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Rezensionen verfasst von
Anne Kuhlmeyer (NRW)

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Die Venezianerin und der Baumeister: Historischer Roman
Die Venezianerin und der Baumeister: Historischer Roman
von Gudrun Lerchbaum
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen üppig, zart und realistisch, 23. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vier oder fünf historische Romane mussten durchlitten werden, um ein veritables Vorurteil gegenüber dem Genre aufzubauen, dessen Fortbestand mit Gudrun Lerchbaums Debütroman nun in Frage steht.

Andrea Palladio tritt als Lehrling in eine Steinmetzwerksatt in Padua ein. Wegen seines Talents wird er nach Vicenza in eine renommierte Werkstatt gegeben. Dort beginnt seine Karriere als Baumeister und Architekt, und die Geschichte des Romans. Über die kulturhistorische Figur Palladio findet sich Erhellendes im Nachwort.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts, dem finsteren Mittelalter entkommen, weht der milde Wind der Renaissance durch die Städte Norditaliens. Unberührt davon ist zunächst das Leben des Waisenkindes Mariangela, das von einer Tischlerfamilie gerettet und aufgenommen wird. Nicht bequem, aber auskömmlich geht es zu, bis die Mutter, den Sohn Fabio an der Hand, mit einem Lautenspieler durchbrennt, der Vater am Suff stirbt und die Mädchen, die sich schwesterlich zugewandt sind, sich als Mägde verdingen müssen. Opulent bebildert die Autorin das straff geregelte urbane Leben, dessen Überwachung so effizient ist wie der Staatsschutz mit einem Nachrichtensystem so fix wie Twitter. Mariangela verliebt sich in Andrea, die Schwester heiratet ihn. Durch gewalttätige, ja tödliche Umstände und deren Geheimnis, werden Mariangela und ihr Sohn Teil der Familie Palladio. Um die Gemeinschaft nicht zu gefährden, muss sich das Begehren beugen. Andrea widmet sich derweil den wichtigen Dingen, katalogisiert Bauwerke in Rom und taktiert mit den Mächtigen, während die Frauen sich um die Nebensächlichkeiten wie Überleben und Kinder großziehen kümmern, rechtelos und arm, aber nicht ohne Aufbegehren und Ironie.
Dabei zeichnet die Autorin differenzierte, lebendige Charaktere in ein Dilemma, das uns bis heute vertraut ist. Palladio ist kein Dreckskerl, auch wenn er seine Patchworkfamilie ungeschützt daheim lässt und in Rom das pralle Leben genießt neben seiner Arbeit. Er hat nur mehr Geld. Und Macht.
Eine gut situierte Freundin gewährte Mariangela Bildung, oder Halbbildung, die zu komischen Momenten führt, als ein Kind auf den Namen Silla notgetauft wird. Und sie weckt Sehnsucht in der jungen Frau. Nach Jahren findet Fabio, der Sohn des Tischlers, zurück nach Vicenza und verliebt sich in Mariangela, die eher als Magd denn gleichberechtigt in der Familie lebt. Die Frauengestalten sind keine einzelkämpferischen und siegreichen Heldinnen wie „Die Päpstin“ z.B. eine ist. Sie sind Arbeiterinnen für die Zukunft, Geschlagene, Rivalinnen, Liebende, Aufbegehrende und Närrinnen, normale Weibsbilder eben. Und so endet der Roman auch konsequent. Weiterleben.

Die Wienerin Gudrun Lerchbaum, selbst Architektin (und Mutter), erzählt in üppigen, deftigen, zarten und treffenden Bildern, gewandt und ironisch, nicht nur die Geschichte eines innovativen, großartigen Baumeisters, sondern auch die der Menschen, deren Fortbestehen nicht in Marmor verewigt ist, sondern in uns.


Die Farm
Die Farm
von Max Annas
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Südafrika in einem Haus unter Beschuss, 1. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Farm (Broschiert)
Mit – „Ich bin kein Rassist [...] aber …“ – einem Satz, der sicher vielen gruslig vertraut vorkommt, beginnt Max Annas seinen ersten Roman.

Der Autor, erfahren u.a. als Filmemacher, arbeitet an der University of Fort Hare im südafrikanischen East London an einem Projekt über südafrikanischen Jazz. So gestaltet er seinen Roman bildstark und unterlegt von einem dunklen Sound.

Ein Farmhaus in der südafrikanischen Pampa wird angegriffen, während die Sonne untergeht. Die Farmleute – Besitzer, Arbeiter, Unbeteiligte, Kinder, Handwerker ziehen sich ins Haus zurück. Geschosse fliegen, Fenster splittern. Erst stirbt ein Vertreter für Saatgut, dann die Frau vom „Boss“.

