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SacredMetal "Adorer of Steel"

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Funktionslos, 4. Oktober 2014
Leider funktioniert die Dockingstation mit meinem neuen erworbenen Z3 nicht. Sprich: Egal, in welchem Winkel man das Handy einstellt, wird es trotz Kontakt nicht geladen. Schade eigentlich.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 30, 2014 7:11 AM CET


In a Mirror Darkly
In a Mirror Darkly
Preis: EUR 18,98

5.0 von 5 Sternen Eines der drei besten Mekong Delta-Alben überhaupt!, 29. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In a Mirror Darkly (Audio CD)
Spricht man über Progressive Metal, so fallen schnell und ganz selbstverständlich Namen wie WatchTower, Dream Theater, Fates Warning oder auch Zero Hour, Psychotic Waltz, Power Of Omens und gerne auch mal Anacrusis. Seltsamerweise taucht in fast keiner Aufzählung der Bandname MEKONG DELTA auf. Ob das nun mit dem berühmten Propheten im eigenen Lande zu tun hat oder schlichtweg dem Übersehen großartiger Klassiker wie "Dances Of Death", "The Music Of Erich Zann" oder dem vor vier Jahren veröffentlichten, fantastischen "Wanderer On The Edge Of Time" vermag ich nicht zu sagen. Eines ist jedoch klar: Das lange angekündigte und mehrmals verschobene neue Album gehört zu den ganz großen progressiven Werken der letzten Jahre und, ich nehme es vorweg, wer 2013 beim genialen Memento Waltz-Erstling ausgeflippt ist vor Begeisterung, muss dies zwangsläufig auch bei "In A Mirror Darkly" tun.

Versehen mit einer brillianten, glasklaren Produktion knallt einem die Mannschaft von Mastermind Ralph Hubert zu Beginn zwei insgesamt siebeneinhalb Minuten lange Instrumentalabfahrten vor den Latz, die direkt deutlich machen, dass es stilistisch genauso weitergeht wie auf dem "Wanderer": Deutlich klassikbeeinflusst, immer vertrackt bis aufs Äußerste, ohne jedoch den roten Faden des Songs zu vernachlässigen.

"The Armageddon Machine", das erste Stück mit Gesang von Martin LeMar, beginnt anschließend mit einem herrlich vertrackten Rhythmusfeuerwerk, aus dem sich dennoch einschmeichelnde Melodien hervortun, die tatsächlich ohrwurmigen Choruscharakter haben. Trotzdem: Breaklastiger als bei diesem Sahnestück waren WatchTower in ihrer Hochphase im übrigen auch nicht.
"The Silver In God's Eye" nimmt dann den Vertracktheitsgrad deutlich heraus und dreht stattdessen die Athmosphäre in eine etwas düstere Richtung. Ungewöhnlicher Track, der zuerst gar nicht zünden mag, den man aber nach wenigen Hördurchgängen nicht mehr missen möchte.

"Janus" ist dann wieder verschachtelter, dezent thrashlastiger Progressive Metal der Extraklasse, versehen mit fantastischen Melodylines, die ein Großteil der Konkurrenz heute leider einfach vergisst, aufzunehmen.
Und so geht weiter auf diesem Album, dass außer einem verbesserungswürdigen Coverartwork keine Schwachpunkte offenbart. "Inside The Outside Of The Inside" ist nicht nur der bisherige Songtitel des Jahres, sondern auch ein Instrumental, welches in dieser Klasse selbst Dream Theater nicht mehr schreiben. Die beiden abschließenden "Hindsight Bias" und "Mutant Messiah" stehen dann wieder ganz in der Tradition des Albumhighlights "Janus" und zeigen abermals, welch großartige, komplett unterbewertete Band sich seit 1987 (!) die Beine ausreißt, um selbige hier auf den Boden zu bekommen.
Mit "In A Mirror Darkly" MUSS es doch mal klappen!


