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Rezensionen verfasst von
Rudolf Kreuzeder "psychobimbo69" (freilassing)
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Cyberpunk
Cyberpunk
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 20,88

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der wilde mann, 3. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Cyberpunk (Audio CD)
In den frühen 90ern hatte Poppunk und Posterboy Billy Idol einen drogenbedingten Durchhänger der ihn über 10 Jahre auf Eis legte. Sein letztes Lebenszeichen vor der grandiosen Rückkehr war das kommerziell total gefloppte Cyberpunk" Album, welches durch seine neue elektronische Ausrichtung bei den Fans kaum auf Gegenliebe gestoßen ist.
Auch wenn zwischen allen Noten der Scheibe seine Heroin, Koks oder was auch immer Sucht durchscheint, so bekommt man als aufgeschlossener Jünger dennoch einiges geboten.
Natürlich wichen die Gitarren (ja, man vermisst Steve Stevens schon schwer) elektronischen Beats und das mag den Rockern schlecht aufgestoßen sein, aber wenn man das Konzept in Betracht zieht war diese Option die einzig passende. Schließlich sollte Cyberpunk" ja eine Atmosphäre des modernen Blade Runner" oder Mad Max" erzeugen. Wären da E-Gitarren (oder solche die wie welche klingen) nicht etwas fehl am Platz?
Und wie die Single Shock To The System" beweißt, so funktioniert die althergebrachte Idol Formel auch im anderen Gewand. Das Manko ist das er sich oftmals wirklich etwas verzettelt und etwas an seiner Zielgruppe vorbeimusiziert. Billy Idol ist kein David Bowie bei dem diese Entwicklung mit Hurra Hurra!" Rufen aufgenommen würde.
Bei aller Klasse die Nummern wie Adam In Chains" oder Necromancer" aufbringen, es haben sich schon ein paar recht zähe Momente eingeschlichen und selten war Nomen mehr Omen als bei der aus Lou Reed stammenden Nummer Heroin".
Cyberpunk" ist eine Platte für Junkies. Von einem Junkie. Ebenfalls glücklich werden könnten Menschen die sich Science Fiction und Endzeit Soundtracks in das Plattenregal stellen. Als solcher hätte Cyberpunk" einwandfrei funktioniert.
Was heute übrig geblieben ist, das ist ein interessantes Album von einem Popkünstler der an seiner eigenen Herrlichkeit und Größe zerbrochen ist. Für Leute die auf elektronische, teils mit lässigen Beats und Tranceversatzstücken unterlegte Musik stehen und Mr. Idol losgelöst sehen können, für den dürfte sich ein Reinhören sicherlich lohnen.
Wer jedoch ROCK" in Riesenlettern über das Trommelfell tätowiert hat, der wird sich mit Grausen abwenden.


