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Rezensionen verfasst von
Stefan Baumgartner (Linz)

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Dune I: Der Wüstenplanet: Teil 1 von 2.
Dune I: Der Wüstenplanet: Teil 1 von 2.
von Frank Herbert
  Audio CD

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillante Darbietung eines absoluten Klassikers, 18. Januar 2010
Arrakis, der Wüstenplanet, ist die einzige Quelle der Gewürzdroge Melange, dem wohl wichtigsten Rohstoff im Universum. Die Atreides, eines der Adelshäuser aus dem intergalaktischen, feudalen Imperium bekommt Arrakis als Lehen, was sie zum mächtigsten, aber auch angreifbarsten Haus im Landsraad macht. Ein Geschenk, oder ein fein gesponnenes Komplott? Der Plan der Gegner scheint perfekt, doch sie haben nicht mit dem jungen Paul Atreides gerechnet, der Hilfe bei den Eingeborenen des Wüstenplaneten sucht und das Machtspiel der Adeligen umzudrehen scheint.

Schon im ersten Teil des Dune-Zyklus spinnt Frank Herbert ein unglaubliches Netzwerk an Intrigen und Handlungssträngen. Gemäß dem Prinzip, "Pläne in Plänen" zu verstecken lässt Herbert verschiedene Handlungen in einem groß angelegten Plot zusammenlaufen. Im Vergleich zu späteren Werken kann aber hier auch noch die Geschichte genug überzeugen, um den "Wüstenplanet" neben den semireligiösen und politischen Ansichten, die in ausufernden Dialogen zum Besten gegeben werden auch für die lesenswert zu machen, die mit Frank Herberts Weltanschauung nicht viel anfangen können.

Jedes Mal, wenn ich den Wüstenplanet erneut lese bzw. höre fällt mir auf, wie clever und gewitzt die Charaktere doch sind. Die Hauptcharaktere lassen sich schwer in die Irre führen, durchschauen jedes Komplott und wissen auch, wann sie mitspielen müssen um ihren Status im System weiter zu gewähren. Und nebenbei schmieden sie noch eigene Pläne. Gerade dieses Spiel der Mächte ist unglaublich spannend und für mich eines der Highlights im Roman und sorgt auch dafür, dass es keine Schwarz-Weiß-Malerei bei den Charakteren gibt. Jeder hat seine Motivation, jeder hat seine Ziele und jeder will dafür sorgen, dass er am Ende auch zu diesen gelangt. Dass man da natürlich anderen Mächten in die Quere kommt ist vorprogrammiert.

Neben der Gestaltung der Großmächte hat Herbert auch viel Zeit in die detaillierte Ausarbeitung der Fremenkultur investiert. Dieses Volk der Wüstenbewohner wird brillant geschildert, so dass man deren Bräuche und Rituale nicht nur beobachten darf, sondern sie auch zu verstehen lernt. Die Umgebung wirkt sich auf den Umgang mit seinen Mitmenschen aus, und extreme Bedingungen sorgen für extreme Maßnahmen, wie der Autor eindrucksvoll zeigt.

Das Hörbuch wurde von Simon Jäger und Jürgen Prochnow eingesprochen. Während Jäger erfahrener Synchronsprecher und Hörbuchleser ist, ist es für Prochnow eine Premiere, der wohl hauptsächlich deshalb mit von der Partie ist, weil er in der Verfilmung von 1984 die Rolle des Leto Atreides übernahm. Beide machen ihre Arbeit unglaublich gut und verleihen den beiden Perspektiven der Protagonisten und Antagonisten einen entsprechend eigenen Touch. Auch kann ich der Kritik an Marianne Rosenberg, der Leserin der Einleitungstexte, nicht zustimmen. Für die spontane Entscheidung, bei dem Projekt mitzumachen, macht sie ihre Sache hervorragend. Natürlich kann man sich daran stören, dass viele fiktive Ausdrücke im Laufe der Geschichte leicht ihre Aussprache ändern, aber auch da drücke ich angesichts des unglaublichen Umfangs ein Auge zu. Immerhin hat man auch dafür gesorgt, dass die Anhänge ihren Platz im Hörbuch finden. Sei es als Text in den schmucken Pappschachteln. oder als Bonus-CD.

Das einzige, was ich nicht ganz verstehen kann ist die Entscheidung, das Hörbuch auf zwei Teile aufzuteilen. Der Grund dürfte wohl verkaufstechnischer Natur sein, dem geneigten Käufer sei aber gesagt, dass er ohne den anderen Teil nicht viel mit dem Hörbuch anfangen kann.

