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Rezensionen verfasst von
E. Bruns
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Ceres am Abgrund: Atlan Monolith 5
Ceres am Abgrund: Atlan Monolith 5
von Manfred H. Rückert
  Broschiert
Preis: EUR 9,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eigentlich alles drin..., 4. April 2013
... was einen spannenden Roman im Perryversum ausmacht: Atlan und sein inzwischen aus der vorherigen vier Bänden des Monolyth-Zyklus hinlänglich bekanntes und vertrautes Team. Perry Rhodan, Julian Tifflor, Galbraith Deighton, Geoffry Waringer. Eine direkte Gefährdung des Sonnensystems durch einen Monolithen in der Unterwelt des Planetoiden Ceres. Weitere Erkenntnisse über die Lemurer, ihre Aktivitäten im Zusammenhang mit der Technik der Monolithen. Ober-Fiesling Malcher, Silberherr Erster Klasse. Neue Mutanten, deren Kräfte entscheidend zum Erfolg der Aktionen von USO und Imperium beitragen. Unfassbare Gewalten mit verheerenden Auswirkungen auf Planetoiden und stolze Ultraschlachtschiffe.

Und dennoch: Mich hat dieser Roman seltsam gleichgültig gelassen. Weder der Erzählstil noch das Ineinandergreifen der einzelnen Handlungsfäden haben mich gepackt. Statt in die Handlung hineingesogen zu werden, wie ich es mir gewünscht hätte, habe ich das Geschehen betrachtet - oder besser: gelesen, wie ein Zaungast, der auf die Straße blickt und irgendein Auto vorbei fahren sieht.

Ich glaube, es hat etwas mit Disziplin und meiner langjährigen Treue zum Perryversum zu tun, dass ich nicht nur entschlossen war, dieses Buch zu beenden, sondern auch den Zyklus fertig zu lesen. Immerhin hatte ich diese Bücher schon auf dem Lesestapel liegen. Und zur Ehrenrettung von Manfred H. Rückert aus meiner Sicht sei gesagt, dass das Buch handwerklich sauber geschrieben ist. Allerdings konnte ich nichts von den Charakteren der Serie spüren. Aus den Seiten des Buches erreichte mich kein einziges Mal etwas von dem Flair, das sonst auch knappe Schilderungen von Handlungen oder Dialogen Perry Rhodans, Atlans oder Tifflors ausstrahlen. Und das lag meiner Ansicht nach nicht nur daran, dass unser geschätzter Lordadmiral kein einziges Mal Wein trinken durfte. Sogar Naileth Simmers, Santjun und weitere Charaktere, die mich als Leser vermutlich nicht weiter als bis zum Ende dieses Zyklus begleiten werden, waren in früheren Bänden schon mal viel "lebendiger".

Vielleicht eine gute Fingerübung für den Autor. Für mich leider 340 Seiten ziemlich nutzlos verschwendete Zeit. Und ein Funken Hoffnung: Band 6 naht, meist Höhepunkt eines Zyklus. Das Gute: Der Autor (Achim Mehnert) und der Titel: Sprung ins Jenseits. Tja, die Hoffnung stirbt ja immer erst als Letztes...


Der Silbermann: Monolith-Zyklus 4, Atlan 14
Der Silbermann: Monolith-Zyklus 4, Atlan 14
von Marc A. Herren
  Broschiert
Preis: EUR 9,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was war das denn?, 6. März 2013
Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich nach diesem Buch auf den Gedanken kommen, Marc Herren sei ein "Masse statt Klasse"-Produzent. "Der Silbermann" ist mit rund 360 Seiten das dickste Buch des Zyklus, aber ich frage mich, warum das so ist.

Es kommt eigentlich alles vor, was ein tolles Weltraum-Abenteuer ausmacht: Ein Planet mit einer Giftgas-Atmosphäre, auf der nur unter erschwerten Bedingungen Leben à la Terra möglich ist - und sinnvoll nur wegen der natürlichen Schätze dieser Welt; eine Gesellschaftsordnung, die sich mangels regelmäßigen Kontakts zum Rest der Menschheit auf ihre eigene Weise verändert hat; Atlan & Co., die sich in einer chaotischen Riesenstadt mit allerlei Widrigkeiten auseinander setzen müssen, um den von ihnen Verfolgten auf den Fersen zu bleiben; Santjun, bei dem immer weniger klar ist, wo er steht und was ihn treibt; viel Mut, eine Portion Loyalität und eine Prise Liebe; ein böser Silberherr und ein nicht minder fieser planetarer Despot...

Und doch: Das Buch wirkt konfus und hektisch, die Motive der Handelnden sind oft nicht stringent, manchmal sogar für mich nicht nachvollziehbar. Und wieso eine USO-Mitarbeiterin, nachdem sie von einem Hochhaus stürzt und von einem Roboter aufgefangen wird, in ein Koma fällt und partout daraus nicht erwachen will, weiß wohl auch nur der Exposé-Autor.

Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass, außer dass ein zweiter Silberherr mehr Konturen bekam und jetzt ebenso skrupellos und mies erscheint, wie der bisher alleinig als Oberschurke geltende Malcher, keine neuen Erkenntnisse über die Silberherren und die Hintergründe ihres Treibens genannt werden. Allmählich drängt sich mir der Verdacht auf, dass es solche gar nicht gibt. "Habe Silberschmuck, will Unsterblichkeit, nehme Monolithen mit" - und das war's dann?

