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Bücherwurm - Eine Kundin aus Wülfrath

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Geschenkt: Roman
Geschenkt: Roman
von Daniel Glattauer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Humorvolle, warmherzige Vater-Sohn-Geschichte mit Tiefgang, 25. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Geschenkt: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gerold Plasseks Leben ist an einem Tiefpunkt angekommen. Der eher arbeitsscheue Journalist ist geschieden, lebt in Wien und arbeitet dort für ein kleines Gratisblättchen. Er ist dort für die am Rande erscheinenden, kurzen sozialen Notizen zuständig. Keine besonders anspruchsvolle Aufgabe, die zudem noch mickrig bezahlt wird. Ihm ist es so jedoch gerade recht, bleibt ihm doch genug Zeit für ausgedehnte Kneipenbesuche, langes Ausschlafen etc.

Doch dann wird sein beschaulicher und bequemer Tagesablauf gleich durch zwei zeitgleich eintretende Ereignisse empfindlich gestört.
Zum einen erfährt er, dass er Vater eines 14jährigen Jungen ist, um den er sich nun vorrübergehend einige Stunden am Tag kümmern soll. Manuel, wie der Junge heißt, hat allerdings keine Ahnung davon, dass Gerold sein Erzeuger ist.
Zur selben Zeit beginnt ein unbekannter Wohltäter damit, anonym eine Serie von großzügigen Geldspenden zu verteilen. Und immer gehen diese finanziellen Mittel an eine soziale Einrichtung oder an bedürftige Personen, über die der Journalist berichtet hat.

Gerold Plasseks Leben wird fortan ziemlich auf den Kopf gestellt und ihm bleibt nichts anderes übrig, als aus seiner Lethargie zu erwachen und aktiv zu werden. Wird dieser sympathische Versager nun doch noch die Kurve kriegen? Können die Spenden nicht nur den Empfängern helfen, sondern auch Gerolds Leben wieder in richtige Bahnen lenken ?

Diese warmherzige und amüsante Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit - es hat tatsächlich in Braunschweig solch eine Serie anonymer Geldspenden gegeben - und wird in Ich-Form aus der Sicht von Gerold Plassek erzählt. Wobei der Ich-Erzähler mit einer guten Portion Selbstironie über sein nicht gerade ruhmreiches Leben reflektiert. Obwohl dieser recht abgehalftert wirkende Zeitgenosse auf den allerersten Blick nicht gerade große Sympathien hervorruft, erkennt man als Leser schnell den guten Kern in ihm und schliesst ihn letztendlich - nicht nur wegen seiner sarkastischen und kritischen Selbstbetrachtung - schnell ins Herz. Auch sein zunächst eher gelangweilt und missmutig wirkender Sohn entpuppt sich rasch als intelligenter und tougher Typ.

Auch wenn der Roman überwiegend heiter ist und viele komische Situationen und Momente aufweist, birgt er dennoch auch einige ernstere Seiten und Ansätze, über die es nachzudenken lohnt. Der Autor vereint hier sehr gekonnt Humor und Tiefgang.

Mir hat diese Vater-Sohn-Geschichte sehr gut gefallen und ich empfehle sie sehr gerne weiter.


Mit Tante Otti auf der Insel: Roman
Mit Tante Otti auf der Insel: Roman
von Gabi Breuer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Leichte Kost für zwischendurch, 15. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die noch rüstige, aber manchmal recht schusselige und vergessliche Rentnerin Ottilie Bär ist zutiefst betrübt. Sie hat sich mit ihrer Freundin und Wohngenossin gestritten. Daher sagt diese den gemeinsamen Urlaub nach Gran Canaria ab. Otti traut sich nicht zu, alleine zu reisen und will daher die Reise stornieren. Auch nun nicht mehr benötigte Reiseartikel, wie z.B. Sonnenmilch, will sie wieder umtauschen. Dabei begegnet ihr die 20jährige Drogerie-Verkäuferin Jule. Jule steht offensichtlich unter Dauerstress und ist urlaubsreif. Aber einen Urlaub kann sie sich einfach nicht leisten. Die pfiffige alte Dame bekommt Wind davon und hat eine spontane Idee. Sie stellt Jule kurzer Hand als ihre Gesellschafterin und Reisebegleitung an. Doch so ganz einfach wird die Sache zunächst nicht, denn die beiden Frauen haben - generationsbedingt - sehr unterschiedliche Vorstellungen. Es kommt zu Missverständnissen und die zwei müssen sich regelrecht zusammenraufen. Jede der beiden Frauen muss erst lernen, die Bedürfnisse der anderen zu respektieren und auch mal Rücksicht darauf zu nehmen. Schließlich entwickelt sich eine enge Freundschaft, die auch nach dem Aufenthalt auf der Insel weiter besteht. Und wieder zu Hause angekommen, zeigt sich erst ihre wahre Verbundenheit.

