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Rezensionen verfasst von
Klaus Farin

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Februar
Februar
von Francis Mohr
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

3.0 von 5 Sternen Etwas unausgegoren, 17. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Februar (Taschenbuch)
Im Dresden des 21. Jahrhunderts ist ein neuer Aufstand gegen „das System“ ausgebrochen: Neonazis, Autonome und Islamisten haben sich vereint, um gewalttätig dessen Repräsentanten, die „Bullen“, zu bekämpfen. Es gibt ein Dutzend Tote (die Aufständischen haben sogar Kalaschnikows), der Dresdner Dom wird abgefackelt, selbst Panzer des Militärs können das nicht verhindern. Inmitten dieses Polit-Krimis der (ostdeutsche) Polizeihauptkommissar Kafka und der (aus dem Westen importierte) Psychotherapeut Sölle.
Das Werk hinterlässt einen ambivalenten Eindruck: Der Autor kann schreiben, ohne Frage (ist immerhin ja Mitinitiator einer Lesebühne, das spricht auch für ihn), allerdings haben mich Plot und Charaktere nicht vollkommen mitgerissen. Zu sehr konstruiert das Ganze (nach und nach entfalten sich die familiären Beziehungen diverser Beteiligter und damit das Tatmotiv eines in den Wirren der Ausschreitungen vollzogenen Mordes an einem Lokalpolitiker, der jedoch privat motiviert war), zu unaufgelöst dagegen der politische Hintergrund (dass Neonazis, Autonome und Islamisten sich zusammenschlossen, wird nur berichtet; Letztere werden nur ganz kurz miterwähnt, aber nicht entschlüsselt; die Hintermänner tauchen nicht auf, der ganze Komplex wird letztendlich nicht gelöst), ein Großteil des Buches beschreibt die Leidensgeschichte von Patienten des Psychotherapeuten so genau, dass der Verdacht entsteht, der Autor arbeite selbst in dieser Branche. Die politische Botschaft des absurden Zusammenschlusses aller „Extremisten“ gegen den Staat ist ohnehin haarsträubend, könnte mit etwas mehr Slapstick und Übertreibung aber auch als Satire gelesen werden.


Düsterbusch City Lights: Roman
Düsterbusch City Lights: Roman
von Alexander Kühne
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus einer Zeit, in der eine Supermarktplastiktüte als Zeugnis eines rebellischen Bewusstseins galt ..., 17. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Düsterbusch City Lights: Roman (Broschiert)
Anton lebt in einem Brandenburger Kaff und träumt davon, sein Dorf zur (jugendkulturellen) Metropole zu machen. Infiziert von der lebendigen Popkultur des Westens (David Bowie, New Wave), steckt er seine ganze Leidenschaft darein, einen Szene-Klub zu eröffnen. Über den Umweg der Gründung eines offiziellen FDJ-Jugendklubs „Helden des Fortschritts“ gelingt es ihm wirklich, gemeinsam mit wenigen Gleichgesinnten einige Konzerte mit Undergroundbands zu organisieren. Doch natürlich gibt es immer wieder Stress mit der spießigen Restbevölkerung, vor allem den Offiziellen.
Inzwischen gibt es ja reichlich mehr oder weniger biografische Aufbereitungen der DDR-Geschichte, auch seiner jugend- und subkulturellen Facetten. Dieser – ebenfalls autobiografisch geprägter – Roman, dessen Hauptprotagonist Anton an Harry aus dem Film „Verschwende deine Jugend“ erinnert, der ebenfalls zur gleichen Zeit Anfang der 80er Jahre, allerdings in München, eine NDW-Kultband (DAF) für ein Konzert gewinnen will und dafür seine komplette Existenz aufs Spiel setzt, gehört für mich wegen seiner unprätentiösen Art zu den besseren. Er entschlüsselt auch uns Wessis und den DDR-Nachgeborenen die existentielle Bedeutung von Musik und Lebensstil(-AccessoiresAnton lebt in einem Brandenburger Kaff und träumt davon, sein Dorf zur (jugendkulturellen) Metropole zu machen. Infiziert von der lebendigen Popkultur des Westens (David Bowie, New Wave), steckt er seine ganze Leidenschaft darein, einen Szene-Klub zu eröffnen. Über den Umweg der Gründung eines offiziellen FDJ-Jugendklubs „Helden des Fortschritts“ gelingt es ihm wirklich, gemeinsam mit wenigen Gleichgesinnten einige Konzerte mit Undergroundbands zu organisieren. Doch natürlich gibt es immer wieder Stress mit der spießigen Restbevölkerung, vor allem den Offiziellen.
Inzwischen gibt es ja reichlich mehr oder weniger biografische Aufbereitungen der DDR-Geschichte, auch seiner jugend- und subkulturellen Facetten. Dieser – ebenfalls autobiografisch geprägter – Roman, dessen Hauptprotagonist Anton an Harry aus dem Film „Verschwende deine Jugend“ erinnert, der ebenfalls zur gleichen Zeit Anfang der 80er Jahre, allerdings in München, eine NDW-Kultband (DAF) für ein Konzert gewinnen will und dafür seine komplette Existenz aufs Spiel setzt, gehört für mich wegen seiner unprätentiösen Art zu den besseren. Er entschlüsselt auch uns Wessis und den DDR-Nachgeborenen die existentielle Bedeutung von Musik und Lebensstil(-Accessoires) in einer Zeit, in der eine Supermarktplastiktüte als Zeugnis eines rebellischen Bewusstseins decodiert werden konnte.


