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#7

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Not Too Late (Limited Deluxe Edition CD + DVD)
Not Too Late (Limited Deluxe Edition CD + DVD)
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 18,39

27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen close your eyes and dream..., 26. Januar 2007
...haucht Norah Jones in den letzten Zeilen von "Lullaby". Und dieser Aufforderung Folge zu leisten fällt wahrlich nicht schwer. Not Too Late ist sicher eine der schönsten Platten, die momentan so auf den Markt kommen.

Vergleicht man das neue Album allerdings mit den Vorgängern, finde ich an diesem Album teilweise weniger gefallen. Deshalb auch nur 4 Sterne; wenn man sich den Vergleich erspart wären allerdings 5 angemessen.

Was mich ein wenig stört, ist, dass Jones musikalisch immer radiotauglicher zu werden scheint, was ja nicht schlecht sein muss, allerdings Tribut zollt. Insgesamt ist bei dieser Platte der Anteil von Country und Jazz (leider) deutlich zurückgegangen, Folk dagegen hat zugenommen. Das ist schade; nicht, weil Folk schlecht ist, aber die Musik ist glatter geworden, einige Songs sind mit Streichern etwas überfrachtet. Die Lieder haben nicht mehr soviel Biss.

Aufällig ist, das der Anteil der melodisch, psychedelisch-entspannenden Songs zugenommen hat und dieser Effekt professionalisiert wurde. Weitere Unterschiede im Arrangement finden sich in der Instrumentation: Es kommen bei einigen Songs Streicher und/oder Bläser dazu; es dominieren aber weiterhin akkustische Instrumente zuzüglich Hammond und Wurlizer.

Jones selber partizipiert auf diesem Album mehr als in der Vergangenheit. 5 Songs hat sie allein geschrieben (wobei diese meiner Meinung nach nicht zu den besten der Platte gehören), an den anderen hat sie mitgewirkt. Außerdem spielt sie mehr Instrumente: natürlich piano und wurlizer, aber auch e-guitar("broken"), accoustic guitars ("wake me up", "little room"), pump organ ("wake me up") und mellotron ("not too late"). Ihre Stimme hat nichts an ihrer Attraktivität verloren.

Produziert hat ihr Lebensgefährte und Bassist Lee Alexander.

[Wer sich verständlicherweise eine Track-by-Track Betrachtung ersparen möchte, möge den kommenden Absatz überspringen.]

#1, der ruhige, akkustische opener führt gut in die Stimmung des Albums ein; #2 klingt teilweise wie der Soundtrack einer Italowesternkomödie; #3 ist ein harmlos-ruhiges Stück, was man, wenn man böswillig ist, als langweilig bezeichnen könnte; #4 ist ein Norah-mainstream-song; in #5 sind interessanter Weise im Hintergrund verzerrte e-gituars zu hören, welche das Stück schon fast einen alternative-touch verleihen; bei #6 kommen erstmals Bläser zum Einsatz; #7 wird von Streichern und einer e-gituar dominiert und hat einen ruhigen Charakter; #8 ist, man glaubt es kaum, ein interessant arrangiertes, leicht jazziges und vorallem politisches Stück; #9 wirkt lässig-angenehm und erfreut das Ohr mit der einzigen Steel-guitar; #10 ist zwar mal nicht melancholisch, aber richtig begeistern kann es auch nicht; #11 kommt als nur mit Gitarre, Bass und und einen Pfeif-Solo arrangiertes, nett-harmloses Lied daher; #12 könnte auch von Grayson Capps stammen: zweifellos ein besonderer Song, ruhig-psychedelisch, zum träumen einladend, musikalisch im alternative-country Bereich angesiedelt; und zu guter letzt wieder ein typischer, sparsam arrangierter Jones Song, bei dem nur das Mellotron ein wenig stört.

