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Desevi "desevi" (da wie dort)

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A Foot In The Door  (The Best Of Pink Floyd)
A Foot In The Door (The Best Of Pink Floyd)
Preis: EUR 9,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich bin die Zielgruppe, 22. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin wohl die Zielgruppe für "A Foot In The Door", befand sich in meinem Besitz bisher nur "Wish You Were Here", die ich schon immer großartig fand. Als Best-Of kan man "A Foot In The Door" wohl nicht bezeichnen, besser wäre "Teaser" für das Gesamtwerk von PINK FLOYD - auch deswegen, weil 3/4 der Platte von Songs von "The Wall", "Wish You Were Here" und "Dark Side Of The Moon" bestritten werden.

Zweck erfüllt: "A Foot In The Door" hat mich den exzellenten Songs und dem guten Sound genug geteased, dass ich mir "The Wall" und "Dark Side Of The Moon" zulegen musste - Platten, deren großen Ruf ich natürlich kannte, die mir aber bis auf ein paar Songs eher unbekannt waren. Und schrittweise werde ich wohl weiter durch den Katalog wühlen; "Meddle", "Division Bell" und vielleicht "Animals" stehen auf der Wunschliste

Somit hat mich "A Foot In The Door" dazu gebracht, mich mit PINK FLOYD eingehender zu beschäftigen, was mir einen bedeutenden Mehrwert und ein "AHA"-Erlebnis gebracht hat. Außerdem handelt es sich um die richtige Platte für kürzere Autofahrten, in denen man nur schnell "den Hit" hören will.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2013 1:57 PM MEST


The Old Man & the Spirit
The Old Man & the Spirit
Preis: EUR 20,18

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Bombast-Metal-Oper, 7. März 2012
Rezension bezieht sich auf: The Old Man & the Spirit (Audio CD)
Was lange währt, wird endlich gut! Ein Sprichwort, das auf "The Old Man & The Spirit" trefflich angewendet werden kann, arbeitet Gitarrist Peter Degenfeld doch schon seit 2005 mit Keyboarder Christopher Tarnow an diesem monumentalen Konzeptwerk über einen alten Mann und seinem Kontrapart "The Spirit" und einer philisophischen Geschichte über menschliche Sinnhaftigkeit und übermenschliche Erkenntnis. Die Aufnahmen begannen bereits 2008 und nun im Jänner 2012 präsentiert sich das Werk in den Läden.

Klingt schon vom inhaltlichen Konzept her spannend, doch nicht minder spannend ist die musikalische Umsetzung, die eine progressive Metal-Rockoper darstellt, in der nicht nur Abwechslungen, sondern auch Überraschungen - wie der sparsame, aber sehr effektive Einsatz von Mandolinen oder kurze Sprechgesangparts - geliefert werden. So stehen progressive Keyboardparts, die etwas an AYREON erinnern, wie im Opener 'The Call' im Vordergrund, doch vielmehr prägen große Melodien und große Spannungsbögen die Platte. Bei 'Doorway To Salvation' sorgen Death Metal-Riffs zu Beginn für eine Überraschung, doch auch hier wandelt sich der Song in eine epische Metal-Musical-Nummer. Besonderer Höhepunkt ist 'The Difference Is Human', ein Song, der sich stetig und stetig steigert und in einem Mega-Finale kulminiert. Der Platte in ihrer Gesamtheit haftet etwas musicalhaftes an, vor allem durch die kurzen Sprechparts und die Instrumentalteile, doch die Songs vereinen die Attribute Härte, Progressivität, Eingängigkeit und große Melodien - das soll heißen, es wird nie kitschig, sondern bleibt stets spannend und aufregend. Dazu werden die beiden Charaktere von Herbie Langhans (The Old Man) und Dilenya Mar (The Spirit) auf beeindruckende Weise verkörpert; von ersterem durch seine kraftvolle und vielseitige Röhre, während Dilenya Mar mit ihrer jazzerprobten gefühlvollen Stimme besticht.

Wenn man progressive Rockopern mag, sollte man "The Old Man & The Spirit" jedenfalls ein paar Durchläufe genehmigen, allerdings sollte man der Platte auch die Zeit gönnen, die es braucht, um all die vielen versteckten Details aufnehmen zu können. Wirklich klasse!


