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Beiträge von Gernot Ernst
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Rezensionen verfasst von
Gernot Ernst (Kongsberg, Norwegen)
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Schwarmintelligenz: Wie einfache Regeln Großes möglich machen
Schwarmintelligenz: Wie einfache Regeln Großes möglich machen
von Len Fisher
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Etwas dünn, 21. April 2011
Komplexe Systeme beschäftigen mich jetzt schon eine Weile, und ich habe mehrere Bücher dazu gelesen. Die Idee der Schwarmintelligenz ist ein Teil davon und ich versprach mir nun nicht gerade eine sehr vertiefende Darstellung, sondern eben eine populärwissenschaftliche Einführung. In der ersten Hälfte des Buches wird man auch an einige Aspekte der Komplexitätsforschung herangeführt. Danach aber geht es verhätltnismässig plötzlich um Themen wie individuelle Entscheidungsfindung die mit der Idee des Schwarms keine Verbindung hat. So richtig klar geworden bin ich mir nicht über die Richtung des Buches: eine Einführung? Gute Ratschläge aus der Wissenschaft? Ich habe persönlich einige nette Details gefunden und auch verwenden können (ich arbeite an einem Buch über neue politische Methodik). Dennoch fand ich das Buch ein wenig dünn, einige Gedanken relativ gründlich ausgewalzt, mehr nicht. Strandlektüre, höchstens.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 20, 2011 5:56 PM CET


Kritische Theorie: Eine Einführung
Kritische Theorie: Eine Einführung
von Michael Schwandt
  Broschiert

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Einfuehrung, 1. August 2010
Dieses kurze Buch liefert die beste Einfuehrung in die kritische Theorie, die ich bisher gelesen habe. Die Reihe "Theorie org" ist fuer politisch interessierte und aktive Menschen gedacht und der Autor schreibt hier auch bewusst nur ueber den politisch-philosophischen Teil der sogenannten "Frankfurter Schule". Es enthaelt Kapitel ueber die Geschichte der kritischen Theorie, Zusammenfassungen ueber die wichtigsten Resultate, eine interessante gegenueberstellung von Adorno und Marcuse, Betrachtungen ueber deren Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung von 1967/68 und vieles mehr. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Ich bin kein Experte fuer kritische Theorie, habe aber schon andere Buecher vorher gelesen, auch mehre Buecher von Horkheimer, Adorno und Fromm und das Buch hat zu einem erweirterten Verstaendnis beigetragen. Sehr empfohlen fuer alle, die sich dafuer interessieren (oder sich interessieren sollten...).


Zen and the Brain
Zen and the Brain
von James H. Austin
  Taschenbuch
Preis: EUR 43,70

5.0 von 5 Sternen Nicht einfach, aber ungeheuer spannend, 17. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Zen and the Brain (Taschenbuch)
Potentieller Leser, sei gewarnt: dieses Buch, das einen Ehrenplatz unter meinen Buechern einnimmt, ist keine einfach Lektuere. Keine Wischi-Waschi-Esoterik, keine Anleitung zum Erleuchtetsein fuer frustrierte Menschen aus dem Westen. Es ist das Dokument einer Auseinandersetzung eines hoch intelligenten Neurowissenschaftlers, der waehrend Gastaufenthalte in Japan Zen-Buddhismus kennen und schaetzen gelernt hat. Es reicht ihm nicht, sich in dessen Praxis zu vertiefen. Stattdessen versucht er, anhand der Neurowissenschaften auch ein rationales Verstaendnis zu entwickeln, was er mit vielen wissenschaftlichen Beispielen verdeutlicht. Eigentlich ist das Buch durchaus ein eigenstaendiges Lehrbuch der Neurowissenschaften (wenn auch jetzt zehn Jahre veraltet, da von 1999).

Ich habe mich viel mit Neurowissenschaft und ein wenig mit Zen-Buddhismus beschaeftigt. Beide Gebiete sind in meinen Augen gut und mit hohem Niveau dargestellt. In der Genauigkeit der Argumentation und der Schaerfe der Gedanken ist das Buch zudem ein intelektuelles Vergnuegen, das ich in dieser Form selten genossen habe. Aber es war ein harter Brocken. Ein Buch, das man sich erkaempfen muss. Vielleicht liebe ich es deshalb.


Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Psychologie)
Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus (Psychologie)
von Joachim Bauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

10 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kritik des Darwinismus aus naturwissenschaftlicher Sicht, 14. Februar 2009
Bauer setzt sich in seinem Buch vor allem mit den Thesen von Dawkins 'Das egoistische Gen' auseinander. Dabei bietet er seinen Lesern eine aktuelle, anspruchsvolle, aber nicht zu schwierige Einführung in die heutige Evolutionsgenetik. Er setzt dabei die Rolle der Gene in den größeren Zusammenhang des Zellorganismus und benutzt dazu neueste Erklärungsmodelle, u.a. der Epigenetik, der neuentdeckten RNA-Funktionen und Ergebnissen der Genom-Projekte. Mir gefällt auch gut, dass er in Fußnoten gründlich über Quellen informiert, so dass interessierte Leser auch die eine oder andere Originalliteratur berücksichtigen. Auch positiv: Bauer zitiert in seinem Buch sehr aktuelle Literatur bis Sommer 2008.