Hmmm... Sowohl das Buch als auch diese Perspektive auf die großen Zusammenhänge hinterlassen einen schalen Nachgeschmack.


Echo der Verlorenen: Atlan 13
Echo der Verlorenen: Atlan 13
von Hans Kneifel
  Broschiert
Preis: EUR 9,00

5.0 von 5 Sternen Gut gekneifelt, Hans!, 6. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Echo der Verlorenen: Atlan 13 (Broschiert)
Die Spaßkurve beim Lesen der Monolith-Bücher zeigt bei mir bisher klar nach oben! Nach einem eher durchwachsenen Auftaktband und einem Folgeroman, der in die Rubrik "Wer wagt, gewinnt" fiel, geht es mit diesem 3. Band des Zyklus exotisch und fesselnd weiter:

Hans Kneifel ist ja ohnehin DER Altmeister für Gesellschaften jenseits des durchschnittlichen Mitteleuropäers - egal, ob er untergegangene Kulturen der Erde in seinen Romanen wieder zum Leben erweckt, oder aber die Fesseln der Erdgeschichte abstreift und fremde Zivilisationen mit eigenen Riten und Techniken kreiert - wie hier geschehen.

Auf der Jagd nach den geheimnisvollen Silberherren und seinem inzwischen von diesen entführten Kompagnon Santjun gelangt Altan mit dem USO-Kreuzer IMASO und seiner Crew, die mir hier auch so richtig ans Herz gewachsen ist, ins Lumbagoo-System. Der Mond eines riesigen Gasplaneten, der ebenso heißt, wie das System, beherbergt eine Rasse Humanoider Luftschifffahrer, auf deren Hilfe die Terraner sehr schnell angewiesen sind.

Was folgt, ist eine Verfolgungsjagd durch die Urwälder einer ganz und gar faszinierend beschriebenen Welt, bei der ich aber in keinem Augenblick das Gefühl hatte, so könne es nun wirklich nicht sein. Und diese Kohärenz von Handlung und Kulisse ist meiner Meinung nach ganz klar dem Talent Hans Kneifels zu verdanken.

Oh, ach ja, und eine Figur, die schon früh in diesen Zyklus eingeführt wurde, trägt auch wieder ein Element von (technischer) Exotik bei: Ein mehrere Jahrtausende alter Android namens Calipher. Auch der und seine kybernetischen Eigenheiten machen Spaß...

Fazit: Irgendwie wird mir immer noch nicht klar, wieso die Bösen böse sind, wollen sie doch nur die Unsterblichkeit (was natürlich schon eine starke Triebfeder für dies und das sein kann). Aber: Dieser Roman hat so richtig Freude gemacht, es werden immer mehr Monolithen in der Galaxis aktiv (Atlan, alter Beuteterraner, Du bist Schuld!) und wir haben immer noch erst die Hälfte des Zyklus hinter uns.

Alsdann: Weiter geht's!


Atlan. Todeszone Zartiryt: Atlan 12. Monolith 02
Atlan. Todeszone Zartiryt: Atlan 12. Monolith 02
von Rüdiger Schäfer
  Broschiert
Preis: EUR 9,00

4.0 von 5 Sternen Überraschend gut..., 6. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach der Lektüre des ersten Romans in diesem Zyklus waren meine Erwartungen nicht hoch, was die weitere Entwicklung der Reihe angeht. Vermutlich ist es dieser Umstand, der zu einer sehr positiven Überraschung führte:

Rüdiger Schäfer nimmt seine Leser mit auf eine Reise, die im wahrsten Wortsinn "hinter dem Ereignishorizont" liegt. Ein großer Teil der Handlung in "Todeszone Zartiryt" spielt nämlich im direkten Einflussfeld eines Schwarzen Loches. Dort ist ein weiterer Monolith "gestrandet", und Atlan erforscht gemeinsam mit seinem Partner Santjun die vielen offenen Fragen, die diese Bauwerke aufgeworfen haben.

Sowohl der Gegenspieler Atlans als auch die Schöpfer der Monolithen bekommen mehr Gesicht - aber nicht wirklich mehr Profil. Und dieser Umstand ist es auch, der meiner Bewertung den fünften Stern kostet.

Davon abgesehen bringt Rüdiger Schäfer auf sehr anschauliche Weise Fakten rund um Schwarze Löcher in die Story ein und schafft es, bis auf einen einzigen Fall, mit der Unterrichtsstunde aufzuhören, bevor sich bei mir der "Frank Schätzing-Effekt" einstellt. Wenn der eintritt, heißt das, ich bekomme den Verdacht, Textpassagen seien nicht geschrieben worden, um die Handlung oder Stimmungen zu verstärken oder voran zu bringen, sondern wollen lediglich dem Autor Raum geben, seinen Lesern zu zeigen, wie viele Informationen er für sein Buch gesammelt hat. Wie gesagt: Einen kleinen Ausreißer in diese Richtung gibt's, ansonsten ordnen sich die Fakten angemessen der Fiktion unter.

Eine zweite Handlungsebene verfolgt akonische Prospektoren, die zufällig auch gerade im Zartiryt-System unterwegs sind. Auch diese Sidestory bringt Farbe in das Buch. Sie hat zwar nichts mit dem berühmten "Roten Faden" zu tun, aber, hey, ich will ja beim Lesen Spaß haben.

