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Goldfinger "Goldfinger"

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Aftershock
Aftershock
Preis: EUR 6,99

36 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen business as usual, 21. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Aftershock (Audio CD)
1991 war ich, damals 17 jahre alt, das erste mal auf einem motörhead-konzert. besessen von motörhead war/bin ich seit meinem 12ten lebensjahr. nach initialem durcharbeiten des frühwerkes und dann der "1916" als erweckungserlebnis war ich der band verfallen und bin es bis heute. 16x live gesehen, in jeder bisherigen lebensphase stets den passenden motörhead-sound dabei gehabt. warum schreibe ich das jetzt vorweg? um zu verdeutlichen, dass eine rezension eines motörhead-albums durch mich natürlich nicht objektiv sein kann, sondern immer subjektiv verklärt sein wird.

ein wirklich bleibendes, epochales album der derzeit 3 herren darf und wird niemand mehr ernsthaft erwarten. nach einigen echten tiefschlägen in den letzten jahren und dann mit "motörizer" der wiederauferstehung ist man froh, wenn nicht wieder ein lieblos produziertes und mehr oder weniger hingerotztes werk erscheint. mit dem vorgänger "the wörld is yours" war eine respektable leistung erbracht, hierzu verweise ich auch gern auf meine damalige rezension.
und nun "aftershock". nach diversen hördurchgängen gibt es hierfür von mir 3 sterne. insgesamt ein sauber produziertes, druckvolles stück motörhead. mikkey dee erweist sich einmal mehr als glücksfall, was der mann an der double-bass und seinem sonstigen arbeitsgerät abliefert ist grosser sport. philthy animal taylor, der damals jedes konzert durch sein muppet-show-drummer-performance-geklöppel belustigte (und seinen job dabei angesichts seiner polytoxikomanen dauerbreitheit durchaus beachtlich erledigte) wäre mit den nun abermals herausragenden rhythmen überfordert gewesen.

bedenkt man aber, dass motörhead-stücke sich über die jahre im live-setting als klassiker und vom publikum eingeforderte dauer-setlist-stücke entwickeln müssen, um zu funktionieren, wird bei "aftershock" schnell klar, dass hierauf allenfalls 2 titel, nämlich "end of time" und "do you believe" eine chance haben. woran liegt das? meiner meinung nach daran, dass diese band einfach für jede denkbare art ihres stiles bereits die ultimativen klassiker vorgelegt hat: neben den allseits bekannten stücken wie "bomber", "ace of spades", "killed by death" etc. sind das titel wie "ramones" als speedy fast-punk-stück, "orgasmatron" als dissonanter schocker, "you better run" als blues-kracher, "whorehouse blues" als reminiszenz an verschwitzte, versoffene, verhurte südstaaten-nächte, "love me forever" und "lost in the ozone" als balladen ohne schmalz und kitsch (beide live imho zu selten gespielt). der opener schlechthin ist für mich weiterhin "doctor rock", rock and roll at it`s best gibt es bei "going to brazil" und "angel city", mitgrölen geht ja immer super, besonders schön aber bei "one night stand".

auf "aftershock" werden nun titel in durchaus hörbarer, unterhaltsamer art serviert, das album langweilt beim hören nicht, die langsamen "lost woman blues" und "dust and glass" sind sehr okay, aber man wird das gefühl nicht los, irgendwie all das schon mal irgendwie ein paar nuancen besser gehört zu haben.
muss man das album haben? als fan auf jeden fall, ansonsten eher nicht.
muss man zur aktuellen tour? selbstverständlich. wer weiss wie lange lemmy noch lebt...

das artwork von "aftershock" ist auch annehmbarer als oftmals zuvor, erinnert mich ein wenig an bilder aus dem irak (wenn die fahrzeuge wohl auf die deutsch armee unter rommel anspielen). das bandfoto im booklet ist gewohnt mittelmässig, phil campbell sieht im alter immer besser aus, lemmy ist eh gott, kann er rumlaufen wie er will, und das mikkey dee ein camp david-shirt trägt ist ihm (und auch nur ihm) zu verzeihen.

