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Rezensionen verfasst von
Monsieur Matou

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Kleine Katze Chi, Band 2: Chi's sweet home
Kleine Katze Chi, Band 2: Chi's sweet home
von Konami Kanata
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Katzenleben, 28. Juli 2014
Wie schon beim ersten Band fallen zwei doch recht untypische Dinge für Mangas der heutigen Zeit auf: Komplett in Farbe und in westlicher Leserichtung. Am Anfang reine Kopfsache, aber dann hat man sich an die Leserichtung wieder gewöhnt. Die Bilder sind natürlich auf dem gleichen Leven wie in Band 1 und bestechen einmal mehr durch den liebevollen aquarelligen Stil.

Die Geschichte selbst arbeitet wieder viele Klischees von Katzen ab, bei denen man oft nur schmunzeln kann, wenn man etwas die Eigenarten der Katzen wieder entdeckt die man vielleicht schon selbst erlebt hat. Aber man fängt auch an etwas wie eine richtige Geschichte zu entwickeln, zum Beispiel als die "große Braunbärkatze" in Chis Leben tritt.

Kurzweilige Unterhaltung findet man also einmal mehr, wobei es interessant zu werden scheint wie sich die Serie weiterentwickelt. Ich will fair sein: Ja, es ist ein Katzenbaby und da darf man dann auch keine große Lyrik erwarten. Aber es gibt viele Geschichten die schon jetzt etwas "langweilig" wirken, weil man sich wie bei den Teletubbies vorkommt. Wenn Chi ein ganzes Kapitel eher nur "Milch, Milch, ich will Milch" ruft, dann bewegt man sich irgendwie etwas zu oft im Kreis und denkt sich "ja, ich hab's verstanden". Wie gesagt, Baby und so...Sie (Chi) hat ja auch noch ihre kleinen Sprachfehler, die es in diesem Band ebenfalls wieder zu lesen gibt. Aber ich würde es schon begrüßen, wenn die Serie doch etwas dazulernt. Vielleicht ja wenn die kleine Katze etwas älter wird. Aber das ist gewiss Meckern auf hohem Niveau.

Die Unterhaltung ist sichergestellt, die Bilder sind auf dem gleichen Niveau wie vorher und auch das Buch selbst (Papier, Einband, sogar eine Kleinigkeit zum Basteln) haben nicht nachgelassen. Wenn das alles so beibehalten wird, dann kann man als Katzenfreund immer mal wieder kleine Häppchen genießen, die von der Produktion her auf sehr hohem Niveau angesiedelt ist. 5 verdiente Tatzen!


Astonishia Story
Astonishia Story
Wird angeboten von gameshop No.7
Preis: EUR 23,95

3.0 von 5 Sternen Nicht so schlecht wie sein Ruf, 14. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Astonishia Story (Videospiel)
Astonishia Story aus der koreanischen Softwareschmiede Sonnori spaltet zu gutem Grund die Reviews, denn es bewegt sich immer wieder zwischen einem tollen Retroerlebnis und völlig veralteter Monotonie. Vielleicht liegt es aber daran, dass das Spiel eigentlich schon mehrere Jahre auf dem Buckel hat und eigentlich zu Release auf der PSP schon ein acht Jahre altes PC-Spiel war.

Letzteres wird auch schnell am Anfang klar, wenn man an die Passworteingabe gelangt, die über ein im Handbuch abgedrucktes Passwort die Echtheit des Kaufs bestätigen soll. Sowas gibt es nun nicht mehr in diesem Sinn, daher wurde diese Szene umgeschrieben und scheint sehr abstrus zu sein, aber vielleicht soll dieses belanglose Kuriosum einfach nur auf das einstimmen, was die nächsten ca 20-25 Stunden so kommt: Sehr viele Witze, die wohl lustig sein sollen, und eine Szene nach der anderen die Potenzial hätte, aber irgendwie deplatziert wirkt oder einfach nur total langweilig.

Spielerisch macht das Spiel nichtmal so viel falsch, wobei ich die Eigenarten des Kampfsystems gerne an die Wand donnern möchte. Vom Prinzip gibt es Zufallskämpfe in den sich immer ähnelnden Leveln, auf der Karte sieht man Gegner (die nach dem Besiegen tot sind, es sei denn man verlässt die Karte und kommt wieder). Diese Inkonsequenz von Zufallskampf und eben nicht Zufallskampf geht dann im eigentlichen Kampfgetümmel dann auch noch weiter. Ds Spiel springt hier in eine eigene Kampfarena, die dem jeweiligen Umfeld angepasst ist. Hier kann man nach und nach seine Figuren in einem SRPG-typischen Raster bewegen und platzieren, dann diverse Standardaktionen auswählen. JETZT kommt aber die Inkonsequenz, denn was sich als SRPG aufbaut hat absolut keinen Belang in Sachen Strategie. Man kann keinen Vorteil erzielen, wenn die Figur hinter einer anderen Figur steht, oder wenn man auf einem erhöhten Plateau steht, weil es letzteres schon gar nicht gibt. Auch bleiben die Figuren alle wie Zinnsoldaten stehen und stecken Treffer nach Treffer ein. Einen Gegenschlag bei eingestecktem Treffer gibt es nicht. Resultat: Die Energie fällt schnell und der Frustpegel steigt. Wobei man mit etwas Levelgrinding viel umgehen kann, aber Level bekommt man immer schwerer, je länger man spielt.

Der Rest ist einfach Standard. Es gibt die obligatorischen Ausrüstungen und Menüs, Zauber und Gegenstände. Solides Beiwerk, auch wenn die Menüführung mir nicht so ganz gefällt, besonders dann, wenn man neue Ausrüstung kauft. Ein "Schnellausrüsten bei Einkauf" wäre da zum Beispiel toll gewesen.

Musik und Optik sind alten 2D-Spielen nachempfunden, wobei die Optik schon sehr viele Details hat und einfach toll zum Angucken ist. Zauber können dann schon mal einen dezenten 3D-Effekt haben, der sich durchaus gut in die bunten 2D-Sprites einfügt. Schade ist nur, dass der Aufbau der Weltkarte und der Level etwas komisch anmutet. Irgendwann gibt es immer Grenzen bei denen man zu einem neuen Bildschirm übergehen kann. Oder auch nicht, weil das manchmal nur so aussieht. Wieder so eine Inkonsequenz, aber das hatten wir ja schon an anderen Stellen.

