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Rezensionen verfasst von
Koschka

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Wie ein Stein im Geröll
Wie ein Stein im Geröll
von Maria Barbal
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Das harte Leben, 3. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie ein Stein im Geröll (Taschenbuch)
einer Frau, die von Jugend an wie ein Stein unter anderen Steinen hin- und hergeworfen und fast zerrieben wird. Dennoch wird ihr auch ein tiefes Glück zuteil, dessen Nachwirkung sie auch schreckliche Schicksalsschläge ertragen lässt.
Knapp, unsentimental und überzeugend beschreibt Maria Barbal dieses Leben in Katalonien zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs. Erschütternd und anrührend zugleich. Empfohlen sei auch "Auf der Placa del Diamant" der zweiten großen katalanischen Schriftstellerin Mercè Rodoreda, die ebenfalls ein Frauenschicksal in dieser Zeit beschreibt.


Der Trafikant
Der Trafikant
von Robert Seethaler
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UNBEDINGT LESEN!, 3. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Trafikant (Taschenbuch)
Bei all den positiven und ausführlichen Rezensionen beschränke ich mich auf meine volle Zustimmung. Ich freue mich auf den neune Seethaler:


Zoli
Zoli
von Colum McCann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Bewegend, 4. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Zoli (Taschenbuch)
und interessant mit manchen Längen.
Ich habe das Buch im Originalton Englisch gelesen und konnte darin keine "depressive Sprache" entdecken, wie ein Rezensent sie feststellt. Die verschiedenen Schicksale werden mit knappen, unsentimentalen Sätzen beschrieben. Trotzdem oder vielmehr genau deshalb prägen sich die Charaktere und Geschehnisse tief ein. Da schon genügend ausführliche Inhaltsangaben vorhanden sind, verzichte ich auf weitere Angaben dazu.
Irritierend sind die Zeitsprünge vor und zurück, die sich durch die Erzählabschnitte aus verschiedenen Perspektiven (teilweise in Ich-Form) ergeben.
Colum McCan verwendet die Lebensgeschichte der polnischen Romni Bronislawa Wajs (siehe Wikipedia) für seinen Roman, geht aber mit Zolis Flucht und "Wandlung" weit darüber hinaus. Dabei gerät die Geschichte für meinen Geschmack denn doch ein wenig zu fantastisch. Manche Details sind einfach unglaubwürdig. Aufschlussreich ist die Schilderung der sozialistischen Repressionen gegen die Roma und deren Reaktion darauf. Das Programm zur Ansiedlung des fahrenden Volkes war kein Angebot sondern eine als Wohltat verbrämte Zwangsmaßnahme.


Von Ort zu Ort: Eine Jugend in Pommern
Von Ort zu Ort: Eine Jugend in Pommern
von Maria Wellershoff
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Einblicke, 17. Februar 2014
in ein verlorenes Land und das Leben einer Gesellschaftsschicht, die so nicht mehr existiert. Frau Wellershoff schildert als Zeitzeugin ihre persönlichen Erfahrungen im "Dritten Reich", dem auch eine ihrer Halbschwestern zum Opfer fiel.
Leider ist das dicke Buch (fast 500 Seiten!) angereichert mit vielen nebensächlichen Episoden (zum Beispiel flüchtigen Begegnungen mit unbedeutenden Personen), die nur für die Autorin selbst und vielleicht Familienangehörige wichtig sein können. Die vielen rhetorischen Fragen ("Wer sollte das nachprüfen?" - "Warum bin ich...?" - "Was für ein Schicksal hat ... ?") unterbrechen den Erzählfluss immer wieder. Die Autorin hat nicht "abgeschlossen" und beschäftigt sich in Gedanken intensiv mit ihrem Leben und den Menschen, die ihr begegnet sind.


