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Rezensionen verfasst von
Christof Sperl "chrisnoi" (Quassel)

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Nude & Rude:Best of Iggy Pop
Nude & Rude:Best of Iggy Pop
Preis: EUR 4,99

5.0 von 5 Sternen Rohmaterial, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Nude & Rude:Best of Iggy Pop (Audio CD)
Wer Bowies im Formatradio überdudeltes China Girl nie leiden konnte, wird hier mit dem Punk-Original belohnt, das in Aggressivität, Vehemenz und stampfender Soundkulisse um Klassen besser, aber für HRBRWDRSWR3 wohl nicht dudeltauglich genug war. Deshalb braucht man eben eine Musiksammlung. Da kann man dann vorher-nachher-Vergleiche anstellen.

Das Album gibt einen guten und ausgewogenen, klanglich gut restaurierten Überblick über Pops Werk, sehr schön ist auch der Duettgesang (er hat ja auch schon mit Franc,oise Hardy gesungen) mit der B52's Frontfrau Pierson.

Iggy kann alles singen: Punk und Crooner, Chansonnier und - Pop.


Wish You Too. Best Christmas Ever
Wish You Too. Best Christmas Ever
Preis: EUR 14,98

5.0 von 5 Sternen Jenseits von HR3, 26. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wish You Too. Best Christmas Ever (Audio CD)
Die Klanghistoriker von Trikont haben wieder mal eine geniale Zusammenstellung von Musik, hier zum Thema Weihnachten geschaffen. Angenehme Abwechslung für BRHRWDRNDR-3-geschädigte Kreaturen. Wer wußte denn, daß die Ramones ein Weihnachtslied aufgenommen haben? Natürlich heißt es Merry Christmas( I don't wanna fight tonight). Klasse CD. Der Klang ist Trikont-üblich hervorragend gemastert. Genre ist überwiegend Black, Soul, R&B (traditionelle Bezeichnung).


Opium. Eine Kulturgeschichte
Opium. Eine Kulturgeschichte
von Matthias Seefelder
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wenig geschwätzig, 26. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Kulturgeschichte des Opiums wird ein wenig breitgetreten dargestellt, medizinische Anwendungen und Suchtgefahren erklärt. Opium ist eine der ältesten Drogen der Welt, noch vor 150 Jahren war es in europäischen Apotheken frei verkäuflich, es wurde in der finsteren Zeit der mittelalterlichen Medizin als Anästhetikum gegeben, kam seitdem in fast jeder Rezeptur vor und wurde traditionell gegen so gut wie alles verschrieben. Heute noch kauen indische Arbeiter eine mild dosierte Form der Droge, die über die Mundschleomhaut ins Blut gelangt und dann an den Rezeptoren angeflutet wird. Diese milde Darreichungsform hilft wie Kaffee über den schweren Tag und macht, vernünftig gebraucht, wohl nicht süchtig. In der durch Essigsäureanhydrid veränderten Form des Alkaloids Morhium entsteht eine der härtesten Drogen: Heroin. Opium selbst enthält dutzende Stoffe, die in ihrer isolierten Form (z.B. Codein als Hustenmittel) ebenfalls wirken.
Das Bucht schildert in seinen besten Passagen auch literarische Darstellungen des Opiumrausches. Einige Bilder illustrieren Gebrauch, Anbau und Ernte. Auch die Opiumkriege werden schön erklärt.