Astonishia Story ist jetzt bestimmt keine lahme Gurke und auch kein Feuerwerk. Es ist einfach okay bis nett, wenn man diesen alten 32-Bit Titeln etwas abgewinnen kann. Dass das Spiel mehr oder weniger einfach so aufhört ist jetzt Geschmackssache. Man hätte da schon mehr rausholen können, aber jede Stunde mehr hätte wohl noch mehr einer Sache hervorgerufen - man ahnt es schon: mehr Inkonsequenz.

Für das bischen Spaß und den Retro-Charme ein "nicht schlecht", womit das Spiel wirklich sehr gut bedient ist. Aber hoffentlich ist die indirekte Fortsetzung "Crimson Gem Saga" besser.


Kleine Katze Chi, Band 1
Kleine Katze Chi, Band 1
von Konami Kanata
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Empfehlung für Katzenfreunde..., 10. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Kleine Katze Chi, Band 1 (Taschenbuch)
...und solche die es vielleicht werden wollen!

Der Alltag einer Katze wird hier einfach nur fantastisch eingefangen. Man erkennt so viele Verhaltensmuster wieder, dass es wirklich eine Wonne ist, wenn man etwas die Eigenheiten dieser Tiere kennt. Aber auch sonst wird man bestimmt gut unterhalten, was nicht zuletzt durch die wirklich tolle Aufmachung kommt.

Auffallend an Chi ist, dass die Bilder durchgehend in Farbe gehalten wurden. Der Stil selbst ist sehr minimalistisch, vielleicht etwas eigen (Augen bei Menschen sind gerne nur schwarze Punkte), aber die Aquarellkolorierung holt hier sehr viel heraus. Doch was gleich zu Beginn auffällt: Der Manga ist in westlicher Leserichtung! Das wirkt erstmal etwas komisch und man mag sich über die Gründe streiten, aber bedarf eigentlich keiner Kritik, höchstens einer Erwähnung am Rande.

Die Geschichte selbst handelt von der kleinen Katze - einer offensichtlichen Streunerin - die mein "Spazieren" mit iherer Mutter und den Geschwistern von einem Vögelchen abgelenkt wird und die Familie aus den Augen verliert. Nach kurzer Suche fällt die kleine Katze etwas ermüdet in's Gras, wo sie vom kleinsten Spross der Familie Yamada gefunden und zum Aufpäppeln in deren Wohnung mitgenommen wird. Dass es nicht nur beim Aufpäppeln bleibt stellt sich sehr schnell heraus, aber da gibt es dann auch noch die Hausordnung, die Haustiere verbietet... Die vielen simplen Aufhänger für die kleinen Kapitel reichen aus um nette Situationskomik hervorzurufen und fügen sich sehr gut in ein großes Ganzes ein.

Was beim Lesen der Geschichte auffällt: Chi hat kleine Sprachfehler, was damit begründet wird, dass sie eben noch ein "Kleinkind" ist. Warum ich das erwähne? Weil in einer Rezension von Schreibfehlern gesprochen wird. Dem ist nicht so. Auch wenn das gedoppelte "S" bei den Yamadas vorkommt, aber ich wurde hier nur bei einem "Ssht" fündig, was man ja auch "Psst" oder "Pst" oder von mir aus auch "Pscht" schreiben könnte. Die Kritik bezüglich Schreibfehlern kann ich also bei Chi nicht unterschreiben. Höchstens der kleinste Yamada hat - auch seinem Alter entsprechend - den einen oder anderen Fehler.

Als kleines Goodie ist übrigens der Umschlag um Klappen erweitert worden, wovon man eine zum Teil ausschneiden kann um ein Lesezeichen mit Chi zu erhalten.

Lange habe ich Chi entgegengefiebert, war aber skeptisch, ob die Geschichte am Ende überzeugen kann. Nach Band 1 muss ich klar sagen: Super niedliche Geschichte ohne Knall-Bumm und mehrere', aufeinanderfolgende Seiten in denen nur "AAAAAH"-Ausrufe zu vernehmen sind. Luftig-leichte Unterhaltung... in zarten Aquarellfarben mit sehr viel Witz, der gut und gerne einfach nur auf dem Wesen einer Katze basiert. SUPER! 5 von 5 Tatzen!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2014 10:40 AM MEST


Lindbergh 02
Lindbergh 02
von Ahndongshik
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

4.0 von 5 Sternen Bin noch nicht angekommen, 7. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Lindbergh 02 (Taschenbuch)
Wie schon beim ersten Manga bekommt man nur beim Anblick des Covers schon wieder Lust auf Abenteuer. Doch auch in diesem Teil startet es noch nicht ganz so durch, wie ich finde.

Die Figuren wirken im Gegensatz zum ersten Buch nicht mehr ganz so zusammengewürfelt. Zwar gibt es einige kleine Ausnahmen, aber sie scheinen vom Stil doch deutlich mehr auf einer konstanten Ebene zu sein als es im zum Beispiel in Teil 1 beim Stil von Held und König/Prinz noch vorgekommen ist. Freilich ist auch hier diese Kritik wieder nur Meckern auf hohem Niveau, aber wenn es sonst kaum zum Meckern gibt, dann muss man ja schon regelrecht mit solchen Dingen ankommen, oder? ;)

Lindbergh 2 bleibt sonst in allen Belangen dem Level trau, was mit Episode 1 aufgebaut wurde. Durchaus sehr viele Details, selbst in kleinsten Bildern, überzeugen einmal mehr und auch wenn dieser Teil durch viele "Knuff-Puff-Krawumm"-Szenen schneller durchgelesen ist verweilt man zu gerne bei den Bildern und verlängert den Aufenthalt, weil eben nicht einfach gezeichnet wurde.
Am Rande sei auch erwähnt, dass man noch immer nicht zu sehr Fantasy-Kitsch oder kindischen Einlagen verfallen ist, obwohl es einmal einen dieser Lindberghs etwas beschämend blickend mit Pflastern nach einer Bruchlandung zu sehen gibt.

