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Rezensionen verfasst von
Karl Albietz

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Homosexualität: Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven
Homosexualität: Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven
von Andrew Goddard
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich! Auf so ein Buch habe ich lange gewartet, 19. April 2016
Wenn die Britische Evangelische Allianz ein Buch veröffentlicht, ist eine hohe Qualität garantiert. So auch bei dieser neuesten Produktion. Kein Schnellschuss, keine Defensive, sondern ruhige, sachliche Information. Es ist eine sehr faire Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität, mit einem vollen Ja zu den biblisch-theologischen Grundsätzen, ohne die Kirche in ihrem Verhalten gegenüber homosexuell Empfindenden und Praktizierenden zu schonen.
Was bei diesem Buch zu so einem kontrovers diskutierten Thema besonders angenehm auffällt, ist das selbstverständliche Ja zu den Aussagen der Bibel. Sie behält auch dann absolute Gültigkeit, wenn der gegenwärtige Trend in der öffentlichen Meinung in eine ganz andere Richtung weist. Es ist in der deutschsprachigen Theologie üblich geworden, dass man die biblischen Aussagen ständig an die gesellschaftliche Entwicklung anpasst. So veröffentlichte der Rat der EKD 2014 einen Grundlagentext zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017. Darin heisst es: "Seit dem 17. Jahrhundert werden die biblischen Texte historisch-kritisch erforscht. Deshalb können sie nicht mehr so wie zur Zeit der Reformatoren als 'Wort Gottes' verstanden werden." Im Klartext: Die Bibel wird in Frage gestellt, nicht der neueste Trend. Das Buch "Homosexualität" geht den umgekehrten Weg: Die Bibel gilt nach wie vor als Massstab, auch wenn sie den gesellschaftlichen Veränderungen widerspricht. Sie muss nicht ständig umgeschrieben oder neu interpretiert werden.
Alle sechs Texte im AT und NT, in denen die Homosexualität erwähnt wird, werden einzeln angeschaut. Bei ihrer Auslegung wird auch die ethisch-moralische Situation in der Entstehungszeit berücksichtigt. Und in einem nächsten Schritt wird die Gültigkeit ihrer Aussage für unsere Zeit untersucht. Sehr hilfreich sind auch vier Fallbeispiele, Situationen, wie sie in jeder Gemeinde vorkommen können und die für die Seelsorge ein besonders Fingerspitzengefühl erfordern.
Sympathisch in dem Buch sind die Ansätze zur Selbstkritik. Die christliche Gemeinde hat allzu lange homosexuell empfindende Männer und Frauen ausgegrenzt, anstatt ihnen eine Heimat anzubieten. Dabei unterscheiden die Autoren klar zwischen homosexuellen Empfindungen und dem Leben in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Homosexuell Praktizierende sind in der Gemeinde willkommen, sie müssen in diesem Umfeld aber lernen, anders mit ihren Empfindungen umzugehen. So heisst es im Leitsatz 10: "Wir ermutigen evangelikale Gemeinden, sexuell aktive lesbische und schwule Menschen willkommen zu heissen und anzunehmen. Gleichwohl sollten sie dies in der Erwartung tun, dass diese Menschen – wie wir alle, die wir nicht gemäss der Bestimmung leben, die Gott für uns hat – zu gegebener Zeit die Notwendigkeit erkennen werden, verändert zu werden."
Ein Beleg, wie vorsichtig die Autoren an die Arbeit gingen, ist der Hinweis, wie dieses Buch entstanden ist: "Goddard erstellte einen Entwurf für eine achtköpfige Kommission. Der überarbeitete Entwurf wurde von den Kommissionsmitgliedern einstimmig angenommen und an mehr als 40 Leser zur Begutachtung gesandt. Goddard und Horrocks haben dann den hier vorliegenden Text in seine abschliessende Form gebracht." Auch die Literaturempfehlungen, aufgeteilt nach verschiedenen Themen und Interessengruppen, geben den Eindruck einer offenen Diskussionskultur.