Ansonsten lohnt es sich auf alle Fälle. Die Qualität der Aufnahmen und die Leistung der Sprecher ist herausragend. Die Aufmachung des Covers ist, mal abgesehen vom leichten 70er Jahre Einschlag, ebenfalls sehr gelungen, und selbst der kitschige Soundtrack geht spätestens nach der dritten CD nicht mehr aus dem Kopf.


Der Herr des Wüstenplaneten: Roman
Der Herr des Wüstenplaneten: Roman
von Frank Herbert
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Notwendige und gelungene Brücke zum dritten Teil, 18. Januar 2010
Elf Jahre nach den Ereignissen in "Der Wüstenplanet" sehen wir im zweiten Band des Dune-Zyklus Paul Atreides, oder auch Muad'dib als Herrscher des galaktischen Imperiums, der mit eiserner Hand regiert und das Gewürzmonopol verwaltet. Große Macht bringt auch große Abneigung mit sich, und so ist es kein Wunder, dass die übriggebliebenen Mächte, die nun in Sachen Gewürzkonsum durch die Finger schauen, den Sturz des Kaisers planen.

Der zweite Teil wird von vielen Fans oft ziemlich geschmäht, weil er nicht nur mit dem Umfang der anderen Bücher nicht mithalten kann, sondern auch aus Paul Muad'dib, dem Helden aus dem Vorgänger, einen Tyrannen wider Willen macht. Und ich finde das schlichtweg genial. Zu keinem Zeitpunkt im Buch hatte ich das Gefühl, dass die Entwicklung von Paul unrealistisch gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Bereits im ersten Buch kündigt er an, dass er gehasst werden wird, und das zweite Buch zeigt nun einfach, wohin die Macht ihn getrieben hat. Er ist immer noch der clevere, charismatische Anführer, den wir kennengelernt haben, aber seine Machtposition wirft nun eindeutig ein anderes Licht auf ihn. Was er selbst vorausgesehen hat, ist schlussendlich eingetreten, und so erleben wir die letzten Tage des Muad'dib.

Mir ist völlig unverständlich, wie Brian Herbert und Kevin J. Anderson, die das Dune-Universum mit unzähligen Nachfolgern, Vorgängern und Zwischentiteln ausbauen, den Wandel von Paul Atreides vom strahlenden Saubermann zum überbösen Tyrann in einem eigenen Buch schildern wollen (am 4. Januar bei Heyne als "Der Wüstenplanet: Paul Atreides" erschienen), wenn zum einen kein Wandel vom Weißen ins Schwarze stattgefunden hat und zum anderen diese Entwicklung perfekt in "Der Herr des Wüstenplaneten" gezeigt wird. Genau das ist auch der Reiz der Geschichte.

Neben besseren Einblicken in die Strukturen und der Politik eines auf Religion gestützten Imperiums bekommen wir auch eine schön ausgearbeitete Intrigengeschichte vorgesetzt. Seht dieses Buch nicht als Nachfolger, sondern eher als vierten Teil des ersten Buches bzw. eine notwendige Brücke zum ebenfalls brillanten "Die Kinder des Wüstenplaneten".


Dune II: Der Herr des Wüstenplaneten
Dune II: Der Herr des Wüstenplaneten
von Frank Herbert
  Audio CD

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Notwendige und gelungene Brücke zum dritten Teil, 18. Januar 2010
Elf Jahre nach den Ereignissen in "Der Wüstenplanet" sehen wir im zweiten Band des Dune-Zyklus Paul Atreides, oder auch Muad'dib als Herrscher des galaktischen Imperiums, der mit eiserner Hand regiert und das Gewürzmonopol verwaltet. Große Macht bringt auch große Abneigung mit sich, und so ist es kein Wunder, dass die übriggebliebenen Mächte, die nun in Sachen Gewürzkonsum durch die Finger schauen, den Sturz des Kaisers planen.

Der zweite Teil wird von vielen Fans oft ziemlich geschmäht, weil er nicht nur mit dem Umfang der anderen Bücher nicht mithalten kann, sondern auch aus Paul Muad'dib, dem Helden aus dem Vorgänger, einen Tyrannen wider Willen macht. Und ich finde das schlichtweg genial. Zu keinem Zeitpunkt im Buch hatte ich das Gefühl, dass die Entwicklung von Paul unrealistisch gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Bereits im ersten Buch kündigt er an, dass er gehasst werden wird, und das zweite Buch zeigt nun einfach, wohin die Macht ihn getrieben hat. Er ist immer noch der clevere, charismatische Anführer, den wir kennengelernt haben, aber seine Machtposition wirft nun eindeutig ein anderes Licht auf ihn. Was er selbst vorausgesehen hat, ist schlussendlich eingetreten, und so erleben wir die letzten Tage des Muad'dib.

