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Rezensionen verfasst von
Christian Anger "C.J."
(REAL NAME)   

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Kirschkernkissen RFM 25x30cm, blau
Kirschkernkissen RFM 25x30cm, blau
Wird angeboten von sani-store
Preis: EUR 9,89

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erzeugt Gemütlichkeit an kalten Winterabenden, 1. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr schönes Kirschkernkissen, dessen Größe (25 x 30 cm)sich in etwa mit einem DIN A4 Blatt vergleichen lässt. Die Füllung besteht aus relativ kleinen Kernen, was sie sehr fein macht und das Kissen dadurch angenehm weich. Nachdem man es in der Mikrowelle erhitzt hat speichert es die Wärme auf jeden Fall länger als 10 Minuten, wobei man allerdings auch berücksichtigen muss, dass sich die gewärmten Körperstellen auch an die Hitze gewöhnen und man sie nach mehreren Minuten nicht mehr so stark wahrnimmt. Über den Geruch des Kissens lässt sich sicher streiten, nach Chemie riecht es allerdings definitiv nicht - zumindest mein Exemplar nicht! Ganz im Gegenteil: Ich finde das erhitze Kissen verstrahlt einen wunderbar warmen Geruch, der an frisch gebackenes Brot erinnert und für mich eine sehr angenehme, entspannt-gemütliche Atmosphäre erzeugt.
Das Kissen ist vielseitig einsetzbar, unter anderem ideal um verspannte Muskelpartien zu behandeln oder einfach nur um sich im Bett die Füsse zu wärmen.

Fazit:
In der kalten Jahreszeit ein schönes Geschenk zum Entspannen für Jung und Alt... um das Klischee dieser Kissen aus dem Weg zu räumen: Nicht nur die Oma, sondern
auch das Enkel werden an der angenehmen Wärme und dem Duft sicher ihre Freude haben. ;)


Greatest Hits
Greatest Hits
Preis: EUR 9,93

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen All You Gotta Do Is Act Naturally...!, 4. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Greatest Hits (Audio CD)
Aus armen Verhältnissen stammend und aufgewachsen während er großen Depression
verdingte sich der junge Buck Owens mit Gelegenheitsjobs als Farmhelfer während er
sich nebenbei selbst das Gitarrespielen beibrachte. Später, mittlerweile die Wurzeln
im Rockabilly geschlagen, wurde er Sessionmusiker bei Capitol Records und es entstanden
erste Aufnahmen unter Pseudonym.

Der Durchbruch kam 1959 mit der Single "Under Your Spell Again", dem ersten Titel auf
der vorliegenden Zusammenstellung. Der Bakersfield-Sound war geboren, beeinflusst von
der Härte und Coolness des Rock'N Roll und Gitarren-dominiert bildete er das Gegenstück
zum eher schmalzigen Nashville-Sound.

Die Frage, wieso Buck Owens wohl eine der coolsten unter den großen Ikonen der Country
Music ist beantwortet diese Compilation mehr als zur Genüge. Die 30 Tracks mit 73 Minuten
Spielzeit beleuchten Owen's Karriere von 1959 bis ins Jahr 1972 - und das in hervorragender
Tonqualität! Anders als viele seiner Kollegen schaffte es Buck Owens nie in wirklich
seichte musikalische Gewässer abzudriften. Seine Songs der frühen 60er bestechen durch
klare Harmonien und umwerfende Pedal Steel- und wilde Twang-Gitarrenparts.
Sein bekanntester Hit ist das legendäre "Act Naturally" von '63, dass durch die Beatles
hohe Bekanntheit erreichte. Es ist kompliziert einzelne Titel dieser Zusammenstellung
hervorzuheben, denn hier wurde so sorgsam gearbeitet, dass es wirklich keinen einzigen
Lückenfüller zu finden gibt. Grandios auf jeden Fall das rockige "Before You Go" mit Takt-
wechsel zwischen herzzerreissend-schnulziger Steel-Guitar und rockiger Twang-Guitar.
Nicht nur durch die Erwähnung Owens im Creedence Clearwater Revival-Song "Looking Out
My Backdoor" drängt sich die Gewissheit auf, welchen maßgeblichen Einfluss Owen auch auf
die Entwicklung des Country Rock hatte. Die glasklaren Gitarren des instrumentals "Buckaroo"
sprechen für sich - Wahnsinn. Ein weiteres Highlight und Spiegel für Owens unglaubliche
Vielseitigkeit ist der vom Psychedelic Folk beinflusste 69er Titel "Who's Gonna Mow Your Grass",
dessen krachende Fuzzguitar-Parts einem wohlige Schauer über den Rücken jagt.
Beim krachend-rockigen Chuck Berry-Cover "Johnny B. Goode" lässt sich die explosive Atmosphäre
eines Buck Owens-Konzerts erahnen.
Stücke, wie "Tall Dark Stranger" oder "Big In Vegas" belegen, wie gekonnt Owens den Schritt
in die 70er meisterte. An einer Schwelle, an der sich genügend Rock'N Roll Pioniere in
Belanglosigkeit und Nostalgie verloren, bewies er ein unglaubliches Gespür eine zeitgemäße
Frische in seine Musik einfließen zu lassen und dabei trotzdem authentisch zu sein.
Erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch seine herzzerreissende Version des Simon &
Garfunkel-Klassikers "Bridge Over Troubled Water" und den letzten Song dieser ausgezeichneten
Zusammenstellung, die '72er Single "Made In Japan" - Owen's letzten No.1 Hit.