Gegenüber brennt noch Licht
Gegenüber brennt noch Licht
von Jens Wonneberger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein eher stilles Buch, 10. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ohne spektakuläre Vorkommnisse. Doch die einfühlsame Beschreibung eines einsamen Menschen, der seinen Lebensinhalt in der Beobachtung anderer Menschen sucht und sich in deren Leben phantasievoll hineindenkt, im eigenen dagegen ungeschickt herumstolpert, nimmt gefangen. Es gibt Anlass zum Nachdenken und auch zum (mitleidigen) Schmunzeln. Zum Beispiel über die Beziehung des gut 40jährigen, nicht ganz abgenabelten Sohnes zu seiner Mutter oder über die schwierige Anbahnung eines Verhältnisses mit seiner Kollegin. Ebenso das ungeschickte Verhalten des Protagonisten gegenüber seinen treffend geschilderten Kollegen im Büro.
Ich empfehle zweimaliges Lesen, um der kunstvollen Verschränkung von Wirklichkeit und phantasierter Welt noch einmal nachzuspüren.


Die Stille
Die Stille
von Reinhard Jirgl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Interessantes Thema,, 10. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Stille (Gebundene Ausgabe)
auf dessen Durchführung ich leider nicht gefasst war und darum auf die Lektüre verzichte. Man möge mein unverständiges "Banausentum" ruhig schelten, aber so ein manieristisch verfremdetes Werk - was muss das für eine Mühe gekostet haben! - ist nichts für mich. Ich habe das Buch reihum angeboten, aber im durchaus gebildeten und belesenen Bekanntenkreis, wo Jirgls Schreibweise bekannt ist, wurde dankend abgewinkt.


Pferde stehlen. Roman
Pferde stehlen. Roman
von Per Petterson
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Still und abgeklärt, 10. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pferde stehlen. Roman (Taschenbuch)
aber auch voll Spannung und Unruhe ist dieses Buch über Erwachsenwerden und Lebensabend. Es erzählt in Rückblicken des nun 67jährigen von seinen schönsten Erinnerungen an seinen Vater im gemeinsam verbrachten Sommer, der mit dem Verrat des Vaters endete. Dieser hatte dem Sohn versprochen, nach Hause nachzukommen, kam aber nie, schickte nur einen kargen Brief, der nicht einmal einen besonderen Gruß an den Sohn enthielt.
Der Junge erfährt im Laufe dieses Sommers von einem Freund des Vaters von dessen Aktivitäten im Widerstand während der deutschen Besatzung. 50 Jahre später lassen die unverhoffte Begegnung und die Gespräche mit dem jüngeren Bruder seines damaligen Freundes (es wird allerdings nicht klar, wieso der sich ausgerechnet an den selben Ort zurückgezogen hat) die Ereignisse dieses Sommers mit ihren beglückenden, verwirrenden und schmerzhaften Gefühlen wieder lebendig werden.
Zweimal lesen, es lohn sich!


Fegefeuer: Roman
Fegefeuer: Roman
von Sofi Oksanen
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk?, 2. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Fegefeuer: Roman (Taschenbuch)
Verführt durch das überschwängliche Lob ("Ein Meisterwerk!") und die Preisauszeichnung kaufte ich das Buch, war aber enttäuscht.
Spannend zwar, ja, aber auch mit äußerst langatmigen Beschreibungen bedeutungsloser Nebensächlichkeiten. Unglaublich düster allein schon die eigentliche Geschichte, dazu Beschreibungen von Folter und ekelerregenden Details im Prostituiertenmilieu.
Nicht nachvollziehbar ist, wie eine Frau durch Eifersucht und Neid soweit getrieben werden kann, dass sie ihre Schwester und Nichte an die Kommunisten zur Verschleppung ins hinterste Sibirien ausliefert. Ebenso wenig, dass sich der Mann der Schwester, die von Anfang an scharf auf ihn gewesen war, sechs(!) Jahre lang, völlig irrational auf Hilfe von Amerika hoffend, von seiner Schwägerin in einer Kammer verstecken und versorgen lässt, während ihr regimetreuer Mann ins Büro geht. Als er sich schließlich in die Wälder zu den Partisanen durchschlagen möchte, hält sie ihn in seinem Versteck gefangen und lässt ihn verhungern. Auf diese Art kann sie ihn für immer - wenn auch mumifiziert - bei sich behalten. Glaubhaft?
Das Ganze ist durch den ständigen Wechsel zwischen Jahrzehnten - sogar die Tagebucheinträge des Versteckten sind nicht kontinuierlich nach Daten angeordnet - schwer auf die Reihe zu bringen. Man ist gezwungen, immer wieder vor- und zurückzublättern, und den Faden zu suchen. Schließlich habe ich nur noch sporadisch gelesen, um die Geschichte einigermaßen zum Abschluss zu bringen. Für mich absolut kein Meisterwerk!


