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Beiträge von Christof Sperl
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Rezensionen verfasst von
Christof Sperl "chrisnoi" (Quassel)

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Grundig TR 2200 DAB+ Wooden Table Digital Radio eichefarben
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Wird angeboten von e-joker
Preis: EUR 116,01

5.0 von 5 Sternen Raumfüllend, 5. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Funktional und intuitiv in der Bedienung. Das Radio klingt warm, satt und weich. Mit nur einem Lautsprecher füllt es einen Raum von 30 qm mühelos. Die Höhen sind ein wenig verhangen, doch klingen die Mitten präsent, präzise lokalisierbar und wunderbar trocken. Der Baß leistet keine Heldentaten, aber es ist erstaunlich, wie gut und laut der doch recht kleine Lautsprecher klingt. Von den Klangeinstellungen gefiel mit Rock am besten, Jazz ist ein wenig dünn und Loudness kommt ein wenig zu breitbeinig daher. Der Tuner findet sekundenschnell alle verfügbaren Kanäle. Die Bedienung ist kinderleicht. Die Knöpfe fassen sich gut an, das schwere Gerät steht sicher und gut auf seinen Gummifüßen. Das Retro-Design schmeichelt dem Auge, sein großes Display ist gut lesbar. Ich hörte Progressives auf D-Wissen (sauber und klar) sowie ältere R & B-Sachen auf DLF (historisches Material wertet das Radio definitiv auf). Nachrichten kommen gut verständlich und angenehm an. Fazit: Zu dem Preis unschlagbar gutes Radio. Auch zum leisen Hören geeignet. Runder, sympathischer Klang.


Avonmore
Avonmore
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist es denn geworden...?, 28. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Avonmore (Audio CD)
... fragt sich wohl mache(r) der/die das neue Ferry-Album auspackt. Nun, dach den ersten Durchgängen kann man mit Überzeugung feststellen, dass es im Gegensatz zu "Olympia" und all seinen Experimenten ein klassisches Roxy-Album geworden ist. Und das mit allen Zutaten, und dem Wiedererkennungswert, die Ferry und Roxy großgemacht haben: Ein treibender, Baß, eine im Sinne von "Don't stop the Dance" elegante Rhythmusführung mit hohem Abtanzfaktor, sphärische Gitarren, sauber und elegant durchproduziert, ohne Ecken und Kanten, schön hörbar, aber klanglich nicht uninteressant, sehr mittig ausgelegt, mit einem Hauch von Cymbals und einem abgründigen Baßlauf, Ferrys Stimme nun schon leicht brüchig, aber umso charmanter. Tolle Musiker (Knoepfler, Flea), ein Highling das letzte Stück, ein Palmer-Klassiker, heiser und verlangsamt aufgelöst. Laut hören bei guter Laune, leise hören zum gemütlichen Winterabend im Kerzenlicht. Empfehlung!


155
155
von Hubertus Godeysen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Österreich - eine alpine DDR?, 23. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: 155 (Gebundene Ausgabe)
2014: Wieder wird die Frage vom DDR- Unrechtsstaat diskutiert. Man prügelt verbal aufeinander ein, verliert aber den offenen Blick fürs Wesentliche. Konnte es im Unrechtsstaat nicht auch im Kleinen Recht geben, im Rechtsstaat aber auch Unrecht? Wie wir schon bei Schlötterer (Macht und Mißbrauch) gesehen haben, glich das Bayern der frühen Nachkriegsgeschichte eher einer Putinschen Demokratur als einem wertorientierten Gebilde.

