Profil für Raimund Ennenga > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Raimund Ennenga
Top-Rezensenten Rang: 866.315
Hilfreiche Bewertungen: 29

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Raimund Ennenga "raimundennenga"
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
A-Lex Ltd.Edition
A-Lex Ltd.Edition
Preis: EUR 12,35

5.0 von 5 Sternen You Think It's Over But You Just Keep Pushing Me!, 6. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: A-Lex Ltd.Edition (Audio CD)
Da ist es also, das erste Cavalera-freie Sepultura Album.
Nach den Aufnahmen zum genialen "Dante XXI"-Album von 2006 begann man zunächst mit dem Ex-Soulfly und heutigen Stone Sour Drummer Roy Mayorga zu touren, weil Knüppeljunge Ig(g)or Cavalera eine Auszeit nehmen wollte. Nachdem er dann bekannt gab, dass er die Band vollständig verlassen werde, wurde der zweite Session-Drummer der "Dante XXI"-Tour Jean Dolabella, der auch schon mit Gitarrist Andreas Kisser an dessen Solo-Album gearbeitet hatte, zum neuen festen Mann hinter den Kesseln. Zum zweiten Mal in der Karriere von Sepultura musste man sich für den Weggang eines Cavaleras rechtfertigen. Nachdem allerdings nach dem Ausstieg Max Cavaleras eine längere Findungsphase mit den experimentierfreudigen Alben "Against" und "Nation" eingeschlagen wurde, zeigte man sich in dieser "neuesten" Besetzung von vornherein in einer derartig bestechenden Live-Qualität, dass selbst der härteste Kritiker seinen Hut ziehen musste.
Nach ausgedehntem Touren begab sich die Band dann ins Studio, um ein Konzept zu verwirklichen, das schon während der "Dante XXI"-Songwriting-Phase zur Debatte stand: "Uhrwerk Orange" von Anthony Burgess. Neben dem Klassikerstatus des Buches steht auch die enorm populäre Stellung der Verfilmung des Stoffes durch Kultregisseur Stanley Kubrick. Viele Bands haben sich schon in einzelnen Songs an die Materie gewagt (u.a. sogar Die Toten Hosen mit ihrem Song "Hier kommt Alex"), keine jedoch hatte bisher den gesamten Inhalt als geschlossenes Konzept verarbeitet.
Sepulturas Version heißt "A-Lex" und spielt mit dem Titel nicht nur auf den Protagonisten des Buches an, sondern auch auf das russische Wort für "gesetzlos". Doch wie klingt "A-Lex"?
"A-Lex" ist ein wahrer Wutklumpen geworden, der dennoch bei genauerem Hinhören unheimlich viel zu bieten hat. Gerade Neuzugang Jean Dolabella macht eine grandiose Figur, da er in sein Spiel geschickt immer wieder progressive Elemente einfließen lässt und auch den Tribal-Drum-Faktor wieder ein wenig anzieht. Das Album führt den Stil, der ab "Roorback" angefangen wurde und auf "Dante XXI" weiterentwickelt wurde, konsequent fort. Oft fühlt man sich auch an das aktuelle Werk der französischen Tech-Thrasher Gojira "The Way Of All Flesh" erinnert, was hier definitiv als Kompliment gemeint ist. Ein interessanter Einfluss ist auch der Einsatz von Elektronik in den Interludes, der immer wieder ein wenig an den Film erinnert, ohne diesen plump zu zitieren.
Das Album spiegelt mit seiner Musik alle Stufen der Entwicklung von Alex perfekt wieder. Das Album fängt mit der Rüpelphase ("A-Lex I") an. Diese wird perfekt eingefangen in Songs wie dem grandiosen, durch das Zusammenspiel von Riffs und Schlagzeug an "Arise" erinnernden, Opener "Moloko Mesto" und dem mit Gangshouts aufwartenden "Filthy Rot". Dann folgt einer der, für mich persönlich, besten Songs der Derrick Green-Ära: "We've Lost You". Dieser Song besticht durch eine unglaublich einnehmende doomige Atmosphäre und fesselt bis zum Schluss. Die nächste Phase ("A-Lex II") ist das staatliche Experiment zur Bändigung von Alex. Hier zeigt sich auch die Band von ihrer experimentellen Seite. Die kurze Hassbombe "Forceful Behavior" gibt sich mit dem komplexeren, durch ein spannendes Intro eingeleiteten, "Sadistic Values" die Klinke in die Hand. In "A-Lex III" wird Alex wieder auf die Menschheit losgelassen. Auch hier überzeugt die Band mit Songs wie dem starken "The Experiment" und dem aggressiven "Strike", die alle auf ein weiteres Highlight zusteuern: "Ludwig Van". Sepultura spielen hier zusammen mit einem ganzen Orchester ein Beethoven-Medley, das eine wahrhaft gelungene Symbiose aus dem markanten Gitarrenspiel Andreas Kissers und den Werken des Genies der klassischen Musik schafft. Danach greift die Band dann noch in "A-Lex IV" mit dem Song "Paradox" ein Thema aus dem Buch auf, das nicht in Kubricks Verfilmung Verwendung gefunden hat: Den Sieg des freien Willens und der eigenen Meinung ("My Free Will Died When They Took My Mind").
Sepultura haben mit "A-Lex" ein mutiges Album geschaffen, das viele Trademarks der Band aufweist, gleichzeitig aber dennoch eine Menge Neues hinzufügt. Durch das geschlossene Konzept macht das Album vor allem in seiner Gesamtheit immer wieder Spaß. Auf der anschließenden Tour hat die Band immer wieder bewiesen, wie stark diese Besetzung ist (zum Beispiel bei dem grandiosen Auftritt auf dem Metalfest Germany 2010). Die Rufe nach der Rückkehr der Cavaleras sollten also endlich verstummen!


