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Rezensionen verfasst von
kassiopeya

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Footloose
Footloose
DVD ~ Kevin Bacon
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Joa..., 16. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Footloose (DVD)
Bisher kannte ich von Footloose nur den gleichnamigen Titelsong - Das wollte ich ändern und habe mir die DVD gekauft (im Paket mit Grease und Flachdance, die ich beide bereits kannte). Mich hatte so ein Nostalgie-Feeling gepackt und ich habe mir auch gleich noch Pretty in Pink usw. bestellt. Von Footloose hätte ich auf Grund der Beschreibung des Films irgendwie mehr erwartet. Leider konnte der Film mich nicht wirklich mitreißen, obwohl ich 80er-Filme von Action bis Komödie und (ja auch) Dirty Dancing mag.

Die Story haben ja schon einige Rezensenten zusammengefasst, also beschränke ich mich auf ein paar Anmerkungen:
Den Rebellen habe ich Kevin Bacon schon halbwegs abgenommen und auch die anderen Schauspieler haben ihre Charaktere nicht völlig talentfrei dargestellt. Das größte Manko ist eigentlich der Plot und das Drehbuch an sich - die Szenen wirken manchmal irgendwie so ein bisschen aneinandergefügt und unabgestimmt, die Story seicht und nicht wirklich tiefgängig.
Wie auch schon von anderen angemerkt, hätte ich viel mehr Tanzszenen bei einem TANZfilm erwartet, die blieben aber weitestgehend aus oder waren dann (wie in der Disco oder sogar beim "großen Finale") relativ unspektakulär. Was mich aber wirklich am meisten genervt hat, waren die betont lässigen Dialoge in der angeblichen Jugendsprache der 80er... Vielleicht war ich einfach zu klein, um mich daran erinnern zu können (85 geboren), aber wenn damals ernsthaft so affig miteinander gesprochen wurde, würde es mich stark wundern. Vielleicht ist das aber auch einfach eine schlechte Synchronisation der englischen Originaldialoge und vielleicht kommt der Sprachwitz dort auch vielmehr raus. Jedenfalls ging mir das teilweise so auf die Nerven, dass mir die Lust am Film verging.
Das große Plus ist natürlich die Musik aus dem Film und die rettet ihn dann doch auf drei Sterne. Wer in Ermangelung besserer Filme Lust auf pure 80er hat, dem sei er ans Herz gelegt. Ansonsten empfehle ich wirklich eher Dirty Dancing (für Romantiker) oder den Breakfast Club.


Das Lied der Dunkelheit: Roman (Demon Zyklus, Band 1)
Das Lied der Dunkelheit: Roman (Demon Zyklus, Band 1)
von Peter V. Brett
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen show! don't tell...oder: Ein Buch vom Weltrang eines...lahmen Debütromans, 9. April 2014
Zuallererst: Nein, glauben Sie nicht dem einen, alles entscheidenden Satz auf der Rückseite des Buches: Ein Roman vom Weltrang des Herrn der Ringe (oder so ähnlich). IST ES NICHT. WIe auch fast alle anderen Bücher, die ähnliche Lobeshymnen erhalten, es NICHT SIND. Ich verstehe gar nicht, warum man jedes Buch mit HdR vergleichen muss. Natürlich hat Tolkiens Werk die Fanatsyliteratur geprägt, ist tiefgängig und eigentlich DIE Definition von High Fantasy. Aber trotzdem muss es ja nicht als eine Art Prädikatslabel missbraucht werden, wie so ein bio-Gütesiegel.

Zumal dieses Buch von "Herr der Ringe" ungefähr so weit entfernt ist wie mein Kontostand von dem, sagen wir, eines Bill Gates.
Warum also habe ich das Buch gekauft?

Ja - die Aufmachung des Buches, die einsame schwarze Gestalt vor einer verschwommenen Landschaft - das und der Klappentext waren ausschlaggebend. Ich gebe es zu. Aber selbst, wenn ich die ersten paar Seiten dieses spontanen In-der-Mittagspause-Kauf angelesen hätte - so wäre ich vermutlich trotzdem mit "Das Lied der Dunkelheit" in Händen aus dem Buchladen gegangen. Wie schon einige Vorrezensenten bemerkten, ähnelt die Aufmachung sehr dem Buch "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss, was wohl beabsichtigt war. Und die ersten paar Seiten vermögen durchaus zu fesseln. Leider hält der Autor nicht, was er auf den ersten Seiten verspricht. Eine liebevoll gezeichnete Welt mit ausgefeilten Charakteren, einem ordentlichen Spannungsbogen und glaubhaften Entwicklungen sucht man vergebens. Daher verstehe ich wirklich nicht die vielen vielen Fünf-Sterne-Rezensionen auf dieser Seite.

