fünfundzwanzig Jahren der Jugendliteratur.

Mit seinem im Jahre 1986 geschriebenen Buch ‘Im Herzen des Tals‘ hatte der Autor sein erstes literarisches Werk für Erwachsene geschrieben. Hier spielen nicht, wie in vielen Werken aus seiner Feder, schwierige Verhältnisse und Probleme von Jugendlichen eine zentrale Rolle, sondern das Leben eines scheuen und unscheinbaren Vogels. Der Leser begleitet eine Heckenbraunelle durch ein Jahr mit all seinen Herausforderungen, Gefahren, lichten und ungewissen Augenblicken. Lernt, durch eine faszinierende Perspektive das Leben und die Welt des kleinen Tieres kennen und fühlt sich dabei hautnah am Geschehen eines erbarmungslosen Kampfes mit den Gesetzen der Natur, wo ein Augenblick der Unachtsamkeit Sekunden später den Tod bedeuten kann.

Gerade in den Schilderungen des Überlebens in einer unbarmherzigen und unberechenbaren Natur gelingt Nigel Hinton meines Erachtens etwas ausserordentlich Kluges. Die Tiere, die im Buch vorkommen vermenschlicht er in keiner Weise. Den Fehler, eine Gedankenwelt von Tieren zu beschreiben, vermeidet er völlig. Emotionen wie Angst, Wut, Ärger oder Vergnügen finden stets im Kontext zum unmittelbaren Geschehen Einsatz. Der Autor legt das Gewicht des Erzählens auf das Geschehen und die Ereignisse. Dabei wird die Welt nicht aus der Ich-Sicht des Vogels erzählt. Sondern aus einer neutralen Beobachterperspektive heraus, die mehr einer wissenschaftlichen Dokumentation gleicht und die ganz nah am Geschehen ist. Hinton hat sich für eine sehr realistische Erzählweise entschieden, die zeigt, dass er gut recherchiert hat, um eine glaubwürdige Welt zu erschaffen.

Um eine realistische und glaubwürdige Welt zu gewährleisten, besitzt Hinton die Klugheit, den Mikrokosmos der Tiere auf einen grösseren Bezugsrahmen auszudehnen. Er bezieht auch die kleinen Drahmen und Geschichten der Menschen im Tal mit ein. Erzählt vom mühseligen Leben der Bewohner, die vom Wetter abhängig im Tal leben. Von den Reisen anderer Vögel, die ins Tal zurückkehren und den Veränderungen von Wind und Wetter, die alles Leben im Tal mitbestimmen. Durch eine anschauliche und poetische Sprache erfährt der Leser, wie alles im Tal irgendwie miteinander in Beziehung steht. Alles ineinander fliesst. Es ist eine Geschichte, die einfach erzählt, wie es ist. Schnörkellos. Mit viel Herz und Können.

Die künstlerische Bereicherung des Buches trägt ihren Teil zu einem gelungenen Werk bei. Jeder Kapitelanfang weist eine Zahl plus die schwarzweiss-Zeichnung eines Tieres auf, das im jeweiligen Kapitel auftritt. Unter Zeichnung und Kapitelzahl finden sich ein paar kurze Stichwörter, die dem Leser die wichtigsten Geschehnisse im Kapitel ankündigen. Das Buchcover von Maren Briswalter passt toll zum Charakter der Erzählung und die rote Titelschrift, die über den Ausläufern des malerischen Tales liegt, spiegelt für mich gut wider, mit wieviel Herz und Liebe Nigel Hinton die Geschichte geschrieben hat.

Fazit: Ich kann kaum sagen, was ich bei manchen Beschreibungen des Autors gefühlt habe. Eine ganz besondere Erfahrung. Was für ein Schreiber. Diese einfache, effiziente Sprache, die es so anschaulich auf den Punkt bringt. Kein Wort zuviel oder zuwenig.


Exzentriker
Exzentriker
von David J. Weeks
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig, aufschlussreich, phantastisch, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Exzentriker (Broschiert)
Die Originalausgabe erschein 1995 unter dem Titel “Eccentrics“ im Verlag Weidenfeld & Nicolson, London.

Zehn Jahre vor der Veröffentlichung dieses Buches durchforstete der Neuropsychologe David Joseph Weeks die wissenschaftliche Literatur nach Fragen über die Exzentrik. Er stellte fest, dass so gut wie keine wissenschaftlichen Studien und Erkenntnisse über sie existierten. Die Hauptfrage war: Was kann die Wissenschaft zu diesem Thema beisteuern? So beschloss er, selbst eine Studie in Angriff zu nehmen. Darin sah er die Möglichkeit und den Nutzen für die Psychologie, ein grundlegendes Verständnis der Denkprozesse von Menschen zu erhalten, die sich selbst für exzentrisch hielten oder von anderen für exzentrisch gehalten wurden. Sei es nur, um ihr Verhalten von bestimmten Formen psychischer Krankheiten unterscheiden zu helfen.

Die Untersuchung begann 1984 in Edinburgh, wo David J. Weeks am Royal Edinburgh Hospital die klinische Psychologie leitete. Das Sample der Untersuchung betrug etwas mehr als tausend Exzentriker. Die meisten davon Amerikaner. Alle wurden im Verlaufe von zehn Jahren interviewt. Die Entdeckungen aus diesen Interviews sind die Grundlage dieses Buches.

Bereits im Alter von acht Jahren wussten mehr als 2/3 der Probanden, dass sie anders waren als alle anderen. Doch sie behielten dies jahrelang für sich. Diese Verschlossenheit teilen sie mit intellektuell begabten Kindern. Um nicht als merkwürdig bezeichnet und zurückgestossen zu werden. Die meisten bemerkten ihre Andersartigkeit oder es wurde ihnen erzählt. Dies ist meist an ein einschneidendes Ereignis gebunden, das von Kind zu Kind total einzigartig ist. Ein Kind trug einen ungewöhnlichen Namen und wollte verdammtnochmal auch anders sein. Einem anderen Kind legte eines Tages eine Hausnachbarin und Spiritistin die Hand auf den Kopf und sagte: „Ihr Kind ist wahrhaft übersinnlich veranlagt.“ Später erinnerte es sich immer wieder an dieses Gefühl des Andersseins. Ein anderes Kind wurde im zweiten Weltkrieg aus London evakuiert, wohnte abdann bei der Grossmutter und ging auch dort zur Schule. Im nächsten Jahr zog die Grossmutter um und das Kind mit. In der neuen Schule des Dorfes wurde eine andere Sorte Schreibpapier verwendet, mit einer Hilfslinie, die den Kindern die Buchstabenführung erleichtern sollte. Das Kind fragte die Lehrerin, ob es auf den normalen Linien schreiben könnte. Doch die Lehrerin bestand darauf, dass sie noch einmal das Schreiben lernen sollte wie alle anderen. Dies bezeichnete die betreffende Exzentrikerin als katalysatorisches Ereignis, das ihr den Weg in die Exzentrizität wies. Exzentrik kann als eine Widerspruchshaltung gegenüber Konventionen und Feststehendem verstanden werden.