Halfway to Heartache
Halfway to Heartache
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 15,88

4.0 von 5 Sternen Nicht ganz so gut wie der Vorgänger, 7. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Halfway to Heartache (Audio CD)
Auf ihrem Drittling "Halfway To Heartache" legen HUMAN TEMPLE gleich mit einem Kracher los: Ein kurzes, bombastisches Intro leitet 'I Will Follow' ein, ein fettes Riff schlägt ein und nach der Strophe folgt ein fast schon speediger, melodischer Refrain, der sich wie Sahne über die Bombasthaut legt. Besonders überzeugt hier der geschmeidige Gesang von Janne Hurme, der irgendwo zwischen Joey Tempest und Tony Kakko liegt. Apropos überzeugend: Besonders in ihren fetzigeren Songs, wie dem Opener oder auch dem fetten 'Bleeding Through', liefern die Finnen ihre besten Momente ab. Weitere Beispiele für Hardrock-Kracher erster Güte sind 'Run Away' oder der fette Rocker 'Because Of You', in dem HUMAN TEMPLE wieder gekonnt zwischen rockigen Momenten und melodischen Refrains balancieren; auch 'Misery' ist ein gutes Beispiel dafür. Durchaus interessant gestaltet sich das FLEETWOOD MAC-Cover 'Little Lies', das in der HUMAN TEMPLE Interpretation zu einem neuen Song wird.

Leider gibt es auch Schattenseiten auf "Halfway To Heartache". So sind die Balladen ziemlich schmalzig geraten und liegen eindeutig jenseits des Kitsch-Grates. Statt Hartmetall gibt es Silber und Eisen. Ok, 'Some Things Are Never Long Time Ago' ist eine passable Halbballade mit schöner Bassfigur in der Strophe, dafür wird es bei 'She Talks To Angels' vollends käsig. Gesang zum Zehennägelaufrollen (klingt nach BON JOVI-Herzschmerz) und Klingeling-Keyboards. Aber AOR Fans werden Gefallen daran finden - und abgesehen von diesen Durchhängern wird genug guter Stoff geboten. Insgesamt fehlt "Halfway To Heartache" aber eine Mega-Nummer, wie sie das Vorgängeralbum mit 'Promised Land' vorzuweisen hatte, auch gibt es zu viele plakative, fast aufdringliche Keyboards. Insgesamt nicht schlecht, reicht aber an das 2010er "Murder Of Crows" nicht heran.


Ghost
Ghost
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch mit einem ruhigen Album macht er er es uns nicht leicht..., 13. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Ghost (Audio CD)
Wenn man das Doppel "Deconstruction"/"Ghost" in einem Atemzug durchhört, lässt sich die Intention hinter der Doppelveröffentlichung, die die Tetralogie des DEVIN TOWNSEND PROJECTs abschließt, erkennen. Nach dem Wahnsinn, den "Deconstruction" in seiner Härte, Unzugänglichkeit und dem noch nie gehörten Bombast darstellt, bildet "Ghost" als Gegenstück dazu die gesamtheitliche Entspannung, die Ohren, Hirn und Gemüt nach der Tour de Force mit "Deconstruction" auch dringend nötig haben. Doch es wäre nicht Devin Townsend, wenn er es uns mit dem akustischen, ruhigen und träumerischen "Ghost" leicht machen würde. Ruhig ist "Ghost" ja, was aber nicht bedeutet, dass die Platte nicht trotzdem einen gehörigen Grad an Komplexität aufweist und dazu mit einer üppigen Produktion ausgestattet ist.

Schon das einleitende Stück 'Fly' stimmt mit seinen Indio-Flöten und dem akustischen Gitarren-Bass-Riff auf die folgenden 75 Minuten ein. Denn auch im nachfolgenden 'Heart Baby' dominieren Streicher und harmonischer Gesang, hinter dem zarte Keyboards liegen. Aber im Vordergrund liegen wiederum die Flötentöne, die mit einer gezupften Akustikgitarre konkurrieren und auch den fließenden Übergang zu 'Feather' bilden, dem mit 11 Minuten auch längsten und am schwierigsten zu erfassenden Song. Auch hier bildet eine wunderschöne Akustikgitarre (die etwas an 'Ih-ah' vom "Addicted"-Album erinnert) die Basis; leicht sakral anmutende Chorpassagen und hakelige Gesangsarrangements bilden eine etwas beunruhigende Stimmung, die sich aber im weiteren, erhaben aufbauenden Fortgang inklusive Bläsern und Meeresrauschen in positive Stimmungen auflöst.

