Profil für Andre Arnold > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Andre Arnold
Top-Rezensenten Rang: 240
Hilfreiche Bewertungen: 3375

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern)
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Entführung aus dem Serail
Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Entführung aus dem Serail
DVD ~ Catherine Naglestad
Preis: EUR 32,74

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kolportage! Höchstens als Parodie ernst zu nehmen..., 19. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" von Wolfgang Amadeus Mozart ist dessen erste Oper, die er nahezu komplett nach seinem Gusto arrangieren konnte; denn auch das Libretto verfasste er - mit Unterstützung Johann Gottlieb Stephanies - selbst. Ursprünglich basiert dasselbe auf einem Operettenlibretto von Christoph Friedrich Bretzner, der mit Mozarts Umarbeitung alles andere als einverstanden war.
Die Handlung ist einer künstlerischen Strömung der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verpflichtet, nämlich der Sehnsucht nach dem Exotischen, namentlich dem Orientalischen. Selim Bassa hält sich einen Harem, dem er auch die schöne Konstanze hinzufügen möchte. Diese jedoch harrt zusammen mit ihrer englischen Zofe unbeugsam ihrer Befreiung durch den schönen Belmonte - und dessen tollpatschigem Diener Pedrillo. Während die Geschichte also nicht gerade substanzgeschwängert ist, darf sich der Hörer auf hervorragende Musik vom Meister aus Wien freuen.

Die vorliegende Inszenierung aus Stuttgart stammt aus dem Jahre 1998 und erfreut sich bester Ton- und Bildqualität. Das Bühnenbild ist durchweg schlicht gehalten, allerdings bisweilen mit Symbolen angereichert. Auch sonst wird man hier keine klassische Aufführung erleben, sondern eher eine, die sich der Unart des 'Verfälschens' bedient: So werden die Rollen der Konstanze, ihrer Zofe, des Belmonte, des Pedrillo und andere doppelt besetzt, so dass es keine Monologe mehr gibt. Zudem wird der Text an zahlreichen Stellen erweitert, kolportiert oder falsifiziert. Zu 'guter' Letzt wird auch noch die Dramaturgie in Mitleidenschaft gezogen. Offensichtlich fällt diese eigentlich durch und durch gelungene Oper einem widernatürlichen Streben nach 'Modernität' und 'Zeitgeist' zum Opfer. Niemand sagt etwas gegen moderne Aufführungen und verwegene Interpretationsansätze; doch hier wurde Schindluder getrieben!
Musikalisch und gesanglich kann jedoch wenig ausgesetzt werden: Der Chor und das Orchester der Stuttgarter Staatsoper unter der Leitung von Lothar Zagrosek liefern einen astreinen Vortrag voll perlender Nuancen, farbiger Facetten und gelungener Schattierungen. Dabei fehlt es niemals an glasklarer Transparenz und Linientreue - wenigstens hier. Auch die Solisten, allen voran Matthias Klink als Belmonte und Heinz Göhrig als Pedrillo, überzeugen voll und ganz durch ihre gesangliche und schauspielerische Leistung. Abzüge gibt es nur für Catherine Naglestad als Konstanze, indes deren Artikulation nicht eindeutig ist.

Fazit: Eine Parodie im wahrsten Sinne des Wortes: ein Gegengesang!


Mascagni, Pietro - Cavalleria Rusticana & Ruggero Leoncavallo - I Pagliacci
Mascagni, Pietro - Cavalleria Rusticana & Ruggero Leoncavallo - I Pagliacci
DVD ~ Plácido Domingo
Preis: EUR 17,68

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen La commedia è finita!, 22. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die vorliegende DVD enthält zwar zwei Opern; diese jedoch ähneln sich doch sehr stark: Es ist in beiden Fällen der ,gehörnte' Liebhaber, der an seinen Nebenbuhlern und/ oder seiner Geliebten Rache nimmt. Zudem spielen beide Opern im Italien an der Schwelle zum 20. Jahrhunderts. Außerdem sind beide Opern - leider - recht wenig bekannt: Zum einen Pietro Mascagnis (1863-1945) "Cavelleria rusticana", zum anderen - noch unbekannter - Ruggiero Leoncavallos (1857-1919) "Pagliacci".
Beide Opern bestechen durch ihre wortgewaltige Ausarbeitung und ihre einerseits eingängigen, andererseits mitreißenden Melodien. Vor allem die Rahmung der "Pagliacci" dürfte den geneigten Hörer überwältigen - ich selbst habe mir das Ende mehrmals angesehen...