Mir ist völlig unverständlich, wie Brian Herbert und Kevin J. Anderson, die das Dune-Universum mit unzähligen Nachfolgern, Vorgängern und Zwischentiteln ausbauen, den Wandel von Paul Atreides vom strahlenden Saubermann zum überbösen Tyrann in einem eigenen Buch schildern wollen (am 4. Januar bei Heyne als "Der Wüstenplanet: Paul Atreides" erschienen), wenn zum einen kein Wandel vom Weißen ins Schwarze stattgefunden hat und zum anderen diese Entwicklung perfekt in "Der Herr des Wüstenplaneten" gezeigt wird. Genau das ist auch der Reiz der Geschichte.

Neben besseren Einblicken in die Strukturen und der Politik eines auf Religion gestützten Imperiums bekommen wir auch eine schön ausgearbeitete Intrigengeschichte vorgesetzt. Seht dieses Buch nicht als Nachfolger, sondern eher als vierten Teil des ersten Buches bzw. eine notwendige Brücke zum ebenfalls brillanten "Die Kinder des Wüstenplaneten".

Simon Jäger und Marianne Rosenberg sprechen auch das zweite Hörbuch. Jürgen Prochnows Gastspiel endet mit dem ersten Teil, und so gut mir auch seine Darstellung gefallen hat muss ich eingestehen, dass ich ihn nicht sonderlich vermisst habe. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das nächste Hörbuch!


Level 26: Dark Origins. Thriller
Level 26: Dark Origins. Thriller
von Anthony E. Zuiker
  Taschenbuch

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannendes Experiment ... mit einigen Abzügen, 20. Dezember 2009
Ein Gummimensch in einem weißen Latexanzug bereitet den US-amerikanischen Behörden seit 30 Jahren Kopfzerbrechen: So ist er immerhin für eine Vielzahl an unglaublich brutalen und blutrünstigen Morden verantwortlich, hinterlässt den Forensikern der Spezialabteilungen aber auch nicht den geringsten Hinweis. Allerdings schickt er ihnen ab und zu wieder ein Video, oder anderweitiges Beweismaterial, mit denen er ganz deutlich klar macht, dass er hinter den Morden steckt. Von all den Superhirnen aus den Staaten ist nur einer fähig genug, Sqweegel -- so die Bezeichnung des Killers -- auf die Spur zu kommen: Steve Dark, der selbst einen kleinen Schuss hat und dem Mörder vor allem die Auslöschung seiner Pflegefamilie zu verdanken hat. Zwei Jahre nach dem Zwischenfall hat die US Regierung auf einmal verstärktes Interesse daran, Sqweegel unschädlich zu machen, weshalb man den ehemaligen Profiler wieder zurück in den Dienst ruft.

Klingt auf den ersten Blick wie Standard-Thriller-Kost, und so wäre es auch untergegangen, wenn da nicht ein Mensch vom Fernsehen (der Erfinder der C.S.I-Reihe) 20 Kurzfilmchen gedreht hätte, die man sich ca. alle 20 Seiten im Web ansehen kann. Das ist schon etwas ganz neues, und es ist auch sehr beeindruckend, wie manche bekannte Seriengesichter die Rollen verkörpern, zu denen man sich im Buch schon ein Bild gemacht hat. Gottseidank bleiben die Charaktere in der Geschichte flach genug, so dass man sich nicht weiter daran stört, dass diese nach den ersten Videos nicht so ganz dem privaten Kopfkino entsprechen. Doch dazu später mehr.

Es hat nämlich schon etwas "Belohnendes", wenn man regelmäßig vor den PC gelockt wird und ein kurzes Filmchen als Brücke zwischen den Kapiteln zu sehen bekommt. Ab und zu sind diese ziemlich unnötig (vor allem in der Mitte des Buches), allerdings gibt es ein paar herausragende Ausnahmen, die ganz deutlich zeigen, dass das Medium Film auch echt gut eingesetzt werden kann und durchaus ergänzend zu der Geschichte wirkt (für Kenner: Video Nr. 10). Durch diese Zwischenschübe, die mich stellenweise an "Cutscenes" aus einem Computerspiel erinnern, und die kurzen Kapitel wird ein unglaubliches Tempo an den Tag gelegt und es wird einem regelrecht bewusst, wie schnell man die Geschichte eigentlich verschlingt. Und auch wenn die Filmchen oft wie ein B-Movie Projekt wirken, muss ich eigenstehen, dass ich meinen Spaß damit hatte.