Keine Angst vor kritischen Fragen: Apologetik ganz praktisch
Keine Angst vor kritischen Fragen: Apologetik ganz praktisch
von Oliver Lutz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutig und erfreulich offensiv, 24. März 2016
Wer heute an Jesus Christus glaubt, braucht dafür triftige Gründe. Stimmen, die absolute Überzeugungen in Frage stellen, mehren sich, Argumente gegen den christlichen Glauben haben Hochkonjunktur. In diese Situation hinein ist das Buch von Oliver Lutz Gold wert. Es füllt eine Lücke. Wir haben heute neue Problemstellungen als noch vor zehn Jahren, deshalb braucht es auch neue Antworten. Oliver Lutz ist ein Praktiker im Gespräch mit kritisch denkenden Menschen. Und er lässt sich nicht in die fundamentalistische Ecke drängen, sondern versucht, das "alte" Evangelium für aktuelle Herausforderungen zu formulieren, offensiv, mit guten Begründungen. Exemplarisch greift er die zwölf häufigsten Argumente gegen den christlichen Glauben auf und versucht, im Dialog mit Kritikern überraschende Aspekte aufzuzeigen. Das Buch ist aber keine Sammlung von Lehrsätzen. Eigentlich ist es Schulungsmaterial für Christen, die den Glauben öffentlich machen wollen, dabei aber argumentativ an ihre Grenzen stossen. Wie antworte ich auf Fragen wie: "Warum lässt Gott das zu?" oder "Alle Religionen führen zum selben Gott". Auch schwierigste Fragen werden nicht ausgeklammert, wie etwa "Der liebe Gott und die Hölle".
Alles in allem ein mutiges Buch, das den Praxistest bereits bestanden hat. Es ist allen zu empfehlen, die selber Mühe mit dem Glauben haben oder die durch schlechte Erfahrungen mit Christen abgeschreckt wurden. Vor allem aber ist es ein hilfreiches Buch für Anfänger und Fortgeschrittene in ihrem Versuch, den Glauben transparent zu machen und glaubwürdig zu vertreten.


Hüter meiner Seele: Ordne die verborgene Welt deiner Seele - sie ist das Wertvollste, das du hast.
Hüter meiner Seele: Ordne die verborgene Welt deiner Seele - sie ist das Wertvollste, das du hast.
von John Ortberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll, überraschend, ehrlich, 17. Februar 2016
Der Name John Ortberg bürgt für Qualität, für eine feine Klinge, kein grobes Geschütz. Wer ihn kennt, geht nicht vorsichtig oder misstrauisch an sein neuestes Buch heran, sondern ist offen für Neues. Sein Stil nimmt die eigenen Überlegungen und Empfindungen mit auf eine Reise.
Ortberg ist von einem Mann mächtig beeindruckt, der in Europa weitgehend unbekannt ist: Dallas Willard, ein Philosoph und Schriftsteller aus dem San Fernando Valley bei Los Angeles. Wikipedia bezeichnet ihn als "evangelikalen Vordenker", zwanzig Jahre älter als John Ortberg und inzwischen schon verstorben (2013). Die Begegnungen mit diesem alten Mann haben das Leben von Ortberg nachhaltig verändert und ihm eine Dimension gezeigt, die wir gerne vernachlässigen: unsere Seele. Das Buch ist eigentlich eine Verarbeitung der vielen Gespräche, die John mit Dallas geführt hatte.
Ortberg ist sich bewusst, dass er mit dem Thema "Seele" ein heute weitgehend unbekanntes Terrain beschreitet. Das Wort ist nicht mehr im Gebrauch. Dementsprechend nimmt er sich viel Zeit, die Seele zu definieren. Sie ist für ihn das, "was unser Leben in jedem einzelnen Augenblick in Gang hält". An anderer Stelle bezeichnet er sie als "das Betriebssystem des Lebens, die Fähigkeit, alle Teile unseres Seins zu einem einzigen, heilen Ganzen zusammenzuführen". Deshalb sollten wir zu unserer Seele Sorge tragen. Spannend wird es, wenn er die Ursachen angeht, die eine Seele kaputtgehen lassen. Bezeichnend, dass der Übersetzer bei den zahlreichen Bibelstellen, in denen "Seele" vorkommt, auf ältere Bibelübersetzungen zurückgreifen muss, weil das Wort "Seele" in modernen Ausgaben meist umschrieben wird.