Schön wäre es übrigens, wenn die Serie etwas schneller und nicht so ganz heimlich veröffentlicht würde. Ich habe an keiner Stelle mitbekommen, dass Teil 2 in die Läden gewandert ist und es nur per Zufall herausgefunden. Das wird der Serie, auch wenn ich noch immer nicht leidenschaftlich dafür brenne, einfach nicht gerecht, denn dafür glänzt es alleine schon durch die aufwändigen Bilder zu sehr hervor.

Viel Abenteuer und Entdeckung, wie ich mir von den Covern ausmache, kam auch diesmal nicht wirklich vor, aber irgendwie möchte ich den kleinen Knit und seinem Sausewind Plamo nicht abschreiben, denn er durchlebt so ein bischen das, was ich beim Lesen durchlebe: Eben kein Abenteuer wie erhofft. Und ich drücke beide Daumen, dass sie dieses Abenteuer noch finden. Versuchen wir es doch einfach mit Band 3... Nicht nur, weil man schon irgendwie wissen will wohin der Cliffhanger dieser Episode führt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 17, 2014 1:46 AM MEST


Never Dead
Never Dead
Wird angeboten von World-of-Games
Preis: EUR 8,50

4.0 von 5 Sternen Gegen Kopf- und Gliederschmerzen..., 30. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Never Dead (Videospiel)
...gibt es zwar auch was von Ratiopharm, aber im Falle von Konamis NeverDead auch ein dämonisches Auge als Alternative.

In diesem japanophilen Adventure, mit Proll-Furz-Witz gespickten Szenen, begleitet man Dämonenjäger Bryce Boltzmann in einer alternativen Version von Devil may Cry, mit einem Hauch von No More Heroes. Um letzteres scheint man kein zu großes Geheimnis zu machen, denn alleine der Name Bryce Boltzmann erinnert schon etwas an Travis Touchdown und spätestens dann, wenn Bryce sich für ein großes Geschäft auf die Toilette sitzt werden Kenner von Suda51's "Auftragsmöder-Spielchen" Ähnlichkeiten nicht mehr leugnen können.

Die Geschichte um NeverDead ist eigentlich fast schon als Klassiker zu bezeichnen. Bryce hat vor hunderten von Jahren gegen den König aller Dämonen gekämpft und dabei nicht nur den Kampf, sondern auch seine Frau - ein Medium - verloren. Da es ihm ohne Medium nicht vergönnt ist Dämonen höheren Rangs auch nur ein Haar zu krümmen hat der Dämonenkönig eben auch diese Chance genutzt ihn zu verfluchen und eines seiner Augen einzusetzen, was Bryce unsterblich macht und irgendwie auch zu einem Dämon. Somit haben wir also eine - zugegeben schon etwas wirre - Basis für einen Antihelden: Er kann größere Dämonen nicht mehr bekämpfen, er ist selbst zu einem Dämon geworden und er kann nicht sterben. Was also tun? Zumindest im Hier und Jetzt sich einer Agentur zur Beseitigung von Dämonen anschließen und so versuchen sein Geld zu machen.

Die Unsterblichkeit der Protagonisten ist eine der großen Spielmechaniken überhaupt. Kennt hier jemand noch PLOK vom SNES? Ähnlich wie bei PLOK kann man nämlich Arme und Beine - und Kopf - verlieren, wenn man vom Gegner getroffen wird, oder eben diese strategisch, oder für Puzzle völlig losgelöst herumwerfen. Das heißt jetzt aber nicht, dass das auch die Waffe nach Wahl ist. Nein, Bryce ist mit einem Schwert und mit Schusswaffen in jeder Hand bewaffnet, wobei man alles "on the Fly" ändern kann und auch jede Schusswaffe wird einzeln abgefeuert, also linker Schultertrigger für linke Schusswaffe und rechter Schultertrigger für rechte Schusswaffe. Lustig: Auch wenn man einen Arm verloren hat, so kann dieser noch immer die Waffe abfeuern!
Etwas eigen wird es beim Schwertkampf, wobei ich nach dem Spielen vom Metal Gear Rising nicht wirklich sagen kann, dass dieser sich blöd steuert. Mit dem Drücken des linken Schultertriggers geht man in Position und schwingt mit dem rechten Analogstick das Schwert in eben die angesteuerten Richtungen. Der Vergleich zu Metal Gear Rising ist hier durchaus angebracht, weil es sich ähnlich handhabt wie der freie Schwertmodus von Raiden.

Das Kämpfen hat jedoch ein großes Problem - eigentlich zwei Probleme. Es gibt keinen wirklichen Lock-On bei Gegnern und die Kamera ist gerne etwas bockig, kann auch nicht direkt in die Blickrichtung des Protagonisten justiert werden, sondern muss immer manuell gedreht werden, also auch um eventuelle 180°. Das macht die Kämpfe sehr oft etwas unnötig unübersichtlich. Auch gibt es drei Szenen bei denen man die Kamera sehr verfluchen will. Ich sage dazu nur mal U-Bahn, Taxi und "offenes Loch im Gebäude treffen". Auch ist die Kamera gerade dann nicht förderlich, wenn ein Gegnern unseren Helden zum Explodieren bringt und man alle seine Körperteile wieder einsammeln darf. GUT dass es da kein klassisches Game Over gibt, immerhin sind wir ja unbesiegbar. Sollte aber unser Kopf von einer gewissen Gegnerart eingesaugt werden, die übrigens immer vorhanden ist - sogar bei Bossfights, und das dann auftauchende Minispiel nicht gelöst werden, heißt es in der Spielsprache: Der Kopf wird auf immer und ewig im Magen des Monsters bleiben - Kurzversion: Also doch Game Over. Daher gilt: Nur nicht den Kopf verlieren.