Das diese Compilation nicht den informativen Umfang bietet, wie beispielsweise die hochwertigeren
Bear Family-Veröffentlichungen, möchte ich bei der Sternvergabe außer Acht lassen.
Die CD kommt mit Pappschuber und das einfache, 4-seitige (also einfach außen und innen bedruckt)
Booklet bietet eine Biographie Owens, die bis ins Jahr 2005 reicht - dem Jahr der Veröffentlichung.

Buck Owens starb im Jahr 2006 im Alter von 76 Jahren. Man kann sagen er hat sein Leben lang - ganz
nach der Divise "act naturally" - seine Sache durchgezogen, war wahrhaft einzigartig und hat einen
Sound und ein Genre nachhaltig geprägt, wie nur wenige es geschafft haben.

Fazit:
Die vorliegende, hervorragend zusammengestellte "Greatest Hits" von Delta Music schafft einen
sehr guten Überblick über die facettenreiche Musik des großen Buck Owens. Nicht nur Country-Fans,
sondern auch Interessenten des Folk- und Country Rock, sowie Rock'N Roll-Liebhaber sollten bei
dem Preis nicht lange überlegen!


Love Lifts Us Up - A Collection: 1969 - 83
Love Lifts Us Up - A Collection: 1969 - 83
Preis: EUR 18,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Love Lifts Us Up..., 4. Oktober 2013
...Where We Belong" heißt es in der gleichnamigen, von der großen Buffy Sainte-Marie verfassten
Ballade, die als Titelstück des Films "Ein Offizier und Gentleman" 1982 ein Welthit wurde.
Gesungen wurde der Titel damals in der grandiosen Duettbesetzung Joe Cocker und Jennifer Warnes.

Die vorliegende Compilation des australischen Ausnahmelabels RAVEN deckt mit 20 Songs den Zeitraum
der ersten 15 Jahre in der Karriere der 1947 geborenen Sängerin Jennifer Warnes ab - von 1968, als
ihr selbstbetiteltes 'Debut "Jennifer" erschien, bis zum 1983er Duett "All The Right Moves" mit
Chris Thompson.
Die vorhandenen musikalischen Einflüsse und Stile sind ebenso vielseitig, wie die gesanglichen
Fähigkeiten dieser Ausnahmekünstlerin. Angefangen beim Jazz-orientiertem Singer-/Songwriter Folk
ihres Debuts mit Versionen von Joni Mitchells "Chelsea Morning" oder der Lennon/McCartney-Komposition
"Here There And Everywhere" über eine wunderschöne Version des Barry Gibb Songs "Morning Of My Life"
(hier "In The Morning" genannt) mit dem Esther und Abi Ofarim in den 60ern ihren größten Hit
hatten. Die Jimmy Webb Komposition "P.F. Sloan" bietet herrlich luftigen Country-/ Folk-Pop und
ihre Version von Donovan's "Sand And Foam", nebenbei bemerkt mein absolutes persönliches Highlight
auf dieser Compilation, kommt so staubtrocken, dass man förmlich die erbarmungslose Sonne über
dem Valley of Scorpio brennen spürt. Weiter geht es mit großartigen Songs zwischen Country-Pop/Rock
("These Days" oder "Right Time Of The Night") über Gospeleinflüsse im Rolling Stones-Cover "Shine a
Light". Auf Warnes einzige vorhandene Eigenkomposition, der überzuckerten Ballade "I'm Restless",
folgen der luftig-harmonische Westcoast-Pop von "When The Feeling Comes Around" mit Steeldrum-
Solo, sowie die orchestrierten Balladen "It Goes Like It Goes" (aus dem Film Norma Rae, Oscar 1980 für
den besten Song) und "One More Hour".
Nach dem großen Hit "Up Where We Belong" endet die Zusammenstellung mit dem typischen 80s-Rock-Duett
"All The Right Moves".

Was bleibt ist ein unglaublich intensiver Nachgeschmack, Bewunderung für eine der vielseitigsten
Künsterinnen und Sängerinnen unserer Zeit. RAVEN ist hier eine grandiose Werkschau, eine erlesene
Zusammenstellung gelungen, die mit 20 Tracks und 67 Minuten Spielzeit besticht.

Im Laufe der 80er Jahre sang Jennifer Warnes u.a. gemeinsam mit Bill Medley den Megahit "Time Of
My Life" aus dem Kultfilm "Dirty Dancing" und arbeitete immerwieder mit dem kanadischen Song-Poeten
Leonard Cohen zusammen, den sie bereits 1970 kennenlernte und mit dem sie schon in den 70ern
gemeinsam auf Tour ging und auf einer Vielzahl dessen Alben als Sängerin zu hören ist.
Eine ihrer essentiellsten Aufnahmen, die leider nicht hier enthalten ist, ist ihre Interpretation
von Cohen's "Ballad Of The Runaway Horse", gemeinsam mit Bassist Rob Wasserman und zu finden auf
dessen Album "Duets".

http://www.amazon.de/Duets-Rob-Wasserman/dp/B000025MUM/ref=ntt_mus_ep_dpi_1

Jedem, der sich nach dieser Compilation für weitere Musik von Jennifer Warnes interessiert lege ich
außerdem ihr 1992er Folkpop-Meisterwerk "The Hunter", auf dem sie sich als sensible, großartige
Songwriterin beweist, ans Herz.

