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Rezensionen verfasst von
Sascha Großmann "jooola" (ostsee)
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Map of What Is Effortless
Map of What Is Effortless
Wird angeboten von Cardboardstore
Preis: EUR 29,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen how popmusic will sound like in 2050, 23. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Map of What Is Effortless (Audio CD)
eines dieser alben, welches man seit ewigkeiten besitzt, dessen wahre schönheit sich aber erst nach langer zeit offenbart:

map of what is effortless.

und sie ist jeden tag dabei, sich weiter zu entfalten:

die schönheit.

vorzugsweise, wenn es draußen nacht und man selbst melancholisch oder einfach nur verdammt müde ist.

die beiden herren elektroniker joshua eustis und charles cooper haben ein werk geschaffen, in dem man auch noch nach zwei jahren so viel kreativität, so unglaublich viele details bei jedem hören entdecken kann. von slide-gitarren wo man nun wirklich keine erwartet, über wahnwitzige stereoeffekte bis hin zu hochkomplexen hihats im deckmantel eines 4/4 taktes.

ein fließendes gesamtwerk aus neun facettenreichen songs, von denen jeder einzelne es wert wäre, näher auf ihn einzugehen. das grandiose instrumentale intro „when it happens it all moves by itself“ gibt den melancholisch-epischen gesamtton an, wird gefolgt vom souligen „i lied“, dessen noch so simpler beat durch dezente frickeleien strophe für strophe interessant bleibt (wie auf jedem anderen vocaltrack des albums auch) und „my week beats your year“ lässt in mir jedes mal den wunsch aufkeimen, ihn als dj einer extatisch tanzenden menge schwitzender menschen zum fraß vorzuwerfen. wohl das sexiest stück musik in meinem regal. der titelsong überrascht und haut um – ein instrumentales und zum überwiegenden großteil von streichern (!) getragenes EPOS, das gar nicht mehr aufhört, sich dramatisch zu steigern. „what it was will never again“ fängt als so zerbrechliche ballade an, dass man sich ihr mit aller vorsicht und zärtlichkeit nähern will, um überraschend von einer sphärischen soundwand weggeblasen zu werden und „what is without the hand that wields it“ schießt den electronica-vogel ab. die ersten minuten dieser synthetisch-industriellen düsternis entbehren vollkommen jeglicher rhythmik und melodik, um wenig später befreiend auszubrechen und dem kopfkino mit dem finger in richtung cannes zu weisen. die daraufhin einsetzenden, warmen harmonien bieten der mechanischen geräuschkälte einen unfassbaren kontrast und die musikalisch beklemmende zukunftsvision klart sich zusehends auf. der song fadet aus, man hört vögel zwitschern, im hintergrund grollt der ferne lärm einer technisierten menschlichen welt.

dieses album aus dem jahre 2004 ist seiner zeit um jahrzehnte voraus - es ist ein futuristischer trip in eine ferne zukunft, die sich zum positiven gewendet hat.


