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Beiträge von Christof Sperl
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Rezensionen verfasst von
Christof Sperl "chrisnoi" (Quassel)

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Hartland: Zu Fuß durch Amerika
Hartland: Zu Fuß durch Amerika
von Wolfgang Büscher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbare Sprache, 27. Juni 2011
Es ist für US-Amerikaner derartig verdächtig und ungewöhnlich, wenn jemand ohne Auto und zu Fuß an ihrer Grenze um Einlaß und Visum begehrt, daß erst mal sein Rucksack gefilzt werden muß, bevor man den Reisenden nach einigen Stunden (und mit ein paar Warnungen vor den Gefahren versehen) passieren läßt. Bürgersteige gibt es nicht: entweder steht man mit einem Fuß auf der Straße oder man muß durch die Vorgärten der Leute laufen, um voranzukommen. Man kann als so ein seltsamer Fußgänger sogar mal beleidigt werden: Kauf dir doch ein verdammtes Auto! schallt es ihm einmal entgegen.
Mit tiefer geschichtlich-literarischer Kenntnis und großem kulturellem Einfühlungsvermögen wird in diesem Buch von einer Wanderung durch die USA erzählt. Der Autor erreicht dabei ein sprachliches Niveau, das sich nicht hinter einem Ransmayr verstecken müsste und zieht den Leser in einen mit Literaturbezügen versehenen Erzählstrom, von dem sich zu lösen sehr schwer wird. Nur unwillig möchte man das Buch zur Seite legen und weiterlesen über diese seltsamen Revolverträger Gottes, die ihre schlecht gebauten Häuser nicht verschließen und ständig auf der Suche nach neuen Träumen und Herausforderungen sind. Büscher stellt immer wieder den historischen Bezug her, berichtet von Indiandern und ihren großen Schlachten, von Custer und dem Little Bighorn, von einsamen Leuten, die sich in ihren Pickups sitzend von Festern zu Fenster im Auto unterhalten. Ein wunderbar tiefes und großes Buch. Bei der Lektüre stellt man Vergleiche zu Chatwin an! Büschers Text ist alles andere als eine simple Reisebetrachtung, es handelt sich eher um eine philosophische Kulturbeschreibung der USA.


Horses
Horses
Preis: EUR 7,18

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufgewacht, 12. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Horses (Audio CD)
Diese LP hat mich aus meinem jugendlichen Dauerschlaf aufgerüttelt. Wie später bei den Fehlfarben lag beim Hören die Revolution an. Der Unterschied zwischen Smith und den Musikerkollegen des Jahren 1975 war: Patti ging auf die Straße - und die Anderen vielleicht mal auf den Balkon. Es war unmöglich, Horses leise zu hören und die Boxen des Concerto-5050-Receivers von Telefunken mussten irgendwann dran glauben. Patti war die hohe Priesterin, die ihre Botschaft unter unsere Haut brachte. Sie war die pure Kraft. Wir trafen uns zu Rockpalast-TV-Parties und drehten das Radio auf, denn die Musik wurde in Stereo und live übertragen. Ich verliebte mich in sie. Sie war beim späteren Interview mit Alan Bangs (auf youtube dokumentiert) der pure bekiffte und lysergaäuregesättigte grinsende Punk, gegen den ein Sid Vicious nur eine Fußballstadion-Lachnummer war. Alle Frauen wollten mit übergroßen Altkleider-Jacketts irgendwann so aussehen wie Patti. Manche haben es geschafft. Sie hat der Zeit ein Gesicht gegeben. Diese CD/LP muss jeder haben.


Helplessness Blues
Helplessness Blues
Preis: EUR 9,99

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Panoptikum der Klänge, 13. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Helplessness Blues (Audio CD)
Man müßte über die Fleet Foxes wie über das Bouquet eines edlen Weines schreiben, doch am nächsten kommt man der Musik vielleicht, indem man zunächst sagt, nach was die Band nicht klingt: mediokrem Formatradio-Dudelkram und irgendwelcher aufgeblasenen Mainstream-Brüllerei. Zwar ist Spaß ein Gut für sich, doch diese Musik hat mit Spaß sehr wenig zu tun. Sie ist im Gegenteil eine ganz ernst gemeinte Mitteilung aus einer zukünftigen, aber heute bereits absehbaren musikalischen Entwicklung. Damit so etwas wie Science Fiction unplugged.