Die Geschichte ist ebenfalls treibend genug, so dass man auch ohne Videos auskommen würde. Gerade nachdem im ersten Teil die Charaktere eingeführt wurden hat man im Mittelteil, mit der anstehenden Schnitzeljagd echt seinen "Spaß" zu sehen, wie Sqweegels Taten nach und nach Form annehmen und sich das Bild zu einem Ganzen erschließt.

Allerdings gibt's auch Schattenseiten: Die Charaktere. Die sind allesamt nichts weiter als Abziehbilder ihrer Schauspieler und dümpeln nur an der Oberfläche dahin. Vor allem Steve Dark, der immer wieder als "der Beste mit einer so besonderen Gabe" dargestellt wird, bekommt überhaupt gar keine Tiefe. Dabei wäre es sehr interessant gewesen, seine Gabe mal richtig in Aktion zu sehen und nicht diese nur durch zwei drei Sätze und eine Szene im Buch angedeutet zu bekommen. Dabei macht doch das gerade den Reiz der Idee aus! Ein Mörder, wie ihn noch keiner zuvor gesehen hat, der einzige Killer auf Level 26 und nur ein Mann, der die Gabe besitzt sich in den Wahnsinnigen zu versetzen? Geniale Ausgangssituation, aber warum habe ich ständig dann das Gefühl, dass "der eine" mehr Glück als Verstand hat und eher über die Lösungen stolpert, als wirkliches Profiling zu betreiben. Auch die Liebesgeschichte ist flach und mehr Mittel zum Zweck, genauso wie Sqweegels Motivation, bei der man auch nur an der Oberfläche kratzt.

Aber, ich will da noch ein Auge zudrücken und lasse mich auf eine Idee ein, es auf die lange Auszeit des Profilers zu schieben und in der unvermeidlichen Fortsetzung endlich den Dark zu bekommen, der mir im Klappentext versprochen wurde.

Allesamt gibt's einige Punkte, an denen man sich stören kann, aber in Summe hat man doch ein spannendes und vor allem belohnendes Leseabenteuer vor sich. Ich hatte meine Freude mit der Geschichte und endlich wieder einen Thriller, der mich bis in die frühen Morgenstunden gefesselt hat. Dafür vergebe ich den Protagonisten und diese Fernseh-Mentalität in der Schreibweise. Immerhin wurde ich für einige Stunden blendend unterhalten!


Winter in Maine: Roman
Winter in Maine: Roman
von Gerard Donovan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestoben und blutdurchsiebt ..., 28. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Winter in Maine: Roman (Gebundene Ausgabe)
Julius Winsome lebt ein Einsiedlerdasein in den Wäldern von Maine, begleitet von seinem treuen Hund Hobbes und der 3282 Bücher starken Sammlung seines Vaters. Eines Tages wird Hobbes offensichtlich absichtlich erschossen. Für Julius Winsome bricht eine Welt zusammen. Er fasst den Entschluss, Hobbes Mörder zu finden und ihn zu richten. Das Scharfschützengewehr seines Großvaters wird ihm dabei behilflich sein.

Mit nur wenigen Mitteln präsentiert Gerard Donovan eine ganz außergewöhnliche Charakterstudie: Ein toter Hund, ein geschichtsträchtiges Gewehr und 3282 Bücher, darunter eine Menge Shakespeare, zeigen, wie ein einsamer, aber eingangs zufriedener Mensch in den Wahn verfällt und selbst diejenigen beschuldigt, die ihm einst am Nächsten standen. Dabei schafft es Donovan in der Anfangsphase geschickt Sympathie für den Protagonisten aufzubauen und ihn an den Leser zu binden. Als Winsome dann zum Scharfschützengewehr greift und mit seiner Jagd beginnt möchte man ihm am liebsten entgegen schreien, ihn aufhalten und aus seinen eigenbrötlerischen Gedankengängen reissen, ihn auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen, wohl wissend, dass es nichts bringen würde. Man empfindet Mitleid und Angst, Angst um diesen armen Mann ohne Geschichte, dessen geerbte Bibliothek und dessen Gewehr mehr Vergangenheit aufweisen können, als er selbst. Wenn da nicht dieser eine Sommer in Maine wäre und Claire, die ihm in seinen Racheplänen zum Verhängnis wird.