Und nun dieses Buch zur bösen Katastrophe von Kaprun. Einer absehbaren Havarie, in der Dummheit, Ignoranz und Mittelmaß die Verantwortung für das Leben von 155 Menschen tragen. Diese allerdings will man nicht übernehmen, ja man empört von sich, denn "Was nicht sein kann, darf auch nicht sein". Österreich, dieses Faszinosum aus kleinkariertem Gutleutetum und schneebedeckten Pässen, dieses ewig korrupte, alles zu Tode diskutierende Alpenkorea, konnte und wollte mit dem Kaprun-Prozeß keinen sauberen Schnitt machen, um all die hochkarätigen Sport-, Justiz- und Politfunktionäre ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Von vornherein stand der Freispruch fest, Beweismittel wurden vernichtet, Gutachten unterdrückt und manipuliert, Fachleute bis zum seelischen Zusammenbruch fertiggemacht, kaltgestellt, denn eine Nomenklatura der Titulierten drosch auf die unabhängigen Gutachter ein, bis diese krank an der Psyche schließlich aufgaben. Und sogar eine deutsche Firma musste dran glauben: der Heizgerätehersteller Fakir, der 670 000 einwandfrei funktionierende Wohnraumheizlüfter bereits weltweit ausgeliefert hatte, sollte wegen angeblich mangelhafter Produkte zum Sündenbock gemacht werden, obwohl seine Geräte zum Verbau in Zügen ausdrücklich nicht geeignet waren. Nun war allerdings einer dieser unprofessionell verbauten Lüfter in einem Tunnelzug eingebaut worden, den man flugs vom "Fahrzeug" zum "Verbringungsmittel" umtaufte. Eine der typisch österreichischen Schmäh-Schachzüge, die in ihrer manipulativen Bosheit von nichts zu übertreffen sind. Er, der Heizlüfter, hatte nämlich neben hochentzündlichem Hydrauliköl (aus dem Flugzeugbau), zum Brand geführt. Alle Verantwortlichen wurden freigesprochen. Tumultartige Szenen im Gerichtssaal sind die Folge. Eltern, Ehegatten, Mütter brechen zusammen. Fakir verkauft seine Produkte nicjt mehr, der traditionsreiche Familiebetrieb wird an Investoren aus der Türkei verkauft. Und die Politiker redem vom Rechtsstaat Österreich, den es längst nicht mehr gibt.
Was uns der NSU-Skandal ist, ist für Österreich der Kaprun-Prozeß mitsamt der niedergeschmetterten Berufung geworden. Leider ins das spannende Buch anfangs etwas süßlich-gefühlig gehalten, entwickelt allerdings gegen Ende hin ungeahnte Wucht. Und das passiert in dem Moment, als ein japanischer (sic!) Opfervater die Tür vom Gerichtssaal knallend zuwirft.


What Did He Say?
What Did He Say?
Preis: EUR 16,63

5.0 von 5 Sternen Der offene Mund, 26. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: What Did He Say? (Audio CD)
Wenn man Wooten zusieht, glaubt man, er habe seine Seele verkauft oder er sei als Godfather of Groove vom Himmel gestiegen. Und wer ihn sich auf youtube ansieht wird schnell feststellen, daß er auch noch ein unglaublich cooler Typ ist. Man kann ihm auch gar nichts übel nehmen, da der Mund unter der unvermeidlichen Wollmütze immer offensteht. Tut er das, weil er über die unglaubliche Saitenzauberei der zugehörigen Hand vollkommen von den Socken ist? Egal: Wooten kann nicht nur unglaublich grooven, Wooten kann so teuflisch gut Bass spielen, daß dieser bisweilen wie eine Harfe klingt. Spielt Wooten nur alleine, klingt er manchmal wie eine genze Band. Phänomenal.


Die Begegnung mit dem Genius.
Die Begegnung mit dem Genius.
von Rudolf K. Goldschmit-Jentner
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Der Titel sagt alles, 18. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein von vielen immer wieder gelesenens, heute vielleicht etwas schwülstig klingendes Buch, in dem jeweils zwei grundlegende Charaktere der Geistesgeschichte gegenübergestellt werden, die auf der Erde verfeindet, "in den Sternen" aber in ihrer Wirkmächtigkeit Brüder (oder Schwestern) waren. Für mich immer noch das größte: Cäsar und Brutus sowie Jesus und Judas. Goldschmit-Jentner ist ein ganz bedeutender Mann der Kulturgeschichte und einer der großen alten Universalbegildeten, die es heute nicht mehr geben kann, denn schließlich ist das Wissen nicht mehr integrierbar (N. Luhmann).


Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika
Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika
von Packer, George
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Linken werden, oder: Warum funktionierten die 70er?, 18. August 2014
So mancher hielt es für fortschrittlich, nach den Siebzigern den Weg von unten links nach oben rechts zu gehen. Nach der Lektüre dieses Buches ist eher der umgekehrte Weg als sinnvoll zu betrachten - zumal auch einige der neoliberalen Protagonisten ganz nachdenklich werden.