Die CD steht mit ihrer dicken, auffälligen und westernartigen Schmalseitenbeschriftung selbstbewußter im Regal als alle anderen, auf dem großformatigen Digipack-Cover kreisen einige aquarellblasse Figuren um ein blumiges Zentrum, der CD liegt ein Poster im Beatles-Revolver-Stil bei, der Tonträger selbst ist in einer schlichten, schwarzen und weichen Papphülle untergebracht, die an alte LP-Designs erinnert.

El Vez zitiert direkt, die Fleet Foxes aber klingen nur nach etwas Anderem und erinnern mit den Anklängen an alle möglichen wichtigen Interpreten der neueren Musikgeschichte. Wie bei allen Großen (für mich Zappa, Cale, Reed, Young, Eno usw.) schimmern oftmals Facetten der Musikerkollegen durch.

Ich wollte beim ersten Hören nebenbei die Zeitung durchsehen, mußte sie aus lauter Faszination an dieser zarten Musik allerdings schnell beiseite legen. Und dies obwohl mir Musik nie laut, brachial, schnell, scheppernd und aggressiv genug klingen kann. Ich lauschte also der nach überflogenen Feuilleton-Begeisterungen schnell und auf gut Glück bestellten CD und fand beim ersten Hören der mit ungewöhnlichen Instrumenten (Harpsichord, Mellotron, Marxiphone, Pump Organ etc.) aufgenommenen Musik so viele Anklänge, daß ich mir eine Liste der Sounds erstellen musste. Das Folgende habe ich dann gefunden:

Schnelles Joni-Mitchell-Gitarren-Geschrammel, darüber fragiler Belle-And-Sebastian-artiger Gesang, ein dunkler Klang nach Grunge ohne Verstärker - aber dafür mit Landluft, schwer rummsende Paukenschläge, der mittlere Donovan, Dylaneske Jingle-Jangle-Byrds-Rhythmen, gregorianisch-psychedelische Kirchengesänge, ein Rasenmäher, kaum wahrnehmbares, mittelalterlich anmutendes Mandolinengezupfe, Spinettobertöne, Eulensiegelbilder kamen hierbei auf, der frühe Bowie (Low) kommt durch, auch früh-Floydsche Satzgesänge (als Syd Barrett noch dabei war), ein atavistisch-antiquierter, an Burgfräulein und Minne erinnernder Raum tut sich auf, Ryan Adams kam entlang, die Beatles, Cat Stevens, Genesis-Zwischengeplänkel. All dies wird fragil, milde, ohne Leiden vorgetragen, melancholisch und nicht deprimierend (der Titel lautet ja immerhin "helplessness blues"),intellektuell, dunkel, groß.

Über der anachronistischen Musik liegen Samples: Kutschen klingen an, ein Zug, eine Spieluhr, ein Gefühl wie als Kind in Großmutters Standuhr zu sitzen kommt auf, und dies alles ist souverän gesichtet, vermischt, gestaltet, präsentiert, daß es eine reine Freude ist. Die Instrumente selbst sind kaum zu umreißen, Ziel war offenbar ein höchst ungewöhnliches Klangbild. So enstehen interessante Farbmischungen. Der Gesang bricht überraschend und unvermutet oft schon nach ein, zwei Takten herein, lange Präludien wie bei den Cure sind nicht enthalten. Dies gibt der Musik auch etwas Ungestümes.

Liebe Leser, als Musikbegeisterter habe ich selten so eine großartige Nummer gehört! Die Produktion ist feingezeichnet, hervorragend abgemischt, abgrundtief, dreidimensional. Man muss sich das Ding für den Sommer 2011 bestellen, obwohl es für mich eigentlich eher eine nachdenkliche Wintermusik ist. Die Fleet Foxes werden sich mit ihrem außergewöhnlichen Klang bei mir sehr häufig im CD-Player finden. Ganz große Nummer auch für audiophile Anlagenfreaks.


