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Jan (Freiberg)

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Die verlorenen Welten des Zdenek Burian
Die verlorenen Welten des Zdenek Burian
von Zdenek Burian
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 68,00

42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartige Bilder in durchwachsener Aufmachung, 8. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit rund 2 Monaten Verspätung ist es endlich da – das erste neue Buch seit über 30 Jahren mit Zdenek Burians Bildern prähistorischer Pflanzen und Tiere im deutschsprachigen Raum! Seine verlorenen Welten. Abgesehen von einer Neuauflage seiner Bücher zum „Leben in der Urzeit“ sowie den „Menschen der Urzeit“ aus den 1970er Jahren Anfang der 1990er durch den Dausien Verlag sowie seinen Arbeiten zu den Karl May Büchern in „Traumwelten II - Bilder zum Werk Karl Mays: Illustratoren und ihre Arbeiten ab 1913“ im Jahre 2007 gab es in der gesamten Zeit seit 1982 kein Werk in deutscher Sprache mehr, was sich diesem überragenden und stilprägenden Künstler sowie seinem unglaublichen Werk gewidmet hat. Und nun endlich gibt es einen Band, der dieses Versäumnis nachholen will; im Folio-Format, mit Leineneinband und Kopfschnitt, auf Mattpapier und mit insgesamt 239 Seiten. Hat sich das Warten gelohnt? Lohnt sich die Anschaffung zu diesem doch recht stattlichen Preis?

Zuerst – es ist ein Band zu Burians Werken mit teilweise in Deutschland vorher nie veröffentlichten Bildern. Daher aus diesem Blickwinkel erstmal 5 Sterne!
Das Buch ist in der Aufmachung, dem Einband und dem Papier ein Genuss, fühlt sich edel an und wirkt wie ein Kunstatlas. Kein billiger Schnellschuss sondern etwas, das man mit Ehrfurcht und Andacht in die Hand nimmt.

Als großer Burian-Fan war ich gespannt auf dieses Werk. Ich kenne alle deutschen Bücher und auch alle tschechischen zur Thematik und somit sein ganzes Werk zur Paläontologie, Anthropologie, Archäologie und Ethnologie. Ich habe also nicht erwartet noch etwas Neues an Bildern zu sehen und bis auf 1 Bild kenne ich wirklich alle. Aber damit dürfte ich eine Ausnahme sein. Für die meisten anderen sind viele der Bilder neu. Sie werden Szenen und Motive entdecken, welche sie begeistern werden. Für sie lohnt die Anschaffung definitiv! Das Werk umfasst Bilder aus allen deutschen Veröffentlichungen der 1950er-1970er Jahre, erstmals sind außerdem die Übersichtbilder aus dem 1970er Sonderband von Grizimeks Tierleben überhaupt wieder abgebildet wurden und es wird fleißig aus verschiedenen tschechischen Werken zitiert, die somit erstmals in einem deutschen Buch erscheinen. Es muss aber gesagt werden, dass das Buch nur die Thematik bis zum Ende der Saurier abhandelt, bis auf das letzte Bild mit Mammuten fehlen seine Zeichnungen und Ölgemälde zu den urzeitlichen Säugern und Menschen (hier wäre ein Nachfolgeband sehr schön – auch in diesem Bereich gibt es noch Tonnen von fantastischem Material). Es ist eine schöne Übersicht und etwa die Hälfte der Bilder ist damit auch erstmals auf dem deutschen Markt präsent. Etwas, dass man dem Band nicht hoch genug anrechnen kann!

Das Buch selber ist als Bildband anzusehen. Es gibt ein Vorwort und eine kurze Nachbetrachtung, aber die meisten Seiten sind mit Bildern gefüllt (1-5 pro Doppelseite) sowie der Benennung der dargestellten Tiere und das Entstehungsjahr. Ein Kunstband, der die Werke/Welten des Zdenek Burian auf den Betrachter wirken lässt ohne sie groß zu kommentieren. Hat sich das Warten dahingehend gelohnt – ja!

Und da komme ich schon zu den vorhanden Kritikpunkten – irgendwoher muss meine Sterngabe ja kommen:

1) Zuerst mal die beiden Texte, welche den Bildteil einrahmen: Es wird sofort klar, das beide Autoren (C. J. Setz & A. Fischel) absolut keine Ahnung von der Biographie des Menschen Zdenek Burian haben oder sich gar in der Thematik der Paläorekostruktion bzw. Paläontologie ansatzweise auskennen (was in einer Fußnote auch mehr oder weniger zugegeben wird). Das Vorwort ist zu lang, aber inhaltlich belanglos, wenn versucht wird über das Licht in den Bildern die Brücke zur Vergangenheit zu schlagen. Und am Ende des Textes geht es dann um Gentechnik und Saurier zurück züchten usw. Was hat das mit Burian zu tun? Nichts! Der Abschlusstext zu „Vergangene Paradiese und gefallene Herrscher“ versucht die Saurier in Burians Bildern im Licht der damaligen Zeit zu sehen. Da wird gnadenlos rein interpretier was das Zeug hält und am Ende sind die Saurier „… nicht mehr die anderen. Wir sind, im übertragenen Sinne, wie die Saurier und die Saurier sind ein wenig wie wir.“ Aua! Ein gnadenloses und auch peinliches Überinterpretieren ohne sich mit den Bildern an sich auseinander zu setzen. Das hätte nun nicht sein müssen. Von den inhaltlichen Fehlern ganz abgesehen.
Was fehlt ist eine ordentliche Biographie dieses Mannes, die mehr als 2-3 Sätze umfasst. Alles was es dazu nach wie vor für den deutschen Leser gibt findet man im deutschen Teil des Museumskataloges des Zoo Dvor Králové bei Prag sowie in der unglaublich detailierten (und leider komplett vergriffenen) „Bibliographie des Werkes Zdenek Burian“ in 5 Teilen aus dem Jahre 1982 von Petr M. Sadecký. Dort erfährt man all das, was ich mir hier auch gewünscht hätte. Sein ganzes Leben, seine Einflüsse und Motivation, die Hochphase seines Schaffens und der Einfluss, den er selber ausgeübt hat. Im vorliegenden Band ist davon absolut gar nichts vorhanden. Dabei zeigen die Bilder in der Anordnung teils das Potential – z. Bsp. ist auf den Seiten 72-73 jeweils das Bild eines Nothosaurus auf einem Stein im Meer dargestellt. Beide Bilder sind so gut wie identisch, nur das jüngere Bild zeigt das Tier mit einer anderen Kopfform. Es ist dasselbe Gemälde! Burian hat simpel sein ursprüngliches Gemälde 10 Jahre später minimal korrigiert, nachdem heraus kam, dass ein falscher Schädel als Grundlage benutzt wurde. Das gleiche beim Tyrannosaurus (136-137) oder auch Edaphosaurus (64-65). Dem aufmerksamen Betrachter wird es auffallen, auch weil die Bilder ja nebeneinander erscheinen. Aber er bekommt keine Erklärung geliefert. Das ist Schade. Aber, das ist meine subjektive Meinung und ich lege es dem Band nicht zum Nachteil aus, da sich wenigstens überhaupt Gedanken und Mühe gemacht wurde.