Es sei erwähnt, dass die Einspielungen der beiden Werke nicht klassisch auf einer Bühne stattfanden, sondern von Franco Zeffirelli als Opernfilme konzipiert sind: Viele Aufnahmen wurden im (südlichen) Italien gemacht. Obschon beide Aufnahmen aus den frühen 80er Jahren stammen, kann man sich über die Bildqualität nicht beschweren; was allerdings die Tonqualität anbetrifft, so gerät die "Cavalleria rusticana" ins Hintertreffen.
Beide Opern werden vorgetragen von Orchestra e Coro del Teatro alla Scala unter der Federführung des Opern-Exegeten Georges Prêtre. Beschwingtes, spätromantisch-leidenschaftliches Spiel paart sich hier mit perfekt gesetzten Akzenten. Perlende Nuancen, die bei diesen Opern sehr wichtig sind, indes es sich um sehr ,schnellllebige' Stücke handelt, reihen sich an schattierte Facetten. Unterstützt werden die letzten durch das passende, melancholisch anmutende ,Bühnen'bild. Dabei geht nichts an Transparenz verloren.
Das Booklet verkündet, dass Plácido Domingo die Hauptrolle der beiden Filme einnehmen soll - eine Hommage sozusagen. Doch warum eigentlich? Schließlich darf man sich auf eine Vielzahl anderer hervorragender Akteure freuen - den Chor eingeschlossen. Freilich mögen die beiden Stücke Domingo Paraderollen geboten haben; doch auch - wirklich - alle anderen Sänger/ Schauspieler liefern authentische und - noch einmal: wirklich - hervorragend performative Voträge, so dass man beim Kauf dieser DVD eigentlich nichts falsch machen kann...


PUCCINI: Turandot (staged by Chen Kaige) - Zubin Mehta
PUCCINI: Turandot (staged by Chen Kaige) - Zubin Mehta
DVD ~ Maria Guleghina
Preis: EUR 35,79

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Widerspenstigen Zähmung, 29. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Turandot" mag nicht die beste Oper des italienischen Komponisten Giacomo Puccini (1858-1924) sein, sie ist jedenfalls seine populärste: Sie beherbergt einige seiner nachdrücklichsten und ergreifendsten Melodien - und damit sei nicht nur die wundervolle "Nessun dorma"-Arie gerühmt. Die Geschichte, die auf einem Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni beruht, handelt von der kalten chinesischen Prinzessin Turandot, die ihren Freiern jeweils drei Rätsel aufgibt. Vermögen diese nicht, sie zu lösen, werden sie enthauptet - und bis der in Liebe zur Prinzessin entbrannte Calaf in Peking erscheint, überlebt dieses 'Auswahlverfahren' niemand...

In der Rolle des Calaf erleben wir Marco Berti. Er singt zwar fehlerlos; auch ist sein Schauspiel authentisch. Dennoch gebricht es ihm an Natürlichkeit und Originalität. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den es an dieser im Jahre 2008 entstandenen, traditionell gehaltenen Aufführung zu beanstanden gibt. Auch Ton- und Bildqualität sind hervorragend.
Maria Guleghina mimt Turandot auf aparte Weise. Die Wandlung, die sie im Laufe des Stückes durchlebt, performiert sie ausnehmend. Auch alle anderen Solisten, besonders der wunderbare Alexander Tsymbaluk in der Rolle von Calafs Vater Timur, sowie der Cor de la Generalitat Valenciana beziehungsweise die Escolania de la Mare de Déu dels Desemparats überzeugen durchweg durch glasklaren, einfühlsamen Gesang.
Den instrumentalen Part übernimmt das Orquestra de la Communitat Valenciana unter der Leitung des unvergleichlichen Zubin Mehta. Derselbe liefert eine Glanzleistung: Er hält sein Orchester zu perlenden Nuancen und schattierten Facetten an - kurzum: Den Hörer erwartet ein entfesselter Vortrag, dem es auch an Transparenz und Differenziertheit niemals gebricht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 9, 2014 11:06 AM MEST


Wagner: Lohengrin / Bayreuther Festspiele [2 DVDs]
Wagner: Lohengrin / Bayreuther Festspiele [2 DVDs]
DVD ~ Georg Zeppenfeld
Preis: EUR 23,62