Spätestens hier glänzt die unschöne Kollisionsabfrage. Es gibt Steine durch die kann man gehen, es gibt Steine durch die kann man nicht gehen. Es gibt Munition oder Erfahrungspunkte die man sammeln kann, aber auch solche die einfach nicht anerkannt werden wollen. Gerade dann, wenn man in Einzelteilen zerlegt über das Feld rollt - im schlimmsten Fall eben nur als Kopf - kann es recht knöselig werden seine Teile wieder einzusammeln, besonders deshalb, weil von der Steuerung her auch ein einfaches Berühren nicht ausreicht, sondern man über die Körperteile "rollen" muss ("hechten" trifft es da eher). Ich bin hier schnell zur alternativen Version übergegangen: Abwarten und Ausweichen, bis man sich per Analogstick-Druck die Körperteile nachwachsen lassen kann. Die Zeit zum Nachwachsen kann man übrigens über erlernbare Fähigkeiten, die via Erfarhungspunkte gekauft werden, verkürzen. Der Unterschied zu Devil may Cry und Co ist hier aber, dass man nur eine gewisse Anzahl an Slots hat denen man Fähigkeiten zuschieben kann. Man muss sich also entscheiden was man will und was nicht. Taktik ist hier durchaus auch wieder ein Stichwort, oder sollten wir sagen "man formt Bryce so, wie man will"?

Und unsere KI-Begleiterin? Ja, die gibt es auch... Arcadia, die blonde Dame mit großem Busen. Nervig ist hier nur, dass man sie nicht zur Seite schieben kann und ich an einigen Stellen meinen Kopf über sie werfen musste um durch enge Passagen zu kommen. Sonst macht sie einen guten Job und stirbt auch eher nur dann, wenn ich eine Explosion neben ihr auslöse.

Trotz fehlendem Feinschliff nervt mich das Spiel aber nicht. Ich habe mich damit arrangiert und das will schon was heißen, wo ich sonst das ganze Haus zusammenbrüllen kann, wenn es "billige Tode durch schlechte Kamera", oder einfach andere technische Probleme gibt die das Spiel am Spaß hindern. Irgendwie habe ich aber trotzdem Spaß, was nicht zuletzt durch die angeblich alte Präsentation kommt.

NeverDead hat wunderschöne, gestochen scharfe Filmsequenzen. Egal wie absurd Gegner aussehen wollen (Sangria!), das kann man dem Spiel nicht aberkennen. Auch - finde ich - kann man nicht aberkennen, dass das Spiel einige Dinge einfach anders macht. Dämonenblut ist im knalligen Blau, man jagt nicht in düsteren Gegenden, sondern alles wirkt bunt und poppig... Es ist einfach ein großer Comic, der sich absolut nicht Ernst nimmt. Unschön an der Optik finde ich nur das: Wenn Bryce zum Beispiel in die Dusche geht oder auf die Toilette, dann in voller Montur. Er zieht sich nicht aus, er lässt die Hose an... Nicht dass ich das sehen muss, oder sehen will, aber es wirkt unschön, raubt "Illusion". Man hätte es auch geschickt zensieren können, wie im schon oft erwähnten No More Heroes.

Die Musik, wenn auch nicht durchgehend mein Geschmack, passt zur Action. Harte Töne, die an Devil May Cry erinnern und hier und da ganz wenig "J-Pop"-artige Töne. Was soll man hier groß schreiben, wenn es irgendwie passt? Ebenso die Sprecher.
Diese machen einen guten Job und einige bekannte Stimmen aus anderen Spielen sind zu verbuchen. Die Figuren werden dadurch lebendig und glaubhaft - auch wenn sich einige Sprüche während Kämpfen wiederholen mögen.

NeverDead mag ein unpoliertes Spiel sein, es hat Macken und kränkelt. Der Grundplot mit dem untoten Protagonisten, der sich auch im Gameplay auswirkt ist aber frisch und die knallig-bunte Präsentation gefällt. Da sehe ich dann auch über diverse Mängel hinweg und vom Grabbeltisch für knappe 6 Euro kann ich mich da echt kaum beschweren. Ich kann nicht abstreiten dass das Spiel nicht für jeden Spieler ist, aber man muss einfach auch mal fähig sein sich andere Dinge anzueignen - wie in dem Fall hier die etwas eigenwillige, aber erlernbare und dann auch funktionierende Steuerung der Waffen. Für meinen Geschmack wird hier viel richtig gemacht, daher ganz klar "gefällt mir".


Murdered: Soul Suspect - [PlayStation 3]
Murdered: Soul Suspect - [PlayStation 3]
Preis: EUR 41,26

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Gedenken an Ronan O'Connor, 7. Juni 2014
Das Adventure-Game "Murdered: Soul Suspect" des Studios Airtight wäre wohl ohne Zutun von Squareenix nicht veröffentlicht worden. Ähnlich erging es damals auch "Remember Me", welches wohl ohne Capcom nie in die Regale gewandert wäre, aber "Murdered" zeigt aus meiner Sicht noch mehr, ähnliche Parallelen auf, denn es wird zum Beispiel auch wohl oder übel die Geschmäcker spalten.

Zugegeben, das Projekt nimmt sich sehr viel vor. Es will Detektiv-Arbeit im Sinne von L.A.Noire mit etwas Survival-Horror-Grusel verbinden. Aufhänger dazu ist der Tod des Helden - Ronan O'Connor - der fortan als Geist durch eine, wenn auch überschaubare, digitale Version der Stadt Salem in Massachusetts spukt und versucht seinen Mord zu klären - der ganz nebenbei auch zur Lösung des "Glockenmörder-Falls" beiträgt.

Potenzial ist also mehr als genug da, aber vielleicht hat man sich doch etwas zu viel vorgenommen, denn letztendlich wird alles zwar durchaus solide umgesetzt, aber der gewisse Kniff fehlt einfach, der Dinge wirklich rund erscheinen lässt. Abgesehen davon will man das Spiel frei gestalten, lässt dann aber immer nur einen Weg zu - es ist also einfach nur linear, was dem Gedanken der freien Welt die Beine stellt.

Nehmen wir nur mal das Kombinieren von Beweisen. Letztendlich ist es egal ob ich gut kombiniere, oder schlecht kombiniere, denn einen wirklichen Einfluss hat das nicht. Man wird weder groß bestraft noch bleibt zu sehr in der Geschichte hängen.