Dieser recht typische Frauenroman ist ganz unterhaltsam und amüsant. Sicher werden auch einige Klischees bedient und es gibt die ein oder andere Situation, die etwas übertrieben oder unwahrscheinlich erscheinen mag. Aber wenn man darüber hinwegsehen kann und nicht alles allzu ernst nimmt, bietet der Roman einige angenehme Lesestunden zum Entspannen.
Es gibt viele skurril anmutende Situationen und einige Schmunzelmomente. Insbesondere Otti mit ihrer etwas eigenwilligen Art trägt zur humorvollen Seite der Geschichte bei. Trotz oder gerade wegen ihrer Verschrobenheit mochte ich sie sehr. Die anderen Charaktere bleiben aber meist eher an der Oberfläche und ich konnte mir nur ein vages Bild von ihnen machen. Insbesondere mit Ottis Freundin Hildchen bin ich so gar nicht warm geworden.

Insgesamt war dieses Buch für mich ein durchschnittlicher, leichter Frauenroman, mit einigen typischen Merkmalen, den man gut mal eben zwischendurch zum Abschalten und Relaxen lesen kann.


Die Seiten der Welt: Roman
Die Seiten der Welt: Roman
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Feuerwerk fantasievoller Ideen, 15. Oktober 2014
Ich habe schon viele Bücher von Kai Meyer gelesen und sie alle wundervoll gefunden. Doch " Die Seiten der Welt " übertrifft sie in meinen Augen alle. Der Autor lässt ein wahres Feurwerk an fantasievollen Ideen auf den Leser los. Ein kreativer Gedanke jagt den anderen und man kommt kaum zum Luftholen.

Eine Inhaltsangabe dieser grandiosen Geschichte wiederzugeben, ohne zuviel vorwegzunehmen, ist nicht ganz einfach. Ich werde versuchen, einen kurzen Überblick zu geben, aber jeder Leser sollte sich überraschen lassen.

Furia Salamandra Faerfax lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder Pip auf einem abgelegenen Landsitz in der Nähe Londons. Sie leben dort abgeschieden und haben nur wenige Kontakte zur Außenwelt. Und sie leben hier unter falschem Namen. Denn der Vater ist ein Bibliomant mit besonderen Fähigkeiten und muss sich vor der sogenannten Adamitischen Akademie verstecken. Auch in Furia schlummert eine Bibliomantin, doch ihre Kräfte sind noch nicht richtig entfaltet, da ihr Seelenbuch sie noch nicht gefunden hat. Sie hofft immer, ihm in den schier unendlichen Tiefen der riesigen Bibliothek in den Katakomben ihres Hauses zu begegnen. Doch noch bevor sie es in den Händen halten kann, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu. Sie werden aufgespürt, der Vater ermordet und der kleine Bruder entführt.
Furia flüchtet sich nach Libropolis, einer Parallelwelt voller Buchhandlungen und teils recht merkwürdigen Wesen, allen voran den Exlibri, aus Büchern gefallenen, zum Leben erwachten Figuren. Doch auch hier weiß Furia nicht, wem sie trauen kann und von wem sie Hilfe erwarten darf. Meint es die Diebin Cat gut mit ihr ? Und wer genau ist Finnian ? Stehen die beiden auf ihrer Seite und werden ihr helfen, den Bruder aus der Gewalt des Feindes zu befreien ? Oder stecken auch sie mit der Akademie unter einer Decke ? Furia muss einige Abenteier bestehen, um herauszufinden, wer wirklich Freund und wer Feind ist.