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rattig!, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der "Lohengrin" gilt als Richard Wagners romantischste Oper. In der Kunst wurde sie oftmals rezipiert als Gleichnis romantischer Todessehnsucht. In der Tat ist die Geschichte vom - zunächst - namenlosen Gralsritter Lohengrin, der die schöne Elsa von Brabant dadurch freit, dass er als ihr Retter gegenüber dem freventlichen Friedrich von Telramund und seiner doppelzüngigen, angeblich mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestatten Buhlin Ortrud auftritt, tief ergreifend ob ihrer Originalität. Aber auch die musikalische Gestaltung des gut dreieinhalbstündugen Epos' lässt keine Wünsche offen: Typisch Wagnerscher Pomp paart sich mit gediegen-intimen Momenten, so dass offenkundig wird, weswegen der "Lohengrin" bis heute zum Standardrepertoire jedes Opernhauses zählt - und wohl noch lange zählen wird.

Die vorliegende Inszenierung entstand als Live-Aufführung im Rahmen der Bayreuther Festspiele des Jahres 2011. Sie erfreut sich bester Ton- und Bildqualität. Das Konzept der Inszenierung lässt Spielraum für eigene Interpretationen: Warum der Chor größtenteils als Rattenvolk verkleidet auftritt, ist nicht ohne Weiteres verständlich. Welche Rolle den oft bizarr anmutenden Requisiten und Kostümen zukommt, ist mannigfach deutbar. Dennoch sind die vielen Buhrufe im Anschluss an die Aufführung nicht nachvollziehbar.
Eberhard Friedrich dirigiert brillant aufgelegte Bayreuther Musiker, die jede Nuance treffen. Sie verstehen es hervorragend, die vielen Facetten Wagnerscher Musik herauszuarbeiten. Besonderes Lob verdienen die schattigen Nuancen und der perlende Vortrag. Die Gefahr bei der Darbietung Wagnerscher Stücke, intransparent oder indifferent zu werden, umschiffen sie perfekt.
Auch der Chor und die Solisten verdienen höchstes Lob: Klaus Florian Vogt als Lohengrin brilliert durch Authentizität und Texttreue, während seine Partnerin Annette Dasch häufig zu weinerlich und wenig charaktervoll ihren Part als Elsa darstellt. Besondere Anerkennung verdienen die bärbeißigen Jukka Rasilainen (als Telramund) und Petra Lang (als Ortrud). Georg Zeppenfeld als König Heinrich überzeugt voll und ganz - genauso die die gesamte Einspielung!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2013 4:34 PM CET


Verdi: Aida
Verdi: Aida
DVD ~ Roberto Tagliavini
Preis: EUR 32,74

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe im Alter, 28. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Aida (DVD)
Die wohl bekannteste Oper des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi ist fraglos "Aida". Es handelt sich dabei um ein Auftragswerk des damaligen ägyptischen Machthabers und wurde sofort zum Gassenhauer. Verdi schaffte hier einige seiner eingänglichsten Melodien.
Das Stück handelt vom ägyptischen Heerführer Radames, der sich in die nubische Geisel Aida verliebt. Seine Loyalität gegenüber dem Pharao verlangt allerdings, dass er dessen Tochter Amneris zur Frau nähme. Als er sich dessen verweigert und zudem Verrat übt, wird er zum Tode verurteilt: Er soll lebendig begraben werden. Aida gesellt sich ihm jedoch im Grabe bei, vor lauter Liebe...

Die vorliegende Inszenierung stammt aus dem Jahre 2011 und erfreut sich folglich bester Ton- und Bildqualität. Das Bühnenbild ist monumental, aber dennoch schlicht gehalten. Für die Requisiten und Kostüme wurde auf eher klassische Vorbilder zurückgegriffen.
In den Hauptrollen erlebt der Hörer Hui He als Aida, die eine hervorragende Leistung abruft mit glasklarer Stimme und ergreifendem Gesang. Genauso wie Marco Berti als Radames befindet sie sich leider in einem Alter, das die dargestellte Liebesgeschichte unauthentisch wirken lässt. Soll Amneris alias Luciana d'Intino wirklich über 40 sein? Ich bezweifle es. Wie dem auch sei, liefern die beiden letztgenannten einen packenden, fehlerfreien Vortrag. Nicht zuletzt sollte der Maggio Musicale Fiorentino MaggioDanza gelobt werden.
Das eigentliche Highlight dieser Einspielung ist der brillante Orchestervortrag unter der Leitung des großen Zubin Mehta. Er untermalt jedwede Szene, jede Arie, jedes Rezitativ individuell und vor allem stets passend. Besonders die Ausgewogenheit und Transparenz des Klangkörpers muss betont werden. Das Florentiner Orchester wird zu Höchstleistungen angefacht. Zum beseelten Spiel gesellen sich perlende Facetten und bunt-schattierte Nuancen.