Electric
Electric
Preis: EUR 16,74

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen riff rock!!!, 18. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Electric (Audio CD)
Kann sich jemand vorstellen das man für ein im AC/DC Stil gehaltenes Album so was wie mehrere Durchgänge braucht um sich damit anzufreunden? Wohl kaum, aber bei Electric", dem aktuellen Output der AC/DC Klone um Ex-Dangerous Toys / Ex-Watchtower Röhre Jason McMaster ist es tatsächlich so das sich Anlaufschwierigkeiten einstellen könnten.
Woran das liegt? Nun, hauptsächlich an der total verbockten und unpassenden Produktion. Alleine für den Schlagzeugsound sollte man Produzent (und Gitarrist) Jared Tuten teeren, federn und Hausverbot im Studio erteilen. Verflucht, arschtretender Riffrock muss auch als Studioalbum klingen als ob die Band zusammen das Ding live eingezimmert haben.
Aber egal, mit etwas Geduld, bzw. wenn man sich an den Klang der Scheibe gewohnt hat dann stellt sich alsbald ein freudiges Gefühl ein. Jasons Reibeisenorgan klingt mitnichten wie von einem verlebten 43jährigen sondern ist scharf wie ein 15fach in den Motorblock gerammtes Edelstahlprodukt aus Solingen. Die mächtigen Gitarren kreisen im wilden Ringelpiez ums Trommelfell während man auf allen Vieren durstig gen Bierkühlschrank krabbelt.
Das Bein auf der imaginären Monitorbox abgestellt, die Luftgitarre im Schritt hängend und schon kann die One-Man-Party vor der heimischen Anlage beginnen.
Songs wie Blood On The Radio", Bonfire" oder Undertaker" kennt man schon von früheren Veröffentlichungen, die Nummern wurden jedoch komplett umarrangiert und neu aufgenommen. Somit ist Electric" nicht nur ein neues Album sondern gleichzeitig noch eine Mini-Best Of.
Auch wenn man nicht ganz an die räudige Größe von Rhino Bucket rankommt so hat man es hier mit einem anständigen Stiff Upper Lip" Nachfolgealbumüberbrückergeschenk zu tun und das kommt jetzt am Ende der kalten Jahreszeit eh wie gerufen.
Wenn man sich anfangs nicht von der schon oben kritisierten Produktion und dem doofen Cover abschrecken lässt und der Scheibe ein paar Extrarunden schenkt, dann wird man die investierte Kohle sicherlich nicht bereuen. Jetzt wird's aber Zeit das die texanische Band endlich auch auf deutschen Bühnen für gebrochene Zähne und blutige Ohren sorgt.


11
11
Preis: EUR 6,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gewohnte kost, 16. März 2008
Rezension bezieht sich auf: 11 (Audio CD)
Alle Jahre wieder kommt unser Lieblingsahornblatt Bryan mit einem neuen Album über den großen Teich um im Radio fett abzuräumen und die Charts zu dominieren. Das die Alben dabei keine Überraschungen bieten sondern auf bekannten Pfanden nur noch etwas geradegebogen werden ist eine der vielen Überschneidungen die Adams mit seinem Kollegen Bon Jovi hat. Das Zielpublikum dürfte das Selbe sein und wer sich sich heute noch eine Bryan Adams Scheibe besorgt, der greift im Regal bestimmt auch gern zu Bon Jovi oder Rod Steward Alben. Soweit so unspektakulär. Fakt ist jedoch das Adams es seit so vielen Jahren schafft das Niveau seiner Musik auf einem relativ hohen Niveau zu halten. Sein Handwerk versteht der Mann (der auch hier wieder zusammen mit Hitproduzent Jim Vallance an den Songs gefeilt hat und sich bei zwei Nummern von Produzentengott Mutt Lange über die Schulter schauen lies) und wenn man ganz ehrlich zu sich ist, wenn irgendwo Bryan Adams läuft, man greift nicht zum Pflasterstein um für Ruhe zu sorgen.
Potentielle Hits sind wieder reihenweise auf 11" zu finden und mir persönlich liegt I AinŽt LosinŽ The Fight" und Oxygen" am Herzen. Aber das ist wirklich reine Geschmacksache, denn welche der gefühlten 111 Ballade der Reibeisenstimme nun die beste ist, bleibt letztendlich Wurst.
Wer sich damit abfindet das er von Adams kein zweites Waking Up The Neighbors" (das Album war zum verführen der Töchter gedacht. 11" richtet sich an die selben Frauen nur sind diese jetzt halt selbst die Mütter.) geboten bekommt und sich mit der Familyentertainmentschiene anfreunden kann, der macht mit 11" einen vernünftigen Einkauf.
Wer es gern etwas überraschender hat, der wird spätestens bei Broken Wings" einschlafen.


