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Rezensionen verfasst von
Jürgen (Berlin)

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Drachenzähmen leicht gemacht 2 [Blu-ray]
Drachenzähmen leicht gemacht 2 [Blu-ray]
DVD ~ Dean Deblois
Preis: EUR 14,80

9 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ziemlich heftig, 27. Juli 2014
Das ist ein typischer zweiter Teil. Die wunderbare Geschichte, die der erste Teil erzählt, ist und bleibt einmalig. Aber es sind absolute Profis, die sowas heute machen. Absolut inspirierte Profis, möchte ich mal betonen. Auf jeden Fall wissen die, was sie bringen müssen, damit auch der zweite Teil ein Knaller wird. Und dabei ziehen sie alle Register. Alles, was das Medium, die Technik und das Genre hergibt ! Es gibt faszinierende neue Drachen, schönere, hässlichere und auch mächtigere. Und sie wissen, das es nicht ausreicht, sie einfach nur noch größer zu machen. Also werden sie mit geheimnisvollen Kräften ausgestattet. Und dann die Wikinger ! Erstmal werden die Kids aus dem ersten Teil entsprechend älter gemacht. Die Jungs bekommen Bartstoppeln und sogar Fischbein interessiert sich plötzlich für Mädchen. Astrid sieht richtig gut aus. Und ihre Kriegsbemalung steht ihr super. Dann gibt es eine neue, extrem starke Heldin. Und einen markanten Schurken. Und einen gefährlichen, mächtigen, leicht gestörten Oberschurken mit einer ganzen Armee und einer Flotte und Kriegsmaschinen und allem. Es kommt, wie es kommen muß, zu monumentalen Schlachten mit entsetzlichen Verlusten. An dieser Stelle muß gesagt werden, daß dieser Film nichts für die Kleinen ist ! Es mag ein paar gute Gags und running Gags geben. Aber ein lustiger Film ist das nicht. Eher ein trauriger. Manchmal auch ein poetischer und romantischer, und vor allem natürlich ein spannender. Es geht um Kontrolle und um Freiheit. Und um Verzeihen. Hier werden Gefühle visualisiert, die es im computeranimierten Film so noch nicht gegeben hat. In diesem Zusammenhang empfehle ich ganz entschieden: Sehen Sie sich diesen Film jetzt im Kino an, in 3D und auf der großen Leinwand. Und zwar nicht nur wegen den Landschaften und den Massenszenen. Ich fand auch die Nahaufnahmen unglaublich überzeugend. Darüber hinaus empfehle ich unbedingt das Artbook.


Die Legende vom Weihnachtsstern [Blu-ray]
Die Legende vom Weihnachtsstern [Blu-ray]
DVD ~ Vilde Zeiner
Preis: EUR 12,99

