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Rezensionen verfasst von
Wollinski

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Der orthodoxe Häretiker und andere unglaubliche Geschichten
Der orthodoxe Häretiker und andere unglaubliche Geschichten
von Peter Rollins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wertvolle Irritationen, 3. März 2014
Seit Anfang des Jahres gibt es ihn auch in der deutschen Übersetzung: “The Orthodox Heretic” von Peter Rollins. Darin enthalten: 33 Geschichten/Parabeln, die herausfordern, sich mit den eigenen Verhaltensweisen und Gottesbildern kritisch auseinanderzusetzen. Rollins verweist auf das Geheimnis des Glaubens, das größer ist als wir. Die Geschichten irritieren, stellen Gewohntes in Frage und decken vorhandene Widersprüche auf. Wie es der Guten Nachricht entspricht.

Aus dem Vorwort:
Transformative Lernprozesse, aus denen wir verändert hervorgehen und ohne die Nachfolge nicht möglich ist, sind nicht möglich ohne Irritation oder gar das Empfinden der Krise. Lernen, so die Lerntheoretikerin Frigga Haug, “bedeutet das Verlassen einer als sicher aufgefassten Position […] und damit eine Verunsicherung.”

Bin dabei zu lesen und mich irritieren zu lassen. Tut gut. ;)


Missional: Mit Gott in der Nachbarschaft leben
Missional: Mit Gott in der Nachbarschaft leben
von Alan Roxburgh
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was führt Gott in unserer Nachbarschaft im Schilde?, 22. November 2012
“Missionale Gemeinde” ist ein Thema, das zur Zeit viele Menschen in Kirchen und Gemeinden beschäftigt. Der kanadische Gemeindeberater und Pastor Alan Roxburgh ist einer der Vertreter, denen der Begriff “missional” nicht nur als Hülle für aufpolierte Gemeindeprogramme dient. Im Unterschied zu “missionarisch” beschreibt “missional” nämlich kein Tun, sondern eine Lebenseinstellung: Menschen lassen sich in Gottes Rettungsmission hineinnehmen und bezeugen ihr Christsein ganzheitlich, indem sie sich für soziale Gerechtigkeit und Frieden, Bewahrung der Schöpfung und Evangelisation einsetzen.

Roxburghs These:
In einer Zeit, in der Kirche ihre gesellschaftliche Machtposition eingebüßt hat, müssen wir aufhören, “Kirchenfragen” zu stellen, also Fragen, die sich hauptsächlich auf die Zukunft der Kirche, ihre Effektivität, ihren Stil und ihr Wachstum konzentrieren. Stattdessen gilt es zu fragen: Was führt Gott in unserer Nachbarschaft, in unseren Milieus im Schilde? Und wie werden wir ein Teil dessen, was Gott in diesen Kontexten tut?

Die Überraschung: Dafür brauchen wir gar nicht unbedingt nur Neugründungen von Gemeinden. Roxburgh spricht sich für missionale Experimente in traditionellen Gemeinden aus und ist überzeugt, dass sich diese sehr wohl transformieren lassen.

Der biblische Schlüssel ist für ihn das lukanische Doppelwerk (Lukas-Evangelium und Apostelgeschichte). Lukas schreibe an heidenchristliche Gemeinden, die sich, ähnlich wie die Kirche heute, in einer Identitätskrise befanden. Diese Krise war charakterisiert von einer grundlegenden Infragestellung dessen, was man bisher als das offensichtliche Wesen des Evangeliums für selbstverständlich gehalten hatte. Die Fragen, die sich für die Heidenchristen damals ergaben: 1. Ist etwas schiefgelaufen? 2. Was führt Gott in der Welt im Schilde? 3. Was heißt es daher, in diesem Raum Kirche zu sein? Sie bilden für Roxburgh den Rahmen für die Frage, wie heute eine missionale Interaktion des Evangeliums mit unseren Kulturen aussehen könnte.

Klasse, dass nun endlich mal ein gutes Grundlagenbuch zum Thema Missionale Gemeinde auf Deutsch erhältlich ist. Das Buch ist stringent aufgebaut, Roxburgh legt seine Hermeneutik offen, und er kommt im dritten Kapitel zu spannenden praktischen Konsequenzen für die örtliche Gemeinde. Das Buch fordert dazu heraus, die heimliche DNA unserer Gemeindeaktivitäten in den Blick zu nehmen und unsere Gemeinden neu anhand Gottes Bewegung mit dieser Welt auszurichten.

