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Beiträge von Ulrich Groh
Top-Rezensenten Rang: 319
Hilfreiche Bewertungen: 2390
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Rezensionen verfasst von Ulrich Groh (Mittelhessen)
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34 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Gelungene Gratwanderung, 6. September 2011
Im Allgemeinen, so möchte ich vorab bemerken, begegne ich Büchern aus der Feder von Fans, die ihrem Idol ein Denkmal setzen möchten, mit größter (wie wohl auch gebotener) Skepsis. Allzu oft entstehen verklärende, gar huldigende Werke, die das Positive der Person ins Unermessliche verklären, um das Negative tunlichst zu verschweigen. Kein schlechter Lichtstrahl soll dem Adorierten begegnen; nichts Negatives sein Andenken in der Öffentlichkeit schmälern. Mit ebendieser Skepsis also nahm ich diesen von Dieter Lobenbrett verfassten Band zur Hand. Ich hatte gelesen, dass der Autor als der wohl größe Bewunderer Loriots gelte und über ein überaus reichhaltiges Detailwissen aus Leben und Werk des wohl größten deutschen Humoristen verfüge - zumindest dies, so meine Annahme, könnte ich mit Sicherheit als gewinnbringend bei der Lektüre verbuchen. Ungewöhnlich ist das Faktenwissen des Verfassers in der Tat. Alle Lebensabschnitte des großen von Bülow finden hier eingehende Berücksichtigung, wobei er sich keineswegs einzig auf den beruflichen Werdegang beschränkt. Der überraschte Leser erhält ein reichhaltiges Kaleidoskop, das mit dem Geburtstsjahr 1923 beginnt, keine relevante Station (sei sie nun privaten oder aber beruflichen Naturells)verschweigt, wozu auch die weniger erfolgreichen Lebensmomente zählen. Man erhält Einblick in Loriots frühe Kindheit und deren Lebensumstände, Einsicht in die durchaus privilegiert zu nennenden Familienverhältnisse nebst den aus ihr hervorgegangenen weiteren Berühmtheiten - sehr wohl aber auch in den jahrelang die Medien beherrschenden Kriminalfall Sunny und Claus von Bülow, der das Publikum ob der tragischen Umstände ungewöhnlich lange in seinen Bann zog. Ebenso umfangreich fällt die Beleuchtung des beruflichen Werdegangs aus. Von den ersten Schreibversuchen, des vorübergehenden Engagements beim STERN, den ersten TV-Erfolgen bis hin zu seinen letzten Arbeiten wie auch der grandiosen Evelyn Hamann, der ein kleines, aber feines Kapitel gerecht zu werden versucht, ist ein Standardwerk zu Loriot entstanden, das jeden Freund des feinsinnigen, subtilen Humoristen entzücken wird. Das Detailwissen des Autors kann ich nur als phänomenal bezeichnen und die vielen Versatzstücke, die man bisher über den Großen kannte, erfahren hier ihre Rundung, ihren letzten Schliff - ohne übersteigerte Idealisierung, die ich zu Beginn der Lektüre eigentlich erwartete. Fazit: Gratwanderung geglückt! Ich verneige mich vor Loriot, der zeitlebens demonstrierte, dass Humor eben nichts mit den Krawallorgien heute populärer "Comedians" zu tun haben muss, sondern auf leisen und feinfühlig-menschenspiegelnden Pfaden eine weitaus größere wie auch nachhaltigere Wirkung entfalten kann. Ebenfalls danke ich dem Autor für dieses ungemein aufschlussreiche Buch, dessen Lektüre ich als ebenso bereichernd wie gewinnbringend empfand.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Handgemachter Jazz auf hohem Niveau, 27. August 2011