Ich fand dieses Buch in jeder Beziehung einfach nur fantastisch und konnte es kaum aus der Hand legen. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und sprüht nur so von äußerst kreativen Ideen.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und ich konnte mir alles sehr bildhaft vorstellen, es spulte sich regelrecht ein Film in meinem Kopf ab.
Die einzelnen Protagonisten sind sehr greifbar dargestellt und abwechslungsreich in ihren Charakteren.
Auch wenn Furia vordergründig in diesem Buch sicher die Hauptperson ist, sind es doch eigentlich die Bücher als solches in all ihren bekannten und fantastischen Formen, die hier die Hauptrolle spielen.
Es gibt zahlreiche unvorhersehbare Wendungen, die immer wieder aufs Neue überraschen.
Auch die Gestaltung des Buchcovers finde ich sehr gelungen, da sich hier einige Details aus der Geschichte wiederfinden. Besondere Freude bereitet hat mir auch das beigefügte Lesezeichen von Libropolis, der Eintrittskarte in die fantastische Welt der Bücher.

Ich kann meine Begeisterung über dieses Buch gar nicht genug ausdrücken. Aber ich kann es nur allen Liebhabern fantasievoller Geschichten, ob nun jung oder alt, wärmstens ans Herz legen. Wer Cornelia Funkes Bücher aus der Tintenwelt mochte, wird auch dieses Buch sicher lieben. Lasst euch überraschen und hoffentlich genauso begeistern!


Agata verzaubert eine Insel: Roman
Agata verzaubert eine Insel: Roman
von Paola Cereda
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht so ganz verzaubert, 26. September 2014
Handlungsort ist eine kleine, namenlose und in Vergessenheit geratene italienische Insel. Das Leben hier wirkt ein wenig, als wäre die Zeit stehen geblieben. Selbst der Krieg streift die Inselbewohner nur am Rande.
Hier wird Agata geboren. Aber ihr Start ins Leben ist mit Unglück behaftet. Ihre Mutter stirbt bei der Geburt. Ihr Vater, griesgrämiger Schmied der Insel, bringt ihr keine Liebe entgegen. Das kleine Mädchen wird zunächst einer Hirtenfamilie überlassen und muss sich später um den Haushalt und das leibliche Wohl des Vaters kümmern. Als sie schließlich eher zufällig eine außergewöhnliche Salsa kreiert, beschwört sie auch den Neid und die Missgunst vieler Inselbewohner herauf.
Doch Agatas Leben und auch das der Einheimischen ändert sich schlagartig, als ein bekannter Zirkus ein Gastspiel auf der Insel gibt. Agatas köstliche Salsa - und damit auch die Insel - erregt plötzlich auch anderenorts Aufmerksamkeit. Aber wird damit wirklich alles besser?

Die Grundidee zu dieser Geschichte ist interessant und macht neugierig. Aber sowohl die Geschichte selbst, als auch der Schreibstil sind gewöhnungsbedürftig.
Ich habe nur schwer hineingefunden. Nach der Leseprobe hatte ich mir erhofft, dass man im weiteren Verlauf des Romans mitverfolgen kann, wie Agatas Leben sich bessert und sie endlich die Liebe, Zuneigung und Anerkennung erfährt, die sie so dringend braucht. Obwohl Agata versucht, sich mit ihren unglücklichen Lebensumständen zu arrangieren und sich bemüht, aus allem immer das Beste zu machen, bleibt der Gesamteindruck des Buches aber eher bedrückend, traurig und deprimierend. Selbst Agatas Liebe zu dem Zigeuner Dumitru wirkt letztendlich unerfüllt.
Einige Geschehnisse waren mir zu verworren und nur schwer nachvollziehbar. Am Ende gibt es zwar eine Art Erklärung, insbesondere für Agatas Verhalten, aber diese hat mich nicht vollends zufrieden gestellt.
Auch der Zugang zu den einzelnen Charakteren war recht sperrig, besonders in Hinblick auf die Gefühle.