Eparistera Daimones (Ltd.Edt.)
Eparistera Daimones (Ltd.Edt.)
Preis: EUR 19,27

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exposed To All Unless They've Chosen To Be Blind, 17. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Eparistera Daimones (Ltd.Edt.) (Audio CD)
Viele mögen dieses Szenario vielleicht kennen: Man geht durch die Straßen, es ist bereits dunkel und urplötzlich überkommen einen die einsamsten Gedanken. Mit fast schon misanthropischer Melancholie sinniert man über das Leben und die traurigsten Ansichten huschen durch den Kopf.
So erging es mir kürzlich und ich suchte prompt auf meiner tragbaren Musikabspiel-Vorrichtung nach dem passenden "Soundtrack". Dabei stieß ich über das Triptykon-Album "Eparistera Daimones", das ich mir bereits direkt am Veröffentlichungstag zugelegt habe. Das Album hat mir von vornherein sehr gut gefallen, aber die Situation an jenem Abend gab dem Ganzen eine dermaßen erschreckende Tiefe, dass mir ein kalter Schauer den Rücken herunter lief.
Thomas Gabriel "Warrior" Fischer setzt den mit dem Celtic Frost-Vermächtnis-Album "Monotheist" angefangenen Weg nicht nur konsequent fort, sondern geht noch düsterer und vor allem wütender zu Werke. Jeder einzelne Ton wird zelebriert, jedes Riff wird herausgequält und jeder Schrei könnte Wände zum Einstürzen bringen. Was Warrior, egal ob mit Hellhammer, mit Celtic Frost oder mit Triptykon, vielen Möchtegern-Black-Metal-Posern und Düster-Rockern voraus hat, ist die Tatsache, dass jeder Hass und jeder Zorn so echt und ehrlich wirkt. Als Hörer ist die Tiefe der Emotionen unbeschreiblich nachvollziehbar.
Es wäre auch an dieser Stelle vermessen Songempfehlungen zu geben, da das Album als geschlossenes Werk erst so richtig zur Geltung kommt. Die Songreihenfolge ist höchst geschickt gewählt und macht durch diverse klangliche 'Auflockerungen', wie dem schaurigen Tonintermezzo "Shrine", dem Klavierteil kurz vor dem Ende des Songs "Myopic Empire" oder dem todtraurigen "My Pain" erst so richtig Sinn. Von der Einleitung durch das hämmernde "Goetia" bis hin zu dem über 19 Minuten langen "The Prolonging" überzeugt das Album als wahres Kunstwerk.
Wer "Monotheist" mochte, muss sich dieses Album unbedingt zulegen, und jeder, der glaubt, dass er die 'diabolischsten' Klänge bereits gehört hat, kann sich durch "Eparistera Daimones" eines Besseren belehren lassen.


Black Clouds & Silver Linings (Special Edition)
Black Clouds & Silver Linings (Special Edition)
Preis: EUR 28,34