Die drinnen stehen im Dunkeln hinsichtlich des Motivs, die draußen sind überrascht von der Gegenwehr. Eigentlich weiß man, drinnen wie draußen, läuft so ein Überfall anders ab. Man hat davon gehört – von der Schnelligkeit, der Effizienz, der Brutalität – wie so etwas von statten geht, wie die ungeschützten Farmer weit draußen auf dem Land, abgekoppelt von Handynetz oder stromlos, Opfer von Raub und Mord werden. Nur gibt es hier nicht viel zu holen. Von der plötzlichen Gewalt gegen sie zwangsweise verbündet, fragen sich die drinnen, „Schwarze“ wie „Weiße“: Was wollen die da draußen?

An dieser Frage ist die Spannung des Romans aufgehängt. Doch ohne, dass es darauf eine Antwort gäbe, wird geschossen, durchaus nicht lustlos und nicht ohne eigene, ganz andersartige Motive von Einzelnen. Die Vergewaltigung einer jungen Frau durch den Sohn des Hauses z.B. wurde vom „Boss“ vertuscht. Ist es nun Zeit für deren Vater Rache zu nehmen, während sich unter der Bedrohung neue Koalitionen bilden, Hierarchien kippen und Stellungen neu verteilt werden, bei „Schwarz“ und „Weiß“?

„Haus“ kann man als Symbol für Familie verstehen. In diesem Haus ist eine versammelt, die alles hergibt, was Familie und damit Gesellschaft en Miniatur zu bieten hat. Der Vater-Boss wird von der Trauer über den Verlust von Frau und Sohn als Alphamann abgesetzt. Die Staatsmacht in Form eines korrupten Polizisten entkommt per Verwundung ihrer Feigheit. Mit der Farmersfrau stirbt die Frömmelei. Die „schwarze Magd“ serviert Kaffee und Gebäck inmitten des Kugelhagels – irgendeiner muss sich ja ums Überleben kümmern. Es gibt schwarze Schafe, verwöhnte Prinzen und rebellische wie brave Töchter. Was alle verbindet, ist die Erfahrung von Gewalt. Nur die Kinder, die nächste Generation, verpennen den Krieg. Bleibt zu hoffen, dass sie rechtzeitig erwacht, um die südafrikanische Gesellschaft neu zu gestalten.

Max Annas` Roman, dieses schmale Bändchen, ist ein komplexes, facettenreiches Sittenbild eines von Apartheidfolgen gebeutelten Landes, den man als solches oder auch als temporeichen, hart getakteten, sarkastischen und blitzgescheiten Thriller lesen kann.


Boogie Man: Der zweite Dewey-Decimal-Roman
Boogie Man: Der zweite Dewey-Decimal-Roman
von Nathan Larson
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen ganz großes Kino, 28. September 2014
Dewey Decimal hinkt wieder durch das Chaos seines geschundenen New York. Aus dem ersten Band („2/14“) der Trilogie wissen wir, dass am Valentinstag 2014 „Begebenheiten“ die Stadt und vielleicht, keiner weiß es, Teile der Welt verwüsteten. Die Mehrheit der Bevölkerung ist geflohen, die Straßen sind verwaist, ganze Viertel zerstört, über allem wabert gelbbrauner Gestank – Endzeitstimmung.
Dewey hat seinen städtischen Auftraggeber erschossen, der ihn als Bibliothekar der New York Public Library einsetzte, damit er Ordnung schaffe (nach dem Dewey Decimal System), der ihn mit Pillen versorgte und gelegentliche Killerjobs verteilte. Dewey tötet jene, die es verdient haben, sagt er. Nur funktioniert seine Moral so mies wie sein Hirn, in das Zeugs implantiert wurde, und sein malträtierter Leib. Immerhin arbeitet er nun selbständig und widmet sich dem Aufräumen der Bibliotheksbestände, käme ihm nicht die Gerechtigkeit dazwischen. Ein weit zurück liegender Mord an einer Prostituierten und ihrem Kind schicken ihn auf die Suche nach dem Mörder, der sich in höchsten Regierungskreisen vermuten lässt, denn es knallt, bevor Dewey Piep sagen kann. Die ganz großen Kanonen werden von Highttech-Söldnern aufgefahren. Ihre Organisation ersetzt nicht nur das staatliche Gewaltmonopol, sondern produziert und vertickt alles, was Mensch so braucht und nicht braucht. Wobei es eine Anzahl solcher Organisationen in einer Art Basisdemokratie gibt, die sich natürlich unfreundlich gesinnt sind. Überhaupt ist alles in dem Roman von ganz groß bis ganz nichtig angelegt. „Ich bin die Vereinigten Staaten“, lässt Larson den Gegenspieler Deweys in einer in Agonie liegenden Stadt sagen.
Dewey als ÜBERlebender versucht, eine schöne Frau zu retten. Das tut er in Anzügen, die er aus Läden mitnimmt (Geld ist unnötig. Basisdemokratie!), die er braucht, um einen Rest Würde zu behalten, während er nicht einmal über eine zuverlässige Erinnerung verfügt, geschweige über einen Namen. Vor dem fürchtet er sich: „Lieber schau ich, wie alles vor die Hunde geht, als dass ich meinen eigenen Namen erfahre.“ Er stellt sich seiner (sowieso subjektiven) Wahrheit nicht, stattdessen stabilisiert er sein brüchiges Selbst durch Zwänge: Händedesinfektion, „seinem System“, nachdem er die Stadt durchhinkt, Pillen, die womöglich nix als Stärke enthalten, denn er nimmt sie auf jeder zweiten Seite ein, was ihm zu einigen Kalorien verhelfen dürfte – gegessen, getrunken, geschlafen wird nämlich fast nie. Einen Namen zu haben, einen Begriff (Worte, eine Form ganz allgemein) für etwas oder jemanden, mindert die Angst. Das wissen wir seit Rumpelstilzchen. Doch Dewey …