Als ich das Buch zuklappte, war ich größtenteils zufrieden. Beste Unterhaltung, sauber geschrieben. Die Motive des Oberschurken Malcher und seiner Getreuen bleibt weiterhin größtenteils im Dunkeln... Aber wir haben ja noch vier Bände vor uns.

Jetzt habe ich wieder Lust, die nächsten Bände zu lesen. Danke, Rüdiger Schäfer.


Perry Rhodan Silber Edition Nr. 33 - OLD MAN
Perry Rhodan Silber Edition Nr. 33 - OLD MAN
von K.H. Scheer
  Audio CD
Preis: EUR 44,80

4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zum ersten Mal Wasser im Wein..., 24. August 2012
Die Audio-Version der Perry Rhodan-Silber Edition geht in ihre inzwischen 33. Runde - bei unveränderten Rahmenbedingungen. Und die sind ebenso eingeschwungen wie hochklassig:

• Grundlage sind die in Buchform (aus dem Jahre 1989) überarbeiteten Original-Hefte (aus dem Jahre 1967). Hierbei wurden inhaltliche Sprünge, logische Fehler und krasse sprachliche oder stilistische Patzer bereits ausgemerzt und aus fünf bis acht Heften in sich schlüssige und homogene Werke geschaffen. Schon das war ebenso eine große Herausforderung wie tolle Leistung.

• Die Hörbücher kommen mit mindestens 12, manchmal sogar 13 CDs daher, also zwischen 14 und 15 Stunden Lesevortrag - was für ein "Dauerspaß".

• Der Vorleser, Schauspieler Josef Tratnik, hat sich inzwischen derart "eingelesen", dass seine Präsentation oft schon klingt wie ein Hörspiel mit mehreren Sprechern. So variantenreich setzt er seine Stimme ein und verleiht Menschen, Ertrusern, Epsalern, Siganesen, Topsidern, Blues oder auch dem Haluter Icho Tolot und Mausbiber Gucky ganz eigenen Charakter - nur über die Tonspur. Meisterhaft.

Im vorliegenden Startband des Zyklus "M 87" unterstützt der neue Handlungsrahmen den Hörgenuss zusätzlich. Neue Gegner tauchen auf, neue Personen, vor allem der zunächst geheimnisvolle Roi Danton, werden eingeführt, und mit OLD MAN tritt ein derart gigantisches Gerät auf den Plan, dass ich mich schon damals beim Lesen der Hefte fragte: Wo soll das noch enden, wenn dieses "Schneller, höher, weiter… größer" weiter und weiter geht.

Diese Frage haben sich bekanntlich auch die Autoren gestellt und ab Band 400, also nach Abschluss des jetzt beginnenden Zyklus, neue Wege bei der Gestaltung der Serie beschritten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bei allem berechtigten Lob hatte ich beim Hören dieses Buches ein permanentes Störgefühl, weil ich zum zweiten Mal erkennen musste, dass die Macher der Audio-Bände sich nicht mit der Perry Rhodan-Redaktion abstimmen:

Mich stört schon seit Beginn der Reihe, dass Herr Tratnik den Namen des US-Risikopiloten Perry Rhodan ausspricht, als verstünde er kein Wort englisch. Obwohl dieser Name seltsam unamerikanisch anmutet, gab es zu keiner Zeit Zweifel daran, dass es sich um einen solchen handeln soll, der mit entsprechend englischem Slang auszusprechen ist. Herr Tratnik sieht das wohl anders.

Nunmehr taucht, wie oben erwähnt, Roi Danton auf, der König der Freifahrer. Dieser Typ gibt sich durch und durch französisch - wie im Frankreich des 18. Jahrhunderts, wohlgemerkt. Und jeder, der mal französisch gelernt oder im Geschichtsunterricht vom "Sonnenkönig" Louis XIV. gehört hat, weiß, dass "Roi" kein eingedeutschter Vorname ist (wie in "Roy Black"), sondern an die französische Übersetzung des Titels "König" angelehnt ist.

Den Nachnamen spricht Herr Tratnik korrekt französisch als "Dangtong" (ächz, Lautschrift ohne Sonderzeichen ist schwierig darzustellen) aus… den Vornamen aber wie den o.a. "Roy" statt "Roa", wie es korrekt wäre.

Den "Rohdahn" sehe ich uns' Josef seit Band 1 der Hörbücher zähneknirschend nach, manch andere Aussprache oder Betonung ist einfach Geschmackssache, aber dieser (Achtung! Noch was Französisches!) Fauxpas kostet jetzt mal Strafpunkte.

Bitte endlich nachbessern und ab Band 34 korrigieren. Ich mag nämlich nicht länger bei jeder falschen Aussprache innerlich zusammenzucken. Dafür kaufe ich mir diese Bücher nun doch nicht…
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2012 4:04 PM MEST


Mein Freund, der Delfin [Blu-ray]
Mein Freund, der Delfin [Blu-ray]
DVD ~ Morgan Freeman
Preis: EUR 8,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It's magic - und das nicht nur für "die Kleinen", 9. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mein Freund, der Delfin [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich habe einige Rezensionen lang abgewartet, bevor ich bei dieser Blu Ray den "Kaufen"-Button klickte - zu sehr schien der Film für Kinder zugeschnitten, wie schon die Kinopläne mit ihren auf den Nachmittag und frühen Abend gelegten Vorführungszeiten suggerierten.