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You Took Me For A Ride - Promising A Vast Adventure, 19. November 2009
... und es geht doch! Dream Theater sind wieder da, und wie!
Nachdem man mit "Metropolis Part 2 - Scenes From A Memory" ein wahres Prog-Meisterwerk abgeliefert hatte, wurden die Folgealben leider mit jeder neuen Veröffentlichung schwächer. Waren "Six Degrees Of Inner Turbulence" und "Train Of Thought" noch wirklich grandiose Alben, die zwar nicht den Status von bandeigenen Klassikern wie "Images And Words" und bereits erwähntem "Scenes From A Memory" erreichen konnten, aber dennoch von vorne bis hinten überzeugen konnten, und die Konkurrenz noch weit auf Abstand zu halten wussten, so waren auf "Octavarium" und "Sytematic Chaos" leider nur noch vereinzelt Großtaten zu finden. Die Longtracks "Octavarium" und "In The Presence Of Enemies", sowie die Tracks, die zum Alkoholentzugs-Epos von Drummer Mike Portnoy gehören, ("The Root Of All Evil" und "Repentance") wussten noch auf ganzer Linie zu überzeugen, aber gerade der Muse-Einschlag in machen Songs, wie u. a. bei "Prophets Of War", wirkte doch mehr als unpassend.
Daher war nicht von vornherein klar, dass "Black Clouds And Silver Linings" derart stark werden würde. Aber nach mehreren Durchläufen wird dem Hörer wirklich bewusst, dass er es hier mit einem Progressive Metal-Album zu tun hat, das seinesgleichen sucht. Die vier Amerikaner und ihr kanadischer Sänger wissen wieder, was die Anhängerschaft hören will. Und das ist wohl ohne Abstriche der unvergleichliche Mix aus harten Riffattacken und traumhaft schönen, ruhigen Momenten. Hier werden auf unnachahmliche Weise technische Fähigkeiten mit kompositorischer Finesse zu einem stimmigen Ganzen vermischt.
Eingeleitet wird das Album von einer Achterbahnfahrt namens "A Nightmare To Remember", die mächtig düster beginnt. Es wird die Geschichte eines Autounfalls geschildert mit allen seinen Stationen: Von dem Crash über den Krankenhausaufenthalt bis hin zu dem beruhigen Gefühl, wenn es doch glimpflich ausgegangen ist. Dabei bringen Dream Theater jedes Gefühl so greifbar rüber, als wenn man selbst dabei gewesen wäre. Darauf folgt mit "A Rite Of Passage" ein wirklich finsterer Song, dessen Refrain dennoch derart eingängig ist, dass man ihn tagelang nicht los wird. Mit "Wither" haben die Herren dann eine Ballade eingespielt, die wesentlich gehaltvoller daher kommt als z. B. "I Walk Beside You". Sänger James LaBrie zeigt sich von seiner gefühlvollsten Seite, während der Rest der Band mit epischer Instrumentalarbeit einen krassen Gegenpol zu den dunklen Klängen in "A Rite Of Passage" schafft. Als nächstes steht der Abschluss von Mike Portnoys "Twelve-Step Suite" auf dem Plan: "The Shattered Fortress". Mit diesem Song beschließen Dream Theater ihre, mit "The Glass Prison" begonnene, Saga um den Alkoholentzug ihres Drummers und geben dabei viele instrumentale und textliche Querverweise auf die anderen Teile zum Besten, was die fünf Akte, als Einheit gesehen, fantastisch abrundet. In "The Best Of Times" verabschiedet sich Portnoy von seinem Vater Howard. Den Anfang machen Streicher, die eher melancholisch klingen. Nach dem Einstieg der gesamten Band schwindet diese Melancholie allerdings und weicht einem Song, der die schönen Momente einer Vater-Sohn-Beziehung aufzeigt. Hier wird versucht dem Hörer mitzuteilen, dass man an den einzigartigen Erinnerungen, die man mit einer Person hatte, festhalten sollte, statt alles von Trauer überschatten zu lassen. Wieder zeigen Dream Theater alle ihre Trademarks.
Doch die gesamte Klasse der ersten fünf Tracks ist noch nichts im Vergleich zu dem finalen Song auf "Dark Clouds And Silver Linings". "Last but not least" bekommt mit "The Count Of Tuscany" eine vollkommen neue Dimension. Mit diesem Kunstwerk haben Dream Theater sich ein neues Denkmal gesetzt, das tatsächlich die Klasse von "A Change Of Seasons" und "Octavarium" erreicht. Es ist unglaublich mit welcher Intensität dieser Song daherkommt. Man wird förmlich mitgerissen auf einer Fahrt durch das Reich des Grafen von Tuskanien. Diesen Ideenreichtum und diese Abwechslung schaffen andere Bands in ihrer gesamten Diskografie nicht.
Abschließend bleibt mir nichts anderes als zu sagen: Wem dieses Album nicht gefällt, der sollte seine Finger in Zukunft besser aus dem Prog-Regal des Plattenhändlers seines Vertrauens lassen. Denn in diesem Fall wäre er hier absolut fehl am Platz!


Annihilator - Live at Masters of Rock (+ Audio-CD)
Annihilator - Live at Masters of Rock (+ Audio-CD)
DVD ~ Annihilator
Preis: EUR 17,45

