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Rezensionen verfasst von
Peter Limbach "PeterCologne" (Köln)
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Heaven & Earth (Digipak)
Heaven & Earth (Digipak)
Preis: EUR 16,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frickel-Pop mit Stil, 30. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heaven & Earth (Digipak) (Audio CD)
Nehmt euch Zeit für dieses Album, es ist eines der absonderlichsten von Yes... ich habe es nach knapp zwei Wochen Dauerhören (Yes muss man immer reichlich Chancen geben) tatsächlich doch noch schätzen gelernt. Es ist wahrlich kein Relayer und Tales From Topographic Oceans, also kein Großwerk des Progressive-Rock, es ist auch kein Big Generator und kein Talk, also ein Art-Rock-Großwerk der zweiten Yes-Generation...

... es ist - Pop. Aber auch das muss man können. Im hohen Alter machen die Progressive-Großmeister Yes auf Frickel-Pop mit Stil. Ohne sich einem Zeitgeist anzubiedern, ohne die Seele zu verkaufen. Aber Vorsicht - acht hartnäckige Ohrwürmer im Gehörgang können ganz schön belasten.

Und eigentlich ist doch alles dabei, was man an Yes liebt, nur kompakter, fokussierter... Die verschlungenen Gitarrenläufe von Steve Howe, der eigenwillig-melodiös umherspringende Bass von Chris Squire, die Kunst der Verzierung mit Tasteninstrumenten, diesmal von Geoff Downes, die spannend arrangierten Harmoniegesänge. Der neue Sänger Jon Davison, der fleißig und gut mitkomponiert hat, ist stimmlich zu wenig eigenständig und erinnert etwas zu sehr an den großen Jon Anderson (mit dem die Band immer noch über Kreuz liegt). Den kann der Davison nicht ersetzen. Aber den Gesamteindruck des Albums trübt das auch nicht.

Nein, es gibt, keine langen waghalsigen Instrumental-Passagen. Stattdessen vertrackte Arrangements, die dann aber kaum weniger ausgeklügelt sind, als man das etwa bei Steely Dan schätzt. In A World Of Our Own klingt ein wenig beatlesque. One Step Beyond ist der vielleicht hartnäckigste Ohrwurm von allen. Subway Walls wird allgemein als das progigste Stück gepriesen. Aber das ist relativ. Progressiv ist hier gar nix - doch es gibt in der Tiefe der Lieder einiges zu entdecken.

Nach dem arg glatten Fly From Here zeigen Yes mit Heaven And Earth nicht mehr und nicht weniger, dass sie nach wie vor eigenwillige Melodien, Harmonien und Rhythmen abliefern können. Und man kann der Band wirklich nicht vorwerfen, dass sie sich wiederholt. Yes haben uns so viele Besetzungswechsel und Inkarnationen beschert und auch in den vergangenen 20 Jahren - als andere wie Pink Floyd und Genesis längst aufgegeben hatten - noch immerhin würdige Spätwerke wie Magnification und The Ladder. Auch dieses 21. Album bietet eine frische Version der Rock-Institution: It's Only Pop, But I Like it.

Fünf Punkte sind zwar im Vergleich mit den ganz großen Yes-Alben - neben den oben erwähnten natürlich noch zum Beispiel Drama, Close To The Edge, 90125 und Fragile - übertrieben. Aber ich vergebe sie dennoch mal, um die Werbetrommel zu rühren, um zu demonstrieren: Diese Musik ist trotzdem echt, macht Spaß und tut der Seele gut.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2014 1:32 PM MEST


Steve Winwood
Steve Winwood
Wird angeboten von Rock Pop
Preis: EUR 21,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Meisterwerk!, 24. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Steve Winwood (Audio CD)
Ich bin doch sehr verwundert über die bisherigen Rezensionen zu diesem Album. Man sieht, die Geschmäcker sind sehr verschieden. Für mich ist "Steve Winwood" nicht nur das beste Album von Steve Winwood samt Traffic, Blind Faith und was auch immer noch. Es ist eines der Meisterwerke in 60 Jahren plus populäre Musik.