Man könnte ihn als das Menschliche an sich verstehen, so zäh, wohlmeinend, hilfsbereit, herzlos, überlebenswillig, ignorant und desorientiert wie er ist. Zumindest als das Männliche im Menschlichen, denn es gibt zwar mächtige, bezaubernde, defekte Frauen auf allen Seiten, doch sie werden entweder entführt, gerettet oder getötet. Dewey ist da liberal und ganz Gentleman. „Ja, ich leide, auch wenn das niemand glaubt. Ich leide sehr, und diesen Schmerz häuf ich auf alle, die mir nahekommen“, sagt er, womit wir im Jammertal menschlicher Existenz angekommen wären.

Es empfiehlt sich, mit „2/14“ zu beginnen, will man sich der Figur Dewey anschließen und seinem gebrochenen Sosein folgen. Aber man muss nicht, denn rasant, ballerig, finster und komisch erzählt Nathan Larson, der ursprünglich übrigens Musiker ist, in seinem zweiten Roman. Wilde Szenen, schnelle Schnitte, peppige Dialoge und ein atemberaubender Rhythmus prägen dieses schwarze Stückchen Literatur. Das ist ganz großes Kino.


Ein zufriedener Mann. Erzählungen
Ein zufriedener Mann. Erzählungen
Preis: EUR 4,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klar, kompakt, intensiv, 3. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Heute ist ein guter Tag für Kurzgeschichten, gerade für so besondere wie die von Zoë Beck. In dem kleinen Bändchen, das als eBook zu haben ist, sind zehn von ihnen versammelt. In ihnen geht es um Menschen, die abseits leben, welche, die nicht so recht in ihre Welt zu passen scheinen, ganz normale also. Wer passt schon in seine Welt? Manchmal überwinden sie soziale Grenzen, um Freunde zu sein, wie Maria und Franziska in „Freundin“. Sie befreien sich von ihrer Angst wie Gil Peters in „Draußen“, mit fatalen Folgen. Oder sie verlieren sich wie Helene, die Tänzerin, an einen „zufriedenen Mann“. Subtil, klar, kompakt und mit leichter Hand erzählt Zoë Beck von Leuten, die wir kennen, von Zartbesaiteten, von Nichtsnutzen, Mächtigen, Schlaflosen und Betrogenen, taucht ein in ihr Sosein und lässt uns ein wenig mehr von ihnen wissen, als sie uns selbst über sich erzählen würden, wie z.B. Xaver, der Oma und Uropa ermordete und auf Helgoland nach seinem Erbe buddelt.
Fein ziselierte Literaturstückchen stecken in dem Band. Wer sich bisher nicht für Kurzgeschichten begeistern konnte, hat die von Zoë Beck noch nicht gelesen. Heute ist ein ausgesprochen guter Tag, damit zu beginnen!