Warpaint [CD]
Warpaint [CD]
Preis: EUR 8,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mein lieber scholli, 11. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Warpaint [CD] (Audio CD)
Jetzt gibt es also doch noch eine neue Scheibe der Schwarzen Krähen. Nach dem ewigen Hick Hack zwischen den Robinson Brüdern ist dies eigentlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Keine Selbstverständlichkeit ist auch nicht die Hochwertigkeit des Albums. Denn die sprüht nur so vor Selbstbewusstsein und Überzeugung. Die Grenze zur Arroganz (und das meine ich hier nur im besten Sinne) wird das eine oder andere Mal durchaus angekratzt, anders kann ich das Selbstverständnis mit dem man sich in Richtung Jam-Band entwickelt nicht erklären. Warpaint" ist die Antithese zu der Schnelllebigkeit von MTV. Hier werden Hits einfach so verweigert und außenvorgelassen als wären sie als Verkaufsargument heute gar nicht mehr nötig. Das hat sich auf den letzten Alben und der Freak ŽNŽ Roll...Into the Fog" Live DVD schon angezeichnet, aber jetzt erst sind die Black Crowes wirklich dort angekommen wo sie schon mit Lions" hinwollten.
Wer also die nötige Geduld mitbringt und dem aktuellen Longplayer die nötigen Durchläufe zugesteht wird die Entdeckung machen die Jungs nicht einfach nur durch die Südstaatenmusik preschen um im Blues und Gospel zu wildern sondern das sie sich wirklich mit Haut und Haaren dieser Hippie Musik verschrieben haben und komplett darin aufgehen.
Das man damit heute kaum mehr Millionen scheffelt ist ihnen schwer bewusst aber wenn Ehrlichkeit und Anspruch höher bewertet wird als Chartplatzierungen dann hat man mit Warpaint" wirklich ins Schwarze getroffen und ein Rockalbum abgeliefert wie es heute 99 % der aktuellen Szene nicht mehr können oder nicht den Mut dazu haben.
Ob mit Goodbye Daughters Of The Revolution" oder GodŽs Got It", hier wird Feeling groß geschrieben und auch wenn man für Songs wie Wounded Bird" wie schon erwähnt einige Dreher im CD Player braucht, irgendwann macht es Klick" und man leckt sich die Finger vor Freude. Ja, selten hat die Verpackung, die Aufmachung und das Artwork so perfekt zu der Musik gepasst. Eigentlich müsste Warpaint" mit einer Joint ausgeliefert werden.
Letzten Endes ist diese Musik für die Bühne gedacht und kann im Tonträgerformat nur die Hälfte seines Potenzials entfachen. So ist Warpaint" auf der heimischen Stereoanlage oder im Auto zwar nicht der emotionale Feuersturm wie auf der Bühne aber wer es gern mal relaxt und gemütlich mag, bzw. gern mal in diese Art von altmodischer (oder zeitloser), tief souliger Rootsmusic eintaucht ist hier genau an der richtigen Adresse.


The Cult - Live at the Fillmore East New York City
The Cult - Live at the Fillmore East New York City
DVD ~ The Cult