Ich möchte nicht noch einmal den Inhalt zusammenfassen - das haben hier viele Rezensenten dankenswerter Weise schon getan.
Meine Hauptkritikpunkte:

1)"Flat" oder zu deutsch "flache" Charaktere - eigentlich der schwerwiegendste Fehler für einen Autoren. Es hätte gelohnt, sich besonders für Arlen, aber auch für Leesha und Rojer mehr Zeit zu nehmen, ihnen eine halbwegs glaubhafte Lebensgeschichte zu zeichnen. Stattdessen scheint es mir oft, als hätte Brett zu Beginn seines Schreibprozesses grob jedem Charakter gerade so viel Hintergrund, Aussehen und Charaktereigenschaften zugeordnet, dass er mit dem Schreiben loslegen konnte. Über die Motivation der CHaraktere erfahren wir reichlich wenig, denn es reicht eben nicht, dass etwa eine Frau einmal im Leben hintergangen wurde und deshalb eine prüde Keuschheitsikone wird. Es reicht auch nicht, dass ein Junge seine Mutter verliert und dann bloß noch scheuklappenmäßig seinen Kampf verfolgt. Das KANN man so beschreiben, aber dann braucht es viel mehr kleine Begebenheiten auf dem Weg, viel mehr Details und VIEL WENIGER ZEITSPRÜNGE. Das bringt mich zu:

2) Die Zeitsprünge. Sie sind natürlich mit Schuld an der MIsere der unnahbaren, irgendwie skizzenhaft bleibenden Charaktere. Wenn Brett schon eine Fantasy-Reie schreiben wollte, wieso hat er nicht einfach im gesamten ersten Buch die Jugend der drei Charaktere abgehandelt? Stattdessen Zeitsprünge, die auch noch zwischen den CHarakteren wechseln, wobei Rojer völlig nachlässig behandelt wird, obwohl er meines Erachtens nach sogar das größte Potential gehabt hätte. Enttäuschte Liebe zu Leesha? Eifersucht auf den Tätowierten Mann? Ein zerstörtes Ideal, das er sich zunächst von diesem aufbaut? Nun gut, vielleicht kommt das alles noch in den nächsten Büchern (die ich mir aber nicht mehr kaufen werde) aber darauf wetten würde ich nicht.

3) Abziehbildhafte Nebencharaktere. Ebenfalls viel zu wenig Aufwand für diejenigen, die eine Geschichte erst richtig interessant machen können, wie man an Martins "Song of Ice and Fire" sieht. Dort werden Nebencharaktere irgendwann zu Hauptfiguren, niemals darf man irgend jemanden unterschätzen, und genau so soll es sein. Hier sind die Nebencharaktere nichts weiter als laufende Klischees, plot devices, wie in schlechten TV-Serien.

4) Ziemlich lächerliche Feinde. Auch hier reicht es einfach nicht, zu schreiben, dass der Horcling irgendeinen Kopf abbeißt (ich dachte: ah, ok...) oder halbe Menschen durch die Luft fliegen. Das lässt einen doch völlig kalt. Es ist in der Tat so, wie ein anderer Rezensent schrieb, arg einem Computerspiel ähnelnd (bei dem man sich nun auch nicht um die Kollateralschäden sorgt, da man nie eine Beziehung zu ihnen aufgebaut hat). Die Angriffe der Dämonen verlaufen langweilig immer nach dem gleichen Schema. Ehrlich gesagt, mir erschienen die Horclinge wie aus einem Kindergartenmärchen entsprungen. Furcht generiere ich nicht durch möglichst viel Tote, sondern durch das UNgewisse, durch das, was ich nicht zeige, sondern nur andeute. Und damit zu meinem zusammenfassenden, wichtigsten Punkt:

Brett verletzt einfach den wichtigen Grundsatz für Autoren: Show, don't tell. Bei Brett fiel mir das wirklich extrem auf, dadurch wirkt das Buch auch so holprig und unausgearbeitet. Er erzählt zu viel und ZEIGT zu wenig. Emotionen usw. erschließen sich dem Leser nicht dadurch, dass der Autor sie uns haarklein erzählt, sondern dadurch, dass der Charakter etwas entsprechendes tut und wir zu der Erkenntnis selbst gelangen können.