Takk...
Takk...
Wird angeboten von musik-markt
Preis: EUR 9,89

16 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen enttäuschend., 11. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Takk... (Audio CD)
die beiden vorgängeralben "agætis byrjun" und "( )" wussten auf ganzer linie mit dem mit nichts und niemandem vergleichbaren konzept der isländer zu überzeugen; so eröffneten sich dem aufgeschlossenen hörer die musikalisch vertonte einsamkeit der landschaften der kleinen baumlosen insel hoch im norden. die enorme emotionale kraft der außergewöhnlichen, wie von einer anderen welt (was island ja auch zu sein scheint) stammenden musik wusste metaller über alternative-rocker bis hin zu esoterikern zu begeistern. die erwartungen an "takk..." waren nach dem gewaltigen weltweiten erfolg der band enorm hoch.
und wie so oft ... sie wurden nicht erfüllt.
es ist schwer zu sagen, woran es nun liegt. das konzept ist eine mischung der beiden vorgängeralben. möglicherweise funktioniert jedes jedoch nur geschlossen, nicht aber eine symbiose beider?
neben den ungewohnt lebensfrohen nuancen (das untitled-album hingegen war die vertonte depressivität) ist "takk..." ungewohnt "rockig" für sigur rós-verhältnisse ausgefallen. an sich keine schlechte entwicklung, doch hat das ganze irgendwie seine magische wirkung verloren. es klingt beinahe ausgelutscht - als hätten sie die songschreiberischen elemente, die den bisherigen erfolg geebnet hatten, plump zusammengeworfen. wie eine lustlose jamsession - oder besser noch; eine sigur rós coverband.
bis auf die definitiven höhepunkte "sæglopur" und "gong" (vielleicht auch noch die erste auskopplung "hoppipola") plätschert "takk..." langweilig, halbherzig und durch jonsís eintönigen gesang beinahe nervig dahin. kaum eine spur der gewohnt bombastischen emotionalität.
vielleicht wirkt die liveumsetzung der neuen songs besser, für das album jedoch hätten sie sich lieber ein, zwei jährchen mehr zeit nehmen sollen, oder es sich ganz sparen können. so stellt es den unnötig unschönen fleck im sonst so grandiosen gesamtkonzept der band dar - höchst schade.
6/10


MTV Unplugged
MTV Unplugged
Preis: EUR 5,00

4 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen überschätzt!, 6. August 2005
Rezension bezieht sich auf: MTV Unplugged (Audio CD)
nirvana wurden und werden gehypt, der selbstmord ihres sängers brachte ihnen den kultstatus ein, den sie heute genießen. doch dass diese band musikalisch keineswegs erste güte war, beweist sie einmal mehr auf diesem konzert. die songs sind unkreativ in unplugged-versionen umgesetzt und kurt cobains instrumental- und gesangsfähigkeiten lassen sehr zu wünschen übrig. einzig überzeugend auf dieser cd ist die förmlich hörbare verzweiflung, die herr cobain zu dieser zeit bereits ausstrahlte.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2012 7:18 PM MEST


Catch Without Arms
Catch Without Arms
Preis: EUR 7,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dredgs Drittes, 4. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Catch Without Arms (Audio CD)
Entgegen vieler Erwartungen, Dredg würden die häufig erwähnten Referenzen zu Tool in Sachen Komplexität und Intensität ausbauen und uns ein alternatives Monsteralbum auftischen, ist "Catch Without Arms" sehr eingängig, songorientiert und, ja, fast pop-ig geraten. Doch gerade darin bestand die neue Herausforderung für die vier Kalifornier; ein Album zu schaffen, dessen einfacher gestrickte Songs in sich funktionieren und die sich auch ohne den Rahmen eines atmosphärischen Gesamtwerks (wie beim Vorgänger "El Cielo") voll entfalten können. Und das ist Dredg gelungen.
Neben für die Band charakteristischen Songs wie dem Opener "Ode To The Sun", dem tollen "Planting Seeds" oder der Single "Bug Eyes" finden sich vollkommen untypische Tracks wie "Not That Simple", "Zebra Skin" und "Sang Real", die oft ohne Verzerrer oder wie im letztgenannten sogar komplett ohne echtes Drumming auskommen, aber auf ihre Art und Weise total zu überzeugen wissen. Schlagzeuger Dino Campanellas Pianofähigkeiten spielten im Entstehungsprozess des Albums eine hörbar große Rolle, sie kommen häufig zum Einsatz und werden von ihm sogar teilweise live zeitgleich mit einhändigem Drumming umgesetzt.
Die beiden härteren und schnelleren Songs "Tanbark" und "Hungover On A Tuesday" entfalten sich eher live als auf CD, trüben den Gesamteindruck jedoch keineswegs so sehr wie der überzogen kitschige, tatsächlich an die neueren U2 erinnernde Abschluss "Matroshka". Ebenfalls eher schwach ausgefallen ist der Titelsong, der etwas langweilig dahinplätschert. Vollkommen vergessen sind diese Ausrutscher jedoch beim Hören des grandiosen, sphärischen "Jamais Vu" - mit das beste, was Dredg je hervorgebracht haben. Gitarrist Mark Engles packt hier alles aus, was seinen für die Band prägenden Stil ausmacht ... ganz großes Kino!
Insgesamt ein tolles Sommeralbum, das einen wirklich langsam zu der Frage bringt, warum Dredg nicht schon längst an Bekannt- und Beliebtheit gewonnen haben. Wem die Vorgängeralben zu düster oder zäh waren, sollte hier nochmal einen Versuch mit dieser genialen Band wagen.
9/10