This Global Hive Part One
This Global Hive Part One

4.0 von 5 Sternen Spannendes Progressive Metal-Album, 29. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: This Global Hive Part One (Audio CD)
David Bellion ist nicht nur Sänger bei den gutklassigen Fracture sowie den großartigen Neue Regel, sondern war auch noch bei der Progressive Metal-Legende Vauxdvihl/Vaudeville als Mann am Mikro für unzählige Gänsehautmomente zuständig - die aber bis heute leider unveröffentlicht blieben. Keyboarder Eddie Katz (auch Ex-Vauxdvihl) hat seit 2005 mit MECHANICAL ORGANIC eine neue Band am Start und, das haben die wenigsten bislang auf dem Schirm, bereits drei Alben in Eigenregie veröffentlicht. Von diesen dreien ist das 2012er-Werk (hier ist erstmals Bellion am Gesang zu hören) das bislang überzeugendste und während der zweite Teil von "This Global Hive" in diesen Tagen erscheint, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf diese Band hier kurz hinzuweisen. Was haben wir also auf der Habenseite von MECHANICAL ORGANIC zu verbuchen?

Stilistisch ist das Ganze eindeutig dem Progressive Metal-Bereich zuzuordnen, man fühlt sich irgendwo in der Schnittmenge aus aktuellen Leviathan und (natürlich) Vauxdvihl sehr wohl, ohne das Frickelige von Neue Regel abzukupfern oder zu übernehmen. Auffallend sind die vielen (Sprach)-Samples, die in vielen Songs enthalten sind. So ziehen sich die zweieinhalb Minuten des Intros "Meek As A Dove, Wise As A Serpent" doch etwas sehr in die Länge und auch das Magnum Opus "The Dark Ones Know" (immerhin annähernd 20 Minuten lang) hätten ein paar Kürzungen gut getan. Dem gegenüber stehen aber recht straighte Proghämmer der Marke "Artistic Atrocities" oder "Intellectual Clones", die ein wenig wie gestraffte Power Of Omens tönen.

Einfach machen es einem die Australier auf jeden Fall nicht - man muss schon auf verschachtelten Progressive Metal stehen, man darf bei Keyboardsamples und elektronischen Spielereien nicht schreiend den Ohrensessel verlassen und auch nicht aufgeben, wenn ein Track nicht direkt beim dritten Mal zündet. Ich hatte das ganze Zeit das Gefühl, hier einem musikalischen Verwandten des aktuellen Leviathan-Albums zu lauschen.

"This Global Hive" wirkt in seiner hintergründigen Komplexität ein wenig wie sprichwörtliches Kopfkino - lässt man sich darauf ein und hört dieses glasklar produzierte Werk mehrfach am Stück, bevorzugt unter dem Kopfhörer, eröffnen sich Welten, die erforscht werden wollen und die einen, zumindest manchmal, das Ableben der grandiosen Vauxdvihl vergessen macht.
Mit dem letzten Stück "Belief Inoculation" gelingt den Jungs dann ein ohrwurmiger, an Fates Warning erinnernder Cliffhanger - und jetzt bin ich heiß auf "Part Two"!


Unrepentant Geraldines
Unrepentant Geraldines
Preis: EUR 14,99

18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder da, wo sie herkommt!, 9. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Unrepentant Geraldines (Audio CD)
Man könnte es sich einfach machen und das alte Klischee aufwärmen, dass manche Wege gegangen und Reisen gemacht werden müssen, um zurück zu sich selbst zu finden. Ein Fünkchen Wahrheit scheint aber dran zu sein, denn wie Scarlet im titelgebenden "Scarlet's Walk"-Album erst quer durch das Land reisen musste, um mit sich ins Reine zu kommen, musste TORI AMOS sich scheinbar erst mit ihrem alten Songmaterial beschäftigen und es klassisch arrangieren ("Gold Dust"), musste mehrere Alben aufnehmen, die trotz vereinzelter Höhepunkte (die es auf jedem Amos-Werk gibt!) immer viel zu lang und verwirrend waren ("The Beekeeper", "Abnormally Attracted To Sin", "American Doll Posse"), musste gar, auch wenn es schwerfällt zu glauben, ein Weihnachtsalbum herausbringen ("Midwinter Graces") um schließlich wieder da zu landen, wo sie begonnen hat: Bei überwiegend ruhig arrangierten, stilistisch reduzierten und sehr intimen Songs - bei, Ladies and gentlemen, Sie ahnen es, "Unrepentant Geraldines".