Nach diesem komplexen Brocken bildet das kompakte, lockere 'Kawai' einen greifbareren Gegenpart; auch das nachfolgende, locker dahin swingende 'Ghost' ist im Vergleich dazu leichte Kost. 'Blackberry' geht etwas in eine andere Richtung: nach einem ruhigen Start mit Froschquaken und knarzenden Balken und Country-artigen Gitarren baut sich die Nummer immer dichter zu einer akustischen Bombast Nummer mit majestätischem Finale auf. Das instrumentale Flötenstück 'Monsoon' und auch das nachfolgende kurze 'Dark Matters' bilden so etwas wie die Einleitung zum nächsten komplexeren Longtrack 'Texada', einem Song bestehend aus vielen Schichten von Gesang, Keyboards, Percussion, bis dann zur Halbzeit wieder die altbekannte Flöte hervorbricht und der Song mit Wellenrauschen abschließt. Jetzt kommt allerdings der Punkt, wo man als Zuhörer irgendwo gesättigt ist; die folgenden 'Seams' und auch 'Infinite Ocean' bilden viel Ambiente und der Schlusssong 'As You Were' stellt mit seinen eigenartigen "Dadi-dadi-dadaa"-Gesängen einen verwirrenden Schlusspunkt dar.

Ein Fazit ist schwierig: "Ghost" bildet auf jeden Fall einen runden Abschluss der Tetralogie, dennoch würde man sich in all der Harmonie und den wunderschönen Arrangements einmal einen kurzen emotionalen Ausbruch oder etwas mehr Power wünschen - oder zumindest eine etwas flottere Nummer zur Auflockerung. Wunderschön, harmonisch, aufwändig, interessant - das sind alles Attribute, die auf die Platte zutreffen, doch etwas mehr Aufregung würde ihr gut tun. Auf jeden Fall bleibt man gespannt, womit uns der unberechenbare Hevydevy als Nächstes überraschen wird.


Leatherhead Ep
Leatherhead Ep
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Irgendwie enttäuschend, 13. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Leatherhead Ep (Audio CD)
Als Vorbote zum Album "Rev-Raptor" schickten uns U.D.O. einen Appetizer in Form der "Leatherhead EP" voraus. Im Zuge des derzeit großen Erfolges seiner ehemaligen Mitstreiter und ohne Udo wiedererstarkten ACCEPT ist es natürlich spannend, was Udo Dirkschneider und sein Sidekick Stefan Kaufmann dem entgegenzusetzen haben.

Dann hören wir mal rein: die EP startet mit 'Leatherhead', einer Marschmusik-Stampfnummer, die in der Strophe wie ein RAMMSTEIN-Soundalike klingt und den typischen U.D.O.-schen Ein-Wort-Refrain aufweist. Das nachfolgende 'Rock'n'Roll Soldiers' beginnt mit einer interessanten Strophe, verliert sich des Weiteren aber in einem eher beliebigen Refrain. Beides Nummern, die Dirkschneider wahrscheinlich zum Frühstück schreibt, die ganz ok sind, aber auch nicht wirklich aufregend. Außerdem haben beide Songs den gar leblosen Sound und das allzu künstlich klingende Ufffta-Drumming gemein (war hier ein Drumcomputer am Werk oder sind das nur bescheidene Triggersounds?).

Da ist 'Free Or Rebellion' schon weitaus aufregender: schon nach den ersten Sekunden ist klar erkennbar, dass dieser Song aus einer anderen Aufnahmesession stammt und die Recherche bestätigt, dass er (wie auch 'Run!') von der 2004er "Thundervisions"-DVD stammt und erstmals auf CD erhältlich ist. 'Free Or Rebellion' klingt wesentlich lebhafter als die beiden ersten Songs und steckt 'Leatherhead' locker in die Tasche; ein richtiger Mithüpfer, der zum Highlight der EP heranwächst. Abgeschlossen wird die EP durch die entspannt vor sich hinplätschernde Ballade 'Run!', bei der Dirkschneider einmal den Frosch im Hals lässt.

Ehrlich gesagt, ich bin relativ enttäuscht. Ausgerechnet der ältere Song 'Free Or Rebellion' ist der beste Track der EP. Auch wenn der Rest nicht schlecht ist, kommt er nicht über "ganz ok" hinaus.