Die historische Analyse von 1551 bis 1950 umfasste 150 Exzentriker, die im breit gestreuten Archivmaterial entdeckt wurden. Schillernde Figuren aus der Geschichte, Berühmtheiten und Unbekannte. Künstler, Erfinder, Wissenschaftler. Die Exzentriker der Gegenwart liess Weeks unter anderem einem Intelligenz-Test unterziehen, in dem der Durchschnitts-IQ zwischen 115 und 120 betrug. Viele Hochbegabte waren darunter. Aber auch solche mit durchschnittlichen geistigen Fähigkeiten. 3/4 der Exzentriker bezeichneten sich selbst als kreativ, erfinderisch. Es gab zwei grosse Hauptgruppen: Künstler und Wissenschafler, sowie eine kleinere dritte Gruppe der religiösen Exzentriker.

Joshua Abraham Norton war von 1859 bis 1880 Kaiser der Vereinigten Staaten. Ein englischer Jude, der mit Grundstückspekulationen während des kalifornischen Goldrausches ein kleines Vermögen machte. Danach bankrott ging und imselben Jahr eine kaiserliche Verlautbarung erliess. Er hob die Verfassung auf. Löste die Partei der Republikaner und die der Demokraten auf, weil ihre Existenz nur Zwietracht säe. Druckte seine eigene Währung. Banknoten im Wert von 25 und 50 Cents, die in den meisten Geschäften und Restaurants akzeptiert wurden. Später annektierte er die gesamte USA.

William Money widmete nahezu sein ganzes Leben der Wissenschaft. Er war ein armer schottischer Junge, der mit etwas, das aussah wie ein Regenbogen, im rechten Auge geboren wurde. Seine Atlantikpassage erarbeitete er sich selbst. Bald nach der Ankunft in Amerika führte ihn sein Weg nach Mexiko, wo er vom Präsidenten einen Pass erhielt, der ihn als Naturforscher auswies. Allein zog er durch die Sonorawüste in unerforschte Regionen Nordmexikos. Fertigte von dem Gebiet Hunderte von Karten an und sammelte eine immense Zahl von Pflanzen und Tierarten. Im Laufe von zwanzig Jahren beschrieb er an die 30000 Notizzettel. 1846 hatte er es als Autodidakt zum Doktor gebracht und heiratete eine Lokalschönheit. Stieg zu einem der führenden Bürger der kleinen Stadt Los Angeles auf, die damals noch zu Mexiko gehörte. Als sich der Krieg mit den Vereinigten Staaten anbahnte, beschloss er zu fliehen. Packte alle Habseligkeiten und reiste in den Süden. Eines nachts wurde sein Lager zuerst von amerikanischen Truppen, dann von Indianern überfallen. In dem Handgemenge wurde sein Lebenswerk zerstört. Alle seine Tier –und Pflanzenexemplare von Wüstenwind fortgeweht. Dies erschütterte ihn nachhaltig. Die nächsten 16 Jahre verbrachte er damit, von der US-Regierung eine aberwitzige Entschädigung von einer Viertel Million Dollar einzuklagen, was aber nur dazu führte, dass er sein Geld und seine Familie verlor. Den kleinen Rest seines Vermögens steckte er in eine nahe bei San Gabriel, Kalifornien, gelegene Hazienda. Das war ein Phantasiegebäude. Errichet aus Backsteinen und Lehmziegeln, das auf seine Kindheitserinnerungen an Holyrood Palace in Edinburgh zurückging. Komplett mit Erkern, Türmen, Bollwerken und Basteien. Money gründete eine neue Religion. Eine fundamentalistische Sekte, die sich Reformed New Testament Church of the Faith of Jesus nannte, in der er selbst als Bischof und geistiges Oberhaupt fungierte. Im Alter widmete sich Money der exzentrischen Wissenschaft in ihrer reinsten Form. Er zeichnete eine Weltkarte, die einen sich vom Nordpol bis zum Südpol erstreckenden unterirdischen Ozean zeigte. Ein Loch in der arktischen Eiskappe saugte aus den bekannten Meeren Wasser in den unterirdischen Ozean, wo es durch Vulkantätigkeit erhitzt wurde. In der Antarktis sprudelte das Wasser in einem zwei Meilen breiten Strom wieder hervor. Diesen nannte er Kuro Siwa. Seine Wissenschaft schien phantastisch, doch er erkannte einige Dinge ganz richtig. Korrekt beobachtete er, dass die Erdkruste im Gebiet der Bucht von San Francisco sehr dünn war. 1872, 34 Jahre vor dem grossen Beben von 1906, sagte er vorher, dass ein Erdbeben die Stadt zerstören werde.