Für mich ein wichtiger Denkanstoss: "Seelen retten" – ein Lieblingswort früherer Evangelisten – zielt nicht in erster Linie auf die Ewigkeit retten. Wer ohne eine Beziehung zu Gott lebt, ist jetzt schon verloren, zerrissen und nicht in der Lage, seine Lebensaufgabe zu erfüllen. Und das wiederum hat Auswirkungen auf andere Menschen und auf die Ewigkeit, denn die Seele überlebt den physischen Tod. Deshalb muss sie "gerettet" werden.
Ein durch und durch ehrliches Buch. Auch ein Grosser bleibt Lernender. Ortberg sucht Dallas Willard auf, um Hilfe für problematische Gemeindeglieder zu erhalten – und kehrt als veränderter Mensch nach Hause. Nicht die anderen waren das Problem, sondern er selber.
Ein Buch, das guttut, mit unerwarteten Formulierungen, die zum Nachdenken anregen. Ein Buch, das versteckte Defizite aufdeckt und auf sanfte Art zur Heilung beitragen kann. Ein anspruchsvolles Buch, das man nicht in einem Zug durchliest. Es braucht immer wieder kreative Pausen, um die steilen Sätze von John Ortberg oder Dallas Willard zu verarbeiten.


Ich, Saulus: Thriller
Ich, Saulus: Thriller
von James S. MacDonald
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungemein spannend, anregend, herausfordernd, 20. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Ich, Saulus: Thriller (Gebundene Ausgabe)
Jerry Jenkins, bekannter Koautor der Endzeit-Romanserie "Finale", steigt in die Arena der Krimi-Autoren. Dabei wählt er ein sehr anspruchsvolles Thema: Er schreibt eine Autobiographie des berühmten Völkerapostels Paulus. Das allein ergibt allerdings noch keinen "Thriller", wie das Buch überschrieben ist. Spannend wird es, weil diese Autobiographie erst jetzt entdeckt worden sei. Das "Carcere Mamertino", der "Kerker", in dem Paulus die letzten Tage vor seiner Hinrichtung verbracht hatte, wurde renoviert. Dabei fand man die Pergamentrollen mit den persönlichen Aufzeichnungen. Keine Kopie, sondern das Original! Dieser sensationelle Fund weckte so viele Begehrlichkeiten bei den verschiedensten Personen, dass es zu einer beispiellosen Jagd nach den Pergamentrollen kam.
Das Buch wird als "Thriller" angepriesen. "Charakteristisch für Thriller ist das Erzeugen eines Thrills, einer Spannung, die nicht nur in kurzen Passagen, sondern während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist, ein beständiges Spiel zwischen Anspannung und Erleichterung."
"Ich, Saulus" wird dieser Beschreibung vollauf gerecht. Alles dreht sich um einen Vers im letzten Brief des Paulus. Im 2. Timotheusbrief (4,13) erwähnten er Pergamentrollen, die ihm Timotheus nach Rom mitbringen soll.
Jenkins geht in seinem Buch davon aus, dass diese Pergamentrollen autobiographische Aufzeichnungen des Paulus enthalten hätten, die in keinem seiner Briefe vorkommen. Der Arzt Lukas hätte Paulus in seinen letzten Lebenstagen geholfen, diese wichtige Arbeit abzuschliessen. Und nun, nach fast 2000 Jahren, kommen diese Originalmanuskripte in unversehrtem Zustand wieder zum Vorschein – und werden sofort geraubt und versteckt. Das römische Antikendezernat bekommt Wind davon und setzt alle Hebel in Bewegung, diesen Raub aufzudecken und die Pergamentrollen zu finden.
Jenkins wechselt ständig den Schauplatz. Einmal zitiert er seitenweise aus dem Tagebuch des Paulus, dann wieder "sitzt" er mit Paulus und Lukas in der Todeszelle, um wenig später ("heute") kriminelle Machenschaften von Antiquitätenhändlern zu schildern, die kaltblütig auch vor einem Mord nicht zurückschrecken.