Weiter geht es mit dem Sammeln von Gegenständen, die uns übrigens durchaus interessante Geistergeschichten erzählen und zu den, wenn auch schnell monotonen, Nebenaufgaben gehören. Es gibt so verdammt viel zum Sammeln, dass man vielleicht irgendwann keine Lust mehr haben könnte, was aber darin begründet ist, dass diese Gegenstände kaum einen Wert für das Hauptspiel haben.

Das gleiche Spiel kann man mit den Geisterfähigkeiten von Ronan machen. Hier gibt es einige nette Sachen, aber sie kommen eher nur in der linearen Hauptstory zum Einsatz. Abseits davon, wenn man meint man könnte den Bewohnern der Stadt den Poltergeist machen, dann wird man ausgebremst und hat zu wenig Aktionsraum.

Jetzt ist aber natürlich nicht alles nur ein ruhiges Adventure, sondern es gibt auch Gegner - böse Geister. Diese werden eher mit Stealth angegangen, soll heißen: Man muss sich unbemerkt an diese Geister anschleichen und kann diese dann aus dem Überraschungsmoment heraus vernichten. Toll daran ist: Gerade hier kommt die Fähigkeit sich beinahe unbegrenzt durch Wände und Objekte zu bewegen gekonnt zum Einsatz und auch andere Geisterfähigkeiten kommen nach und nach zum Zug. Zwar kommen diese Schleichabschnitte nicht an Metal Gear und Co heran, sind aber auch lange nicht so verhackt wie letztens in "Lords of Shadow 2".

An einigen Stellen kann man übrigens auch Besitz von Katzen ergreifen und so - der Vergleich bietet sich an - im Stil der Ratten "Lords of Shadow 2" neue Wege, ganz unentdeckt von bösen Geistern, erkunden. Diese Passagen sind die dynamischsten im ganzen Spiel, auch wenn einige Animationen, wie der Sprung, etwas abgehackt wirken. Ich selbst hätte gerne etwas mehr dvaon gesehen, aber der Einsatz ist ausreichend und übersättigt nicht.

Obwohl so ziemlich alles am Gameplay nur oberflächlich behandelt wird weiß das Spiel - zumindest mich - trotzdem zu unterhalten. Gerade weil es nicht einfach nur Krach-Bumm ist, sondern eher ruhig und sich mehr als Point'n'Click anfühlt.

Und wirklich angetan bin ich von der Inszenierung. Wenn Ronan zum Beispiel seinen Körper begutachtet, dann ist es einfach ein spannender Blickwinkel der sich da ergibt. Auch diverse Szenen um den Glockenmörder sind gut eingefangen und geisterhafte Häuser oder andere Objekte aus vergangener Zeit überlagern die Stadt aus dem Hier und Jetzt, was gut aussieht und nett gedacht ist - obwohl es überwiegend nur zur "unsichtbaren Absperrung" genutzt wird.

Die überwiegendenden blau-grau-Töne, hier und da durch Gelb, Rot und Orange durchbrochen passen zum Setting und verleihen dem Spiel einen dunklen und mysteriösen Unterton. Und egal wie wenig einige Dinge nach Realität aussehen - das Spiel sieht gut aus so wie es ist, denn es ist einfach nur stimmig.

Da fügen sich dann aus meiner Sicht auch die deutschen Sprecher fantastisch ein, denen ich hier einmal - man glaubt es kaum - der Vorzug vor den US-Sprechern gebe (Sprache stellt man in den Systemsettings der Konsole um!). Ich kann nicht alle Stimmen beim Namen nennen, aber es sind zum Teil bekannte Synchrontalente und diese verleihen den Charakteren wirklich Leben. Es passt, wie die Optik, einfach wunderbar und selbst etwas platte, nicht ganz gut ausgearbeitete Figuren schwätzen nicht einfach nur gelangweilt ihren Text vom Blatt.

"Murdered" erfüllt zwar nicht tiefergehend das, was man aus dem Stoff hätte machen können und es mag nicht ganz das erfüllen, was man vielleicht bei der Beschreibung erwartet. Ich aber habe weder ein reines Survival-Horror-Spiel erwartet, noch Verhöre oder Beweisaufnahme wie in L.A.Noire und bin demnach nicht wirklich enttäuscht worden. Ich bin sogar positiv überrascht, wie es beim ganz oben erwähnten "Remember Me" der Fall war, oder wie bei "Silent Hill Downpour". "Meh"-Kritiken, aber ich habe unheimlichen Spaß! Das Spiel hat seine Daseinsberechtigung und es ist für mich einfach eines der erfrischendsten Spiele der letzten Monate und bestimmt eines der Spiele, die mir länger im Kopf bleiben werden als diverse andere, neue AAA-Titel! Und daran kann auch die Länge von ca 12 Spielstunden kaum was ändern, denn lieber im normalen Spielzeitrahmen als über 40+ Stunden im Kreis drehen und alles bis zur Ernüchterung auskosten.


Murdered: Soul Suspect - Limited Edition - [PlayStation 3]
Murdered: Soul Suspect - Limited Edition - [PlayStation 3]

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Gedenken an Ronan O'Connor, 6. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Adventure-Game "Murdered: Soul Suspect" des Studios Airtight wäre wohl ohne Zutun von Squareenix nicht veröffentlicht worden. Ähnlich erging es damals auch "Remember Me", welches wohl ohne Capcom nie in die Regale gewandert wäre, aber "Murdered" zeigt aus meiner Sicht noch mehr, ähnliche Parallelen auf, denn es wird zum Beispiel auch wohl oder übel die Geschmäcker spalten.

Zugegeben, das Projekt nimmt sich sehr viel vor. Es will Detektiv-Arbeit im Sinne von L.A.Noire mit etwas Survival-Horror-Grusel verbinden. Aufhänger dazu ist der Tod des Helden - Ronan O'Connor - der fortan als Geist durch eine, wenn auch überschaubare, digitale Version der Stadt Salem in Massachusetts spukt und versucht seinen Mord zu klären - der ganz nebenbei auch zur Lösung des "Glockenmörder-Falls" beiträgt.

