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Rezensionen verfasst von
Christof Sperl "chrisnoi" (Quassel)

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Deutsch-Thai Wörterbuch: Mit zusätzlicher lateinischer Lautschrift des Thailändischen für Deutsche. Das umfassendste Wörterbuch für Alltag, Studium und Reise. 56000 Begriffe
Deutsch-Thai Wörterbuch: Mit zusätzlicher lateinischer Lautschrift des Thailändischen für Deutsche. Das umfassendste Wörterbuch für Alltag, Studium und Reise. 56000 Begriffe
von Josef Rohrer
  Broschiert

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassend und gut, 21. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein sehr gut gelungenes Werk und kein Vergleich zu den schlecht gemachten Wörterbuchpendants von Veuskens (Deutsch-Thai 3 in 1 sowie Deutsch - Thai und Thai - Deutsch) die ich vor einiger Zeit aus Unkenntnis zuerst erstanden hatte.

Das Buch bietet ein umfassendes Kompendium der thailändischen Sprache. Die deutschen Einträge sind fett gedruckt gut lesbar abgesetzt, es folgt die Entsprechung in thailändischer Schrift und in Klammern die Wiedergabe in Lautschrift. Die fünf Töne sind mit Akzenten in der gebräuchlichen Art wiedergegeben (ù,ú,û,u usw.) und befinden sich direkt über den Silben/Vokalen. Dies erleichtert den Umgang mit dem Thai ungemein, geübtere Lerner können bei Unklarheiten in der Aussprache schnell einmal zur Thaischrift wechseln und kontrollieren. Profis werden es umgekehrt tun.

Das Buch ist (so steht es auch im Vorwort) in Anspruch und Stil an die gängigen Lexika der "großen Sprachen" angelehnt. Der Autor möchte vermitteln, dass Thai letzteren Sprachen an Vielfalt und Ausdrucksbreite in nichts nachsteht. Dies ist ihm auf den 1100 Seiten gut gelungen. Alle am Thai interessierten werden das Buch mit Begeisterung benutzen. Die thailändischen Entsprechungen der deutschen Lexeme ist mit Sorgfalt ausgearbeitet und geprüft, der Autor hat fast alles mangels einschlägiger Vorarbeit in Eigenregie verfaßt.

Bei einer ersten Durchsicht gab es nichts, was ich vermisst hätte und die thailändischen Entsprechungen meines recht moderat entwickelten Vokabulars waren genau und richtig. Alle wichtigen Wortfelder sind abgedeckt und zahlreiche zusätzliche Tabellen liefern nützliche Informationen zum Nachschlagen. Die Aussprache ist genau und umfassend dargestellt. Das Werk richtet sich an Deutsch lernende Thailänder/innen, ist aber auch für Deutsche hochinteressant, die sich intensiver und professioneller mit Thai auseinander setzen wollen.

Kein Vergleich zu Veuskens unwissenschaftlichen Konkurrenzpublikationen und ihrer unpraktischen Aussprachewiedergabe.

Auf meinem letzten Thailand-Aufenthalt hat mich das Buch bei Arbeiten im Haus (Werkzeug), politischen Diskussionen und allgemeinen Gespraechen fast nie im Stich gelassen.


Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend
Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend
von Andreas Altmann
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fulminanter Rundumschlag, 20. Mai 2012
Lebensgeschichte des Sohnes vom Öttinger Devotionalienhändler Altmann und seiner gequälten Frau. Ein Faustschlag ins Gesicht der schwarzen Bigotterie wie er besser nicht hätte plaziert werden können. Seit Erich Mühsam, Baudelaire und, ja, François Villon haben wir so etwas Schönes und Wütendes lange nicht gelesen. Er rotzt es ihnen ins Gesicht, schildert Sado-Maso-Orgien des Klerus mit abgebrochenen Glasflaschen in heiligen Hintern und - die Drohungen an operierenden Arzt nur ja nichts zu verraten, sonst sei die Medizinerkarriere in Altötting beendet. Ja so sind sie, vorne beten, hinten treten, quälen und erniedrigen. Altmann schildert den Mißbrauch der Mädchen durch den Religionslehrer, und doch versucht er trotz seines Hasses auf Vater, Umwelt und Nachbarschaft zu verstehen, wie der süddeutsche Mief die Leute so werden läßt wie sie sind - und trifft immer wieder auf die krank machende Hypokrisie des spirito-soziologischen Systems. Der Wutausbruch wirkt in numerierten Kapiteln, mal kurz und mal lang, wie eine nicht endende verbale Maschinengewehrsalve, die dem Leser um die Ohren fliegt. Die Richtigen werden's natürlich wieder nicht lesen, ist ja klar, aber Altmann hat mich darin bestärkt, meine eigene Anklageschrift weiter ihrem Abschluss entgegenzutreiben. Dafür danke ich ihm.
Wer feinste Formulierungskunst sucht wird nicht belohnt. Wohl aber derjenige welcher noch offen für Kritik und Schmähung in ihrer ätzendsten Form ist. Altmann hat das literarische Mainstreamradio abgeschaltet und sagt mal wieder, was Sache ist. Dazu braucht es einer groben Sprache. Und wer den religiös motivierten Skandal sucht, soll nicht nur bei den Koranverteilern und Scientology suchen, sondern sich auch mal bei den eigenen Landsleuten umsehen.


Tiere essen
Tiere essen
von Jonathan Safran Foer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Sprachlich glänzender Sachtext, 10. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Tiere essen (Taschenbuch)
Eile auf dem Weg von der Arbeit nach Hause um weiterzulesen: Den Irrsinn des Fleischkonsums so gut und eindringlich zu beschreiben, das kann nur einem wirklichen Dichter wie Foer gelingen. Ein mitreißender melancholischer Wortstrudel um die schlimmste Geißel der Menschheit - den alles und die Natur verschlingenden Fleischfreßwahn. Das Buch ist gespickt mit den in uns konkurrierenden Absurditäten der ethischen Gewichtung (wir lieben den Delfin und fressen das intelligente Schwein, streicheln den Hund und stechen dem Thunfisch beim Fang einen Haken ins Rückgrat oder Auge) - und mit allerlei aufrüttelndem Zahlenmaterial und Interviewfragmenten und persönlichen Bezeugungen von Tierschützern Farmern, Schlachtern und anderen Betroffenen angereichert. Streckenweise ist das Buch als Sammlung enzyklopädischer Artikel angelegt, unter deren fett gedruckten Einträgen (z.B. Verarbeitung, Verzweiflung, Umweltschutz) Safran Foer seine Definitionen formuliert. Großen Raum nimmt die Frage ein, warum wir Mensch und Tier unterscheiden, wie promblembehaftet diese Unterscheidung ist, und warum wir dem Tier das in ihm wohnenende Menschliche absprechen: Weil wir nicht daran erinnert werden wollen, daß die Grillplatte auf dem Tisch einmal eine intelligent agierende Organisation lebender Zellen war.
Der Durchnittsamerikaner ißt nur um die 0,2% der eßbaren und verfügbaren Nahrung (ernährt sich somit einseitig uns fantasielos hauptsächlich von Fleisch und ein paar anderen Dingen) und läßt somit mehr als 99% der Nahrungsmittel links liegen. Foer gelingt es, aus all den sauber recherchierten Fakten eine große Erzählung zu flechten, die man nicht mehr beiseite legen kann, da ihr Strom so spannend fließt. Eine Jahrhundertarbeit, deren textgraphisch gestaltete Seiten auch ästhetisch angenehm etwas fürs Auge zu bieten haben.