Blutsonntag: Roman
Blutsonntag: Roman
von Robert Brack
  Broschiert
Preis: EUR 13,90

5.0 von 5 Sternen klar, authentisch, aktuell, 24. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Blutsonntag: Roman (Broschiert)
Hasserfüllt und ohnmächtig ist die Kommunistin Klara Schindler, Journalistin der Hamburger Volkzeitung, angesichts des Unrechts, das Polizei und Nazis am 17. Juli 1932 an der Altonaer Bevölkerung begingen. 16 Menschen wurden niedergeschossen. Wer die beiden Nazis tötete, bleibt unklar. Die Zeitungen lügen, und lasten der kommunistischen Kommune die 18 Toten an. Aber so war es nicht. Klara will die Wahrheit über das Geschehen, das als „Blutsonntag“ in die Geschichte eingegangen ist, schreiben, doch niemand lässt sie. Was nützt das Wort, wenn es kein Gehör, keinen Widerhall findet? „Am Anfang war die Tat.“ – Genau! Nicht nur quatschen, machen! Für Klara heißt das Zeugenaussagen sammeln, erst einmal. Das tut sie mittels eines „Magnetofons“, das sie von zwei russischen Genossen bekommt. Im Roman finden sich authentische Aussagen von Anwohnern, Hinterbliebenen, zufällig Beteiligten. Niemand interessiert sich für Klaras Recherche, deshalb entschließt sie sich zum Mord an dem Verantwortlichen. Sie müsse ein Fanal setzen, die Massen aufrütteln, die Revolution in Gang bringen, sagt sie. Ihr Freund und Genosse zweifelt.

Schon gruselig, wenn man die Propagandaparolen liest, die der Nazis wie die der Kommunisten, in dem Wissen, wie die Geschichte dann tatsächlich verlaufen ist. Wenn man die Borniertheit, die Radikalisierung, die Idealisierung von Ideologien, die Abspaltung der Wirklichkeit, die Vertuschung, Manipulation und Indoktrination sieht. Tragisch die zerstrittene Linke und die „unpolitische“ Haltung der verarmten Arbeiterschaft, während die Nazis an Einfluss gewinnen. Unter diesen Umständen ist Klaras zunehmende Hilflosigkeit und ihr Mordplan zu verstehen.

Interessant, wenngleich ein wenig mühsam zu lesen, sind die zahlreichen Aufzeichnungen der Augenzeugen. Nur mittels dieser Sammlung wird allmählich die Wahrheit über den von den Nazis inszenierten und von der Polizei ausgeführten Gewaltexzess deutlich.
Natürlich kann man fragen, wozu heute ein Roman über den 17. Juli 1932 geschrieben bzw. gelesen werden muss, wo wir doch so informiert zu sein scheinen über die Zeit der Machtergreifung der Nazis. Betrachtet man aber den um sich greifenden Rassismus und die rechten Tendenzen in ganz Europa, die sich in den letzen Jahre abzeichnen, darf man einen Moment darüber nachdenken, in welche Richtung ökonomische Verwerfungen führen können.

Bei aller sprachlicher Klarheit und Brillanz ist es ein Roman, der sich ein wenig sträubt und dennoch gelesen gehört.


Die Hex ist tot
Die Hex ist tot
von Monika Geier
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intuition ist kein Mysterium, 22. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Hex ist tot (Broschiert)
Bettina Boll ist Halbtagskriminalistin und muss erstmal etwas ziemlich Langweiliges machen – Kanaldeckel gucken, weil ein Bekloppter die Dinger geöffnet hat. Zwar gab es vor Jahren schon einmal eine derartige Serie, man fand auch eine Leiche in einem Schacht, aber das neue Kanaldeckelproblem wäre eher was fürs Ordnungsamt. Immerhin gibt es der Autorin Zeit, die Figuren einzuführen. Behutsam, genau und ironisch tut sie das. Ein Kriminalroman muss nämlich nicht mit einem Knall beginnen und auch nicht mit der Leiche auf Seite sieben.

Bettina kümmert sich um die Kinder der toten Schwester, zu allem Überfluss wird die Tante, die die Geschwister großzog, pflegebedürftig, während nun doch ein neues Verbrechen geschieht. Eine Frau wird kopfüber in einen Kanalschacht gestopft. Sie bleibt nicht die einzige Tote. Wer nun glaubt, dies seien die Taten eines devianten Serienkillers mit Kindheitstrauma, der irrt, soviel sei gesagt.
Neben der Ironie und der Bodenhaftung gibt es zwei Aspekte, die diesen Roman auszeichnen. Bettina muss sich mit der Macht der Männern herumschlagen: Mit ihrem Oldscool-Vorgesetzten, der autoritär verfährt, mit ihrem Kollegen Ackermann, den sie liebt und er sie, der zugewandt und entmündigend agiert. Und sie muss sich mit der Konkurrenz der Frauen auseinandersetzen. Nein, es gibt keine schwesterlichen Allianzen, wie wir sie uns wünschen würden, keine Solidarität der Unterprivilegierten. Bettina ist halbtags. Da ist Missgunst und Eifersucht von der Kollegin. Missachtung und Machtausübung von der Tante. Vorbehalte von Zeuginnen. Es sind Verhaltensweisen, die so üblich und vertraut sind, dass man nur Bewunderung für Bettinas stoischen Pragmatismus empfinden kann.