Fazit:
Eine grandiose Zusammenstellung des australischen Ausnahmelabels RAVEN, das jeder Musikfan kennen
und sich merken sollte. Ein Überblick über die ersten Jahre Jennifer Warnes, verpackt in liebevoll
gestaltetes Artwork und mehrseitiges Booklet mit Infos und Bildern, wie man es von RAVEN gewohnt ist.
Uneingeschränkt zu empfehlen!


Seasons of Your Day
Seasons of Your Day
Preis: EUR 13,27

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Meister der perfekt vertonten Melancholie, 4. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seasons of Your Day (Audio CD)
Spätestens im Zeitalter des Internets ist es kompliziert geworden geheimnisvoll zu bleiben, einen
Mythos zu erhalten. Alles wird ausgeschlachtet, Legenden werden zerstückelt noch ehe sie sich
überhaupt richtig gebildet haben. Nur wenige moderne Künstler haben es geschafft ihren Mythos zu
erhalten, die Faszination des Unbekannten zu wahren. Zu diesen wenigen zählt die kalifornische
Band Mazzy Star.
Zwischen 1989, dem Jahr ihrer Gründung, und 1996 spielten sich nicht mehr als 3 Alben ein,
jedes einzelne ein Meisterwerk und längst Kult geworden. Dream Pop nannte sich dieser
Sound, geprägt von David Roback‘s fast schwebenden Gitarren, den dezenten Drums und der
engelsgleichen, entrückt-melancholischen Stimme von Sängerin Hope Sandoval. Das Ergebnis war ein
bis heute unerreicht typischer Sound – eine perfekt vertonte Melancholie.

Seit letzten Freitag ist es nun zu haben – „Seasons Of Your Day“, das vierte und erste neue Album
der Gruppe seit 1996. Immer wieder wurde die Veröffentichung aufgeschoben, doch das Warten hat sich
gelohnt. „Seasons Of Your Day“ ist das ultimative Album für die kommenden Herbstwochen.
Der Opener „In The Kingdom“, eingeleitet von sanften Orgelklängen und David Roback‘s unverwechselbarer
Slide-Gitarre kommt fast poppig daher und beim Einsatz von Sandoval’s wunderschön melancholischem Gesang
stellt sich dem Hörer unweigerlich die Frage, wo sind die letzten 17 Jahre hin? Tatsächlich klingt die
Aufnahme als wäre seit ihrer letzten Session zum 96er Album „Among My Swan“ kaum eine Minute
vergangen. Da ist sie wieder, diese kleine angenehme Herbstmelancholie, der dezente Weltschmerz,
diese unvergleichbar romantische Entrücktheit. Das alles zieht sich durch die 10 Tracks zwischen Pop
und Folk mit teils deutlichen Einflüssen aus Blues und Country. Jeder Song kurbelt das persönliche
Kopfkino an, lädt ein zu Reisen an verwunschene Orte, in eine zeitlose Zwischenwelt, wie man sie aus
viktorianischen Spukgeschichten kennt in denen ruhelose Seelen durch endlose Korridore irren, für
alle Ewigkeit auf der Suche nach der für immer verlorenen Liebe. „Seasons Of Your Day“ enthält
keinen einzigen Schwachpunkt, jeder einzelne Songs besticht durch eine Tiefe, die bei jedem Hören
mehr und mehr unter die Haut geht und an Größe gewinnt. Unter den Mitwirkenden finden sich
prominente Namen, wie Colm O'Ciosoig, seinerseits Schlagzeuger der Band My Bloody Valentine
oder Bert Jansch, der legendäre 2011 verstorbene Gitarrist - hier auf einer seiner letzten Aufnahmen
zu hören.

Mazzy Star sind zurück - geheimnisvoll wie eh und je haben sie nach 17 Jahren Abwesenheit
nichts von ihrer Ausstrahlung verloren. Das neue Album „Seasons Of Your Day“ wirkt im
Jahre 2013 wunderschön nostalgisch und zugleich frisch und zeitlos. Diese leise, angenehme
Melancholie wird diesem und noch vielen kommenden Herbsten ihren Soundtrack geben.


California Solo (Robert Carlyle Version)
California Solo (Robert Carlyle Version)
Preis: EUR 1,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...a long long way from what i used to call home..., 28. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Robert Carlyle kann man getrost unter die bedeutendsten britischen Schauspieler der letzten zwei Jahrzehnte zählen.
In den 90ern avancierte er durch Film wie "Riff Raff", "Trainspotting" oder Ken Loach's "Carla's Song" zum Kultschauspieler. 1999 überzeugte er international als Bond-Bösewicht in "Die Welt ist nicht genug".