Schlechte Medizin: Ein Wutbuch
Schlechte Medizin: Ein Wutbuch
von Dr. med. Gunter Frank
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

75 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wertediskussion, 6. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schlechte Medizin: Ein Wutbuch (Broschiert)
Der Allgemeinmediziner Günter Frank nennt sein Werk ein Wutbuch. Das merkt man ihm glücklicherweise auch gleich an, denn es liest sich schnell und spannend. Beim Thema Wut liegt allerdings auch der den Ärzten oft innewohnende böse Zynismus nahe, dennoch gelingt es Frank, den Text angenehm spannend, locker, informativ und kurzweilig fließen zu lassen - und ohne Schläge unter die Gürtellinie auszukommen. Dabei lägen selbige beim Thema Gesundheit (dem höchsten Gut) ganz nahe, denn wenn man sich anschaut, wie die Öffentlichkeit anhand dubioser, schlecht gemachter, wissenschftlich unsauber oder offensichtlich mit Absicht falsch interpretierter Studien an der Nase herum geführt wird bekommt man schon im besten Falle eine Gänsehaut. Schließlich leben wir nur einmal.

Ein (von mir vereinfachtes und erfundenes, aber am Buch orientiertes) Beispiel für die Zahlentricksereien: Von Tausend Testpersonen erkranken zwei an einer Krankheit A. Einer davon stirbt, der andere hat stets Margarine statt Butter gegessen. Daraus würde man z.B. die Aussage konstruieren, daß der Verzehr von Margarine das Krankheitsrisiko für das Leiden A um 50% senkt. Die verbleibenden 998 Personen kehrt man so eben mal unter den Teppich. Kombiniert man nun alles auch noch mit der Erkenntnis, daß das Medikament B den Butterfettwert im Blut senkt, könnte man in der Öffentlichkeit die Behauptung verbreiten, B senke das Risiko an A zu erkranken erheblich. Dabei soll dann auch noch viel Medizin viel helfen. Jedenfalls den Apothekern und der Pharmabranche. Stellt man sich jedoch die Frage nach den Nebenwirkungen von B und stellt fest, daß B das Leben erheblich verkürzt, würde nach den Funktionsprinzipien unseres pharmako-medizinischen-Komplexes diese Aussage einfach verschwiegen. Frank seziert diese manipulatorisch-argumentativen Mechanismen und plädiert für eine Medizin, die an der Vernunft der Therapeuten orientiert sein sollte.

Im Weiteren beschreibt Frank die in der Öffentlichkeit permanent betriebende Senkung bestimmter Richtwerte (z.B. des Cholesterinwertes), mithilfe derer man große Teile einer Population lukrativ als krank einstufen kann, indem zuvor als durchschnittlich angesehene Werte plötzlich als abnorm dargestellt werden - nur um wiederum die nebenwirkungsreichen Medikamente (z.B.Statine) verschreiben zu können, an denen sich dann wieder der Apotheker eine goldene Nase verdient und an denen der Patient nicht selten viel zu früh stirbt; wenn auch nicht an einer koronaren Herzerkrankung sondern z.B. an Leberschäden. Aber über die redet in der Folge keiner, denn die standen auch nicht im Focus der von der, wem wohl? Pharmabranche finanzierten Untersuchung. In diesem Sinne wirft der Umgang mancher Verantwortlicher Koryphäe mit dem Patienten auch ein schlechtes Licht auf den (schon vom Herrn Guttenberg gebeutelten) Wissenschaftsbetrieb, nach dessen Funtionsprinzipien es mittlerweile Gang und Gäbe zu sein geworden scheint, nur das zu publizieren, was dem Chef und der eigenen Karriere, nicht aber der Gesundheit und der Medizinwissenschft nützt.

Frank gelingt in diesem Buch auch noch einmal eindringlich, das Problem der Schmiergeldzahlungen in Form von nutzlosen, aber gut dotierten Beobachtungstestbögen zu schildern, mit denen der Arzt für die Verschreibung eines Medikaments und das Ausfüllens eines Erhebungsbogens noch einmal 50 Euro nebenbei machen kann.