Winternähe: Roman
Winternähe: Roman
von Mirna Funk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berlin, Tel Aviv, 7. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Winternähe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Debütroman einer jungen (*1981), in Ostberlin geborenen Journalistin, die 2014 in einem Essay in der Zeit erklärte, sie werde wegen des Antisemitismus‘ in Deutschland nach Israel auswandern, über Lola, eine junge, in Ostberlin geborene Frau mit jüdischer Familie, die wegen des hier grassierenden Antisemitismus‘ von Berlin nach Israel auswandern will. Das klingt wie eine der schlechtesten Voraussetzungen für einen spannenden Roman – die Aufarbeitung der eigenen biographischen Dramen per Schreibtherapie –, aber überraschenderweise ist dieser Roman gar nicht peinlich, sondern im Gegenteil oft geradezu komisch, gelegentlich ein wenig zu sehr Agit-Prop, aber zumeist nur radikal politisch. Das Buch ist parteiisch für Israel in der Konfliktlage, legt dann aber auch wieder die Finger in die Wunden des Landes, zumeist durch andere Protagonisten der Friedensbewegung, die Hauptperson Lola ist da eher konservativ. Aber vielleicht ist das auch die einzige Haltung, die für nicht direkt beteiligte Beobachter_innen heute noch akzeptabel ist. Das Buch verführt jedenfalls dazu, ein wenig länger, ein wenig differenzierter über das Thema nachzudenken, und das ist mehr, als die meisten tagesaktuellen Berichte über den Konflikt vollbringen. Und natürlich geht es nicht nur um den Israel-Palästina-Konflikt, sondern eben auch um Antisemitismus in Deutschland (nicht bei Neonazis und Pegidas, sondern in jungen, progressiven, urbanen Milieus, in denen man es zunächst nicht vermutet) und die schwierige Identitätssuche einer jungen Frau, die Jüdin sein möchte, aber es offiziell nicht ist, weil nur ihr Vater Jude war, nicht aber ihre Mutter, und das erkennen orthodoxe Juden nicht an. (Ich persönlich bin jedes Mal, wenn ich davon höre oder lese, wieder erstaunt über die Parallelen der totalitären monotheistischen Religionen zur rassistischen Blut-und-Boden-Ideologie der Nazis u. a.; und von diesem Dilemma scheinen zahlreiche junge Juden und Jüdinnen in Berlin betroffen zu sein.) „Winternähe“ ist also ein vielschichtiges Werk. Und schreiben kann die Frau übrigens auch. Und das ist ja bei einem Roman eigentlich das Wichtigste.


