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Rezensionen verfasst von
ha.klingler

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Scharia - der missverstandene Gott: Der Weg zu einer modernen islamischen Ethik
Scharia - der missverstandene Gott: Der Weg zu einer modernen islamischen Ethik
von Mouhanad Khorchide
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scharia- der Weg zur Quelle (=Gott), 30. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Buch das zeigt, wie wichtig es ist, islamische Theologie universitär zu verorten. Glaube und Vernunft dürfen einander nicht ausschließen und der Autor des Buches bemüht sich, diesem Anspruch nachzukommen. Das Buch ist für Nichtmuslime insofern interessant, als es ein anderes Verständnis der Scharia vermittelt, als das medial vermittelte und lässt einen Christen staunen über die vielen möglichen Parallelen zwischen Islam und Christentum. Für Muslime wird sich wohl die Frage stellen, welches Verständnis von Scharia als Weg zu Gott das dominierende ist und welche Deutehoheit Khorchide innerislamisch genießt (ihm den rechten Glauben absprechen zu wollen, hat er schon nach seinem Buch "Islam ist Barmherzigkeit" erfahren, wie er selber im hier besprochenen Buch einräumt). Damit spitzt sich das Problem auf folgende Frage zu: Wer versteht Gott wirklich? Khorchide? Seine Kritiker? Sein Buch macht jedenfalls Mut, den Weg zu einer modernen islamischen Ethik gedanklich mitzugehen.


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Wird angeboten von MegaSaleStore

5.0 von 5 Sternen Pures Telefonieren, 30. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer nur telefonieren möchte ohne Schnickschnack, ist hier genau richtig. Einfach zu bedienen und der Akku hält tatsächlich so lange, wie versprochen.


Autorität
Autorität
von Richard Sennett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sennetts Suche, 4. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Autorität (Taschenbuch)
Sennetts Buch tritt dafür ein, das elementare Bedürfnis nach "wirklichen" Autoritätsgestalten als eine dem Erwachsenen gemäße Haltung zu akzeptieren, denn sonst blieben die verschleierten Autoriätsgestalten unangefochten. Im Bruch dieses Tabus hörten die Manipulationen auf(16). Ganz allgemein versteht Sennet Autorität als einen Versuch, Machtverhältnisse zu interpretieren. In ihr wird eine feste, verbürgte, stetige Stärke gesucht (25). Autorität sei kein Ding, sie sei ein Interpretationsvorgang, der die Festigkeit eines Dinges anstrebe (25).
Im ersten Teil des Buches prüft Sennett die Bindungen an illegitime Autoriäten. Er stellt im ersten Kapitel dar, wie der Akt der Ablehung (Negation) strukturiert sein kann, dass man sich gerade durch die Ablehnung an die abgelehnte Person bindet. Drei Ablehnungsbindungen werden vorgestellt:
a)"ungehorsame Abhängigkeit"
b)vom vorhandenen Negativbild ein Positivbild herstellen ("idealisierte Ersetzung")
c)Phantasie über das Verschwinden von A ("phantasiertes Verschwinden")

Im zweiten und dritten Kapitel beschreibt er zwei solche Negationen, den Paternalismus als Autorität, die eine falsche Liebe verspricht, und dabei berechnend eigene Ziele verfolgt, sowie die Autonomie des "Fachmanns" als Autorität, die keinerlei Liebe, ja nicht einmal Interesse am anderen verspricht. Sie operiert mit Gleichgültigkeit gegenüber anderen und einem Sachverstand, der auf fremde Hilfe nicht angewiesen ist. Unterwerfung geschieht durch Beschämung des Unterlegenen. Paternalismus operiert mit Wohltätigkeit und Sorge, die als Preis die passive Untewerfung verlangt. Beide Formen bezeichnet Sennett als bösartig und auf illegitmen Formen der sozialen Kontrolle beruhend. Durch diese Formen werden die Menschen, diese Autoritäten negieren, in eine Falle der Ablehnungsbindung gelockt.
Im zweiten Teil des Buches unterscheidet Sennett zwei Welten (214): Privatsphäre und Öffentlichkeit. Zuerst wird gezeigt, wie Menschen solche oben genannte bösartigen Formen von Autorität, die Leid verursachen, in der Privatsphäre verändern. Mit Hegels Kampf um Anerkennung beschreibt er vier Etappen einer "Reise", die ein Knecht über einander ablösende Autoritätskrisen nehmen muss. Diese Krisen erneuern die Autorität und verändern das Wesen des Selbstbewusstseins.
a) Rückzug des Stoikers (nach innen gekehrte Freiheit)
b) Skeptizismus (nach außen; zwar immer noch gehorsam aber Zweifel an der eigenen Rolle und an der moralischen Überlegenheit des Herrn)
c) unglückliches Bewusstsein (skeptisches Bewusstsein wendet sich nach innen; Bewusstsein bildet sich, dass Herr und Knecht im Inneren eines jeden Menschen)
d) vernünftiges Bewusstsein (Bewusstsein, dass Herr und Knecht im Inneren eines jeden wendet sich nach außen und sieht es auch bei anderen)

