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Rezensionen verfasst von
Rudolf Kreuzeder "psychobimbo69" (freilassing)
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Famous 4 Madness
Famous 4 Madness

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen munich goes hollywood, 24. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Famous 4 Madness (Audio CD)
Ich war mir wirklich nicht sicher ob nach dem Splashed" Debakel noch viel zu hören sein wird von dem Glamprojekt um Alexx Skunk" Michael. Aber die Pause hat hörbar gut getan und hat wirklich wieder einiges an kreativer Energie freigesetzt. So erinnert einiges wieder erfreulicherweise an das Highlight Queen 4 A Day" welches jetzt endlich seinen passenden Nachfolger gefunden hat.

Wieder mal, bzw. hier noch verstärkt setzt man neben Steve Summers und Stevie Rachelle auf Gastsänger/Musiker und das macht den besonderen Reiz der Scheibe aus. Das non plus ultra in Sachen Who Is Who - 80s Hollywood Szene".

Ob es nun an den jeweiligen Stimmorganen liegt oder an dem anpassungsfähigen Songwriting (bzw. Alexx Vermögen der richtigen Nummer den nötigen Sänger aufs Auge zu drücken) liegt, das vermag ich hier nicht zu sagen, aber hier bekommt man eine eindrucksvolle und unterhaltsame Stunde an Glamrockshockpop. Und ich fresse einen Besen wenn der Rundling in Szenekreisen nicht für einiges an Aufheben sorgen sollte.

Da man von Tuff, Pretty Boy Floyd und Co. schon lange kein hörenswertes Material mehr zu Ohren bekommen hat (Summers gehört heute noch für den Size Really Does Matter" Mist durchgeprügelt), sollte man hier nicht lange zögern und bedenkenlos zugreifen. Feinste Kost aus München/L.A. Das letzte Soloalbum von Paul Stanley hat ihr doch oder? Nun, mit Live To Win" lässt sich F.4.M." vergleichen. Ein bisschen sleaziger vielleicht noch.

Warum man Ex-Warrants Jani Lane nur im Hintergrund mitsingen lassen hat werde ich wohl nie verstehen aber Phil Lewis und John Corabi (Complications" ist der absolute Oberknaller!) geboten bekommt kann gut und gerne mit den Hauptbands der Protagonisten mithalten.

Ich gestehe auch das ich eher Fan von Rachelle denn von Summers bin, aber gerade Steve erinnert oft fatal an den jungen Vince Neil und das meine ich im positivsten Sinne. New Tattoo" lässt grüssen.

Als die einzigen zwei Tiefpunkte empfinde ich Crashdown" und Magical Misery" aber selbst die fallen nicht störend ins Gewicht, da man mit SheŽs Watchin U", We WonŽt Take It Anymore", Web Junkie (Geiler Song, ich schwör!) und dem (nomen est omen) Partykracher Party Tonight" großes Fun-Tennis bietet.

Bei ausführlichem, gemeinsamen Hören mit Freundin hat sich Dirty Shirt" zum heimlichen Favoriten herauskristallisiert. Die Nummer wirkt anfangs etwas unscheinbar aber nach einigen Runden beißt sich der Song tief in den Gehörgängen fest und man ertappt sich immer wieder dabei, ihn leise vor sich herzusummen.

Famous 4 Madness" (das Album wie auch das Lied) wird für Breitgegrinste Tage und Nächte sorgen.

Wer auf U.S. Mucke mit ganz viel Spaß in den Backen steht, der hat hier ein gefundenes Fressen ohne auf skandinavische/britische Kost zurückgreifen zu müssen. Meine akustische Reise nach Kalifornien ist schon gebucht.


The Devil Knows My Name
The Devil Knows My Name
Preis: EUR 18,37

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gitarrenarbeit deluxe, 23. April 2007
Rezension bezieht sich auf: The Devil Knows My Name (Audio CD)
Seinen Namen hat John von Marylin Manson erhalten, in dessen Dienst der Gitarrist einige Jahre stand.