Das Buch mag seine Anhänger und Freunde finden, mich konnte es jedoch nicht vollends verzaubern. Dazu haben mir die Emotionen gefehlt.

Und noch kurz eine Bemerkung zum Schluss : Am Ende des Buches und auf dem beigefügten Lesezeichen ist zwar eine " Salsa Agata " abgedruckt, aber leider nicht die, um die es in dem Buch geht. Schade ! Das " richtige " Rezept bleibt wohl bis zum Schluss ein Geheimnis.


Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb
Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb
von Clare Furniss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Wenn das Leben aus der Bahn gerät, 23. September 2014
Die 15jährige Pearl lebt ein glückliches, zufriedenes, typisches Teenagerleben, bis sich ihre Welt von einem auf den anderen Tag plötzlich und unerwartet nicht mehr auf der gewohnten Bahn weiter dreht. Ihre Mutter stirbt bei der Geburt ihrer Halbschwester Rose. Eigentlich hatte Pearl sich auf das Baby gefreut, aber jetzt ist alles anders. Sie empfindet nur noch Wut und Hass für die " Ratte " , wie sie das Baby nennt. Auch für ihren - bisher geliebten - Stiefvater hat sie nur noch Zorn übrig. Für Pearl ist es absolut unbegreiflich, dass er das Wesen liebt, welches ihr die Mutter genommen hat. Sie fühlt sich verraten und im Stich gelassen.
Ihre Trauer und ihr Schmerz sitzen unbeschreiblich tief und sie kapselt sich immer mehr von allem ab. Auch gegenüber ihrer besten Freundin kann sie sich nicht öffnen und über ihre Probleme reden. Der einzige Zufluchtsort den sie findet, sind " Gespräche" und "Begegnungen" mit ihrer toten Mutter ... bis in der Nachbarschaft ein Junge auftaucht, der ihr wider Willen immer wieder begegnet.

Der in Ich-Form aus Pearls Sicht geschriebene Roman ist sehr emotional, traurig und bewegend. Anschaulich und sehr gut nachvollziehbar schildert das junge Mädchen ihre Gefühle, ihre Trauer, ihre Wut und Verzweiflung im Jahr nach dem Tod der Mutter. Dabei ist jedem Monat ein Kapitel gewidmet.
Man wünscht sich so sehr, dass sie es schafft ihren Schmerz und auch ihre Abneigung gegen Rose zu überwinden.

Auch die Bemühungen von Pearls häufig hilflos und überfordert wirkenden Stiefvater, ihr den Halt zu geben, den sie braucht, sind anrührend geschildert.

Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und einem Jugendbuch angepasst. Dabei sind Pearls " Gespräche" mit dem Geist ihrer Mutter ein wenig bissig, frech und unkonventionell. Diese Szenen lockern die ansonsten eher traurige und emotionale Geschichte auf angenehme Weise auf.

Für mich war dieses Jugendbuch sehr berührend und lesenswert. Ich empfehle es gerne weiter, auch an Erwachsene ( wie ich es bin ).


Tote trinken keinen Whisky: Ein neuer Fall für Pippa Bolle (Ein Pippa-Bolle-Krimi, Band 5)
Tote trinken keinen Whisky: Ein neuer Fall für Pippa Bolle (Ein Pippa-Bolle-Krimi, Band 5)
von Auerbach & Keller
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Pippa inmitten von Schotten und Whisky, 22. September 2014
In ihrem 5. Fall geht Pippas Reise nach Schottland und in die ganz spezielle Welt der Whiskyliebhaber.
Die Amateurdetektivin reist zusammen mit ihrem Bruder Freddy an, um die Hochzeit ihrer Freunde Anita und Duncan, Besitzer einer Whiskybrennerei, zu feiern. Und nebenbei werden natürlich ihre Dienste als Dolmetscherin und Haushüterin wieder gebraucht.