Das pessimistische Buch wäre keine amerikanisches, wenn nicht auf der letzten Seite doch noch ein wenig Hoffnung durchschimmern würde: Daß beispielsweise das kostengünstige Recycling von gebrauchtem Frittierfett zum Schulbusdiesel ein Erfolg werden könnte. Denn schließlich und nicht von ungefähr gibt es in den USA Regionen, in denen allein die Wörter "green" und "sustainable" Abwehrreflexe auslösen. Regionen, in denen die Kinder nicht in die staatlichen Schulen kommen können, weil kein Geld für teuren Treibstoff da ist. Städte mit verrotteten Schulen, in denen es nicht einmal genügend Bücher gibt.

Anhand einiger bekannter Figuren (wie C. Powell, Clinton, Thiel) und vielen uns unbekannten Protagonisten flicht Packer einen faszinierenden ineinander verwobenen Strang vor Erzählungen zum Niedergang der USA als wirtschaftliches und staatlich-moralisches Traumgebilde. In dieser großen Erzählung erkennen viele Liberale, Neokonservative und Wirtschaftsprediger die Tatsache, daß das System Kapitalismus philosophisch und sozial an ein Ende gelangt ist, sich selbst und die armen Menschen auffrißt, während sich die alten Reichen und die neue Elite der intelligenden Silicon-Valley-Smarties die Taschen mit obszönen Gehältern vollstopft. Viele tun dies, indem sie bloß ein paarmal Wertpapiere hin- und herschieben, andere sitzen mit ihren Kindern in billigen ungeheizten Wohnwagen und haben jede Hoffnung aufgegeben. Wer all dies noch nicht wusste, bekommt es nunmehr auch noch literarisch dargeboten. Großer Autor, große Belesenheit, großer Durchblick (Uns droht das gleiche Schicksal, wenn keiner das Ruder herumreißt). Die Amtszeit Obamas: eine einzige Enttäuschung, selbst sein Vize gesteht seine Ohnmacht gegenüber Wall Street ein: "Er ist verdammt noch mal zweiter Mann im Staate und kann doch nichts gegen die Banken ausrichten!" Das von USA-Gläubigen gebetsmühlenhaftig wiederholte Lied von der harten Arbeit hat seinen Sinn verloren. Kaum einer von unten kann es wie früher nach oben schaffen. Der amerikanische Traum ist bloße Illusion geworden.

Diese Rezension bezieht sich auf die sprachlich wunderbar gelungene Originalausgabe. Eventuell gerechtfertigte Kritik an der deutschen Übertragung der Mitrezensenten kann ich nicht beurteilen.


Best of Bowie
Best of Bowie
Preis: EUR 13,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schreckliches Remastering, 4. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Best of Bowie (Audio CD)
Weder im Auto noch auf der Anlage klingt diese überspitzt und baßlastige, blechern gemasterte CD, die den alten Analogstücken den Wumms nimmt. Bowie hört sich hier an, als käme er durch den Lautsprecher eines Handys. Schrecklich. Zumal die Zusammenstellung gut ist, und auch die Kooperation mit Jagger und Mercury beinhaltet. Die alte Changesbowie klang besser. Young Americans ist auch dabei, allerdings in einer überflüssig-geschmacklosen Remix-Version. Pecunia non olet.


Heimatschutz: Der Staat und die Mordserie des NSU
Heimatschutz: Der Staat und die Mordserie des NSU
von Stefan Aust
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend weil akribisch, 1. Juni 2014
Einigen Negativ-Rezensenten scheint schon ein Detail auszureichen, Austs Buch zu verreißen und nur einen gelben Stern zu vergeben: Die vollkommen überbewertete Ost-Band "Böhse Onkelz" wird im vorliegenden Band offenbar fälschlich als "Rechtsrock-Band" bezeichnet. Manche Rezensenten sagen, dies sei inkorrekt, da sich die Band ja längst vom Rechtsdrill losgesagt habe. Das trägt allerdings kaum etwas zur historisch-paradigmatischen Sicht auf diese Musikantentruppe zu - und läßt ihre Anfänge im Dunkel. Leute wie Zschäpe allerdings hörten gern solch tiefergelegte Mucke. Ein Streit um des Kaisers Bart. Daher nun aber zum eigentlichen Thema, dem Buch:

Beate Zschäpe wird verhaftet. Schon zwei Stunden später beginnt man beim Verfassungsschutz mit dem Schreddern von V-Mann-Akten, um allzu Brisantes über deren staatliche Förderung zu vernichten. Am Ende der Affäre werden um die 800 Akten zerstört sein, eine Größe, die ungefähr der Seitenzahl des Bandes entspricht...