Mittlerweile hat sich John 5 von seinem ehemaligen Brötchengeber emanzipiert und killt sich auf seinem aktuellen Soloalbum shreddingmässig durch das Gebälk.

John versteht sich darauf klassischen Guitarhero Stoff mit moderner Arrangements, psychotischen Elementen und ganz viel Country-Metal zu verbinden.

Teilweise klingt diese Teufelsscheibe tatsächlich wie der Soundtrack zu einem noch nicht gedrehten Rob Zombie Streifen. Und einige Mitglieder der Rob Zombie Band sind neben Eric Johnson und Joe Satriani auf dem Album tatsächlich zu hören.

Spielerisch verbindet 5 Country Gitarren mit Heavy Metal und geht bisweilen sehr experimentell zur Sache.

An diversen Stellen glaubt man sogar eine neue Steve Vai Scheibe im Schacht zu haben, was ja durchaus als Kompliment für einen Gitarristen gewertet werden muss.

Leider sollte man vor lauter coolem Geklimper nicht überhören das John zwar ein Gitarrenvirtuose ist aber kein herausragender Songwriter.

Er wird ja gern mal als kreativer Zusatzpoll an Bord geholt (z.B. auf der letzten Meat Loaf) aber im Alleingang reicht es dann doch nicht für den ganz großen Wurf.

Aber da es hier ja eh mehr um Atmosphäre und vor allem um fetziges Saitengewichse geht, kann man sich diesen Kritikpunk ins Haar schmieren.

Einmal lustig anzuhören aber irgendwie auch nervig und überflüssig ist das Welcome To The Jungle" Cover wo die Gitarre den Gesangspart übernimmt. Einmal ganz nett anzuhören aber schon beim zweiten Mal will man weiterskipen.

Ansonsten gibt's auf der Platte viel Licht und wenig Schatten.

Kein Grund also einem der besseren Gitarristen der neuen Generation kein Gehör zu schenken. Mit The Devil Knows My Name" steigt die Spannung welcher Star sich die Hilfe dieses Instrumentalakrobaten zu Eigen machen wird, denn ein besserer und vor allem vielseitigerer, junger Gitarrist wird sich so leicht nicht finden lassen.


When in Sodom Ep
When in Sodom Ep
Preis: EUR 12,41

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen back to the roots. fast..., 15. April 2007
Rezension bezieht sich auf: When in Sodom Ep (Audio CD)
Entombed bewegen sich nach ihrem langjährigen Ausflug in Death ŽnŽ Roll Gefilde (deren Hauptinitiator sie waren) wieder zurück zu ihren Wurzeln. Nicht jedoch ohne die gemachten Erfahrungen, welche sich vor allem im Breitband Groove niederschlägt, mit dem brutalen Deathmetal geschickt zu verweben. So erinnert die neue Marschrichtung ein wenig an Morbid Angel mit gehörig Rock ŽnŽ Roll unter der Haube. Aus diesem Grund wird das Gaspedal auch nicht durchgedrückt, denn ein wuchtiger Panzer walzt ja auch eher im Midtempo dahin.

Es geht wohl zu weit wenn man behauptet das Bombast Elemente wie man sie von Dimmu Borgir her kennt Einzug gefunden haben aber ein Ohr hat man schon in diese Richtung geworfen und die eine oder andere Inspiration einfliesen lassen.

Aber kein Grund zur Verzweiflung, Entombed sind nach wie vor eindeutig Entombed. Dazu klebt einfach zu viel Dreck an den sägenden Riffs.

Was Entombed mit dieser EP wieder erfrischend von der Konkurrenz unterscheidet ist die totale Absenz von aufgesetzter Poser- und Möchtegern Härte. Vielmehr klingt die Chose so abgrundtief ehrlich und blasphemisch, als ob die Cd der frisch gespritzte Lusttropfen an Satans drittem Horn wäre.