Kein Titel verfügbar

3.0 von 5 Sternen Für Fans von Hard-SF, 29. September 2015
Ein High-Tech-SF. Die Autorin scheint Physikerin oder Komplexitätstheoretikerin zu sein oder zumindest ein jahrelanges Faible für letzteres Thema zu haben. Leider verraten die spärlichen Angaben zu ihr im Buch nicht viel: „geboren 1968, verbrachte viele Jahre in den USA, in Europa, Südostasien und Lateinamerika. Sie arbeitete als Pferdetrainerin, Touristenführerin, Kunstlehrerin und Anwältin, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte.“ Das klingt in seiner Wagheit (nicht einmal ihre Nationalität wird genannt) und gehäuften Originalität alles schwer unglaubwürdig, allein schon, wenn man bedenkt, dass ihr Debütroman „Lichtspur“ bereits 2003 erstveröffentlicht wurde; da war sie also, als sie mit dem Schreiben begann, gerade einmal Anfang 30 und soll schon zuvor u. a. als Lehrerin und Anwältin gearbeitet haben. Offensichtlich handelt es sich um eine erfundene Biografie. („Moriarty“ kennen wir ja auch schon als Genie und Gegenspieler von Sherlock Holmes.) Der zweiteilige Roman wirkt auf mich auch eher, als stamme er aus der Feder eines männlichen Autors; nicht nur die absolute Fokussierung auf technisch-wissenschaftliche Aspekte deutet zumindest darauf hin, auch die für Autorinnen dieser Qualität – und diese beiden Bücher sind trotz gewisser Längen hervorragend komponiert – ungewöhnliche Vernachlässigung der Charaktere, die doch eher eindimensional geraten sind, obwohl sich gerade bei den beiden Hauptprotagonist_innen, eine dominant männliche Künstliche Intelligenz und eine weibliche Mensch-Maschine (Zwei-Drittel-KI mit im Brutkasten gezüchteten menschlichen Anteilen), eine komplexere psychische Entwicklung geradezu aufdrängt. Sehr spannende ethische Fragen und psychologische Konstellationen werden aufgeworfen, aber nicht weiterentwickelt, etwa die Liebesbeziehung zwischen den beiden oder auch die ethischen Regeln der „Konstrukte“, die oft im Widerspruch zu ihrer Realität und ihren individuellen Gefühlen stehen, obwohl sie eigentlich gar keine wirkliche Individualität haben sollten – selbst ihre Namen sind Serienbezeichnungen, nicht Eigennamen. Allerdings sollte man natürlich seit der „Enttarnung“ von James Triptee jr. als weibliche Autorin sehr vorsichtig mit derlei Vermutungen sein.
Das Werk ist insgesamt durchaus originell, aber eher etwas für LeserInnen, die eben an wissenschaftlich-technischen Visionen interessiert sind, und das bin ich persönlich nicht. Obwohl der Roman in einem sehr politischen Setting spielt (die Erde ist nach selbst verursachten Katastrophen und Kriegen weitgehend evakuiert worden, der Großteil der Ex-Erdbevölkerung lebt seit Generationen in einem Ring um die Erde, eine korrupte UN wacht über die Menschen und KIs, immer im Krieg um Macht und Geld mit diversen mafiösen Weltkonzernen und religiösen Fundamentalisten, die sich auch untereinander bekämpfen) und der zweite Band weitgehend inmitten eines Israel-Palästina-Krieges spielt und die Autorin durchaus breiten Raum der Schildung der politischen Machtverhältnisse widmet, ist dieser Aspekt eher eine Zugabe, die eher des Plots wegen (sich zuspitzende Machtkämpfe um Doppelagenten und Ressourcen als vorantreibendes Action-Moment) eingeflochten wird.