Besonders beeindruckt hat mich der Mittelteil der Geschichte, in der wenig passiert, aber viel in Julius Winsome vorgeht. Gerade in diesem Teil, in der Winsomes Gedanken genauso düster sind wie die kalte, schwarze Nacht in den Wäldern von Maine, bekommt man nicht nur Angst um Winsome, sondern auch Angst vor diesem Menschen, der seine größte Liebe verloren hat.

Donovan verzichtet dabei großartig auf die Beschreibung diverse Gefühle, allein durch die gezeigten Gedankengänge des Protagonisten baut er im Leser eine unglaublich starke Gefühlswelt auf, in der jeder Schritt von Winsome logisch wenn auch verstörend und beängstigend wirkt. Gerade die Momente, in denen er um seinen Hund trauert sind herzzerreißend, auch wenn der Leser sich bewusst wird, was diese Trauer zur Folge hat.

Und dann kommt -- und ich kann es kaum glauben -- auch der Humor nicht kurz, wenn auch auf eine bittere Art und Weise, in der einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

So hat das knapp 200 Seiten starke "Winter in Maine" deutlich seine Spuren bei mir hinterlassen. Kein Buch, dass man so schnell weglegt und keines, dass man nicht Tage später immer noch aus dem Gedächtnis abruft. Sprache, Taten und Charakterisierung geben ein stimmiges Gesamtbild, lassen eine ganz besondere Atmosphäre entstehen, die den kalten Winternächten gleichen, in denen man in Decken eingewickelt und bei einer großen Kanne Tee genauso solche Romane lesen soll.


Meteor
Meteor
von Dan Brown
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überladen und klischeehaft, 19. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Meteor (Taschenbuch)
Die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten steht bevor, und das schmutzige Gerangel zwischen dem machtgeilen Senator und dem aktuellen Präsidenten wird durch eine unglaubliche Entdeckung plötzlich uninteressant: Eine Gruppe Wissenschaftler der NASA hat im ewigen Eis einen Meteor gefunden, der deutliche Hinweise auf außerirdische Lebensformen beherbergt. Kommt sehr gut gelegen, da gerade diese Institution schwer im Kreuzfeuer der Gegenpartei stand. Doch nichts ist so, wie es anfangs scheint, wie die NRO Beauftragte Rachel Sexton, die gleichzeitig die Tochter des Senators ist, zusammen mit einigen Kollegen rausfindet. Als dann noch eine unglaublich geheime und topausgebildete Militärtruppe die Wissenschaftler an der Veröffentlichung der Ergebnisse hindern will, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit!

Dan Brown greift hoch: Präsidenten, Senatoren, Vorsitze in den allerhöchsten Positionen, die geheimste Geheimtruppe die man sich nur vorstellen kann, mögliche Außerirdische und was nicht noch alles. Neben den extrem hohen Stellen sind die Leute auch entweder extrem edel und gut oder extrem schlitzohrig und gemein. Und natürlich ist alles eine "Frage der nationalen Sicherheit", wie sollte es denn auch anders sein?

Ganz ehrlich, der abgehobene Plot und die klischeebeladenen Charaktere in für mich absolut ungreifbaren Positionen haben vor allem dafür gesorgt, dass sich die ganze Handlung mit jeder Seite mehr von mir entfernt hat und immer uninteressanter wurde. Noch dazu verhalten sich die Hauptantagonisten - die Delta Force und Senator Sexton - so unglaublich dämlich, dass man aus dem Stirnrunzeln und Kopfschütteln nicht mehr herauskommt. Alleine die nicht ganz so schwarz-weiß gehaltene Assistentin des Senators, Gabrielle Ashe, hat es in ihren kurzen Auftritten geschafft, mich bei der Stange zu halten, sodass ich am Ende doch noch das Buch beendet habe.

Doch facettenreiche und realistische Charaktere waren noch nie Browns Stärke, doch leider konnte er auch bei seinem großen Steckenpferd, der Recherche und dem Puzzlespiel, überhaupt nicht punkten. Die NASA kann interessant sein, allerdings sind die geologischen und biologischen Wunder, die im Buch erwähnt werden nur halb so spannend wie ein alter Geheimbund und alteuropäische Kunstwerke. Auch fallen die Puzzlesteine viel zu geschickt ins Bild, um jetzt ein so außergewöhnlich verstricktes Netz zu bilden, wie es in den Robert Langdon Büchern der Fall war.