Wenn man dieses Minialbum als Gradmesser und Wegweiser für die Ausrichtung der (hoffentlich bald) erscheinenden neuen Studioscheibe verstehen kann, dann sollte man schon heute gespannt das Höllenfeuer schüren. Vielschichtig, unterhaltsam und tonnenschwer sind noch die geringsten Komplimente die man der Band für diese kurze Scheibe machen kann.


The Quireboys - One More For The Road
The Quireboys - One More For The Road
DVD ~ The Quireboys

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gemischte gefühle, 12. April 2007
Rezension bezieht sich auf: The Quireboys - One More For The Road (DVD)
Als riesiger Quireboys Fan hab ich mich wie ein Schnitzel auf die erste reguläre Live Dvd meiner Helden aus England gefreut. Schließlich sind die Rocker um Spike und Guy als eine der besten Livebands der Insel bekannt und haben auf ihren zahlreichen Tourneen immer wieder aufs Neue zu begeistern gewusst. So groß die Erwartungen waren, so ernüchternd ist das Endergebnis. Und das obwohl ich meinen Spaß an der Dvd habe. Fangen wir mal mit den Pluspunkten an.

Die Songauswahl ist hervorragend und lässt so gut wie keine Wünsche offen obwohl bei dem exzellenten Backkatalog natürlich der eine oder andere Kracher auf der Strecke bleiben muss. Alle Smasher und Balladen des Debüts sind drauf und auch der Querfeldeinmarsch durch die restliche Discographie macht Lust auf eine schöne feucht-fröhliche Party. So soll es schließlich sein.

Die Performance der Jungs ist weltklasse und man ist von dem energiegeladenen, aufregenden und ungehemmten Auftritt sofort mitgerissen. Nigel Mogg sieht aus wie eine Mischung seines Onkels und Keith Richards, Guy Griffin greift in die Seiten als ob es kein Morgen mehr gebe und Spike hat sich vor dem Auftritt entweder die Nase gepudert oder eine Pulle Hochprozentigen vernichtet. Anders ist mir das Dauergrinsen und das wilde Stageacting (wer hat hier was von Axl Rose gesagt?) nicht zu erklären. Das Bildmaterial ist superb, hoch aufgelöst und sogar in der richtigen Frequenz und Geschwindigkeit geschnitten. Eine gute Lichttechnik und mitreißende Kamerawinkel (teilweise sogar in Zeitlupe gedreht um die Bewegungen besser zur Geltung kommen zu lassen) tragen ihren Teil dazu bei das man sich wie selbst auf der Bühne wandern vorkommt.

Soweit so spitze.

Was mir aber wirklich gallig aufgestoßen ist, das ist der Sound. Der ist nämlich perfekt. Was gibt's da also zu motzen? Ganz einfach, das Konzert das man sieht, ist nicht das was man hört. Ich verwette meine Lederjacke darauf dass 90 % des Gehörten im Studio entstanden ist und nachträglich reingeschnitten wurde. Schlimm noch, wenn das ganze nicht so professionell geschieht wie auf der letzten Whitesnake Dvd sondern oftmals mit den Geschehnissen auf der Bühne kaum etwas zu tun hat. Spike klatscht in die Hände und ist meterweit vom Mikro entfernt und man hört ihn doch wie auf den Studioalben singen. Was zum Henker haben sie sich dabei gedacht. Bei dem Hit Hey You" will man zum Telefonhörer greifen, die Jungs anrufen und sie zur Schnecke machen aufgrund der Verarschung. Schade, denn das hätten die Quireboys Weisgott nicht nötig. Lieber ein paar Verspieler und schräge Stellen drin, dafür aber authentisch. Wir sind ja hier nicht bei Judas Priest.