At the Soundless Dawn
At the Soundless Dawn
Preis: EUR 19,23

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... And The Air Filled With A Reddish Glow, 30. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: At the Soundless Dawn (Audio CD)
Wenn sich u.a. Mitglieder von "Isis" und "Neurosis" zusammenfinden um gemeinsam Musik zu machen, erwartet man erstmal Böses. Aber das komplett instrumentale "At The Soundless Dawn" bietet eher atmosphärische, "Mogwai"-ähnliche Soundlandschaften, Spannungsbögen und diverse emotionale Ausbrüche. Sieben überdurchschnittlich lange Songs, die zwar viel Platz für Gesang (ich stell mir da oft den "Neurosis"-Sänger vor) bieten, jenen durch die genialen Arrangements aber keineswegs vermissen lassen.
Der kleine scheinbare Niveau-Durchhänger im Mittelteil des Albums wird von den grandiosen ersten drei Songs und dem Finale im letzten Track (was für eine Steigerung!) absolut ausgeglichen. Ich nenne absichtlich keine Songnamen, da sie wohl das Zeichenlimit der Rezension sprengen würden - doch ist es das Tracklisting wert, komplett gelesen zu werden, da es einen wunderschönen, zusammenhängenden Text ergibt, der die Atmosphäre des Albums sehr gut widerspiegelt.
Wem die Stile (vor allem die ruhigeren Sachen) der beiden anfangs genannten Bands gefallen, sollte sich mit diesem wunderschönen Gesamtwerk unbedingt mal ausgiebiger beschäftigen, am besten über Kopfhörer inmitten der Natur.
Ein absolutes Highlight der alternativen Musikszene im Jahre 2005!


100th Window
100th Window
Preis: EUR 9,19

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen atmosphäre!, 30. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: 100th Window (Audio CD)
es ist immer das gleiche. bands, die ihr meisterwerk bereits veröffentlicht haben, werden für nachfolgende alben oft zu unrecht kritisiert und an falschen maßstäben gemessen. dass es jedoch zur natürlichen entwicklung von musikern gehört, alt bewährte stile zu verlassen und auch mal andere wege einzuschlagen, wird dabei häufig vergessen. so verblasst "100th window" unter kritikern im schatten der (wahrhaft grandiosen) "mezzanine". doch habe ich den eindruck, dass sich rezensenten nur oberflächlich mit dem album beschäftigt und es vorschnell als enttäuschung in anbetracht der viel zu hohen erwartungen abgestempelt haben.
vergisst man jedoch mal die "mezzanine" und lässt sich auf "100th window" ein, eröffnen sich einem überwältigende sphären, in die man am besten nachts, bei schwarzlicht und mit guten kopfhöhrern versinkt. weniger psychedelisch, eher düster und melancholisch kommen die 9 relativ langen songs wie in einem guss über den hörer und nehmen ihn mit auf eine reise. es gibt keine schwachpunkte, keine lückenfüller, dieses album ist ein großes atmosphärisches gesamtwerk, eine der besten ambient-cds dieser zeit.
volle punktzahl!