Aber schon an Bord der Fähre geschieht ein Unglück und kaum an Land, muss Pippa erfahren, dass es auch in der Brennerei ihrer Freunde einen Unglücksfall gab. Was ist hier los? Hängen die beiden Unglücksfälle zusammen ? Waren es wirklich nur Unglücksfälle? Ist das Brautpaar involviert? Pippas Neugier und ihre Ermittlungsinstinkte sind erwacht.
Ebenso zur Hochzeit eingeladen sind Rebecca und Pete. Diese beiden Ermittler hat Pippa genau wie Anita und Duncan vor einiger Zeit während ihrer Erlebnisse in England ( " Dinner for one, Murder for two " ) kennen- und schätzen gelernt. Zusammen macht das Quartett sich ans Werk und versucht, die vielzähligen und verwirrenden Ungereimtheiten zu entschlüsseln und Zusammenhänge zu ergründen. Schnell kommen sie auf die Spur einer berühmt-berüchtigten Schmugglerbande. Aber wer gehört dieser an? Wem können sie vertrauen?
Ein Katz- und Mausspiel beginnt.

Wie bereits aus der zu Anfang des Buches aufgeführten Personenliste zu ersehen ist, gibt es in diesem "Schmunzel-Krimi" wieder eine Reihe sehr eigenwilliger und kauziger Protagonisten, aber eben auch wie schon erwähnt einige "alte" Bekannte.

Der Kriminalfall als solches ist zwar in sich abgeschlossen, aber um die Anspielungen auf frühere Fälle besser einordnen und würdigen zu können, lohnt es sich, die anderen Bücher vorab zu lesen ( wenngleich dies auch aus meiner Sicht nicht zwingend erforderlich ist) .

Auch sonst entspricht der Aufbau der Geschichte mit bewährten Elementen und Konzept den Vorgängern. Ein durchaus spannender Kriminalfall mit irreführenden Spuren und zahlreichen Wendungen ist eingebettet in eine ebenso spaßige Handlung, größtenteils hervorgerufen durch schrullige Charaktere und lebendige Dialoge. Die Autorinnen zeichnen sowohl von der rauen Landschaft, als auch von den dort lebenden Menschen - hier sicherlich so manches mal etwas überspitzt- ein liebevolles Bild. Nicht nur die Landesbewohner werden aufs Korn genommen, sondern auch eine Gruppe von Menschen, die ein spezielles, gemeinsames Interesse haben : die Whiskyliebhaber.

Und so ganz nebenbei erfährt man auch noch so einiges Wissenswerte über den "Hauptprotagonisten" diese Buches : den Whisky.

Ich habe mich von diesm Buch wieder bestens unterhalten gefühlt und freue mich schon heute auf weitere Einsätze von Pippa. Allerdings hätte ich mir gewünscht, mal wieder mehr von Pippas Nachbarn und Freunden aus der Berliner Transvaalstraße zu hören bzw. lesen. Vielleicht beim nächsten Mal ?!


Sirius: Roman
Sirius: Roman
von Jonathan Crown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sirius - Ein kleiner " großer Hund ", 9. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Sirius: Roman (Gebundene Ausgabe)
Sirius kommt als Welpe - damals hieß er noch Levi - in die Familie des Planktonforschers Professor Liliencron. Er lebt in einer schwierigen Zeit, genauer gesagt zur Zeit des 2. Weltkrieges mitten in Berlin... und die Liliencrons sind jüdischer Abstammung. Schließlich müssen sie fliehen und landen in Amerika, in Hollywood. Dort wird Sirius entdeckt und gelangt unter dem Namen Hercules zu einigem Ruhm als Hunde-Filmstar. Eine neue aufregende Zeit beginnt und auch die Familie profitiert davon. Auf den pfiffigen Hund aufmerksam geworden, bucht ihn schließlich ein Zirkus für eine Tournee. Doch unglückliche Umstände lassen Sirius verschwinden und er landet wieder in Berlin, mitten in den Wirren des Krieges.

Bei diesem Buch bin ich hin- und hergerissen.