Vor dem Lesen des Buches glaubte ich nicht, dass man aus dem Leben eines Mannes, der vor fast 2000 Jahren gestorben ist, einen Thriller schreiben kann. Ich bin eines anderen belehrt worden. Die Fakten des Buches stimmen mit dem Neuen Testament überein, manche Details aus dem Lebenslauf des Saulus aus Tarsus sind erfunden. Aber insgesamt ist es ein stimmiges Buch, das uns in die brutale Situation des römischen Reiches zur Zeit von Kaiser Nero hineinnimmt. Auch Nicht-Krimi-Fans (wie ich) können von diesem Buch manches hinzulernen.


Studienbibel Neues Testament
Studienbibel Neues Testament
von Ulrich Wilckens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide Arbeit, aber (zu) kritisch, 11. Januar 2016
Wenn ein Übersetzer mit 86 Jahren sein Lebenswerk nochmals überarbeitet, muss das einen besonderen Grund haben. Und wenn er gleich zwei bekannte Persönlichkeiten einlädt, diese Arbeit zu überprüfen und einleitend ihre Meinung dazu aufzuschreiben, zeugt das von grosser Demut. Von Bescheidenheit zeugt auch die Art, wie Wilckens die Ergebnisse seiner jahrelangen Bibelforschung präsentiert. Da tritt kein Besserwisser vor ein hörendes Publikum, sondern ein Suchender, der bis ins hohe Alter nicht aufgehört hat, noch tiefer zu graben.
Ich habe mich gewundert, dass diese Studienbibel bei "fontis" herauskommt. Viele Ergebnisse von Wilckens Forschung entsprechen nicht der traditionellen evangelikalen Überzeugung. Roland Werners Geleitwort ist für mich wichtig, nicht nur, was diese Studienbibel betrifft. Es ist zugleich beispielhaft, wie ein evangelikaler Leser mit den Auffassungen eines Theologen anderer Prägung umgeht. So schreibt er: "Dass meiner Erkenntnis nach manche Datierung der Entstehung einzelner Bücher des Neuen Testaments deutlich früher angesetzt werden müsste und manche Frage der Verfasserschaft positiver und vertrauensvoller dem Zeugnis der frühen Kirchenväter und internen Angaben folgen sollte, soll noch einmal erwähnt sein. Aber (...) Ulrich Wilckens will Gottes Wort zum Leuchten bringen. Und das gelingt ihm ohne jeden Zweifel."
Die Übersetzung und die Kommentare von Wilckens haben den Charakter einer wissenschaftlichen Arbeit. Es ist nicht die geschliffene, moderne Sprache neuerer Übersetzungen. Sehr oft beruft sich Wilckens auf verschiedene Quellen, wie dies in der historisch-kritischen Forschung üblich ist. Betont wird nicht Gottes direkte Zusammenarbeit mit den Autoren, also die Inspiration durch den Heiligen Geist, als vielmehr ihre Kopierfähigkeit, das Abschreiben von allen möglichen anderen Autoren.
Aus diesem Grund scheinen mir einige Einführungen in biblische Bücher problematisch. Die historisch-kritische Forschung sucht nach Gründen, warum ein Brief (z.B. an Timotheus oder Titus) nicht von Paulus sein kann: "In der Forschung hat sich schon früh die Vermutung herausgebildet, es handle sich bei ihnen nicht um Briefe des Paulus, sondern um Sendschreiben eines Kirchenführers aus späterer Zeit." Im Gegensatz dazu machen es evangelikale Theologen genau umgekehrt: Sie suchen nach Gründen, warum Paulus diesen Brief geschrieben haben kann.
Zum Schluss einige Details, die mir beim Lesen aufgefallen sind:
- Die Erklärungen unterscheiden sich vom Schriftbild her zu wenig vom Originaltext. Man muss genau hinschauen um zu erkennen, ob es sich um einen Kommentar oder um einen biblischen Text handelt.