Ich hatte, um es vorsichtig auszudrücken, keine großen Erwartungen an das neue, mittlerweile vierzehnte Studioalbum. Ich wollte es wie in den letzten Jahren machen: Die Rosinen werden herausgepickt, der Rest verschwindet alsbald im riesigen Tori-Archiv - so mein Plan.
Doch Tori Amos anno 2014 hat sich an das Piano und ihre Stimme als tragende Elemente ihrer Songs erinnert - so denkt man, und das ist die eigentliche Sensation dieser Scheibe, bei fantastischen Gänsehauttracks wie "Wild Way", "Weatherman", "Selkie" oder "Invisible Boy" deutlich an die Atmosphäre, die "Little Earthquakes" und "Under The Pink" zu Klassikern gemacht haben. Das rührende Duett mit ihrer Tochter Tash ("Promise"), die schöne Liebeserklärung an das "andere" Amerika ("America"), die Liebeserklärung "Wedding Day", die NSA-Abrechung "Giant's Rolling Pin", das vom Maler Paul Cézanne inspirierte "16 Shades Of Blue", der lange, mit einem Widerhakenchorus versehene Titeltrack, ja, eigentlich alle anderen weiteren Songs zeigen, dass Tori Amos wirklich rein gar nichts verlernt hat und all ihre stilistischen Experimente ("Verzettelungen" meinten gar einige) der Vergangenheit genau so von ihr gewollt waren. Ob ihr Masterplan vorsah, irgendwann wieder bei der "Little Earthquakes"-Phase herauszukommen, vermag ich nicht zu sagen. Zuzutrauen wäre es ihr.
"Unrepentant Geraldines" ist eine Platte geworden, die eigentlich niemand auf der Rechnung haben konnte, denn so stark war Tori seit vielen, vielen Jahren nicht mehr (einzig erhofft hatte man es). Oder um mal ganz kurz ganz euphorisch zu werden: "Unrepentant Geraldines" ist ein Wahnsinnsalbum. (MK)

P.S.: Wer immer auf die Idee gekommen ist, sowohl die Songtexte im (schönen) Booklet als auch auf dem Backcover in einer willkürlichen Reihenfolge abzudrucken: Es ist eine doofe Idee.

P.P.S.: Drei "exclusive" Bonustracks, je einer bei der "Deluxe CD/DVD-Edition", bei der iTunes- und der Amazon-Version ist nicht gerade verbraucherfreundlich. Ich hoffe auf baldige Veröffentlichung zumindest der Downloadbonustracks auf kommenden Singles.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2014 1:04 PM CET


Griseus
Griseus

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein perfekter Klassik-/Metal-Bastard!, 8. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Griseus (Audio CD)
Sie sind rar geworden, diese Momente, bei denen man sofort weiß, dass man etwas Besonderem lauschen darf. Als ich zum ersten Mal über „Griseus“ vom australischen Ein-Mann-Projekt AQUILUS stolperte, dachte ich nach wenigen Minuten des Openers ‚Nihil‘, dass es sich hier um recht gewöhnlichen, wenngleich atmosphärischen Black Metal handelt. Doch weit gefehlt, denn was der Musiker Waldorf (keine Muppets-Witze, es ist ernst!) hier nach jahrelanger Arbeit auf die Menschheit losgelassen hat, hat man in der Form noch nicht hören dürfen und ist viel mehr als „nur“ irgendeine Form von Metal.