ich glaube, die herren haben das album einfach für sich gemacht, und unter diesem gesichtspunkt sollte man es sehen. dass sie spass hatten hört man, ich freue mich auf hamburg am 3. dezember und bleibe motörhead-addicted for life!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 30, 2013 6:15 PM CET


Herr Doktor, das muss ich mir auf einer schmutzigen Toilette geholt haben! - Unglaubliche Geschichten aus dem Leben eines Urologen
Herr Doktor, das muss ich mir auf einer schmutzigen Toilette geholt haben! - Unglaubliche Geschichten aus dem Leben eines Urologen
von Dr. med. Martin Anibas
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Mad Men" für Urologen, 15. April 2012
Eins vorweg: Ich bin selbst Urologe. Und ich bin auch noch Urologen-Sohn. Und ich komme grad vom Dienst. Und der Autor und mein Vater müssen ungefähr gleich alt sein.
Jedenfalls gleichen sich die Erzählungen der "alten Haudegen" teilweise sehr, fast wirkt es wie eine Urban Legend der Urologie. Natürlich sind wir Chauvinisten, sexistische Halunken und Maniker, schließlich haben wir den tollsten Beruf der Welt! Nur leider erschliesst sich die Faszination dem Leser teilweise nur, wenn er den Blick hinter die Kulissen des Medizinbetriebes bereits kennt und dann oft schmunzelnd zustimmend nickt; die in anderen Rezensionen als erheiternd aufgefassten autoerotischen Anekdoten langweilen den Kenner dagegen eher, wir sehen sowas ja (fast) jeden Tag... Übrigens auch ein Grund, warum Charlotte Roches Bücher bei Urologen nicht viel mehr als ein Gähnen hervor rufen.

Früher war offensichtlich alles besser: man verdiente anständig, konnte saufen wie ein Wikinger und dennoch heroisch im Blut baden und Menschenleben retten. Eminence based medicine ruled. Und immer eine willige Schülerin/Kollegin/Schwester/Physiotherapeutin/Patientin am Start. Dazu Zigaretten en masse, dicke Karren und noch der anfängliche Hinweis, dass man aus prekären Verhältnissen stammt und mit den arrivierten Söhnchen bitte nicht in einen Topf geworfen werden will. Als Präp-Assi war man ein echter Macker gegenüber den "Studenten" (man war übrigens zu der Zeit noch selber einer!). "Mad Men" für Urologen.
Heute dagegen nur noch Ja-Sager, Duckmäuser und ein rein pekuniär ausgerichtetes System.

Recht plakativ, Herr Kollege, möchte man ausrufen, doch halt: in vielerlei Hinsicht hat der Mann recht! Die Freiheit des Arztberufes ist heute nicht mehr gegeben, es geht allermeistens wirklich vordringlich um Geld und Leitlinien bestimmen das Handeln. Das System IST krank, das werden wohl auch die meisten Leser bereits seit Langem wissen.
Echte Typen mit Charakter, skurrile Begebenheiten, ekstatische Feiern und vieles mehr gibt es heutzutage (zumindest in unserer Klinik) sehr wohl noch.

Nun zur Lobhudelei: Man merkt, dass der Beruf den Autor begeistert hat, dass ihm stets die menschliche Seite der Medizin wichtiger war als die Erlangung habilitatorischer Omnipotenz. Ich glaube der Mann hatte eine Menge Spaß! Urologe eben.

Insofern mein Fazit: schnell gekauft (auch als Geschenk), schnell gelesen, viel geschmunzelt, manchmal "Na ja..." gedacht. Alles in allem amüsant, nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Die Larve: Harry Holes neunter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 9)
Die Larve: Harry Holes neunter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 9)
von Jo Nesbø
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,99

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen end of an era?!, 1. November 2011
Ich habe einen schweren Fehler gemacht! Ich habe die vorherigen 8 Harry Hole-Fälle wie ein Süchtiger in viel zu kurzer Zeit und durcheinander verschlungen. Nun rächt sich das schwer! Eigentlich müsste ich die anderen Bände alle neben die "Larve" legen, um die dort angebrachten Querhinweise und Rückbezüge alle richtig zu deuten. Truls Berntsen, Mikael Bellman, Rakel, Oleg, Halvorsen, der Schneemann, Leopard, das Leons, das Schroders, Herman Kluit und, und, und... Alle wieder am Start.