Allerdings muss ich eingestehen, dass ein paar Stellen, die den Meteorit und die Scheibe mit dem Fossil betroffen haben, doch interessant genug waren und die erklärenden Dialoge der Figuren kurz gezeigt haben, was eigentlich alles möglich gewesen wäre.

Ansonsten bleibt ein klischeebeladener Ami-Thriller, der die großen Mächte Poker spielen lässt und sie höchst irrationale Dinge in höchst irrationalen Situationen machen lässt. Lieber die Langdon-Bücher.


Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe
Sakrileg - The Da Vinci Code: Illustrierte Ausgabe
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die illustrierte Ausgabe -- ein hochwertiges Sammlerstück, 19. November 2009
Gleich vorweg, in dieser Rezension werde ich sowohl die illustrierten Ausgaben von Illuminati und Sakrileg behandeln, da ich hauptsächlich auf die Verarbeitung eingehen werde und mich über den Inhalt bereits in Rezensionen zu den Taschenbuchausgaben ausgelassen habe. Doch kurz noch einmal zum Überblick: Illuminati ist ein spannend gestrickter Mystery-Thriller, der vor allem von der Schnitzeljagd durch Rom und den genauen Beschreibungen der Kunstwerke lebt, allerdings durch ein an den Haaren herbeigezogenes Ende ein wenig flau im Magen lag. Sakrileg hingegeben baut auf die gleichen Zutaten auf und wirkt viel rundgeschliffener und ausgebrüteter, ersetzt Rom durch Paris und Bernini durch Leonardo Da Vinci. Für beide gilt: Es gehört schon einiges dazu, verschiedene Puzzleteile wie mysteriöse Geheimbünden, antike Kunstwerken und aktuelle Ereignissen so gelungen in ein stimmiges Gesamtbild zu verschmelzen. Leider flachen die holzschnittartigen Charaktere und der nicht ganz so runde Schreibstil am Ende das Gesamturteil dann doch etwas ab.

Diese kleinen Mängel kümmern allerdings nicht mehr, wenn man dafür die großen, schweren und unglaublich liebevoll gestalteten Folianten auf seinem Schoß liegen hat. Wunderschöne Fotografien auf Hochglanzpapier zeigen beinah jeden Gegenstand, der im Roman vorkommt. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf die für die Handlung wichtigen Kunstwerke, man zeigt sogar die nur am Rande erwähnten Objekte. Außerdem bekommen die Künstler, Wissenschaftler und politischen Personen durch abgedruckte Porträts auch ein Gesicht. Zwar finde ich die meisten Objekte gut und detailliert im Buch beschrieben, allerdings ist doch etwas ganz anderes, wenn man die Dinge dann direkt vor Augen hat, und auch nicht erst irgendwelche Suchmaschinen dafür bemühen muss.

Auch hebt sich der Textsatz des Buches von den gewöhnlichen Ausgaben ab und ist viel freier und klarer, und passt optisch sehr gut zu den zahlreichen Bildern. Wenn "Illuminati" bzw. "Sakrileg" nicht ein Synonym für Thriller geworden wären, könnte man fast glauben ein Geschichtsbuch in den Händen zu halten.

So muss ich sagen, dass diese Bände den Gesamteindruck, den ich von den Romanen habe um einiges aufwerten und ich jedem Dan Brown Fan es nur ans Herz legen kann, seine abgegriffenen Taschenbücher durch diese Sammlerstücke zu ersetzen. Machen sich gut im Regal, und noch besser aufgeschlagen auf dem Beistelltisch, das rote Lesebändchen demonstrativ zwischen die Seiten gelegt.


Illuminati: Illustrierte Ausgabe. Robert Langdon, Bd. 1
Illuminati: Illustrierte Ausgabe. Robert Langdon, Bd. 1
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochwertiges und gelungenes Sammlerstück, 19. November 2009
Gleich vorweg, in dieser Rezension werde ich sowohl die illustrierten Ausgaben von Illuminati und Sakrileg behandeln, da ich hauptsächlich auf die Verarbeitung eingehen werde und mich über den Inhalt bereits in Rezensionen zu den Taschenbuchausgaben ausgelassen habe. Doch kurz noch einmal zum Überblick: Illuminati ist ein spannend gestrickter Mystery-Thriller, der vor allem von der Schnitzeljagd durch Rom und den genauen Beschreibungen der Kunstwerke lebt, allerdings durch ein an den Haaren herbeigezogenes Ende ein wenig flau im Magen lag. Sakrileg hingegeben baut auf die gleichen Zutaten auf und wirkt viel rundgeschliffener und ausgebrüteter, ersetzt Rom durch Paris und Bernini durch Leonardo Da Vinci. Für beide gilt: Es gehört schon einiges dazu, verschiedene Puzzleteile wie mysteriöse Geheimbünden, antike Kunstwerken und aktuelle Ereignissen so gelungen in ein stimmiges Gesamtbild zu verschmelzen. Leider flachen die holzschnittartigen Charaktere und der nicht ganz so runde Schreibstil am Ende das Gesamturteil dann doch etwas ab.