Kritiker wie Frank versucht man auf die deutsche Art durch Klagedrohungen abzuschalten, doch so leicht läßt der sich nicht den Mund verbieten. Medizinische Laien wie ich sollten nach der Lektüre nicht versuchen, in der Medizin mitreden zu wollen. Das kann und soll das Ziel der vorliegenden Arbeit nicht sein. Hinterfragen jedoch sollte kein Tabu bleiben und jeder sollte versuchen einen Arzt zu finden, der sich an den Prinzipien der Vernunft und nicht an denen des Geldes orientiert.

Frank nennt vertrauenswürdige Institionen und Webadressen, bei und unter denen der interessierte Laie gut aufbereitete Informationen finden kann, und die eben keine von Mietmäulern und Lobbyisten zusammengeschraubte Einschätzungen verbreiten.

Schön ist zu lesen, wie sich Frank den bei allen Talkshows à la Willjauchillner notorischen SPD-Lauterbach vorknöpft. Der Oberarzt der Republik sitzt nämlich (hört, hört!) im Aufsichtsrat von Rhön-Klinikum. Dieses Bonbon sollte sich jeder intelligente Zeitzeuge auf der Zunge zergehen lasssen, und bei dieser Gelegenheit überlegen, wie glaubwürdig der Liedvortrag eines solchen Textbausteinmusikanten vor dem Hintergrund der von ihm geforderten gesellschaftlichen Gerechtigkeit dann noch sein kann.

Fazit: Spannend und kurzweilig, lateral gedacht und gut.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2013 12:01 PM MEST


Thai Travel Pack (Hugo Series)
Thai Travel Pack (Hugo Series)
von Somsong Smyth
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Guter Einstieg, 28. April 2012
Gut arrangierter Englisch-Thai-Sprachführer in übersichtlicher, wissenschaftlich genauer und umfassender Darstellung. Enthält ein Glossar zum Vokabellernen und Themenbereichte (Medizin, Essen, Weg...). Töne leicht verständlich und gut erklärt.
Kann als Einstieg genutzt werden, indem man die Chunks auswendig lernt und dann mit neuen Vokabeln variiert. Später dann kann man sich z.B. Spoken Thai von Hass/ Subhanka erarbeiten.


The Great Twenty-Eight
The Great Twenty-Eight
Preis: EUR 19,84

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das fetzt, 19. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Great Twenty-Eight (Audio CD)
Roots-Rock'n'Roll in Mono mit einer der ersten scharf geladenen E-Gitarren der Geschichte. Und einem trotz historischer Technik beeindruckenden und mitreißenden Klangbild, das mehr an Kraft transportiert, als manche Aufnahme aus dem 21. Jahrhundert.
Die CD peppt auch 2012 noch jede Party. Mich hat auch beeindruckt, wieviele Songs, die jeder im Ohr hat, Berry selbst verfaßt hat. Ein ganz Großer.


Gedächtnislücken: Zwei Deutsche erinnern sich
Gedächtnislücken: Zwei Deutsche erinnern sich
von Thomas Grimm
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassenfeind in Filzlatschen, 18. März 2012
Es heißt, der Zeitzeuge sei der natürliche Feind des Historikers. So weit so gut. In diesem Band aber kommt zuerst einmal ein Mensch zu Wort, der die westdeutsche Geschichte mit Brandt entscheidend mitgeformt und -geprägt hat (und hier erst in der Folge seine Eindrücke als Zeitzeuge schildert). Daß ihm fremde Passanten auf der Straße noch heute für seinen Einsatz danken ist im Rückblick auf die wahrscheinlich als gut zu bezeichnende Qualität seiner Arbeit kein Wunder. Da fragt man sich: Welchem Politiker wollte man heute noch danken? Dem Herrn von Guttenberg, Westerwelle, Frau Dr. Sylvana Koch-Mehrin oder dem grinsenden Recken Seehofer? Zu Brandts Tod jedenfalls waren die Menschen noch mit Fackeln auf die Straße gegangen! Der engste Partner dieses aus dem Widerstand kommenden Politikriesen, Egon Bahr, nennt die Dinge beim Namen, entzaubert Adenauers Gottesgleichheit indem er erneut die Chancen für die Einheit aufreiht, die der große Alte aus Rhöndorf nicht nutzen konnte und wollte, beschreibt die DDR als Verliererstaat, der immer mit dem Kapitalismus vor der Nase seine Diktatur aufrecht zu erhalten versuchen musste. Durch Annäherung Wandel schaffen, das war Bahrs Maxime. Die Betonkommunisten (von denen es noch heute welche gibt) bezeichneten seine Verhandlungsstrategie als "Aggression in Filzpantoffeln". Da steter Tropfen den Stein nagt und wir die Resultate der jüngeren Geschichte kennen, hat sich Bahrs Taktik im Rückblick als die richtige erwiesen.