Ermutigt durch erste Kundenmeinungen "riskierte" ich dann den Kaufpreis und wurde in jeder Hinsicht belohnt!

Über die Handlung wurde schon viel geschrieben, deswegen nur dies: Kleiner, introvertierter Junge hängt außer an seinen zurückgezogenen Basteleien nur an einem Cousin, der, bisher toller Schwimmer, nach Afghanistan geht. Auf dem Schulweg findet der Junge am Strand einen verletzten Delfin. Während er sich ihm vorsichtig nähert, trifft eine Gruppe ein, die das Tier weg bringt. Der Junge folgt der Aufschrift auf dem Kleinlaster, ist der einzige, den der Delfin an sich heran lässt, leidet mit, als dem Tier die verletzte Schwanzflosse amputiert werden muss und kämpft um dessen Überleben. Der Cousin kehrt als Krüppel heim und bei ihm ist ein Prothesenbauer (genial wie immer: Morgan Freeman), der zum (technischen) Retter des Delfins wird.

Wieso hat mich dieser Film so berührt? Ist es die Magie der Delfine, die diese Tiere zu wichtigen Trägern von Therapien für behinderte und traumatisierte Menschen macht? Erinnere ich mich einfach nur an meine Jugend, als ich Flippers Abenteuer total spannend fand? Ist es die ungewöhnliche Beziehung zwischen dem von Schmerzen geplagten "Fisch" und dem Jungen? Winters Unbekümmertheit nach der Amputation, mit der er sein Schicksal zu akzeptieren scheint? Der schon fast (aber nur fast!) übertrieben wirkende Durchhaltewille aller Beteiligten? Denn DA geht einiges:

Der kleine Junge hängt weiterhin an seinem Cousin, obwohl der ihn mehrfach schroff zurückweist. Er geht weiterhin zu Winter ins Aquarium, obwohl der Druck und Ärger von Schule und Mutter zunimmt. Die Betreiber des Aquariums geben nicht auf, obwohl Geldmangel und ein Hurrikan das Ende aller Hoffnungen zu bedeuten scheinen. Der Prothesenbauer macht weiter, obwohl Winter ein Bauteil nach dem anderen ablehnt und zerstört. Und Winter schwimmt einfach fröhlich weiter durch das Bassin, obwohl er die Freiheit verloren hat und wegen der unnatürlichen Bewegungen, die seine Behinderung erforderlich macht, Schmerzen leidet...

Der ganze Film kommt sehr ruhig daher, beinahe still. Ganz, als wolle er uns sagen: "In der Ruhe liegt die Kraft" - oder umgekehrt. Auch, wenn dieser Film nicht auf einer wahren Begebenheit beruhen würde, hätte er mich gepackt. So ging er mir geradezu unheimlich zu Herzen.

Da ist zu vernachlässigen, dass am Ende alles, aber auch wirklich ALLES einem Happy End zugeführt wird. Ob das so auch der Wirklichkeit entspricht, sei dahingestellt - und wurscht war's mir auch. Jeder braucht doch mal so eine Dusche der Glückseligkeit, und das Ensemble, allen voran dieser unglaubliche Delfin, verschafft mir genau das!

Dass darüber hinaus die Blu Ray mit knackscharfem Bild überzeugt, ein derart blaues und glitzerndes Wasser projiziert, dass ich mehrfach den Reflex unterdrücken musste, direkt in den Fernseher zu hüpfen und auch die kleinste, vom Hurrikan abgefetzte Palmenfaser so detailliert in Bild und Ton transportiert, macht den Genuss perfekt.

Nur noch dies: Wer den Film mit mehreren Leuten ansehen will, möge ihn bitte nicht starten, ohne vorher alles Notwendige veranlasst zu haben: Alle Telefone abschalten, nochmal schnell zur Toilette gehen, genügend Snacks und Getränke - und eine große Packung Taschentücher bereitstellen!

Warum das?

Ganz einfach: Jeder, der mittendrin ruft: "Halt' mal kurz an, ich geh' mal eben..." was auch immer tun oder holen, läuft Gefahr, vom Rest der Zuschauer einen Platzverweis zu kassieren, weil niemand erwarten kann, die weitere Entwicklung zu sehen.

Besser geht's nicht...


Veteran
Veteran
von Gavin Smith
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hart, verstörend - und unheimlich gut!, 15. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Veteran (Gebundene Ausgabe)
Gavin Smith wirft seine Leser in eine zukünftige Welt, die zu erleben ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde: Die Menschheit leidet seit 60 Jahren unter einem Krieg gegen eine außerirdische Rasse, die lediglich als "They" ("Sie") bezeichnet wird. "Sie" sind insektenartig, schwarz, eklig, erbarmungslos und beinhart. "Sie" bekämpfen die Menschen scheinbar nur aus einem Grund: Dumpfer, nicht zu befriedigender Hass!

Die Erde und ihre Kolonien, die vor dem Krieg gegen "Sie" schon durch einen kaum näher beleuchteten Bruderkrieg kaputt gemacht wurde (Atomwaffen inklusive), haben sich fast komplett in Industrie-Kloaken verwandelt, weil nichts mehr zählt, außer der Rüstung gegen den Feind. Und mit dem Ökosystem ist auch die Menschlichkeit zerstört worden. Die Charaktere im Buch sind traumatisiert, verroht, egoistisch und allem und jedem gegenüber misstrauisch.