Schade, eine gute Story-Idee wurde bei diesem Debüt-Roman verschenkt.
Zwei Sterne gebe ich trotzdem für die guten Ansätze, hier eine eigene Welt zu erschaffen, verschiedene Perspektiven einzunehmen und für den ingesamt flüssigen Stil ohne große sprachliche Patzer (abgesehen von den neumodischen Begriffen, die manch einer hier auch schon moniert hat). Trotzdem werde ich meine Zeit künfitg lieber anderen Fantasyreihen widmen, wobei ich schon gar nicht mehr zu hoffen wage, jemals wieder etwas gleichrangiges zum "LIed von Eis und Feuer" zu finden. Ein Buch vom Rang eines Herrn der RInge :)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 21, 2015 10:10 PM CET


Der Dunkle Turm, Band 7: Der Turm
Der Dunkle Turm, Band 7: Der Turm
von Stephen King
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen sosolala, 21. November 2010
Der Turm - nun habe ich endlich das letzte Buch der Saga gelesen. Wobei ich gleich voranschicken möchte, dass die Buchserie Kings einem Vergleich mit der einheitlichen,in sich logischen und einfach unglaublich phantasievollen "Herr der Ringe" Trilogie nicht standhält, auch wenn das in Rezensionen oft behauptet wird.
Dennoch hat die Saga durchaus einen eigenen, düsteren Charme, der in den ersten drei Büchern, vielleicht auch noch in "Glas", dem vierten der Serie, aufgebaut wird aber leider in den letzten drei Büchern nicht mehr vorhanden ist (oder nur teilweise noch in Band 5 aufblitzt), da King viel zu krampfhaft versucht, hier sein gesamtes schriftstellerisches Oeuvre mit einzuflechten und viel zu viele unlogische Wendungen, unnötige - nervige Charaktere eingeführt und weitere, eigentlich unverzeihliche Fehler macht. Angefangen hat die Misere mit Wolfsmond (wie viele Rezensenten schon angesprochen haben, ein schlechter Abklatsch der 7Samurai-Thematik). Wozu war es nötig, Pere Callahan einzuführen, einen Charakter aus einer anderen King-Story, dessen Vampir-Thema eigentlich überhaupt nicht in die Welt Rolands passte. Schlüssiger wäre doch ein Weiterspinnen der "Alte-Volk-Thematik" gewesen bzw. vielleicht auch ein nochmaliges Auftreten des Mannes in Schwarz oder eine klitzekleine Erklärung, wieso es zum Untergang Gildeads kam, wer der gute Mann von Farson eigentlich war und welche Motive ihn leiteten. Stattdessen das unheimlich langatmige Geschwafel über den umherwandernden Callahan. Aber selbst dieses Buch konnte man noch gnädig verzeihen, was für Susannah, Band 6, nicht mehr gilt. Ich habe mich noch NIE so durch ein Buch quälen müssen wie durch dieses völlig hanebücherne, von albernen Erfindungen nur so strotzende vorletzte Turm-Buch. Weder Stil und Sprache (v.a. die Dialoge) noch der Plot sind einigermaßen schlüssig, die Einführung des Charakters Mordred hätte theoretisch schneller und z.B. im letzten Band erfolgen können.

