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Rezensionen verfasst von
Marie-Kristin Dammer "Wortmalerei" (Mönchengladbach)

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Glück ist, wenn man trotzdem liebt: Roman
Glück ist, wenn man trotzdem liebt: Roman
von Petra Hülsmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glück ist, wenn man dieses Buch liest!, 10. Juni 2016
Es gibt Dinge, die Isabelle absolut heilig sind: Ihre Arbeit in einem schönen Blumenladen. Ihre Daily Soap. Und ihr tägliches Mittagessen in der alten Klitsche gegenüber. Doch die wird eines Tages von dem ambitionierten Koch Jens übernommen, der nicht nur mit seiner aufmüpfigen Teenieschwester für reichlich Wirbel sorgt - und plötzlich bricht das Chaos über Isabelles wohlgeordnete kleine Welt herein. Während sie noch versucht, alles wieder in ruhige Bahnen zu lenken, scheint ihr Herz allerdings schon ganz andere Pläne zu haben...

"IN WAHRHEIT ISSES DOCH SO: GLÜCK IST, WENN MAN TROTZDEM LIEBT!"
SEITE 257

Es gibt Geschichten, die sind Entspannung pur. Geschichten, bei denen man sich zurücklehnen und einfach lesen kann, die Umgebung komplett ausgeblendet. "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" gehört nicht nur in diese Kategorie, sondern hat es auch geschafft, mich aus einer ausgewachsenen Leseflaute zu reißen - definitiv ein Qualitätsmerkmal. Wie auch schon bei den Hummeln und Schmetterlingen, ist "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" (wenn auch ohne süßes Insekt) eine lockerflockige Liebesgeschichte, die sich wie eine Hollywoodliebeskomödie liest und einfach Spaß macht. Petra Hülsmann vereint wie keine zweite Humor, Freundschaft, Liebe und dieses unverkennbare Wohlfühlfeeling, das dafür sorgt, dass sich jedes ihrer Bücher so liest, als würde man nach Hause kommen oder an einem lauwarmen Abend mit seinen Freunden zusammensitzen.

Gutes Essen, Upcycling, Blumen und das Leben so nehmen, wie es kommen - das sind Themen in "Glück ist, wenn man trotzdem liebt", die jede Figur auf ihre eigene Art erkundet und sich dementsprechend entwickelt. Mit Isabelle tritt ein durchorganisierter Gewohnheitsmensch auf den Plan, der sich ungern aus seiner Komfortzone bewegt und feste Rituale hat. Als krasser Gegensatz fungiert Jens, der Isabelles Leben ordentlich durcheinanderwirbelt. Die leichte Abneigung und die sich daraus entwickelnde Freundschaft der beiden macht durchweg Spaß, auch wenn diese Art der Beziehung sicherlich keine Neuheit ist. Dennoch schafft Petra Hülsmann es, dass man sich nicht sattlesen und das Buch kaum aus der Hand legen kann. Hinzu kommen Figuren wie die ausgefuchste Merle, Jens Schwester, die das Geschehen immer wieder auflockert und altbekannte Figuren wie Knut, der in "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" endlich auch eine eigene kleine Geschichte bekommt und einmal mehr dafür sorgt, dass man sich direkt zu Hause fühlt.

GLÜCK IST, WENN MAN DIESES BUCH LIEST

Auch humortechnisch hat die Geschichte um Isabelle und Jens einiges zu bieten - unter anderem einige Runninggags bezüglich Isabelles Upcyclingtick und einige Missverständnisse, die zu lustigen Situationen führen. "Glück ist, wenn man trotzdem liebt" hat trotz des charmanten Erzählstils auch seine ernsten und nachdenklichen Momente, in denen Dinge wie Spontaneität, das Losreißen aus dem Alltagstrott und Selbstfindung eine Rolle spielen, doch insgesamt ist die Geschichte einfach eine entspannende Lektüre mit unheimlich hohem Unterhaltungsfaktor, viel Wohlfühlfeeling und viel zu gut beschriebenem Essen, das einem permament Lust auf Schokoladenmalheur, Spaghetti mit Mangoldpesto und Nudelsuppe macht. Die kleinen Dinge eben, die das Leben schöner machen. Und in Wahrheit isses doch so: Glück ist auch, wenn man dieses Buch liest.


Ein Sommer ohne uns
Ein Sommer ohne uns
von Sabine Both
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig, feinfühlig und poetisch rau, 24. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Ein Sommer ohne uns (Broschiert)
Die Zeit zwischen der Jugend und dem Erwachsenwerden ist eine der schwierigsten - alles fühlt sich falsch und doch richtig an, die Gefühle spielen einem Streiche und man will so reif sein, obwohl man doch noch so jung ist. In genau dieser Phase befinden sich die Protagonisten aus "Ein Sommer ohne uns" - mit dem zusätzlichen Dilemma seit fünf Jahren in einer festen Beziehung zu stecken, ohne jemals erfahren zu haben, wie das Leben ohne den jeweils anderen sein könnte. Mit viel Feingefühl, Melancholie und genau der richtigen Portion Drama erzählt Sabine Both eine stimmungsvolle wie schwierige Geschichte über eine Phase im Leben, die jeder schon einmal auf irgendeine Art und Weise durchgestanden hat. Vielleicht liegt es genau an dieser Tatsache, dass ich mich von der ersten Seite an so sehr in die Geschichte einfühlen und jede Stimmung genauso spüren konnte, wie die Figuren es taten. "Ein Sommer ohne uns" ist sehr speziell und wird sicherlich nicht jedem gefallen, doch diese besondere Mischung aus Melancholie und ebendiesem Gefühl aus der Pubertät, das noch so stetig in mir nachschwingt, hatte für mich einen ganz besonderen Zauber.