- Im Anhang fehlen Landkarten und eine Zeittafel. Diese gehören zwar nicht zu den Originalschriften des NT, können beim Bibelstudium aber doch sehr hilfreich sein.
- Die Gleichung in der Offenbarung: "Babylon = Rom" und die Deutung der antichristlich Operierenden auf die damaligen römischen Kaiser scheint mir eine zu gewagte Eingrenzung.


Hoffnung für alle. Die Bibel - "Blue Planet Edition": Die Bibel, die deine Sprache spricht
Hoffnung für alle. Die Bibel - "Blue Planet Edition": Die Bibel, die deine Sprache spricht
von Fontis - Brunnen Basel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Echte Hoffnung für alle!, 2. Januar 2016
Hoffnung für alle ist eine Erfolgsgeschichte. Dass sich eine Bibelübersetzung im Wettbewerb mit anderen so lange und so gut behaupten kann, ist wirklich erstaunlich. Seit über 25 Jahren schon ist Hoffnung für alle meine Bibel. Ich habe sie schon mehrmals durchgearbeitet, sie spricht tatsächlich unsere Sprache. Umso mehr war ich gespannt, was man daran noch verbessern kann. Sie sei inhaltlich noch präziser, wissenschaftlich aktueller und noch näher am Grundtext – so das Versprechen des Verlags.
Und tatsächlich: die Verbesserungen sind markant. Nur schon das Layout überrascht. Der Text ist stärker in Sinnabschnitte unterteilt. Jedes Buch enthält im Vorspann eine kurze Inhaltsübersicht. Die Psalmen und andere poetische Texte sind nicht mehr zweispaltig gesetzt, sondern in Versform. Das alles braucht natürlich mehr Platz. Aus den 1451 Seiten der Ausgabe von 2003 sind 1627 Seiten geworden. Das Druckpapier ist feiner, weniger durchlässig – auch das eine angenehme Nebenerscheinung, wenn man mit der Bibel tatsächlich arbeitet.
Beim Vergleich der neuesten Ausgabe mit den Texten von 2003 fallen tatsächlich viele Veränderungen ins Auge. So wurde zum Beispiel für "Gottes neue Welt" (ein zentraler Begriff in der Verkündigung Jesu) konsequent auf die alte Formulierung "Gottes Reich" zurückgegriffen. An manchen Stellen ist der Wechsel von der möglichst leichten Verständlichkeit hin zur Textgenauigkeit offensichtlich. Insgesamt wirkt der überarbeitete Stil auf mich konservativer, an gewissen Stellen sogar schwerer verständlich. Wie wenn die Übersetzer der Mut zu überraschenden, spritzigen Formulierungen verlassen hätte.
Aber aufs Ganze gesehen gefällt mir die neue Hoffnung für alle. Eine Sprache ist ja nicht ein für allemal in Stein gemeisselt, sondern verändert sich ständig. Deshalb ist die Absicht des Verlages zu begrüssen, diese Bibel von Zeit zu Zeit zu überprüfen und zu verbessern. Hauptsache, sie bleibt verständlich und spricht ganz direkt in die Lebenssituation der Leser hinein, nimmt ihre Fragen und Zweifel auf und unterstützt den Glauben der Menschen von heute. Und das tut Hoffnung für alle!


Maschas Geheimnis: Roman
Maschas Geheimnis: Roman
von Bernhard Meuser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Spannend und herausfordernd, 31. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Maschas Geheimnis: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es braucht ziemlich viel Phantasie, einen Roman über eine Stadt zu schreiben, die vielleicht einmal existierte, über die aber keine zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind. Der Einstieg in Maschas Geheimnis fällt für meine Begriffe denn auch ziemlich mühsam aus. Mehrmals wollte ich das Buch weglegen. Zum Glück habe ich es nicht getan. Interessant wird es erst, als die beiden Hauptpersonen, Mascha und Farin in den Mittelpunkt der Handlung treten. Dort, wo der Autor weg vom Grundsätzlichen hin zu persönlichen Gesprächen wechselt, wird es spannend. So ist für mich Maschas Liebesbrief an Farin in der Mitte des Buches ein erster Höhepunkt Es ist der Versuch, das Wesen der Liebe, das Unbegreifliche und doch Absolute in menschliche Worte zu fassen. Meisterhaft!