2) Die Qualität der Bilder: Die ist durchwachsen. Viele sehen in Schärfe und Farbkontrast sehr gut bis brillant aus – manche sind erstmals so gut zu sehen. Aber andere sehen aus wie Scans aus den alten tschechischen Werken, wodurch die schlechten Kontraste der damals teils in schlechter Qualität gedruckten Bilder 1:1 übernommen werden. Dabei wäre das bei den meisten Bildern vermeidbar gewesen – in tschechischen Büchern werden diese Bilder seit Jahren immer wieder abgedruckt, in guter Qualität. Und schließlich haben doch viele Bilder einen extremen Rotstich bzw. sehr starke Kontraste. Das heißt sie sind teilweise extrem dunkel oder die Farben sind verfälscht. Und es geht sehr viel von der Raffinesse der Bilder verloren. Für ein Buch, welches als Inhalt eben diese Bilder hat, ist das eine Schande. Als Beispiel dient Ichthyornis auf den Seiten 206-207. Im mir vorliegenden Exemplar ziehen rote Schlieren über das Bild von oben nach unten. Etwas, das im Original 1960 auch in der deutschen Version nicht da ist. Vielleicht liegt es am Papier und wäre auf Hochglanzpapier nicht passiert. Und das abschließende Mammutbild auf der Doppelseite ist so dunkel, das man so gut wie keine Details mehr erkennt. Es ist auf jeden Fall mein erster deutlicher Kritikpunkt. Hätte nicht sein müssen!

3) Das in meinen Augengrößte Manko ist das Layout der Bilder auf den Seiten. Das es keinen roten Faden gibt in der Bildanordnung – thematisch nach der Zeit des Auftretens der Tiere, der Entstehung der Bilder oder den Tieren an sich – geschenkt. Aber mich würde mal ernsthaft interessieren, wie entschieden wurde, wie man die Bilder zueinander anordnet. Ich sehe da kein logisches System. Viele Bilder mit unglaublichen Details sind klein abgedruckt, während darunter ein Bild groß gezogen wurde und sich daneben noch große freie Flächen befinden. Damit kommt eine bestimmte Anzahl an Bilder unverdient nicht wirklich zur Geltung. Und das allerschlimmste – viele Bilder sind so gelegt das sie auf beiden Seiten der Doppelseite sind und mitten durch die Falz geht. Durch wichtige Details. Einfach der Knick. Als wenn man die Mona Lisa abdrucken würde und die Seitenfalz mitten durch das Gesicht geht. Wie kann man nur? Das geht doch nicht! Die Bilder sind der einzige Existenzgrund des Buches und dann präsentiert man sie so? Daneben finden sich Bilder (z.Bsp. die Permlandschaft 54-55, Hesperornis 205-206), welche nur einen kleinen Teil auf die andere Seite ragen. Daneben jedoch ist eine riesen Lücke weißen Papiers wo das Bild jeweils locker auf eine einzige Seite gepasst hätte. Und hätte man die großen Bilder eben gedreht – ist doch nicht schlimm, haben sie im ersten großen Burian Werk 1956 auch gemacht – dann würde man eben das Buch drehen um das Bild in ganzer Pracht zu genießen. Aber dann hätte man wenigstens die Chance dazu. Aber das hier ist dermaßen unprofessionell und auch willkürlich, ohne ersichtlichen Grund, dass mir wenig dazu einfällt. Das schadet dem Band am meisten.

Fazit
Das erste Buch mit Burian-Bildern zu Sauriern seit Dekaden. Für Leute, die ihren Horizont bezüglich seiner Bilder und Motive erweitern wollen, eine unbedingte Kaufempfehlung!
Wer hingehen etwas zum Maler als Person wissen möchte oder zu den Bildern, der ist bei dem Werk von Sadecký besser aufgehoben (Dank Fernleihe in der Bibliothek).
Was aus gestalterischer Sicht gar nicht geht, nicht in diesem Preissegment, ist die Bildqualität vieler Bilder und das Layout, was viele Bilder verschleiert, zerschneidet oder unnötig schrumpft.
Ich hab mir das vorliegende Buch gekauft und es tut mir auch nicht leid. Ich bewundere die Herausgeber, dass sie solch ein Buch initiiert haben. Aber ich sehe auch die vertanen Chancen und (für mich) nicht nachvollziehbaren Layoutentscheidungen und Druckmängel, welche viele Bilder wieder unter ihrem Wert verkauft. Das wäre nicht nötig gewesen. Das geht besser!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 20, 2014 5:34 PM CET


Megalodon and Prehistoric Sharks (Discovery Channel)
Megalodon and Prehistoric Sharks (Discovery Channel)
von Joe Brusha
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,30

3.0 von 5 Sternen Discovery as usual, 30. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
„Megalodon and prehistoric sharks“ presents several extinct sharks to the young readers. Especially the most eccentric and „fearsome“ forms are displayed. So the reader not only learns about Megalodon and Squalicorax (the White Shark oft he Cretaceous) but also comes in contact with Orthacanthus, Helicooprion or Stethacanthus. However, always forms that show unique features not known in extant sharks (head spine, teeth on the head, tooth spiral). Nevertheless, it brings this sharks to the audience. Unfortunately, the scientific background is typical Discovery. Just over the top matters. For example, the Permian Orthacanthus (around 290 million years ago) did not live together with the Late Devonian (~ 360 million years ago) Duncleosteus, Hybodus could physically not rise its fine spines againts predators and, most important, Megalodon just lived around 17 to 3 million years ago. Thus, it was not able to hunt dinosaurs! Not in the Jurassic sea (around 145 million years ago) nor in the Late Cretaceous (around 70 million years ago). This is nonsense. So, please, next time let the stories check by professionals! So the young readers would not only become familiar with other prehistoric sharks besides the famous Megalodon, but also learn some things in its right context.