With Teeth
With Teeth
Preis: EUR 10,98

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen neue unbeschwertheit, 5. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: With Teeth (Audio CD)
ein psychisch wie physisch sichtlich mit sich im reinen zu sein scheinender trent reznor gibt sich selbstbewusst und überzeugt von seinem neuen werk, dem lang ersehnten "the fragile"-nachfolger "with teeth". trent geht es gut, er ist clean, hat mit seinem leben aufgeräumt, was sich logischerweise in seiner musik widerspiegelt, die ja seit je her ein ventil seiner intimsten abgründe darstellt. dass jene gewohnten pechschwarzen und selbstzerstörerischen abgründe als solche nicht mehr zu bezeichnen sind, ist immens erfreulich und wünschenswert für den menschen hinter nine inch nails, der, hätte sich in seinem leben nicht grundlegend etwas geändert, möglicherweise schon nicht mehr unter uns weilen könnte. das hörbare ergebnis dieses wandels wird jedoch viele hartgesottene fans, die chronischerweise ihres lebens nicht froh werden und einen altar um ihre "the downward spiral" deluxe edition aufgebaut haben, irritieren bis erschrecken. aber von vorne.
von 13 "auf die fresse"-songs war die rede. trent versprach ein songorientiertes album, rockiger denn je, mit mehr echter instrumentierung. für letzteres ziel wurde prompt dave grohl engagiert, der für 6 songs ("you know what you are?", "the collector", "every day is exactly the same", "getting smaller", "sunspots" und "the line begins to blur") authentisches und drückendes drumming beisteuerte. generell ist "with teeth" sehr drumlastig ausgefallen, ein großteil der songs wird durch beats eingeleitet, die dann meist auch den kompletten titel lang durchrauschen, ohne rücksicht auf verluste bzw. progressiv eingestellte musikhörer. ein konzept der monotonie, das bei einigen songs aufgeht, wie beispielweise der vorab-single "the hand that feeds", die durch das treibende bassriff besticht, jedoch viele titel nur als guten durchschnitt erscheinen lässt. so kommt bei "love is not enough" oder dem titelsong auch noch gänzlich fehlende gesangsmelodie dazu. trent singt viel (es ist kein einziges instrumental vorhanden) jedoch wirken seine gesangslinien halbherzig, wobei die eintönigen arrangements auch nicht viel platz für melodie oder abwechslung bieten. die häufige kombination aus kontinuierlichem beat und bassriff ist eine teilweise annäherung an alt hergebrachte industrialsounds, jedoch fehlt jeglicher bombast, jede spannung und typisch beklemmende atmosphäre. letztere kommt z.b. nur in "the line begins to blur" oder "beside you in time" an gewohnte ansprüche heran. weiterer höhepunkt ist die bemerkenswert helle und simple rocknummer "only", einer der wenigen momente, in denen trents konzept der neuen einfachheit wunderbar groovend aufging.
über die gesamte platte hinweg wirken viele sounds bekannt aus "the fragile"-zeiten, in dieser hinsicht hat sich mastermind reznor nicht gerade selbst neuerfunden. trotz der vermeintlichen vertrautheit durch nin-typische elemente wirkt das album jedoch größtenteils austauschbar, es fehlt der unverwechselbare charakter, die die bisherigen werke durchzog. es ist wahrhaftig ein songorientiertes album, rockiger denn je. doch hat man den eindruck, reznor ist eher der mann für in sich geschlossene konzeptalben, der moderne komponist für düstere, komplexe opern der neuzeit, als der sänger, der mit seiner band rockalben aufnimmt.
um "with teeth" schätzen zu können, muss man die vorgefertigte meinungshaltung gegenüber nine inch nails ablegen, man muss seine erwartungen basierend auf den vorgängeralben neu definieren. eben diese erwartungshaltung lässt das leicht verdauliche neuwerk als enttäuschung erscheinen. doch hat man einmal die trauer um eine nicht vorhandene weiterentwicklung des gesamtkunstwerks "the fragile" überwunden, macht sich vorfreude breit. vorfreude auf parties, auf denen man zu nin abgehen kann, ohne dass jemand geschockt auf stopp klickt und wieder etwas anderes in die playlist einfügt. vorfreude auf einen sommer, in dem man trents stimme genießen kann, ohne aus dem sonne- und strand-stimmungshoch gerissen zu werden. man freue sich für ihn, man freue sich mit ihm und habe anteil an der neuen unbeschwertheit, mit "with teeth".
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2010 2:58 PM MEST


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