Im 2012er Drama "California Solo" verkörpert er einen gealterten britischen Rockmusiker, der in den USA auf einer Farm arbeitet, betrunken am Steuer erwischt wird und vor einer Abschiebung in sein Heimatland steht. Für den gleichnamigen Song "California Solo" griff Carlyle zur akustischen Gitarre und beschert uns eine wunderbar gefühlvoll-authentische Ballade.
Die Aufnahme stammt direkt aus dem Film, inkl. Nebengeräuschen und Gesprächsfetzen am Anfang und am Ende. So wirkt der Song sehr authentisch und teilweise improvisiert. Kein Meisterwerk, doch ein wunderbares kleines Stück Musik, dass Lust auf einen offenbar tollen Film mit einem grandiosen Robert Carlyle macht.
Bleibt zu hoffen, dass es der Film zu uns nach Deutschland und der Soundtrack auf CD (bis jetzt nur als Download erhältlich) schafft!


Monsters
Monsters
DVD ~ Whitney Able
Preis: EUR 5,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes Endzeitdrama in ruhigen, realistischen Bildern, 1. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Monsters (DVD)
Mexiko in naher Zukunft:

Seit dem Absturz einer NASA-Sonde im Grenzgebiet zwischen Mexiko und der USA
haben sich gigantische außerirdische Lebensformen ausgebreitet. Das Gebiet wurde
zur "infizierten Zone" erklärt und wird regelmäßig durch Luftangriffe des US-Militär
"gesäubert".
Der Fotograf Andrew erhält von seinem Chef den Autrag dessen Tochter Sam von Mexiko
in die USA zu begleiten und für ihre Sicherheit zu sorgen. Als in der Nacht vor der
Überfahrt die Situation eskaliert und den beiden obendrein noch die Pässe gestohlen
werden, bleibt ihnen nichts weiter übrig, als die USA auf dem beschwerlichen und
gefährlichen Landweg durch die "infizierte Zone" zu erreichen.

Soviel zur Story, die ansich nach nichts besonderem klingt und genauso gut ein
durchschnittliches Endzeit-B-Movie versprechen könnte... und sehr viel mehr habe ich
aufgrund der durchwachsenen Bewertungen auch nicht erwartet... Fehlanzeige.

"Monsters" ist eine der realistischsten Endzeitvisionen die ich bis jetzt gesehen
habe. Nicht, dass ich die Möglichkeit der Ausbreitung außerirdischer Riesenkraken
ansich für realistisch halte, vielmehr ist es das gesamte Szenario, die Welt drum herum,
die Handlungsweise der Menschen, die unglaublich nüchternen, ruhigen Bilder mit denen
dieser Film daher kommt. Alles wirkt, wie Spiegelbilder aus den realen Krisengebieten
unserer Welt. Der Taxifahrer, der auf die Frage "Fühlen Sie sich eigentlich sicher hier"
antwortet "Wo sollen wir denn hin? Ich habe meine Familie und meinen Job hier. Wir
versuchen klar zu kommen".
Die mexikanische Stadt, die unmittelbar an die "infizierte Zone" grenzt.
Die bedrückende Atmophäre auf dem Gedenkplatz mit tausend Kerzen und Bildern von Toten.
Dabei sind diese Toten allerdings keine Opfer der Monster, wie man erwarten könnte,
sondern Opfer der amerikanischen Luftangriffe. Darüber Schriftbänder, wie "Wer sind die
Monster? Keine Bomben mehr" oder "Stoppt die Angriffe - 5000 Tote".
Das sind Szenarien, wie man sie in jedem Krisengebiet der Welt sehen kann. Menschliche
Dramen, rücksichtslos toleriert, denn es sind immer die Armen, die auf der Strecke
bleiben und leiden müssen.
Daneben geht das Leben weiter. Andrew und Sam ziehen durch die belebten nächtlichen
Straßen, essen an Ständen und sitzen in einer Bar, trinken Tequila während im
Hintergrund im Fernsehen von Kämpfen berichtet wird. Das Leben dreht sich weiter am
Rande des Abgrunds, die Menschen halten an ihrer Normalität, ihren Gewohnheiten fest.
Sie verlieren nicht die Hoffnung.
Es ist dieser Realismus, diese vertrauten, traurigen Bilder, die "Monsters" zu etwas
besonderem machen.
Man sollte kein Actionfeuerwerk erwarten, denn dann wird man sicherlich enttäuscht.
Was den geneigten Zuschauer erwartet ist ein Film zum Mitdenken, ein Film, der zum
Mitdenken anregt.
Nichts desto trotz sind die Special Effects und Actionszenen perfekt umgesetzt, wurden
allerdings sehr sparsam, jedoch auch überaus atmosphärisch und wirkungsvoll eingesetzt.
Die Reise durch die "infizierte Zone" bietet atemberaubende Landschaftsaufnahmen.
Da gibt es die Hinterlassenschaften der Zivilisation... Schiffwracks, überwucherte
verlassene Bauwerke und Fassaden, an denen das Boot während der Flussfahrt durch den
Dschungel vorüberzieht und die einem Schauer über den Rücken jagen.
Der Film ist gekonnt durch einen stimmungsvollen, ruhigen Soundtrack untermalt, der nicht
zuletzt zu der bedrückenden Atmosphäre beiträgt.