Ein Lehrbeispiel ist die schleichende Machtübernahme einer unbedeutenden Gruppe, die geschickt Schlüsselpositionen besetzte, ohne dass die breite Bevölkerung die Gefahr realisiert. Die Beeinflussung und Unterwanderung der öffentlichen Meinung durch geschickte wirtschaftliche Massnahmen durch eine kleine Berufsgruppe, die sich eine alles beherrschende Stellung erarbeitet und dabei auch vor Intrigen nicht zurückschreckt und den Verlust von wertvollen Menschen bewusst in Kauf nimmt. Godin, der bisherige starke Mann, der ehrliche, begabte politische Führer, muss schliesslich kapitulieren. Er verlässt die Stadt mit einigen wenigen Getreuen, kurz bevor sie durch eine gewaltige Sturmflut vernichtet wird.
Beim Lesen habe ich mich gefragt, warum ein christlicher Verlag dieses Buch veröffentlicht. Ist es einfach das Abenteuer? Die Machtübernahme durch Intrigen? Die Suche nach einer verschwundenen Stadt? Spezifisch christlich sind diese Themen nicht. Vielleicht ist es die Charakterstudie von Mascha, einer jungen Frau, die sich lukrativen Angeboten verweigert und deren Liebe zu einem einfachen, verachteten Fischer zu Höhenflügen ansetzt, die auch geübte Liebende vor Neid erblassen lässt. "Die Liebe ist der schlechteste Handel der Welt, denn sie verlangt alles für nichts", schreibt sie Farin. "Bleib, wo du bist, wenn du mir etwas und nicht alles geben willst. Etwas ist nicht genug. Wer sich behalten will, kann sich nicht schenken." Ein Idealbild? Es gab einen, der diese Liebe in Vollkommenheit lebte – und die Menschen ertrugen ihn nicht. Sie haben ihn umgebracht: Jesus Christus.


Sterben wir, so sterben wir dem Herrn: Bestattung und Trauerfeier aus christlicher Sicht
Sterben wir, so sterben wir dem Herrn: Bestattung und Trauerfeier aus christlicher Sicht
von Stefan & Lea Schweyer
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein praktisches, sehr hilfreiches Buch, 20. November 2015
Eine sehr sorgfältige Arbeit, in der viele Fragen rund ums Sterben sowohl für die Betroffenen selber wie auch für ihre Angehörigen aufgegriffen werden. Der unaufdringliche Stil lädt ein, sich mutig mit der Tatsache des (baldigen) Todes auseinanderzusetzen und die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Damit soll den Angehörigen möglichst viel Arbeit abgenommen werden, denn die emotionalen Momente, die mit einem Todesfall zusammenhängen, sind schon belastend genug.
Es ist ein sehr praktisches Buch. Nichts wird ausgelassen, was im Ernstfall bedacht werden muss. Einige Beispiele: "Der Tod – zwischen Verdrängung und Beherrschung" oder "Würdig sterben: Sterbehilfe und Palliative Care" oder "Erdbestattung und Kremation". Argumente für eine öffentliche Trauerfeier werden ebenso geliefert wie Angaben, was bei der Abfassung eines Testaments bedacht werden muss oder auch die kontrovers behandelten Themen der Patientenverfügung und Organspende. Ein gutes Buch mit unzähligen Tipps, woran man bei einem Todesfall alles denken sollte.
Sehr hilfreich finde ich auch die Formulare, die auf den Innenseiten des Buches mitgeliefert werden: Ein Organspendeausweis mit Argumenten dafür und dagegen, eine Patientenverfügung (eine kurze und eine ausführliche Version), mit Erläuterungen der FMH. Und zum Schluss ein Blatt, auf dem man seine Wünsche für die eigene Bestattung und Trauerfeier ankreuzen kann. Ergänzt wird das Ganze durch hilfreiche Adressen (Post und Internet), bei denen man in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich weitere Unterlagen anfordern kann. Die Autoren geben sogar ihre eigene Adresse an, damit man sich direkt an sie wenden kann. Wirklich sehr praktisch!