Potenzial ist also mehr als genug da, aber vielleicht hat man sich doch etwas zu viel vorgenommen, denn letztendlich wird alles zwar durchaus solide umgesetzt, aber der gewisse Kniff fehlt einfach, der Dinge wirklich rund erscheinen lässt. Abgesehen davon will man das Spiel frei gestalten, lässt dann aber immer nur einen Weg zu - es ist also einfach nur linear, was dem Gedanken der freien Welt die Beine stellt.

Nehmen wir nur mal das Kombinieren von Beweisen. Letztendlich ist es egal ob ich gut kombiniere, oder schlecht kombiniere, denn einen wirklichen Einfluss hat das nicht. Man wird weder groß bestraft noch bleibt zu sehr in der Geschichte hängen.

Weiter geht es mit dem Sammeln von Gegenständen, die uns übrigens durchaus interessante Geistergeschichten erzählen und zu den, wenn auch schnell monotonen, Nebenaufgaben gehören. Es gibt so verdammt viel zum Sammeln, dass man vielleicht irgendwann keine Lust mehr haben könnte, was aber darin begründet ist, dass diese Gegenstände kaum einen Wert für das Hauptspiel haben.

Das gleiche Spiel kann man mit den Geisterfähigkeiten von Ronan machen. Hier gibt es einige nette Sachen, aber sie kommen eher nur in der linearen Hauptstory zum Einsatz. Abseits davon, wenn man meint man könnte den Bewohnern der Stadt den Poltergeist machen, dann wird man ausgebremst und hat zu wenig Aktionsraum.

Jetzt ist aber natürlich nicht alles nur ein ruhiges Adventure, sondern es gibt auch Gegner - böse Geister. Diese werden eher mit Stealth angegangen, soll heißen: Man muss sich unbemerkt an diese Geister anschleichen und kann diese dann aus dem Überraschungsmoment heraus vernichten. Toll daran ist: Gerade hier kommt die Fähigkeit sich beinahe unbegrenzt durch Wände und Objekte zu bewegen gekonnt zum Einsatz und auch andere Geisterfähigkeiten kommen nach und nach zum Zug. Zwar kommen diese Schleichabschnitte nicht an Metal Gear und Co heran, sind aber auch lange nicht so verhackt wie letztens in "Lords of Shadow 2".

An einigen Stellen kann man übrigens auch Besitz von Katzen ergreifen und so - der Vergleich bietet sich an - im Stil der Ratten "Lords of Shadow 2" neue Wege, ganz unentdeckt von bösen Geistern, erkunden. Diese Passagen sind die dynamischsten im ganzen Spiel, auch wenn einige Animationen, wie der Sprung, etwas abgehackt wirken. Ich selbst hätte gerne etwas mehr dvaon gesehen, aber der Einsatz ist ausreichend und übersättigt nicht.

Obwohl so ziemlich alles am Gameplay nur oberflächlich behandelt wird weiß das Spiel - zumindest mich - trotzdem zu unterhalten. Gerade weil es nicht einfach nur Krach-Bumm ist, sondern eher ruhig und sich mehr als Point'n'Click anfühlt.

Und wirklich angetan bin ich von der Inszenierung. Wenn Ronan zum Beispiel seinen Körper begutachtet, dann ist es einfach ein spannender Blickwinkel der sich da ergibt. Auch diverse Szenen um den Glockenmörder sind gut eingefangen und geisterhafte Häuser oder andere Objekte aus vergangener Zeit überlagern die Stadt aus dem Hier und Jetzt, was gut aussieht und nett gedacht ist - obwohl es überwiegend nur zur "unsichtbaren Absperrung" genutzt wird.

Die überwiegendenden blau-grau-Töne, hier und da durch Gelb, Rot und Orange durchbrochen passen zum Setting und verleihen dem Spiel einen dunklen und mysteriösen Unterton. Und egal wie wenig einige Dinge nach Realität aussehen - das Spiel sieht gut aus so wie es ist, denn es ist einfach nur stimmig.

Da fügen sich dann aus meiner Sicht auch die deutschen Sprecher fantastisch ein, denen ich hier einmal - man glaubt es kaum - der Vorzug vor den US-Sprechern gebe (Sprache stellt man in den Systemsettings der Konsole um!). Ich kann nicht alle Stimmen beim Namen nennen, aber es sind zum Teil bekannte Synchrontalente und diese verleihen den Charakteren wirklich Leben. Es passt, wie die Optik, einfach wunderbar und selbst etwas platte, nicht ganz gut ausgearbeitete Figuren schwätzen nicht einfach nur gelangweilt ihren Text vom Blatt.

"Murdered" erfüllt zwar nicht tiefergehend das, was man aus dem Stoff hätte machen können und es mag nicht ganz das erfüllen, was man vielleicht bei der Beschreibung erwartet. Ich aber habe weder ein reines Survival-Horror-Spiel erwartet, noch Verhöre oder Beweisaufnahme wie in L.A.Noire und bin demnach nicht wirklich enttäuscht worden. Ich bin sogar positiv überrascht, wie es beim ganz oben erwähnten "Remember Me" der Fall war, oder wie bei "Silent Hill Downpour". "Meh"-Kritiken, aber ich habe unheimlichen Spaß! Das Spiel hat seine Daseinsberechtigung und es ist für mich einfach eines der erfrischendsten Spiele der letzten Monate und bestimmt eines der Spiele, die mir länger im Kopf bleiben werden als diverse andere, neue AAA-Titel! Und daran kann auch die Länge von ca 12 Spielstunden kaum was ändern, denn lieber im normalen Spielzeitrahmen als über 40+ Stunden im Kreis drehen und alles bis zur Ernüchterung auskosten.