"Monsters" ist ein Film über die Menschen. Im Mittelpunkt stehen Andrew und Sam, ihre
Gedanken und Gefühle, die Erlebnisse und Eindrücke während ihrer Reise. Die beiden
Hauptdarsteller Scoot McNairy und Whitney Able liefern dabei eine sehr gute, überzeugende
Darstellung ab. Die aufkeimende Beziehung der beiden, ihre sich entwickelnden Gefühle
zueinander durchziehen den Film und gipfeln im wortwörtlich gigantischen Finale.
Vielmehr will und darf ich dazu nicht verraten, denn jeder Zuschauer soll den Film für
sich erleben, ihn auf sich wirken lassen.

Fazit:
"Monsters" ist ein sehr ungewöhnlicher Film, fern der gängigen Science Fiction und
Endzeit-Pfade, in jeder Beziehung perfekt in Szene gesetzt. Ein ruhiger, nachdenklicher Film.

Dieser Mix ist es, der es "Monsters" nicht leicht macht sein Publikum zu finden, denn
Fans von Special Effects und Action werden hier eher nicht befriedigt, zu unauffällig
und zurückhaltend ist der Film in seinem Ganzen damit.
Ich lege diesen Film allerdings jedem ans Herz, der offen ist für Neues, der Endzeit und
Science Fiction ebenso mag, wie die ruhigen, nachdenklichen Bilder... der könnte "Monsters"
als ebenso großartig empfinden, wie ich!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 28, 2013 10:01 AM MEST


Badland
Badland
DVD ~ Jamie Draven
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 16,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht kein Weg zurück... BADLAND: ein wichtiger, abseitiger Film, 4. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Badland (DVD)
Durch Freunde bin ich auf Francesco Lucente's Film "Badland" aufmerksam geworden.
Seltsamerweise war mir der Film bis jetzt vollends entgangen, was mich doch etwas
gewundert hat. Auch hatte ich weder vom Regisseur, noch von den Darstellern weder
vorher, noch danach (!) gehört. Einzig Bruce Springsteen's Song "Devil's & Dust",
den er für den Film zur Verfügung stellte war mir ein Begriff.

Jedem, der den Film noch nicht gesehen hat empfehle ich die nachfolgenden zwei Absätze zu
überspringen und sich vollkommen unvoreingenommen auf den Film einzulassen.

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Zur Story:
Der Irakkriegsveteran Jerry fällt nach seiner Heimkehr in ein emotionales Loch. Am
Rand der Gesellschaft, vergessen und fallengelassen, wird er in einem schlecht
bezahlten Job von seinem Chef diskriminiert und ausgenutzt. Seine Frau gibt ihm
die Schuld an ihrer Armut, lässt ihn täglich ihre Abscheu spüren und hortet
heimlich Geld um mit den Kindern zu verschwinden. Als Jerry eines Tages seinen Job
verliert und herausfindet, dass seine Frau ihn verlassen will bricht alles um ihn
herum zusammen und es kommt zur Katastrophe. Im Affekt erschießt Jerry seine Frau
und die beiden Söhne.
Als er die Pistole auf seine kleine Tochter Celina richtet kommt er plötzlich zu
sich und flüchtet gemeinsam mit dem Kind, taucht unter. In einer Kleinstadt lernt er
die Kellnerin Oli kennen, die ihm einen Job gibt und ihn und Celina bei sich aufnimmt.
Seine Freundschaft zum Polizisten Max, der ebenfalls im Irak gekämpft hat und dieselben
unheilbaren Narben auf seiner Seele trägt, führt zur unausweichlichen Konfrontation
mit seiner Tat und sich selbst...

"Badland" ist ein zutiefst berührender, todtrauiger Film. Was gezeigt wird ist eine
Art des "Sterbens". Der verzweifelte Versuch eines Neuanfangs, wo doch alles verloren
ist und unwiederbringlich. Das alles in einer erbarmungslosen Härte und ohne die für
US-Produktionen typische Rührsehligkeit.
Als Jerry seine Familie auslöscht ist er bereits am Ende und das, fast wie betäubt
wirkende Aufbäumen danach - seiner Tochter zuliebe - ist ein verzweifelter Versuch sich
ans Leben zu klammern und weiter zu machen. Das kindlich-naive Verständnis und die Liebe,
die ihm Celina entgegenbringt geben ihm neuen Auftrieb, neuen Lebensmut.
Von tiefer Trauer erfüllt und emotional am Ende versucht er einen Neuanfang, wird jedoch
von Celina, die den Verlust von Mutter und Geschwistern nicht akzeptieren kann, immerwieder
in die grausame Realität zurückgeholt, was ihm die Tatsache klar macht, dass es für beide
keine normale Zukunft mehr geben kann.
Die Annäherungsversuche von Oli, die sich in ihn verliebt hat, verdrängt er oder weist
sie ab, geht ihr aus dem Weg. Die Last auf ihm ist zu schwer um sich ihr zu öffnen, er ist
unfähig jemals wieder ehrlich zu lieben. Der Polizist Max, der ebenfalls an seinen
Kriegserlebnissen zu zerbrechen droht, spielt eine wichtige Rolle. Er wirkt für Jerry wie ein
Spiegelbild der eigenen Schwäche, der eigenen Verlorenheit. Die Konfrontation mit ihm entfacht
schließlich einen Selbsthass, den er auch auf Max projeziert.
Ich will nicht viel mehr verraten, als nötig. Diskussionen über den Film können sicher Stunden
dauern und lohnen sich auf jeden Fall.
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Unter den Darstellern sucht man vergeblich nach bekannten Namen, jedoch ist "Badland" bis in
die Nebenrollen perfekt besetzt.
Hauptdarsteller Jamie Draven vermittelt die Verlorenheit seiner Figur in einer grandiosen
schauspielerischen Leistung. Sein Blick offenbart eine dermaßen tiefe Trauer, dass sie förmlich
spürbar wird. Ebenso grandios und zutiefst überzeugend spielt die damals erst 11jährige Grace
Fulton in der Rolle der Celina - eine überragende Darstellung.
Der Soundtrack bietet neben dramatisch, jedoch nie kitschigen orchestralen Stücken auch einige
wunderbare, ruhige Americana-/Rootsrock-Stücke - der bekannteste dürfte Bruce Springsteen's
"Devils & Dust" sein, den man nach dem Film mit "anderen Ohren" hört.