„Megalodon and prehistoric sharks“ ist ein kurzweiliger und relativ dünner Comic, der dem Leser in englischer Sprache verschiedene, heute ausgestorbene Haie in jeweils einer Kurzgeschichte vorstellt. Zum Lesen reicht problemlos einfaches Schulenglisch. Die Geschichten sind manchmal mehr, manchmal weniger informativ und auch die Spannungskurve ist durchwachsen. Auch wechseln die Zeichner immer wieder, sodass die Qualität der einzelnen Geschichten grafisch schwankt. Und ab und an werden menschliche Akteure mit ins Spiel gebracht, was jetzt von den Haien etwas ablenkt. Jedoch ist es schön, dass neben dem üblichen Superhai Megalodon nun auch mal Formen wie Orthacanthus, Hybodus oder Stethacanthus dem jungen Leser vorgestellt werden. Leider ist die Aufmachung typisch Discovery – alles reißerisch, brutal und oftmals schön garniert mit "Discovery"-Halbwissen. Orthacanthus lebte im Süßwasser des Perm, soadass ihn ein devonischer Dunkleosteus schwerlich jagen konnte. Hybodus war physiologisch nicht in der Lage seine Flossenstacheln auf dem Rücken gegen Angreifer zu richten, geschweige denn das ein 2 m Hai einen 8 m Kopffüsser angreifen würde – allein. Und Megalodon wird als der typischer Superräuber präsentiert, der auch Dinosaurier gejagt haben soll. Sozusagen der King unter den Monstern der Urmeere. Wie jedoch ein Tier, was (nach derzeitigen Funden) vor etwa 17 bis 3 Millionen gelebt hat, bereits im Jura (vor ~140 millionen Jahren) Fischsaurier und in der Kreidezeit Dinosaurier am Meeresufer gejagt haben soll, macht, abgesehen von der Dramaturgie, keinen Sinn. Dies ist sehr Schade, da durch diese Übertreibungen und gezielten/unwissentlichen Fehlinformationen das gesamte Werk natürlich abgewertet wird. Und die Leser ein falsches Bild von den tieren, ihrer Beute und den sonstigen lebensumständen bekommen.

Insgesamt ein interessantes Buch/Comic, das Außenstehenden neben dem bekannten Megalodon eine Vielzahl von ausgestorbenen Haien vorstellt und versucht zumindest etwas Wissen über diese Tiere zu vermitteln. Leider wird dieser Ansatz in der Kombination aus Halbwissen und reißerischer Übertreibung teilweise wieder zunichte gemacht. Trotzdem mag es für manche einen Blick wert sein, zeigt es doch die Vielfalt an unterschiedlichen (und teils bizarren) fossilen Haien, welche bisher immer im Schatten von Megalodon schwimmen mussten. Bedingt empfehlenswert.


Die Reise der Dinosaurier - Flucht aus dem Eis
Die Reise der Dinosaurier - Flucht aus dem Eis
DVD ~ Matthew Thompson
Preis: EUR 10,49

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Ödnis der Dinosaurier, 24. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum dritten Mal, nach "In einem Land vor unserer Zeit" und "Disneys Dinosaurier" wird die Geschichte eines Dinosauriers verfilmt, der auf eine Reise geht, seine Herde verliehrt und gegen alle Widerstände sein Ziel erreicht - nachdem der böse Fleischfresser seine gerechte Strafe gefunden hat, versteht sich.

Soweit das allgemeine Grundgerüst. Im Gegensatz zu den sprechenden Tieren aus Bluths Trickfilm und Disneys Realverfilmung versucht sich "Die Reise der Dinosaurier" eher im Stil einer Dokumentation. Es wird vorgegeben, das alles paläontologisch abgesichert ist und anstatt Kontinentaldrift, Vulkanausbruch oder Impakt ist es diesmal die vermutete alljährliche Wanderung oberkreidezeitlicher Dinosaurier aus den Polargebieten in den wärmeren Süden. Soweit so gut ist das vorliegende Produkt, trotz des Lobgesanges von Produzent und Regisseur (im Bonusmaterial), die schwächste der 3 Versionen.

Dabei ist die Ausgangslage nicht schlecht. Ein vermutlich reales Szenario, keine sprechenden Tiere und die Möglichkeit per Offstimme noch Wissen zu vermitteln. Leider wird all dies nicht genutzt und am Ende steht ein reiner, 80 minütiger Kinderfilm, der keine neuen Erkenntnisse, aber viele Vermutungen (allerdings längst nicht so lächerlich wie bei "Jurassic Fight Club" oder "Urzeitkrieger") und dramaturgische Drehs aufbringt um die Laufzeit zu überbrücken.

Wo liegt es (meiner Meinung nach) im Argen:
- die Dinosaurier sind teilweise nett aber teilweise auch schlecht animiert. Insbesondere Scar, der junge Hauptdarsteller, wirkt wie eine dumme Kuh und ist unattraktiv animiert. Es fehlt schwer für diesen unförmigen Sack Sympathien zu entwickeln. Auch die ceratopsiden Pachyrhinosaurier wirken eher plump und träge. Allein die Fleischfresser, insbesondere die großen Räuber wie Gorgosaurus und Albertosaurus strahlen eine gewissen Agilität, Bedrohung und Charisma aus. Auch wirkt dort das Federkleid nicht unpassend. Aber keines der Tiere wirkt ansatzweise real. Allen ist die Herkunft aus dem Rechner sofort anzusehen.
- große Massenwanderungen, auch wenn sie immer wieder im Off-Text betont werden, sieht man nicht. Die Herde ist trotz rauszoomens klein und die Tiere laufen in großen Abständen zueinander. Das hinterlässt keinerlei Eindruck wie z.Bsp. Bilder von riesigen Tierwanderungen aus dem heutigen Afrika es tun.
- Dramaturgie. Obwohl die Tiere nicht sprechen zwängt man sie in menschenähnliche Verhaltensmuster. Natürliches Verhalten ist nicht zu sehen, eher das zielsichere Hangeln von einer Bedrohung zur nächsten. Dabei sind die anderen Dinosaurier, neben den wenigen zentralen Akteuren, nur "Redshirts" die rechtzeitig zur Stelle sind zum Sterben um Scar vor seinem verdienten Ende zu schützen. Und wieso die Troodonten im tiefsten Winter riesige ungeschütze Nester bauen erschließt sich auch nicht (außer das etwas Zeit gefüllt werden musste). Außerdem leben unter der polaren Meereisdecke Mosasaurier (müssen wohl nicht zum atmen auftachen sondern haben Kiemen?) und das letzte Hinderniss, ein Fluss, stellt wohl vielmehr sowas wie den marinen Kontinentalschelf dar, so wie es da vom Ufer in die Tiefe geht. Das ein Albertosaurier nebenbei mal Feuer fängt und rauchend und brennend den Hauptakteur verfolgt ist dann fast schon wieder belustigend.
- die Umgebung. In meinen Augen das größte Manko! Mag Handlung und Wissensvermitlung noch so schlecht sein, tolle Bilder entschädigen für vieles. Nicht so hier. Alles bewegt sich auf dem einfachen Niveau von Computerspielzwischensequenzen. Und nicht mal den besten. Die polaren Wälder aus der Nähe sind mehrere Baumreihen hinter denen die karge Landschaft jederzeit durchschimmert. Die Winterlandschaften sind weiß, aber das sieht nicht aus wie Schnee sondern im besten Fall Puderzucker, meistens Kunsstoff, aus denen Texturlose Stämme ragen. Nett für einen sureallen Trickfilm, aber unpassend für auf Realismus getrimmte Computerbilder. Die Wanderung der Tiere führt durch leere Täler ohne Details, Vulkanlandschaften ohne Details und Trockengebiete ohne Details. Das Wasser ist schlecht animiert dickflüssig, herausragende Felsen sind rundgelutschte, glatte Fremdkörper, wie sie vor 10 Jahren in Computerspielen benutzt wurden. Alles ist detailarm künstlich, in den besten Szenen erinnern die Bilder an Ice Age 3, normaler Weise aber an Grafik aus Computerspielen von 5 Jahren. Es wirkt alles unglaublich billig. Dagegen sind die Bilder aus der "Dinosaurier - Im Reich der Giganten" Dokumentation von 1999! purer Realismus. Gut, hierfür gab es wohl nur ein Bruchteil des Budgets von damals, aber dann sollte man Worte wie "hievt die Dinosaurierdokumentationen auf ein neues Level", wie Produzent Jasper James im Bonusmaterial stolz sagt, bitte weglassen.