Umfasst und einmal mehr unterstrichen wird diese Geschichte und vor allen Dingen die Stimmung von Sabine Boths Schreibstil, der durch die kurzen und knappen Sätze eine stroboskopartiges Bild auf das Geschehen ermöglicht und auf eine ruppige und derbe Art und Weise poetisch wirkt. Durch die kurzen Sätze wird die Geschichte nie zu kitschig, dramatisch oder "zu viel", sondern zeigt genau die Gefühlsschwankungen, die der Leser spüren muss, spüren soll, um die Geschichte zu fühlen. "Ein Sommer ohne uns" ist abwechselnd in kurzen Abschnitten aus den Perspektiven von Verena und Tom erzählt, wobei hier durch die dritte Person Singular eine gewisse Art Distanz geschaffen wird, die man auch unbedingt braucht - die Schwere bleibt so noch in genau dem richtigen Maß ertragbar. "Ein Sommer ohne uns" fühlt sich an, wie ein Song der voller Erinnerungen ist - man spürt die Geschichte mit jeder Körperfaser und sie geht eindeutig unter die Haut. Und bleibt dort.

Die Figuren, allen voran Verena und Tom, sind vielschichtig und interessant, wobei es auch hier das ein oder andere Klischee gibt, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut. Verena und Tom sind beine sympathische und nachdenkliche Figuren, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln und um ebendiese Entwicklung geht es eigentlich auch. Auch wenn die beiden Charaktere durchweg sympathisch sind und ihre eigen Macken, Ecken und Kanten haben, ist das eigentlich besondere an ihnen, dass sie Projektionsfläche bieten. Sie sind ganz normale junge Erwachsene mit den Problemen von jungen Erwachsenen und sind aus dem Leben gegriffen - sie könnten du oder ich sein und das ist das, was sie wirklich ausmacht. Der Hauptfokus ist hier auch eindeutig auf die beiden gelegt, wobei die Nebenfiguren die Geschichte abrundet und noch authentischer macht. "Ein Sommer ohne uns" ist ein Charakterroman und ist nicht so sehr auf den Plot ausgelegt - Sabine Both erzählt mit leisen, aber dafür umso eindringlicheren Tönen.

"Ein Sommer ohne uns" wird nicht für jeden das richtige Buch sein. Und das kann ich auch verstehen. Die Geschichte ist sehr intensiv und auf eine besondere Art feinfühlig, wie ich sie selten erlebt habe. Wenn man sich darauf einlässt und auf der Welle der Emotionen mitreitet und diese an sich heran lässt, wird man dieses Buch mit jeder Faser spüren - es wird weh tun und es wird schön sein, vor allen Dingen aber wird dieses Buch etwas mit dem Leser machen und das ist eine Tatsache, die mich sehr beeindruckt hat. Daher: Unbedingt ausprobieren, darauf einlassen und lesen!


Das verdammte Chaos im Mikrokosmos
Das verdammte Chaos im Mikrokosmos
von Anke Weber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben und der Tod - in Farbe!, 12. Oktober 2015
Inhalt:
Willkommen im Leben! Inspiriert von einem Spruch auf einer Cornflakes-Packung und aus Angst, das geliebte Zuhause zu verlieren, beschließt die 16-jährige Milla, den Tod ihres Großvaters, bei dem sie aufgewachsen ist, zu verheimlichen. Milla vergräbt die Leiche im Garten und vertraut sich nur ihren besten Freunden an. Kurz darauf lernt sie Tim kennen. Auch Tim wird bald sterben, und Milla plant gemeinsam mit ihm sogar die Details seiner Beerdigung. Doch je besser sie Tim kennenlernt, desto mehr fühlen die beiden sich zueinander hingezogen und entdecken, wie wunderschön das Leben sein kann.

Meine Meinung:
Das Leben ist kunterbunt - und manchmal muss der Tod genauso sein. In ihrem neuen Roman "Das verdammte Chaos im Mikrokosmos" zeigt Anke Weber einmal mehr, dass man selbst die tristen und grauen Dinge im Leben bunt anpinseln muss - und das verpackt sie in eine skurrile wie schöne Geschichte, die in endlos vielen Farben schimmert und gleichzeitig tieftraurig und himmelhochjauchzend schön ist. Eine Kombination, die für mich bisher nur Anke Weber so eindringlich und lebensbejahend vermitteln kann. Wer also wissen möchte, wie man seinen toten Opa im Garten vergräbt, Särge bunt bemalt und gleichzeitig alles verlieren und haben kann - der sollte dieses Buch lesen. Und genießen.