Was man über die Distanz noch als störend empfindet ist das fast vollkommene Ignorieren der Fans, denn von denen bekommt man kaum was zu sehen und meiner Meinung nach macht das doch einiges der Atmosphäre aus.

Wieso man zum Ende hin noch so was Ähnliches wie Backgroundsängerin auf die Bühne holt ist mir schleierhaft. Selten so billige Schabracken gesehen. Hat man die 2 Stunden vor dem Gig noch im örtlichen Laufhaus aufgeklaubt? Herrgottsakrament, wie billig geht's denn noch?

Bonusmaterial ist erwartungsgemäß, bis auf das Tears In Heaven" Video, ein Kurzauftritt bei einer Londoner Gitarrenshow und ein kurzer Zusammenschnitt von Tourimpressionen, kaum vorhanden. Aber braucht man das denn wirklich? Ich denke nicht, obwohl man schon die kompletten Videos der Band mit hätte draufpacken können.

Nun, was bleibt am Ende übrig?

Viel Augenschmaus und tolle Musik. Leider hat beides aber nicht viel miteinander zu tun und das nehme ich (und mit Sicherheit das Groß der Fans) der Band krumm.

Wer sich einen Eindruck von der Band machen möchte, der hat hier eine schöne Best Of mit feinen Livebildern, aber ein hochwertiges, finales Produkt sieht anders aus. Für Fans und Interessierte ein netter Einblick aber eher etwas das man einer CD als Beilage mitgibt.

Sowas nennt man wohl Zwischenfall.


Before and Laughter
Before and Laughter
Preis: EUR 19,28

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen wieder mal das übliche, 11. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Before and Laughter (Audio CD)
Halbgare Demo- und Resteverwertungen gibt es von Ex-(und Wieder-) RATT /ARCADE Frontmann Stephen Pearcy mehr als genug. Bei Before And Laughter" handelt es sich jedoch um deren erste und auch wenn die Soundqualität der als Original Versions" deklarierten Songs oft erschreckend schlecht ist, so stammen sie noch aus einer Zeit als der Mann über das kreative Potential verfügte welches ihn zu einem Star der zweiten Reihe werden ließ. Der übliche Rockfan ist besser damit beraten sich an die regulären Studioalben zu halten aber als Pearcy Jünger wird man mit dieser Abzockerscheibe dennoch einiges an Freude haben. Hier geht es nicht darum einen Grammy zu gewinnen, auch wenn hier und da der Schimmer der Großartigkeit deutlich durchscheint.

So finden sich neben den Demos altbekannter Songs auch komplett ungehörte Nummer ein, wie z.B. die 1978er Liveaufnahme von Out Of The Cellar", damals noch unter dem Namen Mickey Ratt aufgenommen. Oder Cry In Time" mit Jake E. Lee an der Gitarre. Witzig was der Kerl so alles an obskuren Stoff auf seinem Dachboden liegen hatte. Man muss nicht um den heißen Brei herumreden, Pearcy ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst und im wahrsten Sinne des Wortes ein Wrack. Aber das scheint der Preis für ein ausuferndes Rock ŽnŽ Roller Leben zu sein und die vorhandenen 19 Tracks legen Zeugnis ab das Stephen in den 80ern und frühen 90ern zu den besten seines Fachs gehörte. Kein Grund also zu hadern, irgendwann muss die Rechnung beglichen werden und als Fan sollte man kein Problem damit haben, seinem Jungendhelden die nächste Pulle / den nächsten Schuss mitzufinanzieren, solange man einen fairen Gegenwert bekommt. Und das scheint mir bei Before And Laughter" noch immer der Fall zu sein.