Abandon All
Abandon All
Preis: EUR 20,15

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Weiterentwicklung gegenüber "Cult", 13. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Abandon All (Audio CD)
Mit "Quantum Holocaust: World Domination" und dem Nachfolgealbum "Cult" begannen MEDEIA ihre Trilogie, die sich mit den Überlebenden einer nuklearen Invasion beschäftigt und nunmehr mit "Abandon All" abgeschlossen wird. Musikalisch liefern MEDEIA allerdings eine Überraschung und legen einen kleinen Quantensprung hin. War "Cult" noch eher eine simple, wenn auch gut gemachte Knüppelei, wird auf "Abandon All" vermehrt auf Abwechslung gesetzt. Neben den schon von den Vorgängerplatten bekannten und hier weiter verfeinerten fingerbrechenden Rifforgien kommt neben dem variablen ROTTEN SOUND-Fronter Keijo Niinimaa auch vermehrt Keyboarderin Laura zu dezenten Gesangseinsätzen. Des Weiteren sorgen subtil eingesetzte Cello-Töne und effektive Keyboards für Atmosphäre.

Auch vom Songwriting her gibt es eine Weiterentwicklung: neben schnellen Nummern wie 'Ultimate Disorder' und Konsorten sorgt der schwere Midtemposong 'The Burning', der mit bedrohlich harmonisch einstimmenden Pianotönen losstartet, und das schwer groovende, mit harmonisch auflockerndem Mittelteil ausgestattete 'Centurions' für Abwechslung. Dazu ist "Abandon All" mit einer fetten Produktion ausgestattet, bei der neben der allgegenwärtigen Härte auch viel Wert auf Atmosphäre gelegt wird. Grind/Death Fans können zugreifen, Unentschlossene sollten zumindest das Video zu 'Abandon All' antesten (bei dem mir nur die Bärte aus dem 'Cold Embrace'-Video sehr fehlen).


Doctor Who - Die komplette erste Staffel [5 DVDs]
Doctor Who - Die komplette erste Staffel [5 DVDs]
DVD ~ John Barrowman

10 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wo bin ich da reingeraten?, 2. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Aufgrund einer Empfehlung eines Freundes habe ich mir die erste Staffel zugelegt und schon nach der ersten Folge bereits die Motivation daran verloren, die Serie weiterzusehen.

Nichts gegen eine skurrile Handlung oder britischen Humor: ich mag das durchaus. Aber die Umsetzung bei Dr. Who ist mir zu sehr B-Movie-haft. Es fängt bei den schauspielerischen Leistungen an (schlecht: Rose, noch viel schlechter ihr Freund Mickey), doch vor allem die Aliens/Monster wirken unfreiwillig komisch und das komplette Setting billig gemacht. Auch bei der Synchronisation hat man sich nicht allzu viel Mühe gemacht, die Stimmen sind denen der Darsteller nicht ähnlich und die Synchro ist nicht wirklich synchron zu den Lippenbewegungen. Dazu noch die grausigen Plastik-Synthie-Geräusche und Musik, die für Stimmung sorgen sollen.

Ich kenne die originale Serie nicht und weiß nicht, ob die auch diesen Trash-Faktor hatte. Aber Blindkäufern sei zur Vorsicht geraten - ich habe mir jedenfalls etwas anderes erwartet und wurde enttäuscht. Mir hat die erste Folge zwar "irgendwie" Spaß gemacht, sie war aber schlussendlich nicht überzeugend genug, um mich dranzuhalten.

EDIT: 08.07.11
Okay, der Fairness halber habe ich mich weitergekämpft: die Folge mit dem Ende der Welt ist lustig, vor allem der letzte Mensch ein Brüller. Danach die Charles Dickens Folge gaaanz langweilig und Aliens in London bizarr schlecht, wieder einmal sind die miesen Special Effects, die keine Freude machen - und die platte Story; peinlich zum Beispiel, wie amateurhaft das Sondereinsatzkommando agiert oder gespielt wird. Also, ich denke, jetzt lasse ich es bleiben. Ist nicht meins.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 30, 2012 11:04 PM CET


What If...
What If...
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 17,34