Fazit: zweifellos ein (melancholisches) Album der Marke Norah Jones, dass schon deshalb sehr hörenswert ist. Leider scheint sie jedoch ihren Mainstream-Status, den sie aufgrund der astronom anmutenden Verkaufszahlen der letzten Alben erhalten hat, nun auch musikalisch untermauern zu wollen.

Aber bei so vielen Fans kann man nicht allen Erwartungen gerecht werden, und ich finde, man muss es auch nicht. Die Jazz-Fans werden wohl (zu recht) etwas enttäuscht sein, das macht "not too late" aber noch nicht zu einem schlechten Album.

Die DVD ist sicher ein nettes Extra, lohnt sich aber wahrscheinlich nur für eingefleischte Jones-Fans.


Not Too Late
Not Too Late
Preis: EUR 7,97

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen close your eyes and dream..., 26. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Not Too Late (Audio CD)
...haucht Norah Jones in den letzten Zeilen von "Lullaby". Und dieser Aufforderung Folge zu leisten fällt wahrlich nicht schwer. Not Too Late ist sicher eine der schönsten Platten, die momentan auf den Markt geschmissen werden. Deshalb die 5 Sterne.

Vergleicht man das neue Album allerdings mit den Vorgängern, finde ich an diesem Album teilweise weniger gefallen.

Das liegt daran, dass Jones musikalisch immer radiotauglicher zu werden scheint, was ja nicht schlecht sein muss, allerdings Tribut zollt. Insgesamt ist bei dieser Platte der Anteil von Country und Jazz (leider) deutlich zurückgegangen, Folk dagegen hat zugenommen. Das ist schade; nicht, weil Folk schlecht ist, aber die Musik ist glatter geworden, einige Songs sind mit Streichern etwas überfrachtet. Die Lieder haben nicht mehr soviel Biss.

Aufällig ist, das der Anteil der melodisch, psychedelisch-entspannenden Songs zugenommen hat und dieser Effekt professionalisiert wurde. Weitere Unterschiede im Arrangement finden sich in der Instrumentation: Es kommen bei einigen Songs Streicher und/oder Bläser dazu; es dominieren aber weiterhin akkustische Instrumente zuzüglich Hammond und Wurlizer.

Jones selber partizipiert auf diesem Album mehr als in der Vergangenheit. 5 Songs hat sie allein geschrieben (wobei diese meiner Meinung nach nicht zu den besten der Platte gehören), an den anderen hat sie mitgewirkt. Außerdem spielt sie mehr Instrumente: natürlich piano und wurlizer, aber auch e-guitar("broken"), accoustic guitars ("wake me up", "little room"), pump organ ("wake me up") und mellotron ("not too late"). Ihre Stimme hat nichts an ihrer Attraktivität verloren.

Produziert hat ihr Lebensgefährte und Bassist Lee Alexander.

[Wer sich verständlicherweise eine Track-by-Track Betrachtung ersparen möchte, möge den kommenden Absatz überspringen.]

#1, der ruhige, akkustische opener führt gut in die Stimmung des Albums ein; #2 klingt teilweise wie der Soundtrack einer Italowesternkomödie; #3 ist ein harmlos-ruhiges Stück, was man, wenn man böswillig ist, als langweilig bezeichnen könnte; #4 ist ein Norah-mainstream-song; in #5 sind interessanter Weise im Hintergrund verzerrte e-gituars zu hören, welche das Stück schon fast einen alternative-touch verleihen; bei #6 kommen erstmals Bläser zum Einsatz; #7 wird von Streichern und einer e-gituar dominiert und hat einen ruhigen Charakter; #8 ist, man glaubt es kaum, ein interessant arrangiertes, leicht jazziges und vorallem politisches Stück; #9 wirkt lässig-angenehm und erfreut das Ohr mit der einzigen Steel-guitar; #10 ist zwar mal nicht melancholisch, aber richtig begeistern kann es auch nicht; #11 kommt als nur mit Gitarre, Bass und und einen Pfeif-Solo arrangiertes, nett-harmloses Lied daher; #12 könnte auch von Grayson Capps stammen: zweifellos ein besonderer Song, ruhig-psychedelisch, zum träumen einladend, musikalisch im alternative-country Bereich angesiedelt; und zu guter letzt wieder ein typischer, sparsam arrangierter Jones Song, bei dem nur das Mellotron ein wenig stört.