"Endlich, nach tagelanger Arbeit, sitze ich in meinem bunten Wohnstudio und staune. Über mich selbst. Über die Farbe. Und über das Leben. Wie es sich verändern kann. Jeden Tag. Immer wieder. Und manchmal mit ein paar Pinselstrichen."
[S.109]

Anke Webers Geschichten spielen fernab vom Mainstream. So auch "Das verdammte Chaos im Mikrokosmos". Es ist diese ganz besonders feinfühlige, gleichzeitig aber auch sehr eindringliche Art mit einem Thema umzugehen, das nur schwer vermittelt werden kann, die in diesem Buch besonders auffällig ist. Der Umgang mit dem Tod mag für manche eine durchweg traurige Sache sein, doch dieses Buch vermittelt wie kein zweites, dass es nur einmal zum Leben dazugehört und wie man selbst diese düstere Sache zumindest ansatzweise schön machen kann. In der Geschichte um Milla und ihren toten Opa werden derart viele Themen neben dem Tod behandelt, dass man das Buch beinahe als einen Allrounder beschreiben könnte - und das ist er auch. Freundschaft, Erwachsenwerden, viele verschiedene und facettenreiche Menschen und die Liebe spielen unter anderem eine Rolle und machen das Buch zu einer Geschichte, die aus dem Leben gegriffen sein könnte. Trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - skurriler Vorkommnisse.

Hinzu kommt der einfache aber besonders schöne und flüssige Schreibstil der zu der kunterbunten Atmosphäre beiträgt und dem Leser ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl suggeriert. Irgendwie ist man in diesem Buch. Man gehört zu der kleinen Truppe, die Milla um sich versammelt, man malt gemeinsam alles bunt an und lässt alles Grau aus dem Leben. So ist "Das verdammte Chaos im Mirkokosmos" eine vielfältige und tiefgehende Geschichte, die unter die Haut geht, spannend ist und mit einer warmherzigen Atmosphäre gleichzeitig zum Lächeln und zum Weinen bringt. Anke Weber verpackt die schönsten und buntesten Farben, die schönsten und schlimmsten Gefühle und ganz viel Herz und Lebensfreude in einem kleinen, aber feinen Buch, das meine Gedankenwelt mit bunten Farbklecksen versehen hat. Am Ende habe ich eigentlich nur noch eines zu sagen: Lest Anke Webers Bücher. Sie sind bunt und schön im Angesicht unschöner Gegebenheiten und vermitteln das Leben auf eine ganz besondere Art und Weise. Außerdem mag Anke Weber Hundepfotengeruch - und das sagt doch wohl bereits alles aus!


Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
von Nicola Yoon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Dieses Buch ist ein Geschenk. Lies es!, 6. Oktober 2015
Inhalt:
Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben! Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren. So hat man die Liebe noch nie gelesen!

Meine Meinung:
Manchen Geschichten müssen geschrieben werden. Anderen müssen erzählt werden. Und ganz wenige müssen erlebt werden. "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" ist eines der Bücher aus der dritten Kategorie und muss mit jedem Sinn und jedem Gefühl aufgesogen und erlebt werden. Diese Geschichte hat mich trotz einiger Kleinigkeiten sehr berühren können und besticht mit einer charmant-frischen Art und einem lockeren Schreibstil mit doppelten Böden und Wortspielen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Geschichte um Madeline einfach anders ist, anders als andere Geschichten, andere Wege geht und letztlich doch nur eins ist: eine Hommage an das Leben mit all seinen Facetten, all den Irrungen und Wirrungen, dem Schmerz, ebenso wie an das Glück. Und vor allen Dingen an die Liebe in jeglicher Form.

"Nach der Chaoslotterie kann selbst eine winzige Veränderung völlig unvorhersehbare Folgen haben. Wenn jetzt ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, kann woanders ein Hurrikan ausbrechen."

Erzählt wird diese zauberhafte Geschichte von Madeline, die das Haus auf Grund einer Immunkrankheit seit siebzehn Jahren nicht verlassen hat - schließlich könnte alles dort draußen sie potenziell umbringen. Sie unterliegt strengen Regeln und wird ständig untersucht und umsorgt. Ihr Leben besteht aus Büchern, ihrer Mutter und den vier Wänden, die sie nicht verlassen darf - dementsprechend weltfremd und - im positiven Sinne - naiv ist sie auch. Gleichzeitig ist sie eine starke Persönlichkeit, was sich vor allen Dingen im Laufe der Geschichte mehrmals zeigt, aber dazu sage ich natürlich nichts. Dann ist da natürlich noch Olly, der neben Carla zu einer absoluten Lieblingsfigur geworden ist. Auch er hat sein Päckchen zu tragen, ist aber auf eine charmante Art sehr besonders. Die Liebesgeschichte, die sich hier entwickelt ist süß und wirkt völlig unverbraucht, was ich sehr erfrischend fand, auch wenn sie sich relativ schnell entfaltet, wobei mich das kaum gestört hat.

"Ich war glücklich, bevor ich ihm begegnet bin. Aber jetzt bin ich lebendig und das ist etwas ganz anderes."