Triff die Elisabeths!
Triff die Elisabeths!
DVD ~ Lucien Jean-Baptiste
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sie lieben ihre..., 17. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Triff die Elisabeths! (DVD)
...Schwarzen, unsere Franzosen (die Araber leider ein bißchen weniger): es gibt schon einen schwarzen Bürgermeister in Frankreich, das soll ihnen einer von uns erst mal nachmachen. Nun ja, die Geschichten Frankreichs und Deutschlands sind trotz aller Gemeinsamkeiten doch höchst unterschiedlich und von den Überseedepartements kommen allerlei Einwanderer, die so gar nicht nach Elsaß-Lothringen aussehen. Die Franzosen wissen oft nicht viel mehr als wir über die Geographie und Kultur der Antillen, genüßlich werden so einige Vorurteile und Unkenntnisse zelebriert.
Ein Familienvater - arbeits- und mittellos, mit Spielsucht, Schulden, Ehekrise und überzogenem Konto - verspricht seinen schwarzen Kindern einen Skiurlaub und wird darob von allen Ghettobewohnern verlacht. Schwarze im Schnee? das gibt's doch gar nicht. Ein Freund leiht ihm einen aufgemotzen Benz, und mit Second-Hand-Klamotten geht`s ohne Ehefrau, dafür aber mit der frommen Oma als Domina in die Berge. Der Mercedes, von dem der Besitzer sich nur unter Tränen trennt, lebt nicht mehr lange, und Papa verspielt die Kohle. Auf einmal kann nicht mal das Chalet mehr bezahlt werden, entdeckte der Besitzer der Hütte nicht seine Liebe zu den vielen schwarzen Kindern. Er erläßt ihnen die Schulden, und wie es weitergeht, wird nicht verraten.
Witzige Sprüche, schöne Musik, viel hintergründiger Humor, eine typisch französische Loserklamotte.
Ton D/F, D auch mit D-Untertiteln.


Je suis prof et je désobéis
Je suis prof et je désobéis
von Bastien Cazals
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,45

5.0 von 5 Sternen Ungehorsam sein, 5. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Je suis prof et je désobéis (Taschenbuch)
Der als Ingenieur ausgebildete junge französische Lehrerkollege beschreibt die folgen des neoliberalen Sozialabbaus im linksheinischen Bildungssystem, das unserem fachlich immer überlegen, nun jedoch unter Sarko und seiner First Lady erheblich zurückgebaut wird. Wo mangels Fahndung wie bei uns kaum noch Steuern Wohlhabender mehr eingetrieben werden, bleibt auch in Frankreich kein Geld mehr für die Bildung der massenhaft arbeitslos werdenden Jugendlichen. Die Kinder gehen später zur Schule, verlassen sie früher, Stunden werden gekürzt, die Leher sollen allerlei soziale Probleme lösten und den Stellenabbau bei den Sozialarbeitern ausgleichen. Wer sich nicht wirklich für Frankreich interessiert, dann das Buch weglegen. An Bildungspolitik interessierte Leser müssen das ausfrüttelnde Dokument aus dem wirklichen Leben kennen.
Ein neuer Band aus der neuen relevanten Edition indigène, der uns wieder mal vorführt, wie politisches Engagement im Nachbarland aussieht, während wir hier über Bohlen und Ballack diskutieren.
Cazals Engagement besteht im Anprangern und Protestieren, ein Brief an den Präsidenten wurde nicht beantwortet, Cazals will die Verantwortung nicht mehr übernehmen und den Dienst quittieren.