Fazit: zweifellos ein (melancholisches) Album der Marke Norah Jones, dass schon deshalb sehr hörenswert ist. Leider scheint sie jedoch ihren Mainstream-Status, den sie aufgrund der astronom anmutenden Verkaufszahlen der letzten Alben erhalten hat, nun auch musikalisch untermauern zu wollen.

Aber bei so vielen Fans kann man nicht allen Erwartungen gerecht werden, und ich finde, man muss es auch nicht. Die Jazz-Fans werden wohl (zu recht) etwas enttäuscht sein, das macht "not too late" aber noch nicht zu einem schlechten Album.


Songbird
Songbird
Preis: EUR 16,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nelson goes Adams, 17. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Songbird (Audio CD)
Auf dieser Scheibe haben sich zwei Generationen von Alternative-Country Outlaws zusammengetan: Der Altmeister Willie Nelson, der sich nicht gerne in eine Schublade stecken lässt, und Ryan Adams, einer der jüngeren Top-Singer & Songwriter aus der Alt-Coutry Szene. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist wirklich sehr hörenswert. Nach Nelsons Ausflug in die Gefilde des Raggae wendet er sich mit diesem Album dem Bereich des Alternative-Country zu. Ryan Adams ist dafür der ideale Partner, auch deshalb, weil beide momentan beim gleichen Plattenlabel sind und sich in ihrer politischen (rebellischen) Ausrichtung ähneln.

Musikalisch ist "Songbird" sehr stark vom Produzenten Ryan Adams beeinflusst, was sicher auch daran liegt, dass das Album mit Adams Band "The Cardinals" eingespielt wurde. Die typische Nelson-Gitarre tritt deshalb auch etwas in den Hintergrund. Die Arrangements nehmen vorallem Anleihen aus dem Alternative Rock, Country, Gospel und Blues.

Willie Nelson und hart-verzerrte e-guitars - geht das? Und ob! Es klingt klasse!

Dominierende Instrumente sind neben den Gitarren etc. hauptsächlich die herrlich bis schrecklich heulende Steelguitar, die Hammond B-3 und die Mundharmonika.

Die Songs sind - typisch Ryan Adams - recht melancholisch gehalten. Es gibt aber auch Up-tempo-Nummern und, man muss es so sagen, ein paar wenige Schnulzen, wobei "Yours Love" am Ende durch verzerrte Gitarren "gestört" wird. Da ist sicher etwas Interpretationsspielraum vorhanden.

Herausheben möchte ich den "Rainy Day Blues", der sich als authentischer Blues präsentiert, die Ballade "Stella Blue", die recht alternative-rock-mäßig daherkommt und zu guter Letzt "Amazing Grace" in einer völlig neuen Interpretation, gespielt im 3/4-Takt und Moll!

Fazit: Wiedermal ein sehr gutes Werk von Willie Nelson, Adams und Nelson Fans werden es lieben. Wer mit Adams Musikstil nichts anfangen kann, sollte allerdings die Finger davon lassen.


Nashville
Nashville
Wird angeboten von stw9999
Preis: EUR 8,78

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Recorded at Buddy Miller's Home, 3. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Nashville (Audio CD)
R'n'B und Country? Geht das? Und ob! Buddy Miller, Produzent, Sänger und beliebter Studiomusiker in Nashville, der Americana-Mann überhaupt, macht es möglich.