Pe Werner? Lange Jahre für mich ein Fossil der 80er Jahre, mit dem ich einzig den Song "Kribbeln im Bauch" assoziierte; ein One-Hit-Wonder, wie man so schön auf Neudeutsch sagt, vom vergangenen Kurzzeitruhm lebend. Wie falsch ich mit dieser Einschätzung lag, machte mir erst das 2009 erschienene Album "Im Mondrausch" deutlich, das die grandiose vokale Brillanz dieser (wohl nicht nur von mir) völlig unterschätzten Künstlerin demonstrierte; ein künstlerischer Meilenstein höchster Qualität, der jedoch dennoch - oder gerade deshalb(?) - kommerziell leider nicht reussierte, für mich aber ein zeitloses Meisterwerk darstellt. Entsprechend hoch waren meiner Erwartungen an diese neue Arbeit. Pe Werner mit einer Big Band und mit unverwüstlichen Evergreens im Gepäck, die von ihren Originalinterpreten vom Schlage einer Knef, einer Dietrich meisterlich geprägt wurden? Viele zeitgenössische Künstler(innen), darunter auch Patricia Kaas, sind daran gescheitert, lieferten entweder nicht ernstzunehmende Plagiate oder aber kollidierten mit der Unmöglichkeit, diesen Standards neue Nuancen zu verleihen. Nicht so Pe Werner, deren ebenso klare wie voluminöse Stimme sich eigentlich nicht unbedingt für das Genre Jazz zu empfehlen scheint - so meine Vermutung. Selbst dieses letzte meiner Vorurteile verflog beim wohligen Hören dieses Albums rasch, um der Erkenntnis Platz zu machen, dass die Werner, modulationsfähig, stimmungs- und intonationssicher wie kaum eine Andere, vermutlich alles singen kann, will sagen: Sie macht auch ein scheinbar unauflöslich mit der Knef verknüpftes Kleinod wie "So oder so ist das Leben", um nur ein Beispiel anzuführen zu dem Ihren, haucht ihm neuen Atem ein, ohne das Original zu verwässern - eine Kunst, die kaum jemand außer ihr beherrscht. Begleitet wird die Sängerin kongenial von der WDR-Big Band, die tatsächlich mit "großem Besteck" daherkommt und die auf diesem Album enthaltenen Lieder in ein feines, dem klassischen Jazz verwandtes Gewand hüllt, das jedem internationalen Vergleich standhalten kann. Ein stimmungsvolles, äußerst facettenreiches, dazu noch phantastisch arrangiertes Album auf höchstem Niveau ist entstanden, das seinem Vorgänger qualitativ in nichts nachsteht. Kurzum: Ein großer Wurf mit viel Liebe zum Detail. Bleibt zu hoffen, dass es auch die Publikumsresonanz erfährt, die es verdient. Ein großer künstlerischer Erfolg ist es allemal.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Klare Kaufempfehlung für verdienten Testsieger, 21. August 2011
Nachdem sich mein alter, hochwertiger Staubsauger nach mehr als 15 Jahren intensiven Gebrauchs dann doch anschickte, sich aufs Altenteil zurückzuziehen, wollte ich infolge hoher Zufriedenheit eigentlich dessen Nachfolgemodell anschaffen. Per Zufall stieß ich bei meiner Recherche auf dieses SIEMENS-Gerät. Beeindruckt von den überschwänglichen Rezensionen sowie dem Status des Testsiegers bei der als knallhart bekannten Stiftung Warentest orderte ich es, wenn auch mit einigen Zweifeln. Schon die kinderleichte Montage überraschte mich auf das Angenehmste und wurde vom ersten Gebrauch des Gerätes noch übertroffen. Meine Wohnung ist mit Parkettböden sowie dichten Orientteppichen ausgestattet, deren eingesunkene Schmutzpartikel von meinem Altgerät nur auf höchster Stufe entfernt werden konnten. So staunte ich nicht schlecht, dass sie von diesem Gerät auf lediglich mittlerer Saugkraftstufe von sämtlichen unliebsamen Objekten befreit wurden. Ein großes Plus gilt auch der vergleichsweise leisen Reinigungsarbeit, den für wirklich alle Zwecke mitgelieferten Düsen, der angenehm leichten Handhabung wie auch der Möglichkeit, die beiden wichtigsten Austauschdüsen (Polstermöbel sowie schmale Ritzen) stets im Korpus integriert mitführen zu können - dies spart Wege und die übliche Suche nach dem Aufbewahrungsort. Fazit: Dies ist der beste Staubsauger, den ich je hatte sowie die bisher klügste Kaufentscheidung, die ich in diesem Jahr traf. Das Prädikat "Testsieger" ist hochverdient. Klare Kaufempfehlung!