John Slater ist der einzige, der barfuss quer über die britische Insel, von Land’s End nach John o’Groats gegangen ist. Nur mit einem gestreiften Pyjama bekleidet und von seinem Lieblingslabrador Guinness begleitet. Anders als sein Herr war der Hund beschuht und trug zwei Paar Damenstiefeletten aus Wildleder. Slater besass viele Talente. Er arbeitete als Musiker bei der königlichen Marine, als Angehöriger einer Art schneller Eingreiftruppe, als Lastwagenfahrer, Steward auf einer Luxusyacht, Sozialarbeiter bei geistig Behinderten, Vertreter, Versicherungsmakler, Kellner, Treibholzkünstler, Maler und Dekorateur, öffentlicher Redner und Fundraiser. Einmal anerbot er sich, sechs Monate als menschliches Ausstellungsstück in einem Käfig im londoner Zoo zu verbringen, um bei der Beschaffung von Geldmitteln zum Schutz der Pandas mitzuwirken. Die massgeblichen Leute des Zoos, sagte er, „hätten dummerweise abgelehnt.“ Zu dieser Zeit lebte er unter Pennern in London, um anderen zu helfen und viel über sich selbst zu erfahren. Wieder zuhause, ernannte er seinen 250 Pfund schweren Schäferhund Tiny zum Direktor seiner Agentur für Fremdenführer. Später lebte Slater in einer Höhle, unbeeindruckt davon, dass sie bei Flut unter Wasser steht.

Eine Frau aus Westfield, New Jersey, die den wirklichen Namen Yvonne X trägt, baut in ihrer Werkstatt Perpetua mobilia. Sie sagt von sich, dass sie schon immer eine Erfinderin gewesen sei. „Als Kind interessierte ich mich so sehr für das Rennen im All, dass ich begann, eine eigene Rakete zu bauen. Eine Methode hatte ich bei meinen Versuchen nicht – ich hatte nur unheimlichen Spass an der Explosion. Ich liebte es, meine Rakete aufsteigen zu sehen. Dann brachte mich mein Umweltbewusstsein darauf, Energiefallen wie diese auszuprobieren und zu erfinden.“ Als ihr einmal eine der Maschinen in die Luft gegangen war und die Feuerwehr noch ihre Löscharbeiten verrichtete, meinte sie, dass sie genau wisse, was an der Konstruktion falsch sei, und schwor, den Fehler zu beheben.

Ann Atkin teilt ihr Haus und Anwesen in Devon mit 7500 Gartenzwergen. Kurz bevor sie ihrer Gnom-Sammelwut folgte, war sie nicht sicher, welche Richtung ihr Leben nehmen sollte. Unvermittelt hatte sie eine Vision eines grossen Gnoms, der sagte: Geh nicht links, geh nicht rechts, geh einfach geradeaus.

Die Persönlichkeit des Exzentrikers ist anders als alles, was die Psychiatrie kennt. Exzentriker benutzen keine Taktiken der Selbstdarstellung und spielen nichts vor. Sie sind exzeptionell. Die Eigenschaften Seltenheit, Extremsein, die ungewöhnlichen Kombinationen von Verhaltensweisen und Eigenschaften, gewöhnliche Dinge auf ungewöhnliche Weise zu tun, machen sie aus. Sie neigen zum Einzelgängertum. Es sind Menschen, die sich weigern, mit ihren Idealen zu brechen. Grundsätzlich stellen sie alles in Frage. Regeln langweilen sie. Sie sind optimistisch gegenüber Fehlschlägen. Ehrliche Begeisterung und breitgefächerte Interessen geben ihnen die Energie, sich jung zu fühlen. Sie lieben es, zu experimentieren und ihre Steckenpferde mit anderen zu teilen. Exzentriker zeigen uns immer wieder von neuem und ganz einzigartig, dass der Individualität keine Grenzen gesetzt sind und es sich lohnt, voll und ganz sich selbst zu sein und seinen besonderen Neigungen nachzugehen. Denn es ist kein Muss, der Masse zu folgen.

Fazit: Obwohl das Buch schon etwas älter ist, hat es nichts von seiner Gültigkeit eingebüsst und ist sehr lesenswert.


Anima
Anima
Preis: EUR 7,49

5.0 von 5 Sternen Inspirierend, phantastisch, emotional, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Anima (MP3-Download)
Bruno Correia, unter dem Künstlernamen “BrunuhVille” bekannt, ist ein portugiesischer Independent-Komponist und wurde am 22. Juli 1989 in Coimbra, Portugal, geboren. Sein Künstlername ist inspiriert von seinem Vornamen und dem Namen des Sängers Ville Valo.

Mit etwa sieben oder acht Jahren begann sein Interesse für Musik. Angefangen hatte es mit der Liebe zur Dark/Gothic/Melodic-Musik. Sein Vater war ein grosser Musik-Fan, der stets wollte, dass sich sein Sohn auf einem alten Keyboard versuchte. Darauf hatte dieser nur wenige Möglichkeiten. Es waren seine ersten Schritte in die Musik. Später, so schrieb er, erlebte er einige schlechte Zeiten in seinem Leben, durch die er die besondere Befähigung erlangte, seine Gefühle auf musikalischem Weg direkt zum Hörer zu transportieren. Dies sei etwas, das ihn von anderen Künstlern unterscheide.

Seine Stücke kreiert und komponiert BrunuhVille auf dem Keyboard. Auch das Aufnehmen und Editieren führt er in Eigenregie aus. Für das Aufnehmen und Editieren verwendete er bisher die Software Cubase Elements 6. Virtuelle Instrumente wurden von East West Quantum Leap und Era Medieval Legends benutzt. Für seine Stücke schreibt er in der Regel keine Noten. Seine Lieblingsinstrumente sind das Piano, Saiteninstrumente, Flöten, Harfen.

Der Albumname "Anima“ bedeutet auf lateinisch “Seele“. Die Anima ist aber auch einer der wichtigsten Archetypen in Carl Gustav Jung’s Archetypenlehre. Ein im kollektiven Unbewussten angelegtes, von individueller Erfahrung unabhängiges Urbild, das sich unter anderem in religiösen Überlieferungen, Mythen oder Träumen niederschlägt. Dieser Name passt sehr gut zum Album. Denn auch in der Phantasie und Imaginationskraft jedes Menschen, mag sie noch so unterschiedlich und unbewusst sein, gibt es eine Vielzahl von Archetypen. Viele Lieder des Albums erzählen von verschiedenen Themen in phantastischen Geschichten, wie sie wohl in jedem Kopf des Kenners phantastischer Erzählungen existieren. Manche von ihnen sind aber auch eine äusserst emotionale Reminiszenz an Geschichten der Vergangenheit und eine Ode an die Wunder und Geheimnisse alter Zeiten.