"Badland" ist keine große Hollywood-Produktion, was man dem Film allerdings optisch nicht ansieht.
Die Geschichte stieß in den patriotischen USA offenbar auf soviel Kritik, bzw. löste soviele
Kontroversen aus, das sich kaum Geldgeber finden ließen. Der Film entstand schließlich in deutsch-
amerikanischer Co-Produktion und lief in den USA nur in vereinzelten Kinos.

Über das Ende des Films lässt sich sicher streiten, kann man doch sehr viel hineininterpretieren und
es auf verschiedene Weisen auslegen. Fakt ist, das der Film ein großes Gefühl der Bestürzung
beim Zuschauer hinterlässt.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich so einen Film in dieser Art und Weise noch nicht gesehen habe.
"Badland" ist ein Film gegen den Krieg, eine klare Verurteilung speziell des Irakkriegs und eine
Abrechnung mit der Sinnlosigkeit und den Folgen für die beteiligten Soldaten, die nach
ihrer Rückkehr mit ihrem Schmerz alleingelassen werden, wie es auch schon im Vietnamkrieg der
Fall war.

Fazit:
"Badland" gehört für mich definitiv zu den stärksten und beeindruckendsten Filmen, die ich bist
jetzt gesehen habe. Ein wichtiger, abseitiger Film, dem die verdiente Anerkennung noch aussteht.
Unbedingt zu empfehlen!


Butterfly Kiss [DVD]
Butterfly Kiss [DVD]
Wird angeboten von RAREWAVES-DE
Preis: EUR 5,27

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fiebrig-deprimierende Odyssee in kaltem Grau, 19. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Butterfly Kiss [DVD] (DVD)
Die geistig verwirrte und hochgefährliche Eunice
befindet sich auf einer ziellosen Odyssee entlang
der nordenglischen Autobahnen. Auf der Suche nach
einer geheimnisvollen Fremden, namens Judith
klappert sie Tankstellen und Rasthöfe ab, wobei
sie eine blutige Spur aus Mord und Gewalt hinter
sich herzieht.
An einer dieser Tankstellen trifft sie die ebenso
verlorene, einsame und naive Kassiererin Miriam, bei
der Eunice' Verwirrtheit ein großes Mitgefühl
entfacht und die nun versucht ihr zu helfen.
Sie nimmt sie mit zu sich und die beiden Frauen
verbringen die Nacht miteinander. Als Eunice am nächsten
Morgen ziellos weiterzieht folgt ihr Miriam in der
verzweifelten Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung.
Immer tiefer wird der Strudel aus Wahnsinn und
Gewalt in den Miriam mit Eunice driftet und aus dem
es keine Erlösung mehr gibt.
Dabei sind die Opfer der beiden Frauen ebenso einsame
und verlorene Seelen, wie sie selbst.

"Butterfly Kiss" direkt als Liebesfilm zu bezeichnen ist
schon sehr weit hergeholt. Ich bin mir nicht
schlüssig, wie dieser Film einzuordnen ist. In aller
erster Linie ist "Butterfly Kiss" allerdings ein Drama,
denn das hier gezeigte schmerzt den Zuschauer zutiefst.
Die Grundstimmung des Films ist eine unglaublich
düstere, hoffnungslose. Die tristen Bilder, die
nordenglische Autobahn, der stete Verkehr, ruhelose
Seelen auf dem Weg durch eine karge Landschaft machen
die tiefe Verzweiflung der Hauptfiguren spürbar.
Die ganze Geschichte wird in einer Art Verhör von Miriam
erzählt, die mit entrücktem Lächeln und verträumtem Blick
dem Zuschauer gegenüber sitzt.
Es drängt sich von Anfang an die Gewissheit auf, wie
chancenlos ein Happy End in dieser Geschichte ist.
Im Kontrast dazu steht der Soundtrack mit bittersüßen
Songs der Cranberries, die die Stimmung des Films perfekt
unterstreichen.
Die beiden Hauptdarstellerinnen Amanda Plummer als Eunice
und Saskia Reeves als Miriam agieren wahnsinnig überzeugend,
machen die Zerrissenheit bzw. den Wahnsinn ihrer Figuren
förmlich spürbar. Vorallem Charakterkopf Amanda Plummer
spielt ihre Rolle genial und macht Eunice auf fiebrige Art
und Weise extrem furcheinflössend und unberechenbar.