Das trifft auch auf den "Helden" der Geschichte, Jakob Douglas, zu, der nach seiner unehrenhaften Entlassung aus der Armee zwischen Trunkenheit und technisch induzierten Träumen pendelt, bis er von seinem ehemaligen Vorgesetzen erpresst wird, wieder für diesen zu arbeiten. Es geht um einen Spion von "Ihnen", der die Erde infiltriert haben soll. Douglas soll ihn finden und töten.

Den Drohungen seines Vorgesetzten folgend, begibt Douglas sich auf die Suche nach dem Alien, und das Buch entwickelt sich wie eine SciFi-Version von "Apocalypse Now". Douglas schart einige Mitstreiter um sich, die aus den unterschiedlichsten Gründen ein Stück des Weges mitgehen wollen, und der Leser erfährt viel über den Überbau dieser dystopischen Gesellschaft, über den Stellenwert von Drogen als Grund, sich nicht sofort umzubringen, die Weiterentwicklung des Internet, in das sich Menschen inzwischen direkt einstöpseln können (die Buchsen werden im Genick implantiert) und die grenzenlose Verrohung, die überall und scheinbar ohne Grund zu brutalen Konfrontationen (verbal und physisch) führt.

Und auf dieser Reise quer durch die alptraumhafte Erde beginnt Jakob Douglas, an der Richtigkeit der bisher geltenden Aufteilung von "Gut" und "Böse" zu zweifeln, um sich später von seinem Auftrag loszusagen und eigene Pläne zu verfolgen.

Dieses Buch verstört. Es stößt an manchen Stellen durch seine vulgäre Sprache ab, die die Protagonisten untereinander pflegen. Es ekelt den Leser an, wenn geschildert wird, WIE kaputt die Umwelt in dieser Welt ist, WIE stark die Werte unserer heutigen Gesellschaft vergessen, demontiert oder schlicht ignoriert und in ihr Gegenteil verkehrt werden. Es schreckt ab, wenn es schildert, durch welche Updates und otpimierte Ersatzteile sowohl Soldaten wie auch Zivilisten ihren Körper mit Technik "heilen" bzw. "aufrüsten", und so mehr und mehr zu Cyborgs werden - biologischen Maschinen.

Gleichzeitig macht es Hoffnung, weil auch die Kämpfer, Schmuggler und Dealer aus "Veteran" im Stillen Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Frieden in sich tragen. Es hat mich gepackt, weil auch die "Mir-ist-alles-völlig-egal-Typen" und Maximal-Egoisten so etwas wie Ehre und eine eigene Definition von Gerechtigkeitsempfinden zum Motor ihrer Taten machen. Und es versöhnt, weil manche Figuren nur deshalb mit dem Protagonisten Jakob Douglas zusammenarbeiten, um ihren eigenen Zielen näher zu kommen - um im Laufe der Zeit dann zu erkennen, dass es außer dem "Ich" und dem "Jetzt" auch noch ein "Wir" und ein "Morgen" geben kann... Wenn der gute Wille da ist.

Das alles eingepackt in Drogentrips, Reisen in die virtuelle Realität, die sich mindestens genau so abgefahren lesen, härteste, gnadenlos geführte Kämpfe, fiese Intrigen und wechselnde Allianzen formt einen perfekten Military-SF-Action-Hammer, bei dem nur die stark mit Slang unterlegte Sprache mein Lesetempo bremsen konnte.

Am Ende ist manches geklärt, und vieles bleibt offen. Auf eine Weise offen, dass ein Leser über die weitere Entwicklung spekulieren, das Buch weglegen, für gut befinden und auf sich beruhen lassen kann. "Veteran" steht für sich allein und macht als solches Werk richtig Spaß - mehr, als ich einer noch so guten deutschen Übersetzung zutraue. Wer allerdings Lust auf "Mehr" hat, kann sich nicht nur meiner Bewertung anschließen, sondern sich im Anschluss gleich den (deutlich dickeren) Folgeband "War In Heaven" greifen und verschlingen.

Mit jenem zweiten Band ist die Story dann aber - so der Autor - wirklich abgeschlossen. Ein Hinweis, den ich wichtig finde, weil sowohl in "Veteran" als auch in "War In Heaven" eine Figur namens "Scorpio" auftaucht, und für November 2012 ein weiterer Roman von Gavin Smith angekündigt ist, der "The Age Of Scorpio" heißen wird, aber nichts mit dem vorliegenden Buch und seinem Folgeband zu tun haben wird. Auch dies eine Aussage vom Autor auf seiner eigenen Homepage.

Ich wünsche grimmiges Lesevergnügen!


Perry Rhodan Neo 16: Finale für Ferrol
Perry Rhodan Neo 16: Finale für Ferrol
Preis: EUR 2,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Da geht die Post ab!, 3. Mai 2012
Mit Band 16 endet die so genannte 2. Staffel von Perry Rhodan NEO. Und wie es sich für einen Abschlussband gehört, werden viele Fäden miteinander verknüpft, auch solche, bei denen ich mich, als ich vor dem Lesen den "aktuellen Stand" Revue passieren ließ, fragte: "Wie wollen die denn DAS wieder einfangen?"