Das Besondere an diesem Buch ist jedoch eindeutig das Lesegefühl. Nicola Yoon erzählt ihre Geschichte so charmant und frisch, dass man nicht zu lesen aufhören kann. Die phantastische Gestaltung tut ihr Übriges und lockt mit verschiedenen Zeichnungen, Chats und Notizzetteln, sodass man stetig das Gefühl hat, live dabei zu sein. Ebenso frisch und schön fand ich die Dialoge zwischen Madeline und Olly, die sich lockerleicht und einfach charmant lesen lassen. Die Wendung, die das Buch ab einem bestimmten Punkt nimmt, kann man ganz sicher vorhersehen und das war bei mir auch der Fall, allerdings hat das der Geschichte definitiv keinen Abbruch getan, obwohl ich mir hier vielleicht noch ein wenig mehr Aufklärung in Bezug auf eine bestimmte Person gewünscht hätte - gerade auch Madelines Beziehung zu dieser Person im Nachhinein. Doch das ist nur eine Kleinigkeit in einem ansonsten wunderbaren Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte, das mich berühren konnte und das ich zu jedem Zeitpunkt erlebt habe. Am Ende kann ich nur sagen: Dieses Buch ist ein Geschenk. Lies es.


Auf eine wie dich habe ich lange gewartet
Auf eine wie dich habe ich lange gewartet
von Patrycja Spychalski
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Echt, 3. August 2015
Inhalt:
Ab ans Ende der Welt, heißt es für Großstadtmädchen Laura – dort, wo sich höchstens die Wildgänse und Mamas neue Hühner gute Nacht sagen. Wie soll sie es da nur aushalten? Aber das piefige Kaff hat dann doch etwas zu bieten: Enzo, den süßen Neffen des Pizzeriabesitzers, und Irina, das hübsche, durchgeknallte Mädchen, mit dem Laura sich auf Anhieb versteht, Musik hört, am Bach herumliegt und … dann passiert es: Auf einer Party küsst Irina Laura – und Laura küsst Irina. Doch so unerwartet schön, so schrecklich verwirrend sind ihre Küsse auch. Bin ich lesbisch?, googelt Laura. Und wenn ja, warum dann dieses irre Kribbeln, wenn sie Enzo sieht?

Meine Meinung:
Patrycja Spychalski schreibt Geschichten aus dem Leben. Geschichten ohne viel Trara mit viel Natürlichkeit und Authentizität. Oder kurz: Echte und eindringliche Geschichten mit denen man sich identifizieren kann. Auch "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" ist eine dieser Geschichten und kommt mit einem (mehr oder weniger) Tabuthema daher - es geht ein bisschen um Homosexualität, wobei der Begriff die Situation eigentlich überhaupt nicht beschreiben kann. Viel mehr geht es um die Liebe und wie sie sich ihren Weg sucht, ganz egal, was geschieht oder welche Person man trifft. "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" trifft genau den Ton, mit dem man ein solches Thema ansprechen sollte, wertet zu keinem Zeitpunkt und ist einfach das, was es sein sollte: ganz natürlich und echt.

Dennoch: völlig vom Hocker gerissen hat es mich nicht, was vielleicht daran liegt, dass viele unterschiedliche Problematiken und Themen angeschnitten, aber nicht weiter ausgeführt werden. Auch wenn mir der Umgang mit dem Thema Liebe und Sexualität gefallen hat, so war mir manches dennoch etwas zu oberflächlich und schnell gelöst, auch wenn man vermutlich sagen könnte, dass das Leben manchmal eben so spielt. Trotzdem, die Hauptthematik und die damit verbundenen Sorgen werden so schnell gelöst und sind plötzlich nicht mehr relevant, was bei der sonst so authentischen Art des Buches etwas merkwürdig wirkt. Ohnehin gab es eventuell ein bisschen viele Themen - Mobbing, Selbstfindung, Umzug, Sexualität, Liebe, Freundschaft, psychische Probleme... da war es manchmal schwer, das Interesse am Hauptplot zu erhalten, wenn so viele faszinierende Nebenstränge locken, die dann doch nicht behandelt werden.

Dafür sind die Figuren wieder absolute Pluspunkte - allen voran Protagonistin Laura, die eine starke Persönlichkeit hat und sich von niemandem unterkriegen lässt, auch wenn sie anfangs etwas zickig und melodramatisch wirkt. Dieser Eindruck verfliegt recht schnell, denn Laura macht und sagt, was sie denkt und was sie für richtig hält. Auch Irina ist eine solch besondere Figur, denn sie ist noch ein wenig extremer als Laura und ist manchmal etwas undurchsichtig, obwohl sie sofort Sympathien weckt mit ihrer Direktheit und Ehrlichkeit. Hinzu kommt noch Enzo, der trotz seiner interessanten Art in der Geschichte ein wenig untergeht - auch hier hätte ich mir noch mehr Fokus gewünscht.