Live
Live
Wird angeboten von KELINDO³
Preis: EUR 28,01

3 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen für fans ok, 9. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Live (Audio CD)
Die Geschichte des Ray Wilson auf ein paar Zeilen komprimieren, geht das? Auf das nötigste reduziert könnte man es in etwa so auf den Punkt bringen: Mitte der 90er, aufgrund des Levis Werbesongs Inside" zum One-Hit Shootingstar aufgeplustert, wurde der charismatische und stimmgewaltige Ray kurzerhand für die Phil Collins Nachfolge bei den Superstars Genesis wegengagiert. Dort nach nur einem Album wie eine heiße Kartoffel wieder fallengelassen, versucht er seitdem als Singer/Songwriter bzw. wieder mit Stiltskin erneut Fuß zu fassen.

Und da wären wir auch schon beim jüngsten Output und der Gegenwart, dem auf der letzten Tour in Deutschland mitgeschnittenen Livealbum.

Wie erwartet schlägt sich der ausdruckstarke Wilson (dessen Fassettenreichtum jedoch ein weinige zu euphorisch angepriesen wird) recht ordentlich durch einen Querschnitt seines Nicht-Genesis Backkatalogs. Diesmal in altbewährter (Grunge-)Rock Klangkulisse mit Stiltskin. Seltsam, ich hatte die Musik von den Studioscheiben weitaus jammernder, kraftloser und nervtötender in Erinnerung aber scheinbar war das Songmaterial doch nicht so erbärmlich wie ich es in schreckhafter 90er Jahre MTV Allergie abgespeichert hatte.

Natürlich reißt vieles noch das Schreckgespenst Pearl Jam meets zeitgemäßen Radiopoprock (Nickleback, 3 Doors Down...) hervor aber dennoch lässt sich vor allem das jüngere Liedgut recht angenehm hören. Ob man damit heute noch eine Tanzfläche voll bekommt bezweifle ich aber auf stärkste.

Wer sich an einem sanften und geglätteten Livesound nicht stört und Bock auf Collegerock mit guter Stimme hat, kann ruhig ein Ohr riskieren. Es stellt ja ein Best Of Programm im Livegewand dar. Handgemacht und mit Gespür für nette Hooks und schmeichlerische Melodien ist Live" allemal. Wenn man jedoch kein Zeitzeuge ist oder den Arschtritt in vertonter Form braucht lässt besser die Finger davon.


Let'S Frolic
Let'S Frolic
Wird angeboten von IDLA Music Store Direct
Preis: EUR 11,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen the roots, 9. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Let'S Frolic (Audio CD)
Ich gestehe dass ich im Rootsrock Genre nicht sonderlich firm bin aber ich traue mir zu gute Musik als solche zu erkennen wenn ich sie höre.

Aus Diesem Grund möchte ich raten sich vom Albumtitel und dem Cover nicht abschrecken zu lassen. Was dieses kanadische Trio hier an uramerikansicher, soulig-bluesigen Folkrock abzieht dürfte Kenner der Materie mit der Zunge schnalzen lassen. Ganz grob könnte man die Schnittmenge des Albums irgendwo zwischen CCR und Tom Petty einordnen. Auch klassischer Delta Blues und Singer/Songwriter Kram tritt lässig in Erscheinung, um zwischendurch durch Country- und Southernrock Klänge abgeschmeckt zu werden. Eine äusserst altmodische und bodenständige Angelegenheit sozusagen.

Die drei großartigen Musiker holen vom Feeling her das letzte aus sich heraus und man möchte meinen Bob Dylan hätte sich mit ZZ Top auf eine Songwriting Session getroffen, was sich doch wohl nicht nach schalem Bier anhören würde.

Mit Gastmusikern hat man auch nicht gegeizt, so holt man z.B. in The Fool Who CanŽt Forget" zusammen mit Country Legende Pam Tillis zum bärenstarken, wunderschönen Duett aus.

Eine durch und durch angenehme, positive Scheibe mit teilweise melancholischen Zügen, die aufgelegt werden kann wann immer man Zeit und Lust hat die Seele baumeln zu lassen. Musik von Erwachsenen für Erwachsene. Auch wenn man keine Latzhose trägt bietet das Album gediegenes Entertainment für gehobene Ansprüche.