Nun, sie haben "es getan". Band 16 könnte auch den Alternativtitel "Action unter fremder Sonne" tragen, denn Christian Montillon hetzt den Leser schon fast atemlos von einer handlungsbetonten Szene zur nächsten.

Ob die Auseinandersetzungen auf der Erde, die immer noch von den Fantan geplündert wird (hier hat der überlebende Goratschin-Bruder eine "zündende" Idee), die Knopfdruck-Piraten in der Unterwasser-Basis bei den Azoren (beim "Sesam, öffne Dich" des alten Arkoniden-Raumers gilt alles andere als das Prinzip "eine ruhige Kugel schieben"), die Guerilla-Truppe um Tako Kakuta und Darja Morosowa auf Pigell (hier spielt man erst "Fang' die Echs'", dann "Catch me if you can"), oder bei Perry Rhodan himself, der nach diesem Roman den Spitznamen Poker-Perry bekommen könnte: Es geht unglaublich was ab!

Ich persönlich wurde an die Choreographie der jüngeren Star Wars-Filme erinnert, bei denen an verschiedenen Schauplätzen gerannt, gekämpft, geflogen und geplaudert wird, und immer im spannendsten Moment wurde umgeblendet. Das kostet einerseits Nerven, macht andererseits enormen Spaß!

Kommen wir zum "aber", das es auch hier gibt:

Im vorherigen Band 15 haben wir noch einige Seiten lang etwas darüber erfahren, wie es Reginald Bull, Sid, Sue und Konsorten (inklusive Gucky) an Bord des Fantan-Schiffes geht, das sie (ähem!) zur Mitreise motiviert hat. Im aktuellen Band

-' Spoileralarm ein '-

lesen wir nichts von dieser Truppe, bis es zum ultimativen Showdown an Bord des topsidischen Flaggschiffes kommt. Und DA treten dann die Mutanten auf wie Kai aus der Kiste und retten den Tag.

'- Spoileralarm aus '-.

Toll geschrieben, Überraschung gelungen. Und nach Logik fragt dann schon keiner mehr. Oder?

160 Seiten Taschenheft sind mehr als 64 Seiten Romanheft, und zwar, so rechnen die Autoren vor, etwa 1,5 mal so viel Text. Für all die hier beschriebenen Wendungen, Erkenntnisse und Ereignisse wiederum sind 160 Seiten sehr wenig. Ich hätte mir etwas mehr Tiefgang gewünscht, auch wenn dieser auf Kosten des Tempos gegangen wäre.

Ich muss noch mal spoilern:

Dass man beim Start der TOSOMA so rabiat vorgeht (Sachzwänge??? Das kennen wir doch aus anderem, leidvollen Kontext), dass ein Tsunami entsteht und Menschenleben verloren gehen, finde ich bei aller "Action" unfassbar! Und dass dies nicht zu massiven Reaktionen durch betroffene Staaten (Portugal, EU) oder Großmächte bzw. supranationale Organisationen wie die UNO führt, glaube ich nicht.

Besonders kritisch sehe ich allerdings das Gesamttempo der bisherigen Reihe: Seit der Landung der STARDUST auf dem Mond sind gerade mal zwei Monate vergangen. Die politische und gesellschaftliche Landkarte der Erde ist (logo!) unverändert. Trotzdem kommt es nicht zum 3. Weltkrieg, während die Fantan nach Gutdünken auf der Erde unterwegs sind (ist NORAD bis 2036 wegrationalisiert worden oder macht man dort gerade einen längeren Betriebsausflug?), die Freaks und Spinner in der Wüste Gobi werden in Ruhe gelassen, keine Geheimdienste unterwandern Rhodans Team, um an das Know-how der Arkoniden zu gelangen. Ziemlich unglaubwürdig!

Junge Erwachsene ohne einschlägige Vorerfahrung (Tifflor, Harnahan, Orsons) sind imstande, ein außerirdisches Flugobjekt ebenso leicht zum Titan und zurück zur Sonne zu steuern, wie unsereins einen Autoscooter auf dem Rummelplatz, eine irdische Besatzung (woher rekrutiert? Wodurch qualifiziert?)

-' Dritter und letzter Spoiler '-

übernimmt binnen weniger Stunden einen 800-Meter-Raumer, lenkt diesen erst nach Terrania, dann zur Wega und übersteht sogar eine Raumschlacht.

-' Spoiler 3 Ende '-

Aha. So sieht das also aus, wenn RICHTIG smarte Computersysteme in solchen Flugkörpern verbaut werden. Man sagt denen einfach, wo's langgehen soll, der Rest geht wie von selbst...

Es ist toll, dass Außerirdische wie die echsenartigen Topsider hier nicht als Kanonenfutter für edle Menschen dienen, sondern vielschichtig beschrieben werden. Mir gefällt, dass Perry Rhodan nicht daher kommt, wie eine Mischung aus Chuck Norris und Gary Kasparov. Er hat seinen Part, denkt vor, lenkt, führt... aber kämpft nicht an vorderster Front, übersteht nicht wie durch ein Wunder ein Gefecht mit -zig Impulsblastern, muss auch mal den Kopf einziehen, wenn's um ihn herum kracht. Das alles ist viel besser als bei der Vorlage aus den 1960erjahren.