Spoiler Alert
Nun aber zu Band sieben: der Turm konnte im Vergleich zu Susannah wieder einiges gutmachen, jedoch war auch er nicht schlüssig genug und meiner Meinung nach auch viel zu sehr auf das Kingsche Unfall-Trauma ausgelegt. Dass der Autor sich als Schöpfer aller Universen (oder zumindest als ihr Retter, als eine der Rosen der Balken) ansieht, war doch etwas viel des Guten. Die Opferung der Ka-Tet Mitglieder war eigentlich unausweichlich und das habe ich King auch nicht übel genommen, die Einführung neuer Charaktere und unwichtiger Nebenerzählstränge hingegen schon. So z.B. war die Story um Dandelo einfach ein unnatürliches In-die-Länge-Ziehen der Suche nach dem Turm und man hatte den Eindruck, dass ein konstruiert wirkender Spannungsbogen hermusste, da die Verfolgung durch Mordred wohl nicht ausreichte. Der Kampf gegen Algul Siento war noch recht passabel, jedoch war die Erklärung, dass Kinderhirn-Fressende Brecher (tolle Übersetzung übrigens) nur wegen ihres diesweltigen Außenseiter-Status schön konform an der Zerstörung der Welten arbeiten doch etwas weit hergeholt. Suannahs und Rolands Flucht unter Schloss Discordia hätte einem Splatter-Horrormovie entstammen können und ebenso ein Zeitschinder.
Besondere Enttäuschungen: wie schon viele meiner Vorrezensenten hier kann ich mich nur anschließen und am meisten Mordreds Tod sowie das Auftreten und Abtreten des Scharlachroten Königs bemängeln. Was war das bitte für eine kindische Posse? Ein kreischender König (über dessen Herkunft, Motive und Machtmittel wie nichts erfahren - was viel interessanter als die gesamte Brecher-Episode gewesen wäre) wirft Harry-Potter-Schnatze? (das war meiner Meinung nach auch kein besonders cleverer Schachzug Kings - eine der momentan wohl besten Jugendbuch-Fantasy-Reihen zum Vorbild für die Namensgebung seines Waffenarsenals zu machen, wer weiß, vielleicht misst King der HP Reihe eine einschlagendere Wirkung zu, als wir vermuten können...)
Der König ist jedenfalls eine Witzfigur und wird lieblos gezeichnet. Warum gab es nicht eine große Enthüllung, vielleicht ein Rätselraten zwischen Roland und dem König, irgendetwas ind er Art? Aber ihn einfach auszuradieren fand ich ein bisschen holprig, genau wie die gesamte Einführung des Charakters Patrick Danville.

Das Positive: Der Schluss.
Gottseidank entlässt uns King nicht in das Parallelwelt-Happy-End um Jake, Eddie und Susannah, obwohl ich es ihnen gönne und es auch nur logisch ist: Susannah entscheidet sich ohne zu zögern für die Liebe, nicht die Waffe und damit das für die Grausamkeit und den Egoismus stehende Revolvermann-Dasein (mag es noch so ehrenhaft beschrieben sein, im Endeffekt ist es das, was Roland an seiner Suche scheitern lässt). Sie muss den Revolvermann verlassen, um seinem Schicksal zu entkommen. Roland selbst erreicht den Turm und findet in ihm eigentlich sein eigenes Leben in vielen hunderten von Stationen, bis er im obersten Zimmer wieder an den Ausgangspunkt der gesamten Buchreihe ankommt: der Mohaine Wüste. Ein schlüssiges, fast zwingend logisches Ende, das überraschenderweise den Rest des Buches wettmacht. Message angekommen: die Suche ist das Ziel, Roland hat immer noch nicht begriffen, worauf es wirklich bei der Suche ankommt, nämlich auf die Werte wie Liebe, Freunschaft, Vertrauen. Denn er hat im ersten Buch Jake fallen lassen und öffnet sein Herz erst ziemlich spät. Dafür bekommt er quasi als Belohnung das Horn des Eld, sodass der Leser hoffen darf, seine nächste Reise durch die Zeitschleife wird positiv enden, er wird in das Horn blasen und Frieden finden, vielleicht einfach das Horn ablegen und fortgehen. Das ganze ist ein wenig buddhistisch/Zenmäßig angehaucht und hat mich wirklich ernsthaft befriedigt zurückgelassen. Ich würde empfehlen, Suannah und Wolfsmond nur in einer Zusammenfassung zu lesen und sofort zum letzten Band zu springen, es lohnt dann doch :)