Bedauerlich sind einige Fehler medizinischer Details, besonders weil sie plotrelevant sind. Man kann Cortison nicht unauffällig mit Insulin mixen. Oxycodon taugt nix zur Appetithemmung, da könnte man eher ... das muss jetzt nicht vertieft werden, welche illegale Droge besser passt, wenngleich Oxycodon keine Droge, sondern ein nützliches Pharmakon in der Schmerztherapie, falls in kundiger Hand, ist. Die ärztliche Schweigepflicht entfällt bei Kapitalverbrechen. Es ist nicht ganz einfach, solche Dinge genau zu recherchieren, aber nötig, weil es eben immer ein paar Experten gibt, die Kriminalromane lesen.

Ganz wunderbar dagegen sind die Szenen, die mit der „Intuition“ von Bettina Boll zu tun haben. „Intuition“ wird ja in der Regel nur benannt und damit mystifiziert. Da wird behauptet, jemand erfasse etwas „intuitiv“ und basta, was immer damit gemeint ist. Monika Geier hingegen lässt Bettina ihre Emotionen, vagen Ideen, seltsamen Anwandlungen reflektieren, gestaltet das nicht ausschließlich kognitiv, sondern schafft eine Atmosphäre, in der sich etwas innerlich ereignen kann, etwas, das Folgen im Denken und Handeln hat. (Derartiges habe ich noch nie gelesen.) Das ist neben allen Qualitäten des Romans eine faszinierende Besonderheit.

„Die Hex ist tot“, ist in einem Verlag erschienen, der sich dem politischen Kriminalroman verschrieben hat. Gewiss könnte man darüber streiten, was „politisch“ ist. Halbtagskriminalistinnen mit „Stiefkindern“ und einem Fall, bei dem es um Macht, Geld und Schönheitsverpflichtungen geht, sind es auf jeden Fall im allerbesten Sinne.


Die Affen von Cannstatt
Die Affen von Cannstatt
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen intensiv, subtil und wesentlich, 17. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Affen von Cannstatt (Kindle Edition)
Es gehört sich nicht, in einem Tagebuch zu blättern. Das haben wir gelernt. Vielleicht kann zu unserer Entlastung gesagt werden, dass es sich um das veröffentlichte „Hafttagebuch“ der Camilla Feh handelt. Dieser Umstand mindert womöglich unsere Scham über die Indiskretion. Von Scham ist Camilla, die Tochter einer mutmaßlichen Kindsmörderin, genug gequält. Nicht von jener Sorte, die nützlich für ein zufriedenstellendes Miteinander wäre, sondern von jener zerstörerischen, „toxischen“ Scham, die das eigene Wollen, den eigenen Wert begrenzt und die schöne Camilla in den sozialen Rückzug hinein, in die Unsichtbarkeit zwingt. Die Pflegeeltern sind freundliche Leute, unterstützen die Tochter und doch ... die Blicke der Anderen, der verhalten mitleidige Ton.

Und dann ist Camilla in U-Haft. Man wirft ihr vor, für den dramatischen Tod ihres Ex-Freundes im Gehege der Bonobos in der Wilhelma, dem Cannstätter Zoo, verantwortlich zu sein. Immerhin befasste sie sich im Rahmen ihres Soziologiestudiums mit deren Verhalten, bis sie sich wegen einer Unstimmigkeit mit ihrem Professor exmatrikulieren ließ, statt für ihre Interpretation der Beobachtungen einzustehen: Bonobos können ihre Kinder morden. Oder ist das eine Projektion Camillas eigener Geschichte? Rückzug statt Kampf, unterlegt von Scham und der negativen Selbstüberzeugung, falsch zu sein. Christine Lehmann greift die Thematik der Erbsünde auf, mit der Frauen sich seit der Arbeitsteilung herumschlagen, nicht erst seit 2000 Jahren. „Nur im prähumanen Paradies hatte Eva das Sagen, sie war die Aktive, die dem tumben Adam die Sexualität entdeckte.“ Nö. Sie war die Rippe. Und nach der Mythologie hatte sie zwei Vorgängerinnen, die wegen Mangelhaftigkeit eingestampft wurden, während Lilith, die intellektuelle Fliegerin, verbannt wurde. Was für ein Desaster für die Weiblichkeit! Was für eine Katastrophe für die Männer! So oder so.