Jeder Ton hier macht Sinn und bewegt. Schon das erste Stück, Hold On, verführt mit seiner britzelenden Mischung aus Natur und Technik: glasklare, doch sound-tiefe Keyboards spielen einfach, aber tricky, oder umgekehrt, subtil verziert die rhythmische Gitarre, Percussion brodelt spannend. Alles auf diesem Albun ist von der Kunst geprägt, Raffiniertes einfach klingen zu lassen, mit Minimalismus Maximales zu erreichen. Time Is Running Out ist mitreißender weißer Funk, Kopf und Beine tanzen eng umschlungen. Midland Maniac ist eine wunderschöne, sehr musikalische Ballade mit überraschenden Wendungen.

Alles in allem ist das hier Natur-Musik, eine seltsame, eigenwillige Art von Folk vielleicht sogar, nur so dezent elektrisch wie phantasievoll. Und so geht es auf der zweiten Seite weiter, mit Vacant Chair und Luck's Inn. Lediglich der letzte Song Let Me Make Something In Your Life kann das hohe Niveau nicht ganz halten, hat aber auch seine Reize.

Die Stimmung auf diesem Album ist für mich so erfrischend, wie die Klarheit draußen nach einem Gewitter, es regnet noch, ein Regenbogen ist zu sehen, Wolken und leichte Sonnenstrahlen mischen sich, so wie das Leben nun mal ist. Ja nun, Winwood hat tatsächlich rockigere Alben produziert, aber keines mit so viel Energie, Spannung.

Auch nicht zuvor mit Traffic - nichts gegen klasse Alben wie John Barleycorn und The Low Spark - hat Steve Windwood eine derart schöne (dabei niemals gefällig/seicht) Musik geschaffen. Und danach schon mal gar nicht. Arc Of A Diver ist ein gutes Album, hat aber nicht die Tiefe von Steve Winwood, dem Album. Von den ärgerlichen Mainstream-Machwerken wie Back In The Highlife mal ganz zu schweigen. Und auch die jüngeren Alben - z.B. sehr bemüht, wie der ja zuletzt sehr erfolgreiche Santana zu klingen - kommen da nicht mit. Nine Lives ist nett, aber hier dies ist einfach DAS Album. Übrigens mit einem brillanten Sound.


Outer Worlds
Outer Worlds
Preis: EUR 19,66

5.0 von 5 Sternen Eine elektronische Stadt-, Land-, Fluss-Reise, 24. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Outer Worlds (Audio CD)
Welch eine spannende Musik - Kurt Michaels aus Chicago ist ein Gitarrist der Extra-Klasse, am ehesten als Ambient-Experimentator zu bezeichnen. Aber wahrscheinlich greift jede Kategorisierung zu kurz. Und es wird ihm auch nicht gerecht, andere zum Vergleich heranzuziehen. Der Einfachheit halber aber sei gesagt: Michaels soundscapes werden alle jene erfreuen, die Robert Fripp/King Crimson mögen, zum Beispiel. Und wer sich vorstellen möchte, wie Tangerine Dream heute klingen würden, wenn sie nicht das Experimentieren weitestgehend aufgegeben hätten, der sollte Michaels Album Outer Worlds ebenfalls testen. Freunde von John Mc Laughlin und Jimi Hendrix werden ebenfalls begeistert sein.

Erschienen ist Outer Worlds auf dem britischeh Umbrello-Label. Das ist zu erwähnen, weil Michaels im vorigen Jahr auch Freunde des Progressive-Rocks begeisterte: im Vorprogramm von The Syn in den USA, eben jener Band von Umbrello-Chef Steve Nardelli. Mit dabei bei The Syn waren übrigens damals auch Yes-Chef und Bassist Chris Squire und Drummer Alan White.

Die Musik von Michaels aber ist sehr eigen. Zwischen 2.24 und 43.50 Minuten lang sind die Klang-Abenteuer auf Outer Worlds. Der lange Track vergeht dabei scheinbar so schnell wie der kürzeste. Ob es rasanter, im Mid-Tempo oder ruhig zugeht, immer passiert was, immer wieder überrascht die Gitarre zwischen Ambient Spannungsbögen, Jazz, ein bisschen raffiniertem Funk und Rock... Die drei Keyboarder und Elektroniker, die ihn abwechselnd begleiten, liefern ebenfalls aufregende, niemals beliebige Arbeit und tragen zu einem höchst mehr-dimensionalem Klangbild bei. In Jade Princess (6.01) verschmelzen asiatische Einflüsse mit Michales ganz eigener Sound-Welt, Arabisches schimmert hier und da an anderen Stellen durch...