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ganz schwere enttäuschung, 11. März 2008
Was für eine seltsame Angelegenheit diese Live DVD von der letzten Tour von The Cult wieder ist, lässt sich nur schwer beschreiben. Das die Band musikalisch nicht mehr wirklich viel Neues zu melden hat ist zwar traurig aber der Backkatalog reicht natürlich locker aus um mindestens 4 weiteren Bands die Karriere auszukleiden. Und scheinbar haben das die Herren Astbury und Duffy auch mitbekommen, darum ziehen sie auch einen Best Of Gig mit allen großen Hits der Vergangenheit ab und bringen das Fillmore so richtig schön zum Kochen.
Ob Ian bei seiner Zeit bei den The Doors auf irgendeiner Droge hängen geblieben ist weis ich nicht aber irgendwie wirkt er auf eine Jim Morrison Art komplett durch den Wind. Was seine Performance aber nicht beeinträchtigt. Der Dreh und Angelpunkt der Band ist neben Ian aber vor allem Gitarrist Billy Duffy, welcher zusammen mit der Begleitband (unter anderem Schlagzeugtier John Tempesta) einen fetten und dennoch differenzieren Klangteppich zaubert der einerseits sehr straight und andererseits auch locker aus der Hüfte wirkt. Da sind schon ziemliche Könner am werken und die verstehen ihr Handwerk auch und vor allem auf der Bühne.
Ob es an dem reduzierten Status der Band liegt das die gesamte Darbietung vor einem recht spartanischen Hintergrund zelebriert wird, oder ob man das als aktuelles Stilmittel werten soll...wer weiß das schon. In Verbindung mit der komplett reduzierten Aufmachung der DVD (also außer dem Gig kein Bonusmaterial und auch keine Infos auf der Hülle) soll das wohl eine Art Statement und künstlerischer Ausdruck sein. Ich find es eher schade, denn die kraftvollen Powersongs der Electric" und Sonic Temple" Phase müssen in dem entsprechenden Rahmen präsentiert werden. Noch dazu haben sich diverse Bildfehler eingeschlichen und das darf bei einer Kauf DVD einfach nicht sein. Dafür gibt es keine Ausrede und das versaut einem den Spaß an der Übernummer Edie", welche im Acoustic Gewand richtig lässig rüberkommen würde.
Wie schon oben erwähnt wirkt die Performance richtig fit und tight aber dennoch kommt die Band nicht mehr so lässig und speziell rüber wie in ihrer Hochzeit.
Soll man von einem Abgesang der Legende sprechen? Nein, denn dafür ist der Auftritt und der Mitschnitt doch noch zu stark.
Aber verdammt, von The Cult erwarte ich nicht weniger als Göttergaben und davon ist Live At The Fillmore" trotz seines Unterhaltungswerts dennoch meilenweit entfernt.


The Newz-40th Anniversary Edition
The Newz-40th Anniversary Edition
Preis: EUR 7,81

35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen too old to rock? mitnichten!, 5. März 2008
Rezension bezieht sich auf: The Newz-40th Anniversary Edition (Audio CD)
Alter schützt vor Torheit nicht! Nein, Alter schützt vor kraftvollem Rocken nicht! Das man in einem Alter an dem Andere an die Rente denken noch die Bühnen der Welt in Schutt und Asche legen kann beweisen Oldies wie Rose Tattoo, Deep Purple oder Uriah Heep alle paar Jahre wieder aufs Neue. Und Nazareth bilden da keine Ausnahme, stehen sie doch schon seit 40 Jahren für gnadenlose Livepower. Die Frage ist eher ob man zum 40jährigen Bandjubiläum unbedingt ein Album aufnehmen muss und ob man musikalisch in der heutigen Landschaft noch etwas zu sagen hat. Sollte die kreative Energie nicht längst verschossen sein?
Verfluchte Höllenhunde, was die Schotten um Reibeisenröhre Dan McCafferty hier für ein gewichtiges Album abgeliefert haben grenzt schon fast an das Unmögliche.
Der Opener drückt einem mit seiner an die Red Hot Chillipeppers erinnerten Art schon mal übelst an die Wand nur um einem mit dem darauf folgenden Day At The Beach" in bester Ohrwurmmanier zu bauchpinseln. Bei Liar" hat man es mit dem härtesten Song zu tun welche die Band wahrscheinlich jemals aufgenommen hat und spätestens hier ist einem klar das Nazareth im Jahr 2008 noch vor unbändiger Energie und Ausdruckskraft strotzen. Doch nach dem ersten Trible, welches ausschließlich aus Volltreffern besteht, geht die Sause erst richtig los. Wenn man Hochkaräter wie Road Trip" hört, dann stellt man sich schon die Frage ob man die alten Herren die letzten Jahre mit Steroiden gefüttert hat oder wo der Jungbrunnen versteckt sein könnte. Allein mit dem reichhaltigen Erfahrungsfunduns ist das Phänomen der Wiederauferstehung in Studioform nicht zu fassen. Auf The Newz" wurde das beste aus der kompletten Karriere gebündelt, modernisiert, in frische Kanäle gelenkt und auf den Punkt gebracht. So hat kann man die jahrelangen Anhänger ebenso überzeugen wie Kids die jetzt erst in den Genuss dieser wegweisenden Hardrockband kommen.
Den poppigen Schmalz der 80er Scheiben hat man locker über Bord geworfen ohne jedoch produktionstechnisch irgendwelche Einbussen hingenommen zu haben. So kann auch die Ballade Gloria" für sich alleine stehen ohne das vorher noch das Love Hurts" Gespenst heraufbeschworen wird.
Alles in Allem bietet The Newz" zwar nichts wirklich Neues aber das alte so bärenstark überholt und aufgeräumt das man ehrfürchtig das Haupt neigen will. Die alten Hasen wissen wo der Bartel den Most herholt und das man die Erwartungen an sein langjähriges Publikum nur so erfüllen kann indem man diese um 200 % übertrifft.
The News" ist ein topsicherer Anwärter auf das Classic Rock Album des Jahres und jede junge Nachwuchscombo sollte einen CD Kauf, bzw. den Besuch der Anniverery Tour zur Pflicht machen. Wenn die stärkste Konkurrenz von den eigenen Großvätern kommt, dann ist es an der Zeit seine Hausaufgaben zu machen.