24 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen schön gemacht, aber die Geschichte überzeugt nicht, 15. Juli 2014
Dieser Film ist wirklich wunderschön gemacht, inspiriert bis ins letzte Detail. Aber er leidet doch sehr darunter, das die Geschichte ziemlich absurd ist. Also mal angenommen, ich wäre ein König. Und ich würde ein minderjähriges Mädchen auf eine solche Mission schicken. Angenommen, es gäbe einen Grund, sowas zu tun. Zum Beispiel, weil sie in den Wäldern aufgewachsen ist und da jeden Baum kennt. Astrid Lindgrens Räubertochter würde man doch auch irgendwie auf jede Mission schicken. Aber Sonja hat über zehn Jahre ihres Lebens eingesperrt in einer Räuberhütte verbracht, mit Böden schrubben und dem Putzen von geklautem Silberbesteck. Da fragt man sich, wie diese Aschenbrödelkarriere sie für ein Outdoorabenteuer im winterlichen Norwegen qualifiziert. Aber schon zieht sie los: Ohne Plan und ohne Ziel, ohne Kompaß, ohne Karte, ohne Notration und ohne Kommunikationseinrichtung. Immerhin stattet man sie mit einem hübschen blauen Umhang aus, der so wunderbar garnicht zu ihrer sonstigen abgetragenen Kleidung paßt. Genial gemacht, solche Details in diesem Film. Aber leider eben auch nur die Details. Es gibt zu viele Ungereimtheiten an zu zentralen Stellen. Daß die gute Sonja ganz schön fit ist für jemand, der seine ganze Jugend im Haus verbracht hat, ist ja nur der Anfang. So ist mir auch entgangen, warum sie immer noch dieses Schmuckstück hat, das diese Räuberfrau ihr doch bestimmt abgenommen hätte. Dann fragt man sich, warum die Hexe die Verfolgung des Mädchens nicht selber übernimmt, anstatt einen Trottel mit Höhenangst auf den Besen zu setzten, den garantiert keiner in der Quidditch-Mannschaft haben will. Und warum sie das Mädchen an einen Baum gefesselt zum Erfrieren im Wald zurückläßt, anstatt es sicherheitshalber gleich abzumurksen. Und der Weihnachtsmann: Wenn er so mächtig und weise ist, warum hat der nicht schon längst dieses Weihnachtsstern-Problem auf die Reihe gebracht ? Auch die Zeitschiene kommt einem komisch vor. Das Ganze soll an einem einzigen Tag stattfinden, Reise zum Nordpol inclusive ? Auch auf dem Nordwind reitend ist das eine weite und kalte Reise. Und eine dunkle ! Daß zu Weihnachten am Nordpol Polarnacht herrscht, wird sowieso von allen Filmemachern in diesem Genre gerne ignoriert. Auf jeden Fall hat Sonja einen weiten Weg vor sich. Sie muß einen Bären aus dem Winterschlaf wecken. (Liebe Kinder in Kanada, Alaska etc.: versucht das nicht in den Wäldern hinterm Haus...) Dann auf den Nordwind springen ! Eine Situation, die bestimmt intensiver ist, wenn man sie in einem Buch liest. Es geht um Mut, aber vor allem um Vertrauen. Und es geht in dieser Geschichte auch immer und immer wieder um Glauben und um Gutsein. Wie gerne würde ich mal wieder eine Heldin sehen, die statt dessen ihre Stärke aus ihrem Wissen bezieht ! Und ich sehe auf jeden Fall viel lieber Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter. Da geht es nämlich um Wildheit und Freiheit. (Und um noch einiges mehr.)
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2014 7:15 PM CET


Sofia die Erste, Volume 2 - Sofia und die Meerjungfrauen
Sofia die Erste, Volume 2 - Sofia und die Meerjungfrauen
DVD ~ Ariel Winter
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen unglaublich gut gemacht, 22. Juni 2014
Wie so vieles von Disney ist auch diese Serie herausragend gut. Wie absolut professionell und gleichzeitig traumhaft inspiriert das alles ist, fängt schon bei den Details an. Dieses schwimmende Schloß zum Beispiel: Plump und leicht buglastig kommt es ins Bild gerauscht. Das Freibord ist niedrig, die Aufbauten bedenklich hoch und schwer. Auch Kinder in der altersmäßigen Zielgruppe erkennen sofort: Das ist kein wirklich seetüchtiges Wasserfahrzeug. Das wird im Laufe der Geschichte noch wichtig. Als ein Sturm droht, ist sofort klar, wie gefährlich der werden kann. Vorher tritt Sofias magisches Amulett in Tätigkeit und stattet sie mit einem meerjungfrauenmäßigen Fischschwanz aus, plus der Fähigkeit, unter Wasser zu atmen ! Dort im Meer entdeckt sie eine Welt, so faszinierend und fremd, daß ihr niemand glaubt, als sie Hilfe braucht. Und Hilfe kann sie wahrlich gut gebrauchen. Dafür, daß sie noch ein kleines Kind ist, bekommt sie es nämlich mit ziemlich heftigen Schurkinnen und Schurken zu tun. Eine abtrünnige Fee schließt die Feen aus Cinderella in eine Blase ein und will ein Zauberbuch stehlen. Ein Jahrmarktszauberer nimmt Kalle mit, weil er ein Kaninchen zum aus-dem-Hut-Zaubern braucht. Und der hinterhältige Hofzauberer Cedric sucht ein geeignetes Mittel für seine fiesen Pläne diesmal im Reich der Meermenschen. Dafür hat er sich in ein Seemonster verwandelt. Ein genialer Kunstgriff von Seiten des Drehbuchautors und der Storyboardzeichnerin. Denn so können sie eine direkte Konfrontation mit Sofia inszenieren, ohne daß die den Cedric erkennt. Weshalb der uns auch in weiteren Folgen erhalten bleibt. Eigentlich mag ich ihn. Er ist so ein Tolpatsch. Er kriegt nichts gebacken. Als Seemonster sieht er ziemlich lächerlich aus. (Und trotzdem gefährlich ! Genial gezeichnet auch das !) Zu den ganz großen Stärken dieser ganzen Serie gehört, daß die Akteure immer wieder was Neues lernen und sich weiterentwickeln. Ich wünsche mir, daß auch Cedric noch was dazulernen kann und eines Tages an Sofias Seite steht. Und ich würde mich nicht wundern, wenn das Disney-Team genau das am Ende mit ihm vorhat. Aber vorher darf er bitte noch eine Menge Unheil anrichten. Sofia wird schon mit ihm fertig ! Sie ist nicht nur mutig, sondern inzwischen auch ganz schön durchtrieben. Und sie findet auch diesmal neue sympathische Freunde, die ihr helfen. Meerjungfrau Arielle hat einen ungewohnt computeranimierten Gastauftritt. Und eine kleine Seejungfrau in Sofias Alter hat Glück, daß sie eine starke große Schwester hat. Auch wenn es manchmal nervt, daß die ständig auf einen aufpaßt. In einer anderen Folge muß der feige Streber aus ihrer Schulklasse über sich hinauswachsen. Es stellt sich auch heraus, daß auch ein kleiner, niedlicher feuerspeiender Drache ein mächtiger Verbündeter sein kann. Fliegende Pferde sind sehr beliebt in solchen Kinderserien. Sofia bekommt auch eins. Aber ihrs ist ein geflügeltes Brauereigaul-Fohlen, das noch an seinen Landungen feilen muß. Nicht nur dabei fällt auf, daß die ja nicht gerade wenigen magischen Elemente in Sofias Welt mit einer gewissen Ironie serviert werden. Auch das ist sicherlich Absicht. Denn was wirklich zählt ist die wirkliche Welt und das wirkliche Leben, Freundschaft und Hilfsbereitschaft und vielleicht auch ein klein Bißchen zu viel Anpassung.