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Operation Annihilation", 5. November 2009
Es ist immer noch kaum zu glauben, dass das deutsche Independent Label SPV mit internationalen Genregrößen wie Kreator, Sodom, Sepultura, Moonspell, Unleashed, Helloween, Iced Earth und eben Annihilator insolvent werden konnte.
Der Kanadier Jeff Waters und seine Band Annihilator verabschieden sich mit dieser Veröffentlichung von SPV, quasi als Zugeständnis für die lange Zusammenarbeit. Dass Mr. Waters mit dieser Veröffentlichung natürlich nichts anbrennen lassen würde, hätte jedem Anhänger des Gitarrenmagiers bereits im Vorfeld klar sein müssen!
Bereits 2003 erschien mit "Double Live Annihilation" (mit Joe Cameau hinter dem Mikro) ein beeindruckendes Live-Dokument. Allerdings gab es zu der Veröffentlichung damals leider keine Bilduntermalung. 2006 wurde dann mit "Ten Years In Hell" die erste DVD der Band veröffentlicht. Diese deckte jedoch nur die Band-Biografie von 1989 bis 1999 ab, wobei zwar einige Live-Mitschnitte von einzelnen Songs in wechselnder Bildqualität eingebettet wurden, aber kein zusammenhängendes Konzert der Band zu sehen war. Im 20. Jahr nach der Veröffentlichung des Debuts "Alice In Hell" wurde es also langsam Zeit einen Auftritt für die Ewigkeit zu konservieren.
Als Grundlage wählte man die Show auf dem 2008er "Masters Of Rock" in Tschechien. Die Wahl erweist sich beim Betrachten der DVD als perfekt. Die Band, allen voran Grimassenkönig Waters, befindet sich in absoluter Bestform. Dave Padden, der seit dem Album "All For You" in der Band singt, und seither tatsächlich eine Konstante in dem Besetzungskarussel von Annihilator darstellt, schafft es mit seiner höchst variablen Stimme immer wieder den "richtigen Ton" für den jeweiligen Song zu finden. Aber auch Waters selbst schwingt sich wieder öfter hinter die Flüstertüte, um Songs wie den Klassiker "King Of The Kill" oder die Dampfwalze "Operation Annihilation" vom 2007er Werk "Metal" zum Besten zu geben, und spielt dabei alle seine Riffkunstwerke mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Die Rhythmusfraktion, bestehend aus Bassist Dave Sheldon und Drummer Ryan Ahoff, sorgt für einen angemessenen Groove bei der Setlist, die sich durch alle Epochen der Bandgeschichte zieht. Es gelingt ein sehr schöner Querschnitt durch die gesamte Diskografie der Band. Selbstverständlich kann bei den 90 Minuten Spielzeit nicht jedes Album berücksichtigen, weshalb z. B. "Criteria For A Black Widow" oder das vollkommen unterbewertete "Schizo Deluxe" nicht berücktsichtigt werden, aber dennoch ist die Wahl der Tracks durchaus ausgewogen.
Ansonsten ist noch zu sagen, dass die Kameraführung sehr gelungen ist, weil eben nicht (wie bei vielen anderen DVD-Veröffentlichungen) zu viel hin und her gewechselt wird, sondern auch der eine oder andere Blick auf z. B. die Fingerarbeit der Gitarreros Waters und Padden zugelassen wird. Der Sound kommt dazu sehr dynamisch und organisch aus den Boxen. Ich hoffe, dass Waters so einen Sound auch für seine nächste Langrille hinbekommt, denn die beiden letzten Outputs "Schizo Deluxe" und "Metal" klangen mir größtenteils ein wenig zu steril. Man hat es also mit einer sehr wertigen Veröffentlichung aus dem Hause Annihilator zu tun.
Manch einer wird sich nun fragen, warum ich "nur" 4 Sterne vergebe. Und hier haben wir es mit der einzigen Schwachstelle dieser Veröffentlichung zu tun und einem Aspekt, der letztlich doch durchschimmern lässt, dass es sich hier um "nicht mehr" als ein Zugeständnis an SPV handelt: Es gibt kein Bonusmaterial! Durch das Menü lassen sich nur die einzelnen Songs anwählen; keine Behind-The-Scenes-Sektion, keine Interviews oder sonst etwas in der Art.
Abgesehen davon kann ich diese Veröffentlichung allein schon aufgrund des angenehm fairen Preises und der gratis beiliegenden CD, mit deren Hilfe man den gesamten Live-Mitschnitt auch unterwegs genießen kann, jedem Freund von melodischem Thrash Metal nur wärmstens ans Herz legen und jedem Fan von Annihilator sofort den Kaufbefehl erteilen!