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72 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Ein Phänomen unserer Zeit, 11. August 2011
Von der nach oben offenen Ekelniveau-Skala zeugt dieses Produkt der Feuchtbiotop-Spezialistin, die sich zwar mit sämtlichen Körperöffnungen wie auch dem darin Befindlichen bestens auskennt, jedoch mit diesem "Werk" das Maß des Erträglichen bis hin zum Erbrechen ausreizt. Dass es dennoch mehrheitsfähig wurde, gar die Spitze der Bestsellerlisten erklomm, kann mich angesichts der Tatsache, dass der schlechteste wie auch niveauloseste "Comedian" hierzulande die größten Hallen füllt, nicht weiter verwundern: Ein Phänomen unserer Zeit, das allerdings durchaus nachdenklich stimmt. Ich verzichte an dieser Stelle auf entsprechende Zitate, da sie bereits partiell aus den Federn einiger Vorrezensenten flossen und daher auch keiner Wiederholung bedürfen. Weiter möchte ich eigentlich auf die Betonung der Tatsache verzichten, dass ich ein sinnesfroher Mensch und als solcher guter erotischer Literatur gegenüber stets aufgeschlossen bin - dass ich es ausnahmsweise an dieser Stelle tue, ist der naheliegenden Vermutung geschuldet, mich ansonsten dem Bombardement an entsprechenden Kommentaren Roche-Höriger ausgesetzt zu sehen, die absolut am Ziel vorbeigingen. Nachdem ich den Erstling nur vom Hörensagen kenne, wollte ich mir in Anbetracht des vorliegenden Nachfolgewerkes ein eigenes Urteil bilden. Etwa 20 Seiten dieses Machwerkes habe ich mir angetan, um es dann aus Selbstschutzgründen endgültig und restlos zu entsorgen: Der Mensch muss sich zeitlebens mit unabänderlichen Scheußlichkeiten abfinden. Widerwärtigkeiten wie die hier zwischen zwei Deckel gepressten nehmen jedoch den obengenannten Weg. Fazit: Hier schreibt keine literarisch versierte, auch nur in Ansätzen ambitionierte oder gar mit irgendeiner Begabung ausgestattete Autorin, sondern eine Frau, deren einziges Talent im Vollzug horizontaler Basiskompetenzen zu bestehen scheint und deren geschilderte Widerlichkeiten wohl nur diejenigen goutieren dürften, die sich einem gewissen Fetisch verschrieben haben. Letztere werden das allzeit feucht-übelriechende Geschmiere als Gewinn verbuchen, während sich der Rest der Menschheit, vom Brechreiz gepeinigt, angewidert abwendet. Mit dem Bundespräsidenten ("für Deutschland", natürlich!) koitieren wollte die Dame - sie durfte es nicht. Schreiben wollte sie (und tat es) aber - sie kann es nicht. Aneinanderreihungen übelster Obszönitäten in trivialster Sprache, werte Frau Roche, haben keinerlei Unterhaltungswert; von einem Henry Miller, einer A.Nin trennen Sie Ozeane, in die man die Gesamtauflage dieses Pamphletes - handelte es sich nicht um Umweltverschmutzung und dauerten mich nicht die armen Meeresbewohner - restlos versenken sollte.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Das reicht nicht ganz, Monsieur..., 24. Juli 2011