TinkerBell und die Piratenfee [Blu-ray]
TinkerBell und die Piratenfee [Blu-ray]
DVD ~ Peggy Holmes
Preis: EUR 11,99

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Neue Wege, neue Schauplätze, und eine neue Fee, 13. Juni 2014
Die bisherigen viereinhalb Folgen von TinkerBell haben sich durch
etwas ausgezeichnet, das auch bei Filmen für diese Altersgruppe
eher selten ist. Nämlich: Konsequente Gewaltfreiheit ! Es gab keine
Schurken, keine Waffen und keine Kloppereien. Aber uns war auch
klar, daß das nicht ewig so weitergehen konnte. Da hat schließlich
schon James Matthew Barrie, der Autor des ursprünglichen
Theaterstücks von 1904, ihr eine schicksalhafte Begegnung mit
dem Piratenkapitän James Hook in die Rolle geschrieben. Und ver-
mutlich wird jeder Trickfilmfan Walt Disneys geniale Interpretation
des Stückes von 1953 im DVD-Regal haben. Nun also Piraten. Und
eines muß man dem Team der DisneyToon Studios auf jeden Fall
lassen: Sie können auch Piraten ! (So wie sie eigentlich alles aus
dem TinkerBell-Universum immer wieder überzeugend in Szene
setzen.) Die computergenerierten Piraten von heute sind jedenfalls
mindestens so schön wie die gezeichneten von 1953, eine wüste,
chaotische multikulturelle Truppe, und singen können sie so schön
wie Cinderella. Wirklich schräg, wie sie darstellen, wie sie die
Mona Lisa klauen wollen ! Für meinen Geschmack gibt es ein paar
zu viele selbstverliebte Zitate und Referenzen an den Klassiker.
Und zu viel Hin und Her mit einem kleinen Behältnis mit Feenglanz
und wer den gerade hat und ihn wieder abgenommen bekommt.
Aber vielleicht geht es ja auch gar nicht um Piraten, sondern um
Feen. Und um eine besonders neugierige Fee, die zuwenig
Antworten bekommt und diese nun heimlich selber zu ergründen
versucht. Weswegen sie natürlich sofort meine ganze Sympathie
hat. Aber das Zeug, um das es dabei geht, ist eben nicht nur
wunderbar und fantastisch, sondern auch hochwirksam und daher
nicht ganz ungefährlich. Es geht um Feenglanz, im O-Ton Pixiedust
genannt, und die Frage, ob man damit rumexperimentieren sollte.
Und natürlich geht es wieder um Freudschaft, um richtige und falsche
Freunde und darum, seine Fähigkeiten und seine Persönlichkeit ent-
wickeln zu können. Tinkerbell selber hat hier übrigens nur eine Neben-
rolle. Daran werden wir uns gewöhnen müssen. Im nächsten Tinker-
Bell- Film "The Neverbeast" werden wir Tierfee Fawn (Auf Deutsch
heißt sie irritierenderweise Emily) in der Hauptrolle sehen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2014 2:15 PM MEST