Nach ungefähr acht Minuten wandelt sich ‚Nihil‘, und damit das ganze Album, zu einem Klassik-Soundtrack der Sonderklasse, perfekt arrangiert mit Orchesterklängen, sanften Akustikgitarrenparts und einer Kino-Atmosphäre, für die Hollywood töten würde. Wer nun denkt, dass das Ganze zwangsläufig in Kitsch ausarten muss, liegt abermals falsch, denn „Griseus“ klingt vollendet natürlich und im Fluss, so dass kein Platz für Rhapsody-Pathos und Manowar-Casio-Teppiche ist. Ich tue mich schwer mit Bezeichnungen wie „Metal Symphonie“, da es da draußen mittlerweile eine ganze Metalsymphonienindustrie gibt, aber AQUILUS ist vielleicht das erste Projekt, dem es gelungen ist, eine solch perfekte, stilübergreifende, einfach „echte“ Symphonie zu schreiben. Wer mal wieder von Musik umgehauen werden möchte, wer sich einen Stilmix aus Ambient, reiner Klassik, minutenlangen Pianopassagen, Black Metal (Waldorfs rarer Gesang ist reiner BM) und allerepischsten Soundtracks vorstellen kann, wem Musik immer noch so wichtig ist, dass er sich auf etwas Neues einlassen möchte, der sollte sich von diesem kleinen Wunderwerk verzaubern lassen. Gibt es demnächst auch als limitierte Vinylausgabe!


Division By Zero
Division By Zero
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zero Hour meets WatchTower meets Memento Waltz!, 30. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Division By Zero (MP3-Download)
Teilt man eine beliebige Zahl durch Null, und das wisst ihr hoffentlich alle noch aus langweiligen Mathestunden, so erscheint "error" auf eurem Taschenrechnerdisplay. Und mit einem solchen "Error-Geräusch", das PC-affine Menschen hassen werden, beginnt auch der erste Song "Omicron" der neuen Scheibe von MEMENTO WALTZ, die zumindest ich und eine handvoll Unentwegte heiß erwartet haben. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es sich bei dem Geräusch um keinen Fehler meiner Vorab-MP3-Fassung gehandelt hat, ging sie los, die Progressive Metal-Abfahrt. Wer die Vorgänger-EP "Antithesis Of Time" kennt, weiß, was ihn bei den Italienern musikalisch erwartet: Komplexer, anspruchsvoller, dennoch jederzeit nachvollziehbarer Progressive Metal, der, ich übertreibe nicht, mit seinen großen Vorbildern wie Zero Hour, Twisted Into Form oder auch Spiral Architect mithalten kann. Die letzten paar Zero Hour-Alben übertrifft "Division By Zero" sogar, denn MEMENTO WALTZ klingen wärmer, sind zugänglicher und schlicht abwechslungsreicher als die erwähnten US-Progger. In den knappen 40 Minuten des Albums gibt es auf jeden Fall eine Unmenge zu entdecken, es gibt "genre-typische" Instrumentalwahnsinnigkeiten, es gibt atmosphärischen, noch einmal stark verbesserten und sehr variablen Gesang, einen endlich mal fast durchgängig hörbaren Basse, gigantische Gitarrenleads - und es gibt vor allen Dingen das allerwichtigste: Sieben Songs, an denen man sich kaum satthören kann und die einem ziemlich brachliegenden Genre neue Impulse geben könnten. Das Album erscheint übrigens als Eigenpressung, da zwei der für diese Musik wie geschaffene Labels (eines aus Deutschland, eines aus den USA) die Platte ablehnten. Eigentlich komplett unfassbar, da "Division By Zero" eines der besten europäischen Progressive-Alben der letzten Jahre geworden ist.


The Mountain (Limited Edition im Digipack inkl. 2 Bonustracks)
The Mountain (Limited Edition im Digipack inkl. 2 Bonustracks)
Preis: EUR 43,16

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tatsächlich das bisher beste Haken-Album!, 28. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer hätte damit rechnen können, dass im durchaus nicht schwach besetzten Prog-Herbst, der immerhin neue Scheiben von Fates Warning, Dream Theater, SubSignal oder Thought Chamber zu bieten hat, die Briten HAKEN qualitativ ganz vorne mitspielen werden?
Das Debüt "Aquarius" von 2010 war eine gute, wenngleich auch kaum überragende Progscheibe, den Nachfolger "Visions" habe ich dann verpasst, aber "The Mountain" scheint die Band jetzt wirklich ganz nach vorne zu katapultieren.
Der erste Hördurchgang hat mich noch etwas fragend zurückgelassen und ich habe mich lieber der neuen Dream Theater-Platte zugewandt (da weiß/kennt man, was man hat), aber ich hatte immer diese eine Stimme im Hinterkopf: "Hör doch noch mal in die Haken rein, los, mach!" Und dann hat es, nach nicht ganz so langer Zeit wie bei der neuen Fates Warning, doch "klick" gemacht, und ich komme neben meinen derzeitigen Black Metal-Highlights kaum noch dazu, etwas anderes zu hören als den vorliegenden Berg.