Von "Chansons wie schwerem Rotwein", nur "ohne Kopfschmerzgarantie" parlierte eine große deutsche Wochenzeitschrift unlängst. Entsprechend groß waren meine Erwartungen an das nunmehr 6.Album des in der Tradition des großen Serge Gainsbourg stehenden modernen Chansonniers, den nicht nur meine Wenigkeit als Meister des Sprechgesangs empfindet. Gleich vorweg: Wirklich enttäuscht bin ich nicht. Auch die neuen Lieder von Monsieur Biolay bewegen sich fern des Mainstreams, verströmen mit der auch den schnelleren Nummern immanenten, oft pianounterlegten Melancholie den ganz typischen, eigenartigen Reiz, der vor allem jene Chansonfreunde für sich einzunehmen weiß, die Wert auf avantgardistitisch-innovative französische Musik legen, die sich in der Tradition des klassischen Genres bewegt und durchgehend als qualitativ weit über dem Durchschnitt angesiedelt ist. Obwohl das neue Album diese Kriterien erfüllt, kann es m.E. mit den Vorgängeralben insbesondere der Tatsache wegen, dass 4 Stücke nicht von Biolay selbst, sondern entweder instrumental gefertigt oder von mir unbekannten Damen gesungen werden, nicht durchgängig mithalten. Alle Titel (deren Texte diesmal im Booklet leider fehlen), sind von einem Filmprojekt inspiriert, wie es der schmale Aufkleber auf dem Cover verrät. Bewusst(?) verschleiert werden jedoch die vom Künstler eben nicht vokal geprägten Chansons, was eine Höchstbewertung trotz der durchweg gewohnt anspruchsvollen Kompositionen nicht zulässt: Wo Biolay draufsteht, sollte auch Biolay drin sein - und zwar durchgängig. So jedoch bleiben Wünsche offen, die gewiss nicht nur mir zu Eigen sind und leicht hätten erfüllt werden können. Pardonnez-moi, Monsieur, mais - ca ne suffit pas...
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Irreführend - Eine Zusammenstellung, die nicht hält, was sie verspricht, 4. Juli 2011
Eines vorweg: Jeder der hier enthaltenen Titel wird durch die faszinierende Stimme der Mathieu alleine schon geadelt und ist von der an Perfektion grenzenden Kunst der Arrangeure bereits über jeden Zweifel erhaben. Weshalb dann die schlechte Bewertung, wenn Stimme wie Songs doch zur Creme des deutschen Schlagers gehören? Ganz einfach: Eine CD, die den Anspruch erhebt, "Das Beste" (womit nach gängiger Lesart kommerzorientierter Plattenfirmen die großen Hits gemeint sind) zu beinhalten, dann jedoch nur 15 Titel bietet, von denen lediglich 7(!) Single-A-Seiten waren, führt sich selbst ad absurdum - zumal, im Gegensatz zur AMAZON-Beschreibung, der Zusatz "Die größten Hits" auf dem Cover prangt. Alleine in Deutschland hatte Mireille Mathieu 38 Singles in den Verkaufscharts, darunter längst zu Evergreen-Urgestein gewordene ganz große Publikumserfolge wie "Akropolis adieu", "Der Zar und das Mädchen", "Der Pariser Tango" und so viele mehr, so dass eine komplette Aufzählung den hiesigen Rahmen sprengen würde. Sie alle glänzen auf dieser angeblich "Die größten Hits" offerierenden Compilation durch Abwesenheit - und dies ist beim besten Willen nicht mehr nachvollziehbar. Ein Album, das viele der ganz großen Evergreens dieser zeitlosen Künstlerin zugunsten zwar schöner, doch unbekannterer Lieder NICHT enthält, verdient die Namensgebung keineswegs, sondern muss sich die unschöne Etikettierung "Mogelpackung" gefallen lassen. Sympathisanten der kleinen Großen, die wirklich einen echten Überblick über die großen Hits wünschen, ist anzuraten, auf Doppelalben wie "Herzlichst, Mireille" oder aber "Bonjour Mireille" auszuweichen, die einen vergleichsweise respektablen Überblick bieten, ebenfalls günstig erhältlich sind und diesem irreführenden Produkt in jedem Fall vorgezogen werden sollten.