Demolition 23
Demolition 23
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 68,26

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein klassiker!, 18. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Demolition 23 (Audio CD)
Vergessene Perlen, unterbewertete Highlights und überhörte Meilensteine gibt es so einige im Hard & Heavy Bereich. Die Szene ist keine rosa Ponywelt und es ist mitnichten so das sich Qualität letzten Endes durchbeißen wird. Warum ich das hier schreibe? Weil es sich bei Demolition 23 um das Projekt von Michael Monroe handelt mit dem er nicht nur sein persönliches Meisterwerk abgeliefert hat sondern zugleich das beste Punkrockscheibchen der 90er eintütete.

Müsste ich die drei energiegeladensten und herausragendsten Genrescheiben der 90er wählen, diese hier wäre auf alle Fälle mit dabei. Dass Michael ein Punker im Glamlook ist, konnte man auf allen seinen Outputs hören. Aber hier hat er wirklich Haarspray, Lippenstift und Eyeliner beiseite gelegt und lässt ein Feuerwerk vom Stapel das sich mit den größten Scheiben der Ramones und Iggy Pops messen kann. Und möglicherweise sogar als Sieger hervorgeht. Auch wenn man mit einer Johnny Thunders und einer Stiv Bators Coverversion tief in den Punkrockanalen gegraben hat, so ist jede einzelne der eigenen Nummern ein Meisterwerk für sich. Mit dieser beklemmenden, rotzigen und ultra-wilden Achterbahnfahrt ist in Sachen Punkrock alles gesagt und den dutzenden von Nachwuchspunkern welche in dieser Dekade ans Tageslicht krochen die Daseinsberechtigung entzogen. Textlich hervorragend - musikalisch durchschlagend.

NothingŽs Alright" ist eine Doc Martens besohlte, tänzelnde No Future" Homage, welche durch ihr Kernthema zum Mitgrölen, zum Pogen und zur absoluten Dancefloor-Anarcho-Zerstörungsorgie zwingt. Gegen diesen Flächenbrand im Ohr hilft keine Medizin. Ausflippen ist Pflicht.

Hammersmith Palais" dagegen ist ein gutgelaunter und doch durchgedrehter Pissestrahl auf Onkel Herberts Wohnzimmertisch. Da fliegen die Chucks durch die Luft, da kneift die Jägermeisterflasche in der Brusttasche, und das Nietenhalsband scheuert verschwitzt in der Leistengegend. Luftgitarrespielen und Sicherheitsnadeln durchs Ohr stechen hat noch nie soviel Spaß gemacht.

The Scum Lives On" klingt wie eine Abrechnung mit der Welt und gleichzeitig eine Huldigung an die Besonderen. Diese Nummer bietet mehr als alle Offsprings und Green Days zusammen. Eine vor Kraft strotzende Kampfansage des kleinen Mannes an das Establishment.

Dysfunktional", das ist klassischer 70er Punk in seiner destruktivsten Form. Der ausgestreckte Mittelfinger, das versiffte Schnapsglas und der grintige Hinterhof - auf vertonte Art in Liedform gepackt. Besonders geil kommt der urtypische M.M. Mundharmonikaeinsatz zum durchgängigen Stampfbeat. Hier hört man die Knöchel knacksen.

AinŽt NothinŽ To Do" tönt als Statement und Bekenntnis wessen musikalischen Geistes Kind man ist. Der Nasenpopel an Mutters Sonntagskleid, ein Salzfass im wund geklopften Hinterteil.

I Wann Be Loved" - Besser hätten es die New York Dolls damals auch nicht auf die Reihe gekriegt. Ein schalkhaftes Liebeslied, welches die Angebetete mit Sicherheit rasend schnell Reißaus nehmen lässt. Es sei denn es handelt sich um eine richtig bösartige Rumtreiberin.