Die Plattenfirma haut auf jeden Fall ordentlich auf den Putz, es befänden sich immerhin Musiker von Linear Sphere im Lineup und überhaupt fänden sich hier etliche Absolventen von Musikhochschulen. Mir egal, denn wenn das Ganze so komplett fantastisch klingt wie hier können sie auch auf der örtlichen Tom Angelripper-Schule in Gesenkirchen gewesen sein.
Als erstes fallen dem unbedarften Hörer (lies: mir) die wirklich überragenden Gesangsarrangements auf. Das betrifft nicht nur den hauptamtlichen Sänger Ross Jennings, sondern die perfekten Satzgesänge, die man seit dem Spock's Beard-Debüt kaum mehr zu hören bekommen hat. Dann erwischt man sich von Hördurchgang zu Hördurchgang mehr dabei, dieses eine, das Album durchziehende Hauptthema mitzusingen oder -zusummen, um dann schließlich nie mehr davon loszukommen. Mir liegen leider die Texte (noch) nicht vor, aber ich gehe davon aus, dass, wenn schon die Musik durch diverse Melodien verbunden ist, sich auch textlich zumindest ein grobes Konzept findet. Doch es gibt natürlich nicht nur "diese eine" Melodie, denn die ganze Stunde ist durchzogen von gar wunderschönen Weisen.
HAKEN gelingt das Kunststück, die progmässig kaum zu toppenden 70er (Yes) mit den 80ern (Fates Warning), den 90ern (Dream Theater, Shadow Gallery), den 00ern (Pain Of Salvation) und, oh gott, modernen Sounds zu kombinieren, ohne dabei als weiterer Dream Theater-Clone durchzugehen. Natürlich - ein abgefahrener Instrumentalpart wie beim Monstersong "Pareidolia" findet sich auch auf diversen DT-Blaupausen, aber haben Petrucci und Co schon jemals einen Gesangsoverkill wie "Cockroach King" oder ein kurzes Wunderwerk wie "As Death Embraces" hinbekommen?
Lange Rede, kaum noch Sinn: Prog-Metaller mit Lust auf etwas Besonderes sollten sich "The Mountain" unbedingt in den Schrank stellen.


Darkness in a Different Light (Special Edition)
Darkness in a Different Light (Special Edition)
Preis: EUR 11,97

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neun Jahre mussten wir warten - es lohnt sich!, 28. September 2013
Es ist immer ein Gefühl, als würden die eigenen Kinder einem ein Messer in den Rücken stechen, wenn einstige Lieblingsbands, ehemalige Combos, die man vergöttert hat, nur noch Mist abliefern. Virgin Steeles DeFeis hat sein Songwriting-Rezept scheinbar seit Jahren verlegt, Queensryche bekommen mit dem nächsten LaTorre-Album noch eine einzige Chance bei mir, über Manowar brauchen wir uns hier wohl kaum mehr unterhalten und Dinge wie Cage, Death Dealer oder Aska, die ich früher kaum erwarten konnte, langweilen mich heute nur noch mit Billigheimerproduktionen.

Zum Glück trifft das alles auf die neben Mercyful Fate/King Diamond beste Metalband aller Zeiten nicht zu, denn neun Jahre nach dem eigentlich von mir prophezeiten Abgesang "X" sind FATES WARNING mit einem richtig starken Album zurück, welches meiner bescheidenen Meinung nach die beiden Vorgänger locker in die Tasche steckt. Nur ein Ausfall bei zehn Songs ist auf jeden Fall ein hervorragendes Ergebnis, das viele etablierte Bands nicht mehr erreichen.