Der Sound ist so futuristisch wie warm und natürlich, das schaffen nicht viele. Mancher tappt in die Technik-Falle, Michaels Musik hat für meinen Geschmack immer Seele in den raffinierten Harmonien und Rhythmen. Bizarre Landschaften voller Leben, sich windende Flüsse, die geheimnisvolle Atmosphäre einer Großstadt bei Nacht und Regen - das sind Eindrücke, die ich bislang hatte.

Dass die Technik derart lebt und atmet, eben jene Seele hat, liegt wahrscheinlich auch daran, dass alles live aufgenommen und alles auf der Bühne improvisiert wurde. In den Jahren 2004 bis 2006... Die Magie des Augenblicks spielt mit. So kommen Stern-Minuten heraus wie das mitreißende und swingende Senor Wences (13.24) oder eben das 40 Minuten plus Stück One, ein wunderbares Wechselbad der Gefühle.

Und das Gute ist, ich hab die Platte jetzt schon eine Weile, bei jedem Hören gibt es Neues zu entdecken, und ich denke, das wird auch noch lange so bleiben.


Outer Worlds
Outer Worlds

5.0 von 5 Sternen Eine elektronische Stadt-, Land-, Fluss-Reise., 19. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Outer Worlds (Audio CD)
Welch eine spannende Musik - Kurt Michaels aus Chicago ist ein Gitarrist der Extra-Klasse, am ehesten als Ambient-Experimentator zu bezeichnen. Aber wahrscheinlich greift jede Kategorisierung zu kurz. Und es wird ihm auch nicht gerecht, andere zum Vergleich heranzuziehen. Der Einfachheit halber aber sei gesagt: Michaels soundscapes werden alle jene erfreuen, die Robert Fripp/King Crimson mögen, zum Beispiel. Und wer sich vorstellen möchte, wie Tangerine Dream heute klingen würden, wenn sie nicht das Experimentieren weitestgehend aufgegeben hätten, der sollte Michaels Album Outer Worlds ebenfalls testen. Freunde von John Mc Laughlin und Jimi Hendrix werden ebenfalls begeistert sein.

Erschienen ist Outer Worlds auf dem britischeh Umbrello-Label. Das ist zu erwähnen, weil Michaels im vorigen Jahr auch Freunde des Progressive-Rocks begeisterte: im Vorprogramm von The Syn in den USA, eben jener Band von Umbrello-Chef Steve Nardelli. Mit dabei bei The Syn waren übrigens damals auch Yes-Chef und Bassist Chris Squire und Drummer Alan White.

Die Musik von Michaels aber ist sehr eigen. Zwischen 2.24 und 43.50 Minuten lang sind die Klang-Abenteuer auf Outer Worlds. Der lange Track vergeht dabei scheinbar so schnell wie der kürzeste. Ob es rasanter, im Mid-Tempo oder ruhig zugeht, immer passiert was, immer wieder überrascht die Gitarre zwischen Ambient Spannungsbögen, Jazz, ein bisschen raffiniertem Funk und Rock... Die drei Keyboarder und Elektroniker, die ihn abwechselnd begleiten, liefern ebenfalls aufregende, niemals beliebige Arbeit und tragen zu einem höchst mehr-dimensionalem Klangbild bei. In Jade Princess (6.01) verschmelzen asiatische Einflüsse mit Michales ganz eigener Sound-Welt, Arabisches schimmert hier und da an anderen Stellen durch...

Der Sound ist so futuristisch wie warm und natürlich, das schaffen nicht viele. Mancher tappt in die Technik-Falle, Michaels Musik hat für meinen Geschmack immer Seele in den raffinierten Harmonien und Rhythmen. Bizarre Landschaften voller Leben, sich windende Flüsse, die geheimnisvolle Atmosphäre einer Großstadt bei Nacht und Regen - das sind Eindrücke, die ich bislang hatte.