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Lautlose Tragödie hinter perfekter Fassade, 21. Juni 2011
Perfekt nahm man sie wahr. Sturmfest ondulierte Frisur, bei der jedes Härchen saß, ein bis ins Detail wohlakzentuiertes Make up, ein stets angemessenes Lächeln - wohlerzogen, pflichtbewusst aus preußischer Erziehung, niemals aus der Rolle fallend. Perfekt. Zu perfekt, um mich zu Lebzeiten von der Authentizität ihres Auftretens zu überzeugen. Immer war da eine Aura von Selbstbeherrschung, eiserner Disziplin und unausgelebtem Ich, von bedingungsloser Unterordnung in die Pflichten einer im Licht der Öffentlichkeit stehenden Kanzlergattin, die die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zu vereiteln schien - zugunsten des Gatten, den es zu unterstützen galt. Eine Ahnung nur, die durch den tragischen Freitod dieser so sehr um Perfektion Bemühten nach und nach - jüngst durch den Bestseller ihres Sohnes Walter - allzu deutliche Konturen gewann. Das vorliegende Werk des jeglicher Unseriosität fernen Autors komplettiert das in den vergangenen Jahren entstandene Mosaik einer Frau, die sich dem Rollenverständnis ihrer Generation beugte, die sich mit allen Kräften der Karriere ihres machtversessenen Mannes verschrieb, ihm den Rücken freihielt und dabei ihre eigenen Bedürfnisse einzementierte; einer Frau, die alle Kraft aufwendete, die Familie durch alle Zwänge und Pflichten hindurch zu harmonisieren, so gut dies eben noch möglich war. Die Frage nach Unterstützung ihrer Person stellte sich nicht - war sie doch von Kindheit an gewohnt, die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Fotografen in St.Gilgen, einem Urlaubsort, den sie hasste, von ihrem Mann jedoch bestimmt wurde; maskenhaftes Lächeln auf den für die Yellowpress gestellten heiteren Familienfotos am Wolfgangsee, Normalität suggerierend, wo anstelle derer die schleichende Vereisung der Seele, die ihrem Zerfall entgegentaumelte, längst begonnen hatte. Das Verdienst des Autors besteht aus meiner Sicht in erster Linie darin, ein authentisches Bild der Hannelore Kohl zu zeichen, das weder beschönigt, noch zusätzlich dramatisiert oder gar verklärt. Unter Verzicht auf Effektheischerei, spannend, doch nicht sensationslüstern, gelingt ihm die Schilderung der Geschichte eines Ehepaares, dessen weiblicher Part infolge der lebenslangen Unterordnung eigener Bedürfnisse unter jene ihres dominant-karrierehungrigen Mannes auf Sicht gesehen scheitern musste. Einer Frau aber auch, die sich ihren Blick für Anstand und Moral keineswegs vernebeln ließ, auch wenn sie sich zu dessen Durchsetzung außerstande sah - wirkte sie doch u.a., natürlich vergebens, auf ihren Mann ein, die Namen der Parteipender zu nennen. Helmut Kohl indes, vom "Mantel der Geschichte" nicht nur gestreift, sondern längst nach eigenem Ermessen von diesem dick umhüllt, war längst zu entrückt, um das sich abzeichnende Drama erkennen zu können. So ist nun auch die Mär von der Lichtallergie als alleiniger Verursacherin des tragischen Endes gleich einer Seifenblase zerplatzt. Dass ausgerechnet ein Mann, der anlässlich seines Amtsantritts als Bundeskanzler eine "geistig-moralische Wende" versprach, hinsichtlich dieses Anspruchs bei der eigenen(!) Familie kläglich versagte, lässt das Maß an Gefühlskälte erahnen, der seine Frau nicht zuletzt zum Opfer fiel und deren (falsch verstandene und nie honorierte) Aufopferungsbereitschaft in diesem Buch sachlich-unverklärte Würdigung erfährt - was die neue Frau Kohl, die die Kleider der Toten in der Öffentlicheit aufzutragen pflegt, vermutlich nicht sonderlich goutieren wird. Fazit: Es handelt sich um eine der aufschlussreichsten wie auch berührendsten Biographien, die ich je las und die ich vorbehaltlos empfehlen kann.