Die verklärten Ikonenbilder der Rechten (Strauss) werden glücklicherweise wieder einmal an ihren richtigen Platz gerückt, und auch so manch anderer wird als das bezeichnet, was er war (Kiesinger). All das verleiht dem Text in der aktuellen Diskussion um Klarsfeld und Gauck einen großen Modernitätsbezug, und dies nicht nur, weil die Ergebnisse der jüngsten deutschen Geschichte unsere Lebenswelt noch heute so stark prägen.

Der Kabarettist Ensikat, Bahrs hochintellektueller Gesprächspartner, beschreibt die DDR alltagsgeschichtlich als ein Übel, das man sich durch allerlei Tricks und Witze erträglich zu machen versuchte. Bahr durchleuchtet auch noch einmal den Pseudomythos Kohls als Kanzler der Einheit, eine Betitelung, die sich im Grunde doch Gorbatschow als Wandler (Glasnost, Perestrojka) verdient hat! Wer erinnert sich nicht an Kohls damaliges Gerede von Gorbatschow als einem Politiker, der "wie Goebbels" die PR beherrschen würde. Und das auch noch zu einer Zeit gesagt, der endlich als möglich gesehenen Abrüstungsbestreben. Jeder Kanzler um 89 hätte sich wahrscheinlich wie Kohl verhalten müssen, dessen Weltbild offensichtlich zur Unzeit ins Wanken geraten war. Interessant ist auch zu lesen, wie der Fuchs Kohl die Wahlen sicherheitshalber vorverlegt, da erst danach die schlimmen Folgen der geplanten Währungsunion sichtbar werden sollen. Bahr stellt auch die Frage, wie "ein Mensch wie Reagan", Kohls Partner, ins Weiße Haus einziehen konnte, und kommt zum Schluss: Er konnte nicht viel anrichten, der Apparat funktionierte auch trotz einer solchen Figur weiter. Vielleicht war das unter Busch später dann genauso (Anm. des Rezensenten).

Trotz der Textform 'politisches Gespräch' ist das Literarisch-Ästhetische nicht zu kurz gekommen. Ganz im Gegenteil: Das Buch bereitet ein großes Lesevergnügen, bei dem zum Glück auch der Humor in aller Tragik der Dinge seinen Raum findet. Um unsere konservativen Zeitgenossen zu beruhigen: Auch Wehner kriegt sein Fett weg, denn Bahr skizziert die Vorgänge um diesen vom Leben verformten Politiker, der ja (bekanntermaßen) im Moskauer Hotel Lux einige Menschen "ans Messer" lieferte (Zitat Bahr). Bahrs Größe läßt sich zuletzt auch daran ablesen, dass er wohldosiertes Lob für seine früheren Gegner verteilen kann.