Und mittendrin leben wir: Gott, die Ökologie und Du
Und mittendrin leben wir: Gott, die Ökologie und Du
von Dave Bookless
  Broschiert
Preis: EUR 11,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Herausfordernd, mit einem neuen Ansatz für den Umweltschutz, 3. Juni 2015
Bookless will den Umweltschutz in der Prioritätenliste von Christen auf die Ebene von Gebet, Gemeinschaft, Bibellesen und missionarischem Einsatz anheben. Die Sorge um die Schöpfung sei nicht eine Option, die man wählen könne, sondern gehöre zum Pflichtprogramm jedes Christen. Seine Hauptbegründung: "Gott liebt nicht nur die Menschen, sondern seine ganze Schöpfung, Menschen, Tiere und Pflanzen."
Ich machte mich sehr skeptisch an die Lektüre dieses Buches. Zugegeben, ich bin kein Umweltaktivist. Und Sätze wie: "Wann immer wir schlechtes, billiges Fleisch kaufen, ohne danach zu fragen, ob das Tier gequält wurde, benehmen wir uns gegenüber dem Schöpfergott respektlos. Wir versündigen uns an Gott und unseren Mitmenschen, wenn wir zwar die Fakten über die Energieverschwendung und die Auswirkungen des übermässi-gen CO2-Verbrauchs kennen, aber unseren Fernseher auf Standby schalten und die Lichter im ganzen Haus brennen lassen" bringen mich eher auf die Palme als zu einem neuen Lebensstil. Ich als kleiner, einfacher Pen-sionierter komme mir gegenüber solchen Sätzen hilflos vor. Ja, wir haben unser Auto verkauft und fahren nur noch ÖV. Ja, wir lassen die Lichter nicht im ganzen Haus brennen und unser Fleischkonsum ist bescheiden. Aber dass ich sogar beim Fleischeinkauf mich erkundigen muss, ob die Tiere vor der Schlachtung artgerecht gehalten wurden, macht mich ratlos. Führt eine solche Haltung nicht zu einem unsicheren, ängstlichen, gesetz-lichen Christsein?
"Und mittendrin leben wir" ist mit grosser Leidenschaft geschrieben worden – mit der Absicht, die Gewohnhei-ten des Lesers zu verändern. Sein Ansatz ist nicht weniger als eine neue Interpretation des Missionsbefehls. Bookless behauptet, die Christen hätten den ganzheitlichen Ansatz von Jesus reduziert auf die Rettung der See-len. "In der Vergangenheit haben Christen die von Gott gegebene Mission darauf reduziert, sterbende Men-schen von einem verdammten Planeten zu retten; die Welt wird als entgleister Zug gesehen, der ausser Kon-trolle geraten ist. Die Kirche ist der personifizierte Rettungsplan. Sie ähnelt einem Waggon, der noch rechtzeitig abgekoppelt wird, während der Rest des Zuges die Klippen hinabstürzt. (...) Die radikale Botschaft der Bibel sagt uns, dass Gottes Mission viel aufregender und grösser ist als das! Auch wenn die Welt tatsächlich ausser Kontrolle geraten ist, gibt es immer noch Hoffnung. (...) Gott liebt nicht nur die Menschen, die er geschaffen und durch Jesus wieder in die Beziehung zu ihm gebracht hat, sondern auch den Rest der Schöpfung."
Manchmal wurde ich beim Lesen den Verdacht nicht los, dass der Autor zu einer vorgefertigten Überzeugung einfach noch eine passende Bibelstelle gesucht hat. Ich kann mit dem besten Willen bei Jesus kein spezielles Engagement zum sorgfältigen Umgang mit der Schöpfung feststellen. Dabei wäre er eigentlich dafür prädesti-niert gewesen, denn nach Kolosser 1 war er bei der Entstehung unserer Welt aktiv beteiligt. Sicher, er fuhr kein Auto, arbeitete nicht am PC und das Kochen überliess er anderen. Aber er konnte zum Beispiel Dämonen erlau-ben, auf einen Schlag 2000 Schweine zu vernichten, Petrus fing auf Jesu Befehl hin zweimal überdurchschnitt-lich viele Fische. Und Jesus liess einen Feigenbaum verdorren, nur weil er keine Früchte trug. Auch bei Paulus lässt sich meines Erachtens (ausser bei der im Buch oft zitierten Stelle von Römer 8) keine spezielle Sorge für die Schöpfung ausmachen.