Fazit: Mit Ausnahme der Besetzungswahl eine großartige Einspielung, die rein musikalisch gesehen unter so vielen anderen hervorsticht.


Mozart, Wolfgang Amadeus - Idomeneo [2 DVDs]
Mozart, Wolfgang Amadeus - Idomeneo [2 DVDs]
DVD ~ Ramon Vargas
Preis: EUR 21,33

5.0 von 5 Sternen Ha vinto Amore..., 11. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von Wolfgang Amadeus Mozarts "sechs großen Opern" ist "Idomeneo" die früheste. Die Handlung der Oper, die auf das archaische Kreta versetzt ist, basiert auf einem Libretto von Giambattista Varesco. Idomeneo, der König von Kreta, kann nach einem Schiffsunglück nur dadurch gerettet werden, dass er dem Meeresgott einen Eid schwört: Der erste Mensch, den Idomeneo an Land treffen sollte, muss er Poseidon opfern. Unglücklicherweise ist dieser sein Sohn Idamante...
Musikalisch ist die Oper noch sehr stark barocken Traditionen verpflichtet: Die starke Betonung von Rezitativ-Arien, die großen Chorpartien sowie der häufige Einsatz des Cembalos legen davon Zeugnis ab. Ansonsten handelt es sich bei "Idomeneo" um `echten Mozart'.

Die vorliegende Inszenierung entstand im Rahmen des ehrgeizigen und verdienstvollen Projektes "Mozart 22" im Jahre 2006 und erfreut sich folglich hervorragender Bild- und Tonqualität. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten, überwiegend hell sowie schwarz-weiß. Farben dienen der Betonung. Die Requisiten und Kostüme bewegen sich zwischen klassisch und erotisch konnotiert.
Die Camerata Salzburg unter der Federführung Sir Roger Norringtons spielt wie entfesselt: Beseeltes Spiel und treffsichere Akzente sorgen für größte Spannung. Filigran-pittoresk in den innigen Momenten, kraftvoll-viril in den voluminösen zaubern sie eine wundervolle Atmosphäre, die stets transparent bleibt. Es fehlt natürlich auch nicht an perlenden Nuancen und facettierten Schatten.
Eine ebenso brillante Wahl sind die Solisten sowie der glasklar singende Salzburger Bachchor. In der Hauptrolle erleben wir den authentischen Ramón Vargas als tragischen Helden. Magdalena Kozená mimt in der Hosenrolle seinen Sohn Idamante in eindrucksvoller Manier. Jekaterina Siurina als Ilia ist für mich allerdings das Highlight dieser Aufführung: Sie beweist, dass sie nicht nur ergreifend singen, sondern auch tadellos schauspielern kann. Jeffrey Francis als allzu ernster Arbace rundet - neben einigen anderen - das rundum gelungene Programm ab.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2013 5:09 PM CET


Massenet, Jules - Werther [2 DVDs]
Massenet, Jules - Werther [2 DVDs]
DVD ~ Jonas Kaufmann
Preis: EUR 28,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Werther in klassisch-schlichtem Gewand, 10. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Massenet, Jules - Werther [2 DVDs] (DVD)
"Werther“ zählt neben "Manon“ und "Thaїs“ zu den drei großen Opern des französischen Tonsetzers Jules Massenet (1842-1912). Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts und basiert auf einem Libretto von Édouard Blau und anderen. Natürlich fußt die Geschichte auf Goethes berühmtem Briefroman "Die Leiden des jungen Werther“; doch wird dessen Inhalt aus dramaturgischen Gründen stark reduziert und modifiziert.
Massenets Umsetzung ist voller Finesse und Eleganz, entbehrt jedoch keineswegs romantischen Überschwangs und Sentimentalität. Gediegen trägt die Musik die Handlung; die Instrumente werden sehr differenziert und charakterisierend eingesetzt.