You Crucified Me" rockt dann wieder das Haus. Das unheilschwangere Enrico Morricone lastige Intro führt geradewegs hinab in ganz verzweifelte und magengeschwürige Tiefen. Der traurige Chorus macht die immer wieder aufkeimenden Hoffnungen zunichte. Ganz großes Gefühlskino welches einem ein Bild vorgaukelt in dem man sich selbst durch die schmierigen Gassen von Soho suchen sieht.

Was denkt man sich bei Same Shit Different Day"? Wieder Zeit für Pogo und blutige Nasen? Schrammelgitarren im lässigsten Sex Pistols meets The Stooges Stil lassen einen keinen Moment stillhalten. Doomsday Rock ŽnŽ Roll mit ordentlich Saft im Gebälk. Der Ramones Chorus macht das Kraut fett.

Endangered Species" nennt sich ein Song zum Hotelzimmer verwüsten. Zornig, respektlos und jugendlich geht's hier zur Sache und man bekommt Lust auf Dinge für die man eingelocht werden kann. Adrenalin gepushtes Schneegestöber in der Nase, hach, könnte man doch mit den Ohren sniffen.

Das Ende ist erreicht mitDeadtime Stories". Eine wunderschöne und sehr einfühlsame Ballade die Michael in Erinnerung an sein großes Vorbild und Idol Stiv Bators geschrieben hat. Ein lied voller Emotionen und nichts weniger als der finale Höhepunkt einer Cd welche mit Fug und Recht als eine der lebendigsten und zerstörerischsten der jüngeren Rockgeschichte gelten sollte.

Um es auf den Punkt zu bringen:

Eine Scheibe für die es sich lohnt sich in die Flammen zu stürzen um sie aus dem brennenden Haus zu retten. Die volle Punktzahl wird dem Wert des Albums nicht gerecht. Produziert, in Szene gesetzt und mit allem wichtigen Punkrock Insignien versehen wurde der Rundling übrigens von niemand geringerem als Little Steven. Selbst Warrior Soul Ikone und Frontgaul Kory Clark ließ sich nicht die Ehre nehmen diverse Background Vocals beizusteuern. Demolition 23 - ein einziges Must-Have.
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Same (1992)
Same (1992)

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen futter aus dem hause monroe, 11. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Same (1992) (Audio CD)
Michael Monroe ist wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Obwohl kreativ wie kaum jemand sonst und mit dem Charisma eines wirklichen Stars gesegnet wurde er im Laufe seiner Karriere kurz vor dem Durchbruch immer wieder um den Erfolg geprellt.

Einerseits von schweren Schicksalsschlägen andererseits dem Grungeboom und der einhergehenden Stigmatisierung. Michaels Karriere erinnert mich an den Ausspruch einer Fußballikone: Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu!

Nach dem Auseinanderbruch von Hanoi Rocks und dem Starten einer viel gelobten aber kommerziell eher semierfolgreichen Solokarriere hatte der kunterbunte Paradiesvogel wieder Bock auf eine Bandgeschichte und scharrte Neben seinem alten Weggefährten und Jetboy Samy Yaffa noch Shark Island Drummer Greg Ellis und Billy Idol Gitarrenlegende Steve Stevens um sich um einen Neustart zu wagen.

Das es bei Jerusalem Slim nur zu einem Album kam war weniger Michaels Schuld als die von Atomic Playboy Steve und Produzentenass Michael Wagener.

Wagener hat den Geist den Michael der Scheibe einhauchen wollte null verstanden und überzog das rotzige Punkrock ŽnŽ Roll Album mit einer Zuckergussproduktion die einer klassischen amerikanischen Hardrockkapelle gut zu Gesicht gestanden hätte aber hier vollkommen fehl am Platz scheint. Was Alice Coopers Trash" und Hey Stoopid" gut getan hat ruiniert hier den Hörgenuss immens. Der Sound ist tadellos auf Steve Stevens Heavy Metal Gitarre zugeschnitten und hier wird schon nach dem ersten Mal Hören klar das Michi und Steve eine absolut konträre Vorstellung hatten wie das Endprodukt klingen soll. Wären Stevens ein Poprockalbum im Stil der Billy Idol Platten vorschwebte so konnte und wollte sich Monroe nicht von seinen Punkroots lösen. Dementsprechend zerrissen und unausgegoren kommt die von inneren Quereleien gezeichnete Scheibe beim Hörer an.