Fazit:
Auf diese Geschichte habe ich zwar nicht ewig gewartet, doch wie von Patryca Spichalski gewohnt, kommt sie wieder mit viel Authentizität und Natürlichkeit daher, wenn auch manche Stellen ein wenig oberflächlich wirken. Mit andersartigen und besonderen Figuren bringt die Autorin Leben in ihre Geschichte und erzählt etwas, dass irgendwo tatsächlich ähnlich geschehen sein könnte. "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" hat viel Identifikationspotenzial und geht besonders eindringlich und leichtfüßig mit einem (für einige) sensiblen Thema um. Dabei trifft die Geschichte genau den richtigen Ton und liest sich flüssig weg.


Collection Art-thérapie (Malbuch für Erwachsene): Keltische Kunst: Malen & Entspannen
Collection Art-thérapie (Malbuch für Erwachsene): Keltische Kunst: Malen & Entspannen
von Michel Solliec
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entspannung pur!, 30. Juli 2015
Die gebundenen Ausmalbücher kommen in wertiger Gestaltung daher: eingefasst in dicke Pappe mit hübschem bunten Aufdruck sind sie sofort ein Hingucker. Doch auch innen sind sie wunderschön, das Papier ist dick, sodass nichts durchdruckt, egal ob mit Filz- oder Buntstiften, sodass man sich hier mit jeglicher Stiftart gut austoben kann. Und dann hat man je 128 Seiten voller Motive, die man ausmalen kann. Das Format ist recht groß, sodass man viel Fläche für bunte Farben hat. Die Ausmalbücher kosten je 12,99€.

Die Ausmalmotive aus "Keltische Kunst" sind oft Mandala-artiger und vor allen Dingen auch sehr abwechslungsreich. Es gibt Muster, die über die komplette Seite gehen und Muster, die eingeschränkt eingerahmt sind. Auch hier gibt es filigrane und repetitive Muster, aber eben auch großflächigere Motive, sodass für jeden etwas dabei ist.

Fazit:
Manchmal braucht es nur einen Buntstift und ein paar Ausmalbilder und auch Erwachsene können sich wieder so unbeschwert wie Kinder fühlen. Ob 1001 Nacht, Keltische Kunst, Katzenmotive oder buddhistische Muster - die neuen vier Bände der Collection Art-thérapie bieten sicherlich für jeden die richtigen Motive und ergänzen Zauberhafte Gärten und Mandalas perfekt. Die Bände sind allesamt wertig und bieten mit viel Abwechslung für einen guten Preis eindeutig eine tolle Alternative zum Entspannen. Es muss schließlich nicht immer das Buch oder die Glotze sein, denn mit den schönen Motiven und tollen Farben kann man seinen stressigen Alltag direkt etwas bunter gestalten. Ich für meinen Teil bin ein bisschen verliebt in diese hübschen Ausmalbände und freue mich schon auf mein nächstes ganz persönliches Entspannungskunstwerk.


Collection Art-thérapie (Malbuch für Erwachsene): 1001 Nacht: Malen & Entspannen
Collection Art-thérapie (Malbuch für Erwachsene): 1001 Nacht: Malen & Entspannen
von Sophie Leblanc
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunterbunte Entspannung!, 30. Juli 2015
Die gebundenen Ausmalbücher kommen in wertiger Gestaltung daher: eingefasst in dicke Pappe mit hübschem bunten Aufdruck sind sie sofort ein Hingucker. Doch auch innen sind sie wunderschön, das Papier ist dick, sodass nichts durchdruckt, egal ob mit Filz- oder Buntstiften, sodass man sich hier mit jeglicher Stiftart gut austoben kann. Und dann hat man je 128 Seiten voller Motive, die man ausmalen kann. Das Format ist recht groß, sodass man viel Fläche für bunte Farben hat. Die Ausmalbücher kosten je 12,99€.

"1001 Nacht" kommt mit hübschen filigranen und floralen Mustern daher. Es gibt unheimlich viele unterschiedliche Motive, sodass für jede Lust und Laune etwas neues dabei ist. Da gibt es auch schon einmal sehr kleinflächige Ausmalseiten, für die man einiges an Geduld mitbringen muss. Ich habe mir bisher nur großflächigere Motive ausgesucht und brauche schon relativ lange für eine ganze Seite, aber so soll es ja auch sein. Während man malt, blendet man die Außenwelt wirklich komplett ab und versinkt in Muster aus 1001 Nacht - dabei ist der Kopf entspannt mit der Frage beschäftigt, welche Farbe man als nächstes benutzen möchte. So hat "1001 Nacht" seinen Zweck eindeutig erfüllt: Ausgemalt & Entspannt!

Fazit:
Manchmal braucht es nur einen Buntstift und ein paar Ausmalbilder und auch Erwachsene können sich wieder so unbeschwert wie Kinder fühlen. Ob 1001 Nacht, Keltische Kunst, Katzenmotive oder buddhistische Muster - die neuen vier Bände der Collection Art-thérapie bieten sicherlich für jeden die richtigen Motive und ergänzen Zauberhafte Gärten und Mandalas perfekt. Die Bände sind allesamt wertig und bieten mit viel Abwechslung für einen guten Preis eindeutig eine tolle Alternative zum Entspannen. Es muss schließlich nicht immer das Buch oder die Glotze sein, denn mit den schönen Motiven und tollen Farben kann man seinen stressigen Alltag direkt etwas bunter gestalten. Ich für meinen Teil bin ein bisschen verliebt in diese hübschen Ausmalbände und freue mich schon auf mein nächstes ganz persönliches Entspannungskunstwerk.