Igam Ogam - Folge 1, Ich will das!
Igam Ogam - Folge 1, Ich will das!
DVD ~ Stuart Bruce
Preis: EUR 13,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen was im Trickfilm alles möglich ist !, 10. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Igam Ogam - Folge 1, Ich will das! (DVD)
Igam Ogam ist ein kleines Mädchen, noch voll von kindlichem Wollen, und, weil sie
in der Steinzeit lebt, auch durch keine Form von Zivilisation darin gebremst. Sie ruft:
"Ich will das !". "Das ist die Sonne, die kannst Du nicht haben." sagt der weise T-Rex.
Aber Igam Ogam hört natürlich nicht auf ihn. Sie sucht sich einen gebogenen Stock,
zerrt damit die Sonne vom Himmel, kullert sie durchs Dorf und versteckt sie in ihrer
Höhlenmalereihöhle. Die verschließt sie mit einem dicken Stein. Alles meins. Punkt.
Das ist so wundervoll absurd, soweit weg von allen Naturgesetzen, so "toon", das
es wirklich eine Freude ist. Gleichzeitig ist es auf subtile Weise lehrreich, erinnert
irgendwie an alte Sesamstraße-Folgen. Denn, klar doch: Daß sie die Sonne vom
Himmel entfernt hat, hat dramatische Folgen auf das Klima ihrer kleinen Welt. Igam
Ogams kleine Welt ist so übersichtlich wie die von Saint-Exupérys kleinem Prinzen.
Bloß mit weniger langweiligen Rosen und mehr coolen Sauriern. Und sie ist auch
viel bunter. Es gibt bizarre Pflanzen, Vulkane und Geheimgänge. Um ihr Haus würden
die Flintstones sie beneiden. Sie hat auch ein paar eher mäßig lustige Tiere als
Freunde. (Aber keine anderen Menschen ! ) Manches macht doch sehr den Eindruck,
daß sich hier Erwachsene etwas ausgedacht haben, von dem sie glauben, daß Kinder
das unbedingt lustig finden. Und leider hat auch nur die erste Folge diese so genial
absurde Handlung. Abgedreht wird das alles in einer unglaublich einfachen
Stop Motion- Technik, die aber, vielleicht gerade deswegen, die primitive Steinzeit
perfekt in Szene setzt. Es gibt ein paar nette Details und witzige Ideen. Zum Beispiel
Igam Ogans Kuscheldecke: Die ist ein sprechendes Säbelzahntigerfell, das sich
ständig beklagt. Auf sowas muß man erstmal kommen ! Am Ende der ersten Folge
wird natürlich auch die Sonne wieder freigelassen. Igam Ogam rollt sie über Rand
der Klippe, und – plopp – hängt sie wieder da, wo sie hingehört, und alles wird gut.
Wenn das mal bloß in der wirklichen Welt auch so einfach wäre, mit unserem
Wollen und unserem Klima !


Die Pirateninsel von Black Mor
Die Pirateninsel von Black Mor
DVD ~ Richard Mithouard
Preis: EUR 9,64

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassische Abenteuergeschichte aus inspirierter Hand, 8. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Pirateninsel von Black Mor (DVD)
Das einzige Schlechte an diesem Film ist das DVD-Cover. So lieblos, wie es gestaltet ist, suggeriert
es eine extrem billige Machart. Und ja: Ausdrucksvolle animierte Mimik wird hier tatsächlich nicht
geboten. Aber die Mitglieder der chaotisch zusammengewürfelten Mannschaft werden prägnant
mit wenigen gekonnten Strichen charakterisiert. Landschaften, Küstenstädte und Boote sind noch
überzeugender und manchmal aus bemerkenswerten Perspektiven in Szene gesetzt. Da hat man
sich von den großen Künstlern inspirieren lassen. Henri Rivière wird im making of explizit genannt.
Und Henri Rousseau scheint den Zeichnern auch nicht unbekannt zu sein. Regisseur Jean-Francois
Laguionie ist in Frankreich längst berühmt, vor allem für die geradezu surrealistischen Qualitäten
seiner Filme. Das hier ist allerdings eine klassische Abenteuergeschichte. Und zwar wirklich mit
allem, was dazugehört. Das fängt an mit einer überzeugenden und spannenden Handlung voller
doch recht ungewöhnlichen Wendungen. Und es endet mit der Feststellung, daß kalte goldene
Schätze eben doch nicht das Wichtigste sind. Ansonsten sind die vier Sterne durchaus eine sehr
persönliche Einschätzung. Das sind nämlich meine Träume, die hier auf die Leinwand kommen:
Wilde Küsten, an denen ich mal gerne Urlaub machen würde. Schnittige Boote, die ich gerne mal
segeln würde. Reisen und Abenteuer und nicht zuletzt ein gewitztes Mädchen, das alle an der
Nase herumführt.