Das Cover erinnert mich an ein Kinderbuch oder Filmplakat aus alten Tagen ( wie z.B. Lassie ), was zwar ganz gut zur Handlungszeit passt, mich aber so gar nicht angesprochen hat. Auch der Schreibstil erinnert häufig eher an ein Kinderbuch, was vermutlich zu dem eher schlichten Gemüt eines Hundes passen soll .( ? ) Es überwiegen die kurzen, knappen, oft sehr einfachen Sätze. Andererseits gibt es auch immer mal wieder wirklich schöne Sätze, die herausstechen und irgendwie nicht so richtig zum Rest passen wollen.
Auch der Klappentext hat mich eher skeptisch gemacht, allerdings auch immerhin so neugierig, dass ich mich auf die Leseprobe eingelassen habe. Und diese hat mir dann auch wider Erwarten ganz gut gefallen. Dieser erste Teil des Buches reißt recht gut das Schicksal einer jüdischen Familie während des 2. Weltkrieges an und nimmt einen teilweise auch emotional mit, obwohl auch hier in meinen Augen vieles eher oberflächlich bleibt.

Der zweite Teil, Sirius Zeit in Amerika, passt für mich danach nicht mehr zum Anfang. Hier geht es nur noch um die Welt des Films und der Stars. Eine Aneinanderreihung von " großen" Namen taucht auf. Die Handlungen wirken auf mich nicht mehr nur oberflächlich, sondern beinahe banal und vollkommen emotionslos. Ich hatte den Eindruck, diese Zeit hätte man auch mit ein paar wenigen Sätzen abhandeln können.

Der dritte Teil dann schließlich beinhaltet Sirius erneuten Aufenthalt in Berlin, im Umfeld Adolf Hitlers. ( Hier wechselt der Name des Hundes abermals; er wird nun Hansi genannt. ) Dieser Abschnitt erschien mir besonders abstrus und abwegig, stellenweise regelrecht albern. Zwar wird dem Leser/der Leserin hier auch wieder - ein allerdings abermals oberflächlicher - Einblick in diese Zeit gegeben, aber die Handlung selbst, d.h. Sirius Erlebnisse, kamen mir sehr an den Haaren herbeigezogen vor.

Auch zu den handelnden Personen, wie z.B. der Familie, habe ich keinerlei Zugang gefunden. Gedankengänge und Gefühle wurden mir nicht ausreichend vermittelt.

Letztendlich habe ich mich gefragt, welche Intuition der Autor mit dem Buch hatte. Sollte es eine Art Märchenbuch sein? Für Kinder oder Erwachsene? Eine Parodie oder Satire? Ich habe nichts von dem wirklich überzeugend wiedergefunden. Auch die Anmerkungen auf der Rückseite ( " atemberaubend erzählt, zauberhasft poetisch, zutiefst anrührend" ) konnte ich nicht nachvollziehen.

Mir fällt es wirklich schwer, dieses Buch abschließend zu bewerten. Da mir die Grundidee dieser Geschichte und auch der Anfang einigermaßen gut gefallen hat, vergebe ich " neutrale " 3 Sterne. Ich könnte mir vorstellen, dass es aber durchaus Leser /Leserinnen gibt, die mit dieser Art Humor mehr anfangen können als ich.


Ein Mann namens Ove: Roman
Ein Mann namens Ove: Roman
von Fredrik Backman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Mann wie Ove, 20. August 2014
Ove ist 59 Jahre alt und wurde vor kurzem in den Vorruhestand geschickt. Ove redet wenig und ist ein äußerst pedantischer, prinzipientreuer Mann, dem alles Neue suspekt ist. Er hält nicht viel von der modernen Technik, sondern hält lieber an Altbewährtem fest. Ove ist bärbeißig, griesgrämig, kauzig. Er ist der Schrecken in der Nachbarschaft und der Alptraum aller Verkäufer. Jeden Morgen dreht er seine Runde durch die Siedlung, kontrolliert, ob Autos ordnungsgemäß parken, Fahrräder richtig abgesteltt wurden oder auch, ob der Müll richtig sortiert ist. Störungen seiner geliebten Routine, Änderungen und Neuerungen jeglicher Art verabscheut er. So stört ihn die hässliche Katze, die eines Tages auf dem Weg vor seinem Haus sitzt, genauso wie seine neuen Nachbarn. Doch weder die Katze, noch die quirlige junge Familie lassen sich von dem mürrischen, unfreundlichen Verhalten Oves abschrecken. Denn schnell ist klar, Ove meint es nicht böse. Er ist einfach nur ein schrecklich einsamer Mann und des Lebens überdrüssig.