Atemschaukel. Roman
Atemschaukel. Roman
von Herta Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer, poetischer Roman, 26. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Atemschaukel. Roman (Gebundene Ausgabe)
Herta Müllers Sprache ist einfach und karg wie die Brechts, ihre Weltsicht poetisch wie die der Franzosen. Vielleicht liegt hier die Schnittmenge rumänisch-romanischen Erbes mit der Germanenwelt der Siebenbürger Sachsen unter denen sie aufwuchs und die von der "Schönheit blonder Zöpfe und weißer Kniestrümpfe" überzeugt waren. Leider waren viele auch noch überzeugt vom Mann mit dem "viereckigen Bart", weshalb nach den Wirren des Krieges die Logik der guten Sowjets darauf verfiel, die Siebenbürger, darunter sogar Juden, in (Vernichtungs)lagern zu brechen, auf dass sie nach Jahren als vergreiste junge Menschen zurückkämen. Wenn es überhaupt eine Rückkehr gab. Die Großmutter des Erzählers, eines auch durch die Moral seiner Zeit bedrohten, nach heimlichen "Rendezvous" in Stadtparks suchenden homosexuellen jungen Mannes, sagt ihm bei der Abholung durch die Gulag-Gestapo: "Du wirst zurückkommen". Dieser Satz hilft dem jungen Mann das Lager nach dem Transport im Güterzug zu überleben, da er sich ihn kräftigend in seiner Erinnerung festsetzt, ihn widerstandsfähig und zäh macht. Der Leser wird von Müller umgarnt und in den Roman hineingezogen, er erlebt die Geschichte des widerspenstig-zähen Protagonisten selbst. Schwarzweiße Bilder mit Pastelltönen sind die Farben der Erzählung. Schnee, Kälte und Hunger werden auf beklemmend plastische Weise dargestellt, das verschüttet-Menschliche der Kapos, Zwangsprostituierten, Lagerleitung und anderen Getrieberädchen findet in den Schilderungen viel Raum. Selbstgefertigte Weihnachtsbäume werden mit aus verstecktem Brot geformten Kügelchen behängt. Jeder hat Brot im Kopfkissen aufgespart, Ehepartner werden um Nahrung bestohlen bis sie sterben, der Mann stiehlt seiner Frau die Suppe aus der Schüssel und sie tut so, als sähe sie es nicht einmal, opfert sich für den Mann. Die ewige Suppe ist bloß heißes Wasser mit ein paar Fetzen von Kraut darin. Die Hungernden bekommen ein Totenkopfäffchengesicht, am Ende mit weißem Flaum auf den eingefallenen Wangen. Der Flaum bildet den Bogen zum Fell des oft beschworenen Hasen ("Erdhund"), dessen beängstigender Todesschrei "Hasoweh" unter Panzerfahrzeugrädern an zahlreichen Textstellen auftaucht. Das Ende wird milder, die Überlebenden bekommen etwas Geld. Es erfolgt die Rückkehr in die fremd geweordene Heimat. Der Kapo wird mit der Axt erschlagen aufgefunden, es bleibt die große Frage nach dem Warum der Deportation. Herta Müller hat den Roman anhand von Schilderungen eines Überlebenden verfaßt und dazu in Rumänien recherchiert. Der Zeitzeuge verstarb während der Abeiten, bevor die Befragung abgeschlossen werden konnte. Das Buch ist der Iwan Denissowitsch der deutschen Literatur.
Alle Kapitel lassen sich auch als Kurzgeschichten lesen, einige sind kaum länger als ein Haiku.


Are You Experienced?
Are You Experienced?
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 22,35

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Seele dem Teufel verkauft, 22. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Are You Experienced? (Audio CD)
Er war ein großer Blueser, das ist nicht zu vergessen. Auf diesem Album ist mitzuhören, wie der den traditionellen Blues in Struktur, Melodieführung und Klangtechnik in Neuland überführt.
Dieses Album bietet leider das knarzigste Klangbild aller offiziellen Hendrixplatten. Dennoch ist durch das Remastering einiges an Härten genommen, ohne den Charakter der Stücke selbst zu bedrohen. Beim Hören vergißt man schnell die zu ihrer Zeit mangels geeigneter Technik stellenweise überproduzierte und somit in den Keller gefahrene Soundqualität. Nonplusultra dagegen die rückwärts laufenden Drumloops im Titelstück, das ist noch heute die reine Modernität, das Ultimative überhaupt. Hendrix gedämpfte Saitenarbeit nimmt übrigens das später allgemein hörbare LP-Gescratche vorweg.
Jeder, der ein wenig Gitarre klimpert, wird immer wieder von Jimis Licks und Tricks beeindruckt sein: Wie er mit gniedelnder Leichtigkeit Schlenker zu Schlenker und Träller zu Träller fließen läßt. Dieser Mann hat einen Pakt mit Gott oder dem Teufel geschlossen.
Es gibt mittlerweile brillianter klingende Hendrixremixe, Are You Experienced ist allerdings das Hendrix-Album überhaupt und Einsteigern anempfohlen.
Anspieltipp: May this be Love (Track 7).