"Nashville" ist ein "Soulful Country"-Album, aufgenommen zuhause beim Gewinner des "Americana-Album-Of-The-Year-Awards 2005". Dabei interpretiert Solomon Burke die Songs einschlägig bekannter Szenemusiker (u.a. Tom T. Hall, Jim Lauderdale, Dolly Parton, Bruce Springsteen, Gillian Welch, Don Williams und Patty Griffin) mit seiner vollen, souligen Stimme auf faszinierende Art und Weise. Dabei haben sich Miller und Burke gleich die meisten der Autoren als Gastmusiker geholt, so z.B. Jim Lauderdale (Seems Like You're Gonna Take Me Back), Dolly Parton (Tomorrow is Forever), Gillian Welch (Valley of Tears) und Patty Griffin (Up The Mountain).

Schon ein Blick auf die Instrumente gibt einen Vorgeschmack auf den Hörgenuss. Da gibt es neben dem üblichen Sachen eine Hammond B3, Wurlizer, Lap Steel, Fiddle, Banjo, Dobro, Accordion, Harmonica, Mandoline und Streicher, natürlich in unterschiedlichen Kombinationen gut arrangiert.

Eine musikalische Verwandschaft mit den Platten Buddy Millers lässt sich nicht leugnen, was ja auch nicht verwunderlich ist.

Insgesamt ein außergewöhnliches Album von Solomon Burke, was starke (Alt-)Countryelemente mit einem fast perfekten Soulfeeling kombiniert, wobei kein Song klingt wie der andere.

Fazit: Ein Burke Fan, der von Country nichts hält, würde ich dringend vom Kauf abraten, allen anderen kann ich das Album aber nur empfehlen. Der Countryfan darf aber auch keine Mainstream-Countryplatte erwarten.


New Amsterdam Live at Heineken Music Hall
New Amsterdam Live at Heineken Music Hall
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alternative oder Mainstream?, 3. November 2006
"Live At Heineken Music Hall Ferbruary 4-6, 2003" ist ein gelungenes Live-Album, dass die meisten großen Erfolge der Band sowie andere alte und neue Songs, die übrigens alle selbst geschrieben sind, vereint. Die Counting Crows haben sich dem Mainstream nicht nochmehr angepasst, wie man nach "Hard Candy" hätte vermuten können. Der Alternative-Charakter findet sich in der Instrumentation (neben den üblichen Instrumenten wie Gitarren, Drums, Bass und Piano auch eine Hammond B-3, Mandoline und eine Pedal Steel Guitar) und der Melodiösität einiger Songs wieder. Elektronische Spielereien bleiben aus, die Songs zeichnen sich durch gutes Songwriting aus, wobei die Texte nach wie vor meist von Herzschmerz handeln, ohne dabei flach und kitschig zu wirken.

Fröhliche wechseln sich mit leicht depressiven Songs ab.

Stylistisch angesiedelt zwischen Rock, Pop, Alternative Country und -Rock gelingt der (in diesem Fall) siebenköpfigen Band der schwierige Spagat zwischen Mainstream (z.B. Hard Candy) und Alternative (z.B. Perfect Blue Buildings), der sie für ein breites Publikum gut hörbar macht, ohne sich wirklich auf eine Seite zu schlagen.

Fazit: Die Platte verdeutlicht die großartigen Livequalitäten der Counting Crows sowie das herausragende Songwriting und gibt einen guten Überblick über das bisherige Schaffen der Band.


Modern Times (Limited Deluxe Edition / CD+DVD)
Modern Times (Limited Deluxe Edition / CD+DVD)
Wird angeboten von cd-lp-buch-film
Preis: EUR 12,28

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kontrapunkt zu "Modern Times", 8. September 2006
Wer nach der langen Pause von Bob Dylan ein hochpolitisches Album erwartet hat, wird hier sicher enttäuscht. Aber warum sollte man Leute wie Dylan unbedingt in eine Schublade stecken? Uns erwartet eine Platte, die zwar nicht unpolitisch ist, sich aber tendentiell mehr mit Frauen als mit Gesellschaftskritik beschäftigt. Trotzdem ist "Modern Times" ein außergewöhnlich gutes Album, eines von der Sorte, wie man es heutzutage nur noch selten zu hören bekommt.