Im Knast verliert Camilla alles. Ihren Job, ihre Bezüge, ihre Privatsphäre, ihre Energie, ihre Würde. Die kühle, unspektakuläre Schilderung des Haftalltags zeigt die ganze grausame Entindividualisierung in Gefangenschaft, nicht nur die der Frauen. Der Bogen zu eingesperrten Mitgeschöpfen, z.B. den Bonobos, wird gespannt. „Es schmerzt. Hoffnung ist ein Tumor im Gehirn.“ Bittere Bilder findet die Autorin.
Camilla wäre nicht, wo sie ist, ohne Verrat, begangen im besten Wollen, im Namen der Wahrheit sogar. Lisa Nerz, die sich bereits durch einige Kriminalromane der Autorin ermittelt hat, interpretiert ein paar Fakten übereifrig falsch, mit verheerenden Folgen für Camilla. Ein Motiv, das den Roman durchzieht, ist das Wiedergutmachen. Aber so absurd wie der Begriff, so zweitklassig sind die Ergebnisse. Schadensbegrenzung wäre möglich. Aber dazu müsste man sich der eignen Verantwortung stellen, und das hätte einen Preis. Den mögen weder Camillas Mutter, noch die Mithäftlinge, noch Lisa Nerz zahlen. So ein klein wenig Verleugnung kann einem eine Menge innere Stabilität sichern und Handlungsfähigkeit erhalten. Christine Lehmanns Figuren sind keine Heldinnen und schon gar keine Antiheldinnen. Sie sind halt Leute, die sich trotz ihrer mehr oder weniger glücklichen Biographien durchschlagen müssen. Warum, fragt Camilla, hat ihre Mutter sie leben lassen, während sie vier ihrer Kinder umgebracht hat? (Hat sie?) Weil sie es nicht besser wusste. Der Vorwurf, den Camilla ihr macht: Sie hätte wissen können. Nun, das mag sein. Schwer zu sagen, wenn man nicht drinsteckt in jemandes Haut. Auf jeden Fall ist Dummheit und Ignoranz keine Ausrede für ... alles.

Fragen von Verantwortung, Schuld, Scham, Freiheit, von Gewalt, Solidarität und Gemeinschaft verhandelt Christine Lehmann souverän und unprätentiös im Erzählerischen. Ein hübscher Ausflug ins Philosophische über das Menschsein sei an der Stelle noch zitiert: „ ... Sie (die Primaten) können sogar altruistisch und empathisch handeln ... Klammert man sie aus, geraten wir bei Behinderten und Dementen in eine Definitionskrise. Legt man dagegen den Kant`schen Begriff der Autonomie zugrunde, wonach der Mensch selbst erkennt, was ethisch richtig ist, und sich selbst Normen setzt, fällt wiederum die Hälfte meiner Haftgenossinnen durchs Raster.“ Und jede Menge Menschen, die sich nicht in Haft befinden auch, möchte man hinzufügen.

Bei aller Komplexität der „großen Fragen“ – der Roman entwickelt sich in seiner klaustrophobischen Atmosphäre subtil drängend und mit einer faszinierend dunklen Intensität. Und nein, glücklich wird keiner am Schluss, nur ein bisschen freier. Vielleicht.


Kriegsgebiete: Thriller
Kriegsgebiete: Thriller
von Roland Spranger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Afghanistan ist ganz in der Nähe, 3. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Kriegsgebiete: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Posttraumatische Belastungsstörungen sind seit den Einsätzen der Bundeswehr in echten militärischen Auseinandersetzungen beliebte Phänomene im deutschen Kriminalroman, schon der schillernden Symptomatik wegen. Man kann hübsche Schockeffekte und Opfer-zu-Täter-und zurück-Konstruktionen mit ihnen basteln. Das bleibt uns in „Kriegsgebiete“ erspart, soviel vorweg.

