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Amazon Customer

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Wingman
Wingman
Preis: EUR 4,16

2.0 von 5 Sternen Top Gun als Buch, aber nicht ganz so intelligent, 9. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Wingman (Kindle Edition)
Zuerst eine Anmerkung, warum ich eine Rezension über ein Buch schreibe, das vor fast 30 Jahren erschienen ist und zum letzten mal auf amazon.de vor bald 15 Jahren rezensiert wurde. Das Buch wurde vor einem Jahr als EBook veröffentlicht, so dass ich hier eine Warnung anbringen möchte.

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer HumbleBundle-Aktion erstanden. Die Handlung ist recht schnell erklärt. Der böse Russe hat hinterhätligerweise den dritten Weltkrig gewonnen und die Zerstörung der US-amerikanschen Luftwaffe befohlen. Natürlich bleiben ein paar Flugzeuge unzerstört, so dass sich ein Mad Max Szenario - nur eben mit Flugzeugen - entwickelt. Piloten sind das Zentrum der Welt, die noch dazu so kischeehaft aufgebaut ist, wie man sich das bei einem Schmöker, der ein Jahr nach dem Film Top Gun und zwei Jahre vor dem Mauerfall entstand, vorstellen kann - nur erheblich dämlicher. Man ernährt sich von Burbon, legt nebenbei die immer willigen Frauen um einen herum flach (die - wenn's drängt - auch schon mal im 1000er-Pack mit einer Flotte 747 eingeflogen werden) um im Anschluss mal schnell ein paar Runden mit einem - bis ins Detail erklärten - Kampfjet zu drehen und dabei dümmlich durch die Gegend wandelnde Gegner (mit Russen paktierende Piraten, mit Russen paktierende Demokra... Verrätern, mit Russen pakierende Mafiosi, aber auch Russen) auf Korn zu nehmen.

Dabei wird nichts ausgelassen. Es fallen Sätze wie "ich liebe dich, aber ich liebe auch mein Land", es wird die (für illegal erklärte) US-amerikanische Flagge in der Hosentasche herumgetragen, alle Feinde sind 100% "evil" und werden im großen Maße (inklusive nuklearer Waffen) in Großstädten weggebombt. Gegnerische Fliegerstaffeln stellen sich dermaßen stupide an, dass ein Verhältnis 100:1 keinerlei Problem darstellt und natürlich fehlt auch nicht die Kavallerie, die zum rechten Zeitpunkt am Horizont erscheint und alles regelt. Wem noch ein paar andere Klischees einfallen, die in amerikanischen B-Movies dieser Zeit behandelt wurden: All das findet sich in dem Buch, ich spare mir nur das Aufzählen.

Mehr als einmal verdreht man beim Lesen die Augen, weil so arg dick aufgetragen wird und sich die Platitüden noch dazu regelmäßig wiederholen "he didn't know what hit him", "it was so loud, they found their ears bleeding".

Wie gesagt. Das Buch war bei mir Bestandteil eines EBook-Packages von HumbleBundle, d.h. neben diesem Buch, gibt es noch andere, so dass sich der Ärger über den Kauf dieses Buches (dessen Erlös zum Großteil einem guten Zweck zufließt) in Grenzen hält.


Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
von Robin Sloan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ist nett zu lesen, 3. März 2014
Die Geschichte hat recht schöne Ansätze. Ein Job in einer Buchhandlung ohne kaufbare Bücher und mit seltsamen "Kunden", hinter der sich eine Geheimorganisation verbirgt, ist mal ein netter Ansatz. Vom Schreibstil aber hat man aber recht schnell den Eindruck, dass der Autor auf eine Verfilmung hofft und nicht den Leser als solchen im Blick hatte, als er das Buch schrieb. Als Lektüre für zwischendurch - z.B. im Zug - ist das Buch sehr gut, auch erhält man ein paar Interessante historische Fakten vermittelt, so dass man durchaus ab und zu an Umberto Eco erinnert wird (aber wirklich nur ab und zu und nur ein bisschen).

Die Auflösung ist für Leute, die sich mit Kryptographie auskennen, ein bisschen ärgerlich. Der verwendete Algorithmus hätte keinen Kryptologen, der seinen Namen wert ist, länger als eine Woche aufgehalten, ganz zu schweigen von den postulierten 500 Jahren. Und das Hochjubeln von Google, speziell die "Genialität" jedes einzelnen "Googlers", stößt dann auch irgendwann mal mit einem "ist gut jetzt" auf.

Eigentlich würde ich vier Sterne vergeben (wie gesagt, ist die Geschichte durchaus interessant und gut zu lesen), für einen Preis von 16 EUR für die E-Book-Ausgabe ist das aber definitv zu teuer. Wer des Englischen mächtig ist, kann sich aber gerne die 10 Euro günstigere englische Version zulegen.