Wir sind eine feste Bastion, Das Stasi-Wachregiment Feliks Dzierzynski auf Sendung, Audio-CD
Wir sind eine feste Bastion, Das Stasi-Wachregiment Feliks Dzierzynski auf Sendung, Audio-CD
von Christian Blees
  Audio CD
Preis: EUR 14,99

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spießige DDR, 18. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die DDR war wenig spaßig, eher furchtbar spießig. Diese Aufnahmencollage aus dem Kasernenradio einer Sicherheitsbrigade (Felix Dserschinski, Gründer der Tscheka) aus der Däderä beweist: Nur das Zeitkolorit macht aus dieser erstickend kleinbürgerlichen, ja nordkoreanischen Schrebergartenrepublik eine Welt voller anheimelnd-witziger Inseln sozialistischen Gute-Laune-Kitsches. Was vorher für den Systemkritiker erschreckend war, wird im Nachhinein als kleinkariert-muffiger Anbetungsmeachanismus des vermeintlichen Sozialismus entlarvt. Hätte der Sozialismus gesiegt, würden sie dort heute vielleicht Volksmusikantenstadl-Hörproben verkaufen. Trennte uns vielleicht nur ein Zaun?


Creative Outlaws-UK Underground 1965-1971
Creative Outlaws-UK Underground 1965-1971
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Zwiebelfisch trifft Underground, 18. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein tolles Album mit den okkulten B-Tracks zahlreicher 60er-Bands, deren Namen (Yardbirds, Animals etc.) uns noch bekannt sind, deren progressiv-avantgardistisches Material jedoch erst wieder von den genialen Klangarchäologen und Historikern von Trikont ausgegraben und klanglich aufpoliert werden mußte, um den Musik-Afficionado des Jahres 2009 viel Futter zum schwelgen und schlemmen zu liefern.
Beim Durchhören immer wieder hochinteressante Überraschungen aus dem partiell zugrundeliegenden John-Peel-Fundus: The Aquarian Age mit Vorläuferformen von Tori Amos oder Kate Bush, Harvey Matusow's Jew's Harp Band mit einer Synphonie übereinandergemixter Maultrommeln ("alle Musiker waren auf Trip"), The White Noise mit dem ersten Synth der Welt, Lol Coxhill mit einem Grundschul-Kinderchor, die CD schließt mit dem Track "we are normal", vielleicht um den Hörer wieder aus den LSD-Träumen in die Realität zurückzuholen.
Schade ist: Die Orthographie der deutschen Begleittext-Übersetzung ist problematisch und paßt zur Sprachkritik im Spiegel. Sind die deutschen Kompositaregeln nicht bekannt oder weilte der Autor zu lange in der Anglowelt?
So wird "Solo Gitarre" gespielt (spielt da eine Frau namens Solo Gitarre?), an anderer Stelle schreibt man vom "Vietnam Desaster" (ist das das Vietnam aus der Zeit Desaster oder hat Vietnam ein paar Nachnamen?). Man könnte noch weitere Rechtschreibschnitzer mit fehlenden Bindestrichen oder mangelnder Zusammenschreibung aufführen. Alles erinnert an die neueste Zwiebelfisch-Kolumne mit dem Titel Zwiebel Suppe. Doch wer liest schon das Booklet, wenn die Klangzauberer am werkeln sind?