Die vorliegende Inszenierung stammt aus dem Jahre 2010 und erfreut sich folglich bester Bild- und bester (Decca-)Tonqualität. Das Bühnenbild wird zwar klassisch, aber äußerst schlicht gehalten: wenige Requisiten, wenig Licht, dafür zahlreiche Abstufungen. Auch die Kostüme der Akteure zeichnen sich durch diese Attitüden aus.
Den Werther spielt der Deutsche Jonas Kaufmann, inbrünstig, verzweifelt, authentisch, für meinen Geschmack jedoch mit etwas zu wenig Mimik. An seiner Seite steht Sophie Koch als Charlotte, deren gesangliche Leistung ans Innerste rührt. Ludovic Tézier mimt Sophies Gatten Albert auf hervorragende Art und Weise. Zu kritisieren ist die Auswahl der Solisten lediglich in der Hinsicht, dass keiner derselben auch nur annähernd so jung ist, wie es Massenet vorschreibt, was vor allem bei der Person der Charlotte zu unfreiwilliger Komik führt. Auch die anderen Solisten, das Maîtrise des Hauts-de-Seine sowie der Chœur d’enfants de l’Opéra national de Paris brillieren stimmlich.
Weiterhin zu loben gilt es das Orchestre de l’Opéra national de Paris unter der Federführung Michel Plassons, der dafür bekannt, ein Experte für französische klassische Musik zu sein. Er scheint einen ganz eigenen Nexus zur Musik seiner Landsleute zu haben, der es ihm erlaubt, die tiefsten Winkel auszuleuchten, differenzierte Nuancen ausfindig zu machen und sich mit seinen Vorgängern im Geiste zu verbrüdern. Leider kann das Orchester diesen Ausführungen nicht immer folgen. An zahlreichen Stellen verwischt die Transparenz, und es entsteht ein Ton-Einerlei. Doch im Großen und Ganzen liefern die Akteure einen perlenden, farbig-schattierten und melodisch einwandfreien Vortrag.

Fazit: Aufführung eines Klassikern mit leichten Mängeln bezüglich Orchestervortrag und Solistenwahl. Trotzdem mehr als hörens- und sehenswert, schon alleine wegen der traumhaften Musik!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 11, 2013 8:31 AM CET


Händel, Georg Friedrich - Giulio Cesare [2 DVDs]
Händel, Georg Friedrich - Giulio Cesare [2 DVDs]
DVD ~ Natalie Dessay
Preis: EUR 22,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Museumsstück, 6. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie viele andere Opern des deutsch-englischen Tonsetzers Georg Friedrich Händel zählt auch "Giulio Cesare“ zu den regelmäßig zur Aufführung gebrachten. 1724 uraufgeführt enthält das dreieinhalbstündige Stück einige der schönsten Melodien Händels, der eine ausgewogene Melange zwischen Orchesterschwall und kammermusikalischer Schlichtheit, zwischen Chorpartien und intimen Arien schafft.
Erzählt ist die Geschichte, die auf einem Libretto von Nicola Francesco Haym beruht, recht schnell: Sie handelt – natürlich – von der Liebesbeziehung zwischen Caesar und Cleopatra, beleuchtet allerdings auch das gestörte geschwisterliche Verhältnis zwischen letzterer und ihrem königlichen Bruder Tolomeo. Besondere Betonung erfahren Cornelia und Sesto, die Hinterbliebenen des von Caesars Häschern ermordeten Pompeius, welche beide vor Trauer und Rachegelüsten vergehen.

Die vorliegende Inszenierung stammt aus dem Jahr 2011 und erfreut sich folglich hervorragednder Bild- und Tonqualität. Der Opernfreund darf sich auf eine rundum gelungene, innovative Aufführung freuen: Gespielt wird zwar in antikisierenden Kostümen; doch die Szenerie spielt sich in einem modernen Museum ab, so dass die Requisiten von "Museumsangestellten“ auf- und abgebaut werden. Die Bühnenatmosphäre ist also voll von Verklärung, Unwirklichkeit und – das muss auch mal gesagt werden – knisternder Erotik.
Das Concert d’Astrée unter der Leitung der Cembalistin Emmanuelle Haїm ist hervorragend: dezent untermalend in den handlungsbetonten Episoden, aufbrausend voll in den musikbetonten. Die Akteure zaubern himmlische Nuancen mit farbig-schattierten Facetten. Haїm scheut sich durchaus nicht, individuelle Akzente zu setzen, vergisst dabei jedoch nie, den Vortrag transparent und organisch atmend zu halten.
Der Chœur de l’Opéra de Paris ist ergreifend, spielt jedoch im Vergleich zu den herausragenden Akteuren eine eher untergeordnete Rolle. Christophe Dumaux als burschikoser Tolomeo besticht durch seine Kantigkeit, Lawrence Zazzo als Cesare durch seine Tölpelhaftigkeit. Beeindruckt wird der Rezipient zudem durch die innige Varduhi Abrahamyan als Pompeius’ Witte Cornelia sowie deren Sohn Sesto, gemimt durch die authentische Isabel Leonard. Die Glanzrolle hat sicherlich Natalie Dessay inne als Cleopatra. Was die Charakterdarstellung betrifft, hätte man wohl kaum eine bessere Wahl treffen können. Doch andererseits sollte beachtet werden, dass die Texttreue unter dieser Besetzung leidet, indes Dessay eben nicht mehr die jüngste ist, die historische Cleopatra Caesar jedoch als blutjunge Schönheit (?) gegenüber getreten ist. Der Caesar dieser Aufführung scheint mir gar jünger als Cleopatra zu sein…
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2013 10:38 PM CET