Das Buch
Das Buch
von Wolfgang und Heike Hohlbein
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider zu viele gute Ideen nicht umgesetzt, 28. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Buch (Taschenbuch)
"Das Buch" war mein erster Roman der Hohlbeins und wahrscheinlich werde ich mich auch noch an anderen des Autorenpaares versuchen, obwohl dieser Schmöker von der Dicke einer Bibel mich nicht gerade überzeugen konnte. Viele Rezensenten haben es bereits angemerkt: die Idee um Leonie und die geheime Welt des Archivs sowie die der immer wieder umgeschriebenen Vergangenheiten war recht gut, hätte aber wesentlich besser umgesetzt werden können. Nicht nur die immer neu gestalteten 'Leben' Leonies sondern überhaupt die Wiederholung immer gleich anmutender Schlachtenszenen, Streitszenen zwischen Leonies Eltern, sowie (salopp gesagt) 'Maus-erscheint-führt-sie-irgendwohin-und-verschwindet-wieder-Szenen nervte irgendwann und hemmte die Lesefreude und den Lesefluss gehörig. Wie auch schon ein Rezensent bemerkte, gab es nicht nur diese Szenen-Wiederkehr, sondern auch die immer gleichen Floskeln, die man vielleicht gerne zwei, dreimal überfliegt, die man aber, wenn sie derart gehäuft auftreten, einfach nicht mehr ignorieren kann. Ich weiß nicht wie oft jemand die Luft scharf zwischen den Zähnen einsog oder Leonie irgendwas "falsch" (und zwar kursiv gedruckt, damit man sich gruselt....huhu)vorkam.

Vorsicht Spoiler, wenn jemand vorhat, das Buch zu lesen, sollte er vielleicht nicht weiterlesen:

Was mich aber an diesem Buch am meisten störte, war die Nachlässigkeit der Autoren, Ideen weiterzuverfolgen bzw. ihre Charaktere auszuformen und am Ende eine logische Erklärung anzubieten. Mir kam es so vor, als ob man reichlich aus dem Fundus für schlecht dargestellte 'flat characters' schöpfen würde, so z.B. spielten Hendrik, Frank und andere eigentlich nur die Abklatschformate irgendwelcher Beschützer und wurden dann, genau wie auch Leonies farblose, anscheinend recht unemanzipierte Mutter, einfach fallengelassen. Unlogisch war im Übrigen, dass z.B. Frank, obwohl ja von Leonies Vater geschaffen, am Ende plötzlich ein Geschöpf des Archivars sein soll, genauso unlogisch wie auch das vorherige Eingreifen des Scriptors in Leonies Leben in Form von den drei gleich aussehenden alten Herren sowie Theresas, denn angeblich konnte der Archivar ja vorher nichts in den Büchern (also der Realität) verändern. Das Buch befand sich schließlich im Besitz des Vaters. Sehr unbefriedigend fand ich auch das Ende von Leonies Vater. Zuvor hatte er sich schließlich als überlegen erwiesen und spielt eine der Hauptrollen, versinkt dann aber im Schlund des Archivs. Sozusagen. Und vielleicht kann mir ja irgendjemand hier einen Wink geben, aber wie bitte ist dass Ende zu verstehen? Wie bitte soll Maus pötzlich eine gewisse mit Leonie verwandte Person sein, die ja bereits bevor ihre Vater etwas im Buch veränderte, gestorben sein soll? Und vor allen Dingen, wieso schreibt diese Person am Ende plötzlich die Wirklichkeit um, wo sie weder die Gabe hat, noch der rechtmäßige Besitzer des Buches ist? Dieses seltsam gezwungen erscheinende Ende hat mich wirklich geärgert, aber vielleicht habe ich es auch nicht verstanden. Was mich angesichts der anderen Logik-Lücken dieses Buches jedoch verwundern sollte. Ich erwarte sicher nicht eine Aufkläung jedes Details, aber selbst in einem Fantasyroman kann man nicht tausend Enden einer Schnur knüpfen und sie dann einfach so hängen lassen. Schade.


Das schottische Vermächtnis: Roman
Das schottische Vermächtnis: Roman
von Susanna Kearsley
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naja..., 26. Februar 2010
Was mich in der Buchhandlung an diesem Buch reizte, war der vielversprechende Titel und auch der Klappentext, der Spannung suggerierte und mich neugierig werden ließ. Aber...

Ich habe beim Stöbern auf amazon von den Vorgängern der Autorin erfahren, die anscheinend schon ähnliche Themen zum Inhalt hatten und zu Bestsellern wurden, aber da dies mein erstes Buch der Autorin war, kann ich es vorurteilfrei beurteilen.

Der Plot wurde schon mehrfach aufgegriffen und vorgestellt, deshalb möchte ich hier nicht noch einmal näher darauf eingehen. Im Großen und Ganzen ist das Buch gut lesbar und es ist sicher nicht das Schlechteste, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Leider ist es aber auch in keinerlei Weise spannend oder fesselnd geschrieben und hat mich stellenweise wirklich gelangweilt.

