Profil für BB > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von BB
Top-Rezensenten Rang: 3.081.443
Hilfreiche Bewertungen: 4

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
BB "BB"

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Peter Camenzind (suhrkamp taschenbuch)
Peter Camenzind (suhrkamp taschenbuch)
von Hermann Hesse
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Lektüre auch für Zwischendurch, 28. Februar 2009
Hermann Hesse schildert in seinem Roman 'Unterm Rad' die Entwicklung und den Untergang des jungen Hans Giebenraht. Diese teilweise autobiografische Erzählung geht insbesondere auf den Einfluss der Bildungsinstitutionen auf Hans Entwicklung ein. Im Verlauf der Handlung treten verschiedene Personen in sein Leben, die jeweils nur die besten Absichten für Ihn zu haben scheinen, ihn aber letztendlich immer mehr von seiner wahren Persönlichkeit und der Welt der Gleichaltrigen um Ihn herum zu entfernen scheinen.
Schließlich opfert er sich und seinen jugendlichen Freigeist völlig den fremdinduzierten Bildungsidealen und lässt sich für das Priesterseminar einschreiben, die einzige Möglichkeit für niedere Schichten in Genuss einer gehobenen Bildung zu kommen.
Das Bildungsideal dem er sich unterzuordnen hat versteht den Heranwachsenden als unbehandeltes Rohmaterial, dass mit aller Härt zu behandeln ist um aus Ihm etwas formvollendetes und gutes, ein besseres Wesen zu machen. Aller Eigenwille und alle Kreativität, Wildheit müssen im wahrsten Sinne vernichtet werden um Raum für die neu geschaffene, idealkonforme Persönlichkeit zu schaffen.
Nur leider bemerkt niemand, dass Hans an den gestellten Anforderungen und den Zwängen, sowie der Verleugnung jeglicher kindlicher Bedürfnisse mehr und mehr zerbricht. Auch die Begegnung mit Hermann Heilner, dem anarchisch veranlagten Gegenpol dieser völlig geordneten Welt verschlimmert den Zustand nur, da Hans im Lichte dieses Freundes zum ersten Mal sein Leben reflektiert und erkennt wessen man Ihn beraubt hat.
Schließlich scheint er dem Käfig den seine 'Förderer' um Ihn gebaut haben für einen Moment zu entkommen, gebrochen aber doch anscheinend frei. Bald muss er aber erkennen, dass dies nicht ausreicht seine gebrochene Persönlichkeit zu heilen und so erkennt er ob seiner zurück gewonnenen äußerlichen Freiheit mehr und mehr die tatsächlichen Grenze seines inneren Verlieses. Man spührt als Leser wie Hans mehr und mehr in einen Abwärtssog seiner eigenen Persönlichkeit gerät und auch kurze Lichtblicke täuschen nicht über das sich immer deutlicher abzeichnende Finale des Buches hinweg.

Hermann Hesse erhebt in diesem Roman deutlich und bewegend Anklage gegen ein Bildungssystem, dass dem Lehrenden die Rolle eines Baumeisters zukommen lässt, der den Schüler nach gut Dünken und gegen alle Widerstrebungen formen darf und muss.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2012 3:10 PM MEST


Unterm Rad: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Unterm Rad: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Hermann Hesse
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Lektüre auch für Zwischendurch, 24. Februar 2009
Hermann Hesse schildert in seinem Roman 'Unterm Rad' die Entwicklung und den Untergang des jungen Hans Giebenraht. Diese teilweise autobiografische Erzählung geht insbesondere auf den Einfluss der Bildungsinstitutionen auf Hans Entwicklung ein. Im Verlauf der Handlung treten verschiedene Personen in sein Leben, die jeweils nur die besten Absichten für Ihn zu haben scheinen, ihn aber letztendlich immer mehr von seiner wahren Persönlichkeit und der Welt der Gleichaltrigen um Ihn herum zu entfernen scheinen.
Schließlich opfert er sich und seinen jugendlichen Freigeist völlig den fremdinduzierten Bildungsidealen und lässt sich für das Priesterseminar einschreiben, die einzige Möglichkeit für niedere Schichten in Genuss einer gehobenen Bildung zu kommen.
Das Bildungsideal dem er sich unterzuordnen hat versteht den Heranwachsenden als unbehandeltes Rohmaterial, dass mit aller Härt zu behandeln ist um aus Ihm etwas formvollendetes und gutes, ein besseres Wesen zu machen. Aller Eigenwille und alle Kreativität, Wildheit müssen im wahrsten Sinne vernichtet werden um Raum für die neu geschaffene, idealkonforme Persönlichkeit zu schaffen.
Nur leider bemerkt niemand, dass Hans an den gestellten Anforderungen und den Zwängen, sowie der Verleugnung jeglicher kindlicher Bedürfnisse mehr und mehr zerbricht. Auch die Begegnung mit Hermann Heilner, dem anarchisch veranlagten Gegenpol dieser völlig geordneten Welt verschlimmert den Zustand nur, da Hans im Lichte dieses Freundes zum ersten Mal sein Leben reflektiert und erkennt wessen man Ihn beraubt hat.
Schließlich scheint er dem Käfig den seine 'Förderer' um Ihn gebaut haben für einen Moment zu entkommen, gebrochen aber doch anscheinend frei. Bald muss er aber erkennen, dass dies nicht ausreicht seine gebrochene Persönlichkeit zu heilen und so erkennt er ob seiner zurück gewonnenen äußerlichen Freiheit mehr und mehr die tatsächlichen Grenze seines inneren Verlieses. Man spürt als Leser wie Hans mehr und mehr in einen Abwärtssog seiner eigenen Persönlichkeit gerät und auch kurze Lichtblicke täuschen nicht über das sich immer deutlicher abzeichnende Finale des Buches hinweg.
Hermann Hesse erhebt in diesem Roman deutlich und bewegend Anklage gegen ein Bildungssystem, dass dem Lehrenden die Rolle eines Baumeisters zukommen lässt, der den Schüler nach gut Dünken und gegen alle Widerstrebungen formen darf und muss.


Seite: 1