Ravensburger 16608 - Gelini: Küche, Kochen, Leidenschaft - 2000 Teile Puzzle
Ravensburger 16608 - Gelini: Küche, Kochen, Leidenschaft - 2000 Teile Puzzle
Wird angeboten von Geh-spielen
Preis: EUR 17,59

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelini-Puzzle für Groß und Klein, 14. Dezember 2012
= Haltbarkeit:5.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:3.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die herzallerliebendsten, knuffigen Gelinis erfreuen eines jeden Herz. Das vorliegende Puzzle macht also schon alleine aufgrund des tollen Motivs Spaß. Für 2000 Teile ist es nicht sonderlich schwierig und lässt sich auch von Anfängern gut meistern. Die Druckqualität ist gut, allerdings teilweise verschwommen.
Wer 100%ige Passgenauigkeit erwartet, wird von Ravensburger auch diesmal nicht enttäuscht. Die hervorragende Stanzung und die sorgfältige Verpackung gewährleisten beste Qualität.


Smetana, Friedrich - Die verkaufte Braut
Smetana, Friedrich - Die verkaufte Braut
DVD ~ Lucia Popp
Preis: EUR 20,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz einwandfrei, 7. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vom umfangreichen Oeuvre des tschechischen Komponisten Bedøich Smetana (1824-1884) haben sich nur wenige Werke ihren festen Platz im internationalen Klassikzirkus erhalten können. Unter denselben rangiert auch die Oper "Die verkaufte Braut".
Smetana schrieb für dieses Stück, das original auf Tschechisch vorzutragen war, allerdings einer deutschen Überarbeitung aus eigener Hand oblag - indes Smetana zeitlebens besser Deutsch als Tschechisch sprach - einige seiner schönsten Tänze und Arien. Die Handlung, basierend auf einem Libretto von Karel Sabina - deutsche Übertragung von Max Kalbeck - ist schnell erzählt: Zahlreiche Ränkespiele, die auch die oft verwerfliche Macht des Geldes offenlegen, führen die füreinander bestimmten Marie und Hans letztlich zusammen. Zwischendurch erfreut Smetana uns mit kurios-grotesken Zirkusszenen.

Die vorliegende Inszenierung stammt aus dem Jahre 1982. Sie erfreut sich trotz ihres recht hohen Alters sehr guter Bild- und hervorragender Tonqualität. Den Zuschauer erwartet ein recht konservatives Bühnenbild mit authentischen Requisiten.
Das Orchester der Wiener Staatsoper unter der Federführung von Adam Fischer leistet Gewaltiges. Im großen Ensemble gewinnen sie der Oper etwas Feines, Pittoreskes ab, das sich perlend an den Bombast reiht. Schattierte Nuancen und treffsichere Akzentuierungen verleihen dem Ganzen die nötige Würze. Dabei bleibt der Vortrag stetweg transparent und hundertprozentig differenziert.
Gesanglich herausragend gebart sich Lucia Popp als burschikose Marie, deren Leistung mit Worten gerecht zu werden hier nicht anstehen kann. Begleitet wird sie vom brillierenden Chor der Wiener Staatsoper, Heinz Zednik als täppischem Wenzel und anderen. Buh-Rufe kassierten dagegen Karl Ridderbusch als Kezal sowohl, als auch der Wagner-Exeget Siegfried Jerusalem, Hans mimend; ganz zu Unrecht gewisslich nicht, indes die beiden bisweilen deutliche stimmliche Probleme haben.
Der größte Kritikpunkt ist jedoch die Tatsache, dass die Regie zwei blutjunge Liebende von zwei - pardon - alten Säcken mimen lässt. Das ist durchaus bizarr, denn so wirkt beispielsweise Marie älter als ihre Mutter. Auf das ohnehin angestaubte Bühnenbild legt sich somit ein schmoddriger Film...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 22, 2013 6:15 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20