Attack
Attack
Wird angeboten von jazzfred1975
Preis: EUR 3,95

5.0 von 5 Sternen schnell, präzise und treffsicher, 29. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Attack (Audio CD)
Wenn die Rede von einem Gitarrengott ist, dann spricht man für gewöhnlich über Ying/Yang Yngwie Malmsteen. Niemand sonst beherrscht die technische Brillanz und das Gefühl für neoklassisches Spiel so wie er. Leider ist er aber auch ein Egomane in Reinkultur und bietet Kritikern genügend Angriffsfläche.
Auf Attack" hat sich der Meister von einem kleinen Tief wieder erholt und zeigt zusammen mit dem ehemaligen Rainbow Sänger Dougie White wo der Bartel den Most herholt. Klar, die Produktion der Scheibe lag mal wieder in des Chefgeigers Händen selbst, aber im direkten Vergleich mit War To End All Wars" ist das hier schon richtig gute Arbeit und man kann sich nicht mehr über die Drucklosigkeit beschweren.
Natürlich halten sich die stilistischen Ausschweifungen ziemlich im Rahmen und wirkliche Überraschungen bleiben einem (Gott sei Dank) auch erspart. Dafür hat er sich neben der Notenskala-Onaniererei wieder kompositorisch voll ins Zeug gelegt. Zwischen dezenten Richie Blackmore Anleihen und den semi-Ohrwürmern Ship Of Fools" und Touch The Sky" bleibt genug Gedudel das einem die Luftgitarre die Finger bricht. So kann es nur Yngwie himself und das macht ihm auch niemand nach. Aber zweifellos ist das tragende Hauptelement der Lieder und das Herzstück der Musik noch immer das unverwechselbare und in Lichtgeschwindigkeit vorgetragene Gitarrengewitter des Ausnahmegitarristen. Hier wird, auf die Gitarre bezogen, das Wort Virtuosität" mit einem neuen Sinn erfüllt und dieser auf eine höhere Ebene gewertet. Auch wenn die Sternstunde seines Talents schon einige Jahre früher stattgefunden hat so muss man anerkennen das auch ein Laie beim hören von Attack" erkennt das man es hier mit einem der genialsten Gitarrenmusiker neben Eddie VanHalen, Richie Blackmore und Jimi Hendrix zu tun hat.
Wer sein Gitarrenspiel als seelenlos und ohne Gefühl bezeichnet, der hat sich einfach noch nicht die nötige Zeit genommen und sich wirklich damit auseinandergesetzt. Denn der Maasstab ist natürlich ein komplett anderer als bei der herkömmlichen, normalen Rockmusik.
Wer jedoch einerseits gern mal Scheiben im Stil von Rainbow oder Axel Rudi Pell auflegt, der sollte bei Malmsteen nicht mehr aus dem Staunen rauskommen. Und neben seinen großen Klassikern, mit denen er die moderne Gitarre revolutioniert hat, soll man schon auch mal in seine jüngeren Werke reinhören. Bei Attack" lohnt sich der Aufwand und die Investition allemal.