Das Eröffnungdoppel "One Thousand Fires" und "Firefly" lassen einen direkt denken, dass der Arch/Matheos-Ausflug den beteiligten Musikern sehr gut getan hat. Das Riffing ist auf jeden Fall deutlich vom "Sympathetic Resonance"-Meisterwerk inspiriert. Man ist wieder melodischer als auf "Disconnected" und "X", das Drumming von Bobby Jarzombek ist akzentuiert und auf den Punkt präzise, wenngleich ich das Endergebnis gerne mal mit mit Mark Zonder hören würde. Jim Matheos und Frank Aresti als Traumpaar an der Gitarre verstehen sich blind und zeigen, dass man modern klingen kann, ohne die Melodien zu vernachlässigen. Dann wäre da noch Ray Alder, der natürlich nicht mehr so himmelhoch wie auf "Perfect Symmetry" oder "No Exit" singen kann (Tabak sei dank), aber man kann nicht anders als sich eine dicke Entenpelle zuzulegen, wenn das erste Mal der Refrain zu "Firefly" ertönt. Er gehört halt immer noch zu den überragenden Stimmen im Musikzirkus.

Umso ärgerlicher, dass all diese Zutaten im einzigen Komplettausfall des Albums, "Desire" nicht zu greifen scheinen, denn der Track klingt seltsam unfertig und der Chorus ist in punkto Eintönigkeit kaum zu übertreffen. Egal, denn die folgenden anderthalb Minuten von "Falling" entschädigen für alles - was für ein wundervoll-melancholisches, kleines Meisterwerk, bei dem wirklich nach 90 Sekunden alles gesagt ist und nach dem eigentlich eine Gedenkminute eingefügt gehört. "I Am" ist dann wieder eher typisch moderne FATES WARNING-Kost der letzten drei Alben, während das sehr ruhige "Lighthouse" auch auf "A Pleasant Shade Of Grey" eine hervorragende Figur gemacht hätte und zu den emotionalsten Songs des Albums gehört.
Der Track, der bei mir am meisten gewachsen ist (neben dem grandiosen Mammuttrack "And Yet It Moves", dessen letzten vier Minuten noch einmal alle Stärken FATES WARNINGs bündeln und wohl den Höhepunkt des Albums darstellen), ist mit "O Chloroform" zwar seltsam betitelt, aber nichtsdestotrotz ein absolutes Meisterwerk. Alder schafft es wie kaum ein Zweiter, die famosen Melodylines so klingen zu lassen, als würde er nicht einfach "nur" einen Song interpretieren, sondern diesen Song leben, ja gewissermaßen zu diesem Song werden.

Sind Fates Warning also endlich wieder alleinige Throninhaber der Musikwelt wie zwischen "The Spectre Within" und "Parallels"? Natürlich nicht! Ist "Darkness In A Different Light", das im übrigen von ein einem fantastischen Cover umhüllt wird, das beste FATES WARNING-Album dieses Jahrtausends geworden? JA!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 21, 2014 7:07 AM CET