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33 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Vom Ruin einer einst außergewöhnlich schönen Stimme, 15. Juni 2011
Roland Kaiser, ein Sänger, der zu Recht den Musikmarkt der 80er Jahre beherrschte, präsentiert ein neues Album, das jeden Freund dieses Künstlers verstören muss - legt es doch beredtes Zeugnis über den Ruin einer Stimme ab, den ich in diesem Ausmaß nicht erwartet hätte. Nun ist es ja keinesfalls so, dass ich Roland Kaiser nicht als herausragenden Sänger im Schlagersegment empfände. Er hatte eine Vielzahl großer Hits, eine Vielzahl wunderbarer Balladen auf hohem Niveau sowie eine Equipe, die stets und mit Erfolg bemüht war, dieser außergewöhnlich guten Schlagerstimme mittels entsprechendem Songmaterial gerecht zu werden. Er ist auch heute noch auf gewissem Level - vornehmlich im Osten, auf den sich seine kommende Tournee fast ausschließlich konzentriert - erfolgreich und weiß sich bescheiden und überdies sehr sympathisch zu präsentieren, wie er es jüngst wieder einmal im TV unter Beweis stellte. Des weiteren zeichnete er sich stets durch eine ganz besonders gute Stimme aus, die auch schwächere Stücke veredelte, einen hohen Wiedererkennungswert besaß und sich in Volumen, Ausdruck wie auch spezifischem Timbre überdeutlich von denen seiner Kollegen abhob. Hier insbesondere habe ich meine beinahe grenzenlose Enttäuschung festzumachen. Von der oben skizzierten ausdrucksstarken Stimme, die auf faszinierende Weise in ihren Bann zu ziehen vermochte, ist kaum noch etwas übrig geblieben: Das einzigartige Timbre ist perdu. Gewiss mag dies zu einem marginalen Teil der Erkrankung des Sängers geschuldet sein, dürfte jedoch überwiegend an Faktoren liegen, deren exakte Beurteilung sich naturgemäß einer genauen Beurteilung entzieht. Hinzu kommt, dass das hervorragende Songschreiber- wie auch Produzententeam vor allem der 80er Jahre durch Jack White ersetzt wurde, der überwiegend beliebig-nichtssagende Mitklatschsongs auf Bierzeltniveau zimmert und den Künstler auf ebendieses Niveau hievt, um ihn so massenkompatibel wie irgend möglich zu machen. Unabhängig davon: Roland Kaiser, diese einstige Ausnahmeerscheinung am deutschen Schlagerfirmament, hat die charakteristischen Facetten seiner vokalen Brillanz nahezu völlig eingebüßt, d.h. der unübersehbare optische Alterungsprozess (dem ihm kein ernstzunehmender Mensch vorwerfen wird) hat auch die Stimme keineswegs verschont - im Gegenteil. Zwar lenkt der Jack White-typische Mitklatschsound ein wenig ab, doch kann er diese Tatsache gerade angesichts einer Ballade wie "Du Wunderbare", die vollen stimmlichen Einsatz erfordert und die verlorenen Nuancen gnadenlos zu Tage fördert, nicht verbergen. Das Stück offenbart einen Sänger, dessen stimmlicher Zenit gnadenlos überschritten ist und der das ganze Füllhorn studiotechnischen Schnicknacks benötigt, um noch einigermaßen "über die Runden" zu kommen. Nahezu unerträglich jedoch gerät der Gesang insbesondere in tiefen Tonlagen wie im unfreiwillig doppelsinnigen Titel "Ich hab genug", der angesichts des Stimmverfalls von einer Peinlichkeit ist, die geradezu erschüttert, die ihresgleichen sucht und wohl auch technisch nicht mehr korrigierbar war. Für mich ist es völlig unverständlich, dass ein derartig erfahrener, intelligenter Profi wie dieser Künstler Lieder akzeptiert, die den vokalen Verfall derart ungeschminkt ans harte Tageslicht befördern m ü s s e n. Man vergleiche einmal vorbehaltlos "Lange Schatten" im Original und im Remake. Selbst hartnäckige Fans dürften, sofern sie sich eine gewisse Portion unverblendeter Objektivität bewahren konnten, diesen traurigen Stimmverfall nicht länger leugnen können. Die Sprechstimme alleine genügt bereits, um eine Leugnung dieser traurigen Tatsache mit Vehemenz zu vereiteln. Dass sie - die eisernen Fans - es dennoch können, demonstrieren die zu erwartenden "Nicht hilfreich" - Stimmen zu dieser Kritik, die für Enthusiasten einer nicht hinnehmbaren Majestätbeleidigung gleichkommen dürfte; es kann nun einmal nicht sein, was nicht sein darf...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