Die Kompositionen sind sehr vielfältig, melodisch und emotional. Im Vergleich zum Vorgängeralbum hat sich BrunuhVille nochmals steigern können. Er bewegt sich geschickt auf verschiedensten Klangcollagen. Im Lied “Anima“ verwendet er vorwiegend Streichinstrumente, die einen weiten Raum erzeugen und im Hintergrund von einem poetischen Piano begleitet werden. Ebenfalls ist im Hintergrund dezent eine kindliche Gesangsstimme zu vernehmen. Dieses Lied ist sehr sphärisch, herzlich und emotional. “When Love Fails“ ist ein ungemein poetisches Pianospiel, das im späteren Verlauf von einer jungen Frauenstimme begleitet wird und von hintergründigen Streichern unterstützt wird. Melancholisch, ein wenig traurig, aber auch hoffnungsvoll. “Medieval Legends“ ist vielleicht das interessanteste, eigenartigste Stück. Unter anderem entfachen Rasseln, Basstrommel, Streicher, Chor und Piano eine archaische Stimmung alter Heldenepen. “Age of Gods“ ist ein rasantes und aufregendes Stück mit treibenden Trommeln und machtvollem Cello. Hier wird spärlich auch der Dudelsack eingesetzt und ruhige Passagen mit Harfe und Violinen gehören dazu. Eindrücklich. Eine gewisse Kraft und Freiheit durchzieht das Stück. “Battle of The Immortals“ beginnt mit dramatischen Celli, später kommen ebenso eindringliche Violinen dazu. Chor und eine dezente, kindliche Stimme sind immer wieder zu hören. Der Ausklang mit dem Piano ist sehr gelungen. Das dramatische Stück der CD.

Fazit: BrunuhVille ist ein Künstler, der es herausragend beherrscht, phantastische, vielfältige und emotionale Musik zu kreieren. Es bleibt ihm zu wünschen, dass seine Kompositionen eines Tages die Chance erhalten, mit einem echten Orchester gespielt zu werden.


Hoher Himmel, Großer Wind: Leben, Gedichte und Kalligraphie des Zen-Meisters Ryokan
Hoher Himmel, Großer Wind: Leben, Gedichte und Kalligraphie des Zen-Meisters Ryokan
von Kazuaki Tanahashi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schöne, repräsentative Würdigung des Zen-Meisters Ryokan, 26. April 2013
Die Autorin Friederike Juen Boissevain arbeitet als Fachärztin für Krebserkrankungen und Palliativmedizin. Mit dem Zen-Buddhismus verbindet sie eine dreissigjährige Praktik in der Tradition des Sōtō-Zen. In Schleswig-Holstein ist sie seit vielen Jahren Mitleiterin einer Zen-Gemeinschaft. Neben der Hauptarbeit als Ärztin hat sie auch als Übersetzerin, Malerin, Illustratorin und Buchautorin gearbeitet.

Der Autor Kazuaki Tanahashi ist ein japanischer Kalligraf, Künstler, Autor, Übersetzer und Friedens –und Umweltaktivist. Tanahashi lehrt weltweit Kalligrafie und Zen-Meditation. Politisch engagiert er sich unter anderem gegen Krieg und die Verseuchung des Planeten. 1992 konnte er mit dem von ihm und der Malerin Mayumi Oda gegründeten Verein “Plutonium-Free Future“ das japanische Plutonium-Projekt stoppen.

Das Buch “Hoher Himmel, grosser Wind. Leben, Gedichte und Kalligraphie des Zen-Meisters Ryokan“ ist in einer sechsjährigen Zusammenarbeit entstanden. Darin sind viele bisher nicht im Deutschen veröffentlichte Gedichte und Anekdoten zu finden und es räumt dem kalligraphischen Werk Ryokans gebührende Beachtung ein. Das Buch ist ein wunderbares Zeugnis dafür, dass Kunst und Poesie sich ihren eigenen Weg erschliessen und nichts sie daran hindern kann: Weder Kontinente, noch Kulturen, noch Jahrhunderte. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Es ist klein und handlich. Schrift, Schriftgrösse und Gliederung sind wunderbar gewählt worden. Der gesamte Text kann Luft atmen.
Das Buch wurde in drei grosse Teile gegliedert. Teil eins widmet sich unter anderem der Biographie, dem Leben und den Legenden. Teil zwei berichtet von den Künsten und Anekdoten. Teil drei nähert sich den Gedichtformen. Im Anhang findet der Leser noch viele Anmerkungen, zwei geographische Karten, eine Übersicht der Literatur über Ryokan, Beschreibungen der Abbildungen im Buch und ein wenig über die Autoren.

Ryokan wurde im zwölften Monat des Jahres 1758 in der Hafenstadt Izumosaki, Provinz Echigo geboren. Er war der erstgeborene Sohn von Jirōzaemon und Hideko Yamamoto. Sein Vater war ein in der Region bekannter Haiku-Dichter, welcher den Künstlernamen Inan trug. In der Kindheit wurde Ryokan Eizō genannt. In seinem elften Altersjahr wurde er zu einem Verwandten nach Jizōdō geschickt, um dort in einer Privatschule chinesische und japanische Literatur zu studieren. Diese Schule wurde vom konfuzianischen Schriftgelehrten namens Shiyo Omori geleitet. Fünf Jahre später machte Jirōzaemon Eizō zu seinem Lehrling, weil dieser sich vom Posten des Ortsvorstehers zurückziehen wollte. Eines Tages rannte Eizō jedoch von zuhause fort und suchte Schutz im nahen Ort Amaze. Dort wurde er noch im selben Jahr Novize im Zen-Tempel Kōshō-ji. Mit achtzehn Jahren empfing er dort vom Abt Genjo Haryo die Ordination und erhielt den Mönchsnamen Daigu Ryokan, was „Grosser Tölpel, gut und weit“ bedeutet. Dort lebte Ryokan nach der Lehre des berühmten Eihei Dōgen. Ryokan’s Lehrer Tainin Kokusen befolgte Dōgen’s Lehre der Zen-Übung ganz genau. Im Jahr 1790, mit dreissig Jahren, erhielt Ryokan von Kokusen einen Stab, der ihm die Lehrbefugnis erteilte. Ryokan verliess das Kloster, um im Mönchsleben die Übung weiter zu vertiefen. Von den Buddhisten seiner Zeit war er enttäuscht aufgrund ihres Mangels an ursprünglicher Geisteshaltung, Hingabe und Verantwortungsgefühl.