Dass die Technik derart lebt und atmet, eben jene Seele hat, liegt wahrscheinlich auch daran, dass alles live aufgenommen und alles auf der Bühne improvisiert wurde. In den Jahren 2004 bis 2006... Die Magie des Augenblicks spielt mit. So kommen Stern-Minuten heraus wie das mitreißende und swingende Senor Wences (13.24) oder eben das 40 Minuten plus Stück One, ein wunderbares Wechselbad der Gefühle.

Und das Gute ist, ich hab die Platte jetzt schon eine Weile, bei jedem Hören gibt es Neues zu entdecken, und ich denke, das wird auch noch lange so bleiben.


Syndestructible
Syndestructible
Preis: EUR 16,85

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nochmal ich - ist alles noch viel besser, kaufen, kaufen..., 4. Dezember 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Syndestructible (Audio CD)
Habe Syndestructble nun fast vier Wochen. Und das Album wird immer besser und mutiert zu einem großen Meisterwerk für Fans progressiver Rock-Musik. Wer Yes zum Beispiel liebt, sollte The Syn unbedingt kaufen.
Dramaturgisch meisterhaft fabrizierte Kompositionen werden mit viel Tiefe und Fantasie instrumentiert. Das sind alles längere, sagen wir mal Mini-Epen (die ersten drei Titel sind im Grunde ein Stück). Der Klangfarbenreichtum ist enorm, die Qualität sämtlicher Musiker atemberaubend. Über Chris Squire von Yes am unvergleichlich spannenden Bass und seine complexen background-vocals muss man man nicht viel sagen.
Aber auch Keyboard-Spieler Gerard Johnson funkelt vielfarbig zwischen swingendem Barock, urbanen Soounds, psychedelischen Einlagen und Jazz-Tupfern. Ein neuer Stern am Prog-Himmel - und ein Wunschkandidat für das nächste Yes-album. Gitarrist Paul Stacey spielt mit Stilen ohne sich zu verzetteln, frickeliger Rock, Slide-Guitar, auch ein cooles Banjo ist zu hören. Steve Nardelli singt schön, nie kitschig und sorgt mit einem leicht bluesigen Touch für weitere Ecken und Kanten.
Der Clou ist vielleicht der Gegensatz aus ein bisschen End-Sechziger Psychedelic, viel Siebziger Prog und modernen Pop-Avantgarde-Einflüssen.
Alles in allem eine tatsächlich neue Musik, die Fans von Yes und den frühen Genesis ebenso genießen werden wie Freunde abenteuerlicher neuer Musik.
Anspieltipps: alle... bin selten soooo begeistert...