Resurrection Macabre
Resurrection Macabre
Preis: EUR 19,33

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Salvation, Injecting The Venom Every Day!, 14. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Resurrection Macabre (Audio CD)
Es gibt sie, die Alben, bei denen man nach dem ersten Durchlauf noch wenig überzeugt von seinem Kauf ist, die dann aber doch nach und nach stetig wachsen, bis sie letztendlich vollends zünden. So ein Album ist "Resurrection Macabre" von den Niederländern Pestilence.
Die 1986 gegründete Band knallte bereits 1988 mit "Malleus Maleficarum" ihr Debut-Album auf dem Markt und schaffte nur ein Album später mit dem Zweitwerk "Consuming Impulse" den internationalen Durchbruch. Auch der Weggang des bis dato Aushängeschildes Martin van Drunen (Sänger und Bassist, heute bei Asphyx und Hail Of Bullets) konnte die Band nicht aufhalten. Hauptsongwriter und Gitarrist Patrick Mameli übernahm den Gesang und gesellte Bass-Tausendsassa Tony Choy (Cynic, Atheist) zu seiner verbliebenen Bande, dem Gitarristen Patrick Uterwijk und dem Drummer Marco Foddis, um das Album "Testimony Of The Ancients" einzuzimmern. Das Album feierte herausragende Erfolge und ist das bis heute erfolgreichste Album der Band. Auf dem Silberling wurde ein weitaus technischerer Weg eingeschlagen als auf den ersten zwei Veröffentlichungen. Der in Nuancen bereits wahrnehmbare Einfluss von Jazz und Fusion auf das Songwriting wurde dann auf dem 1993er-Werk "Spheres" weiter ausgebaut. Die Band präsentierte sich erneut mit neuem Bassisten (Jeroen Paul Thesseling, der heute nach langjähriger Abstinenz aus dem Metalbereich bei den deutschen Prog-Deathern Obscura eingestiegen ist) auf den Brettern der Welt, doch die Tour mit Cynic wurde zum absoluten Fiasko. Nachdem sich Mameli auch noch abspenstig über die Engstirnigkeit der Metal-Hörerschaft äußerte, konnte Pestilence keinen Fuß mehr fassen und wurde aufgelöst.
Soweit die Vorgeschichte zu diesem Album. Was macht man also, wenn man einige der größten (Death) Metal-Alben aus europäischen Breitengraden in seiner Diskografie stehen hat und man wieder seinen Frieden mit dem Genre "Death Metal" geschlossen hat? - Man versucht es noch einmal! Aber wie geht man es an, kopiert man einfach "Testimony Of The Ancients" und geht auf Nummer sicher? - Das ist wohl eher nicht der Patrick Mameli, der immer darum bemüht war, seine Band auf das nächste Level zu bringen.
Patrick Mameli hat Tony Choy zurück ins Boot geholt und dazu noch den Überdrummer Peter Wildoer (u. a. Darkane, Non-Human Level) rekrutiert, um die "Pest" weiterzuentwickeln. Diese Weiterentwicklung setzt aber nicht direkt nach "Spheres" an, sondern nimmt sich die Aggression der frühen Werke und würzt sie mit dem technischen Verständnis der späteren Tage. Hier und da steckt natürlich auch ein wenig "Spheres" drin, aber vor allem auch viel gänzlich Neues. Dabei ist z. B. das grandiose Schlagzeugspiel von Wildoer zu nennen, das so ausgefeilt und auf den Punkt gespielt daherkommt, dass es eine wahre Freude ist. Der Schwede "schlägt" so abwechslungsreich und knüppelt sich in Songs wie "HangMan" oder "Neuro Dissonance" die Seele aus dem Leib. Die Gitarren von Mameli klingen so herrlich markant nach Pestilence ("In Sickness And Death" könnte von keiner anderen Band stammen) und schreddern mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks durch die Songs. Bei der ganzen Aggression muss man schon drei Mal hinhören, um jede Feinheit genau herauszuhören. Aber es lohnt sich, denn das Album wird mit jedem Durchgang zwingender. Einzig und allein der Bass geht ein wenig unter. Dafür ist der Effekt bei Momenten, in denen der Bass deutlicher tönt, um so grandioser.
Als kleinen Obulus für neue Fans gibt es noch Neueinspielungen der Klassiker "Chemo Therapy", "Out Of The Body" und "Lost Souls", die (mit neuen Arrangements versehen) das Gesamtpaket perfekt abrunden.
Bei der Produktion wurde natürlich auch nicht gekleckert. Jakob Hansen (u. a. Destruction, Volbeat) hat der Band einen transparenten, aber auch modern brachialen Sound verpasst.
Dieses Album zeigt allen pseudoharten Metalcore-Kids den Old-School-Mittelfinger und versprüht nichts desto trotz auch einen frischen unverbrauchten Charme. Auch wenn das Songwriting auf "Resurrection Macabre" eher geradlinig ausgefallen ist, so geizt es nicht mit einem technischen Anspruch, der viele junge Bands alt aussehen lässt. Das Album ist auf jeden Fall ein Comeback nach Maß und sollte in keiner 2009er Death Metal-Sammlng fehlen.
Auch wenn die Tour zum Album leider bereits vorbei ist, bei der übrigens mit Patrick Uterwijk ein drittes "Testimony Of The Ancients"-Mitglied in die Band zurückgekehrt ist, so sollte man Pestilence weiter im Auge behalten, denn Meister Mameli bastelt bereits an einer weiteren Bombe, um die Welt zu verpesten.