Neununddreissigjährig liess sich Ryokan auf dem Berg Kugami nieder. In einer Grashütte, die “Gogo-an“ hiess und auf einem steilen Hügel stand. Dort lebte er zwanzig Jahre lang. Das Leben da oben war in späten Jahren schwierig für ihn. Kugami war auch vollständig von der Aussenwelt abgeschnitten. Im Alter von neunundfünfzig Jahren zog Ryokan in eine nahe gelegene Hütte auf dem bewaldeten Gelände des Otogo-Schreins um. Hier lebte er zehn weitere Jahre, die aber geprägt waren von häufigen Krankheiten und chronischer Unterernährung. Eine Zeit, in der seine Poesie und Kalligraphie sehr fruchtbar waren. Motouemon Kimura, einflussreicher Mann und massgeblicher Unterstützer Ryokan’s lud ihn ein, sein Haus in der Stadt Washima, Ortsteil Shimazaki, zu beziehen. Ryokan nahm die Einladung an, wollte jedoch nicht das Haupthaus beziehen, sondern die Hütte im Hinterhof. Einen ehemaligen Holzspeicher. Hier verbrachte er seine letzten fünf Jahre.
Im Verlaufe des nächsten Jahres kam eine Nonne zu Besuch. Ihr Name war Teishin. Eine neunundzwanzig Jahre alte Arztwitwe, aus einer Samurai-Familie stammend. Da Ryokan nicht da war, hinterliess sie ihm ein Tanka. Er antwortete ihr ebenso mit einem Gedicht und später kam es zu einem ersten Treffen. Der berührende, dichterische Austausch zwischen ihnen, der darauf folgte, brachte einige der schönsten Liebesgedichte der Weltliteratur hervor. Die Freundschaft belebte Ryokan’s letzte Jahre. Teishin und er widmeten sich gemeinsam dem Dharma und Ryokan war erfüllt dadurch, dass er mit jemandem den Weg teilen konnte, dem er sein Leben lang gefolgt war. Als Ryokan schliesslich gestorben war, wurde Teishin zu keiner Zeit müde, sein Lebenswerk zu sammeln und sich um dessen Herausgabe zu bemühen.

Ryokan war wohl der Zen-Mönch, der dem Herzen der Japaner besonders nah zu sein scheint. Werte wie Einfachheit, Güte und Vertrauen, die Ryokan verkörperte, sind tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Es gibt in Japan einige sehr bekannte Anekdoten über Ryokan, die diese Werte zum Ausdruck bringen. Ryokan ist stets seinen eigenen Weg gegangen, seinem Herzen gefolgt und hat sich niemals grundlegend davon abbringen lassen. Er war ein weitsichtiger, milder Einzelgänger, der in der Abgeschiedenheit die Sōtō Zen-Texte studierte. Er beschränkte sich aber nicht nur darauf. Beschäftigte sich auch mit dem Lotos-Sutra, las konfuzianische und daostische Schriften und mochte Buddha Amida. In der Praxis war er ein ernsthafter, disziplinierter Zen-Mönch, der in der Einsamkeit Wind und Wetter, Hunger und Krankheit mit Gleichmut trotzte. Ein klassischer Einsiedler war er aber nicht. Er reiste oft umher, traf sich gerne mit Freunden, trank manchmal mit Bauern oder spielte mit Kindern.

Eine grosse Besonderheit, die Ryokan auszeichnet ist, dass er früh für viele ein Vorbild für das war, was einen guten Lehrer ausmachte: Den Weg vorzugeben, voranzugehen und vorzuleben – und danach loszulassen. Ryokan nahm Zeit seines Lebens keine Schüler an. Machte auch keine Predigten oder Reden. Er nannte sich nie Lehrer. Wurde aber früh von anderen als solcher anerkannt. Vielleicht ist gerade der Umstand bedeutend, dass Ryokan in seinen jungen Jahren Literatur studierte, aber kein Gelehrter wurde und im Einsiedlerleben des Mönchsdaseins Zen praktizierte. Vielleicht dadurch von vielen als ein Lehrer gesehen wurde, weil er die alten Lehren befolgte, sie zu einem grossen Teil seines Lebens machte und konsequent und unbeirrt nach ihnen gelebt hat. Tatsächlich musste er durch das exzentrische Einsiedlerleben mit Zen, Kalligraphie und Dichtung zu einer Vervollkommnung seines Wesens gekommen sein, das viele Menschen seiner Umgebung inspirierte.

Für seine kalligraphischen Werke gebrauchte Ryokan nur schmale Pinsel. Er überarbeitete sie nach der Tat nicht. So bleiben nahezu alle seiner Linien dünn. Er besass einen Tuschestein, mit dem er seine eigene Tusche erstellen konnte. Gewöhnlicherweise besass er kein Papier, ausser es wurde ihm etwas geschenkt. Er borgte sich Bücher von Steinabrieben klassischer kalligraphischer Meisterwerke und befasste sich ausgiebig mit ihnen. Der Legende nach übte er seine Pinselstriche immer wieder in der Luft. Ryokan war ein herausragender Kalligraph. In seinen Pinselstrichen liegt eine grosse Eleganz. Durch die Räume zwischen den Zeichen eine grosse Freiheit. Ryokan musste seine Werke mit sehr fliessenden und geschickten Bewegungen erschaffen haben. Seine Kalligraphie ist wunderschön, reduziert, aber anspruchsvoll für das Auge. Schlank, verspielt, kraftvoll. Manchmal fällt es schwer, das ursprüngliche Zeichen zu erkennen.

Fazit: Das Buch hat mich beeindruckt: Die einfache Schönheit der Gestaltung. Die Tiefsinnigkeit der Texte. Das Leben von Ryokan.


Yoga: Das grosse Praxisbuch für Einsteiger & Fortgeschrittene
Yoga: Das grosse Praxisbuch für Einsteiger & Fortgeschrittene
von Inge Schöps
  Broschiert
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informatives und detailliertes Sachbuch für die Yoga-Praxis, 9. April 2013
“Yoga, das grosse Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene“ erschien Mitte 2009 im britischen Sachbuchverlag Parragon Books Ltd. Mit dem Buch erhält der Yoganeuling eine umfassende und informative Anleitung für die Yoga-Praxis. Aber auch der erfahrene Praktizierende kann aus diesem Buch eine Fülle bereichernder Anregungen entnehmen.