Birthday Celebration-Live in NYC
Birthday Celebration-Live in NYC
Preis: EUR 12,69

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Knackig und gut, 8. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Birthday Celebration-Live in NYC (Audio CD)
Durchgehend recht guter Sound, knackig und groovend, Höhen etwas verhangen und blechig. Nette Zusammenstellung u.a. aus der Outside/ Earthling-Phase mit den besten Musikern wie Dorsey und Gabrels. Ein paar Klassiker finden sich auch. Gastauftritte einiger Kollegen (Robert Smith, Reed) alles andere als peinlich. Gewohnt gute Bowie-Qualität. Das doofe Cover-Design sollte nicht abschrecken. Leider spielt Gabrels fast durchgängig sein Gniedelbrett im immer gleichen Sound, das nervt ein wenig, denn die Gitarre wurde allzusehr in den Vordergrund gemischt. Die DVD zur Reality Tour klingt stimmiger. Leider ist eine Kanaltrennung kaum wahrnehmbar. Meine 1962er James Brown "Live at the Apollo" klingt mehr nach Stereo als diese neuzeitliche CD, von der alles von vorn zu kommen scheint.


Olympia
Olympia
Wird angeboten von toppreis321
Preis: EUR 3,58

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufgehen im Chorus, 8. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Olympia (Audio CD)
Schöne, einlullende, elegant groovende und bisweilen tief rumpelnde, leichtfüßige und modernistisch aufgeflockte Produktion, die in Melodieführung und Sounds typisch nach Roxy aber auch nach Tricky (!) klingt und eher was für Wohnzimmerabende als für den Dancefloor ist. Ferry haucht eher, als dass er singt. Der Mix nimmt die Stimme sehr stark zurück, und leider sind auch die Backgroundgirls durch etwas zu stylish geratene Effektlawinen ein wenig zerhackt worden. Es entstehen Sounds, die an Chöre erinnern, über denen Ferry in Marc Bolan'schem Klang klagend zu schweben scheint. Da jeder weiß, dass Ferry zu den ganz "Großen" gehört, wird jeder sich auch die Frage stellen müssen, ob der alte Styler noch an die juvenilen Heldentaten (wie Remake Remodel, Do The Strand, Bogus Man) anknüpfen kann: Ein ganz großer Wurf ist Olympia sicher nicht, dennoch wäre es unangemessen, die CD zu verreißen. Denn es gibt gute, sehr gute und auch sehr sehr gute Momente. Derentwegen lohnt sich die Anschaffung der zurückhaltenden Klänge durchaus.

Fazit: Elegantes, interessantes, ohrenfreundliches, synfonisches Ding zur abendlichen Entspannung, kein revolutionäres Seventies-Machwerk. Für Ferry-Liebhaber wie mich aber absolut begeisternd und dicht.


Nichts zu verzollen
Nichts zu verzollen
DVD ~ Dany Boon
Wird angeboten von Filmnoir
Preis: EUR 12,30

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Franzacken und Frittenfresser, 3. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Nichts zu verzollen (DVD)
Köstliches Schlachtfest für einen Klischeekadaver, der als fast unerlegbares Ungeheuer am Ende der Zeit vor Schengen dann doch noch gestorben ist. Also kräftig Voreingenommenheiten zelebriert und druff auf all die Camemberts, Frittenfresser, Weinlöcher, Renaultfahrenden Halbflamen und Grenzlandbewohner. Und mit Spaß bei ihren Streitereinen zugesehen!

Die frankobelgische Grenze wird geöffnet, die Zöllner sehen ihren Job gefährdet, vor dem Hintergrund einer Belgisch-Französischen Liebesgeschichte und einem Drogenschmugglerkrimi wird mit viel Klamauk und Witz eine groteske und witzige, typisch französische Komödie erzählt, bei der kein Auge trocken bleibt. Versucht man doch, das Koks erst mit einer falschen Ambulanz, bei der zunächst sogar noch das "u" fehlt, und dann später im Allerwertesten über die Grenze bei Courquain zu transportieren.

Nicht ganz so frisch und abgedreht wie die Sch'tis - und dennoch ein schöner Film.
Deutsche Synchro und französisches Original sind sehr amüsant zu hören.


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