Sehr sympathisch finde ich, dass der Verfasser nicht nur ein guter Theoretiker ist, sondern seine Überzeugung persönlich lebt und sogar seine Familie zu einem neuen Lebensstil animieren konnte. Und zur eigenen Stand-ortbestimmung oder für die Diskussion in Gruppen finde ich die Fragen am Schluss jedes Kapitels hilfreich.


Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz: Historischer Roman
Jan Hus, der Feuervogel von Konstanz: Historischer Roman
von Tania Douglas
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4.0 von 5 Sternen Ungemein spannend und tragisch zugleich, 2. Juni 2015
Ein dramatisches Buch! "Der Feuervogel" im Titel lässt eigentlich auf eine unterhaltsame Lektüre schliessen. Weit gefehlt! Es gab Tage, da konnte ich das Buch nicht zur Hand nehmen, so trafen mich die Heuchelei und die Machtpolitik der damaligen Kirche. Unter dem Deckmantel der Frömmigkeit wurden auf brutalste Art und Weise Menschenrechte verletzt.
Es ist ein Wagnis, über eine kirchengeschichtlich so bedeutende Persönlichkeit einen Roman zu schreiben. Trotz umfangreicher Recherchen musste die Autorin vieles erfinden, um Jan Hus farbiger darstellen zu können. Aber die geschichtlichen Fakten stimmen. Und im Anhang des Buches gibt es eine offene Information, was gesicherte Tatsachen sind und was die Autorin hinzugedichtet hat. Das macht das gewagte Experiment letztlich doch glaubwürdig und sympathisch.
Jan Hus wird als begabter Prediger dargestellt, der die Massen mobilisieren konnte. Er stiess bei der mächtigen Kirche aber auf Granit, wurde in einem gigantischen Machtpoker zwischen rivalisierenden Päpsten und dem König kaltgestellt und schliesslich grausam beseitigt. Dass Hus positive Absichten haben könnte, wurde gar nicht in Erwägung gezogen. Monatelang unter unwürdigen Bedingungen in verschiedenen Gefängnissen inhaf-tiert, stand das Todesurteil bereits fest, bevor die Gerichtsverhandlung überhaupt begann.
Trotzdem war mit John Wycliff in England und Jan Hus in Prag die mächtige katholische Kirche angezählt. Weil sie aber die Zeichen der Zeit nicht erkannte, gelang hundert Jahre später Martin Luther der entscheidende Durchbruch. Im Gegensatz zu Jan Hus hatte Luther bei den weltlichen Machthabern zuverlässige Stützen, die in den entscheidenden Verhandlungen zu ihm hielten.
Das Buch schliesst eher nachdenklich. Nicht wegen der Verbrennung von Jan Hus vor den Toren der Stadt Kon-stanz. Es sind die Dialoge kurz vor seiner Hinrichtung, der Versuch von gemässigten Gegnern, ihn auf den Un-terschied zwischen der Wahrheit und seiner Interpretation der Wahrheit aufmerksam zu machen. Aber es war zu spät. Hus war sich der Gefahr zu bewusst, wenn er sich von seiner bisherigen Verkündigung distanziert und "widerrufen" hätte. Deshalb mussten alle Versuche scheitern, dem begabten Verkündiger das Leben zu retten. Es war nicht die Zeit der Kompromisse. Die Zeichen mehrten sich, dass die Kirche in diesem maroden Zustand eine tiefe Erschütterung brauchte, um wieder zur Besinnung zu kommen. John Wycliff und Jan Hus waren die Vorboten einer neuen Zeit, die aber einen hohen Preis für ihre Überzeugung bezahlen mussten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 25, 2015 2:10 PM MEST


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