Fazit:
Michael Winterbottom's Kinodebut "Butterfly Kiss" erzählt
in tristen Bildern eine schmerzhafte Geschichte von der
Suche nach Liebe. Eine fiebrig-deprimierende Odyssee an den
Rand der Gesellschaft, in die Abgründe der menschlichen Seele.
Eine Geschichte von Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit.

Nichts für einen gemütlichen Abend, sondern ein Film, der
ernsthaft schmerzt und ein unangenehmes, bedrückendes Gefühl
hinterlässt auf das man als Zuschauer gefasst sein sollte.


Electric
Electric
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues vom weisen Mann mit dem Barett, 19. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Electric (Audio CD)
Wenn von lebenden Legenden die Rede ist, dann ist definitiv auch die
Rede von Richard Thompson.
Der Durchschnittshörer wird mit diesem Namen vielleicht nicht viel
anfangen können, doch Richard Thompson gehört seit mehr als
40 Jahren zu den prägendsten Musikern im Bereich, wo Folk und Rock
aufeinander prallen.
Über die Jahre hat der mittlerweile 63jährige unzählige Musiker
beeinflusst und wirkte an unzähligen Aufnahmesessions dies- und
jenseits des Atlantik mit.

Mit "Electric" ist er nun zurück, obwohl er eigentlich nie weg war, doch
dieses Material ist so grandios und knüpft nahtlos an
späte Meisterwerke, wie "Rumor and Sight" (1991), oder "Mirror Blue"
(1994) an. Obwohl ich persönlich keinen wirklich schwachen Thompson
kenne ist es doch ein Hochgenuss ihn wieder SO zu hören.
"Electric" hat alles, was seine Musik ausmacht. Die unvergleichlichen,
stampfenden Drum-/Percussionrhythmen, Thompson's einzigartige
Gitarrenarbeit und seine zerrende Hurdy Gurdy, die dem Ganzen einen seltsam
zeitlosen orientalisch-mittelalterlichen Hauch gibt.
Auf der anderen Seite gibt es Mandoline, Fiddle und Akkordeon.
Über allem thront Thompson's extrem markante, sonore und symphatische
Charakterstimme - erfüllt mit Weisheit und tiefer Menschlichkeit und
doch anklagend und scharf, wie eine Rasierklinge.
So beginnt das Album mit dem Musterbeispiel eines Thompson-Rockers:
"Stony Ground". Stampfend und krachend.
Mit "Salford Someday" kommt als Kontrast ein eingängiger fleißender
Folk(rock)mit Akkordeon und Mandoline.
Obwohl der Titel "Electric" und das schöne Cover auf eine Rockscheibe
hinweisen könnten, ist die Platte eine Werkschau die alle Seiten
des Thompson'schen Universum aufzeigt.
Stampfende Rhythmen und krachende, dreckige E-Gitarren-Parts und Solos
in "Sally B", oder dem Garagenrock "Straight and Arrow", eingängig-
straigthen Folkrock, wie das wundervolle "Where's Home". Auch
die Thompson-typischen Balladen sind durch wunderschöne Tracks, wie
"Another small thing in her favour", "Snow Goose" und "Saving the good
stuff for you" vertreten.

Melodisch und harmonisch sind die Songs allererste Klasse, es gibt
keinen einzigen Schwachpunkt auf der Scheibe. Gesanglich unterstützt
wird Richard Thompson durch die wunderbaren Harmonyvocals von Siobhan
Maher Kennedy, bzw bei "Snow Goose" durch Bluegrass-Queen Alison Krauss.
Als Produzent und zweiter Gitarrist fungierte kein geringerer als Buddy
Miller, der als Produzent unter anderem mit Robert Plant's "Band of Joy"-
Album von sich reden machte und als Duo mit Ehefrau Julie Miller in der
ersten Liga der Americana-/Alt.-Country-Szene vertreten ist.
"Electric" allerdings ist durch und durch Thompson, der Sound wunderbar
europäisch. Darauf ist Verlass. Einer Legende macht man eben nichts vor.

Fazit:
Ein weiterer Meilenstein im unglaublich umfangreichen Schaffen von
Richard Thompson. Für mich persönlich die erste große Rockscheibe
2013 und nicht ganz leicht zu toppen!
Uneingeschränkt zu empfehlen.

P.S.: CD 2 der Deluxe Edition kommt mit weiteren sieben Stücken, die dem
eigentlichen Album in Nichts nachstehen und einen wunderbaren Kontrast
zu "Electric" bieten, denn hier stehen akustische Instrumente und der
eigentliche, ursprüngliche Folk klar im Vordergrund. Dabei geht es allerdings
keinesfalls leise zu:
Krachender Folk'n'Roll mit Fiddle und Twang-Guitar in Form von "Will you
dance, Charlie Boy" ist ebenso vertreten, wie stampfend-düsterer Folkblues
mit "Auldie Riggs", gefolgt vom grandiosen instrumentalen "Auldie Riggs
Dance", sowie die berührende Gitarren-Ballade "I found a stray".
Abschluss auf CD 2 macht das aus dem Mittelalter stammende galizische
Volkslied "So Ben Mi Ch'a Bon Tempo", was dann entgültig die nahezu
grenzenlose Vielseitigkeit dieses Ausnahmekünstlers unter Beweis stellt.