An die Nieren gehend: Die Bestie Mensch und ihre Abgründe, 11. Juni 2011
Es gibt Liebesromane, süßliche Schmonzetten, die einzulullen beabsichtigen und den Alltag vergessen lassen wollen; es gibt harte Sachbücher über die Wirren und Grausamkeiten der Kriege, es gibt auf dem Büchermarkt eigentlich alles. Aus einem Themensegment ragen jedoch immer nur diejenigen Werke heraus, die neben einem brillanten Erzählstil in Kombination mit einem kongenialen Stoff derart zu packen wissen, dass man die Lektüre selbst als Vielleser nicht mehr aus dem Gedächtnis zu löschen imstande ist. Zu dieser vergleichsweise eher rareren Gattung zählt "Trieb". Es handelt sich um abgeschlossene Kurzgeschichten, die, schnörkellos-lakonisch geschrieben, menschliche Abgründe auf eine Weise thematisieren, die hochgradig verstören, entsetzen, gar schockieren, niemals aber kalt lassen. Das wirklich Atemraubende dabei ist das Bewusstsein des Lesers, dass diese Stories auf einem realen Hintergrund basieren und - wenn überhaupt - allenfalls vom Autor dramaturgisch marginal verändert wurden. Jochen Rausch gelingt ein extrem fesselndes, an die Nieren gehendes Buch, das sich als augenblicklich suchtinduzierend erweist, sobald man es aufgeschlagen hat und das durchgehend auf dem schmalen Grat des Entsetzens balanciert, ohne je zu versöhnen. Eher Zartbesaitete sollten diesen Stoff wohlweislich meiden, da er sich in die Tiefen der Seele bohrt und sich auch Tage danach noch als präsent erweist. Sind Sie jedoch auf der Suche nach einer hochspannenden Lektüre, die Sie vollends in ihren Bann zu ziehen vermag, kommen Sie an diesem Werk, das nie moralisiert, jedoch Seite für Seite packt, gar atemlos macht, kaum vorbei.
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The Dome Vol.58
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| Wird angeboten von schnellundbilligwarenhandel: |
| Preis: EUR 11,88 |
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Durchaus akzeptable Mischung aus Spreu und Weizen, 10. Juni 2011
Legt man sich Compilationen nahezu gleich welch Genres zu, so kann man sicher sein, neben dem Weizen auch die Spreu einzukaufen. Etliche Hits (und solche, die es noch weden könnten) dienen als Anreiz, während Ladenhüter oder aber Songs, die zwar aufwändig produziert wurden, auf dem Markt jedoch keine reelle Chance haben, mit dem Gesamtpaket geschnürt und auf diese Weise doch noch einigermaßen profitabel werden. Diese Doppel-CD stellt da keine Ausnahme dar. Vieles wurde draufgepackt, was Rang und Namen hat und in den Heavy-Rotation-Schleifen der Rundfunksender ertönt - von Lena über Bushido bis Lady Gaga. Es ist ein vielschichtiger Mix aus aktuellen Soundschmieden, die man mag - oder eben nicht. Interessant in jedem Fall, dass auch die kommerziellsten Beiträge zum Eurovision Song Contest (Jedward, Eric Saade oder aber Blue) ihren Weg auf diesen Sampler fanden, die ja bereits mannigfach gedownloaded wurden und längst heimliche Verkaufsschlager sind, obwohl sie die TOP 10 der Charts nicht dominieren. Aber auch der musikalische Einheitsbrei, d.h. Songs, die niemanden vom Hocker reißen, sind mit von der Partie: Diese zu benennen, bleibt jedem selbst überlassen. Fazit: Klare Kaufempfehlung für alle, die sich einen Überblick über die aktuellen Popproduktionen verschaffen möchten. Der Sampler enthält in jedem Fall etliche wirklich gute Smashhits, die die unvermeidlichen Kröten, die sich auf den beiden Scheiben befinden, je nach Geschmack wieder wettmachen. Günstiger steht man im Vergleich zur Anschaffung diverser Maxis allemal da.
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