Yoga ist eine der ältesten, ganzheitlichen Lehren und Methoden, die den Menschen als Ganzes betrachten und sich mit dem Wesen des gesamten menschlichen Seins beschäftigen. Heute ist sie vor allem ein wertvolles Werkzeug dafür, Gesundheit, Flexibilität und Wohlbefinden aufrecht zu erhalten. Die Tradition des Yoga schöpft aus mindestens 3500 Jahren gesammelten Wissens über die menschliche Struktur des Körpers und die Funktionsweise des Geistes.

Dieses von Inge Schöps geschriebene und herausgegebene Buch legt das Hauptaugenmerk auf detaillierte Beschreibungen der Asanas und der Asana-Praxis im Zusammenspiel mit Pranayama und der Meditation. Weil Yoga ohne die grundlegenden Atem –und Meditationstechniken nur unzureichend funktioniert und das belebende und befreiende Potential von Yoga sonst nicht erfahren werden kann. Am Rande verfügt das Buch über einen 40-seitigen Anfangsteil an Hintergrundinformationen. Unter anderem über die Philosophie und den achtgliedrigen Pfad, verschiedene Yoga-Richtungen –und Stile sowie die Verbreitung im Westen.

Im Buch findet der Leser mehr als 120 verschiedene Asanas, die in heutigen Yoga-Schulen unterrichtet werden. Dabei wird jeder vorgestellten Asana in der Beschreibung eine bis zwei Seiten eingeräumt. Die Bezeichnung jeder Asana liegt jeweils in Sanskrit und Deutsch vor. Unter der Bezeichnung werden Wirkungsweise und positive Effekte der Körperhaltung erläutert. Die Ausrichtung jeder Asana wird schrittweise erklärt und mehrere Fotos zu Details oder verschiedenen Perspektiven vertiefen das Verständnis für eine Asana. Bei vielen Asanas werden darüber hinaus einfachere Varianten für Einsteiger oder anspruchsvollere Varianten für Erfahrene vorgeschlagen. Wichtige Aspekte einer Asana werden in einem gelben Kästchen mit Ausrufezeichen angemerkt.

Am Schluss weist das Buch ein zweiseitiges Glossar, ein zweiseitiges Sach –und Personenregister, eine Seite mit allen Asanas & Pranayamas in indischer Bezeichnung, eine Seite mit allen Asanas & Pranayamas in deutscher Bezeichnung auf. Zu guter Letzt stehen auf der letzten Seite Bibliografie, Bildnachweis und Zitatnachweis.

Fazit: Für Neulinge, die in die Yoga-Praxis einsteigen wollen und sich etwas vertieft mit den Übungen auseinander setzen wollen, sehr empfehlenswert. Aber auch erfahrene Praktizierende werden unter den mehr als 120 verschiedenen Asanas neue Anregungen finden.


Zur Besinnung kommen: Die Weisheit der Sinne und der Sinn der Achtsamkeit in einer aus den Fugen geratenen Welt
Zur Besinnung kommen: Die Weisheit der Sinne und der Sinn der Achtsamkeit in einer aus den Fugen geratenen Welt
von Jon Kabat-Zinn
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Achtsamkeit zur Besinnung kommen, 17. Dezember 2012
Jon Kabat-Zinn ist emeritierter Professor der Universität von Massachusetts, an der Medical School von Worchester und ehemaliger Direktor des Instituts für Achtsamkeit in Medizin, Gesundheitsvorsorge und Gesellschaft.

Er erwarb 1971 seinen PH.D. am Massachusetts Institute of Technology, wo er unter dem Nobelpreisträger der Physiologie oder Medizin Salvador Edward Luria arbeitete.

Im Verlauf seiner Arbeit konnte Kabat-Zinn immer wieder beobachten, wie Menschen mit ganz unterschiedlichen Krankheitssymptomen nur unzureichend geholfen werden konnte und die konventionelle Medizin versagte. So gründete er im Jahr 1979 die mittlerweile renommierte “Stress Reduction Clinic“ und leitete diese bis ins Jahr 1995. Hier entwickelte und vermittelte er das Programm der “Mindfulness-Based Stress Reduction“ und begann dessen Auswirkungen in einer umfangreichen Begleitforschung zu untersuchen.

Das Programm der Stress Reduction Clinic basiert auf dem systematischen Training und der Kultivierung von Achtsamkeit. Die Achtsamkeitsmeditation ist seit 2500 Jahren das Herzstück in der buddhistischen Tradition. Kabat-Zinn hat sich seither intensiv dafür eingesetzt, die buddhistische Achtsamkeitspraktik der westlichen Medizin und Gesellschaft zugänglich zu machen. Heute wird Achtsamkeitsmeditation in aller Welt erfolgreich gegen die vielfältigsten Symptome von Stress und Krankheit eingesetzt. Unter anderem gegen Depressionen, Migräne, Borderline-Störungen, Aids und Krebs.

Wenn sich ein Patient für die Mindfulness-Based Stress Reduction entscheidet, nimmt er an einem achtwöchigen Kurs teil. In diesem werden verschiedene verhaltenstherapeutische und psychodynamische Psychotherapiemethoden und Übungen zur achtsamen Körperwahrnehmung aus der Körpertherapie und Körperpsychotherapie aufeinander abgestimmt und praktiziert. Dabei wird die Beziehung von Geist und Körper zueinander deutlich. Yoga aus der hinduistischen Tradition und verschiedene Meditationsmethoden aus buddhistischer Tradition wie etwa der Bodyscan, die Sitz –oder Gehmeditation werden kombiniert. Das Programm kann heute erstaunliche Erfolge verzeichnen.