Wärend einfach gestrickte Gassenhauer der Marke Dead Man", Rock ŽnŽ Roll Degeneration" und das frivole Teenage Nervous Breakdown" noch standesgemäss gutklassische den Hüftschwung und die Luftgitarre animieren so leiden Lethal Underground und The World Is Watching" unter eben jener Dualität.

Das Steve Stevens schon vor der Veröffentlichung der Scheibe den Stecker zog und ausgerechnet bei Vince Neil (der schon einmal nicht unwesentlich an Michaels Karriereknick beteiligt war) anheuerte treibt dem Sänger noch heute die Zornesröte ins Gesicht.

Man sollte aber so ehrlich sein und zugeben das ein Gitarrist wie Slash, Joe Perry oder eben Andy McCoy weitaus besser zu ihm passen ein ultracleaner Gitarrenschredder wie Stevens.

Nichtsdestotrotz ist die Scheibe eine lohnenswerte Anschaffung für Freunde gepflegter Partymucke denn bei diesen Protagonisten kann ja kein Mist rauskommen und alleine die Saxophon- und Harmonicaeinlagen im Zusammenspiel mit dem fetten Gitarrenbrett lässt einem die Lauschklappen wackeln.


Long Way to Live
Long Way to Live
Preis: EUR 17,92

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr souverän, 4. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Long Way to Live (Audio CD)
Mit gut 1,5 Millionen Exemplaren an verkauften Longplayern und Gold- bzw. Platin Status sind Britny Fox in etwa einem Ligaplatz zwischen Danger Danger und den L.A. Guns zuzuordnen. Auch das Publikum dürfte in etwa dem selbigen entsprechen, das heute noch die Rock Never Stops Festival Tour in Amerika am laufen hält. In Deutschland und Resteuropa war und ist man dementsprechend ein kleines Licht, da der zwischen AC/DC und Cinderella angesiedelte Sound hier nie denselben Stellenwert besaß. Schlagzeuger Johnny Dee kennt man vielleicht von der Doro Pesch Band.

Vorliegende Livescheibe wurde auf der 2000er Tour mitgeschnitten und darum hört man auf ihr auch Dean Davidson Nachfolger Johnny Paris, der bekanntermaßen ja über ein sehr ähnlich klingendes und auch ähnlich geiles Stimmorgan verfügt.

Songtechnisch erwartet einen die goldene Mischung aus den Hits der ersten drei Alben zuzüglich einem superben Gitarrensolo und dem obskuren Turn On" welches man damals auf einer Nintendo Compilation verbraten hat.

Ob vom Spielerischen, der Soundqualtität oder der Club- bzw. Puplikumsstimmung - alles im Grünen Bereich. Somit ist L.W.T.L.!" als Einstiegsdroge zum Kennen lernen als auch als Erinnerungsstück für Langzeitfans geeignet. Was der Band ein wenig abgeht ist das Profil oder das Charisma, aber dies verstehen die Jungs durch tadelloses Songmaterial und eine glühende Liveperformance locker auszugleichen. Es gibt somit keinen Grund sich diese rohe Liveplatte nicht in seine Sammlung zu stellen. Da sie zu einem sehr fairen Preis gehandelt wird sollste man sie schleunigst zwischen Kix und den Bullet Boys archivieren. Cooler U.S. Hardrock mit tollen Hooks, catchy Melodien und dem nötigen sleazy Schmiss, der mit Sicherheit kein Staubfänger wird.


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