Empört Euch!
Empört Euch!
von Stéphane Hessel
  Broschiert
Preis: EUR 3,99

7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen empört und engagiert euch in der Demokratur, 26. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Empört Euch! (Broschiert)
Die Botschaft des großen alten Mannes: bleibt nicht gleichgültig gegenüber der Berlusconisierung unserer modernen Demokraturen, in denen sich einige die Taschen immer voller stopfen und andere Ein-Euro-Jobs erledigen, in denen an einem Ort Monate um 5 Euro gerungen, und anderswo Millionen für Prestigegeprotze verplempert werden. Nur der engagierte, sich artikulierende Citoyen ist in der Lage, Dinge noch zu ändern. Besonders brisant ist, wie sich der jüdischstämmige Hessel für die Palestinenser engagiert, in dem er Gaza mit einem Gefängnis unter freiem Himmel (une prison à ciel ouvert) vergleicht. Ägypten, Algerien, Libyen zeigen: Es gibt nichts gutes außer man tut es. Gäbe es jetzt noch die Bastille, müßten die Franzosen nach Chirac und Sarko sie nicht noch einmal stürmen? Aux armes et cetera sagt der große Gainsbourg. Vielleicht ohne in seinem Witz zu ahnen, daß das et cetera 2011 aktueller denn je sein würde. Schließlich hat in Frankreich die elitäre Politokratie à la DSK längst die Aristrokraten aus der Vorjulizeit ersetzt. Nur hatten die Franzosen sich bis vor kurzen kaum darüber aufgeregt.
Die kleine Broschüre ist aufrüttelnd und lesenswert.Und bemerkenswert, weil die Französen die Empörung auch gegen die Diskriminierung von Fremden pflegen, die Deutschen aber außer Sarrazinschen Ressentiments nichts auf die Bestsellerliste bringen. Hessels Ausgangspunnkt sind die Forderungen der Résistance nach der neuen Staatsgründung unter de Gaulle und deren Verwässerung durch die Repräsentanten der fünften Republik.


Arbeit poor. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft
Arbeit poor. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft
von Barbara Ehrenreich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

3.0 von 5 Sternen Ausbeutung und Redeverbot, 22. Dezember 2010
"Sie blickte ins Leere, und ich fragte mich, ob sie ihre Vorfahren sah, die irischen Einwanderer aus ihrer großen Familie."

Solche Sätze schaffen unangenehme, unangebrachte und kitschige, zu sehr amerikanische Stilblüten und Längen, wo doch das Anliegen ein ganz ernstes und schreckliches ist: Die Ausbeutung von arm durch arm im Billigladen, die soziale Plünderung arbeitender Armer, die so wenig verdienen, daß sie in Obdachlosenwohnheimen und dreckigen Absteigen hausen und leben müssen. Eine Miete können sie sich kaum mehr leisten.

Doch ob wir nicht alle selbst Schuld sind, wenn wir, um 4 Cent an der Milchtüte zu sparen, 10 Kilomenter fahren, daß keine vernünftigen Löhne gezahlt werden können? Sinken unserer Reallöhne weiter so, wie sie es seit Jahren tun, dann können wir irgendwann selbst nichts anders tun - während sich die Wohlhabenden die Taschen voller und voller stopfen, und die Schichten weiter auseinander driften.

Was bei Naomi Klein ("No Logo") den politischen Ansatz ausmacht, dieses Salz in der Suppe zum Thema, das fehlt Ehrenreichs Text vollkommen. Positiv ist zu bemerken, daß Ehrenreich sich selbst in die Abgründe der Jobs begibt, wo Supermarkt-Vorgesetzte wie Gefängniswächter Redeverbote überwachen und mit Linealen "unordentlich" eingeräumte Regale leerfegen. Die Verkäuferinnen, die zwei, drei Jobs ausüben, nebenbei Kinder versorgen, doch nicht über die Runden kommen, sich von billigem Mac-Food ernähren, spielen die Sklavenrolle. Die neureiche Dame, die gezielt Dreckhäufchen unter Teppiche plaziert, um die Putzdienste bei Entdeckung die gesamte Etage neu saugen zu lassen, die Rolle der Herrscher.

Am schlimmsten aber sind Mutlosigkeit, Indifferenz und die resignierende Akzeptanz der ausgemergelten Arbeiterinnen: Keine stellt sich die Frage, ob die Löhne gerecht sind, ob eine Gewerkschaft gegründet werden sollte. Die haben Angst vor dem Jobverlust. Da es auch keine vernünftige Krankenversicherung gibt, sind viele sogar auch zahnlos oder anderweitig krank. Zum Arzt geht keine - da wirft man sich lieber ein paar Ibuprofen-Pillen ein.