Bauer kritisiert in seinem Buch Neodarwinisten, Soziobiologen und Evolutionspsychologen aus einer naturwissenschaftlichen Sicht. Er widerspricht dabei entschieden anderen, reaktionären Ideen wie Intelligent Design. Darwinismus ist für ihn nicht falsch, sondern Bedarf der Ergänzung. Etwas mutig behauptet er, dass vor allem so genannte Transpositionselemente in der DNA für die genetische Entwicklung der Organismen entscheidend seien. Die sprunghaften Entwicklungen, die man in der Evolution beobachten würde, seien anders nicht zu erklären. Ihm scheinen dabei neuere Komplexitätstheorien und die Prinzipien Selbstorganisierender Systeme nicht bekannt zu sein, die einige der Phänomene, die er beschreibt, gut erklären können. Auch einige Andeutungen zur neueren Kooperationsforschung in der Evolutionstheorie hätten das Buch noch besser gemacht. Deshalb nur vier anstatt fünf Sterne ' aber das ist für ein deutschsprachiges populärwissenschaftliches Buch sehr gut.


Simulation for the Social Scientist
Simulation for the Social Scientist
von Nigel Gilbert
  Taschenbuch
Preis: EUR 35,54

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Einfuehrung nicht nur fuer Sozialwissenschaftler, 15. Januar 2009
"Simulation for the social scientist" ist ein Einfuehrungsbuch, das Prinzipien und verschiedene Methoden von Computermodellen in den Sozialwissenschaften beschreibt. Mathematische Modelle, insbesondere Agentenmodelle werden in der Forschung immer haeufiger benutzt. Ein aktuelle Thema ist die Rolle der Kooperation in der Evolution und in der Entwicklungen menschlicher Gesellschaften. Martin Nowak hat sogar unlaengst (in der naturwissenschaftlichen Zeitschrift Nature) dafuer plaediert, Kooperation neben Konkurrennz und Mutation als dritten wichtigen Faktor der Evolution anzuerkennen. Dieses Buch ist daher ein willkommener Beitrag, um diese Methoden zu beschreiben.

Mein Ausgangspunkt ist der eines Naturwissenschaftlers, der bereits Erfahrung mit Modellen in der Neurobiologie und eine Grundausbildung in empirischer Sozialwissenschaft durchlaufen hat.

Das Buch besteht aus einer allgemeinen Einfuehrung und behandelt danach in 8 Kapitel auf die einzelnen Methoden ein. Jede Methode wird gut erlaeutert, mit Beispielen diskutiert und stellt Computer-Algorythmen zur Verfuegung, so dass der Leser selbst mittels oft frei zugaenglicher Software ueben kann. Die Autoren selbst haben eine Praeferenz fuer Agentenmodelle, was wohl auch dem Stand der Diskussion entspricht.

Fuer mich war es ein wertvolles, interessantes und mit meinen Vorkenntnissen leicht zu lesendes Buch, das ich gerne weiterempfehle. Vier Sterne bekommt es, weil ich mir eine etwas umfangreichere Diskussion ueber die Uebertragbarkeit von Ergebnissen, bzw. dem Wechselspiel zwischen Modellen und empririscher Forschung gewuenscht haette. Noch meher vermisse ich ein Kapitel darueber, wie Modelle generell in den Sozialwissenschaften diskutiert werden. Sind sie anerkannt, umstritten, marginalisiert? Dennoch ist dieses Buch allen, nicht nur Sozialwissenschaftlern zu empfehlen, die sich fuer dieses Fachfeld interessieren.


Rudi und Ulrike: Geschichte einer Freundschaft
Rudi und Ulrike: Geschichte einer Freundschaft
von Jutta Ditfurth
  Gebundene Ausgabe