Der Geek-Atlas
Der Geek-Atlas
von John Graham-Cumming
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Falsche Zielgruppe, schlecht übersetzt, 2. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Geek-Atlas (Taschenbuch)
Das Buch richtet sich primär an ein US-amerikanisches bzw. in zweiter Linie an ein britisches Publikum. 80% aller Orte liegen entweder in den USA oder in Großbritannien. Die wenigen europäischen Ziele sind in genau der Form abfrühstückbar, wie es dem Klischee des US-Reisenden in Europa entspricht: 12 Tages-Ticket mit Besuch einer Metropole für einen halben Tag. Selbst dass das einzige zeitaufwändigere Ziel gerade in München liegt, passt da rein.

Bei der Übersetzung ins Deutsche wäre es durchaus sinnvoll gewesen zu überlegen, die Sammlung entsprechend anzupassen, insbesondere weil einzelne Ziele gar nicht von Nicht-US-Bürgern besucht werden dürfen. Möglichkeiten dafür gäbe es ja genug, im Festlandeuropa fanden ja durchaus ein paar wissenschaftliche Tätigkeiten statt. Für den Mangel dieser Bereitschaft ziehe ich einen Stern ab.

Zum Thema Übersetzung bleibt zu sagen, dass es hier die gleichen Probleme gibt, die es bei allen O'Reilly-Büchern gibt, die aus dem Englischen übersetzt wurden: Sie sind schlicht schlecht, so dass ich es inzwischen aufgegeben habe und nur noch die englischen Original kaufe. In diesem Buch fällt es nicht ganz so stark auf, wie in "richtigen" technischen Büchern, aber es finden sich trotzdem die üblichen grammatischen und Rechtschreibfehler aber auch die inhalitlich komplett falschen Übersetzungen sind drin ("fission products" werden z.B. mit "Fusionsprodukte" übersetzt), die einen fragen lassen, ob der Rest an wichtigen Stellen nicht genauso falsch ist. O'Reilly spart hier einfach zu sehr an Geld und es ist der Grund, warum ich hier zwei weitere Sterne abziehe: Wenn die Erwartung am Inhalt eines Buches nicht erfüllt wird (siehe oben), ist das eine Sache, wenn der Inhalt aber auch noch lieblos hingeklatscht wird, zeeigt das Mangel am Interesse von Kundenzufriedenheit.

Anders ausgedrückt: Wer das Buch im englischen Original kauft und demnächst eine Reise nach USA oder England plant, hat für interessante Reiseplanungen ein gutes Buch in der Hand.


Ghost in the Wires: My Adventures as the World's Most Wanted Hacker
Ghost in the Wires: My Adventures as the World's Most Wanted Hacker
von Kevin D. Mitnick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,29

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant zu lesen, auch für Nichttechnikaffine geeignet, 21. September 2011
Kevin Mitnick beschreibt in seinem Buch seinen Werdegang als der "Meistgesuchte Hacker" seiner Zeit. Dabei geht er auch detailliert auf die Wege ein, die er beschritten hat, um sich Zugang zu diversen Telefon- und Computersystemen zu beschaffen. Durch die Mitwirkung von William Simon liest sich das ganze sehr kurzweilig und die Beschreibungen werden auch nicht allzu technisch, so dass man dem ganzen auch dann folgen kann, wenn man sich mit der Materie Computer nicht zu tief beschäftigt hat. Die technischen Details halten sich auch deswegen in Grenzen, da Mitnicks "Spezialität" im Bereich "Social Enginieering" liegen, d.h. das Herauskitzeln von sensiblen Informationen von Mitarbeitern einer Firma. Diese Wege beschreibt Mitnick sehr detailliert, was es interessant, aber auch zeitweise erschreckend, macht, zu realisieren, wie simpel es letztendlich sein kann, an Firmengeheimnisse heranzukommen, unter anderem erhielt Mitnick auf diese Weise die Quellcodes diverser Betriebssysteme und Mobiltelefone. Die beschriebenen technischen Wege mögen alle inzwischen durch Korrekturen in der Software behoben sein, bei Menschen sind Updates in der Denkweise jedoch nur schwer möglich, so dass viele Wege auch heute noch große Chance haben, zu funkioneren.

Was das Buch nicht ist, ist ein Lehrbuch zum Thema Hacken. Dazu gibt es diverse andere Bücher, u.a. auch von Mitnick selbst ("Art of Deception", "Art of Intrusion"). Es ist aber ein interessanter Einblick in die Geschichte von Kevin Mitnick, einmal aus seiner eigenen Sicht heraus. Die Geschichte selbst wurde ja bereits von anderen aufgearbeitet ("The Cyberthief and the Samurai" oder "Takedown"), was einem natürlich auch einen Vergleich zwischen den einzelnen Perspektiven erlaubt.

Ein nettes Gimmick am Rande sind Cryptogramme am Anfang jedes einzelnen Kapitels, die sich jeweils auf den Inhalt desselben beziehen, so dass man neben dem Lesen noch ein bisschen was zu knobeln hat. Die Schwierigkeit der verwendeten Algorithmen ist verhältnismäßig einfach, hier lohnt sich es aber, sich im Vorfeld ein wenig mit dem Thema Cryptographie auseinandergesetzt zu haben; ein wenig Grundwissen zum Thema Kodierung in Datenübertragungen schadet auch nicht. Wer die Cryptogramme nicht lösen kann, verpasst aber auch nichts von der Geschichte.


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