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Comeback, das Sinn macht, 8. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: What If... (Audio CD)
So einen Überhit with 'To Be With You' haut man nicht alle Tage raus, doch so ein Hit kann für eine Band sowohl Fluch als auch Segen bedeuten, vor allem wenn er stilistisch nicht repräsentativ für das übrige Schaffensspektrum einer Band steht. Und so wurde MR. BIG, die Band rund um Wunderbassisten Billy Sheehan und Ex-RACER X Saitenflitzer Paul Gilbert immer an diesem Song aus dem Jahr 1991 gemessen, wohl übersehend, dass MR. BIG eigentlich für hochkarätigen Hardrock stehen, der vom der ausgefeilten Instrumentenbeherrschung der beiden Saitisten geprägt ist. Demzufolge ging es trotz ansprechender Alben bergab und die Band war eigentlich nur noch in Japan erfolgreich. Es folgte, was kommen musste: es gab Streitigkeiten, Besetzungswechsel und schlussendlich die Auflösung.

Die Freude war daher groß, als es Ende letzten Jahres zu einer Wiedervereinigung der Band in Originalbesetzung kam und nun sogar ein neues Album "What If..." erhältlich ist. Und es sei vorausgeschickt: MR. BIG haben nichts verlernt. Stilistisch orientiert man sich weniger am Pudelhardrock der "Lean Into It"-Platte, vielmehr knüpfen die Amerikaner nahtlos an den erdigen Hardrock der "Bump Ahead" an. Dabei wird Sheehan und Gilbert viel Platz eingeräumt; vor allem Sheehan wirft mit originellen Basseinlagen um sich, die aber trotzdem im Kontext der Songs Sinn machen. Auch Sänger Eric Martin hat nichts von seinem Stimmvolumen verloren.

Die Platte ist dabei abwechslungsreich wie eine gemischte Obstplatte: Der Opener 'Undertow' ist hörbar auf Single getrimmt und spült uns ein VAN HALEN Riff um die Ohren, während 'American Beauty' den 'Colorado Bulldog' aufleben lässt und 'Stranger In My Life' an die mittlerweile leider aufgelösten LIVE erinnert. Mit 'All The Way Up' findet sich auch die klassische Schmuseballade auf der Platte, die aber nicht den Schmelz von 'To Be With You' aufweist. Auch gerade Rocker we 'I Won't Get My Way' oder 'Around The World' mit einem Bass-Gitarren-Soloduell finden sich auf "What If...".

Produzent Kevin Shirley, der zeigen darf, dass er es drauf hat, wenn ihm nicht IRON MAIDEN Boss Steve Harris über die Schulter sieht, hat der Platte dabei einen erdigen und sehr differenzierten Sound verpasst, der es eine Freude macht, in den durch die Bank hochklassigen Songs nach den diversen instrumentalen Details zu suchen.


Victims of the Modern Age
Victims of the Modern Age

4.0 von 5 Sternen Es gibt auch ein Leben nach AYREON..., 25. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Victims of the Modern Age (Audio CD)
Die AYREON-Saga ist abgeschlossen und wurde auch mit einer wertigen Compilation würdig abgeschlossen. Doch für AYREON Fans gibt es keinen Grund, Trauerflor zu tragen: nach AYREON wendet sich Arjen Lucassen wieder seinem STAR ONE Projekt zu und veröffentlicht mit "Victims Of The Modern Age" ein Album, welches wie schon beim Debüt mit einer Reihe Songs die sich an Science Fiction Klassiker anlehnen, ein loses Konzept verfolgt.

Schon beim Intro 'Down The Rabbit Hole' empfangen den Zuhörer vertraute Keyboard-Fanfaren-Klänge, die direkt von den letzten AYREON Alben stammen könnten. Auch einige der Songs wie das epische 'Earth That Was' hätten auf AYREON Platten gepasst. Aber doch ist einiges anders: Arjen Lucassen geht auf "Victims Of The Modern Age" etwas härter zugange (zwischendurch hört man sogar einen Grunzer), dazu sind die Songs etwas kompakter, auch wenn sie noch immer einen gehörigen Epik-Faktor aufweisen. Und schlussendlich gibt es nicht mehr diese Vielzahl an Sängern, die vor allem am letzten AYREON Werk schon zu einem Overflow geführt haben - wenn jeder Sänger nur ein paar Zeilen singt, kommt keiner mehr richtig zur Geltung. Daher kommen auf "Victims Of The Modern Age" wieder die selben Vokalisten zum Einsatz, die auch schon das STAR ONE Debüt "Space Metal" eingesungen haben. Trotz der sehr unterschiedlichen Stimmen harmonieren Russel Allen, Floor Jansen, Damien Wilson und Dan Swanö ungemein und ergänzen sich perfekt.