In seinem Lebenswerk “Zur Besinnung kommen“ bringt Kabat-Zinn wertvolle Erfahrungen, Beobachtungen, Erkenntnisse und Theorien zur Achtsamkeit zusammen, die er aus etwa vierzig Jahren seines Lebens als Forscher und Meditationslehrer schöpfen konnte. Es ist nicht einfach ein ausschweifiges und trockenes Sachbuch über klinische Untersuchungen und Erkenntnisse in der Achtsamkeitsforschung. Sondern ein Buch von hohem praktischem Wert. Der Autor konzentriert sich darauf, Achtsamkeit dem Leser verständlich und zugänglich zu machen, sodass dieser die Achtsamkeit praktizieren kann und versteht, warum sie so wichtig ist. Es ist das Wesentliche, das der Autor dem Leser anbietet. Hier gibt es keine theoretischen Abschweifungen oder Überladungen. Der Autor streut natürlich viele profunde Geschichten und Hintergründe über die Achtsamkeit in sein Buch ein. Diese sind jedoch nie historischer Natur, sondern prägnante Aufzeichnungen aus dem Leben, die veranschaulichen oder verdeutlichen, was Achtsamkeit wirklich ist.

Kabat-Zinn ist nicht nur ein prägnanter Veranschaulicher, sondern auch ein wunderbarer Poet und gekonnter Erzähler, der seine Worte sehr bedacht wählt und eine beeindruckende Prägnanz in seinen Texten trifft. Seine Sprache ist sehr gezielt, gerne sogar ausserordentlich poetisch. Sie lässt sich Zeit, um den Worten die nötige Aufmerksamkeit einzuräumen und es gibt keine Füllwörter. Er weiss genau, was er schreiben muss. Es ist eben nicht nur das Thema an sich, auch Sprache und Gliederung sind an sich eine Lektion in Achtsamkeit. Wenn er manchmal etwas über das Wesentliche hinausgeht, bringt er sich stets sacht wieder zurück, die Achtsamkeit liegt ihm am Herzen. In seine Ausführungen legt er regelmässig Gedichte, Zitate, Geschichten von Patienten, Momentaufnahmen von wichtigen, persönlichen Erlebnissen und biographische Informationen. Das lässt den Leser einen Eindruck von der durchaus beeindruckenden Persönlichkeit des Autors gewinnen. Den vielen Stolpersteinen ist er sich bewusst, wenn er über das Thema Achtsamkeit schreibt. Wenn der Leser von den Begegnungen mit östlichen Meditationslehrern liest, erkennt er, dass hier ein offener Geist auf der Suche nach neuen Möglichkeiten ist. Kein Theoretiker, der sich in seinen Gedankengebäuden vergräbt. Sondern ein Mensch, der sich um die Sicht um Ganzheit und Integrität bemüht.

Über die Meditation gibt es weit verbreitete Missverständnisse, die an einer profitablen Praktik hindern können. Sie ist kein innerer Schachzug, der das Denken ausschaltet und Gefühle unterdrückt und die Dinge mit einer künstlichen Ruhe übertüncht. Auch wenn viele Menschen, die selbst keine Meditation praktizieren, und sogar einige, die sie praktizieren, das denken. Sie ist eine anspruchsvolle Selbstarbeit, die Disziplin, Motivation und regelmässiges Praktizieren erfordert. Es geht dabei auch nicht darum, irgendetwas zu reparieren oder zu kurieren oder irgendwo hin zu gelangen. Sie besteht darin, über alle Bewusstseinszustände und alle Meinungen, ja selbst über alle Diagnosen hinauszugehen. Sie besteht aus einem Gewahrsein, das einfach bei dem zu bleiben vermag, was gerade geschieht, während es geschieht. Denn es ist nur der gegenwärtige Augenblick, in dem etwas geschieht und in dem wir wirklich leben. Deshalb lohnt es sich, seine Aufmerksamkeit für den Augenblick zu kultivieren und zu verfeinern, um darin verwurzelt zu sein.

Der Titel sagt viel über die Botschaften des Buches aus. In einer Zeit grosser exponentieller Beschleunigung, Informationsüberflutung und ständiger Geschäftigkeit ist es dringlicher denn je, dass wir wieder lernen, im Zeitlosen zuhause zu sein und zu unseren Sinnen zurückkommen, damit wir wieder an Klarsicht und Gesundheit gewinnen können. Als ein grosses Problem des Menschen bezeichnet er die Nichtbewusstheit über sich selbst. Dass sich der Mensch nicht als vollständig und ganz erkennt, als ein Teil eines grösseren Ganzen. Er sich fragmentiert und abgespalten fühlt. Dies führe dazu, dass er durch Anhaften, Begehren, Hineinsteigern oder Verdrängen einen Zustand erreichen möchte, um sich selbst zu genügen. Er ist gefangen in Gewohnheit, Konditionierung und automatischen Stressreaktionsmustern seines Geistes. Diesem ungesunden Dilemma können wir entgegenwirken durch eine systematische Schulung und Kultivierung von Achtsamkeit.

Achtsamkeit beschreibt der Autor als ein offenes, nichturteilendes Gewahrsein von allem, was ist. Im gegenwärtigen Augenblick. Von Moment zu Moment. In der Praxis der Achtsamkeitsmeditation bedeutet dies, dass der Praktizierende lernt, alle Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen, die im Bewusstseinsfeld auftauchen, zu registrieren, zu akzeptieren und wieder loszulassen. Wenn wir dem Gedanken im Gewahrseinsfeld genügend Wirkungsraum einräumen, vergeht er, ohne unser Zutun, ohne unsere Absicht. Wie die Tibeter es sagen, dass sich der Gedanke in dem Augenblick selbst befreit, in dem er erkannt wird. Da der Geist ständig dazu neigt, in Vergangenheit oder Zukunft abzuschweifen, bringen wir ihn immer wieder sacht zum Ursprung, ins Jetzt zurück und verweilen einfach darin. Wenn wir eine solche Verfeinerung und Kultivierung von Achtsamkeit in unser Leben integrieren, erfährt unser Geist mit der Zeit eine Reinigung und Klärung. Grosse Meister sprechen davon, dass er leer und frei wird.