Schau mir in die Augen, Audrey
Schau mir in die Augen, Audrey
von Sophie Kinsella
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Chaotisch und schön, 24. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Schau mir in die Augen, Audrey (Broschiert)
Inhalt:
Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...

Meine Meinung:
Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass es einfach sei, ein Reich zu regieren, aber dafür umso schwieriger, die Familie unter einen Hut zu bekommen - in "Schau mir in die Augen, Audrey" ist an diesem Sprichwort wohl eindeutig etwas dran, denn grundsätzlich geht es um eine ziemlich schräge Familie mit den ganz normalen Alltagsproblemen. Nun ja, mehr oder weniger, denn es geht auch um Audrey, die permanent eine Sonnenbrille trägt, niemandem in die Augen sehen kann auf Grund von unerklärten zurückliegenden Ereignissen, und in einer Familie lebt, in der alles drunter und drüber geht. Mit viel Charme und Witz, aber auch der nötigen Prise Ernst erzählt Sophie Kinsella eine herzenswarme und lockerleichte Geschichte über Familie, Freundschaft, (seelische) Krankheiten und über das Leben selbst, wie es nie geradlinig verläuft, ganz egal, wer man ist.

"Schau mir in die Augen, Audrey" ist eine jener niedlicher und unterhaltsamer, aber auch schöner Geschichten, die man mit einem permanenten Lächeln im Gesicht (oder im Herzen) liest. Entgegen aller Erwartungen geht es nicht in einer depressiven Schwere um Audreys psychischen Zustand, obwohl der eine tragende Rolle spielt, sondern hauptsächlich um das chaotische Familienleben - ob Frank, der heimlich und gegen alle Verbote hinweg sein liebstes Computerspiel spielt, Audreys Mutter, die ständig damit beschäftigt ist, Erziehungstipps aus der Daily Mail zu fischen, Audreys Vater, der nicht unbedingt immer durchschaut, worum es gerade geht oder der kleine Felix, der gerne mal Tobsuchtanfälle bekommt. Die Turners sind definitiv eine witzige, chaotische und damit völlig chaotische Familie, mit der man sich im Grunde die ganze Zeit identifizieren kann (gerade, wenn man diese Computersache bei den eigenen Geschwistern und Eltern selbst durchgestanden hat!).

Untermalt wird das von einem fluffigen und witzigen Schreibstil und einigen Kapiteln, die wie ein Filmprotokoll gestaltet sind, da Audrey in ihrer Therapie die Aufgabe bekommen hat, ihr Leben zu filmen. Man bekommt so einen Blick in ziemlich kuriose und witzige Szenen, die einfach Spaß machen, lernt aber auch Audrey besser kennen, obwohl man deren Vergangenheit zwar nicht genau kennt, da sie es bis zum Ende nicht verraten will, jedoch erahnen kann. Mit ihrer Angststörung kann sie nicht aus dem Haus gehen und zieht sich immer wieder in ihr Schneckenhaus zurück. Ihre Entwicklung hin zur Besserung ist zwar schön zu lesen, geht jedoch an manchen Stellen ein wenig zu schnell, gerade da viele Szenen sich auf die Familiengeschichte spezialisieren. Einerseits lockert dies das Geschehen sehr auf, andererseits rückt Audrey damit auch oft in den Hintergrund. Je nachdem was man sich von der Geschichte erhofft, kann man so durchaus auch enttäuscht werden. Wer also Familiengeschichten mit chaotischen, aber sehr liebenswerten Figuren mag, wird mit "Schau mir in die Augen, Audrey" definitiv seinen Spaß haben.

Fazit:
Diesem Buch dürft ihr gerne in die Seiten schauen, denn es ist witzig, lockerleicht, charmant und dabei dennoch nicht zu platt. Im Grunde ist "Schau mir in die Augen, Audrey" hauptsächlich eine Familiengeschichte, die dann und wann näher auf Audrey und ihren psychischen Zustand eingeht, oft aber eben den Fokus anders legt. Da so das Geschehen immer wieder aufgelockert wird, hat mir diese Erzählart gut gefallen, denn so bleibt das Buch auf seine Art leichtfüßig und behält dennoch einen ernsten Aspekt, der sich nach und nach entwickelt. Wer schräge und chaotische Familien mag, wird die Turners vermutlich lieben - da fliegt auch gut und gerne mal ein teurer Computer aus dem Fenster!


#Skandal
#Skandal
von Sarah Ockler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Mit Herz, aber ohne Tiefe, 22. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: #Skandal (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Die perfekte Mischung für einen handfesten Party-Skandal? Das wären: nackte Jungs mit Elfenflügeln und … verbotene Küsse! Als Lucy einwilligt, anstelle ihrer BFF zum Abschlussball zu gehen, ahnt sie bereits, wie anstrengend das wird. Immerhin muss sie mit Cole dorthin gehen, Ellies Freund und ihr geheimer Schwarm seit ... ungefähr schon immer. Und dann passiert es: Lucy und Cole küssen sich! Doch bevor Lucy mit Ellie sprechen kann, tauchen die brisanten Beweisfotos auf ihrer Facebook-Chronik auf und ein S***storm sondergleichen bricht über sie herein. Wer steckt hinter dieser fiesen Intrige und wie kommt Lucy je wieder aus diesem Schlamassel heraus?