Da ich Geschichte und englische Literatur studiere, waren mir die Ereignisse und Abläufe der "Geschichte in der Geschichte" ein Begriff, aber ich könnte mir vorstellen, dass die relativ ausführlichen, streckenweise sehr Geschichtsbuch-zitierend daherkommenden Faktenaufzählungen für den ein oder anderen Leser vielleicht etwas viel des Guten sein könnten.
Zudem waren die Charaktere wirklich farblos und eine Identifizierung mit der Protagonistin kam nicht zustande, da auf ihre Beweggründe abseits des Roman-Schreibens und ihres genetischen Gedächtnisses nicht großartig eingegangen wurde. Irgendwann wirkte auch die ständige Verifizierung dessen, was die Protagonistin über ihre Hauptfigur im Roman schreibt (was ihr aus ihrem genetischen Gedächtnis zugetragen wird) etwas konstruiert und gezwungen. Auch die Nebencharaktere waren ziemlich stereotyp und vor allem: langweilig. Nichts Geheimnisvolles, Undurchsichtiges haftete ihnen an, das die Spannung des Romans hätte aufrecht erhalten können.

Drei Sterne gibt es für den relativ guten Schreibstil der Autorin (immerhin keine sprachlichen Schnitzer) und die gute Grundidee, aus der man mehr hätte machen können. Das was der Titel verspricht, nämlich wahre Mystik, Spannung und ein tolles Ende bietet das Buch eher nicht.
Insgesamt: ein eher langweiliger Roman, den man abends im Bett gut zum Einschlafen lesen kann und den man beim Zuklappen des Buchs schon wieder vergisst.


Gezeichnet: House of Night 1
Gezeichnet: House of Night 1
von P.C. Cast
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

67 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Grottenschlecht, 26. Februar 2010
Warum habe ich mir dieses Buch gekauft? Vielleicht weil ich eine gute, stimmige Mischung aus Harry Potter und Twilight erwartete habe. Da ich beide Buchserien verschlungen habe, obwohl ich vielleicht nicht mehr ganz in die Zielgruppe passe (mit Mitte 20), können gut geschriebene Jugendbücher durchaus auch viele Erwachsene überzeugen. Tja - dieses Buch leider nicht. Ich würde auch einigen Rezensenten widersprechen, die das Buch einfach an Leser unter einer bestimmten Altersgrenze empfehlen, denn ich traue selbst 12jährigen zu, dieses "Werk" als einen totalen Reinfall zu entlarven.

Ich muss dazu sagen, dass ich das Buch im Original, also auf Englisch, gelesen habe (auf Deutsch hätte ich es wahrscheinlich bereits nach den ersten paar Seiten weggelegt), jedoch kann selbst die beste deutsche Übersetzung nicht solche Wunder gewirkt haben, dass dieses Buch lesenswerter geworden ist als im Original.

Einige Rezensenten haben bereits die wichtigsten Kritikpunkte erwähnt: ständige Wiederholungen und seitenweise reines Füllmaterial wie jene Szenen, in denen die Rituale der Schule abgehalten werden und bei denen man nach der dritten Erwähnung "ich zündete die gelbe, blaue, rote, grüne Kerze an und es kam Wind, Feuer, Wasser...blabla" einfach nur noch seufzt und bei sich denkt: aha, so also haben die Autorinnen es auf über 200 Seiten geschafft (mal abgesehen von Leerseiten nach jedem Kapitel, die an sich schon ein Witz sind - dafür müssen Bäume sterben?). Diese 200 Seiten kommen dem Leser inhaltlich sowieso vor wie magere 50, die lediglich maßlos aufgepumpt wurden.

Mein schwerwiegendster Kritikpunkt ist die betont pseudo-jugendliche Sprache. In jedem 5. Satz kommen im Englischen Begriffe wie "poopie" oder "boopies" vor, zudem solche unglaublich intelligenten Gedankenfetzen der Ich-Erzählerin wie "heehee" oder "I got boopies too". Kein normaler Jugendlicher denkt oder schreibt so einen Mist wie dieser oberflächliche, total unrunde Hauptcharakter, dessen Interesse in zeitgenössischen Schauspielern wie Ashton Kutcher oder in manikürten Nägeln besteht, wie man den Gedankengägnen entnehmen darf. Nicht nur die indirekte Rede sondern auch die gesamte Stilistik des Romans ist wirklich schlecht, solch einfache Satzkontruktionen kann schon ein Grundschüler auf Englisch formulieren.