Der Inhalt des Buches gliedert sich in acht Teile. Ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Einblick in die Themenbreite geben. Es ist kein Inhaltsverzeichnis:

- Erster Teil: Meditation ist nicht das, was Sie denken -
Die Schwierigkeit des Meditierens. Über den Zen-Meister Seung Sahn. Warum es wichtig ist, grundlegendere Dimensionen der Wirklichkeit zu sehen. Über das Wesen der Meditation und Irrtümer. Zwei weit verbreitete Sichtweisen der Meditation. Samadhi und das Aufrechterhalten von Aufmerksamkeit. Meditation als radikaler Akt der Liebe. Gewahrsein und Freiheit des Geistes. Die Bedeutung von historischen Gerüsten. Ethik und Karma in der Achtsamkeitspraxis. Mehrere Ansichten von Achtsamkeit.

- Zweiter Teil: Die Macht der Aufmerksamkeit und das Un-Wohlsein der Welt -
Warum Aufmerksamkeit überlebenswichtig ist. Dukkha und das Leiden der Welt. Die Weisheit des Dharma. Die Stress Reduction Clinic und die ganze Katastrophe. ADHS in einer unaufmerksamen Gesellschaft. Die gesundheitlichen Gefahren in einer vernetzten Welt. Der Einfluss der Achtsamkeit auf die Wahrnehmung von Zeit. Leere und wechselseitige Verbundenheit. Emergente Phänomene.

- Dritter Teil: Die Welt der Sinne -
Das Wissen der Sinne. Die Wichtigkeit des sinnlichen Wahrnehmens. Die Heilsamkeit von Sehen und Gesehen-Werden. Weisheit der Geräuschlandschaften. Weisheit der Luftlandschaften. Weisheit der Berührungslandschaften und die Propriozeption. Weisheit der Geruchslandschaften. Die Geheimnisse der Sinne. Die Intelligenz, immer im gegenwärtigen Augenblick verwurzelt zu sein. Warum wir die Wirklichkeit nicht mit dem Geist ausloten können und wieder zu unseren Sinnen kommen sollten.

- Vierter Teil: Die Übung der Meditation – Achtsamkeit schmecken -
Verschiedene Formen der Achtsamkeitsmeditation. Das reine Gewahrsein. Felder des Gewahrseins in der Meditation. Yoga. Transzendierung von Gedanken und Schmerz. Liebende Güte in der Meditationspraktik. Hindernisse auf dem Weg zur Meditation. Der Sangha. Authentizität und Achtsamkeit.

- Fünfter Teil: Möglichkeiten der Heilung – Das Reich von Geist und Körper -
Über das Bewusstsein und das harte Problem des Bewusstseins. Wie Gewohnheit und Konditionierung uns im Bewusstsein einschränken. Die unpersönlichen Mechanismen in lebenden Systemen. Alles Leben ist miteinander verbunden. Die Täuschung der Getrenntheit. Die Konditionierung der Realität. Die letzte Wirklichkeit. Rotationen des Bewusstseins. Mehr über die Stress Reduction Clinic. Studien. Auswirkungen von Achtsamkeit auf Gehirn und Gesundheit. Der Homunkulus und die Landkarten im Gehirn. Neuroplastizität. Unbekannte Grenzen des Möglichen.

Sechster Teil: An der eigenen Tür ankommen -
Radikale Akzeptanz in der Meditationspraxis. Der Selbstbetrug der Geschäftigkeit. Sich selber unterbrechen. Angst, Zeit zu haben. Seele und Körper. Etablierung von Achtsamkeit in der Medizin. Auswirkungen von Achtsamkeit auf die kognitive Therapie. Tempo und Gesundheit. Die Wichtigkeit des Zuhörens im Dialog. Die Unterweisungen des Zen-Meisters Seung Sahn. Der Mensch macht die Probleme. Die Proliferation im Geist. Es ist wichtig, zu hinterfragen. Die Täuschung der Kontrolle und das Eigenleben der Gene. Wer stirbt, bevor er stirbt, der stirbt nicht, wenn er stirbt. Der Weiss-nicht-Geist.

- Siebter Teil: Die Heilung des politischen Körpers -
Achtsamkeit und die Welt. Fehlwahrnehmung und Verblendung. Herausforderungen dieses Zeitalters. Das Wohlergehen der Menschheit steht auf dem Spiel. Die Wichtigkeit, etwas so zu sehen, wie es ist. Nichts ist von Dauer. Visionen. Der ungesunde Einfluss der Medien. Das Übel der Selbstgerechtigkeit. Die Unachtsamkeit der Staatsmänner. Was wir von der Medizin lernen können. Alles Gute ist bereits hier, aber wir sehen es nicht. Solange wir noch atmen können, ist es nicht aus. Das Nicht-Wissen. Achtsamkeit und Demokratie. Entwicklungen am Massachusetts Institute of Technology. Die Kräfte des Kleinen auf das Grosse. Gefahren des Schwarz-Weiss-Denkens. Meditation und Freiheit. Das Aussetzen der Zerstreuung. Die Kraft der Stille.

- Achter Teil: Lasst die Schönheit, die wir lieben, das sein, was wir tun -
Die Wichtigkeit, alle Weisen des Wissens zu nutzen. Begriffliches Erfassen allein ist ein Problem. Jeder Mensch ist einzigartig und gleich. Karma und Dharma. Das Wesen der Natur und der Platz des Menschen darin. Wir wissen nichts über uns. Potentiale verborgener Dimensionen. Die Unerlässlichkeit, das Ganze zu sehen. Zu den Dingen erwachen.

Im Buch befindet sich ein umfangreiches Verzeichnis zu weiterführender Literatur. Dabei gibt es Empfehlungen zu acht Themenbereichen:
- Achtsamkeits-/Einsichtsmeditation
- Achtsamkeitspraxis und Meditation allgemein
- Yoga und Stretching
- Heilen
- Stress
- Schmerzen
- Lyrik
- Weitere Literatur zum Thema

Danach findet der Leser sechs Seiten an Anmerkungen, Informationen über Meditations-CDs von Jon Kabat-Zinn, Informationsadressen aus dem Internet, eine Übersicht von buddhistischen Zentren im deutschsprachigen Raum und eine Übersicht von Jon Kabat-Zinn empfohlenen Büchern aus dem Arbor-Verlag.

Fazit: Nach dem Lesen des Buches hatte ich das Gefühl, dass dies etwas Essentielles ist. Ich wünschte mir sofort, dass viele dieses Buch lesen würden. Für mich ist es eines der wertvollsten Bücher, die ich je gelesen habe.


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