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber trocken, 14. Januar 2009
Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof sind zwei Ikonen der 68er. weniger bekannt ist, dass sie miteinander Kontakt hatten, ja vielleicht sogar befreundet waren. Jutta Ditfurth meint sogar, es sei eine enge Freundschaft gewesen und versucht das, in ihrem Buch zu belegen.
Dazu stellt sie dei Biographien beider Personen vor. Dies geschieht kenntnisreich, die Quellen sind gut belegt. Gleichzeitig ist das Buch auch eine kurze Geschichte der ausserparlamentarischen Opposition. Viele Wegbegleiter tauchen auf, deren Namen heute schon fasst vergessen sind. In manchen Passagen gelingt es ihr, die Athmossphaere dieser Zeit zu verdeutlichen, so in den Schilderungen Berlins und der Berliner Polizei in den 60ern und 70ern. Wie sehr Repression und die Kontinuitet von nationalsozialistischen Gedanken (und Persoenlichkeiten) damals vorhanden waren, wird heute oft vergessen, wenn man die Entstehung von K-Gruppen, neuer Innerlichkeit oder eben auch Bewegung 2. Juni und RAF nicht verstehen kann. Die Geschichte der westdeutschen Linken ist wichtig und wird allzuleicht vergessen, dieses Buch bietet eine kurze, wenn auch nur beschraenkte Uebersicht. Dennoch wirkt das Bucht trocken, es fehlen mehr lebendige Beschreibungen. Sie kann die Begegnungen Ulrikes mit Rudi aufzaehlen, es wird aber wenig vermittelt, wie sie sich naeher kamen. Leider ueberhaupt nicht wird dargestellt, wie konkret Ulrike Meinhof sich fuer den bewaffneten Kampf entschied. Auch ueber ihre spaetere Zeit im Gefaengnis wird nichts gesagt. Insgesamt daher enttaeuschend, aber deswegen nicht voellig schlecht.


Complexity: The Emerging Science at the Edge of Order and Chaos
Complexity: The Emerging Science at the Edge of Order and Chaos
von Mitchell M. Waldrop
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,20

2.0 von 5 Sternen Ein irrefuehrender Titel, 12. Mai 2008
"Complexity" von Mitchell Waldrop ist eigentlich ein Buch ueber die Etablierung eines Institutes. Es ist auch nicht unbedingt eine Einfuehrung in die Theorie der Komplexitaet, sondern eher ein Stueck Wissenschaftsgeschichte. Leser auf der Suche nach einer populaerwissenschaftlichen Darstellung der Komplexitaetstheorie sind also falsch am Platz. Aber es ist ein Bucht, das Appetit machen kann.

In den 70ern entstand sehr viel Unzufriedenheit in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen (Biologie, Physik, Økonomie u.a.). Viele Wissenschaftler bekamen das Gefuehl, dass der Reduktionismus an seine Grenzen støsst. In den USA kam es, initiiert durch Forscher aus Kalifornien und New Mexico zu einem ungewøhnlichen interdisziplinaeren Dialog: die Grundlagen des beruehmten Santa Fe Institutes. Nobelpeistraeger wie Anderson, Gell-Mann und Arrow trafen sich auf Symposien und fanden ueberraschende Gemeinsamkeiten.

Dieses Buch beleuchtet diese Ereignisse hauptsaechlich zwischen 1980 und 1990. Es stellt einige wichtige Vertreter lebendig vor: Brian Arthur, John Holland, Stuart Kauffman, Gowan, Gell-Mann oder Christopher Langton. Waldrop muss zur Vorbereitung des Buches viele Interviews gefuehrt haben, man erfaehrt ueber die Biographien, die Gedanken und Gefuehle, ueber organisatorische Probleme und emotionelle Hoehepunkte. Das ganze liest sich allerdings eher langatmig.

"Complexity" ist vollstaendig auf Amerika fixiert. Europaeische oder japanische Wissenschaftler wie Bak, Haken uvm. - die ebenfalls viel Erfahrung in diesem Gebiet haben werden fast gar nicht erwaehnt. Auch ist das Buch natuerlich veraltet.

Fuer wen ist dieses Buch interessant? Zunaechst einmal diejenigen, die sich schon das Themengeiet eingelesen haben und ein wenig mehr ueber einzelne Forscher wissen wollen. Dann fuer Leser mit Interesse fuer ein sehr spezielles Kapitel aus der Wissenschaftsgeschichte. Unbedingt lesenswert fuer die kleine Gruppe der Menschen, die so priveligiert sind, dass sie das Santa Fe Institut besuchen kønnen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2014 6:41 PM MEST


Red Dust (Vintage East)
Red Dust (Vintage East)
von Ma Jian
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Chinesischer Jack Keruac - positiv wie negativ, 26. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Red Dust (Vintage East) (Taschenbuch)
Ma Jian hat einen Reisebericht aus dem China Anfang der 90er geschrieben. Unzufrieden mit seinem Leben, auf der Suche nach Wahrheit und Unmittelbarkeit bricht er auf, um durch China zu reisen. Er trifft viele Menschen, die ebenso wie er Kunst produzieren, oft Gedichte, auch Bilder, Musik, eine Boheme. Eigentlich ist es schon historisch, ein Bericht von einem Teil Chinas im Aufbruch, ohne dass die Hauptpersonen wissen, wohin. Vieles an dem Buch erinnert an Keruacs "On the road" und anderen Buechern. Er ist ehrlich gegenueber anderen und sich selbst.