Chris Moriarty: Lichtspur
Chris Moriarty: Lichtspur
von Chris Moriarty
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen komplexe Hard-SF, 29. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Chris Moriarty: Lichtspur (Taschenbuch)
Ein High-Tech-SF. Die Autorin scheint Physikerin oder Komplexitätstheoretikerin zu sein oder zumindest ein jahrelanges Faible für letzteres Thema zu haben. Leider verraten die spärlichen Angaben zu ihr im Buch nicht viel: „geboren 1968, verbrachte viele Jahre in den USA, in Europa, Südostasien und Lateinamerika. Sie arbeitete als Pferdetrainerin, Touristenführerin, Kunstlehrerin und Anwältin, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte.“ Das klingt in seiner Wagheit (nicht einmal ihre Nationalität wird genannt) und gehäuften Originalität alles schwer unglaubwürdig, allein schon, wenn man bedenkt, dass ihr Debütroman „Lichtspur“ bereits 2003 erstveröffentlicht wurde; da war sie also, als sie mit dem Schreiben begann, gerade einmal Anfang 30 und soll schon zuvor u. a. als Lehrerin und Anwältin gearbeitet haben. Offensichtlich handelt es sich um eine erfundene Biografie. („Moriarty“ kennen wir ja auch schon als Genie und Gegenspieler von Sherlock Holmes.) Der zweiteilige Roman wirkt auf mich auch eher, als stamme er aus der Feder eines männlichen Autors; nicht nur die absolute Fokussierung auf technisch-wissenschaftliche Aspekte deutet zumindest darauf hin, auch die für Autorinnen dieser Qualität – und diese beiden Bücher sind trotz gewisser Längen hervorragend komponiert – ungewöhnliche Vernachlässigung der Charaktere, die doch eher eindimensional geraten sind, obwohl sich gerade bei den beiden Hauptprotagonist_innen, eine dominant männliche Künstliche Intelligenz und eine weibliche Mensch-Maschine (Zwei-Drittel-KI mit im Brutkasten gezüchteten menschlichen Anteilen), eine komplexere psychische Entwicklung geradezu aufdrängt. Sehr spannende ethische Fragen und psychologische Konstellationen werden aufgeworfen, aber nicht weiterentwickelt, etwa die Liebesbeziehung zwischen den beiden oder auch die ethischen Regeln der „Konstrukte“, die oft im Widerspruch zu ihrer Realität und ihren individuellen Gefühlen stehen, obwohl sie eigentlich gar keine wirkliche Individualität haben sollten – selbst ihre Namen sind Serienbezeichnungen, nicht Eigennamen. Allerdings sollte man natürlich seit der „Enttarnung“ von James Triptee jr. als weibliche Autorin sehr vorsichtig mit derlei Vermutungen sein.
Das Werk ist insgesamt durchaus originell, aber eher etwas für LeserInnen, die eben an wissenschaftlich-technischen Visionen interessiert sind, und das bin ich persönlich nicht. Obwohl der Roman in einem sehr politischen Setting spielt (die Erde ist nach selbst verursachten Katastrophen und Kriegen weitgehend evakuiert worden, der Großteil der Ex-Erdbevölkerung lebt seit Generationen in einem Ring um die Erde, eine korrupte UN wacht über die Menschen und KIs, immer im Krieg um Macht und Geld mit diversen mafiösen Weltkonzernen und religiösen Fundamentalisten, die sich auch untereinander bekämpfen) und der zweite Band weitgehend inmitten eines Israel-Palästina-Krieges spielt und die Autorin durchaus breiten Raum der Schildung der politischen Machtverhältnisse widmet, ist dieser Aspekt eher eine Zugabe, die eher des Plots wegen (sich zuspitzende Machtkämpfe um Doppelagenten und Ressourcen als vorantreibendes Action-Moment) eingeflochten wird.