Meine Meinung:
Das Internet ist ein Ort der Freiheit jeglicher Art und vor allen Dingen bietet es in dieser Freiheit eines: Anonymität. Und das ist in vielerlei Hinsicht sicherlich auch gut so, in vielen anderen Dingen aber auch sehr gefährlich. Wie gefährlich, das zeigt Sarah Ockler mit ihrem #Skandal und bietet damit einen Einblick in die Welten von Cybermobbing, Starrummel und Lügenpresse. Dabei ist das Buch thematisch gesehen hoch aktuell und definitiv wichtig, die Umsetzung an manchen Stellen dafür aber etwas mau, was vor allen Dingen daran liegt, dass spannende Ermittlungen viel zu sehr in die Länge gezogen werden und sich das Buch irgendwie halbgar liest, so als gäbe es einfach zu viele blasse Handlungsstränge, wo einer gereicht hätte. Warum mir #Skandal trotzdem irgendwie zugesagt hat und was mir an Sarah Ocklers Schreibstil so gefällt, erfahrt ihr jetzt...

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass #Skandal eine ganz besondere Art von Humor und Charme ansich hat, die einfach Spaß macht - eine Protagonistin, die gerne Zombieshooter spielt und ihren Hund "Night of the Living Dog" genannt hat, ein Pferd namens Prinz Sommersprosse und eine Anti-Soziale-Medien-Gruppe namens TeuveeL, was es auch ist, Ockler hat viel Liebe zum Detail in ihren #Skandal gesteckt und das merkt man in jeder Lesesekunde, auf jeder Seite und zwischen jedem Wort. Ebenso auffällig ist auch der zynische Schreibstil mit den langen und ziemlich coolen Schachtelsätzen, die aber irgendwie immer funktionieren. Der Stil ist frisch, frecht und authentisch und vor allen Dingen merkt man ihm das Herzblut an, denn das Spiel mit Sprichwörtern und Running Gags beherrscht Sarah Ockler wie keine Zweite. Zwischendurch gibt es - neben witzigen Kapitelüberschriften - immer wieder Einschübe in Form von Blogeinträgen, die die Thematik unterstützen und noch dazu sehr unterhaltsam geschrieben sind.

Auch die Figuren überzeugen, allerdings vor allen Dingen, wenn man sie alleine beleuchtet. Lucy beispielsweise ist eine Symapthieträgerin und dazu ein wenig schräg, dich in der Konstellation mit anderen Figuren war sie mir oft etwas zu distanziert, was zwar auch behandelt wird, insgesamt aber eher störend ist. Besonders witzig sind aber auch die Nebenfiguren wie beispielsweise die Direktorin Zeff, die Kekse und Facebook liebt, oder der kanadische Austauschschüler Marceau. Allerdings, und das ist an #Skandal nicht ganz gelungen, schafft Ockler es nicht, die verschiedenen Beziehungen der Figuren hervorzuheben - die Gefühle zwischen Cole und Lucy? Verstehe ich nicht. Die Freundschaft zwischen Ellie, Griffin und Lucy? Verstehe ich nicht. Die Schwesternbeziehung zwischen Jayla und Lucy? Verstehe ich, erreicht mich aber nicht. Das Buch ist in seinem Grundgerüst sehr gut, doch die wesentlichen Bestandteile, die das Buch zu einem emotionalen Highlight hätten machen können, fehlen leider gänzlich.

So ist es vielleicht kein Wunder, dass die Szenen zwischen Cole und Lucy alles andere als Herzklopfen verursacht haben und dass der Bruch zwischen Ellie und Lucy mich nicht wirklich tangieren konnte. Die Vergangenheit wird dann und wann angeschnitten, doch die tiefe Verbindung von der Lucy spricht, kann man zu keinem Zeitpunkt fühlen. Thematisch und auch literarisch gesehen macht #Skandal für sein Genre im Grunde alles richtig - es ist charmant, humorvoll und mit Liebe zum Detail, doch wenn es um die Figurenkonstellationen geht, bleibt es blass und eindimensional. Das führt insgesamt dazu, dass die Geschichte an Reiz verliert - es ist nicht interessant, ob Ellie Lucy je verzeiht, weil man sie emotional einfach nicht zusammen sieht und diese Einstellung zieht sich leider durch das ganze Buch. Hier fehlt ganz eindeutig die Tiefe.

Fazit:
Lust auf einen #Skandal? Dann könnte die Geschichte um Lucy Vacarro ein guter Griff sein, denn in Sachen Themenwahl hat Ockler die Nase vorn. Allerdings besteht die Geschichte aus einem ziemlich guten Skelett, dem leider die wesentlichen Bestandteile fehlen - ohne Muskeln, Fleisch und Haut bleibt #Skandal eben doch sehr blass und wackelig und kann mich zwar unterhalten, jedoch nicht begeistern oder überzeugen. Eine sehr kurzweilige Geschichte mit tollem Charme, gutem Humor und interessanten Figuren, aber ohne die Tiefe, die eine solche Thematik letztlich verdient hätte.