What the Hell
What the Hell
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 34,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bestes aus berlin, 25. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: What the Hell (Audio CD)
Warum die Truppe um Nina C. Alice und Jim Voxx noch immer im Underground rumdümpeln mag verschiedene Gründe haben. Vielleicht weil die Rhythmussektion bei Skew Siskin immer ein etwas vakanter Posten war. Möglicherweise auch das sich zwischen den Top-Scheiben auch immer wieder Rohrkrepierer eingeschlichen haben. Zu ersterem darf das Debut und das bärenstarke Album Of The Year" gerechnet werden, zu weiterem das verwirrte Electric Chair Music" und das einschläfernde und uninspirierte aktuelle Peace Breaker".
Zwischendrin gibt es noch das unbeachtete und Motörhead alle Ehre machende What The Hell", welches ein ziemliches Mauerblümchendasein fristet und das obwohl es vom ersten Song an mit Vollgas abgeht.
What The Hell" rumpelt mit Krachern wie Spend The Night With Me", "LifeŽs A Bitch" oder dem herausragenden "Head Up Your Ass" tierisch wild und ungezügelt aus den Lautsprechern und spätestens bei der 70er Homage Sex, Love, Dance, Music" wird der Gang zum Bierkühlschrank Pflicht. Nina röhrt wie ein V8 Motor kurz vor der Explosion während Jogy und Crash das groovende Fundament bilden auf dem Jim seine derben Riffs aufbauen kann. W.T.H." klopft nicht lieb an die Tür und fragt um Einlass, die Scheibe tritt das Tor ein, als ob ein tollwütiger Eber seiner Brunftigkeit freien lauf lässt.
Ohne um den heißen Brei herumzureden, Album Of The Year" (verflucht ist das Cover von Jesse James" gut) ist keinen Deut schwächer als die Motörhead Alben der 90er und mit denen haben Lemmy und Co. nicht wenig Boden wieder gut gemacht.
Warum das bei Skew Siskin nicht geklappt hat bleibt wohl ein Mysterium, obwohl es ja mit The Almighty noch einen zweiten Vertreter dieser Spezies gibt.
Besorgt euch die Scheibe, hört sie an und leistet Abbitte für euer jahrelanges Überhören. Eure erste Reaktion auf What The Hell" wird der Ausruf What The Hell...?" sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2008 7:13 PM MEST


CONCERT ANTHOLOGY 1987-91
CONCERT ANTHOLOGY 1987-91
DVD ~ WHITE LION
Wird angeboten von WholeFilmsMarket
Preis: EUR 86,00