Syndestructible
Syndestructible
Preis: EUR 16,85

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Prog-Pop, 31. Oktober 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Syndestructible (Audio CD)
Die Vorgeschichte: Nach der Yes-Tour 2004 gab es Gerüchte, dass Chris Squire, Yes-Bassist und Seele der Band, Gitarrist Steve Howe und Schlagzeuger Alan White gerne - und Jon Anderson weniger gern - eine neues Yes-Projekt starten würden. Mit Ex-Keyboarder Geoff Downes. Ein weiteres Ex-Mitglied, Trevor Horn, sollte produzieren und als zusätzliche Songwriter einsteigen. Eine Art Drama II wäre das geworden. Man erinnere sich, Drama, die starke Yes-Platte von 1980 ohne Sänger Jon Anderson. Das war damals harter Progressive-Rock, mit vielen Ecken und Kanten. Ein Meisterwerk. Jedoch, 2004 hatte Anderson erstens keine Lust, weiter mit Yes zu arbeiten - und forderte eine Pause. Auch musste er sein Asthma auskurieren. Drama II kam nicht zustande. Schade, wäre doch Geoff Downes - der zwar mit Asia nur pseudo-proggige Heavy-Massenwahre produziert, aber ein starker Keyboard-Spieler ist - eine gute Alternative zum überbewerteten Rick Wakeman gewesen.
Chris Squire, Steve Howe und Alan Whie aber hatten so viel Energie und Lust, dass sie Luft ablassen mussten. Mit weiteren Solo-Projekten. Squire hätte gerne an seinem Conspiracy-Projekt weiter gebastelt, mit Ex-Yes Wunderkind Billy Sherwood, doch der hatte andere Verpflichtungen.
Also was Neues gewagt. Zurück in die Zukunft. The Syn war Squires erste Band in den 60ern und vor ein paar Jahren wieder belebt worden. Ex-Kumpel und Sänger Steve Nardelli hatte mit alten und neuen Musikern ein paar Aufnahmen gemacht. Squire gesellte sich dazu, und so entstand Syndestructable.
Ein wenig erinnert das Album an den raffinierten und zukunftsweisenden Rock von Yes aus der hoch interessanten Phase mit Gitarrist Trevor Rabin. Mit The Syn aber geht's mehr in Richtung Pop. Macht nix, das Album ist höchst erfreulich und mal wieder eine schräge Mixtur, wie man sie aus dem Yes-Clan gewohnt ist.
Die Mehrzahl der Songs ist zwischen sieben und 13 Minuten lang. Da ist genug Zeit für spannenede, vielschichtige Arrangements, bei denen es auch nach dem x-ten Höhren immer wieder was neues zu entdecken gibt. Das ist nicht so fantasasievoll und instrumental atemberaubend wie ein Yes-Album, erinnert eher an die Kunst von Steely Dan (erreicht aber nun auch nicht ganz die Klasse von deren großen Werken). Jedoch - viele ganz unterschiedliche Schichten wurden hier zu doch beeindruckenden Kunstwerken über- und nebeneinander gelegt.
Schade nur, dass hier nicht Chris Squire mit seiner starken Stimme gleich die Lead-Vocals übernahm, sondern "nur" bei den starken Harmonie-Gesängen brilliert. Steve Nardelli ist ein solider Sänger, aber auch nicht mehr.
Das Album trägt die Handschrift Squires, nicht nur durch Bass und Backgroundgesang, sondern vor allem durch die fantasievollen, tiefen Arrangements. Vielleicht hätte er die Zeit noch besser nutzen und einen Nachfolger für sein atemberaubendes Solo-Album Fish Out Of Water schaffen können. Aber Syndestructable ist dennoch ein Werk, das den Kauf lohnt - und macht das Warten auf ein neues Yes-Album ein bisserl angenehmer.
5 Sterne sind vielleicht einer zu viel. Aber die "5" wird hier in der Regel so leichtfertig und für schwächere Produkte als das hier vergeben. Da ist die Höchstwertung nun auch wieder vertretbar.


Open Your Eyes
Open Your Eyes
Preis: EUR 11,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder eine ganz neue Dimension von Yes, 11. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Open Your Eyes (Audio CD)
Open Your Eyes ist vielleicht DAS unterbewerteste Album von Yes. Den Anhängern der klassischen Yes-Phase in den 70ern, ist es nicht progressiv genug. Doch "progressiv" ist ein relativer Begriff und meint doch schon mal gar nicht, dass eine Band im Jahr 1997 so klingen muss, wie gut 20 Jahre zuvor. Progressiv heißt, nach vorne blicken. Und das tun Yes mit Open Your Eyes wieder.
Sicher, die Form der Kompositionen ist vergleichsweise einfach für Yes-Verhältnisse. Aber die Faszination steckt zunächst mal im Detail. Liebevoll arrangiert sind die Songs. Einzig Love Shine und Somehow,Someday sind etwas schlampig aufgenommen, was sehr, sehr selten vorkommt bei Yes. Der überwiegende Teil der Musik aber besticht durch knifflige Arrangements, die langsam ihre Schönheit und Tiefe entfalten.
Faszinierend ist aber auch die Stilvielfalt. New State Of Mind klingt, als ob Yes nebenbei den Funk-Rock erfunden hätten, auf ihre ganz eigene Art. Fortune Seller hat einen mitreißenden Gospel-Touch, Man In The Moon ist fast schon ein groovendes Motown-Stock. In Wonderworld gibt es gar Krautrock-Assoziationen. Universial Garden ist ein exotisches Mini-Epos. Und der Titelsong rockt mit Swing.
Alles neu, und trotzdem alles Yes pur. Wer jetzt meint, die Band würde sich bewährten Stilen anbiedern, muss sich eines Besseren belehren lassen. Yes absorbieren hier Stile in ihren ganz eigenen Kosmos.
Open Your Eyes ist übrigens hauptsächlich das Werk von Bassist, Background-Sänger und Yes-Seele Chris Squire und dem damaligen hoch talentierten Neuzugang Billy Sherwood, zweite Gitarre neben Steve Howe, Keyboards, Backing Vocals. Eigentlich sollte daraus ein eigenes Projekt der beiden werden. Steve Howe und Sänger Jon Anderson steuerten zwar noch genug eigene Ideen bei, sind aber diesmal nicht so einflussreich.
Egal, Open Your Eyes macht sehr viel Spaß. Yes ist die Band, die fast immer nach vorne blickt, die Band des Perpetual Change, wie einer ihrer frühen Songs heißt. OYE gehört zwar nicht zu den allerbesten Album, ist aber ein feines Steinchen im großen Puzzle dieser wunder-vollen Band - im Yes-Kosmos wären es vier Sterne, hier aber gibt's fünf, weil OYE das verglichen mit vielen anderen Alben von allen möglichen Musikern und Bands, die hier fünf davon bekommen, durchaus verdient.
Übrigens, ebenfalls 1997 veröffentlichten Yes Keys To Ascension (aufgenommen kurz vor Open Your Eyes), das dann doch ein Retro-Album ist, aber was für eins. Keys ist der einzig echte Blick zurück, den Yes sich je gönnten, klingt aber frisch und gar nicht angestaubt. Zweimal Yes in 1997, zwei verschiedene Versionen, zwei neue Sterne im Yes-Universum.