Paraiso (Deluxe Edition)
Paraiso (Deluxe Edition)
Preis: EUR 13,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SubSignal - ruhiger, aber genauso großartig, 28. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Paraiso (Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach dem 1997er-Album "Uneven" geschah mit den deutschen Progressivos Sieges Even etwas Unerhörtes: Ein Stilwechsel! Weg vom verschachtelten (ohne jeden Zweifel bis dato hierzulande beinahe konkurrenzlosen) Kopfkino, hin zu mehr Gefühl, Wärme, Melodie und "Songs". Leider war nach zwei grandiosen Alben ("The Art Of Navigating By The Stars" und "Paramount" - beides verdammte Pflichtkäufe!) dann Schluss und die Herren Menses (v.) und Steffen (g.) gründeten SUBSIGNAL, deren zwei bisherige Werke die stilistischen Merkmale nahtlos fortführten.
Nun also "Paraiso". Die Platte klingt bereits nach den ersten Takten wunderbar vertraut, der Wohlfühlprog dringt wieder sofort in jede Pore, die Produktion ist abermals überwältigend gut (Leute, wenn ihr Alben zum Boxentesten benötigt, versucht es bitte mit den beiden letzten Alben von Sieges Even sowie dem Gesamtwerk SUBSIGNALS - viel größer können Platten kaum klingen!) und in die Melodielinien - bereits der Chorus zum Titeltrack (siehe Video unten) ist famos - möchte man sich am liebsten mit offenen Armen hineinfallen lassen. Probiert es aus mit dem Viereinhalbminüter "A Long Way Since The Earth Crashed", was einem trotz des Tites ein dickes Grinsen auf die Backen zaubert. Bei "The Blueprint Of A Winter" hat man sich die Dienste von Stream Of Passion-Sängerin Marcela Bovio gesichert, die ganz gut zu dem hochmelodischen Stil des Songs passt, den es übrigens tatsächlich auch als ganz echte Single auf der Bandhomepage zu kaufen gibt. Highlights hat, und das ist bei dieser Band nichts Neues, "Paraiso" zuhauf, schwächere Songs kann ich beim besten Willen keine finden. Mit dem Piano und der Akustikgitarre als allgegenwärtige melodieführende Instrumente muss man natürlich leben können, dann wird man mit Sicherheit auch an diesem Album monatelang seine Freude haben, zumal es bei aller vordergründigen Eingängigkeit einfach soviel zu entdecken gibt.

Also: wer die Band bisher verehrt hat, wird auch das Drittwerk lieben. "Paraiso", und dieses persönliche Fazit sei mir gegönnt, läuft mir gar noch besser rein als der beileibe nicht schwache Vorgänger "Touchstones". Tolles Album einer wirklich großartigen deutschen Gruppe!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2013 2:41 PM MEST


Dream Theater (Deluxe Edition)
Dream Theater (Deluxe Edition)
Preis: EUR 11,49

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dream Theater - da weiß man, was man hat, 21. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Mit dem siebten Album seit 2002 zeigen DREAM THEATER, dass sie nicht nur fleißig sind, die zumindest in weiten Teilen vorhandene hohe Qualität der Veröffentlichungen beweist, dass der kreative Output des Quintetts scheinbar nie versiegt. Es wird weiter alle zwei Jahre ein Album aufgenommen, das Fans blind kaufen dürfen. Auch der viel diskutierte Portnoy-Split konnte der Band nichts anhaben, war doch schon das programmatisch betitelte „A Dramatic Turn Of Events“ ein klasse Album mit zugebenermaßen, aber verständlicherweise etwas zu „auf Nummer sicher“ komponiertem Songmaterial.

Nun also, fast dreißig Jahre nach der Gründung, das erste selbstbetitelte Werk und es scheint, als wollen es die Fünf noch mal richtig wissen. Denn so locker-flockig, straight und frisch, aber auch so melancholisch klangen DREAM THEATER seit vielen Jahren nicht. Dabei ist der Einstieg mit dem kurzen, nicht sonderlich originellen Instrumental (das lustigerweise bei nicht mal drei Minuten Länge in drei Teile aufgeteilt wird) „False Awakening Suite“ nicht mal optimal gelungen. Danach folgen aber direkt zwei Knaller: Das bereits vorab verbreitete „The Enemy Inside“ hat einen spannenden Aufbau und einen zwar simplen, aber umso effektiveren Chorus. Das nachfolgende „The Looking Glass“ beginnt dann wie ein Rush-Song, schlägt dann aber in einen kommerzielles Potential nicht nur andeutenden Ohrwurm um, deren „You live without shame, you’re digging up a gold mine…“-Refrain ich seit Wochen nicht mehr aus dem Ohr bekomme.

Das Instrumental „The Enigma Machine“ ist für mich, sollte ich mich für einen entscheiden müssen, erster Skipkandidat, denn für ein DT-Instrumental passiert hier meines Erachtens doch deutlich zu wenig. Brillant gespielt, klar, es sind halt DREAM THEATER, aber eben auch schon mehr als einmal gehört und vermutlich in einem Take eingespielt.