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen white lion stand immer für höchste güte, 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: CONCERT ANTHOLOGY 1987-91 (DVD)
Meine Freundin, deren hardrockiger Background mit Guns anfängt und mit Roses aufhört, fragte mich jüngst was es denn wirklich mit meiner ewigen 80er Verklärung auf sich hat, da es doch gut war das die 80er diesen ganzen Mist weggeschwemmt hat. Nachdem mein erster Zorn verklungen war habe ich den Plan gefasst sie ernsthaft über die musikalische Größe dieses Jahrzehnts aufzuklären und ihr mit einer DVD zu beweisen das die 80er nicht umsonst als DAS Jahrzehnt des Hardrocks und Heavy Metals genannt werden.
Soll ich es mit einer Crüe DVD versuchen? Nö, das wäre ihr zu wild und nicht nachvollziehbar genug. Etwa Poison? Nein, wenn sie ihren böswilligen Tag hat biete ich ihr hier zu viele Ansatzpunkte zur Kritik. Dann vielleicht Tesla? Gut, aber da gibt es keinen wirklich guten Mitschnitt aus ihrer Hochzeit. So ging ich meine Sammlung durch und bei aller Wahrhaftigkeit konnte ich nicht wirklich die komprimierte Klasse entdecken die ihr den Wind aus den Segel nehmen sollte. So lange bis...
...ich auf die Concert Anthology 1987 - 1991" von White Lion stieß. Ja genau, hier lag die Antwort begraben und es würde nur etwa 2 Stunden ihrer Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen bis sie kleinlaut zugeben werden muss das dies hier mehr ist als der ganze Bullshit der sie die letzte Dekade begleitet hat.
Aber der Fairness halber möchte ich nicht unvorbereitet in die Sache einsteigen und schaue mir die DVD erst einmal selber bei einem Gläschen Rotwein an. Und, soviel möchte ich vorwegnehmen, ich habe beschlossen ihr dieses Geheimnis weiterhin vorzuenthalten bis sie es meiner Meinung nach verdient hat eingeweiht zu werden.
Der Hauptbestandteil ist natürlich der Zusammenschnitt aus ein paar Konzerten, welche scheinbar irgendwann zu Pride" Zeiten fürs Fernsehen mitgefilmt wurden. Dementsprechend retrospektiv auf VHS Niveau ist die Geschichte von der Klang und Bildqualität. Aber das was man zu Sehen und Hören bekommt ist dermaßen großes Melodic Metal und Hardrock Kino das es dem Fan die Tränen in die Augen treibt. Einzeln auf die Setlist einzugehen wäre übertrieben, ist doch jede dargebotene Nummer ein Sahnestück der Extraklasse. Das dabei einige Göttergaben auf der Strecke blieben versteht sich von selbst. Schade, aber das ist nachträglich halt nicht mehr zu ändern.
Die Band hatte alles und in dem Fall wirklich ALLES was es an diesem Genre zu lieben gibt. Die Songs welche so erhaben sind das ich die Lieder sicher noch auf dem Sterbebett mitsingen werden kann. Eine Performance die für die riesigsten aller Stadien bestimmt gewesen wäre. Einen Gitarristen der zwar aussieht wie ein frisch auf der Parkbank erwachter Yngwie Malmsteen, aber sein Instrument beherrschte wie kaum ein Anderer seiner Gilde und ein Spiel hatte das einem Eddie Van Halen zur Ehre gereichen würde. Dazu noch eine Rhythmustruppe welche den Ausdruck Solide eine neue Bedeutung verleiht und obendrein einen Sänger und Frontmann der nicht nur aussieht wie ein Sexsymbol sondern auch über eine der tollsten und eigenständigsten Stimmen verfügt. Eine Band wie aus dem Bilderbuch und von einer Güte wie man sie seit jenen Seeligen Tagen leider so gut wie nicht mehr geboten bekommt.
Gerade Mike turnt auf der Bühne umher als ob er Kilometergeld beziehen würde und erntet vom Publikum dafür Applaus wie der dümmste Bauer seine Kartoffeln. Vielleicht sind die Glitzerklamotten heute etwas seltsam anzusehen aber für diese Frisur würde auch jetzt noch jede Frau töten. Vito hält sich bewegungsmäßig eher im Hintergrund und konzentriert sich auf sein versiertes, ausdrucksstarkes Spiel, welches belegt wie virtuos der Meister die Sechsseitige beherrschte. Was ist an dem Mann für ein Genie verloren gegangen. Eine Schande das er sich aus dem Business und der Musik verabschiedet hat. Dafür ist uns der coole James Lorenzo am Bass erhalten geblieben, wenn auch nicht bei White Lion sondern bei Zakk Wyldes Black Label Society.
Es mag vermessen klingen aber in einer Zeit in dem die Musikwelt (zurecht) von der Uraltaufnahme des Iron Maiden Klassikers schwärmt, muss im Geldbeutel einfach noch soviel drin sein damit auch einem anderen Highlight huldigen kann.
Nein, ich behaupte nicht das der technische Standart von Live After Death" gehalten wird, aber das kann man von einer Band welche erfolgstechnisch doch ein paar Ligen weiter unten spielte nicht erwarten. Das ändert aber auch nichts an der Freunde die man bei sehen empfindet. Das hier waren die 80er und besser konnte man den Zeitgeist damals nicht einfangen.
Als Bonusmaterial bekommt man ein unveröffentlichtes Video zu Broken Heart", eine ausführliche und witzige Interview Sektion und einen tollen Ausblick in Mike Tramps Post-White Lion Leben mit Freak Of Nature. Aber das ist alles nur Beiwerk zu dem Mainkapitel und das ist die oben erwähnte Live-Footage.
Dies hier ist das Vermächtnis einer Band welche trotz respektabler Verkäufe und ihrer guten Reputation weit hinter ihrem verdienten Erfolg geblieben ist. Es ist zu wünschen das die alten Anhänger noch soviel Interesse mitbringen und ihre Jugend mithilfe dieser DVD aufleben lassen. Und Leute wie meine desinteressierte und uninformierte Freundin haben es nicht verdient an diesem Schatz aus der Goldenen Zeit" teilzuhaben.
Eine Pflicht DVD für Freunde des anspruchsvollen, hitgeladenen und mitreißenden Hardrocks und Melodic Metals, ebenso wie das Ticket für das Bang Your Head Festival 2008, bei dem man eine auferstandene Version des Weißen Löwen um Mike Tramp abfeiern kann.