Musikalisch ist das neue Werk mit dem Titel "Modern Times" wohl eher ein Kontrapunkt zur zeitgenössischen Popkultur. Dylan schrieb nach eigenen Angaben alle Songs selbst (bei Rollin' And Tumblin' sind sicher Zweifel angebracht); produzierte unter dem Pseudonym Jack Frost und spielte Piano und Gitarre selbst, von der typischen Dylan-Harmonika ist jedoch nicht mehr viel zu hören. Mit dieser Machart sticht die Platte aus den meisten anderen Scheiben, die man heute zu hören bekommt, sicher positiv heraus.

Stylistisch macht Dylan an die "Modern Times" auch nicht viele Zugeständnisse, es handelt sich um einen Mix aus Country, Folk, Blues, Alternative Country/Americana und ab und zu einer Priese Western Swing. Was Dylan aus seiner kaputten Stimme herausholt und wie er mit ihr gestaltet, ist bemerkenswert.

Manche Songs erinnern an Cashs American Recordings Series ("Thunder On The Mountain", "When The Deal Goes Down" und "The Levee's Gonna Break"), auch wenn sie sicher nicht so spartanisch arrangiert sind wie es Rick Rubin getan hätte; die Gitarre erinnert ab und zu an Willie Nelson ("Spirit On The Water") und andere Songs klingen völlig unverkennbar nach Dylan ("Workingman's Blues #2", "Nettie Moore" und die tolle Ballade "Ain't Talkin'"). Es gibt bluesige ("Rollin' And Tumblin'", "Someday Baby" und ein wenig "The Levee's Gonna Break"), melancholisch-erzählerische Songs ("Workingman's Blues #2", "Nettie Moore" und "Ain't Talkin") sowie soft-jazzigen, z.T. fröhlichen Western Swing ("Spirit On The Water", "When The Deal Goes Down" und "Beyond The Horizon").

Insgesamt ein sehr solides Album, dass trotz seiner nur 10 Songs eine gute Stunde füllt, da die Lieder oft lang, aber nicht langweilig sind, und den Kauf durchaus lohnen.


Modern Times
Modern Times
Preis: EUR 7,49

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kontrapunkt zu "Modern Times", 8. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Modern Times (Audio CD)
Wer nach der langen Pause von Bob Dylan ein hochpolitisches Album erwartet hat, wird hier sicher enttäuscht. Aber warum sollte man Leute wie Dylan unbedingt in eine Schublade stecken? Uns erwartet eine Platte, die zwar nicht unpolitisch ist, sich aber tendentiell mehr mit Frauen als mit Gesellschaftskritik beschäftigt. Trotzdem ist "Modern Times" ein außergewöhnlich gutes Album, eines von der Sorte, wie man es heutzutage nur noch selten zu hören bekommt.

Musikalisch ist das neue Werk mit dem Titel "Modern Times" wohl eher ein Kontrapunkt zur zeitgenössischen Popkultur. Dylan schrieb nach eigenen Angaben alle Songs selbst (bei Rollin' And Tumblin' sind sicher Zweifel angebracht); produzierte unter dem Pseudonym Jack Frost und spielte Piano und Gitarre selbst, von der typischen Dylan-Harmonika ist jedoch nicht mehr viel zu hören. Mit dieser Machart sticht die Platte aus den meisten anderen Scheiben, die man heute zu hören bekommt, sicher positiv heraus.

Stylistisch macht Dylan an die "Modern Times" auch nicht viele Zugeständnisse, es handelt sich um einen Mix aus Country, Folk, Blues, Alternative Country/Americana und ab und zu einer Priese Western Swing. Was Dylan aus seiner kaputten Stimme herausholt und wie er mit ihr gestaltet, ist bemerkenswert.