Strega
Strega
von Andrew H. Vachss
  Taschenbuch

1.0 von 5 Sternen Selbstjustiz-Propaganda, 8. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Strega (Taschenbuch)
Burke, Privatdetektiv ohne Lizenz wegen seiner Vorstrafenliste, tötet für Auftraggeber gegen Bezahlung Pädophile, Dealer und Bandenkriminelle. In Strega fahndet er im Auftrag einer so cool wie neurotischen Dame namens Strega nach einem Sex-Photo, das unbekannte Babysex-Dealer mit ihrem Neffen produzierten. Ein engagiertes Thema – Vachss ist auch im Hauptberuf Anwalt, der ausschließlich misshandelte Kinder und Jugendliche vertritt – und doch ein faschistoides Machwerk. Grundtendenz: Selbstjustiz gegenüber Zuhältern und Pädophilen, vorzugsweise „Maden“ und „Freaks“ genannt, ist okay bzw. sogar notwendig, da der gesetzliche Rahmen nicht ausreicht. „Luden erschießen sollte sowieso nur eine Winzigbagatelle sein – Wie Jagen ohne Jagdschein.“ (S. 260)
Das Selbstjustizmotiv ist ein durchgängig beliebtes Motiv in diesem Genre (und auch nicht nur auf männliche Autoren beschränkt, siehe Shirley Shea: Katzensprung u. a.), doch ich habe seit Jahren keinen Autor mehr gelesen, der es derart verbissen, ideologisierend und offenbar nicht als literarische Technik und Genre-mäßiges Sujet einsetzt, sondern aus nicht verhehlter, tiefer Überzeugung – des Autors, nicht nur der Protagonisten, wie Vachss in diversen Interviews immer wieder betont. „Burke ist der Prototyp des missbrauchten Kindes: misstrauisch, hyper-wachsam, abwechselnd verängstigt und gewalttätig wütend, und zutiefst mit seiner ‚Wahlfamilie‘ verbunden. Er ist kein ‚Weißer Ritter‘ à la Chandler. Burke, von seiner Mutter, einer Prostituierten, ausgesetzt, Vater unbekannt, wurde aufgezogen in Brutalität: in Waisenhäusern, Pflegeheimen und Jugendgefängnissen. Er ist ein Privatdetektiv ohne Lizenz, der ‚unter dem Radar‘ lebt, ein Berufsverbrecher, der zwei Gefängnisstrafen abgesessen hat. Er ist ein Söldner, der sein Gewerbe mit ‚Gewalt für Geld‘ beschreiben würde. Seine beiden ausgleichenden Charakteristika sind seine bedingungslose, totale Liebe für seine ‚Wahlfamilie‘ und sein unablässiger Hass auf jene, die Kindern weh tun ... so wie man ihm weh tat.“ beschreibt Andrew Vachss seinen helden in einem Interview mit Chances im Jahre 2003.
Ein halbes Dutzend euphorischer Seiten widmet Vachss einer Killerorganisation Una Gente Libre, die sich darauf spezialisiert hat, „Bestien auszumerzen“: „Vor ein paar Jahren war ein UGL-Pistolero hopsgenommen worden, weil er einen Dope-Dealer umgepustet hatte, der sein Geschäft zu nahe bei einer Grundschule aufgemacht hatte. […] Der Verteidiger war gut – ein harter Bursche. Ein kräftig gebauter, bärtiger Typ aus Midtown, der drauf rumdrosch, was für ein Schmierfink der Dealer gewesen sei, niemals locker ließ, mit dem Ankläger und dem Richter um jeden Fußbreit Boden focht. Der Pistolero war des Mordes angeklagt – die Geschworenen brauchten drei Tage und kamen schließlich mit Totschlag rüber. […] Es gibt nicht mehr viele solche Anwälte, und sie sind wert, was immer sie kosten. Der Pistolero ging aufs Land und saß einige Zeit gut ab – ein respektierter Mann.“ (S. 269f)
Die zynische Botschaft, immer wieder eingestreut, damit auch garantiert kein Irrtum möglich ist – etwa der, die Haltung des Ich-Erzählers Burke sei nicht mit der des Autors Vachss identisch: „Bloß weil auf unseren Straßen ein paar niedere Bestien umgehen, macht das unsere Kommune nicht zum Dschungel – nicht, solange Leute gegen die Bestien kämpfen.“ (S. 276) Todesstrafe – ohne Gerichtsrteil vollstreckt von der Bürgerwehr: „Die einzige Rehabilitation, die wirklich funktioniert.“ (S. 277) Spätestens hier macht sich jeder NPD-„Freak“ vor Glück ins Höschen.
Unfreiwillig zur Parodie mutiert eine ausufernde Szene, in der der Held Burke einem leibhaftigen Pädophilen gegenübersteht: „Ich rührte mich nicht, zwang meine Hände, sich nicht zu Fäusten zu ballen. ‚Ich bin ein Gläubiger‘, sagte der Mann, ‚und ich bin bereit, für meinen Glauben zu sterben.‘ ‚Da ist doch die gemeinsame Grundlage‘, beschied ich ihm.“ (S. 249)
Prostituierte sind dreckig, Kriminelle haben „Kriminellenaugen“ und Polizisten „Polizistenaugen“ – Burkes/Vachss‘ Welt ist simpel, eindeutig, schwarzweiß. Die wesentlichen Action-Momente sind rein oberflächliche Macho-Gockelkämpfe. Immer wieder beschreibt Burke wie ein kleiner Vorstadt-Loddel voller Stolz die Qualitäten seines riesigen Kampfhundes und die Panik, die er mit seinem Auftauchen auszulösen vermag.
Man kann nur hoffen, dass Vachss‘ Machwerke Flops werden und so über kurz oder lang vom Markt verschwinden – auch wenn dämliche Kritiker sie hochjubeln.


Die Maßlosen
Die Maßlosen
von Jean-Francois Vilar
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Reiseführer durch das alte Paris im Thriller-Gewand, 7. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Maßlosen (Gebundene Ausgabe)
„Ein paar Quadratmeter Straßenpflaster genügen mir,
um alle Abenteuer der Welt zu erfinden. Exotik kotzt mich an.“
Irgendjemand versucht, die Dreharbeiten zu einem Revolutionsepos nach Robespierrescher Art zu beenden. Der Fotograf Victor Blainville gerät unfreiwillig ins Zentrum der Morde, Intrigen und bizarren Leidenschaften … – Wie stets bei Vilar ist auch „Die Maßlosen“ ein Reiseführer durch (das alte) Paris im Gewande des politischen Roman noir. Normalerweise funktioniert so was nicht. Es sei denn, der Autor heißt Vilar. Dessen Krimis sollte sowieso im Gepäck haben, wer Paris richtig kennen lernen will.