Fazit:
Die Dokumentation über eine Reise von Edmontosauriern aus den polaren Gebiten zu den Sommergründen im Süden ist ein Film für die ganze Familie, insbesondere Kinder, im dramaturgischen Stil von "In einem Land vor unserer Zeit" den man einmal anschauen kann. Aber nicht muss! Inhaltlich und vor allem optisch stellt dieses Werk keinerlei Konkurenz dar zu anderen Dinosaurierdokumentationen (Dinosaurier - im Reich der Giganten, Prehistoric Park, Giganten der Urzeit, Dinosaurier Planet). Für Leute, die ihren Horizont bezüglich Dinosauriern erweitern wollen, nur bedingt geeigent. Aber für Kinder ok.


Die letzten Jahre der Dinosaurier
Die letzten Jahre der Dinosaurier
DVD ~ Pierre De Lespinois

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Dinos noch Namen hatten, 6. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die letzten Jahre der Dinosaurier (DVD)
"Die letzten Jahre der Dinosaurier" von 2005, von den Leuten gemacht die 2001 bereits "When Dinosaurs roamed America" produzierten (seit 2011 auf der DVD Giganten der Urzeit erhältlich) liefert in Form von 4 Geschichten Fakten und Spekulationen über Dinosaurier aus der Kreidezeit von Südamerika, Europa, Nordamerika und Asien.

Hierbei überwiegt der Entertainmentfaktor, da die erzählten Geschichten ob ihrer Konstellationen (z.Bsp. das Gullivers Reisen Motiv) nicht für sich beanspruchen können, auch nur ansatzweise realistisch zu sein. Aber vereinzelte Fakten und Einblendungen von Fossilen zeigen, das es sich zumindest Ansatzweise noch um eine Dokumentation handelt. Mann sollte nur nicht zuviel erwarten.

Ansonsten überwiegt das theatralische - wenn die Flugsaurier durch gezielte Gasfontänen vom Himmel geholt werden oder auch die frisch geschlüpften Sauropodenjungen in einer langen Kamerafahrt von aus dem Bildrand brechenden Krokodilen gefressen werden. Style over Substanze. Hinzu kommt, das die Protagonisten jetzt Namen haben - anthropomorpher geht es schwerlicher ohne bei den "Dinos" zu landen.
Auch die Animationen sind durchwachsen und haben im Vergleich mit gleichalten BBC Dokumentationen das Nachsehen. Hinzu kommt, das die Ausarbeitung der Tiere großteils nicht 100% befriedigent ist. Einzig die letzte Episode in der Mongolei überzeugt durchgehend mit satten Farben, sehr guten Animationen und einer perfekten Interaktion mit Realhintergründen. Waren vielleicht verschiedene Animationsteams involviert?

Zusammenfassend ist die Serie unterhaltsam und hat einen gewissen Charm. Aber der Anteil an Informationen tritt gegenüber anthropomorphen Geschichten in den Hintergrund. Also als Wissensdokumentation nur bedingt geeignet, als Fernsehunterhaltung mit Dinosaurierflair aber gut konsumierbar.


Giganten der Urzeit
Giganten der Urzeit
DVD ~ Reuben Aaronson
Wird angeboten von giag
Preis: EUR 9,18

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Älter aber trotzdem sehr gut, 6. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Giganten der Urzeit (DVD)
Es ist leider in Deutschland eine Mode, das Dokumentationen, welche im Kino oder Fernsehen bereits liefen, erst Jahre später den Weg in das heimische DVD-Angebot finden. So wie "Dinosaurier - Giganten Patagoniesn" von 2007 erst 2010 als DVD erhältlich war, so musste man auch auf die beiden hier vorliegenden Dokumentationen lange warten. Genauer gesagt 10 Jahre!!! Beide sind von 2001, beide liefen damals im deutschen Fernsehen und beide gibt es erst jetzt 2011 auf DVD.
Lohnt es sich nach so langer Zeit überhaupt noch, eine ja eigentlich veraltete (technisch, inhaltlich) Dokumentation zu kaufen?

Ja!

Es liegen hier zwei Dokumentationen vor: "Im Tal des Tyrannen - neues von T-rex" (Valley of the T-rex) sowie der Zweiteiler "Saurier hautnah" (When Dinosaurs roamed America).

Saurier hautnah:
Dise Doku entstand damals im Eindruck des Erfolges der BBC Doku "Dinosaurier - Im Reich der Giganten". Genau wie dort, aber hier in nur 90 Minuten, werden verschiedene Dinosaurier von der Trias bis zum Ende der Kreidezeit vorgestellt und kurze Episoden aus dem Leben erzählt. Hierbei werden animierte Tiere in gefilmte Realhintergründe gesteckt. Hinzu kommen wiederholt Einblendungen von Fachleuten oder aber das Bild friert ein und wechselt in den Röntgenmodus der Tiere, um bestimmte Aspkete besser zu visualisieren. Sehr einprägsame und informativ.
Die vorgestellten Tiere sind abwechslungsreich und auch wenn unvermeidliche Klassiker wie Stegosaurus, Apatosaurus oder Tyrannosaurs gezeigt werden, so kommen auch andere Tiere vor die Linse, die dem breiten Publikum damals/heute nicht so vertraut ist. Alles ist hierbei auf Nordamerika fokusiert und der Sprecher im englischen ist John Goodman (englische Tonspur ist vorhanden). Die Doku ist kurzweilig und bunt.
Leider ziehen die Animationen in Punkto Realismus und auch Interaktion mit den Hintergründen im Vergleich zur BBC Reihe den kürzeren. Und es fehlen die befiederten Dinosaurier teilweise, wenn auch einige der kreidezeitlichen Tiere bereits flauschartige Strukturen haben. Jedoch wertet das die Serie nicht automatisch ab.
Insbesondere im Vergleich zu heutigen Dokumentationen ala "Urzeitkrieger" oder "Jurassic Fight Club" wird man nicht mit unzähligen Wiederholungen oder überladenen bzw Information vortäuschenden Grafiken zugeschüttet. Es wird eine klare Geschichte ohne Redundanzen erzählt, die teils brutal ist, aber, im Vergleich zu neueren Produkten, absolut nicht reißerisch oder spekulativ. Und keine Szene wird wiederholt!