Küss den Frosch [Blu-ray]
Küss den Frosch [Blu-ray]
DVD ~ John Musker
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen starke Heldin mit zuviel Ehrgeiz, 25. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Küss den Frosch [Blu-ray] (Blu-ray)
Sofort denkt man an das Krokodil aus Peter Pan mit seinem Ticken und seinem
eigenen Thema in der Filmmusik. Bei "Küss den Frosch" hat das Disney-Team
sich auf das besonnen, was sie seit jeher immer gut gekonnt haben: Alligatoren
zeichnen, farbenprächtige Musikeinlagen inszenieren, liebevolle Details in Szene
setzten und ans Herz gehende Geschichten erzählen. Und es wird vom ersten bis
zum letzten Bild vor allem eines deutlich: Das Disney-Team hat ganz bestimmt
das Zeichnen nicht verlernt. Dazu kommt die absolut überzeugende Stilsicherheit.
Was auch immer in Szene gesetzt werden muß - Die Disney-Leute wissen, wie es
auszusehen hat: Die Wohnung des Voodoo-Mannes, die Gestalten des Schatten-
reiches, die reiche Tochter, die in ihrer niedlichen Affektiertheit die Stimmung der
Epoche intensiver reflektiert, als Jazz und Art Deco-Versatzstücke alleine es je
gekonnt hätten. (Auch sie ist auf ihre Art eine starke Frau.)

Und dann ist da noch Tiana ! Sogar als Frosch ist sie eine starke Frau. Aber die
Wildheit fehlt ihr irgendwie. Sie träumt nicht von der Freiheit, sondern vom Erfolg.
Dazu passt auch die in dieser Geschichte sehr dominante Moral: Dieses "Du mußt
nur fest daran glauben und hart daran arbeiten, dann kannst Du es schaffen", das
ist so amerikanisch und so eine Lüge, daß mir schlecht wird. Noch übler hat es
damals gewirkt, als der Film rauskam. Das war, so ich mich richtig erinnere, auf
dem Höhepunkt der Bankenkrise !

Dabei hätte die Moral auch heißen können: Beruflicher Ehrgeiz ist nicht alles !
Unheimlich stark die Szene, in der der Voodoomann ihr die Erfüllung ihrer Träume
suggeriert und sie ihm ein entscheidendes "Nein" serviert. Aber damit das in
Erinnerung bleibt, hätte am Ende kein Restaurant entstehen dürfen. Aber so
endet Tiana genau da, wo Schneewittchen angefangen hat: In der Küche !


Die Schneekönigin
Die Schneekönigin
DVD ~ Mit den Stimmen von: Jamie Blank
Preis: EUR 8,44