Palazzo Calonna
Palazzo Calonna
von Vilar Jean - Francois und Christel Kauder :
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt wenige, die so genial radikalere Themen mit literarischer Leidenschaft zu verbinden wissen., 7. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Palazzo Calonna (Broschiert)
Die Story: Adrian Leck, ein ehemals erfolgreicher Filmemacher, der den Zenit seiner Popularität überschritten haben dürfte und die Reste seiner Kreativität in härteren Drinks ertränkt, begibt sich nach Venedig, um dort, am Ort des Geschehens, die Geschichte eines ausgestiegenen Top-Terroristen zu verfilmen. Mitten im turbulenten Karneval begegnet er einer attraktiven Frau, die sich später als Richterin Laetitia Vanese entpuppt, die erfolgreichste Anti-Terror-Fahnderin Italiens. Zufall oder Absicht? Adrian Leck wird es nie erfahren. Als er die Identität seiner Bekanntschaft erfährt, liegt sie schon mehr tot als lebend im Koma auf der Intensivstation – Opfer eines Attentats in einem Café, erfolgt beim Flirt mit Adrian Leck.
Das Attentat bildet nur den Auftakt einer Serie von Anschlägen und Bombendrohungen, mit der die Roten Brigaden sich auf die Bühne des Zeitgeschehens zurückmelden wollen. Am nächsten Morgen sind mehrere Dutzend Häuser mit einem roten Stern markiert: allesamt Wohnsitze von hohen Beamten, Polizisten, Politikern und anderen Prominenten. Mehr als einhundert Zielscheiben. „Jeden Tag ein Attentat bis zum Ende des Karnevals“, verkünden die Roten Brigaden in einem Kommuniqué.

Der rasante Plot von „Palazzo Calonna“ verführt geradezu, das Werk atemlos durchzuhecheln, immer in Erwartung neuer Überraschungen. Beim zweiten Lesen entdeckt man die stilistische Brillanz. Und dieses Werk kann man zweimal lesen. Ich vermute, einem Krimi, der ja immerhin ganz zentral von seinen Überraschungsmomenten lebt, kann man kaum ein größeres Kompliment machen.
Beim zweiten Lesen enthüllen sich auch die sorgfältig hineinziselierten Andeutungen kommender Entwicklungen. Täter werden vorsichtig, auf höchst genaue, beim erstmaligen Lesen kaum zu entschlüsselnde Weise enttarnt, Persönlichkeitsprofile aufgebaut, die die Lösung am Ende logisch erscheinen lassen und nicht willkürlich wie so oft selbst bei den großen Vorgängern Vilars aus der Tradition des roman noir.
Vilar ist ein Meister im unerbittlichen Hinauszögern dramatischer Situationen. Da fällt ein Schuss, dem Helden verschwimmt die Sicht, doch bevor wir erfahren, dass die Begleiterin des Chronisten vermutlich tödlich getroffen wurde, schiebt sich zunächst ein Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit ins Geschehen. Meisterhaft auch der atemberaubende Wechsel zwischen rasanter Action, kunstvoll geflochtenen Dialogen, die wie Messerstiche unter die Haut gehen, und ruhigen, sensiblen Momentaufnahmen, Liebesszenen im venezianischen Ambiente.
Vilar ist und bleibt auch mit seinem neuen Werk mein Krimi-Lieblingsautor. Es gibt wenige, die wie er radikalere Themen/Standpunkte derart genial mit literarischer Leidenschaft zu verbinden wissen. Mit großer Liebe zeichnet Vilar selbst die Randfiguren, verwandelt sie genre-untypisch in Persönlichkeiten mit eigenem Profil. Guido, der Butler beispielsweise, einst Gondoliere und KP-Aktivist, wird zum wichtigen Helfer und Gesprächspartner. Oder Victor Blainville, Adrian Lecks Fotograf, den Vilar in seinen weiteren Romanen zur Hauptfigur machen wird. Während er für Leck mögliche Drehorte aufspürt, löst er gleichzeitig in eigener Sache das Rätsel um einen geheimnisvollen Parolensprayer. Oder auch Dr. Soto, der alte Chirurg, eigentlich nichts weiter als der Klinikarzt der angeschossenen Richterin. Doch eines Tages lädt er Adrian Leck zu sich nach Hause ein. Dort präsentiert er dem Filmemacher ein faszinierendes Wunderwerk: ein präzises, von ihm in jahrelanger Arbeit geschaffenes Modell von Venedig – eine Stadt allerdings ohne Menschen, aber bevölkert von allen Arten von Katzen, kaum größer als ein Stecknadelkopf. Oder, in wenigen Sätzen skizziert, die Begegnung Adrian Lecks mit einem deutschen Filmemacher: "Er lächelte mir nicht sehr fröhlich zu und war so freundlich, mich nicht zu belästigen. Dieser Typ hatte noch nie einen überflüssigen Film verbrochen."
Fast alle ProtagonistInnen Vilars haben eine linke Biographie. So Sinclair, einst Widerstandskämpfer gegen den schmutzigen Krieg Frankreichs in Algerien, heute etablierter Professor und Kolumnenschreiber, in Vilars deutschsprachigem Erstlingswerk „Djemila“; so Victor Blainville, der in Vilars eigentlich nächstem, aber in Deutschland in umgekehrter Reihenfolge bereits ein Jahr vor „Palazzo Calonna“ veröffentlichtem Roman „Bastille Tango“ hautnah erfahren muss, dass Argentinien und seine Todesschwadronen gar nicht so weit von Paris entfernt sind; so auch Adrian Leck im „Palazzo Calonna“: „Vor Ewigkeiten hatte ich ein paar Pflastersteine geworfen, wie jeder damals. Außerdem hatte ich den glorreichen Boykott der Filmfestspiele in Cannes durch die revolutionären Regisseure Malle, Truffaut, Godard und ähnliche Typen unterstützt. Später, kurz nach dem Mai '68 (hauptsächlich im Juni) hatte ich mir ein paar Hirngespinste über mögliche Barrikadennächte ausgedacht, Vorbild Eisenstein. Sehr viel später, als die Kohle schon angemessen lief, hatte ich einen dementsprechenden Film gedreht, Thema: Junge Ausgeflippte, die Banken bedrohten, Geschmack daran fanden und sich am spektakulären Bruch versuchten. Desperados, stark neue französische Krimiwelle. Zum Schluss wurden diese kleinen Idioten von Kugeln des klassischen série-noire-Kalibers fürchterlich zusammengeschossen. Eine etwas widerliche Aufgabe.“
Nicht nur Adrian Leck erstickt das Bewusstsein seines eigenen Scheiterns, seines Verrats früherer Ideale, in – oft alkoholgetränktem – Zynismus. Vilars „Helden“ sind gebrochene Typen. Die Zeit der einfachen Antworten und ewigen Helden ist vorbei. Verdrängung ist angesagt, und der Showdown am Ende noch lange keine Lösung. Ich vermute gar, dass dies das eigentliche Thema für Vilar darstellt, seine wahre Obsession: die Entwicklung Ex-Linker – ob militanter Untergrund oder nur Sozialisten – zu angepassten, auffällig oft alkoholkranken Wochenendrevoluzzern, zu linksintellektuellen Plüschtieren: vorzeigbar, irgendwie niedlich, gelegentlich noch grimmig, aber letzthin ungefährlich.
Auch das lässt sich alles aus Vilars Romanen herauslesen – so man will, unaufdringlich und keine Spur missionarisch. Wem das alles nicht wichtig ist, wer einfach nur einen literarisch brillanten, gegenwärtigen, in Handlung und Komposition überzeugenden Thriller genießen möchte: auch der – oder die – wird von Jean-Francois Vilar bestens bedient. Nur: Dem nächsten Werk sollte mal ein Porträt – mindestens ein Interview – als Nachwort folgen.