Ich finde es schön, das "Saurier hautnah" es doch noch in deutscher Version auf DVD geschafft hat. Die gebotene Qualität ist auch nach 10 Jahren gourmierbar ohne groß Abstriche machen zu müssen (was sich auch daran zeigt, das Discovery Channel seit 10 Jahren immer wieder Szenen in neueren Dokus verwendet). Insbesondere im direkten Vergleich mit neueren Produkten absolut empfehlenswert.

Im Tal des Tyrannen:
In dieser 45 Minütigen Doku geht es um Tyrannosaurus und die Meinung von Jack Horner, der aufgrund von anatomischen Details und Vergleichen mit heutigen Tieren die Theorie aufstellt, das T rex kein aktiver schneller Jäger (ala Jurassic Park) war sondern ein langsamer, "hässlicher" aber durchsetzungsfähiger Aasräuber. Ist seit Vorstellung dieser Theorie nun schon etwas Zeit vergangen und sieht man manches heute auch anders, so ist die Vorstellung der Fakten doch lobenswert.
Auch hier, im direkten Vergleich zu solchen Paläonobrainern wie "Urzeitkrieger" oder "Jurassic Fight Club", fällt auf, das alle Argumente diskutiert werden. Es wird nicht einfach behauptet sondern Beweisketten werden erzeugt. Und auch wird es als Meinung von Jack Horner hingestellt und die Dokumentation schließt nicht mit - so war es! - sonder mit - war es vielleicht so? Das ist eine Art, die in modernen Produktionen großteils zwischen schnellen Schnitten, kurzen Statements und hektischen Animationen verloren gegangen ist. Daumen hoch.

Fazit:
Die DVD ist, in meinen Augen, allein schon für den Zweiteiler " Saurier hautnah" lohnenswert. Die zweite Dokumentation (welche auch einige Szenen aus der ersten hat) ist eine positive Zugabe. Hinzu kommt der Preis, welcher sonst allein für eine Dokumentation schon das Doppelte betragen würde. Volle 5 Sterne für diese DVD! Das beste alte neue, was es derzeit auf dem Markt gibt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 12, 2012 10:25 PM CET


Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Staffel 4, Teil 2 [2 DVDs]
Primeval: Rückkehr der Urzeitmonster - Staffel 4, Teil 2 [2 DVDs]
DVD ~ Douglas Henshall
Preis: EUR 13,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Außer T rex nichts gewesen, 13. Juli 2011
Bald wird sich die Bewertungs- und Kommentarleiste wieder mit den begeisterten Meinungen der Leute füllen, welche von Staffel 5 (oder 4.2) genaus entzückt waren wie von allen anderen. Irgendwie beneide ich diese Leute, weil sich bei mir dieses Hochgefühl nicht einstellen will.
Die Serie ist, insbesondere in den letzten Staffeln (ab Staffel 2!) wie ein Verkehrsunfall - schrecklich aber man kann nicht wegschauen. Das als Erklärung, warum ich die Teile trotzdem gemustert habe und wieder nicht glücklich bin.

Zuerst das gute - es gibt doch den einen oder anderen Moment, wo die Serie Spass macht:
- die Starship Troopers Rieseninsektenanleihe in Teil 1
- die Mega Piranha änhliche Pliosaurus Szene mit dem U-Boot in Teil 2
- der Tyrannosaurus am Anfang von Teil 5

Das ist erstaunlich kreativ und schwungvoll (für Primeval!!!), kurzweilig und zeigt mal ansatzweise sowas wie atmosphärische Szenen. Leider alles viel viel zu kurz. Die restlichen 98% werden dominiert von schlechten Darstellern, nicht vorhandenen Settings und Langeweile. Die Tiere bzw die Interaktion mit ihnen wird auf das Mindestmaß bzw darunter zurück gefahren. Den Hauptteil dominieren Großaufnahmen der Gesichter bzw Dialoge und Techblabla.

Wie immer ist so gut wie alles ausgestorben sobald das Team aus Abby, Matt, Becker usw loszieht, die Welt zu retten. Wohnt eigentlich kein Mensch mehr in London? Wo ist die youtube-Generation, die alles mit dem Handy filmt. Bezogen auf den Film Cloverfield wäre das so, als ob New York angeriffen würde, unsere Helden mit der Videokamera losziehen und unterwegs absolut niemanden treffen - bis auf das Monster. Insbesondere im U-Boot, wo man die Besatzung mal eben auf 4 Leute reduziert, wird es richtig lächerlich. Budgetsparungen hin oder her - dann sollte man es gleich lassen. Und wie immer gilt - egal was passiert, nur unsere 4 Haupthelden dürfen los. Der Rest der Hintergrundmannschaft, so den das Budget mal für Leute reicht, die gerne Tatorte bewachen oder zielstrebig aber sinnfrei rumlaufen, dient maximal als Kannonenfutter oder spielt mit der Armee Skat während die Welt "bedroht" wird.
Wieder mal haben es unsere Helden voll drauf. Abby erkennt am Aussehen der Tiere gleich, welche Gattung und Art es ist und hat Nahkampferfahrungen. Connor wird immer intelligenter und baut noch coolere Dinger und Emily, die Vorzeigefrau aus dem 19. Jahrhundert wird auch noch schnell integriert und darf auf Monsterhatz nachdem ihr regulärer 19ter Jahrhundert Mann praktischer Weise in das Nahrungsnetz integriert wurde. Keiner der Charaktere hat sowas wie Charisma oder Charm.
Die Animationen sind durchwachsen. Gespart wird wo es geht. Viele Drehs erfolgten im Studio für das Anomaliezentrum oder eine Werkhalle für Phillips Fabrik mit der Superanomalie. Hauptsache ohne großen Aufwand (da freut man sich ja schon, wenn eine der mies designten Anomalien sich funkelnd im Hintergrund dreht). Das hat C-Movie Nievau im TV-Modus. Das die Waffen gegen billig aussehende Elektroschockknarren ausgetauscht wurden, dient wohl auch weniger der futuristischen Ausstrahlung als der Einsparung von aufwendigeren Mündungsfeuereffekten (ala Starshipt Troopers 2).
Spannender Handlungsbogen? - naja, der Matt aus der Zukunft macht immer die bösen Prophezeiungen, das die Welt untergeht und wenn es dann passiert sieht die Zukunft aus wie ein farbgefilterter Steinbruch (gerne mit Bäumen im Hintergrund), wo mal etwas Staub durchgeblasen wird. 30 Sekunden gezeigt muss man dann fix in den nächsten Keller, das Budget reicht schließlich nicht ewig. Und andere Menschen gibt es da auch nicht, nur die Predatoren, welche bereits in Staffel 1 eingeführt wurden und wo man sich unwillkürlich fragt wovon solche großen Tiere in dieser Zukunft leben sollen (wie oft kommt ja jemand durch ne Anomalie vorbei um als Nahrung zu dienen?).