Electric (Deluxe Edition)
Electric (Deluxe Edition)
Preis: EUR 20,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues vom weisen Mann mit dem Barett, 19. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Electric (Deluxe Edition) (Audio CD)
Wenn von lebenden Legenden die Rede ist, dann ist definitiv auch die
Rede von Richard Thompson.
Der Durchschnittshörer wird mit diesem Namen vielleicht nicht viel
anfangen können, doch Richard Thompson gehört seit mehr als
40 Jahren zu den prägendsten Musikern im Bereich, wo Folk und Rock
aufeinander prallen.
Über die Jahre hat der mittlerweile 63jährige unzählige Musiker
beeinflusst und wirkte an unzähligen Aufnahmesessions dies- und
jenseits des Atlantik mit.

Mit "Electric" ist er nun zurück, obwohl er eigentlich nie weg war, doch
dieses Material ist so grandios und knüpft nahtlos an
späte Meisterwerke, wie "Rumor and Sight" (1991), oder "Mirror Blue"
(1994) an. Obwohl ich persönlich keinen wirklich schwachen Thompson
kenne ist es doch ein Hochgenuss ihn wieder SO zu hören.
"Electric" hat alles, was seine Musik ausmacht. Die unvergleichlichen,
stampfenden Drum-/Percussionrhythmen, Thompson's einzigartige
Gitarrenarbeit und seine zerrende Hurdy Gurdy, die dem Ganzen einen seltsam
zeitlosen orientalisch-mittelalterlichen Hauch gibt.
Auf der anderen Seite gibt es Mandoline, Fiddle und Akkordeon.
Über allem thront Thompson's extrem markante, sonore und symphatische
Charakterstimme - erfüllt mit Weisheit und tiefer Menschlichkeit und
doch anklagend und scharf, wie eine Rasierklinge.
So beginnt das Album mit dem Musterbeispiel eines Thompson-Rockers:
"Stony Ground". Stampfend und krachend.
Mit "Salford Someday" kommt als Kontrast ein eingängiger fleißender
Folk(rock)mit Akkordeon und Mandoline.
Obwohl der Titel "Electric" und das schöne Cover auf eine Rockscheibe
hinweisen könnten, ist die Platte eine Werkschau die alle Seiten
des Thompson'schen Universum aufzeigt.
Stampfende Rhythmen und krachende, dreckige E-Gitarren-Parts und Solos
in "Sally B", oder dem Garagenrock "Straight and Arrow", eingängig-
straigthen Folkrock, wie das wundervolle "Where's Home". Auch
die Thompson-typischen Balladen sind durch wunderschöne Tracks, wie
"Another small thing in her favour", "Snow Goose" und "Saving the good
stuff for you" vertreten.

Melodisch und harmonisch sind die Songs allererste Klasse, es gibt
keinen einzigen Schwachpunkt auf der Scheibe. Gesanglich unterstützt
wird Richard Thompson durch die wunderbaren Harmonyvocals von Siobhan
Maher Kennedy, bzw bei "Snow Goose" durch Bluegrass-Queen Alison Krauss.
Als Produzent und zweiter Gitarrist fungierte kein geringerer als Buddy
Miller, der als Produzent unter anderem mit Robert Plant's "Band of Joy"-
Album von sich reden machte und als Duo mit Ehefrau Julie Miller in der
ersten Liga der Americana-/Alt.-Country-Szene vertreten ist.
"Electric" allerdings ist durch und durch Thompson, der Sound wunderbar
europäisch. Darauf ist Verlass. Einer Legende macht man eben nichts vor.

Fazit:
Ein weiterer Meilenstein im unglaublich umfangreichen Schaffen von
Richard Thompson. Für mich persönlich die erste große Rockscheibe
2013 und nicht ganz leicht zu toppen!
Uneingeschränkt zu empfehlen.

P.S.: CD 2 der Deluxe Edition kommt mit weiteren sieben Stücken, die dem
eigentlichen Album in Nichts nachstehen und einen wunderbaren Kontrast
zu "Electric" bieten, denn hier stehen akustische Instrumente und der
eigentliche, ursprüngliche Folk klar im Vordergrund. Dabei geht es allerdings
keinesfalls leise zu:
Krachender Folk'n'Roll mit Fiddle und Twang-Guitar in Form von "Will you
dance, Charlie Boy" ist ebenso vertreten, wie stampfend-düsterer Folkblues
mit "Auldie Riggs", gefolgt vom grandiosen instrumentalen "Auldie Riggs
Dance", sowie die berührende Gitarren-Ballade "I found a stray".
Abschluss auf CD 2 macht das aus dem Mittelalter stammende galizische
Volkslied "So Ben Mi Ch'a Bon Tempo", was dann entgültig die nahezu
grenzenlose Vielseitigkeit dieses Ausnahmekünstlers unter Beweis stellt.


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