Aehnlich wie Keruac ist Ma Jian am meisten mit sich selber beschaeftigt. Es klingt nebenbei an, dass eine gute Freundin niedergestochen wird und im Krankenhaus liegt, mit unsicherer Zukunft, aber er beschaeftigt sich mit seiner Buddha-Natur. Sein Umgang mit Frauen ist im wesentlichen widerlich (auch hier Aehnlichkeiten mit Keruac). Seine politischen Reflektionen sind ungefaehr genauso pubertaer wie seine religioesen, wenn man davon absieht, dass er eigentlich erwachsen ist und ein Kind hat, um dass er sich im uebrigen auch nicht kuemmert.

Fazit: Das Buch ist lesenwert, wenn man diese unangenehmen Teile aushaelt. Es zeigt faszinierende Bilder eines Chinas, dass es in dieser Form bereits nicht mehr gibt.


Das Sandkorn, das die Erde zum Beben bringt: Dem Gesetz der Katastrophen auf der Spur oder warum die Welt einfacher ist, als wir denken
Das Sandkorn, das die Erde zum Beben bringt: Dem Gesetz der Katastrophen auf der Spur oder warum die Welt einfacher ist, als wir denken
von Mark Buchanan
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Erklaerung von selbstorganisierter Kritikalitaet, 16. Januar 2007
Methoden der mathematischen Physik wurden in den letzten Jahrzehnten in verschiedensten Gebieten angewendet. Ein Teilgebiet der nichtlinearen Wissenschaft und ein Untergebiet der Komplexitaetstheorie und Chaostheorie (eigentlich: Theorie der deterministischen nichtlinearen Systeme) ist die Theorie, dass viele Systeme sich selbst so organisieren, dass sie sich in einem Zustand zwischen reinem stochastischem Chaos und Ordnung befinden (selbstorganisierte Kritikalitaet). Mark Buchanan beschreibt dieses Teilgebiet anhand von theoretischen Modellen und zieht angemessen vorsichtig Schlussfolgerungen, ohne in unkritische Begeisterung zu verfallen. Er zitiert die klassischen Sandversuche Per Baks (deshalb der Titel), erwaehnt Erdbebenmodelle und Waldbrandmodelle, doch seine Faszination gilt vor allem auch der Anwendung in der Geschichtswissenschaft und Oekonomie, sowie dessen Implikationen. Eines der besseren Einfuehrungbuecher zu diesem Thema, ist es Anfaengern genauso wie maessigen Fortgeschrittenen zu empfehlen.


Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können
Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können
von Malcolm Gladwell
  Taschenbuch

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttaeuschend, 2. November 2006
Komplexe Systeme, ob es Gesellschaften sind, Lebewesen oder eine Zelle haben gemeinsame Eigenschaften. Unter anderem kann es ploetzlich zu starken Aenderungen kommen, die nur durch geringe Veraenderungen ausgeloest werden. Mit diesem Themenbereich beschaeftigt sich das Buch von Gladwell.

Das Thema ist also vielversprechend und koennte auf eine inzwischen reichhaltige Forschungsliteratur aufbauen. Gladwell zitiert auch einige interessante Untersuchungen von allerdings unterschiedlicher Qualitaet. Er vermittelt dem Leser ein Eindruck ueber das Gebiet. Das geschieht allerdings nicht sehr zusammenhaengend. Die Beispiele erscheinen teilweise zufaellig und die Argumentation ist nicht immer schluessig. Historische Beispiele werden als Beleg verwendet, obwohl sie hoechstens als Hypothese dienen koennte. Die Kindersendung "Sesamstrasse" wird in einem interessanten Beitrag gewuerdigt, hat aber mit dem Hauptthema nur mittelbar etwas zu tun. Die Zitierung von Einzelpersonen entspricht einer sehr "amerikanischen" Schreibweise.

Richtig enttaeuschend ist, dass dem Verfasser der Blick ueber den Tellerand fehlt. Bei weiten mehr wissenschaftliche Bereiche als nur Psychologie, Soziologie oder Oekonomie haben sich mit dem Sachverhalt beschaeftigt. Es fehlt der Verweis auf die bereits sehr fundierten Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Mathematik und angewandten Physik, die diese Phaenomene untersucht und in Modellen beschrieben haben. Die Versprechung, zu zeigen wie Systeme beeinflusst koennen, wird nicht eingeloest. Das ist vielleicht auch zu frueh, aber dann sollte der Autor das nicht auf dem Klappentext akzeptieren. Warum der Verlag umbedingt einen englischen Ausdruck benutzen musste ("Tipping point") anstatt des gleichwertigen deutschen Ausdruckes ("Umschlagspunkt"), ist wohl sein Geheimnis.

Bilanz: Ganz nett, aber es gibt bessere Buecher.


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