Zusatz zur Limited Edition: Es liegt ein hochwertig produziertes Tagebuch mit Artworks und Texten bei. Der Einband fühlt sich fantastisch an und die Seiten haben eine angenehme Dicke. Schade nur, dass die Texte darin nur Englisch sind. Eine Übersetzung wäre das Tüpfelchen auf dem "i", aber da es auch so einen kleinen Mehrwehrt - sogar zum SPiel durch einige Hintergrundinfos - beinhaltet sehe ich darüber hinweg.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 16, 2014 10:44 AM MEST


Mario Kart 8 (Standard Edition)
Mario Kart 8 (Standard Edition)
Preis: EUR 54,99

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höher, weiter, schneller, 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Mario Kart 8 (Standard Edition) (Videospiel)
Tja, wer hätte das gedacht? Ausgerechnet Mario Kart - im neuesten Ableger einfach nur Mario Kart 8 genannt - zeigt was die Wii U so kann. Naja, fast... aber von der Optik her ist es das hübscheste Nintendo-Spiel bisher und es läuft im Singleplayer auch noch in der vollen 1080er Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde. Besser spät als nie, würde man fast sagen, ... wäre da nicht einmal mehr das vernachlässigte Gamepad.

Das Spielprinzip bleibt der Serie treu und besinnt sich sogar mehr an den Anfängen. Soll heißen: Rennen stehen im Vordergrund, der blanke Krieg letzterer Teile wird geschickt umgangen.
Das heißt freilich nicht, dass die bekannten Items fehlen. Nein diese sind wieder mit an Bord und es gibt einige Neuerungen. Die wichtigste hier: Man kann blaue Panzer endlich nicht nur mit Supersternen oder Geistern abwehren, sondern auch mit einer "Tröte", deren Schallwellen auch umliegende Gegner aus dem Gleichgewicht schleudern kann.
Zum Glück muss man sich aber nicht so oftmit diesen Panzern herumärgern, denn der Itemeinsatz scheint wirklich sehr gedrosselt geworden zu sein und es kommt wirklich viel mehr auf das Fahren selbst an.

Größte Neuerung am Spiel ist das Gravity-Gimmick. Ähnlich wie in F-Zero, Extreme G und Co kann man jetzt auch die verrücktesten Streckengebilde abfahren. Und da steht nicht nur die Welt auf dem Kopf sondern auch die Physik, denn wo ein Rempler zum Ausbremsen gebracht hat bringt er in den Gravity-Abschnitten einen Extra-Boost. Dies jedoch auch dem Gegner, also muss man dieses Feature gekonnt einsetzen und nicht einfach losstürmen.
Gerade hier merkt man einmal mehr, dass es um die geschickte Taktik beim Fahren als um gezielten Itemeinsatz nach Glücksprinzip geht. Und diese Entscheidung macht Mario Kart 8 wirklich zu einem fantastischen Ableger der Serie.

Wie schon erwähnt macht aber auch die Optik das Spiel zu einem wirklichen fest. Man kann hier ganz ehrlich behaupten, dass das Spiel den gleichen Effekt hat wie Mario Kart 64 damals: Eine regelrecht neue Dimension.
Ein ganz großes Lob geht hier an die Grafikabteilung denn es gibt so viele liebevolle Details zu entdecken, dass oft ein Zeitlupen-Replay nicht ausreicht um alles am Streckenrand oder an Animationen der Fahrer zu erfassen. Grandios!
Auch die alten Strecken von SNES über GameBoy, N64 und Co können sich sehen lassen - sind sogar zum Teil so großartig überarbeitet, dass sie regelrecht wie Neubauten aussehen.

Die Musik knüpft nahtlos an, denn es wurde - man glaubt auch das kaum - wirklich RICHTIGE Musik eingespielt und nicht nur digitale Musik aus dem Synthesizer. Manch ein Stück profitiert wirklich enorm davon und die neuen Kompositionen haben auch den einen oder anderen Ohrwurm im Petto.
Der Sound ist angemessen. Motoren klingen wie sie sollen und die typischen "Juhu"-Rufe bewegen sich auf solidem Grund.

Die Steuerung ist für alle Eingabegeräte der Wii U optimiert. Wer nicht per Tablet steuern will, der kann die Wiimote nehmen, oder den ProController. Da sollte also für jeden etwas dabei sein. Wobei wir hier schon in die etwas fragwürdigen Sachen vom Spiel einsteigen.

Das Gamepad ist einmal mehr unnutz eingesetzt. Es kann als Lenkrad genutzt werden und per Touchscreen kann der Spieler hupen. Ansonsten ist auf dem Gamepad zum Beispiel die Karte ausgelager, der TV-Bildschirm ist demnach unheimlich aufgeräumt und das ist bei der Grafik auch gut... aber... wieso kann man auf dem Gamepad zum Beispiel nicht beim 2-Spieler-Modus einen Spielerbildschirm darauf anzeigen und den anderen eben auf dem Fernseher? Das Pad streamt hier ganz unbeeindruckt den Splitscreen. MEH! Chance vertan.

Leider nicht der einzige Schatten. Die Charaktere sind sehr monoton. Die Koopalinge sind zwar eine tolle Dreingabe aber die Variation leidet darunter - sind doch fast alle irgendwie ähnlich. Auch gibt es jetzt gefühlt noch mehr Babies, wie Baby Rosalina. Dry-Bones (Knochentrocken), oder Diddy wurden gestrichen. Sehr schade! (Es sei denn die sind wirklich versteckt, aber dazu gibt es keine Anzeichen. Wenn doch: Korrigiert mich an der Stelle).

Auch ist ein Modus nicht wirklich gut geworden - der Battle-Mode. Wo man früher durch einzelne Arenen gedüst ist um die Ballons der Gegner zu zerstören, fährt man jetzt einige der normalen Strecken ab. Eine wirkliche Jagd mag hier nicht aufkommen, sondern es fühlt sich wie ein normales Rennen an. Auch eine verschenkte Chance.

Diese Schnitzer hätte es nicht gebraucht und gerade das mit der Einbindung des Gamepads wurmt mich unheimlich. WANN zeigt Nintendo denn richtig diese neue Art zu Spielen... in großen Titeln!? Mit Mario Kart 8 jedenfalls nicht. Aber es zieht das sonst so geniale Produkt nicht in den Keller, sondern untermauert auf gekonnte Art auch mit diesem einen platten Reifen, dass man noch immer ein Haus für Qualitätssoftware ist. Und das ist Mario Kart 8 uneingeschränkt, wenn es um das Spiel als solches geht.