Die Freiheit besteht nun darin, dass der Mensch auf seiner Reise erkennt, dass in jedem von uns ein Tyrann und ein Sklave hausen. Wenn Menschen das anerkennen, können sie hoffen, jemals mehr zu sein als Duellanten, weil sie erkennen, dass die Anerkennung des anderen, das eigene Selbst nicht schmälert (169). Sennett beschreibt einen Weg, wie Autoritätskrisen einen Menschen dazu bringen können, der Vorstellung von einer zufriedenstellenden, allmächtigen Autorität zu entsagen (172):
* Ablösung: Maske, Reinigung
* Reflexive Frage 1: Was war ich, als ich unter dem Einfluss der Autorität stand? (Opfer; Problem, dass man Komplize des eigenen Leidens wird (200) - Opferstilisierung, die die Autorität weiter stärkt)
* Reflexive Frage 2: Ist der Einfluss der Autoriät legitim? Ziel: Angstbindung brechen; Entmystifizierung der Autorität

Diese vier Etappen zu gehen vermag ein Mensch am ehesten in der Privatsphäre, weil er hier die Erfahrung von Wachstum, Verall, Heranreifen, Vergehen hat und starre Autoritätsbeziehungen immer wieder aufbrechen (214). In solchen Erfahrungen liegt nach Sennet die Chance zu lernen, diese Chance sieht er für das öffentliche Leben nicht (214).

Das fünfte Kapitel geht dann der Frage nach, welche Lehren man aus diesen privaten Erfahrungen für die Autorität in der öffentlichen Sphäre ziehen kann. (35). Er verweist dabei auf den Zusammenhang von Autorität und Zeit, dass Autorität kein Zustand sei, sondern ein Geschen in der Zeit, das dem Rhythmus der Geschichtlichkeit unterliege (217) und ergo wandelbar und begrenzt sei (218). Indem sich der Knecht dessen bewusst ist, verliert er die Angst vor der Allmacht und kann auf diese Weise anfangen, sich zu befreien (218). Zwei Forderungen an das System der öffentlichen Macht können wandelnde Autoritätskrisen auslösen: Die Gestalten, die über öffentliche Autorität verfügen, sollen "lesbar" und "sichtbar" sein. Les- und Sichtbarkeit der Autorität ermöglichen den Untergeordneten, sich ein Urteil bilden zu können (220). Die Befehlskette, die es ermöglicht, einen Willen von oben nach unten zu reproduzieren, gilt es zu unterbrechen. Am Beispiel des "En Abyme", das Spiegelungen bezeichnet, die die von ihnen gespiegelten Bilder verändern, nennt Sennett fünf Methoden, wie Befehlsketten unterbrochen werden können:
+ Verwendung des Aktivs
+ Diskussion über die Kategorisierung
+ Möglichkeit, eine Anweisung auf unterschiedliche Art zu befolgen
+ Rollentausch
+ direktes Verhandeln über die Obhut
Alle fünf Methoden, um Befehlsketten zu unterbrechen beruhen auf dem Recht und der Macht, Entscheidungen von oben durch Diskussionen zu revidieren (244).

Im letzten Kapitel kehrt Sennett wieder zu den Gedanken des ersten Kapitels zurück. Er stellt fest, dass Autorität in sich ein Akt der Phantasie sei (255). Sie sei kein Ding; sie sei die Suche nach Festigkeit und Sicherheit in der der Stärke anderer, die uns schließlich als Ding erscheine. Zwei Gefahren sind mit dieser Suche verbunden: Die Illusion zu glauben, die Suche könne jemals vollendet werden und sich niemals auf die Suche zu machen (255).


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