Obwohl Ove auf den ersten Blick alles andere als sympathisch wirkt, konnte ich ihn sehr rasch in mein Herz schließen. Das Schicksal hat es ihm nicht leicht gemacht und er kann einem eigentlich einfach nur leid tun. Letztendlich wünscht man ihm so sehr, dass es ihm wieder gelingt, einen Sinn in seinem Leben zu finden. Denn dieser seltsame Kauz ist absolut liebenswert.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend. Die Geschichte wird sehr humorvoll und mit einem Augezwinkern erzählt. Ich habe Tränen gelacht, aber genauso konnte ich aus Mitgefühl weinen und bin häufig recht nachdenklich geworden. Denn trotz des großen Spaßfaktors bleibt auch eine gewisse Ernsthaftigkeit bestehen und man kann großes Verständnis und Mitgefühl für diesen einsamen, grundehrlichen Mann aufbringen. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, warum er zu dem Menschen geworden ist, der er ist.

Ich habe dieses absolut wundervolle Buch mit großer Freude gelesen und die Geschichte wird sicher noch lange in mir nachhallen. Ich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht auch das ein oder andere Mal dazu beitragen kann, dass man unleidliche Zeitgenossen mal mit anderen Augen betrachtet und hinter die Fassade schaut. Manche missmutige Menschen brauchen vielleicht ja einfach nur mal etwas Zuwendung und Verständnis.


Der Klang der Lüge: Historischer Roman
Der Klang der Lüge: Historischer Roman
von Liv Winterberg
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unter Katharern, 3. August 2014
Anfang des 14. Jahrhunderts gelangt die junge Alissende, vertrieben aus der Heimat und seit langer Zeit auf der Flucht, in das kleine ( fiktive ) Pyrenäendorf Sériol. Sie und ihre beiden Begleiter werden dort freundlich aufgenommen. Das Leben hier ist zwar eher bescheiden, aber die Dofgemeinschaft inklusive Pfarrer scheint sehr harmonisch und durchaus zufrieden zusammen zu leben. Alissende fühlt sich hier von Anfang an wohl, verliebt sich sogar in einen der Hirten. Als Säugling von der leiblichen Mutter ausgesetzt und schon frühzeitig den Tod ihrer Ziehmutter betrauert, bedeutet dieser neue Lebensabschnitt ein großes, unerwartetes Glück für die junge Frau. Offenbar hat sie hier endlich eine neue Heimat gefunden.

Doch nach und nach muss Alissende erkennen, dass es auch hier Probleme gibt. Sie ist in eine Gemeinschaft von Katharern geraten, die von der katholischen Kirche immer noch verfolgt werden. Und irgendjemand scheint die Einwohner verraten zu haben. Aber wer? Wem kann sie trauen? Abermals stellt sich ihr die Frage, ob es nicht besser wäre, erneut zu fliehen? Oder soll sie um ihr Glück kämpfen?

Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, der Schreibstil ist angenehm, zuweilen recht bildhaft und man kann dem Geschehen gut folgen. Das gewählte Thema und der historische Hintergrund sind recht interessant.

Allerdings habe ich von der gesamten Ausführung mehr erwartet. Das Buch hat einen sehr spannenden, etwas mystisch angehauchten, vielversprechenden Einstieg. Danach flacht die Spannung aber leider über längere Strecken hinweg stark ab und von Mystik gibt es keine Spur mehr. Ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte nur noch so vor sich hinplätschert. Erst zum Ende hin gewinnt sie wieder etwas mehr an Fahrt. Obwohl mir auch hier schon früh klar war, wer zu den Verätern gehört.