Manche Songs erinnern an Cashs American Recordings Series ("Thunder On The Mountain", "When The Deal Goes Down" und "The Levee's Gonna Break"), auch wenn sie sicher nicht so spartanisch arrangiert sind wie es Rick Rubin getan hätte; die Gitarre erinnert ab und zu an Willie Nelson ("Spirit On The Water") und andere Songs klingen völlig unverkennbar nach Dylan ("Workingman's Blues #2", "Nettie Moore" und die tolle Ballade "Ain't Talkin'"). Es gibt bluesige ("Rollin' And Tumblin'", "Someday Baby" und ein wenig "The Levee's Gonna Break"), melancholisch-erzählerische Songs ("Workingman's Blues #2", "Nettie Moore" und "Ain't Talkin") sowie soft-jazzigen, z.T. fröhlichen Western Swing ("Spirit On The Water", "When The Deal Goes Down" und "Beyond The Horizon").

Insgesamt ein sehr solides Album, dass trotz seiner nur 10 Songs eine gute Stunde füllt, da die Lieder oft lang, aber nicht langweilig sind, und den Kauf durchaus lohnen.


Taking the Long Way
Taking the Long Way
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gleich auf Platz 1 der US-Billboard Country Alben..., 22. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Taking the Long Way (Audio CD)
...sprangen die Dixie Chicks mit ihrem neuen Album. Die Chicks bleiben der Countrymusic treu und die Fans den 3 Damen ebenfalls.

Sowohl textlich als auch vom Arrangement her hat sich der Wind jedoch etwas gedreht...

...textlich nach links, so dass die politische Single "Not Ready to Make Nice" es gleich zu einer Nominierung als Song of the Year der Americana-Awards gebracht hat. Die Künstler im Americanamilieu lassen sich ihren Mund nicht verbieten und sind deshalb mehr alternativ als mainstream. Außerdem wirken diesmal die Damen in zahlreichen Songs als Co-Autoren mit.

...musikalisch Richtung Rock und Mainstream, wofür vor allem Meisterproduzent Rick Rubin, dem wir die Grammy-dekorierte American Recordings Series von Altmeister Johnny Cash zu verdanken haben, verantwortlich ist. Diese Platte ist stylistisch etwas breiter angelegt, nicht mehr so traditionell-bluegrass-pop lastig. Die Songs sind eindeutig rockiger und vorallem auch melancholischer.

Dies ist keine Gute-Laune-Platte, aber das muss sie auch nicht sein.


The Little Willies (Gesungen Von Norah Jones)
The Little Willies (Gesungen Von Norah Jones)
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 12,39

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen old-fashioned, aber frischen Country 'n' Western, 12. März 2006
bietet das Debütalbum der "Little Willies", hervorgegangen aus diversen Jamsessions in N.Y.City. Dass Norah Jones (vocals/piano), ihr Lebensgefährte Lee Alexander (bass), Jim Campilongo (electric guitar), Richard Julian (guitar/vocals) Dan Rieser (drums) und Gastmusiker Jon Dryden (organ, accordion) dabei viel Spass haben, ist nicht zu überhören. "The Ordinaires" fungieren als Backroundsänger.
Der Sound der Gruppe, produziert von Lee Alexander, bestehend aus fetzigen Western Swing, herrlich altmodisch-melancholischen Country & Western und Folk sowie einer kleinen Briese Blues und Jazz, mag einige Norah Jones Fans (möglicherweise negativ) überraschen. Es handelt sich hierbei aber eindeutig um kein Soloalbum von Norah Jones, als das es auch nicht geführt wird, sondern um eine Gruppe m i t Norah Jones und nicht v o n Norah Jones. Außerdem fließt dieser Stil begrenzt, aber bestimmt, auch in ihre Soloplatten ein.
Die Platte wird aber auch dem Geschmack eines Jones-Fans Tribut zollen, soweit dieser nicht zu sehr auf Jazz fixiert ist und keine grundsätzliche Abneigung gegen Country hat, denn ihr Klavierspiel und im besonderen Maße ihr fabelhafter Gesang, der hier in vielen, auch neuen Facetten zum tragen kommt (insb. bei "I Gotta Get Drunk" und "Lou Reed"), werden jeden Anspruch mehr als gerecht.
Der Blick auf die Tracklist zeigt 4 Eigenkompositionen der Gruppe und eine Menge Klassiker aus dem Countryumfeld. Da hätten wir Fred Rose und Hank Williams Jr. (Track 1/2), den Singer & Songwriter Townes Van Zandt (Track 6) sowie die beiden Country-Outlaws Kris Kristofferson (Track 5) und Willie Nelson (Track 8&12). Bei Letzterem ist Jones auch auf einer seiner Geburtstagssessionplatten zu hören. Willie Nelson ist wohl auch der etwas seltsam anmutende Bandname zu verdanken, denn er ist schon lange Zeit eine feste Größe in der amerikanischen Musikszene und hat genauso wie die "Little Willies" kein Problem damit, genreübergreifend Musik zu machen - und das überaus erfolgreich.
Fazit: Super Musik von echten Profis der Szene; die Platte bietet abwechselnd sehr fröhliche und leicht melancholische Musik - sehr hörenswert und entspannend.
Bleibt die Hoffnung, dass dies nicht die Letzte Platte dieser Combo ist.