Der Soldat Daniel Schramm gerät mit seinem Team in einen Hinterhalt in einem afghanischen Dorf. Drei Soldaten sterben. Oder sind es vier? Oder ...
Ein Jahr später und zurück in Deutschland hat Daniel weder seine Übersicht noch sein Sicherheit wiedergewonnen. Alpträume, flash backs und Panikattacken halten sein Hirn in Schach. Seine Frau Melanie verlässt den impulsiven, gereizten Mann samt Tochter zugunsten eines emotional und ökonomisch zuverlässigeren. Daniel ist einsam und gekränkt, und fest im Griff seiner Symptomatik. Halt im Chaos geben ihm sein Therapeut, eine strenge Tagesstruktur und der Sport. Okay, Sport. Es ist eher selbstverletzendes Verhalten, am Ausmaß gemessen. Der Schmerz versichert ihn der Welt. Wer Schmerzen empfindet, ist weder tot noch völlig abgedreht. Gerade dabei, sich in einen stabilen Alltag zurück zu kämpfen, findet er eine Frauenleiche. Wegen seiner Spleens (er hat das Inventar seines Hauses zertrümmert und das Restmobiliar in den Garten getragen, um darin zu wohnen) und seiner Unberechenbarkeit gerät er in Verdacht. Die Tote im Teich bleibt nicht die einzige Leiche. Gemeinsam mit einem Freund recherchiert er zu den Opfern, um sich von dem Verdacht zu befreien. Dabei ist er sich nicht sicher, ob er nicht doch ... Sein Kampfmesser ist verschwunden, seine Erinnerung fragil, und die Qual der Schuld, die er sich am Tod der Kameraden gibt, gnadenlos.

Roland Spranger erzählt bildhaft, plastisch, filmisch, intensiv. Objekte haben ein Eigenleben (Bsp: „Das Ledersofa hatte nur ein leises Schönwetterschnurren von sich gegeben. Keinen Regenseufzer.“). Auch ihnen ist nicht zu trauen, was wunderbar für die Befürchtungen im magischen Denken steht. Will heißen, in den Bildern zeigt sich die allgegenwärtige Gefahr, selbst im banalsten. Dem muss durch Kontrolle und Wachsamkeit entgegen gewirkt werden. Wenn man nicht aufpasst, ist man tot. Dem Autor gelingt es ausgezeichnet, dieses Modell psychischer Zusammenhänge sprachlich abzubilden. Die Figur des kriegstraumatisierten Daniel mit seinen (scheinbaren) Absonderlichkeiten ist höchst plausibel gestaltet. Sie trägt den Roman, sodass kleine Plotschwächen nicht ins Gewicht fallen. Der Ausnahmezustand, in den Daniel via Gewalterfahrung hinein katapultiert wurde, wird wunderbar kontrastiert in der Trivialität des Alltäglichen und stellt damit die Frage nach der Sinnhaftigkeit militärischer Einsätze, weiter gedacht, des Krieges überhaupt und damit die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen, an keiner Stelle allerdings explizit, sondern konsequent narrativ. Eine Qualität des Romans ist die die Ironie, mit der diese Fragen verhandelt werden.
Er erhielt den Friedrich-Glauser-Preis 2013. Es ist ein außergewöhnlicher Roman!


So läuft das nicht: Geschichte einer Clique
So läuft das nicht: Geschichte einer Clique
von Walter Gödden
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen stark, schnell und bodennah, 25. April 2014
Das Ruhrgebiet in der Mitte der 1970er Jahre, als es noch von Kohle und Industrie geprägt war. Jens, Antje, Jule, Otto, Rita, Carsten, Bernadette, Hugo, Fred, Petra und Charly sind eine Clique, junge Leute, die erwachsen werden müssen. Was sie eint, ist das Viertel, aus dem sie stammen, die Jugend und der Zeitgeist. Was sie trennt, ist ihre jeweilige Herkunft, sind die Ressourcen und Beschränkungen in ihren Familien. Nichts Spektakuläres passiert. Erwachsen müssen schließlich alle Leute werden. Das Bemerkenswerte an diesem frühen Roman von Frank Göhre ist die Atmosphäre, das Lebensgefühl dieser Zeit und seine Textur. In reportageartigen Versatzstücken und in ihrem eigenen Jargon stellen die Protagonisten (jeder bekommt seinen Raum) die typischen Fragen der Aldoleszenz: Was fange ich an mit diesem Leben? Was sind meine Fähigkeiten? Was kann ich bewegen in der Welt? Wer bin ich überhaupt, wenn ich ICH und nicht mehr ICH in der Familie bin? Wie viel Freiheit kann ich mir nehmen? Welchen Zwängen muss ich mich unterwerfen? Und wie krieg ich das alles auf die Kette?