Kompositorisch ist "Victims Of The Modern Age" wie gesagt etwas kompakter, die Songs kommen gut auf den Punkt und weisen dennoch die für Lucassen typischen Trademarks Verspieltheit, Epik, Progressivität auf. Besonders sticht aus dieser Sammlung von SciFi Songs das Triple bestehend aus den Tracks 4 bis 6 hervor: 'Victim Of The Modern Age', welches nach einem Beginn mit einem Ohrwurm-Schunkel-Riff (welches einfach nicht mehr aus dem Schädel will) schlussendlich in einem dramatischen Finale mündet, ist der erste große Hinhörer. 'Human See, Human Do' ist als gerader Rocker für Lucassen relativ untypisch und erfrischend. Und das dramatisch-düstere '24 Hours' geht richtig unter die Haut. Besonders augenscheinlich ist die neu gewonnene Härte beim mit einem RAMMSTEIN-Riff ausgestatteten 'It's Alive, She's Alive, We're Alive' - aber keine Angst, auch bei diesem Song findet Lucassen im weiteren Verlauf noch zu gewohnter Epik.

Auf dem Gebiet von progressivem keyboardlastigen Metal stellt Arjen Lucassen noch immer den Benchmark und eine nie versiegende Quelle an Kreativität dar. Daher können alle Freunde des Genres und Fans der AYREON Platten bedenkenlos zugreifen, auch wenn es hier etwas straighter zugeht.


The Wicked Symphony/Angel of Babylon
The Wicked Symphony/Angel of Babylon
Preis: EUR 30,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich bin ich ja fast glücklich..., 11. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich bin ich ja fast glücklich mit dem Doppelschlag "The Wicked Symphony/Angel Of Babylon": Tobi Sammet hat wieder eine illustre Sängerschar angeheuert, von denen wieder Jorn Lande (welch Stimme!) neben Sammet selbst den Löwenanteil des Gesanges übernimmt. Doch es finden sich auch weitere große Namen wie Klaus Meine, Michael Kiske, Jon Oliva,... auf der Gesangsliste.

Dazu wissen die meisten Kompositionen zu überzeugen: 'The Wicked Symphony' ist als Opener gleich eine geile, komplexe Hymne, bei der sich große Namen das Mikro weitergeben; auch das von Michael Kiske gesungene 'Wastelands' überzeugt und SCORPIONS-Frontmann Klaus Meine veredelt 'Dying For An Angel', welches mir aber erst nach etlichen Durchläufen so richtig gefallen hat. Auf "Angel Of Babylon" wiederum gefällt das 10minütige 'Stargazers', der Überdrübersong ist aber 'Death Is Just A Feeling', welches Jon Oliva mit Reibeisenstimme vorträgt. Und bei 'Promised Land' lässt Jorn Lande richtig die Sau raus.

Warum bin ich dann nur fast glücklich? Zum einen gefällt mir die glattgebügelte Produktion nicht so sehr, bei der alle Kanten abgeraspelt wurden. Vor allem die ständig präsenten Instant-Chöre sind ein Ärgernis: Michael Kiske zum Beispiel wird im Refrain so mit Chorgesang zugekleistert, dass man ihn kaum noch heraushört - dabei kann er mit seiner Ausnahmestimme einen Chorus locker alleine tragen. Und zum anderen sind einige Nummern doch arg kitschig geraten, hier fällt mir spontan der Schlusssong 'Journey To Arcadia' oder das grauslige 'Alone I Remember' ein.

Ansonsten aber eine reife Leistung; ich finde im Gegensatz zu anderen Rezensenten nicht, dass man die beiden Platten auf eine einzige zusammenkürzen könnte, zu viel exzellentes Material ist vorhanden. Achja, Cover, Verpackung und beileigendes Büchlein sind sehr hochwertig und ansprechend gestaltet.
Für die Höchstnote reicht es knapp nicht, aber gute 4 Punkte ist die Platte doch wert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2010 8:13 PM MEST


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