Nach der Lektüre bleibt ein schales Gefühl: hat Nesbo keine Lust mehr auf Hole? Hält er sich ein Hintertürchen offen, falls es mit einem weiteren, in sich abgeschlossenen Werk wie "Headhunter", das die Qualität der Hole-Bücher nicht erreichen konnte nicht klappt?

Natürlich finde ich als "Hole-Abhängiger" das Buch grundsätzlich klasse, wenn "Die Larve" für den Leser allerdings den Erstkontakt mit diesem kaputten Typen darstellt, wird der ein oder andere sicher vom Erwerb weiterer Titel der Reihe Abstand nehmen. Da ist es dann doch besser, wenn man (im Gegensatz zu mir) mit dem ersten Buch anfängt. Die Story in sich ist stimmig, aber an manchen Stellen zu verschwurbelt, zu viele, immer wieder gesteigerte gewalttätige Exzesse. Irgendwie Tarantino-mässig, wenn Hole abgestochen mit Panzerband, blutend und abgerissen wie ein Zombie durch Oslo torkelt.

Ansonsten wie immer; es wird gesoffen und gekotzt, es gibt den obligatorischen, promiskuitiven Sex, die Märklin kommt wieder zum Zuge, gefühlte 1000 Zigaretten werden geraucht. Auch die immer wiederkehrenden schwulen Andeutungen fehlen nicht, der heavy user der bisherigen Bücher kommt auf seine Kosten. Über osteuropäische Waffen, Folter- und Mordmethoden kann man auch wieder viel lernen. Überhaupt kann ich mich an vielen Stellen des Eindrucks nicht erwehren, dass Nesbo beim Schreiben ein fettes Grinsen auf dem Gesicht hatte, so absurd und obskur ist manche Szene, um dann direkt danach wieder sehr fassbar und real zu erscheinen. Ein Albtraum für jeden, der "Die Larve" verfilmen will. Die Mischung aus krasser Gewalt, Sozialstudie und Emotion fasziniert zumindest mich weiterhin. Manche Dinge wirken aber mehr und mehr abgenutzt.

Als Fan gebe ich (mit einem Stern Sympathiebonus) 4 Sterne, wäre es mein erster Hole würde ich 3 geben.

Und das mit der Ratte ist aus "American Psycho" geklaut!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2011 6:20 PM CET


The Wörld is Yours
The Wörld is Yours
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 12,08

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wird bei jedem Hören besser, 14. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: The Wörld is Yours (Audio CD)
Eine der wenigen Konstanten auf dieser Welt: Motörhead touren IMMER und alle 2 Jahre gibt es ein neues Album. Live sind sie auch auf der aktuellen Tour wieder jeden Besuch wert, albumtechnisch bin ich angesichts des Durchschnittsalters der Protagonisten des aktuellen Line-Ups angenehm überrascht: In einem Alter, in dem der deutsche Durchschnittsangestellte längst den Bierbauch über der Hose und die Rente nach Hause trägt, machen die 3 (mittel-)alten Männer geerdeten, geraden und eingängigen Rock and Roll. Ein Meisterwerk wie früher darf man nicht ernsthaft erwarten, dann schon eher einen Tiefschlag wie die imho unsägliche "Hammered" (die ich natürlich wie jedes andere Album dieser Band dennoch besitze), und diese Angst erweist sich bei der TWIY als unbegründet. Bei jedem Hören gefällt mir die Platte besser, die Beine wippen, die Hüfte swingt und man kann den nächsten Live-Besuch 2011 nicht mehr erwarten, obwohl man gerade erst auf der aktuellen Tour war.
Zu den Kritiken einzelner Songs sei auf die anderen Kritiker verwiesen, wer ein gelungenes Rock and Roll-Brett sucht wird mit dem Album bestens bedient. 4 Sterne!


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