Ich hatte auf ein großes, visionäres, apokalyptisches Finale gehofft und der T rex am Anfang vom Ende verhieß kurzzeitig auch, dass hier mal das ganze Budget sinnvoll groß eingesetzt werden würde. War leider nur ein kurzer Spass und danach ging es trist weiter (Anomaliezentrum, Werkhallen, Zukunftssteinbruch mit Farbfilter, viel zwischenmenschliches, wenig Interaktion mit den "Monstern").
Staffel 5 schließt somit nahtlos an Staffel 4 an, effekt- und handlungstechnisch. Wem die 4 also gefiel der kann bedenkenlos zugreifen und wird es nicht bereuen.

(Man hätte die Chance nutzen sollen, die Serie sauber abzuschließen, da die Einschaltquoten sowohl in England als auch Deutschland noch tiefer waren, als bei Staffel 3, nach der ja schon mal der Stecker gezogen wurde. Die Chance wurde leider vertan. So wird sich zeigen, ob Staffel 6 folgen wird).


Urzeitkrieger-Anatomie der Saurier
Urzeitkrieger-Anatomie der Saurier
Wird angeboten von RAPIDisc
Preis: EUR 12,80

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein billiger Blender, 26. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Urzeitkrieger-Anatomie der Saurier (DVD)
Die 4-teilige Dokumentation "Urzeitkrieger-Anatomie der Saurier" oder im englischen "Clash of the Dinosaurs" behandelt an 7 Sauriern verschiedene neue Ideen bezüglich der Lebensweise der Saurier und ihrer biomechanischen und anatomischen Besonderheiten. Animierte Sequenzen und Interviews verschiedener Fachleute werden hierbei zusammen geschnitten um ein Gesamtbild zu erschaffen.

Lohnt die Serie? Ist sie eine gute Ergänzung zu anderen Serien, bringt sie neue Erkenntnisse?
Nun, oberflächlich wirkt sie sehr gut, optisch ansprechend und professionel. Aber wenn man sie länger als 5 Minuten anschaut treten die eklatanten Mängel in den Vordergrund (schon der Tyrannosaurier auf dem Cover, der aus der Serie "Die letzten Jahre der Dinosaurier" stammt sollte ein Warnhinweis sein).

Animationen:
Die 4 Teile von insgesamt 180 Minuten Länge kommen mit geschätzten 5-6 Minuten animierten Szenen aus. Diese werden in bisher einzigartiger Weise bis zum Erbrechen wiederholt. Das ganze erfolgt hierbei "abwechslungsreich" gespiegelt, vor und zurück gespielt oder mit unterschiedlichen Kontrasten um Tag bzw. Nacht zu verdeutlichen. Aber insgesamt sind es immer dieselben Szenen! Bereits nach 5 Minuten des ersten Teils hat man bestimmte Szenen 10 Mal gesehen, nach dem ersten Teil kennt man 90% aller Szenen und sobald mal eine neue Szene kommt, kann man sicher sein das man sie in Folge immer und immer wieder vorgesetzt bekommt. Das gilt für die Live-Action-Szenen, die Skelettanatomien, den Zoom auf den Planeten, Aufnahmen mit fossilen Knochenresten oder auch die Einschübe des heutigen Regenwaldes aus Archievamterial anderer Dicovery-Dokumentationen.
Hinzu kommt, das alle Animationsszenen direkt aus dem Rechner kommen. Tiere und Hintergründe sind digital. Also kein Einbau in reale Hintergrunde. Alles sehr zeit- und geldsparend. Kein Vergleich zu den BBC Serien oder auch den anderen Paläoserien (When Dinosaurs roamed America, Säugetiere gegen Dinosaurier, Die letzten Jahre der Dinosaurier, usw). Die Animationen selber sind relativ ansprechend jedoch auch sehr comiclastig - heißt die Tiere sind sehr kantig, muskulös animiert. Passt gut zu einem Computerspiel, aber im Vergleich zum Branchenprimus BBC reicht es nur für einen der hinteren Plätze (selbst Primeval liefert noch besseres Material - das ich das mal sagen würde).

Informationen:
Einige der beteiligen Wissenschaftler haben sich nachträglich auf ihren Blogs beschwert, das viele ihrer Aussagen aus dem Kontext gerissen wurden und so sinnentstellt wiedergegeben wurden (Bsp. das zweite Gehirn der Sauropoden im Beckenbereich, eine seit langem überholte Theorie die hier wieder als neuste Erkenntnis unters Volk gebracht wird). Insgesamt jedoch erzählen sie sowie Unsinn, das es schwerfällt den ehemals richtigen Kontext zu erkennen. Die vorherrschende Sprache ist reißerisch superlativ: "zerschmettern, vernichten, tödliche Präzession, perfekte Killer, quallvoll, überall lauert der Tod, das Gesetz der Evolution, Räuber scheuen vor nichts zurück usw". Da merkt man schnell in welche Richtung die gesamte Dokumentation unter dem Feigenblatt der neusten Erkenntnisse gehen soll.
Die vorgebrachten Informationen selber werden meist als unumstössliche Fakten gebracht, nur ganz selten wird es als möglich diskutiert oder hinterfragt. Die Sendung schmeißt mit Daten und Zahlen um sich, die erstaunlich sind in Anbetracht dessen, das man meist nicht mal komplette Skelette kennt geschweigen den viel mehr und macht sich so gut wie nie die Mühe den Ursprung dazustellen bzw. die Plausibilität des eben gesagten. Ich hab mal ein paar der behaupteten "Fakten" mitgeschrieben aber es nach einer Weile aufgegeben:

Tyrannosaurus - das liebevollste Elterntier aller Dinosaurier
- erkennt Beute in 7 km Entfernung (in Teil 2 sind es nur noch 6 km)
- Geruchsinn wie 100 Bluthunde zusammen - kann in Stereo riechen
- keine fette Beute die er nicht verschlingen kann
Quetzacolatlus (keine Dinosaurier, aber wenn kümmern solche unwichtigen Details hier) - konnte UV sehen
- 1 Milliarde Lichtrezeptoren auf der Netzhaut
- flog in 3000 m Höhe (nächster Teil waren es 300 m)
- konnte 1 Woche in der Luft bleiben, bis 40000 km weit fliegen
Triceratops - der bestgepanzerte Pflanzenfresser der Urzeit (was ist mit Ankylosauriern?)
- Nackenschild konnte Farbe wechseln
Deinonychus - bergsteigerartiges besteigen der Beute
- konnte Beute auf bis 50 km Entfernung wittern
- Nachtsichtmodus
- schlitze jedem Tier was er traff mit Sicherheit den Bauch auf
Parasaurolophus - konnte mit Infraschall Raubtiere umwerfen
...