23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen sympathische Heldin, verbesserungswürdige Handlung, 9. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Schneekönigin (DVD)
Damit fängt er also an: Der Schneeköniginnen-Winter. Das ist jetzt der erste neue Film zu
diesem Thema. Am Ende wird er sich an Disneys "Frozen" (Die Eiskönigin) messen lassen
müssen. Hat diese russische Produktion dabei eine Chance, als etwas anderes wahrgenommen
zu werden als als billiger Trittbrettfahrer ? Auf den ersten Blick auf jeden Fall ! Die Zeichner
und Animateure haben ihr Handwerk verstanden und nicht nur eine durchgehend einwandfreie
Qualität abgeliefert, sondern auch phantastische eisige Landschaften und liebevoll detaillierte
Interieurs geschaffen und vor allem sympathische Charaktere zum Leben erweckt. Andersens
Räubertochter ist zur wilden Piratin mutiert, und ein chaotischer Troll sorgt für die Lacher. Und
die Heldin demonstriert Entschlossenheit und Mut. Das sieht alles richtig gut und überzeugend
aus. Warum also nur drei Sterne ? Was fehlt Wizart Animation, was Disney und Dreamworks
haben ? Die Problemzone heißt wie so oft bei solchen Filmen: Drehbuch ! Die Geschichte ist
nicht rund. Der Spannungsbogen baut sich nicht auf. Das Happy End ist zu dick aufgetragen.
Wenn man sich die Artbücher zu großen Trickfilmen seit "Beauty and the Beast" durchliest,
wird deutlich, wie lange dort auch an der Handlung gebastelt und immer wieder verändert und
optimiert wird, bis schließlich das geniale Werk vorliegt, das wir dann zu sehen bekommen.
Bei dieser Geschichte fehlt irgendwie auch die Glaubwürdigkeit. Womit haben wir es denn
hier zu tun ? Mit einem minderjährigen Mädchen, das sich in Richtung Polarregion aufmacht,
um die mächtigste Superschurkin ihres Zeitalters herauszufordern ! Bei H. C. Andersen wirkt
sie noch verzweifelt naiv. Aber hier kommt sie als wilde eine-Frau-Armee daher ! Sie marschiert
in den Eispalast der Schneekönigin ein, als hätte sie einen Kesselwagen voller Napalm dabei,
oder einen feuerspeienden Drachen an ihrer Seite, oder ultrahocherhitzende Superkräfte von
marvelschen Dimensionen. Dafür, daß sie in Wirklichkeit nur ein kleines Spiegelchen und ein
paar Sätze esoterisches Gefasel einer debilen Schamanin hat, kann sie allerdings ziemlich
grimmig dreinblicken. Dafür lieben wir sie natürlich. Und auch den hin- und hergerissenen Troll
muß man einfach mögen. Und das niedliche Wiesel ! Das kann auch ganz schön fies sein, wenn
es darauf ankommt. Mein Tipp in dieser Sache: Kaufen, ansehen, und hoffen, daß aus dieser
Richtung noch mehr kommt. Die Wizarts können noch besser werden. Ich ahne es.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 18, 2014 7:59 PM CET


Peter Pan - Die Original-DVD zur TV-Serie, Folge 1
Peter Pan - Die Original-DVD zur TV-Serie, Folge 1
DVD ~ J. M. Barrie
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen taugt das was ?, 29. Oktober 2013
Die Urheberrechte auf die ursprüngliche Geschichte sind längst abgelaufen, so daß sich in Sir James
Matthew Barrie’s Nimmerland heute jeder breit machen darf. Erst hat Disney es in Beschlag genommen
mit seiner genialen Interpretation plus zweitem Teil und "Jake & the Neverland Pirates" in Serie, derweil
die Insel in TinkerBells Abenteuern bisher nur als Ansteuerungspunkt vorkam. Unmöglich, hier aufzuzählen,
was es sonst noch so zu diesem Thema gab. Jetzt gibt es also diese Serie, hergestellt im Auftrag diverser
Staatsfernsehsender. Das ZDF ist auch dabei. Kann das was taugen ? Die Macher haben sich Mühe
gegeben. Es gibt mehr faszinierendere Landschaften, mehr geheimnisvolle Orte, es gibt sprechende
Bäume, gefährliche Wünsche und ein ausgewachsenes Sumpfmonster. Alles ist mit liebevoll gezeichneten
Details ausgestattet. Vor allem das Versteck und das Piratenschiff sind sehenswert. Ich persönlich mag
den Globus, der Nimmerland als Scheibenwelt darstellt. Warum gibt es die wirklich coolen Dinge nie
als Merchandising-Produkt ? Die ganze Geschichte ist in die Gegenwart verlegt worden. Smartphones
und Computer werden aber nicht mit nach Nimmerland genommen. Die Lost Boys haben Verstärkung
durch ein paar Mädchen bekommen und sind eine multikulturelle Truppe geworden, geradewegs aus den
Problemkiezen heutiger Großstädte zusammengesammelt. Auch Hooks Mannschaft ist ein bunter Haufen.
Zum Beispiel gibt es einen Wikinger, der aussieht wie aus einem 70’er-Jahre Barbarenfilm. Und einen
Voodozauberer, dessen Tränke schon mal nach hinten losgeghen. Auch die Indianer bekommen mehr
Profil. Tigerlilly muß allerdings auch hier mal wieder gerettet werden. Von den Jungs natürlich. Das ist
doch Kolonialzeit ! Am Ende kriegt Hook jedes Mal die Fresse voll. Und zwar so regelmäßig, daß man sich
bald ein Römerlager in Nimmerland wünscht, damit auch mal andere als Prügelknaben in Frage kommen.
Natürlich hat J. M. Barrys Welt genügend Potential für neue Abenteuer. Trotzdem frage ich, ob man
sich für eine solche Serie nicht mal eine neue Fantasiewelt ausdenken kann. Daß in jeder einzelnen
Folge erst mal von der Gegenwart nach Nimmerland gewechselt werden muß, nervt schon. Das Fliegen
mit Hilfe von Feenstaub macht die Sache nicht spannender. Für anständige Abenteuer sollte Laufen und
Segeln ausreichen. Das Nimmerland aus dieser Serie mit all seinen Buchten, Lagunnen und Korallenriffen
schreit ja geradezu nach dem Einsatz von Seekajaks, Auslegereinbäumen und vielleicht auch mal der
aus der Gegenwartswelt herangeschafften Kitesurfingausrüstung. Da sehe ich noch viel Potential. Aber
es gibt ja, zumindest im Fernsehen, noch mehr Folgen. Diese Besprechung bezieht sich auf die ersten
drei DVD’s mit insgesamt neun Folgen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2014 7:26 PM MEST


Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen
Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen
DVD ~ Hella von Sinnen
Preis: EUR 11,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen bemüht, 23. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen (DVD)
Natürlich macht das neugierig: Ein französischer Trickfilm, der im wilden Westen
spielt und gleichzeitig mit dezenten Fantasy-Elementen aufwarten kann. Und es
ist wirklich ein ziemlich exotischer Westen ! Die Applikation von Elementen des
europäischen Jugendstils auf eine Westernstadt ist schon etwas befremdend.
Passend dazu gibt es ein im Treibsand gestrandetes Piratenschiff. Ich persönlich
mag die surrealen Kakteenwälder. Man reitet auf Straußen und Geiern und auch
schon mal auf afrikanischen Kaffernbüffeln. Und alle Akteure haben Tierköpfe.
Die Typen in den Nebenrollen sind wirklich gut gezeichnet: Der Piratenkapitän
samt Mannschaft, die spielsüchtige Tante, der Schamane, die Dorftrottel ... Die
Hauptfiguren sehen zwar auch gut aus, aber die Drehbuchschreiber haben sich
dafür Spezies ausgesucht, die von Natur aus keine ausdrucksvolle Mimik haben,
und die Animateure mühen sich jetzt redlich, ihnen trotzdem eine zu zeichnen.
Wie überhaupt alle Bewegungen sehr bemüht wirken, und die Action manchmal
geradezu verschlafen. Aber das ist nicht der entscheidende Kritikpunkt. Viel
schlimmer ist, daß die Handlung nicht mitreißen kann. Und dann die hölzernen
Dialoge ! (Zumindest in der Synchronfassung. Der Originalton ist französisch. Und
irritierenderweise sind jedenfalls bei der DVD-Version die Untertitel dann nicht
abzuschalten !) Ich vermag auch keine Sympathie für die Hauptpersonen zu
entwickeln. Der Held ist nicht wirklich ein Gentlemen. Er ist nicht mal ein echtes
Greenhorn, dem die Heldin das Standesdünkel austreiben und die echte Westernart
beibringen kann. Die Heldin leidet darunter, daß sie verhuschtes Aschenbrödel und
wildes Cowgirl zugleich sein soll. Daß sie diejenige ist, die er auf der Party getroffen
hat, ist das einzige Geheimnis in diesem Film. Weswegen sich die Drehbuchschreiber
geradezu verzweifelt daran klammern. Man möchte ihr ständig zurufen, sie möge
ihm doch endlich sagen, wer sie wirklich ist. Echte Cowgirls bevorzugen den direkten
Weg und die klare Ansage ! Am Ende reisen sie ab, in Richtung Europa, und man
fragt sich unwillkürlich, ob die Enge eines europäischen Fürstenhofes der richtige
Ort für ein Cowgirl ist. Aber vielleicht ist sie ja doch nur ein als Cowgirl verkleidetes
Aschenbrödel und eine Beleidigung für alle echten Cowgirls.


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