Children of the Revolution
Children of the Revolution
Preis: EUR 12,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Übersicht, 21. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Children of the Revolution (Audio CD)
Nach Electric Warrior sicher eines der besten Bolan-Alben, obwohl nur Compilation. Der Klang ist sehr gut restauriert, nichts klingt nach Härte, alles ist sauber durchgezeichnet und bringt den Facettenreichtum der Bolanschen Arbeit gut auf den Punkt. Wie bei allen Großen (z.B. Iggy Pop, John Cale, Ferry) klingt bei Bolan die Zeit an, man hört Dylan, man hört Bowie, man hört Reed hindurchklingen, dies ist keine selektive Wahrnehmung, sondern subjektives Empfinden. Bei den langsamer gehaltenen, ja souligen Stücken wird es oft so dicht und dramatisch-großartig, daß wie von allein ein Gänsehauteffekt entsteht, und ich bin mir sicher daß das auch für diejenigen Glamnovizen gilt, die T.Rex zum ersten Male hören. Die Compilation straft auch diejenigen Puristen Lügen, die alles nach der Tyrannosaurus-Zeit Veröffentlichte in Bausch und Bogen verbannen.
Hier kommt ein Bolan, der purer Punk, der Ramones ist.
Hier kommt der Bolan, der den Purple Rain regnen läßt.
Hier kommt der Bolan, der den Bluesrock à la J.J. Cale rollen läßt.
Und der ganz nachdenkliche Bolan mitsamt Gospelchor, bei dem ein Les Humpgries ganz blaß geworden wäre.
Fazit: Ganz großes Theater. Paßt zu Winterabenden. Anhören!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2011 3:17 PM CET


Hitler: Eine Biographie
Hitler: Eine Biographie
von Joachim Fest
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen elegant formuliert, 9. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Hitler: Eine Biographie (Taschenbuch)
Fest bietet ein umfassendes Hitlerbild, das in eher zurückhaltend-auslotender und vorsichtiger Form eine Annäherung an Hitler zu zeichnen versucht. Oft wünscht man sich einen aggressiveren, zynischeren Ton, denn der Text ist in Wortwahl und feiner Diktion eine Ästhetik an sich. Fest sucht Verständnis für die Entwicklung zum Massenmörder hin zu schaffen, dabei ist oft nicht klar umrissen und gesichert, ob Verständnis dann nicht auch für anfällige Leser zur gefährlichen Nachvollziehbarkeit werden kann. Die intellektuelle Durchdringung könnte dann bei Manchem zur Logik degradieren. Sicherlich für jeden an Hitler interessierten eine wertvolle Lektüre, die allerdings von weiteren Biographien flankiert werden sollte. Lesen Sie dann bitte auch die Passagen in Ranickis "Leben", in denen die unsägliche Begegnung Ranickis mit Pfeilern der NS-Hautevolée in den Anfangsjahren der Bundesrepublik auf einem Empfang hochwohlgelittener Prä- und Postnomenklatura in beängstigender Weise beschrieben wird.


Hitler und Stalin
Hitler und Stalin
von Alan Bullock
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Esoteriker und Zyniker, 9. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Hitler und Stalin (Taschenbuch)
Umfassende, hochintelligente und detailreiche Parallelbiographie zweier Ungeister des 2o. Jahrhunderts, die in ihrer zerstörerischen Kraft von fast nichts zu überbieten sind. Der Autor geht auch auf die unterschätzten Nebenaspekte ein (Hitlers Sexualität, Stalins religiöse Karriere), die diese Männer in einem höher auflösenden Bild erscheinen lassen. Hitler ist bereits in der Allgemeinheit verfemt, doch Stalin freut sich in seinem Zerrbild als "Väterchen" in Rußland leider noch einiger Beliebtheit, da offenbar nicht sein kann, was nicht sein darf. Doch nur im Eingeständnis grauenhafter Verfehlungen beider politischen Seiten liegt die Hoffnung für das Kommende.
Mein Fazit nach der sehr spannenden Lektüre: Hitler als das esoterisch-irrational-religiöse Element, Stalin dagegen als überlegter Zyniker, fast noch böser als Adolf und Konsorten selbst. Hitler schuf Vernichtungsfabriken, Stalin ließ richten und richtete dann auch noch die Richter, um ein umfassend perfektioniertes Angstsystem des gegenseitigen Mißtrauens zu errichten. Noch auf dem Sterbebett zeigt er den drohend erhobenen Zeigefinger.


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