Bastille Tango
Bastille Tango
von Jean-Francois Vilar
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Der Faschismus nebenan, 7. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Bastille Tango (Taschenbuch)
„Wir sind hier nicht in Argentinien. Die Faschisten sind
nicht an der Macht. Das ist weit weg.“
Paris, Frühjahr 1985. Das alte Viertel rund um die Place de la Bastille wird abgerissen. Ein Café, das Kino … die Kindheitswelt und Heimat des Fotografen Victor Blainville. Zur gleichen Zeit beginnt in Buenos Aires der Prozess gegen die Militärs.
In Paris taucht ein Plakat des argentinischen Künstlers Miguel auf: Abbild (s)einer Folterung. Miguel wurde vor Jahren von den Militärs verschleppt und gilt als tot. Victor Blainville folgt den Spuren des geheimnisvollen Plakatklebers. Da erscheint ein zweites Plakat Miguels. Wieder eine Folterszene. Doch das dargestellte Opfer ist dieses Mal Jessica, die Geliebte Victors.
Jessica und andere Emigranten, alle Stammgäste der von der Japanerin Rita eröffneten Tangobar an der Rue de la Roquette, sollen als ZeugInnen der Anklage in Buenos Aires aussagen. Da fällt der erste einem Verkehrsunfall zum Opfer, der zweite begeht Selbstmord, ein dritter „verschwindet“. Indizien deuten darauf hin, dass der argentinische Hauptmann Ortiz in Paris eingetroffen ist: Folterer und Vergewaltiger von Jessica und vielen anderen, Organisator der „Todesschwadronen“. Argentinien (und die Vergangenheit) ist plötzlich ganz nah …
Wie schon beim Lesen seines ersten Romans „Djemila“ drängen sich unwillkürlich Bilder aus dem Polit-Thriller „Z“ ins Bewusstsein. Es ist die gleiche prägnante, eher im Alltäglichen unheimliche Atmosphäre, es sind die gleichen Themen, zu denen Costa-Gavras und Vilar immer wieder zurückkehren: Rechtsradikalismus, Rassismus, Befreiungsbewegungen, das Verhältnis von „Demokratien“ zu Diktaturen (Kolonialherren zu Ex-Kolonien), die Rolle von Linken, Intellektuellen und Künstlern. Was Costa-Gavras einst für den Film leistete – ein antifaschistisches Meisterwerk, an dem sich folgende Filmergenerationen messen lassen mussten –, könnte der 42-jährige Vilar für die Literatur, den engagierten roman noir bedeuten. Allerdings: Die Zeit der einfachen Antworten, der ewigen Helden ist vorbei. Vilars ProtagonistInnen sind oft gebrochene Typen in einer zwielichtig-(selbst)mörderischen Umgebung; Verdrängung ist angesagt, und der – in beiden Romanen psychologisch hervorragend arrangierte – Showdown am Ende noch lange keine Lösung.