Diese kleinen Mängel kümmern allerdings nicht mehr, wenn man dafür die großen, schweren und unglaublich liebevoll gestalteten Folianten auf seinem Schoß liegen hat. Wunderschöne Fotografien auf Hochglanzpapier zeigen beinah jeden Gegenstand, der im Roman vorkommt. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf die für die Handlung wichtigen Kunstwerke, man zeigt sogar die nur am Rande erwähnten Objekte. Außerdem bekommen die Künstler, Wissenschaftler und politischen Personen durch abgedruckte Porträts auch ein Gesicht. Zwar finde ich die meisten Objekte gut und detailliert im Buch beschrieben, allerdings ist doch etwas ganz anderes, wenn man die Dinge dann direkt vor Augen hat, und auch nicht erst irgendwelche Suchmaschinen dafür bemühen muss.

Auch hebt sich der Textsatz des Buches von den gewöhnlichen Ausgaben ab und ist viel freier und klarer, und passt optisch sehr gut zu den zahlreichen Bildern. Wenn "Illuminati" bzw. "Sakrileg" nicht ein Synonym für Thriller geworden wären, könnte man fast glauben ein Geschichtsbuch in den Händen zu halten.

So muss ich sagen, dass diese Bände den Gesamteindruck, den ich von den Romanen habe um einiges aufwerten und ich jedem Dan Brown Fan es nur ans Herz legen kann, seine abgegriffenen Taschenbücher durch diese Sammlerstücke zu ersetzen. Machen sich gut im Regal, und noch besser aufgeschlagen auf dem Beistelltisch, das rote Lesebändchen demonstrativ zwischen die Seiten gelegt.


Das verlorene Symbol: Thriller
Das verlorene Symbol: Thriller
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bewährtes Konzept bringt gelungenen Rate-Thriller, 19. November 2009
Dan Browns Haus- und Hofsymbologe Robert Langdon wird von seinem alten Mentor und Kollegen Peter Solomon nach Washington eingeladen, um einen Vortrag über die Freimaurer im Kapitol zu halten. Dort angekommen findet er weder Mentor, noch Publikum vor, stattdessen aber eine übel zugerichtete Hand, Peters Hand, die als erster Hinweis auf eine große und zeitkritische Schnitzeljagd dient. Eine Schnitzeljagd, in der Robert Langdon das Geheimnis der Freimauer lüften soll und die einzige Möglichkeit, seinen entführten Freund vor den Fängen des Wahnsinnigen zu retten.

Auch im neuen "Dan Brown" (schon bemerkt, dass das Buch kaum beim Namen genannt wird?) kocht der Autor mit den bewährten Zutaten: Eine alte, mysteriöse Geheimorganisation, Mythen und Legenden, alte Kunstwerke mit versteckten Botschaften, Rätsel und ein treibender, spannender Plot, der auf einen unglaublich kurzen Zeitraum ausgelegt ist und Protagonisten schweißgebadet durch alte, ehrfürchtige Gänge jagt. Dann noch eine Prise moderne Technik und schulmeisternde Erläuterungen, fertig ist der neue Robert Langdon Roman.

Es funktioniert tatsächlich so einfach. Das verlorene Symbol ist aus dem gleichen Holz geschnitzt, wie die anderen Dan Brown Romane, und wer damals schon seine Freude an Robert Langdon hatte, wird sie wieder haben. Deshalb gilt auch für den "Neuen", dass die Beschreibung und Entschlüsselung alter Kunstwerke und das ständige Nachschlagen bei Google und Konsorten den großen Reiz ausmachen und für etliche Lesestunden fesseln werden. Dafür braucht man sicher auch einiges an Zeit für Recherche, denn wieder jedes Puzzleteil und wahre Begebenheiten durch Fiktion so schlüssig zusammenzubringen, ist schon eine Kunst für sich.