In Requiem
In Requiem
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In these sheltered years I escape from this cruel world, 14. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: In Requiem (Audio CD)
Paradise Lost haben in ihrer Karriere viele Hochs und Tiefs erlebt, vor allem von Seiten der Fans. Von dem Debut "Lost Paradise" bis hin zu "One Second" fand vorsichtig immer mehr Elektronik den Weg in die Gothic Metal-Klanggebilde der Band. Diese Entwicklung fand in "Host" ihren absoluten Höhepunkt. Dadurch wandten sich viele Fans ab und konnten "Host" mit seinem fast Depeche Mode-artigen Sound nichts mehr abgewinnen.
Seit dem Nachfolgewerk "Believe In Nothing" wurden die Gitarren dann aber von Album zu Album wieder lauter und auf dem zehnten Studiowerk ("Paradise Lost") dominierten die Gitarren wieder, jedoch soundtechnisch noch eher rockig. Selbst der letzte Zweifler war gespannt, ob diese Entwicklung weiter anhalten würde und im Jahre 2007 gab es mit "In Requiem" die Antwort: Ja.
"In Requiem" ist düster, voller Spielfreude und mit lauter Hooks gespickt, die sich sofort ins Gedächtnis brennen und auch dort bleiben. Greg Mackintosh's Gitarren klingen wieder wie schwarze Schmetterlinge, die sich erhaben über die Songs legen und Nick Holmes röhrt dazu so böse aus seiner Kehle, als sei das Ende aller Tage gekommen. Des weiteren ist zu erwähnen, dass der, seit dem letzten Album zur Band gestoßene, Drummer Jeff Singer den Songs eine grandiose variable Rythmusgrundgrundlage verpasst hat. Bei diesem Album Anspieltipps zu nennen wäre so, als wenn man Majestätsbeleidigung begehen würde, weil jeder Song für sich einen Edelstein auf der Krone seiner Hoheit darstellt. Paradise Lost stehen also wieder an der Spitze des Genres, das sie selbst mitbegründet haben und jahrelang angeführt haben.
Zusammen mit den letzten zwei Alben der "Konkurrenz" aus Portugal (Moonspell's Meisterwerke "Memorial" und "Night Eternal") ist "In Requiem" das wichtigste Gothic Metal-Mach(t)werk des nicht mehr ganz so jungen neuen Jahrtausends.


The Atrocity Exhibition
The Atrocity Exhibition
Preis: EUR 19,55

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The power of our revolution won't ever be denied, 4. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: The Atrocity Exhibition (Audio CD)
Das neue Jahrtausend konnte bereits mit vielen grandiosen Leckerbissen aus dem Thrash Metal-Sektor der Schar von Liebhabern der härteren Kost auflauern, aber trotzdem gibt es immer wieder Veröffentlichungen, die den anderen etwas voraus haben. Gute Beispiele dafür sind z. B. "Enemy Of God" (Kreator) und "Dante XXI" (Sepultura), aber auch das vollkommen kompromisslose Debut "Malevolant Rapture" der niederländischen Dampfwalze Legion Of The Damned, die zu wahren Glanztaten zählen.
Doch auch der quasi "Geburtsort" des Thrash Metal, die Bay Area von San Francisco, schläft nicht und zaubert mit "The Atrocitiy Exhibition - Exhibit A" von Exodus ein Album hervor, das man gut und gerne schon jetzt als Klassiker bezeichnen darf. Es überzeugt auf ganzer Linie mit grandiosen Riffsalven und einer unbändigen Aggression.
Gary Holt gilt vollkommen zu Recht für viele als der (!) Gitarrist in seinem Fachbereich. Es ist jedoch anzumerken, dass auf diesem Scheibchen vor allem auch der, seit dem letzten Output "Shovel Headed Kill Machine" hinzugestoßene, Lee Altus voll aus sich heraus kommt. Gerade seine melodischen Leads machen viele Songs noch eingängiger und verschaffen ihnen eine zusätzliche Unwiderstehlichkeit. Der nächste Punkt ist der ebenfalls seit dem letzten Album zur Band gestoßene Shouter Rob Dukes, der bei diesem Silberling noch weiter in die großen Schuhe seiner Vorgänger Paul Baloff und Zetro Souza hineingewachsen zu sein scheint und bei "Children Of A Worthless God" sogar sein Können als Sänger unter Beweis stellt.
Bei "The Atrocity Exhibition - Exhibit A" fällt es einfach schwer Höhepunkte zu nennen, weil einer dem nächsten folgt. Angefangen bei dem genialen Intro "A Call To Arms", über die aggressive Video-Auskopplung "Riot Act", vorbei an dem grandiosen "Children Of A Worthless God", hinüber zu dem überlangen Titelsong "The Atrocity Exhibition" bis hin zu "Bedlam 1 2 3" ist jeder Song Thrash Metal der feinsten Sorte.
Und wer bis zum Schluss durchgehalten hat, der entdeckt noch den kultverdächtigen Hidden-Track "Bonded By Banjo", eine Country-Variante des legendären "Bonded By Blood" gesungen von Drummer Tom Hunting.
Man sollte schon jetzt für die zweite "Lehrstunde" in Sachen "Gräuel" bereit sein.