Republik Nordpol: Gold am Pol
Republik Nordpol: Gold am Pol
von K K Doberer
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker in der Tradition von Jules Verne und Jack London, 5. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Republik Nordpol: Gold am Pol (Taschenbuch)
Frühsommer 1938: Die Besatzung eines deutschen Panzerkreuzers meutert. Sie entmachtet die an Bord befindlichen Nazi-Offiziere und flieht in sowjetische Gewässer Richtung Nordpol. Während der monatelangen Fahrt verändert sich das Zusammenleben von Matrosen und Offizieren. Als sie mitten im Eismeer eine idyllische Insel entdecken und urbar machen, entsteht eine neue, auf gemeinsamer Arbeit aufbauende Gesellschaft, die autarke „Republik Nordpol“.
Der gelernte Maschinenbauingenieur Kurt Karl Doberer veröffentlichte seine deutsche Variante eines Panzerkreuzers Potemkin erstmals 1936 im Prager Exil. Mit einer Auflage von 18.000 Exemplaren wurde die Erzählung ein Bestseller der Reihe „Bunte Romane für alle“, ein Unternehmen der tschechoslowakischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, um der ins Land strömenden Nazi-Literatur populäre antifaschistische Unterhaltung entgegen zu setzen. Als Kurt Karl Doberer, der vor seiner Emigration bereits für den Vorwärts gearbeitet und mehrere Science-Fiction-Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, das Angebot erhielt, einen Band der „Bunten Romane“ beizusteuern, stand für ihn sofort fest, dass es ein utopischer Roman werden müsste. „Science Fiction war schon immer neben Upton Sinclair meine Lieblingslektüre“, erinnert sich der inzwischen 84-jährige Nürnberger im Gespräch mit dem Rezensenten. „Von Jugend an hatte ich alle Bücher von H. G. Wells und Jules Verne verschlungen, die ich bekommen konnte.“ Sein SF-Lieblingsautor jedoch war und ist der hierzulande eher unbekannte Brite Fred Hoyle.
In der detailverliebten Beschreibung phantastischer Ideen, der akribischen Wiedergabe aller Naturbeobachtungen und dem technischen Erfindergeist der HeldInnen, die ständig aus Schrott Unmögliches basteln, knüpft „Republik Nordpol“ deutlich an Jules Verne an, aufgepeppt jedoch mit einem kräftigen Schuss romantischer Sozialutopie Jack Londonscher Prägung – und mit derselben Spannung noch über 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung zu lesen, auch wenn der von einem abgehörten deutschen Sender übermittelte Sturz der Hitler-Regierung durch eine Zweidrittelmehrheit der linken Parteien bei den Reichstagswahlen 1939 nicht ganz so realisiert werden konnte …
Der Genuss wird allerdings ein wenig getrübt durch die billige Aufmachung der Neuausgabe: Sie enthält weder Informationen über den Autor noch über den Hintergrund des Werkes; der Druck wirkt wie aus dem Kopierladen an der nächsten Ecke. Bedauerlich, denn Doberers Klassiker eignete sich hervorragend als Geschenkbuch für jüngere Science-Fiction-Einsteiger.


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