The Little Willies (Digipak)
The Little Willies (Digipak)
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 3,89

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen frischen old-fashioned Country 'n' Western, 12. März 2006
Rezension bezieht sich auf: The Little Willies (Digipak) (Audio CD)
bietet das Debütalbum der "Little Willies", hervorgegangen aus diversen Jamsessions in N.Y.City. Dass Norah Jones (vocals/piano), ihr Lebensgefährte Lee Alexander (bass), Jim Campilongo (electric guitar), Richard Julian (guitar/vocals) Dan Rieser (drums) und Gastmusiker Jon Dryden (organ, accordion) dabei viel Spass haben, ist nicht zu überhören. "The Ordinaires" fungieren als Backroundsänger.
Der Sound der Gruppe, produziert von Lee Alexander, bestehend aus fetzigen Western Swing, herrlich altmodisch-melancholischen Country & Western und Folk sowie einer kleinen Briese Blues und Jazz, mag einige Norah Jones Fans (möglicherweise negativ) überraschen. Es handelt sich hierbei aber eindeutig um kein Soloalbum von Norah Jones, als das es auch nicht geführt wird, sondern um eine Gruppe m i t Norah Jones und nicht v o n Norah Jones. Außerdem fließt dieser Stil begrenzt, aber bestimmt, auch in ihre Soloplatten ein.
Die Platte wird aber auch dem Geschmack eines Jones-Fans Tribut zollen, soweit dieser nicht zu sehr auf Jazz fixiert ist und keine grundsätzliche Abneigung gegen Country hat, denn ihr Klavierspiel und im besonderen Maße ihr fabelhafter Gesang, der hier in vielen, auch neuen Facetten zum tragen kommt (insb. bei "I Gotta Get Drunk" und "Lou Reed"), werden jeden Anspruch mehr als gerecht.
Der Blick auf die Tracklist zeigt 4 Eigenkompositionen der Gruppe und eine Menge Klassiker aus dem Countryumfeld. Da hätten wir Fred Rose und Hank Williams Jr. (Track 1/2), den Singer & Songwriter Townes Van Zandt (Track 6) sowie die beiden Country-Outlaws Kris Kristofferson (Track 5) und Willie Nelson (Track 8&12). Bei Letzterem ist Jones auch auf einer seiner Geburtstagssessionplatten zu hören. Willie Nelson ist wohl auch der etwas seltsam anmutende Bandname zu verdanken, denn er ist schon lange Zeit eine feste Größe in der amerikanischen Musikszene und hat genauso wie die "Little Willies" kein Problem damit, genreübergreifend Musik zu machen - und das überaus erfolgreich.
Fazit: Super Musik von echten Profis der Szene; die Platte bietet abwechselnd sehr fröhliche und leicht melancholische Musik - sehr hörenswert und entspannend.
Bleibt die Hoffnung, dass dies nicht die Letzte Platte dieser Combo ist.


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