Dante Xxi
Dante Xxi
Preis: EUR 10,32

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "It took a long time to get where we are", 23. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Dante Xxi (Audio CD)
... so heißt es in dem Song "Crown and Miter" von Sepulturas aktuellem Album "Dante XXI". Das kann man wohl auch auf die Post-Max-Cavalera-Ära dieser Band beziehen. Während Max keine Probleme hatte Soulfly zu etablieren, hatten es Sepultura wesentlich schwerer.

Sie wollten mit dem Album "Against" einen neuen Sänger (Derrick Green) einführen und ihren Stil weiter entwickeln. Allerdings war dieser neue Sänger kein Cavalera-Klon, sondern ein Shouter mit einer ganz eigenen Stimmfärbung. Und das wirkte sich letztendlich auch auf die Musik aus, denn der Sepultura-Sound wurde um das eine oder andere Hardcore-Trademark erweitert, was einigen Fans nicht ganz so gut gefiel. Aber das war nicht das einzige Problem, denn auch das Label Roadrunner machte seinen Job immer schlechter. Während für Soulfly fleißig die Werbetrommel gerührt wurde und auch Videos produziert wurden, wurden Sepulturas Alben "Against" und "Nation" mit minimaler Werbung und keinem einzigen Video gesegnet. Die Fangruppe drohte sich in Soulfly- und Sepultura-Fans zu spalten und man trennte sich von Roadrunner.

Vollkommen ohne Labeleinflüsse produzierte man die Cover-EP "Revolusongs" und bekam dann den Zuschlag bei dem Indipendent-Label SPV/Steamhammer. Die Band gewann mit dem kompromisslosen "Roorback" viele Fans zurück. Das Label leistete hervorragende Arbeit und ließ Extra-Budgets für zwei Video-Clips springen. Der erste Schritt in die richtige Richtung war gemacht. Mit "Live In Sao Paulo" wurde das erste Home-Video nach Max' Weggang veröffentlicht und dann holten Sepultura zu einem riesigen Schlag auf die Fresse aus: "Dante XXI".

Nach zehn Jahren haben Sepultura es geschafft ihre Fans wieder von sich zu überzeugen. Der Hardcore-Einfluss hat sich angenehm mit dem Thrash der alten Tage gemischt und neuen Sound-Experimenten Platz gemacht. Denn auf dem neuen Album hört man Cellos, Geigen und sogar Hörner. Die Texte erzählen eine moderne Fassung von Dante's "Göttlicher Komödie" und zeigen wie viel Wert die Band auf ihre Texte legt. Aber das wichtigste sind die Songs, die allesamt überzeugen, denn sie sind brachial, kraftvoll und atmosphärisch zugleich. Jeder Song hat Hit-Potential. Angefangen mit dem, von einem genialen Drumsolo eingeleiteten, "Convicted In Life" über das schnelle Stakkato-Riffing in "City Of Dis" und dem sehr direkten Doppalpack "Eunoé/Crown And Miter" bis hin zu dem ruhigen, orientalisch angehauchten "Still Flame".

Doch vor kurzem traf viele Sepultura-Fans der nächste Schlag, Drummer Igor "Iggor" Cavalera verließ die Band. Was bedeutet, dass aus der legendären "Schizophrenia"-bis-"Roots"-Phase nur noch Gitarrist Andreas Kisser und Bassist Paulo Jr. übrig sind. Die "Dante XXI"-Tour wird nun mit dem brasilianischen Jean Dolabella zu Ende gebracht. Aber ist danach das Ende der Band besiegelt, nachdem sie über zehn Jahre endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen konnten?