Big Generator
Big Generator
Preis: EUR 10,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unerhörtes Meisterwerk, 7. November 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Big Generator (Audio CD)
Ich wunder mich immer, wenn Big Generator hin und wieder als Bombast-Rock oder zu kommerziell für Yes-Verhältnisse bewertet wird. Für mich ist es Rock-Avantgarde. Sounds und Arrangements, etwa auf dem Titelsong, klingen auch heute noch der Zeit voraus. Vieles hier kommt sehr technisch daher, ist dabei aber immer natürlich. Ein aufregender Mix. Shoot High, Aim Low ist Future-Blues, I'm Running mit seinen siebeneinhalb Minuten enthält so viele musikalische Informationen wie das Yes-Epos Close To The Edge zum Beispiel. Der Song ist wahre Exotik, fast unmerkbar werden kleine weltmusikalische Einflüsse verarbeitet. Die Dramarturgie ist atemberaubend.
Selbst der kleine Hit Rhythm Of Love ist ein Stück Musik, wie sie weder vorher noch danach hergestellt wurde. Rock mit Tiefe. Und mit Final Eyes gibt's eine Folk-Ballade mit leicht progressivem Touch. Man beachte zudem die knifflig arrangierten Background-Gesänge auf dem gesamten Album. Die sind so cool wie schön.
Den größten Anteil an Big Generator hat natürlich wieder Gitarrist und Keyboarder Trevor Rabin. Der hat Yes das Doppel-Wunder beschert. Nach dem Meister-Gitarristen Steve Howe war da plötzlich jemand von gleicher Klasse. Auch Rabin ist virtuos, einen Hauch weniger als Howe vielleicht, dafür aber wiederum noch einen Hauch fantasievoller in puncto Sound und Arrangierkunst. Und Yes-Seele Chris Squire sowie Sänger Jon Anderson sorgen für jede Menge weitere unvergessliche Yes-Momente. Ja, vergessen werden dürfen auch nicht Drummer Alan White und Tastenmann Tony Kaye. Der muss sich allerdings seine Arbeit mit Rabin - auch an den Tasten ein Genie - teilen.
Wer sich auf Big Generator einlässt, wird nach mehrmaligem Hören nicht mehr rauswollen aus diesem musikalischen Urwald - und auch Jahre später noch neue Details entdecken. Übrigens, das Album Talk in der Yes-Besetzung mit Rabin ist noch ein Stückerl besser. Und 90125, das erste der drei Streiche von ihm mit Yes, immerhin fast so gut und ebenfalls höchst empfehlenswert. Aber dazu an anderer Stelle. Bin ich enthusiastisch? Ja, aber ist doch so wundervolle Musik.


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