Dennoch gibt es den einen oder anderen Wehrmutstropfen: Zum einen wirkt Dan Brown ziemlich schulmeisternd, während in den vorigen Bänden noch die Charaktere ausschließlich über Wissenschaft und Kunst diskutierten, mischt sich nun der Erzähler heftig mit Zusatzinfos ein. Vielleicht eine Spur zu viel und sehr sachbuchartig. Auch hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, nicht meinen schlecht-gealterten-Indiana Jones in Robert Langdon zu sehen, sondern Tom Hanks. Während nämlich ziemlich viele Rückblenden und vorangegangene Ereignisse den Solomon Clan unglaublich gelungen beschreiben, bleibt der eigentliche Protagonist so blass wie ein Stück Weißbrot. Allein die Klaustrophobie und die Micky Maus Uhr werden in einem Absatz erwähnt, danach hat man den Film-Langdon vor Augen und will ihn auch nicht mehr loswerden. Auch muss ich sagen, dass in Illuminati und Sakrileg die Kunstobjekte besser beschreiben waren und ich mir schneller ein Bild davon machen konnte, beim "Symbol" musste ich schon das eine oder andere Mal die Suchmaschinen bemühen.

Wer sich daran nicht stört, findet wieder beste, brown'sche Unterhaltung und kann sich auf ein symbollastiges und rätselhaftes Wochenende freuen. Skeptikern rate ich allerdings dazu, die Taschenbuchausgabe abzuwarten. Und all jenen, die Google nicht bemühen wollen, sollten auf eine illustrierte Ausgabe hoffen!


Sakrileg - The Da Vinci Code (Robert Langdon 2)
Sakrileg - The Da Vinci Code (Robert Langdon 2)
von Dan Brown
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Illuminati, zweiter Versuch, 19. Oktober 2009
Der klaustrophobische Symbologe Robert Langdon und eine nahestehende Verwandte eines blutrünstig niedergestreckten Mordopfers jagen durch eine europäische Weltmetropole und entschlüsseln die Geheimnisse, die sich hinter jahrhundertealten Kunstwerken befinden. Dabei sind sie nicht nur auf den Spuren alter Geheimbünde sondern lösen auch gleichzeitig eines der großen Rätsel der Menschheit.

Klingt sehr nach "Illuminati" von Dan Brown, ist aber "Sakrileg" bzw. "Der Da Vinci Code", nun, auch von Dan Brown. Tatsächlich weist der Plot bzw. der rote Faden in Dan Browns Bestseller nicht nur eine unglaubliche Ähnlichkeit mit dem Vorgängerroman auf, über weite Strecken läuft die Geschichte haargenau gleich ab. Und noch dazu nicht einmal herausragend geschrieben.

Doch auch wenn Dan Brown keine Kreativitätsbonus in Sachen Schreibstil und Handlung bekommt, so muss man auf jeden Fall zugestehen, dass die Schnitzeljagd durch Paris und das Puzzlespiel mit Da Vincis Gemälden unglaublich gelungen ist. Oft hätte ich mir gewünscht, dass neben den gelungenen Gemäldebeschreibungen auch Fotos ebenjener abgedruckt wären (was Bastei Lübbe in einer Edition sogar gemacht hat), damit man direkt Bilder und Beschreibung vergleichen kann, und eventuell selbst diverse Eigenschaften errät. Darin liegt die größte Stärke des Buches: Wie Dan Brown es schafft, bekannte und beliebte Kunstwerke so zu entschlüsseln, dass im Gesamtbild sich alles wie ein Stein in einem großen Puzzlespiel einfügt, ist brillant. Dazu noch ein paar Legenden und Mythen als Fakten eingestreut, und schon hat man Mysterien konstruiert.

Man merkt zwar, wie Dan Brown mit einem spielt und welche Bären er einem aufbindet, aber das macht unglaublich viel Spaß und ist total fesselnd. So kann man auch über die eine oder andere schriftstellerische Schwäche hinweg sehen.

Wer große, literarische Kunst sucht, ist hier eindeutig fehl am Platz. Wer aber einen spannenden Mystery-Thriller mit Rätsel- und Knobelpotential schätzt, hat mit Sakrileg seine hellste Freude. Noch dazu hat Dan Brown aus seinen Fehlern gelernt und das haarsträubende Ende des Vorgängers viel runder gemacht. "Illuminati" rundgeschliffen, sozusagen.


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