Onlineplay und Mario Kart TV habe ich (noch) nicht ausprobiert. Ggf folgt hier ein Nachtrag, denn immerhin klingt es schon sehr verlockend Items - im Stil von Smash Brothers - im Onlinemodus abschalten zu können. Das kann man eigentlich auch nur positiv werten, aber es wird bestimmt den einen oder anderen Spielabbruch geben, wenn ein Spieler nicht verlieren will. Ich denke also, dass ich dem Modus mal eine Chance zum Gucken geben werde, aber werde wohl einmal mehr überwiegend beim geselligen "direkt daheim"-Spielen bleiben.

Braucht es ein Fazit? Kauft das Teil einfach, denn es ist DER Vorzeigetitel überhaupt (bis jetzt) und macht einfach nur Spaß, Spaß, Spaß!


Ju-On: The Grudge
Ju-On: The Grudge
von Takashi Simizu
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Verschenktes Potential, 27. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ju-On: The Grudge (Taschenbuch)
WOW, ist das schlecht. Ich liebe die Filme, kann sowohl dem Original und dem Remake was abgewinnen, aber der Manga ist wirklich schlimm. Es fängt mit den Zeichnungen an, die mich an diverse "Schmonzetten" erinnern - also die Heftchen, bei denen am Ende alle irgendwie in der Kiste landen und dann diverse, sofern man es denn so nennen will, erotische Abenteuer erleben. Kinder sehen aus wie auf Covern zu Shota-Geschichten, Mädels wie aus "Unschuld vom Lande hat's faustdick unterm Rock" und die männlichen Gegenstücke... kann man sich ja ausrechnen.

Es mag wirklich unheimlich bösartig klingen, aber mit diesen Zeichnungen stellt sich bei mir überhaupt keine Athmosphäre ein die man sich, sofern man die Filme kennt, erhofft. Erschwerend kommt hinzu, dass die Figuren ja ohnehin egal sind, denn sie landen der Reihe nach in einem großen Haufen Tinte - in dem Fall: BLUT. Wieso also die Figuren überhaupt groß vorstellen? Wieso denn auch überhaupt groß eine Geschichte erklären, wenn man das mit den bekannten Sätzen über Fluch und Co auf schwarzem Hintergrund machen kann?

Tut mir wirklich leid, aber man hätte hier sehr viel mehr rausholen können. Generell kann ich die Zeichnungen ja auch nicht als hässlich bezeichnen, nur als - für mich - unpassend hoch Zehn. Gerade wenn es um die Darstellung der beiden Saeki-Geister geht vermag besonders der kleine Toshio nicht annähernd das zu verbreiten, was er eben in den Filmen so macht. Irgendwie wirkt er eher wie Yotsuba auf mich - bereit für lustige Abenteuer.

Ein Lob gibt es dann aber doch: Man hat nicht einfach versucht schon bekannte Dinge neu zu erzählen, sondern spinnt sich quasi seine eigene Geschichte zusammen. Aber was kümmert es, wenn die Figuren schon bei ihrer Einführung nicht interessieren? Will ich so einer Geschichte dann wirklich folgen? Einmal mehr für mich gesprochen: NEIN.


Lindbergh 01
Lindbergh 01
von Ahndongshik
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter, 20. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Lindbergh 01 (Taschenbuch)
Lindbergh ist einer der neuen Manga des Labels KAZE und macht von der Inhaltsangabe und vom passenden Titelbild her richtig Lust auf dieses Abenteuer, nur so ganz angekommen bin ich in der Serie noch nicht. Ich denke, ich persönlich muss Teil 2 abwarten und dann entscheiden, aber ein Daumen geht zumindest für die etwas andere Art des Manga hoch.

Wieso anders? Sagen wir mal so: Die Geschichte mag nicht jedes Rad neu erfinden, aber der Zeichenstil ist doch etwas eigen. Spontan liegt mir ein vergleich mit den Artworks zu den Prof. Layton-Spielen auf der Zunge, denn Figuren sehen sehr Unterschiedlich aus, fast wie eben NICHT aus einem Guss. Eben genau das scheint mich aber auch noch nicht ganz aufgenommen zu haben. Egal ob nun unser kleiner Held, der Waise Knit, oder sein Schoßtierchen- beide Figuren sprechen mich von der Optik bisher nicht so an, dass ich auf Anhieb sagen könnte "Ja, das sind zwei Helden mit denen will ich in dieses Abenteuer ziehen".

Was ebenfalls beim Zeichenstil auffällt: Es ist durchaus sehr detailverliebt und manche Bilder wirken fast überladen. Einige Szenen - gerade zu Beginn - finde ich dadurch etwa schwer zu verfolgen. Manche Schnitte zwischen einzelnen Frames erschließen sich so nicht ganz schnell wie bei einem etwas einfacherem, klaren Zeichenstil.

Jetzt ist die Optik natürlich ein großer Teil eines Comics (bzw. hier "Manga"), denn Bilder überwiegen Worte. Trotzdem wäre es nicht fair nur das zu werten, denn wie oben geschrieben macht die Inhaltsbeschreibung und auch das Artwork auf dem Titel Lust auf ein Abenteuer in der fliegenden Welt von Eldura - und über ihre Grenzen hinaus. Und genau diese Abenteuerlust spürt man spätestens dann, wenn ein Luftpirat auf der fliegenden Insel strandet und man nur erahnen kann dass unser kleiner Held seinem Traum vom Fliegen - was in Eldura unter Strafe verboten ist - damit wohl ein gutes Stück näher kommt.

Ohne zu viel Fantasy-Kitsch und doch recht erwachsen kommt Lindbergh daher und hat mich durchaus unterhalten. Ob ich diese Serie aber wirklich für mich entdecken kann steht und fällt wohl mit dem weiteren Verlauf und mit Ausgabe 2 - oder Ausgabe 3. Je nachdem wie es sich eben entwickelt. Im Moment bin ich jedoch guter Hoffnung dass sich hier eine ganz neue Abenteuerwelt öffnen wird und Knit mit seinem tierischen Begleiter an mir wachsen kann.


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