Eine unglaubliche Sammlung an absurden Behauptungen und prosaischer Paläofantasie. Es ist schwer, in der Menge an angeblichen Fakten, jene Informationen rauszufiltern, die wahr bzw fundiert sind von jenen, die pures effektgeiles Gelabber der Drehbuchautoren sind.

Hinzu kommt, das sich die Serie immer wieder selber wiederspricht.
Einmal kann der Quetzacoatlus wittern das die Tyrannosaurier Jungen ohne Eltern sind, dann heißt es da oben nützt im Witterung garnichts.
Deinonychus jegt mal Beute die 10 mal so schwer ist wie er (also 1 Tonne), dann wieder Beute die 10 mal so groß ist (Sauroposeidon mit 50 Tonnen). Hinzu kommt, das die Serie von Eisbär- bis Nilpferdgroßen Sauroposeidon-Jungtieren redet, welche Deinonychus reißt, während die Bilder ein ausgewachsenes Tier zeigen, welches von 3 kleinen Räubern mal so im Sprung erlegt wird!
Und so geht es immer weiter.

Erschwerend kommt hinzu, das jeder Teil die Informationen der anderen Teile immer wiederkäut. Man hätte alle "relevanten" informationen in einen 45 Minuten Teil packen können ohne etwas weglassen zu müssen. Da wäre auch noch Zeit geblieben die aufgestellten Behauptungen zu begründen. So wurde es auf 180 Minuten gestreckt.

DVD:
Sehr trivilae Aufmachung. Die 4 Teile sind zusammen oder einzeln abrufbar. Dazu gibt es 3 Trailer. Englische Tonspur oder Untertitel fehlen, als das man sich das Elend im O-Ton hätte anhören können (ich gehe davon aus, das viele Widersprüche bereits im englischen existieren und kein Produkt schlechter Synchronisation sind). Die Bezeichungen der erzählenden Wisschenschaftler sind wahllos sinnfrei. Der eine ist Paläontologe, der andere Dinosaurier-Paläontologe und der dritte Wirbeltier-Paläontologe. Da wollte wohl jemand mal kreativ sein.

Fazit:
Eine 180 Minuten Dokumentation, die ihre reißerischen Informationen locker in 45 Minuten hätte präsentieren können und mit ~6 Minuten originären Animationen auskommt. Wer auf endlose Wiederholungen steht und gerne Behauptungen und Spekulationen der Superlative als bare Münze nimmt, dem sei die Serie empfohlen. Alle anderen lassen besser die Finger von.
In meinen Augen der derzeitige Tiefpunkt der (in Deutschland erhältlichen) Paläodokumentationen, billig und schnell produziert und fachlich peinlich bis ärgerlich. Das einzig Gute, andere Dokumentationen mit inhaltlichen und animationstechnischen Defiziten (Apokalypse der Urzeit, Dinoaurier - Giganten Patagoniens, Dinosaurier - Fossilien zum Leben erweckt, Säugetiere gegen Dinosauruer) werden massiv aufgewertet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2012 7:11 PM CET


Age of Reptiles Omnibus
Age of Reptiles Omnibus
von Ricardo Delgado
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,10

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 3 visuelle Geschichten zu Dinosauriern ganz ohne Text, 18. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Age of Reptiles Omnibus (Taschenbuch)
Der vorliegende Band Age of Reptiles - Omnibus Vol 1 umfasst als Sammelband alle Hefte zu Ricardo Delgados Comicreihe über Dinosaurier von 1993 bis 2010. Die letzten Seiten bilden dann noch Abbildungen der Einzelcover der alten Hefte und Skizzen zu den Tieren. Ein Rundumpaket zu der Age of Reptiles Serie.

Der Band enthält auf 400 durchgehend farbigen Seiten auf hochwertigem Papier die 3 Geschichten Tribal Warfare, The Hunt und The Journey:
Tribal Warfare handelt von einer Fehde zwischen einer Tyrannosaurus Familie und einem Rudel Deinonychus.
The Hunt schildert die Rache eines Allosaurus and einem Rudel Ceratosaurus, begleitet von einem Tsunami.
The Journey bebildert die Reise verschiedener Pflanzenfresser zu Nahrungsgründen, bedroht durch vielerlei Räuber.

Alle 3 Geschichten werden komplett ohne Text erzählt. Es gibt auch keine weiteren notwendigen Erklärungen. Obwohl Einleitung und Referenzen auf englisch sind, braucht man für den Comic selber keine Englischkenntnisse. Die Geschichte erschließt sich einzig und komplett aus den Bildern.

Delgado ist, insbesondere in den ersten beiden Geschichten, stark vom Stil William Stouts inspiriert. Die Dinosaurier erinnern in ihrer schlank-markanten Gestalt an Stouts Entwürfen aus dessen 1981 "The Dinosaurs". Das heißt, sie sind hochagil, sozial und teils auch antropomorph in ihrer Ausdrucksweise (das Medium Comic macht sich hier besonders bemerkbar) aber noch kaum befiedert wie heutzutage Mode. Und auch Teil 3 von 2008 verzichtet auf die Befiederung - eine angenehme Ausnahme heutzutage. Hier sind die Akteure realistischer runtergebrochen auf Verhaltensweisen moderner Tiere.

Die Geschichten wirken, wenn auch etwas übertrieben in dem Agieren der Tiere, durchgehend spannend und auch wenn vereinzelt Nebenstränge kurz in den Vordergrund gerückt werden, verlieren sie die Handlung der Hauptgeschichten nie aus den Augen. Ein ambitionierter Versuch mit dem Medium Comic Geschichten zu Dinosauriern zu erzählen, jenseits der üblichen Dinomonster ala X-Men, Fab 4 oder was der amerikanische Comicmarkt sonst so abwarf.

Den Punkt Abzug gibt es aber für die teils übertriebene Gewalt. Obwohl es ja in der Natur nun nicht zimperlich zugeht ist das vorgestellte dann doch extrem. Die Deinonychus erinnern eher an Ninjakämpfer, welche ihre Beute mit einem Streich niederstrecken, die Ceratosaurier sind blutgierige Berserker und auch ansonsten will hier jeder jeden immer nur Fressen. Selbst die Flugsaurier tragen ihre private Fehde aus. Und in Story 3 gibt es den Herdenoverkill. Alle Saurier treten nur in Massen auf (bis auf eine T. rex Mutter mit Jungen) und auch hier wird kein Erbarmen gezeigt. Dabei ist das Ausweiden noch lebender Tiere bzw. das "Überrennen" von Sauropoden durch ein Heer von Raptoren doch zuviel des Guten. Weniger wäre hier mehr gewesen!