Die Gärten der Finzi-Contini
Die Gärten der Finzi-Contini
von Giorgio Bassani
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langatmig, 14. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Gärten der Finzi-Contini (Taschenbuch)
Der Rezensent "Manni1116" gibt eine treffende Beschreibung des Romans, der über 300 Seiten dahinplätschert. Ich kann ihn weder "herzzereißend" noch "überwältigend" finden, höchstens "melancholisch", wie ein Rezensent schreibt. Schließlich ist das tragische Ende der Familie Finzi-Contini von Beginn an bekannt. Die Bedrohung durch den italienischen Faschismus und den Nationalsozialismus wird ab und zu thematisiert, von den Betroffenen aber nur registriert und nicht recht ernst genommen. Man erfährt nicht, was in ihnen wirklich vorgeht.
Was die "überwältigend-zarte" Liebesgeschichte betrifft, so ist diese ziemlich einseitig. Es bleibt unklar, ob die junge Frau jemals mehr als Freundschaft für ihren Verehrer empfindet. Er dagegen wird immer aufdringlicher, versucht trotz ihrer Abwehr, sie zu küssen ("auf den Mund"), wirft sich auf die krank zu Bett Liegende ("während sich mein Körper, ohne mein Dazutun, konvulsivisch über dem ihren bewegte..."), sie dagegen bleibt "starr wie eine Statue". Schließlich quält er sie mit Fragen nach möglichen Liebhabern; erstaunlich, wie geduldig sie bleibt. Das Hindernis für diese Verbindung, für den Fall, dass Micól doch Liebe für den jungen Mann empfinden sollte, ist die damalige Konvention, der gesellschaftliche Unterschied, und die wenig versprechende angestrebte Laufbahn des Ich-Erzählers als Schriftsteller, wie sein Vater nüchtern feststellt.


Auf der anderen Seite des Flusses
Auf der anderen Seite des Flusses
von Mary Lawson
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Großartiger Schmöker, 10. März 2013
Der packende Roman führt in eine nordkanadische Kleinstadt, die von Farmland umgeben ist. Die Geschichte einer Farmerfamilie und deren zwei völlig verschiedenen Söhnen sowie der Familie des einzigen Arztes am Ort spielt um die Zeit des 2. Weltkriegs, später in den endfünfziger Jahren bis 1960 und wird in jeweil abwechselnden Kapiteln erzählt. Man bekommt dank schöner Beschreibungen einen guten Eindruck der unwirtlichen und doch reizvollen Landschaft und ihrer Bewohner, die sich mit den harten Lebensbedingungen, besonders in der Kriegszeit, arrangieren müssen und trotzdem an ihrer Heimat hängen. Die ständigen Provokationen des jüngeren, heißgeliebten und von der Mutter vorgezogenen Farmersohns Jake belasten den älteren Arthur von klein auf und zerstören später dessen mühsam erkämpftes Glück um ein Haar. Der Sohn des Arztes ist durch seine Verliebtheit in Arthurs schöne Frau Laura auf unheilvolle Weise mit in tragisches Geschehen verwickelt. Trotzdem ist das im Epilog geschilderte Ende versöhnlich. Da die englische Sprache viel kompakter schildert und die Personen in ihrer eigenen Sprache natürlicher wirken, ist es empfehlenswert, dieses fesselnde, flüssig geschriebene Buch im Original zu lesen.


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