Zweiter Kritikpunkt: Die Charaktere...
Absolut grottig. Mit der Protagonistin Zoey identifiziert man sich keine Sekunde, zumal ihr Charakter ständig nur darauf heruntergebrochen wird, dass sie irgendwohin "passen will", also integriert werden möchte. Lustigerweise war sie auf ihrer alten Highschool absolut integriert, wie wir erfahren, und nur das auf ihrer Stirn erscheinende Mal macht sie kurzfristig zur Außenseiterin - hm leichte Harry Potter Anleihen...-
Die absolut einfallsreiche Ausgangssituation, um Zoey etwas "Tiefe" zu verleihen: Mutter heiratet total überzeichneten, frömmelnden, heuchlerischen Stiefvater, dem sie sich wie eine willenlose Sklavin unterwirft und dafür ihre Tochter völlig aufgibt, die Geschwister sind beide Monster und die alte Highschool Clique besteht eigentlich auch nur aus Schlampen und biertrinkenden Rüpeln. Sowieso geht einem diese total vereinfachte Schwar-weiß-Malerei bald gehörig auf den Wecker. Die Charaktere auf der Vampirschule sind auch völlig stereotyp: der schwule Intelligenzbolzen der Clique, die zwei zu Zoeys Bodyguards mutierenden "Zwillinge" und die naiv-hündchenähnliche beste Freundin. Der schöne, Theater-spielende, heiße Typ der neuen Schule, der sich ohne jeden erkennbaren Grund in Zoey verliebt, nachdem er zweimal total anregende Unterhaltungen mit ihr geführt hat, die von ihrer Seite aus "oh", "uh" "eh" bestehen. Achja - und die absolut überzeichnete Inkarnation einer Erzfeindin, die auch gleich mal durch eine kompromittierende O-Sex Szene eingeführt wird und damit natürlich gleich den Stempel "schöne blonde Schlam.." aufgedrückt bekommt. Simpler gehts nicht. Eine Charaktere-SAmmlung wie aus dem Horrokabinett für schlechte Romane.

Die Struktur:
Die Entwicklung des Hauptcharakters ist wie gesagt nicht nachvollziehbar, manchmal sogar unlogisch. Im Nullkommanix schwingt sich Zoey von der "armen Außenseiterin" auf zur umjubelten Anführerin. Dieser Entwicklung wird weder Raum noch Zeit gegeben, alles fliegt ihr zu, ohne dass sie sich groß Mühe für irgendetwas geben müsste. Zudem ist auch der Plot absolut platt und enthält bis auf den Schluss keine spannenden Momente. Der Schluss wiederum ist dann sowas von hanebüchern, dass er auch schon wieder erzwungen und aufgesetzt wirkt.

Der letzte Punkt: Der erhobene Zeigefinger
Liebe Kinder, O-Sex ist böse, genauso wie Drogen und zu viel Biergenuss. Vielen Dank liebe Tanten Cast, das hätten wir ohne eure plumpen Moralaposteltiraden, die ihr eurer Hauptcharakterin unterjubelt, gar nicht gewusst! Selbstverständlich ist eine negative Haltung zu diesen Themen völlig ok, aber so dämlich verpackt wie in diesem Buch, wo alle guten Charaktere ohne jeden Fehl und Tadel sind und alle anderen nur tumbe Dorftrottel oder perfide Erzfeind-Typen, kommen diese Botschaften wirklich nervig rüber. Auch hier wieder reine s/w Malerei von wegen: den Glaubensleuten draußen hängen nur vertrocknete Heuchler an, aber wir hier mit unseren tollen, Naturglaube-Esoterik-Vampir-Riten sind hip.

Alles in allem: bloß nicht kaufen, nur weil die Verlagsmaschinerie Kohle machen will und hier einen angeblichen HP und Twilight-Nachfolger gefunden haben will. Ich kann nur sagen, die Lücke, die nach Twilight gefüllt werden muss ist anscheinend echt groß, wenn bereits 8 Millionen Exemplare dieser (sehr kommerziellen und von überall her ausborgenden) Buchreihe in den USA verkauft wurden.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 23, 2013 10:03 PM MEST


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