Mein Herz und andere schwarze Löcher
Mein Herz und andere schwarze Löcher
von Jasmine Warga
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Schöne Geschichte mit kleinen Schwächen, 29. Mai 2015
Inhalt:
Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.

Meine Meinung:
Das Leben steckt voller Erwartungen und Hoffnungen. Man kauft sich einen bestimmten Joghurt und hofft auf einen bestimmten Geschmack, doch die Sache mit Hoffnungen und Erwartungen ist, dass sie meistens nicht erfüllt werden können. Der Joghurt schmeckt ansatzweise ähnlich, aber eben nicht genauso - und ungefähr so war das auch mit "Mein Herz und andere schwarze Löcher". Das heißt nicht, dass das Buch schlecht ist, ganz im Gegenteil - ich habe einfach nur erwartet, ein anderes Gefühl bei dieser Geschichte zu bekommen und wurde in dieser Hinsicht enttäuscht. In jeder anderen aber ist "Mein Herz und andere schwarze Löcher" eine ganz besondere, einfühlsame und tiefgehende Geschichte über ein sehr problematisches Thema, das mit Humor, Sensibilität und viel Gefühl ausgearbeitet wurde. Zwar fehlte mir irgendwie die Geschmacksexplosion, der Moment, in dem alle Dämme brechen und mich die Geschichte mit jeder Faser berührt, dennoch ist das Buch um Aysel und Roman durch und durch lesenswert.

Das liegt vor allen Dingen an dem schönen Schreibstil, der leicht und einfühlsam ist und dabei humorvoll und gleichzeitig tiefgehend bleibt - Jasmine Warga gelingt der Spagat zwischen zwei Extremen und so liest sich das Buch flüssig und angenehm. Es liegt aber auch an der Protagonistin Aysel, die mit ihren Ecken und Kanten und ihrer Art einfach eine absolute Sympathieträgerin ist und den Leser vorsichtig durch die Geschichte führt. An manchen Stellen beinahe zu vorsichtig, denn obwohl sich die Dinge ganz anders entwickeln, als Aysel sie sich vorgestellt hat, fehlten mir die Extreme, die der Schreibstil so gut vorgelebt hat. Die Momente, in denen man nicht nur liest, was Aysel fühlt, sondern es tatsächlich spürt. Zudem fehlten mir dann und wann Details zu den Beziehungen der Figuren - wie gerne hätte ich beobachtet, wie Aysel sich ihrer Halbschwester wieder annähert oder ihrem kleinen Bruder. Ein Treffen mit ihrem Vater wäre auch interessant gewesen, doch all diese Themen werden nur angeschnitten und nicht ausgeführt, was der Geschichte aber meiner Meinung nach mehr Wärme gegeben hätte.

Der besondere Fokus der Geschichte liegt aber auch eher auf Roman. Sein Schicksal geht sehr viel tiefer als das von Aysel und seine Gefühle gingen mir um einiges mehr unter die Haut. Gerade auch hier die Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter fand ich sehr bewegend und auch hier hätte es gerne noch mehr davon geben dürfen. Die Geschichte ist solide, sie liest sich gut und ist sicherlich berührend, doch sie bleibt auf dem Papier und viele Dinge, die der Geschichte Lebendigkeit gegeben hätten, werden nicht weiter verfolgt. Was wird aus dem Fotoprojekt aus dem Physikkurs? Wird Aysel ihren Vater treffen? Was ist mit ihrer Halbschwester? All diese Dinge bleiben irgendwie im Dunkeln und das Ende ist dementsprechend offen, was definitiv seine Vorzüge hat, das Buch aber in meinen Augen etwas weniger lebhaft macht. Eine Geschichte lebt oft von ihren Details und "Mein Herz und andere schwarze Löcher" bleibt in dieser Hinsicht leider etwas oberflächlich.

Fazit:
Ich mag dieses Buch. Ich mag die Figuren, die Gefühle, die übermittelt werden. Ich mag die Idee. Aber sie bleibt auf dem Papier und schafft es nicht, mich voll und ganz zu ergreifen. Das ist zwar nicht schlimm und macht das Buch nicht weniger lesenswert, doch insgesamt ist es schade, denn wenn die Details und Beziehungen noch mehr herausgearbeitet wären, hätte dieses Buch sicherlich ein Jahreshighlight werden können. Einfühlsam und sensibel behandelt Jasmine Warga das Thema Selbstmord und schafft dabei eine besondere Atmosphäre und einen lesenswerten und sehr schönen Schreibstil. Man versetzt sich in die Figuren, hat aber oft das Gefühl zurückgestoßen zu werden und so ist "Mein Herz und andere schwarze Löcher" zwar eine grundsolide Geschichte mit viel Potenzial, die mir auf jeden Fall gefallen hat, aber keine, die mich mit jeder Faser erreichen konnte.


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