Die Alten schlagen sich durch, noch sind sie hungrig nach Wohlstand und Konsum. Das Wachstum stagniert an der Ölkrise, die Arbeitslosigkeit steigt. Die ersten Gentrifizierungsmaßnahmen bedrohen das Viertel und das Leben der Menschen dort. Fred setzt die väterliche Tradition des Arbeiterprotestes fort und muss sich fragen lassen, wen er dafür opfern will. Jens geht zum Bund, weil der gelernte Koch kein Bein an die Erde kriegt, bei Antje nicht und auch sonst nicht, macht sich zum Außenseiter und Versorgungsbedürftigen. Jule wird eingesperrt von ihrem Alten, Bernadette von der Clique wegen ihrer bildungsbürgerlichen Herkunft abgelehnt ... Aber man ist jung. Es gibt wilde Autofahrten durch die Nacht, Feten, Liebe, Trennung, die Roling Stones, die Kneipe und die Suche.

Was diesen Roman heute zu einem Lesevergnügen macht, ist, dass er sich durch seine unorthodoxe, popkulturelle Erzählform, die eine eigene Intensität erzeugt, auszeichnet, sind die genauen Beobachtungen und die realitätsverhafteten Charaktere. Ein Glück, dass Walter Gödde ihn neu herausgegeben hat. Sein Nachwort ordnet ihn in das Gesamtwerk Frank Göhres ein und lässt den Autor selbst zu Wort kommen.

So richtig gut geht der Roman nicht aus. Wie könnte auch? Das Leben der jungen Leute fängt ja gerade erst an. Aber er endet mit: „ ... und sie gingen raus, gemeinsam, das war wichtig, jetzt und überhaupt.“
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2014 9:18 PM MEST


Wolf hetzt die Meute
Wolf hetzt die Meute
von Martin Schöne
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen blutig, unernst und hammerhart, 2. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Wolf hetzt die Meute (Taschenbuch)
Sie da! Ja, Sie!
Lesen da mal rein! Schon der Bildung wegen. Es erwarten Sie nützliche Tipps, wie Sie z.B. eine fremde Wohnung effizient durchsuchen oder einen Schlagstockangriff elegant abwehren. Aber auch falls Sie das schon können, wird Wolf, der Ex-Zielfahnder und Privatier, Sie ansprechen. Nämlich direkt.
Und er fackelt nicht lange, sondern kommt direkt auf den Punkt.

Sein Ziehsohn Philip wird vermisst, wie schon dessen Vater und Wolfs Freund Peter 24 Jahre zuvor. Lange und mit allen Mitteln hatte Wolf so intensiv wie erfolglos nach dem Freund gesucht. Peter verschwand in der Nacht des Mauerfalls und tauchte nie wieder auf. Wolf glaubt, seiner unerfüllten Liebe Anke, Philips Mutter, etwas schuldig zu sein. Er reist von seinem Exil in Malta zurück nach Berlin, klinkt sich in Philips Job als Wachmann in einer Sicherheitsfirma, die sich „Heimat“ nennt, ein und bewacht den DDR, den Dritten Deutschen Rundfunk (!). Das Gebäude ist ein kleeblattförmiges Monstrum mit fünf Untergeschossen, einige davon ungenutzt und heruntergekommen in ödem DDR-Design samt Stasi-Vergangenheit.
Weitere Mitarbeiter des DDR sind seit Monaten verschwunden, wie sich zeigt. Die Stadt will Personal abbauen und letztlich die Schließung des Senders erzwingen. Niemand berichtet über die Vermissten.
Wolf ermittelt under cover in der „Heimat“-Truppe, er entdeckt einen Schemen im Untergrund, getrocknetes Blut und verschlossene Türen ...

Man könnte meinen, es handele sich um einen von den bis zum Gähnen durchdeklinierten Serienkillerblödsinnsromanen. Aber so ist es nicht. Wolf ist ein Typ. Arrogant, gewitzt, idiotisch, verletzlich, risikobereit, schlau, analytisch, feige und gefühlslegasthenisch. Irgendwas zwischen James Bond, Phillip Marlow und Merlin. Rasant entwickelt Martin Schöne seinen ersten Roman, an manchen Stellen noch ein wenig plakativ, okay. Aber die Satire auf Verschwörungstheorie- und Serienkillertrashliteratur ist gelungen. Auch das Fernsehen bekommt sein Fett weg, und zwar von einem Insider, denn Martin Schöne ist als Redakteur bei 3sat Kulturzeit tätig.
Wunderbar persifliert ist auch die DDR-Nostalgie, ohne zu übersehen, dass die Menschen die einst unter diktatorischen Bedingungen lebten, immer noch da sind, sich neu bestimmen, neu arrangieren, neu orientieren oder ihre festgezurrten Überzeugungen verbergen mussten bzw. müssen.
Blutig, unernst und hammerhart ist der Roman ein großer Spaß für Jungs. Und für Mädels, die Jungsspielzeug mögen. Aber er erzählt auch von Bindung und Freundschaft, und von der Angst vor der Liebe.


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