Die einzelnen Charaktere sind zwar ganz interessant angelegt, sind mir insgesamt aber eher zu oberflächlich geblieben. So richtig mitfühlen konnte ich mit keiner der handelnden Personen. Alissendes Wunsch nach Geborgenheit und einer Heimat konnte ich zwar nachvollziehen und verstehen, aber stärkere Emotionen konnte ihr Schicksal bei mir nicht auslösen. Hier wäre sicher noch mehr Potential vorhanden gewesen, um dem Ganzen mehr Tiefe zu geben.

Auch über die Lebensweise der Katharer hätte ich mir noch detailliertere Informationen gewünscht.

Mein Fazit zu diesem Buch ist also: es bietet durchaus ein paar angenehme, unterhaltsame Lesestunden zum Entspannen, geht aber für mich nicht genug in die Tiefe. Insbesondere in Hinblick auf die beiden ersten Romane der Autorin ( " Vom anderen Ender der Welt " und " Sehet die Sünder ), die mir beide sehr gut gefallen haben, wurden diesmal meine Erwartungen nicht voll erfüllt.


Wie ein Stern in der Nacht: Roman
Wie ein Stern in der Nacht: Roman
von Kristin Hannah
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Traurig, tragisch und doch so schön, 21. Juli 2014
Die erfolgreiche Fernsehmoderatorin Tallulah Hart, von den meisten einfach nur Tully genannt, liegt seit einem schweren Autounfall im Koma und kämpft ums Überleben. Oder war es gar kein Unall ? Und will sie wirklich weiter leben ?

Seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit dem Tod ihrer allerbesten Freundin Kate, hat sie ihr Leben nicht mehr richtig im Griff. Zwar hat sie Kate versprochen, sich um deren Familie zu kümmern, aber ihre eigene Trauer und ihre eigenen Probleme stehen dazwischen. Sie bemüht sich wohl mit aller Kraft, insbesondere für ihr Patenkind, Kates Tochter Marah da zu sein und sie aufzufangen, aber im Laufe der Jahre entgleitet diese ihr immer mehr, bis die Situation schließlich eskaliert.

Aus verschiedenen Blickwinkeln und wechselnden Zeitebenen wird nun das Schicksal von Tully, von Marah und auch von Tullys Mutter Dorothy aufgerollt. Man erfährt als LeserIn sehr intensiv was geschehen ist und wie es soweit hat kommen können. Die Hauptprotagonistinnen erinnern sich und haben schwer mit ihren Schuldgefühlen zu kämpfen. Auch Tullys Unterbewusstsein hat manche " Schlacht " zu schlagen und wird dabei von Erinnerungen an Kate eingeholt.

Die Geschichte, die sich hier offenbart, ist sehr emotional, in weiten Teilen sehr traurig und tragisch. Es gibt eine Menge ernsthafte Probleme, bei denen es keinen Ausweg zu geben scheint. Es scheint kein Lichtstreif am Horizont zu geben. Nur die tiefe Freundschaft zwischen Kate und Tully leuchtet " Wie ein Stern in der Nacht " und gibt Anlass zu Hoffnung.

Der Titel dieses bewegenden Romans ist in meinen Augen äußerst treffend gewählt und passt perfekt. Auch das Cover passt hervorragend.

Die einzelnen Charaktere sind für mich sehr greifbar dargestellt. Ich konnte ihre Gefühle und Gedanken meist sehr gut nachvollziehen. Die wechselnden Sichtweisen ermöglichen ein anschauliches, mehrdimensionales Bild der beteiligten Personen.

Allerdings muss man sich auf diese häufigen Wechsel der Perspektive auch einlassen und sich darauf konzentrieren, sonst könnten sie evt. zu Verwirrungen führen.

Ich habe dieses Buch sehr genossen, auch ohne den ersten Teil ( "Immer für dich da " )vorher fertig gelesen zu haben ( Dies werde ich nun aber schnellstens nachholen ).


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