Dennoch: die Autoren haben ein gewaltiges Stück Arbeit vor sich, um die vielen ungelösten Fragen zu beantworten, ohne dass uns Lesern dabei allzu starker Tobak serviert wird. Ob das gelingen kann, wenn man weiß, dass der Folgeband "Der Administrator" heißen wird und es darum gehen soll, einen terranischen "Häuptling" zu wählen? Ich habe da noch meine Zweifel. Immerhin: Unterhalten habe ich mich bisher blendend.

Mein Wunsch zum Schluss: Schluss mit diesen 8-Band-Staffeln. So ein enges Korsett hat dieser insgesamt ideenreiche und charmante "Reboot" nicht länger verdient. Er scheint ja sogar Geld ins Haus (des Verlags) zu bringen...


Puls
Puls
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman wie ein Schwarzes Loch, 15. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Puls (Taschenbuch)
Meine Erwartungen an einen Stephen King-Roman sind wenig und immer die Selben: Ich möchte während ich ein Buch von ihm lese, durch spannend geschriebene Texte gefesselt werden. Um das zu erreichen, sind für mich unterschiedliche Elemente brauchbar: Eine "zündende" Grundidee, die mich die Augenbrauen hoch ziehen und "Wow!" ausrufen lässt. Eine Geschichte, die so packend entwickelt wird, dass ich unbedingt wissen möchte, wie sie weiter geht - und endet. Schilderungen von Orten oder Situationen, quasi der "Kulisse", in der sich die Handlung entfaltet, die so plastisch sind, dass ich meine, vor Ort zu sein, obwohl ich eigentlich auf dem Sofa oder im Bus sitze, im Bett liege oder... na ja, wo ich eben sonst noch so zu lesen pflege.

Bei "Puls" sieht meine Checkliste so aus: Grundidee? Haken dran! Packende Erzählung? Haken dran! "Kulissen"? Mhm... Eher Modernes Theater als Hollywood-Blockbuster. Zum "Ausgleich" für die hier für mich spürbare Schwäche im Vergleich zu anderen Werken des Autors bleiben mir allerdings grobe Logik-Schnitzer oder gar zu hanebüchene dramaturgische Kniffe erspart, was dem Lesevergnügen wiederum zuträglich war. Und das Grauen hat diesmal wahrlich biblische Ausmaße...

Wie komme ich auf diese Einschätzung?

Die Grundidee ist ebenso einfach wie grandios: Man nehme diejenigen Wissenschaftler beim Wort, die menschliche Gehirne in ihrer Funktion (und hinsichtlich möglicher FunktionsSTÖRUNGEN) simpel mit einer Computer-Festplatte vergleichen. Und man nehme den "Puls", ein Signal, das, übertragen auf den Frequenzen der weltweiten (tatsächlich? Darüber sagt das Buch nämlich nix!) Handy-Netze eine solche STÖRUNG in den Gehirnen der Menschen auslöst, die handy-fonieren. Festplatte gelöscht - zack!

Es war für mich ein schaurig-schönes Vergnügen zu lesen, wie einige wenige überzeugte Handy-Verweigerer oder bis dato "arme Schlucker", die sich so'n Teil nicht leisten konnten, plötzlich die einzigen Menschen sind, die vom Wahnsinn, der durch die Löschung allen Wissens und gelernten Verhaltens entsteht, verschont bleiben. King beschreibt Szenen, die demjenigen, der sich darauf einlässt, schier unfassbar vorkommen müssen. Leute, die eben noch brav anstehen, um am Eis-Stand im Park eine kühle Erfrischung zu kaufen, fallen urplötzlich über einander her und beißen (!) sich zu Tode. Solche und ähnliche Vorkommnisse bringen ein Schaudern mit sich, das mich vereinzelt im Bus auf die anderen Fahrgäste blicken ließ, die gerade mit ihren Handys spielten oder hineinsprachen. Die berühmte "Was wäre, wenn..."-Frage, in so einer Alltagssituation gestellt, hat schon was Gruseliges.

Aber King legt den Finger auch an passender Stelle in eine andere Wunde: Wie verhalten sich "Normies", wie er sie nennt, wenn staatliche Ordnung und gesellschaftliche Struktur von einem Tag auf den anderen wie weggeblasen sind? Edle Menschen tauchen da ebenso auf, wie religiöse Spinner und gewaltbereite Lustmolche.

Der Roman kreist um die Schicksale der Protagonisten, allen voran Clay Riddell, einem leidenschaftlichen, aber bis zu jenem Tag, an dem der "Puls" alles löscht, was unsere Zivilisation ausmachte, erfolglosen Comic-Zeichner, dessen Frau sich von ihm getrennt und dessen Sohn ihn abgöttisch lieb hat. Das Grauen erwischt ihn in Boston, Massachussetts, ein ordentliches Stück von seinem (typisch King) Wohnort in Maine entfernt. Und dorthin zieht es ihn und er seine Schicksalsgefährten mit.

Die Handlung ist für meinen Geschmack sehr abwechslungsreich und bringt ebenso viele nachdenkliche Momente wie handfeste Action mit sich. Die "Phoner", Opfer des Impulses, sind natürlich der Katalysator der steigenden Spannung, die eine erstaunliche Metamorphose von blutrünstigen Bestien über Zombie-artige Schwarmwesen bis zu einer neuen, fremdartigen Gesellschaftsform durchlaufen. Und so wird die Frage: Welche Gemeinschaft ist auf Dauer die stärkere? zum Zentralthema eines Wettlaufs um das Recht auf Leben.