Jugulator
Jugulator
Preis: EUR 21,48

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Gimme something a little bit more brutal...", 26. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Jugulator (Audio CD)
So kündigt Tim "Ripper" Owens den Song "Blood Stained" auf dem Live-Album "Live In London" an. Und diese Ansage kann man durchaus auch auf das gesamte Album "Jugulator" beziehen, denn ein derart brutales Werk hätte wohl kein Priest-Fan von seinen Lieblingen als Nachfolger für "Painkiller" erwartet.
Aber fangen wir mal von vorne an: Nach der erfolgreichen "Painkiller"-Tour lösten sich Judas Priest auf und während sich Rob Halford seiner neuen Band "Fight" (in der auch Priest-Drummer Scott Travis spielte) hingab, wurde es still um die Herren Glenn Tipton, K.K. Downing und Ian Hill.
Doch dann keimte Mitte der Neunziger die Idee es noch einmal zu versuchen. Währrend Scott Travis sofort wieder mit an Bord war, war für Rob Halford klar, dass er nie wieder (heute wissen wir es besser) etwas mit Judas Priest machen wollte. Also musste man sich nach Ersatz für den Metal-Gott umsehen.
Lange Zeit sah es so aus, als wenn Ralf Scheepers (Ex-Gamma Ray, heute Primal Fear) den Zuschlag bekommen würde. Aber es kam anders und so stand auf einmal Tim Owens, von den Priestern Ripper getauft, am Mikro der Band, ein Sänger der in der Szene nahezu unbekannt war.
Somit stand das Album unter einem schwierigen Stern, denn ein Priest-Album ohne Rob Halford, das war für viele Fans unvorstellbar und ist es auch heute noch.
Allerdings sollte man sich dem Album nicht sofort verschließen, sondern ihm Zeit geben, denn es enthält einige der besten Songs, die je unter dem Namen Judas Priest erschienen sind. Das schwierige ist, dass es neben priest-typischem Material, wie "Death Row" (mit interessanten Hörspiel-Schnipseln), "Burn In Hell" (spitzenmäßiger Songaufbau) und dem Überhit "Bullet Train" (alle Priest-Trademarks in einem gigantischen Song vereint), auch noch experimentelle Songs gibt. Darunter befinden sich das Pantera-artige "Blood Stained", das sich aber Live zu einem der Höhepunkte der Owens-Ära mauserte, "Abductors", bei dem der Ripper wirklich alles rauslässt vom hohen Schrei bis zum bösen Brüllen (benötigt allerdings mehrere Durchgänge um wirklich zu zünden) und vor allem der sperrige Titeltrack, der so schwer nachvollziehbar ist, dass er wirklich Zeit braucht, um sich richtig zu entfalten. Und dann ist da noch ein Song, über dessen Qualität sich nahezu alle Priest-Fans einig sind (soger jene, die behaupten, dass die Owens-Phase ein Reinfall war): "Cathedral Spires". Dieser Song fesselt den Hörer von der ersten bis zur letzten Sekunde und hätte ruhig mal im Live-Set landen dürfen.
Es gibt jedoch auch eine Schattenseite dieses Albums und zwar einige Füller, die den Gesamteindrück trüben. Währrend bei "Dead Meat" zumindest der Refrain noch recht eingängig ist, sind "Decapitate" und "Brain Dead" Totalausfälle und das ist auch der Grund, weshalb es nur 4 Sterne gibt.
Wenn man aber über diese drei schwierigen Fälle hinweg sieht und man sich über den Priest-Stil hinaus bereit ist zu öffnen (in Bezug auf die experimentellen Stücke), dann ist dieses Album ein sehr gutes Album in der Bandgeschichte und darüber hinaus eine der besten Metal-Platten der Neunziger!


Sepultura - Live in São Paulo [2 DVDs]
Sepultura - Live in São Paulo [2 DVDs]
DVD ~ Sepultura
Preis: EUR 26,03

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Nation, A Struggle, A Weapon, Our Music !!!, 14. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Sepultura - Live in São Paulo [2 DVDs] (DVD)
"As Live As It Gets" kann man hier nur sagen. Sepultura geben alles und lassen keine Wünsche offen!
Der Konzertmitschnitt ist vollkommen roh und unpoliert, ganz so wie man es von einer Thrash-Metal Band erwartet und die Set-List würdigt jedes(!) Album der Band, also von "Bestial Devastation" bis hin zu "Roorback". Außerdem gibt es als besonderen Bonus Gast-Auftritte von u.a. Ur-Gitarrist Jairo "Tormentor" Guedz und João Gordo (der in Fan-Kreisen sehr wohl bekannt sein sollte, da er generell bei Sepultura-Konzerten öfter mal auf die Bühne kommt, um seinen Beitrag zu leisten). Eine weitere Sache, die diese DVD wohl auf jeden Fall unumstritten klar stellt, ist, dass Derrick Green seinem Vorgänger Max Cavalera in Sachen Live-Präsenz absolut das Wasser reichen kann, was er sowohl bei Songs aus der Frühphase ("Troops Of Doom") als auch bei Songs aus der populären Mitt-Neunziger-Phase ("Roots Bloody Roots") unter Beweis stellt.
Allerdings ist der Konzert-Mitschnitt nicht das einzige, mit dem diese Dampframme aufwartet. Denn es gibt noch, neben einem interessanten Making-Of des Konzertes, allen drei Videoclips aus der Green-Ära ("Choke", "Bullet The Blue Sky", "Mindwar") und drei weiteren Live-Clips (diese wurden in Deutschland mitgeschnitten, während der Tour mit Motörhead und warten mit waghalsigen Kameraführungen auf), einen Film, den Derrick Green seit seinem Einstand bei Sepultura gedreht hat. In diesem Film wird gezeigt, wie stark der Zusammenhalt in der Band ist und was für Charaktere Andreas Kisser, Igor Cavalera, Paulo Xisto und eben Derrick Green sind. Außerdem werden noch einige Ausschnitte aus dem Tour- und Studio-Leben der Band gezeigt (ein Höhepunkt ist, wenn Derrick in Igors Bass-Drum liegt und "Darth Vader" imitiert).
Alles in allem also eine mehr als lohnende Anschaffung und ein großartiger Appetizer auf das kommende Album!


Seite: 1