Austs Analyse ist eine ausbalancierte, kaum anklagende aber allein durch ihren Detailreichtum bedrückende und gut gelungene Darstellung der strukturell-institutionellen Begünstigung rechtsextremen, mörderischen Terrors in Form des NSU und seiner Helfershelfer in den Institutionen. Der Leser, der schon im Fall Yozgat aus Kassel an der offiziellen Darstellung verzweifelte, einem Mordanschlag in Anwesenheit eines V-Mannes vom Verfassungsschutz, der, obwohl frisch verheiratet, in Foren mit jungen Damen chattete, im Gegensatz zu den anderen Café-Besuchern und vom Mord angeblich gar nichts mitbekam, dieser skeptische Leser nun wird mit noch mehr Material zum Zweifeln versorgt. Der gleiche, hochgewachsene V-Mann nämlich, der sogar kurz zuvor noch mit einem Mann aus der rechtsextremen Szene telefoniert, sitzt im Internetcafé, legt das Geld auf den Tresen hinter dem die Leiche schon liegt - und verläßt das Lokal. Er meldet sich trotz Fahndung zwei Wochen lang nicht, bis ihm die Polizei auf die Schliche kommt, deren Ermittlungen dann vom Landesamt für Verfassungsschutz hintertrieben werden.

Der Terror nahm seinen Lauf im Osten. Dem Skeptiker wird mit diesem Werk auch noch das klar, was vielleicht nur DDR-Insider wußten und allen im Halse stecken bleiben sollte: Schon zu Zeiten der ostdeutschen Republik wurde die rechte Szene gepäppelt, um sie als Reservearmee gegen die eigentlichen Staatsfeine, die Bürgerrechtler einzusetzen. In der gesetzlosen Zeit nach der Perestrojka nahm die Anarchie des Mobs überhand und gipfelte in Hoyerswerda und anderswo. Verdanken wir, ketzerisch gefragt, das neue Nazitum eigentlich dem Sozialismus? In der wiedervereinigten Folgeetwicklung aber weiß man auch nicht mehr, wo in den fließenden Übergängen der Staat aufhört und der Nazi anfängt. Denn man hat sich hier etwas wachsen lassen um es zu beherrschen, hat die Kontrolle aber längst verloren. Daher kehrt man unters Parkett. Man schreddert und mauert, was das Zeug hält, erteilt weder Aussagegenehmigungen von V-Leuten noch gewährt man Einsicht in alle relevanten Akten (Andreas T. in Hessen, Corelli in Hamburg). Nicht umsonst bezeichnet der erfahrene Journalist Aust des NSU-Skandal als die größte Katastrophe seit Bestehen der Bundesrepublik. Alles passt systemisch auch zum Fall des Anschlages auf das Oktoberfest in den 80ern. Auch da tat man alles, um den rechten Hintergrund unter dem Teppich zu verstecken. Die Beschreibungen gipfeln in der Aussage eines V-Mannes, der sich beim Verfassungsschutz über seine Gewichtszunahme beschweren will, eine Behörde, die ihn bei all den opulenten Restaurantbesuchen so richtig gemästet hat... Kann sich jemand so etwas bei den RAF-Fahndungen der Siebziger vorstellen?
Eine Anekdote, die so typisch ist für das Versagen der Behörden (Versagen, oder vielleicht auch Nicht-ermitteln-wollen?): Zschäpe will sich stellen und ruft den Jenaer Polizeinotruf an. Dort kennen sie nicht mal den Namen Zschäpe! Oder der Tatort im Fall Kiesewetter wird als Treffpunkt für Polzeieinheiten ausgemacht, was in sich schon sehr ungewöhnlich ist. Mit dem Resultat, daß hunderte von Polizisten die wenigen Spuren zertrampeln. Nicht nur das: Kiesewetter tat Dienst in einer Einheit, in der zwei Beamte zeitweise Mitglieder des Ku-Klux-Klan Deutschland waren. Und Kiesewetter stammte aus Thüringen. Ihre Verwandschaft an einigen Stellen mit Berührungspunkten zur tätowierten Türsteher/Security-Szene. Eine thüringer Beamtin, verheiratet mit einem Onkel, der im Security-Geschäft ist, zieht aus Polizeicomputern tausende Dateien über Nazi-Ermittlungen und wird nur zeitweise suspendiert. Die Beamten aus dem Ku-Klux-Klan werden überhaupt nicht suspendiert: Man habe ja nicht gewußt, daß der Klan rassistische Ziele verfolge. Aust schreibt, daß sein Buch nur ein Anfang ist. Den ganzen Sumpf kann niemand aufarbeiten. Denn es wird weiterhin gemauert, was das Zeug hält.