The House of Blue Light
The House of Blue Light
Preis: EUR 11,36

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sie konnten es eigentlich immer, 17. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: The House of Blue Light (Audio CD)
Eine Platten- oder CD Sammlung ohne mindestens einer Deep Purple Scheibe kann und darf man nicht als ernstzunehmend betrachten. So sagt man und so wird es dann wohl auch sein. Wer kennt sie nicht die großen Meilensteine In Rock", Machine Head", Fireball" oder Perfect Stranger". Oder wer breitet nicht sofort seinen Gebetsteppich aus wenn die Sprache auf Made In Japan" zu sprechen kommt?
Und gerade deshalb ist es so komisch das es dennoch Scheiben von Deep Purple gibt die im Grunde genommen alles haben was ein tolles Album ausmacht, aber die so gut wie keinerlei Erwähnung und Aufmerksamkeit bekommen. The House Of The Blue Light" ist eine dieser Scheiben und wenn man sich mal richtig entspannt und versucht zu analysieren woran das liegt dann kommt man irgendwann auf den Schluss das es nur einen Grund gibt. Und der heißt hier Perfect Stranger". Dieses übermächtige Reunionwerk hätte mit nichts, aber auch wirklich gar nichts übertroffen werden können und deshalb hat man damals auch versucht weniger am Stil des Songwritings als an der Produktion und am Sound etwa zu verändern.
Und Herr Glover hat hier tatsächlich eine vorbildliches, wenn auch etwas zu glattes Soundbild zusammengeschustert.
Gut, die Herren waren mit ihren dicken Rockstarhintern endgültig aus den 70ern raus und in den 80ern angekommen, aber weil eine Produktion z.B. für Journey perfekt klingt muss es nicht auch unbedingt das I-Tüpfelchen für Purple sein.
Also kann man festhalten das das Scheitern der Scheibe nicht an Songs wie The Unwritten Law", Mad Dog" oder Hard LovinŽ Woman" liegt sondern an ein paar nebensächlichen Kleinigkeiten, welche summiert dem Gesamtbild eher unzuträglich waren.
Wer jedoch Lust auf eine ausgefeilte und liebevoll ausgearbeitete Hardrockscheibe mit tollem Gitarrenspiel von Richard Blackmore, feinem Gesang von Stimmbandgott Ian Gillan und etwas uncoolen Hammond-Keys von Jon Lord hat, der darf dieses blaugefärbte Bonbon aus dem CD Süssigkeitenland erstehen ohne später am schlechten Gewissen oder schlechten Geschmack zu ersticken.
Dies hier ist kein Klassiker aber dennoch eine angenehme Abwechslung zu den ewig gleichen Classic Rock Scheiben die man sonst so auf seinem Plattenteller am rotieren hat.


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