Klare 5***** von mir dafür.


Evangelium: Gottes langer Marsch durch seine Welt
Evangelium: Gottes langer Marsch durch seine Welt
von Walter Faerber
  Broschiert
Preis: EUR 5,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist das Evangelium?, 17. November 2012
Ein Buch, das Lust macht, im 21. Jahrhundert Teil der Bewegung Gottes in dieser Welt zu sein.

Walter Faerber und Peter Aschoff erzählen auf 80 Seiten vom Evangelium als Bewegung, mit der Gott geduldig und auf vielen Umwegen seine Welt zurück gewinnt: von den Anfängen in Israel und Rom bis zur globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts. Das Buch ist erfrischend zu lesen und hat mich mit erhellenden Verbindungen zwischen den paradigmatischen Ereignissen der Kirchengeschichte überrascht. Immer im Blick die Zielfrage: Was ist das Evangelium?

“Wer aber mit einem möglichst breiten Blick die Christenheit in Geschichte und Gegenwart wahrnimmt, dem wird es nicht mehr gelingen, das “reine Evangelium” in einer überschaubaren, zeitlosen und umfassenden theologischen Formel zu fixieren. […] Sinnvoller ist es, das Evangelium als eine Bewegung zu verstehen.” (Faerber & Aschoff 2012:81)

Und zwar als Bewegung in einem dreifachen Sinn:

- als Bewegung Gottes durch seine Welt, um sie zu befreien aus der Versklavung durch die Mächte des Todes,
- als eine Bewegung von Menschen, die sich dem Weg Gottes angeschlossen haben, unterschiedlich und doch vom selben Geist bewegt,
- als Bewegung, die diese Welt dynamisiert und dem Lauf der Geschichte immer wieder entscheidende Impulse gegeben hat.

Wer das Evangelium in diesem Sinne als Bewegung versteht, ist nicht mehr auf der Suche nach einer überzeitlichen theoretischen Idee, sondern vielmehr interessiert daran, wie sich Gottes Bewegung in der eigenen Zeit realisieren und Gestalt annehmen kann. Die Stationen der Kirchengeschichte sind dabei wertvolle Impulse. Schließlich

“ist es dasselbe Evangelium, das den Christen des römischen Reiches half, im Dschungel der Städte Oasen der Solidarität zu bilden, das die irischen Mönche dazu brachte, dem danieder liegenden Europa nach der Völkerwanderung wieder auf die Beine zu helfen, das Franziskus zum Bruder der Armen machte, Martin Luther von seiner religiösen Angst befreite, Zinzendorf und die Herrnhuter in die große Welt führte und Dietrich Bonhoeffer zum Verschwörer werden ließ.
So unterschiedlich sie und viele andere sind - sie haben sich von Gottes Impuls anstoßen lassen und sind Teil seiner Bewegung geworden. Wenn aber all diese vielen Realisierungen des Evangeliums nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden, sondern zueinander finden, dann wird Neues entstehen. Legt man all diese Mosaiksteine zusammen, dann wird das Bild umfassender und klarer. Vor allem aber inspiriert es dazu, selbst weiter mitzugestalten.” (:83)

Exakt diese Einladung, das Evangelium zu leben, geht von diesem Buch aus. Ein Buch also, das Lust macht, im 21. Jahrhundert Teil der Bewegung Gottes in dieser Welt zu sein. Ähnlich wie im Lukasevangelium Kapitel 10, wo Jesus die Jünger vor sich her schickt mit der Botschaft vom kommenden Reich Gottes. Eine Bewegung,

“die mehr im Sinn hat als eine nur private Gerechtigkeit, um sich für einen jenseitigen “Himmel” zu qualifizieren. Es geht um eine öffentliche Wahrheit. Doch um sie zu verbreiten, mieten Jesu Jünger kein Stadion, stellen kein Zelt auf, lassen keine Einladungen zu Veranstaltungen verteilen, sondern sie gehen dorthin, wo die Menschen wohnen und arbeiten.” (:88)


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