Aust schreibt hoch spannend. Man kann den 800-seitigen Klotz kaum weglegen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 4, 2014 10:55 PM MEST


Die Frau in mir: Ein Mann wagt ein Experiment
Die Frau in mir: Ein Mann wagt ein Experiment
von Christian Seidel
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinlich, peinlich, 20. April 2014
Wer noch kurz zuvor wirkliche Literatur auf dem Schreibtisch hatte, muss sich bewußt sein, mit Seidels "Frau" erst einmal einen satten Absturz hinzulegen. Die Grammatik- und Rechtschreibfehler halten sich zwar in Grenzen (S. 288: das Buch ließt sich gut), aber der sprachlichen Platitüden und peinsamen Klischees und Fehleinschätzungen begegnet man einer ganzen Fülle: Männer trugen vor der französischen Revolution angeblich Nylons (Seidel meint Nylonstrümpfe). Aha! Wie wir hoffentlich alle wissen, ist das Jahr der französischen Revolution 1789. Nylon wurde allerdings erst 1935 patentiert. Daher lieber kein Kommentar. Wahrscheinlich dachte Seidel an all die mittelalterlichen Bilder, auf denen Männer Strümpfe tragen? Weiter mit den verdrehten Sprachbildern: Auf S. 129 wandert der Autor durch den "Peinlichkeitsschlamm der Welt", auf S. 80 sind die "Klischees wie Stacheldraht um die Seele gewickelt", auf S. 160 ist er nach all "den Drinks" "irgendwie" berauscht, auf S. 288 reist er mißverständlich gerade mal 500 Jahre in die Vergangenheit, um dort ein Buch zu holen (Das Lob der Torheit). Eieiei! Der Text mischt Erzählerisches mit Analytischem, wobei der Erkenntnisgewinn eher bescheiden bis übersichtlich bleibt. Wer sich hinsetzt und fragt: Wie wäre es als Frau? würde von ganz allein auf all die hier breit präsentierten Einsichten kommen. Man bekommt den Eindruck, als wollte hier jemand einmal irgend etwas außergewöhnliches tun (an anderer Stelle wird von Seidel vergleichbares Bestreben als "mutig" bekrittelt), ihm fiel aber leider nichts Besseres ein. Das hätte man wesentlich schöner machen können, zumal vom "Journalisten" (Klappentext) und vom "Ex-Medienmanager" (Autor) sicherlich mehr geliefert hätte werden können. Was mir gefallen hat war die Idee und Einsicht, daß die Männerrolle eine doch eigentlich so schwierig zu meisternde ist. Hier gelingt Seidel einiges an guter Argumentation, die bei genauerer Betrachtung auch gesellschaftlich relevant sein könnte. Der Band hat bei mir trotzdem ein flaues und schales Gefühl hinterlassen. Nichts für Literaten und andere Leute, die sich an guten Texten erfreuen. Ein hochwertiges Buch sieht anders aus.


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Wird angeboten von ruckzuckgerueste
Preis: EUR 159,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut, 11. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von uns wurde diese Stiege als Raumsparmaßnahme für ein Dachbodenzimmer eingebaut. Sie ist stabil und gut verarbeitet, rutschfest und formschön. Die Leiter muß noch nachbehandelt werden (Öl, Lasur, Lack)


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