„The Bigger Picture“ ist dann zum Glück wieder um einiges stärker, zeigt es die Band doch von der Seite, die man zuletzt auf den Highlights „The Best Of Times“ und „Breaking All Illusions“ gezeigt hat. Sprich: Petruccis hoch-melodisches, singendes Gitarrenspiel begeistert, es gibt jede Menge extrem eingängige Melodien (Chorus, Strophen, Bridge – immer mit einem LaBrie in Hochform!), eine perfekte Songsteigerung, wie es eben nur die Besten der Besten hinbekommen und das alles nicht auf 15 Minuten ausgewalzt, sondern auf nur knappen siebeneinhalb Minuten. Mit den schwachsinnigen Behauptungen, DREAM THEATER können keine Songs schreiben, sollte man sich ja spätestens seit dem Majesty-Demo nicht mehr ernsthaft beschäftigen, aber „The Bigger Picture“ ist ein weiterer Sargnagel in die verkrusteten Ansichten der „Nänänä-ist-doch-alles-kein-Prog“-Kritiker.

„Behind The Veil“ beginnt anschließend wie ein 70er-Jahre-Progmonster, sehr (atmo-)sphärisch und relaxt, bevor es nach knappen 90 Sekunden plötzlich doch recht metallisch wird. Die ersten Strophen erinnern leider etwas an längst vergangen gehoffte „Train Of Thought“-Zeiten, spätestens nach dem ersten Hören des ultra-ohrwurmigen Chorus („Someone save me, look behind the veil….“), der auch in anderem Arrangements von Threshold stammen könnte, ist das aber vergessen. Auch hier fällt wieder das recht straighte, schnell auf den Punkt kommende Songwriting auf und Petrucci haut die wohl besten Soli des Album aus den Saiten.

Merkt ihr was? Es war bisher kein Longtrack dabei und das wird auch die nächsten beiden Songs („Surrender To Reason“) und („Along For The Ride“) so bleiben. Erster klingt zu Beginn tatsächlich erneut wie die Kanada-Götter Rush und ist auch tatsächlich so gut wie die letzten vier Rush-Alben. Da selbige aber leider alle nicht mehr so stark sind, ist auch „Surrender…“ jetzt eher unter den schwächeren Songs des Album einzuordnen. „Along For The Ride“ ist dann tatsächlich die beste DT-Ballade seit langer Zeit und ein wirklich richtig schöner Song, der Hitpotential hat. Einzig das Zirkus-Keyboard-Solo gegen Ende hätte nicht sein müssen, aber das ist letztlich Geschmackssache.

Dann kommt er doch noch, der Longtrack. Satte 22 Minuten ist die „Illumination Theory“ lang und, wie es sich gehört, ein wahres Monster geworden. Das ist definitiv der Song, der, wen wundert’s, am meisten Aufmerksamkeit benötigt, geht er doch nicht so schnell ins Ohr wie die sieben Songs vorher. Hier zeigen DT, auch wenn es wie ein Klischee klingt, alles, was sie draufhaben. Ausladende Arrangements, lange Instrumentalabfahrten (direkt zu Beginn zum Beispiel….), fette Gitarren („Live, Die, Kill“, Mr DeMaio!), ein fantastischer Streicherpart, der von einem New-Age-lastigen Intro eingeleitet wird („The Embracing Circle“) und ein mächtiges, aufhorchendes Finale (der Bass!) lassen den geneigten DT-Fan abermals mit der Gewissheit zurück, dass es die richtige Lieblingsband ist, die man da auserkoren hat.

Fazit: Für mich ist „Dream Theater“ mindestens auf dem Niveau von „Black Clouds…“, welches bisher das Krönchen des „besten DT-Albums des neuen Jahrtausends“ getragen hat.

P.S.: Kleines Detail am Rande: Jedes Bild des hervorragend illustrierten Booklets (Hugh Syme halt…) ist besser als das doch sehr maue „Hauptcover“. Manche Entscheidungen muss man nicht verstehen.
(von sacredsacredmetal blogspot de)


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