Nach der Lektüre des trotz aller Theoriearmut kurzweiligen und spannenden Buches und seiner Übersetzungsschwächen hat man verstanden: Die USA von heute sind am Ende und zeigen die Zukunft des Europa von morgen - wenn wir dem nichts entgegensetzen.


Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt
Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt
von Wolf Schneider
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gebrauchsanweisung für Permanentmarker, 17. Dezember 2010
Ich bin ein Mensch, der früh am Morgen schwarze Balken malt. Mit einem dicken Edding seine eigenen Texte zusammenstreicht. Zensiert wird nicht, nur verbessert. Radikale Vereinfachung kommt dabei heraus: Das absolut Notwendige. Ein unterhaltsames Buch zeigt in anschaulicher Art, wie man zu besserem Deutsch kommt, und dem Notwendigen einen angenehmen Textfluß verschafft: Deutsch für junge Profis. Sie können es als lockeres kleines Traktat, oder als Lehrbuch benutzen. Der Text ist aufgeteilt in Themen- "Rezepte" (u.a. Tabuwörter, Streichung von unnötigem Beiwerk, Entfernen von Redundanzen, Pleonasmen und Geschwafel) und gelangt vom bloßen Morphem zum Lexem und zur Textstruktur.
Das Werk ist an junge Blogger gerichtet, kann aber auch von älteren Semestern goutiert werden. Ein nützliches Werkzeug! Einen Trick daraus habe ich Hobbyschreiber in dieser Rezension bereits angewendet. Wenn das mal nichts ist.


Live at Leeds (25th Anniversary Edition)
Live at Leeds (25th Anniversary Edition)
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragendes Live-Album und Betäubungsmittel, 9. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Who klingen in ihrer schnellen und komplizierten Melodieführung auch nach Thin Lizzy. Doch ist ihre Musik wesentlich aggressiver, vehementer, druckvoller, brachialer und nervöser angelegt. Auf dieser CD entfaltet sich ihr volles punkiges Potential. Kampf zwischen Gitarre und Gesang, Aussetzen der Instrumente zugunsten von Stimmeinwürfen wie bei den Sweet (so ist es wirklich), lang angelegte Stücke, die niemals langweilig, immer vorwärtsdrängend sind. Was will man mehr? Vergleiche zum besten Livealbum der Stones, Get Yer Ya Yas Out müssen gezogen werden, allerdings gilt die Bookletweisheit: als die Stones noch Liebeslieder und Country trällerten, spielten diese Mods schon fast Prä-Punk. Das muss gewürdigt werden. Wie bei allen wirklich Großen schwingt viel von Kollegen mit, man hört, Glam, Teenrock, schon die Zukunft in Form der Pistols, Led Zeppelin und Bolan anklingen.
Der Sound ist etwas verhangen und obertonarm, doch zum angenehmen Hören knackig und locker genug, der Bass klar konturiert und die Drums knallig und wummernd-basslastig.
Man kann, wenn man das schafft, das Album auch leise genießen. In dieser Darreichungsform wirkt es - wie oft bei gewalttätiger Musik zu spüren ist - angenehm beruhigend.


Cabrel Public
Cabrel Public
Preis: EUR 15,51

3.0 von 5 Sternen Guter Überblick, 7. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cabrel Public (Audio CD)
Ein schöner Überblick über Cabrels Lieder um die Achtziger. Leider eine etwas verhangene Produktion, die neu gemastert werden sollte. Die Liveathmosphäre und das begeisterte Publikum kommen jedoch gut zur Geltung. Manches klingt recht dumpf. Meine Favoriten sind Samedi Soir sur la Terre und Quelqu'un de l'intérieur als Studioproduktionen. Die Texte sind guter Durchschnitt und, da nicht so anspruchsvoll, für Lerner interessant. Schön auch immer wieder: Das Stakkato des südfranzösischen Dialekts klingt anheimelnd.


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