Einige Rezensenten bemängeln farblose Beschreibungen. Ich applaudiere der Entscheidung Kings, die Erwartungen der Leser mal nicht 1:1 zu erfüllen, und statt epischer Schilderungen alltäglicher Momentaufnahmen lieber meisterliche Action abzuliefern. Manch Vorschreiber mosert darüber, das sei "alles schon mal da gewesen", und das zum Teil besser. Ich weise darauf hin, dass, wenn nur Werke, die absolutes Neuland betreten, ein Existenzrecht hätten, unser Planet verdammt leer wäre. Von jeder Sorte nur ein Baum, nur eine Handvoll Bücher (ein Krimi, eine Lovestory, ein Horror-Roman) und nicht mal genug Filme, um ein einziges Kino-Center zu betreiben.

Für mich war "Puls" eine anregende Variation des "Was wäre, wenn...". Der Grund für den "Weltuntergang" interessant und bedrohlich zeitgerecht, das Verhalten der Menschen "danach" nachvollziehbar und variantenreich und der Umgang mit dem Resultat dieses abrupten Wandels, also den "Phonern", so packend, dass ich das Buch am Ende einer Busfahrt oder eines Tages nur widerwillig aus der Hand legte und Bedauern empfand, als es vorbei war. 520 Seiten, noch dazu, wenn sie so, ähem... lesefreundlich bedruckt sind, waren da nicht wirklich viel.

Ich wurde jedenfalls in das Buch hineingesogen, wie das Licht in jenes stellare Phänomen aus der Überschrift dieser Rezension. Der Schluss war für mich im ersten Moment enttäuschend, weil er nicht alle Fragen beantwortet hat, aber jetzt denke ich, dass genau das dazu beiträgt, dass "Puls" nachwirkt. Was wäre, wenn... ?

Noch gruseliger: Was wäre, wenn Stephen King keine Bücher mehr schreiben würde?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2012 11:39 PM MEST


Perry Rhodan Silber Edition Nr. 23 - Die Maahks
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von Karl-Herbert Scheer
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts scheint unmöglich..., 13. Februar 2012
Mit diesem dritten Teil der Saga um die Meister der Insel (MdI), in Heftform erstmals erschienen Ende 1965, in der Bearbeitung von William Voltz als Hardcover-Buch 1986 veröffentlicht, erreichen Macher und Leser einen ersten Höhepunkt der inzwischen über 50 Jahre laufenden Serie PERRY RHODAN. Getreu dem olympischen Motto "Schneller, höher, weiter..." lassen sich die Autoren in diesem allerersten auf 100 Romanhefte konzipierten Zyklus immer erstaunlichere Dinge einfallen, treten immer gefährlichere Rassen auf, trifft der Großadministrator auf immer unglaublichere Phänomene:

Maahks, die schon vor 10.000 Jahren Atlan, dem unsterblichen Arkoniden, Respekt eingeflößt haben, werden zur Speerspitze der Meister. Sonnentransmitter, die aus bis zu sechs identischen, künstlich in geometrisch exakte Anordnung gebrachte Sterne bestehen, versetzen riesige Kampfflotten von Tausenden Raumschiffen in einem Wimpernschlag von einem Rand Andromedas zum anderen - oder bis in die Milchstraße.

Doch auch Individuen kommen zu ihrem Recht und schaffen beim Hörer mal angenehmes Schaudern (Grek 1, Befehlshaber der Methan atmenden Maahks, trifft auf Basis reiner Logik seine Entscheidungen, um Befehle auszuführen), mal atemlose Spannung (Menschen sollen, als Rebellen ausgegeben, den "Feind" ausspionieren, werden aber gefangen genommen, in Frankenstein'schen Maschinen dupliziert und konditioniert, zurück nach Hause geschickt, um nunmehr das Solare Imperium auszuforschen und eine Invasion der Milchstraße vorzubereiten).

Überhaupt: Diese Technik! Duplos (keine Schoko-Riegel!), Konverterkanonen, Bleistift-Raumer. Aber auch: Geheimagenten, Täuschungsmanöver, Mutanten-Einsätze.

In diesem Zyklus, in diesem (Hör-)Buch ist von allem und für alle, die sich auch nur entfernt für Science fiction alter Machart (also Space Opera vom Feinsten) interessieren, was drin. Die Bearbeitung von Willi Voltz sorgt dafür, dass keine Längen und nur wenige inhaltliche Fehler die Jahrzehnte überdauert haben. Und Josef Tratnik' Nun, der Mann ist sowieso "eine Bank" und für mich inzwischen untrennbar mit den Romanen der Silber-Edition verbunden.

Stets präsent, nie lächerlich oder peinlich, gibt er durch seine Sprechkunst vielen Individuen und Rassen eigenständigen Charakter und trägt die Show auf der Tonspur - traumwandlerisch sicher und vollkommen überzeugend.

Es gibt Angewohnheiten, die ich nie ablegen möchte. Josef beim Vortrag dieses und folgender Silber Editionen lauschen gehört eindeutig dazu. Eine Klasse für sich.


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