Nichtsdesto Trotz sind die 3 Geschichten sehr unterhaltsam, detailiert und markant gezeichnet und liefern einen interessanten Blick auf Dinosaurier durch das Medium Comic. Für kleinere Kinder ob des Blutzolls nicht unbedingt geeignet, ist es ein sehr schöner Blick auf die Zeit, als die Dinosaurier sich in der allgemeinen Vorstellung zu wandeln begannen und man in ihnen agile Tiere sah ohne gleich alles mit Federn zuzupflastern. Ich kann diesen Comicband guten Gewissens empfehlen, auch an Leute ohne Englischkenntnisse aber mit Interesse anm Medium Comic und Dinosauriern!


The Rise of Fishes: 500 Million Years of Evolution
The Rise of Fishes: 500 Million Years of Evolution
von John A. Long
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 48,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Übersichtswerk für Fachfremde, 10. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
It is a gorgeous coffee-table book about the state of knowledge in fossil fishes in 2011. A entertaining view of strange groups of organisms that populated/populates the seas and lakes. The text is short but pregnant and sustantiated by colorful reconstructions and impressive fossil remains. The only downer is the incomprehensible missing of scales in nearly all photos of the fossil specimens. So it is often not possible to recognize the true size of those fascinating fishes. Nevertheless, it is worth to read!

Das Buch "The Rise of Fishes" von John Long bietet in seiner zweiten, überarbeitetten und erweiterten Version dem interessierten (englischkundigen) Laien eine gute und umfassende Übersicht über die Evolution der Fische und alle bekannten Fischgruppen fossil und rezent. Hierbei werden wichtige Punkte zu einzelnen Gruppen oder Chrarakteristika in besonderen Kästen geklärt währned der allgemeine Text eine grobe Übersicht über den Forschungsstand liefert. Dazu ist der Band sehr gut illustriert mit unzähligen Fossilbildern und Rekonstruktionen. Also kein langwieriger Textband sondern eine perfekte Mischung aus Text und Bildern. Alles relativ kurz aber übersichtlich. Wer mehr wissen möchte, braucht nur die Bibliographie am Ende bemühen, welche sehr umfassend ist und die wichtigsten Arbeiten zu den jeweiligen Feldern benennt. Eine, in meinen Augen, sehr gute Zusammenfassung und kurzweilige Wissenstandsdarlegung für Interessierte.
Den Punkt Abzug gibt es für das Fehlen eines Maßstabes in fast allen Bildern (>90%). Das ist umsomehr bedauerlich, weil zum Großteil fantastische Aufnahmen der Fossilen benutzt wurden. Jedoch ist oftmals nicht herauszubekommen wie groß z.Bsp. der abgebildte Schädel oder die Flosse nun ist. Gelegentlich ist in den Bildunterschriften noch eine allgemeine Größenangabe aber allgemein fehlen diese wichtigen Informationen. Das ist umso unverständlicher, als das der Autor die Bedeutung einer Skalierung kennen sollte. Warum auch immer es nun fehlt, es trübt den hervorragenden Eindruck leider etwas (in meinen Augen).
Jedoch ist das Buch nach wie vor zum empfehlen, nicht als Fachpublikation, sondern als nette Übersicht zum Stand der Dinge bei Fossilen Fischen im Jahre 2011.


Die verlorene Welt (OmU, NTSC)
Die verlorene Welt (OmU, NTSC)
DVD ~ Arthur Conan Doyle
Preis: EUR 17,39

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Mutter aller Dinosaurierfilme!, 9. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die verlorene Welt (OmU, NTSC) (DVD)
In Stop Motion Filmen - sei es zu Sauriern oder Fabelwesen/Monstern/fremdartigen Kreaturen und Objekten - galt immer die Devise nicht mehr als 3-4 animierte Objekte auf einmal. Ausnahme hierbei mag der Skelettkampf mit 7 Skeletten in Harryhausens "Jason und die Argonauten" sein (oder gerne auch seine Hydra im selben Film mit ihren 7 Köpfen). Aber richtge Massenszennen kennt man eigentlich erst seit Jurassic Park, seit der Computer beliebig viele Tiere/Kreationen zulässt.
Mit einer Ausnahme: Die verlorene Welt von 1925 zeigt ganze Herden von Sauriern in einer unerhörten Detaildichte. Da fressen mehrere Allosaurus an einem Kadaver während im Hintergrund 4 Trachodon rumlaufen, ein Stegosaurus vorbeiläuft und auch noch eine Triceratopsfamilie und mehrere Brontosaurier und/oder Brachiosaurier im Bild agieren. Der Wahnsinn! Und das ganze in Einzelbildaufnahme an einem!!! Set im Jahre 1925. Die Stop Motion Technik stand noch am Anfang und 7 Jahre Produktionszeit sprechen eine deutliche Sprache, aber das Ergebnis ist überaus sehenswert. Das ganze wirkt teilweise wie eine Naturdokumentation, wobei lediglich die Schauspieler stören. In den herausgeschnittenen Szenen, welche abrufbar sind, wird minutenlang ein Trachodon gezeigt, der frisst und sich putzt, während dann irgendwann mal im hintergrund ein Allosaurier vorbei läuft, ihn sieht und sich vermutlich ranpirscht. Das finale Resultat ist dann im Film selber zu sehen. Soviel Aufwand war später nicht mehr denkbar/machbar/finanzierbar.
Der Film, hier erstmalig restauriert in der 101 Minuten Version mit fast allen Saurierszenen aus dem Original der 20er Jahre ist ein Fest für jeden Liebhaber von klassischen Saurierfilmen und Stop Motion Filmen ansich.

Der Film The Lost World selber ist aus heutiger Sicht nicht ganz so beeindruckend. Als Stummfilm folgt er den damaligen Konventionen der massiven Ausdruckslosigkeit der Darsteller bzw deren übertriebenen Overactings bei steifer Miene. Hinzu kommt die Frauenrolle, welche immer wieder in Großaufnahmen bei dramatischen Szenen panisch schauen muss und ein auf Schwarz geschminkter Weiser. Vom bösen Affenmenschen in seiner sinnfreien Rolle ganz zu schweigen. Dramaturgisch beeindruckend ist eigentlich nur das Ende, wo ein gefangener Brontosaurus in London Amokläuft und massiv Gebäude zurückbaut (30 Jahre vor Gozilla und Dinosaurier in New York). Und auch insgesamt nehmen die Saurierszenen ein großen teil des Films ein und sich nicht nur in 1-2 Minuten zu sehen.

Für Leute, die einen spannenden Abenteuerfilm sehen wollen ist dieser Film definitiv nicht geeignet. Aber allen Liebhabern alter Effektfilme und Freunden von Saurieranimationen kann ich diese DVD absolut empfehlen.


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